Notizen aus der Provinz

"Man muss die Leute belügen, damit sie die Wahrheit herausfinden." (Wolfgang Neuss)

Notizen aus der Provinz

Alle elf Minuten … oder: Leidenschaft ohne Reue

RomantikIhre Hand hielt das Handy ans Ohr. Es klingelte am anderen Ende. Mit ihren Vorderzähnen bearbeitete sie nervös ihre Unterlippe und ihr Blick flog recht ungeduldig im Zimmer umher. Ihr Fuß wippte ohne Unterlass, während sie auf der Sofakante hockte, als es in der Handyleitung klackte:

»Alles klar, Tina?«

Unwirsch fuhr Tina sich mit der anderen Hand durch ihr Haar. Die Stimme am anderen Ende der Leitung klang erregt, aufgeregt:

»Ist was passiert Tina? Nun, sag doch was!«

Tinas rechte Hand suchte weiterhin noch ihren Weg durchs Haar, um dann schützend vor ihren Mund zu landen.

»Es ist alles okay. Nichts passiert.«

»Wirklich nichts? Was geht ab? Warum rufst Du an?«

»Es ist alles okay.«

Tina hatte den letzten Satz nur zögerlich flüstert und wieder fuhr sie sich mit ihrer Hand nervös durchs Haar, erwischte eine Strähne und zwirbelte sie wie zuvor hastig um ihren Zeigefinger.

»Jetzt lass Dir doch nicht alles aus der Nase ziehen, Tina! Was ist passiert? Wie ist das Date gelaufen? Schon zu Ende?«

Tina schluckte und atmete kurz tief durch.

»Nichts ist passiert. Gar nichts.«

»Wie nichts? Was meinst Du damit?«

»Nichts, überhaupt nichts, gar nichts, null, nada, niente.«

Tinas Stimme brach ein wenig, als sie die letzten Worte aussprach.

»Kein Sex?«

»No.«

»Was?«

»Ja.«

Eine Pause entstand. Stille schien sich kurz in der Leitung Raum zu verschaffen.

»Kein Sex? Ist er impotent?«

»Anke, der sitzt im Bad und hat sich dort eingeschlossen!«

»Was?«

Anke atmete hörbar am anderen Ende der Leitung tief durch, während Tina leise aufschluchzte.

»Der ist im Bad und hat sich eingeschlossen?«

»Was soll ich machen, Anke? Ich habe doch nichts Unrechtes gemacht. Ich wollte doch nur Leidenschaft ohne Reue.«

»Und jetzt hockt deine Leidenschaft eingeschlossen im Bad?«

»Ja.«

»Ich hatte Dir schon immer gesagt, lass die Finger weg vom Online-Dating. Da holst du dir nur Psychopathen ins Haus.«

»Danke, Anke.«

Stille. Tina hatte von ihrem Wohnzimmer aus die Badezimmertür im Blickfeld. Es hatte sich nichts geändert. Sie wusste nicht, was der Typ da drin jetzt machte, sie wusste lediglich, dass er dort drinnen war. Und sie wusste, dass sie ratlos auf ihrem Sofa saß, während aus ihrem Schlafzimmer gedämpft die zuvor auf Romantik organisierte Playlist ablief. Alles hatte sie perfekt vorbereitet, nur jetzt war das Ziel ihrer Begierde noch immer im Badezimmer und hatte sich dort eingeschlossen.

»Tina, tschuldige, ich hab’s nicht so gemeint. Wie ist es denn passiert?«

Tina musterte die Badezimmertür und erklärte die Situation flüsternd:

»Wie ich Dir ja gestern schon erklärte. Er sollte in meiner Straße parken, kurz per Handy durchklingeln und dann ne Minute später unten schellen. Das hat er auch getan. Er rief an, ich habe den Espresso in die Tasse laufen lassen, und die Tasse zu der Banane und den Müsliriegel ins Bad gestellt. Schnell die Kerze angezündet und dann rüber und den Türöffner betätigt.«

»Und dann?«

»Er kam rein und ging direkt ins Bad, während ich mit Negligé im Bett auf ihn wartete.«

»Wie? Der alte Mottenfiffi, den dir dein Ex letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte?«

»Mit dem doch nicht! Anke, was denkst du! Den habe ich doch längst in der Altkleidertonne entsorgt.«

»Na, Gott sei Dank. Das war ja so ein brutaler Liebestöter.«

»Ne halbe Stunde lag ich wartend im Bett, nur außer der Klospülung habe ich seit elf Minuten nichts mehr gehört.«

»Hast Du mal angeklopft? Vielleicht ist ihm was passiert, da drinnen.«

»Habe ich.«

»Und?«

»Er meinte, es sei alles in Ordnung.«

»Und?«

»Mehr nicht.«

»Mehr nicht?«

»Mehr nicht.«

»Seltsam. Da kommt ein Mann, um Sex zu erhalten und schließt sich jedoch im Bad ein?«

»Wir hatten doch bereits vorher telefoniert und uns Nachrichten geschickt. Alles schien in Ordnung.«

»Hast Du ihn verschreckt? Vielleicht kommt er nicht mit der selbst bestimmten Sexualität einer selbstbewussten Frau zurecht?«

»Ich will doch nichts Unmenschliches von ihm. Nur leidenschaftliches. Ich wollt mir doch nur eine alte Fantasie erfüllen: einmal einen Mann nur im Bett kennen zulernen und ihn dort ganz zu genießen.«

»Und jetzt ist deine Online-Bekanntschaft im Bad und kommt nicht raus. Was macht er da drin? Holt der sich einen runter, oder was?«

»Ich weiß es nicht, Anke.«

»Dann klopf doch noch mal.«

Tina zögerte, aber dann stand sie auf, ging zur Badezimmertür und klopfte:

»Ist alles in Ordnung?«

Es kam keine Reaktion. Sie klopfte erneut, energisch

»Alles in Ordnung?«

»Es ist alles in Ordnung», kam als Antwort.

Seine Stimme klang klar und deutlich, sachlich. Eigentlich so, wie Tina seine Stimme vom Telefon her in Erinnerung hatte. Sie ging wieder zurück zu ihrem Wohnzimmersofa und flüsterte in ihr Handy:

»Hast Du gehört, Anke? Mehr sagt der nicht.«

»Warum fragst Du nicht, was er hat, Tina? Du warst schließlich mutig genug, ihn zu Dir einzuladen. Also sei mutig und frag ihn.«

»Anke, ich hatte ihn nicht zum Quatschen zu mir eingeladen. Ich wollte wieder fremde Haut spüren, Hände, die mich an allen Stellen streicheln und liebkosen, Arme, die mich halten, Lippen, die mich küssen, eine Zunge, die oral eine gute Technik drauf hat,  …«

»Und einen, Du-weißt-schon-was, der es mal dir wieder richtig besorgt, ich weiß. Nur wenn Du nichts unternimmst, dann wird das nie etwas werden.«

Tina überlegte. Über das Online-Dating-Portal hatte sie ihn kennengelernt, mit ihm geschattet, dann mit ihm telefoniert. Sie hatten vereinbart, er käme vorbei, ließe sich von ihr führen und würde ihre sexuellen Vorlieben respektieren und befriedigen.

Kurzentschlossen stand sie auf und ging erneut zur Badezimmertür und klopfte an:

»Ist irgendetwas, weswegen du nicht rauskommen magst?«

»Nein, alles in Ordnung.«

»Echt?«

»Ja.«

»Soll ich dir was bringen? Kaffee?«

»Habe ich gefunden, hier im Bad.«

»Was zu essen?«

»Danke für die Banane und den Müsliriegel. Waren gut und sättigend.«

»Oder etwas anderes zu trinken?«

»Es hat hier ausreichend Wasser. Literweise.«

»Ich habe auch eisgekühlte Cola. Oder leckeren Kaffeesahnelikör.«

»Nein, danke.«

»Der Likör schmeckt echt Eins A. Ich kann dir auch einen langen Likörkuss geben. Du wirst abgehen darauf, schwör ich dir.«

»Ich geh hier nicht raus.«

»Warum?«

»Ich bleib hier.«

»Hast Du Angst?«

»Nein.«

»Warum magst Du dann nicht rauskommen. Ich beiße auch nicht.«

»Nein.«

»Nein was?«

»Nein, ich geh hier nicht raus.«

»Vielleicht ein eiskaltes Bier für dich?«

»Ich geh‘ hier nicht raus.«

»Aber ein Gläschen Prosecco wirst Du doch wohl mit mir trinken, oder?«

Tina lauschte angestrengt, aber jetzt blieb er ihr die Antwort schuldig. Es drang kein Laut durch die Badezimmertür. Zaghaft fragte sie nach:

»Bist Du vielleicht etwas nervös?«

Wieder keine Antwort.

»Ehrlich, Frank, ich bin auch nervös. Aufgeregt. Aber das ist doch normal, oder etwa nicht? Da ist doch kein Grund, sich einzuschließen.«

Sie lauschte, aber Frank schien sich im Badezimmer nicht zu rühren. Sie legte kurz ihr Ohr an die Tür. Aber sie konnte nichts hören.

»Frank. Du musst keine Angst vor mir haben. Ich tu Dir nichts Böses. Eher in Gegenteil. Du wirst darauf stehen. Wir wollen es doch beide.«

»Nein.«

»Was Nein?«

»Du, du willst es.«

»Was?«

»War ja klar, dass du mir jetzt mit schönen Worten schmeichelst und mich dabei anmachst.«

»Ich versteh nicht.«

»Du wolltest mich lediglich flachlegen. Nur Sex, nur meinen Körper und nichts, gar nichts anderes.«

»Wie?!«

»Du willst mich nur benutzen und auslaugen.«

»Ich will was?«

»Dass das immer nur mir passiert! Das gibt es doch gar nicht.«

»Wie?«

»Ich werde es überleben. Irgendwie.«

»Was?«

Mit der flachen Hand schlug Tina ungläubig auf die Badezimmertür. Sie war sprachlos. Verwirrt ging sie zum Wohnzimmer zurück und bemerkte das Handy in ihrer Hand. Hastig hielt sie es an ihn Ohr und flüsterte:

»Hast Du das gehört, Anke?«

»Hab‘ ich. Du musst ja einen tollen Eindruck auf ihn gemacht haben, Tina.«

»Ach ja? Danke, Anke!«

»Bitte, Titte, äh, Tina. Nur sehe es doch mal nüchtern: der Mann hat voll die Komplexe. Wie alle Männer, wenn’s um Sex geht. Die wollen erst die Hure und bekommen sie dann diese vorgespielt, wollen Sie sofort die Heilige. Und dann gleich wieder umgekehrt. Alle elf Minuten kannst du das beim Online-Dating erleben.«

»Ich verstehe das nicht. Zuvor hatte er auch gesagt, er wäre geil auf Sex mit mir. Einfach Haut auf Haut, Körper auf Körper, jedem seinen Spaß und gemeinsam noch mehr zusammen erleben.«

»Keine Ahnung, was mit den Männern heutzutage los ist. Früher brauchte man nur den Arm auszustrecken und schon hatte Frau ein halbes Dutzend Hoch-Notgeile an jeder Hand und konnte sich den Besten aussuchen …«

» … und jetzt habe ich ein verhuschtes Exemplar im Bad. Wie krieg ich den da wieder raus?«

»Frag ihn, ob er Fußball mag.«

»Wieso?«

»Es läuft gerade das Länderspiel. Männer sind ja alle fußballgeil.«

Tina stand kurz auf und rief zur Badezimmertür:

»Magst du vielleicht Fußball schauen? Deutschland spielt.«

Sie lauschte intensiv. Keine Reaktion. Nicht das kleinste Geräusch. Sie schaltete den Fernseher ein und regelte die Lautstärke etwas hoch. Das Spiel lief bereits. Rechts oben entzifferte sie mühsam, dass es kurz vor Ende der ersten Halbzeit noch immer Null Null stand. Sie schlich zum Badezimmer und lauschte. Keinerlei Geräusche. Als ob das Bad leer wäre. Sie ging wieder zurück in ihr Wohnzimmer und flüsterte wieder in ihr Handy:

»Ich habe jetzt Fußball angeschaltet. Aber er rührt sich nicht.«

»Warte ein wenig. Mit Speck fängst du Mäuse, mit Fußball richtige Kerle und keine Weicheier.«

Tina antwortete nichts. Mit dem Handy am Ohr verfolgte sie das Spiel. Es war ein Ballgeschiebe um den Mittelkreis herum. Der Reporter nölte etwas von einem hoch-intensiven Spiel und erzählte planlos aus dem Leben der des deutschen Co-Trainers Ehefrau. Und bevor der Reporter überhaupt mit seiner ersten Anekdote fertig war, pfiff der Schiedsrichter zur Pause.

»Und, Tina?«

Tina blickte zum Badezimmer.

»Immer noch nichts, Anke.«

Als Pausenprogramm wurde Werbung gesendet. Tina schaltete auf einen anderen Kanal.

»’Dieter, Dieter!‘ ‚Oh, Claudia!‘ ‚Oh, Dieter, ich bin ja so glücklich!‘ ‘Claudia, ich bin so froh dich gefunden zu haben!‘ ‚Oh, Dieter!‘ …«

Tina blendete den Bildschirmtext ein. Offensichtlich ein Liebesfilm nach Ideen von Rosamunde Pilcher. Das Liebespaar küsste sich innig, Geigen fiedelten schmalzig im Hintergrund und blauer Himmel am weißen Sandstrand ummantelte die Szene. Das Paar lächelte breit und blickte sich tief in die Augen. Zuckersüß. Tina wollte umschalten, aber sie erwischte nicht den richtigen Knopf auf der Fernbedienung, stattdessen erhöhte sie die Lautstärke.

» … ‚Oh, Dieter!‘ ‚Oh, Claudia!‘ ‚Wollen wir heiraten?‘ ‚Wir müssen aber erst Mutter fragen, Claudia.‘ ‚Heute noch?‘ ‚Gleich.‘ ‚Ach, Dieter, du machst mich so glücklich.’«

Ein Bläser-Orchester setzte ein, eine einzelne Oboe heulte dazwischen herzzerfetzend auf. …

In dem Augenblick klackte es vom Badezimmer her. Tina zuckte zusammen und sah die Tür sich nach außen hin öffnen. Die offene Tür versperrte ihr die Sicht, aber sie sah ihn noch, in seinem sandfarbenen Anzug, hochaufgewachsen, stattlich, aber hastig, wie er zur Eingangstür entschwand. Sie hörte das Öffnen und danach die Tür ins Schloss fallen.

Tina stellte den Fernseher ab und ging zum Bad.

»Anke, ich glaube, er hat das Bad verlassen.«

Das Bad war leer. Im Waschbecken stand die geleerte Tasse Espresso, daneben sorgsam drapiert die Bananenschale und die Verpackung des Müsliriegels.

»Er ist weg.«

In Tinas Stimme schwang Enttäuschung mit.

»Hat er dort etwa gewichst?«

»Sieht nicht danach aus. Handtücher sind unberührt.«

»Sei froh, Tina, dass es so gekommen ist. Wer weiß, was der sonst noch mit dir angestellt hätte. Männer können so unberechenbare Schweine sein. Sei froh, …«

Tina beendete die Verbindung wortlos. Sie starrte noch immer auf das Waschbecken und die Reste darin.

Was er mit ihr angestellt hätte … . Ja, wenn er doch wenigstens …

Ankes Worte hallten in ihr nach.

Ich wollte doch bloß mal wieder Leidenschaft ohne Reue, waren ihre Gedanken. Sie strich über ihre Haare, seufzte, trug die Überreste in die Küche und ging in ihr Schlafzimmer. Sie starrte auf die bereit gelegten Kondome auf der Nachttischkommode und wieder entfuhr ihr ein Seufzen.

Leidenschaft ohne Reue.

Die Einladung an ihn reute sie nicht. Der Typ war eigentlich der Mr. Right, nur wohl ein wenig schüchtern. Oder stark verkorkst. Oder beides. Aber vor allem fehlte es ihm an der notwendigen Leidenschaft.

So nah dran, dachte sie, als sie sich auf Bett legte, das Kissen zu sich herzog, umklammerte und auf ihren Unterleib drückte. So nah dran … .

Never fuck the company … neither with me!

Ich spürte den zielgerichteten Griff ihrer Hand an meine Hose und hörte ihr leises Lachen. Warum hatte ich nicht reagiert, als sie sich vor mir auf dem Schreibtisch sitzend geöffnet hatte.

Genervt hatte ich gesagt: »Jetzt nicht.«

Lediglich leicht verärgert hatte sie nur geantwortet: »Wie, nicht jetzt?«

Sie war von meinem Schreibtisch runtergerutscht, trat hinter mich. Ich wollte noch einen Satz in meinen Rechner tippen, als ich spürte, wie sie etwas um meinen Brustkorb legte und mich damit darauf in die Rückenlehne meines Sessels zwang. Ich schaute verwirrt an mir runter und erkannte eine Strumpfhose. Noch bevor ich etwas sagen konnte, verlor ich meine Fähigkeit zu sehen. Ein Tuch legte sie mir über meine Augen. Eine Augenbinde. Ich reagierte nicht, ließ es mit mir geschehen, wartete auf das Erschießungskommando, spürte nur, wie sie es hinter meinen Kopf so fest knotete, dass es meine Augäpfel zurück drängte. Fest und drückend, aber keineswegs einschneidend. Ich musste sehen, dass ich nichts mehr sah. Nicht einmal nach unten war eine Lücke unterm Tuch sichtbar. Meine Spannung stieg. Sollte sie machen, ich war williges Opfer.

Ihre Hände ergriffen meine Handgelenke und zogen sie hinter dem Sessel. Mein Rücken wurde verstärkt gegen die Rückenlehne gepresst, richtete sich zum Spannungsausgleich auf, um wenigstens meine Armmuskeln zu entlasten. Gleichzeitig spürte ich, wie sie mit einem weiteren Stofffetzen meine Handgelenke hinter dem Sessel fixierte.

So überraschend wie diese Aktion begann, endete sie. Gefesselt in meinem eigenen Schreibtischsessel, blind auf das wartend, was kommen sollte. Kam ein eine Füseliereinheit und würde sie mir einen letzten Wunsch gönnen? Ich lenkte meine Aufmerksamkeit auf mein Gehör, wollte wissen, was als nächstes geschehen würde, lauschte auf jedes Geräusch um mich herum. Sie zog meinen Sessel ein Stück zurück und setzte sich offenbar vor mir erneut auf den Schreibtisch. Sie zog mich wieder zu sich ran und brachte ihr Gesicht neben das meine. Haare strichen mir sanft durchs Gesicht und leise flüsterte sie mir erneut mir ins Ohr: »Wie, jetzt nicht?«

In dem Moment griff ihre Hand zu meiner Hose, öffnete schnell den Gürtel auf, knöpfte meinen Schritt auf, schob meine Hose einfach nach unten und gleichzeitig mit der anderen Hand mein Hemd hoch. Zielstrebig suchte ihre Führhand das Ziel ihrer Begierde und legten mich kompromisslos frei.

»Jetzt nicht?«

Meine Erregung ließ mich verstummen. Ich fühlte mich frei gelegt, offen sichtbar erregt, verletzlich, konnte mich nicht wehren. Eine ihrer Hände ließ mich los. Irgendetwas schien sie zu suchen. Geräusche einer Handtasche, das Klacken wie beim Öffnen eines Tubenverschlusses. Auf meinem Unterkörper verspürte ich eine kalte Flüssigkeit. Wärme stieg als Abwehrreaktion in mir auf, umgab mich. Mein Fühlen registrierte jede Bewegung, meine Hitze wurde gesteigert. Ich musste unwillkürlich stöhnen. Mit beiden Hände massierte sie meinen Körper, beschäftigte meine Phantasie. Stromstöße durchschlugen mich bei Ihren intimen Berührungen, ließen meinen Körper aufrichten, ließen meine Phantasie rotieren. Mein Körper entzog sich mir komplett. Zugleich stieß es mich immer tiefer in meinen Sessel hinein, meine hinter mir fixierten Arme verkrampften in dieser Position und zogen meinen Körper verstärkt in eine unnatürlich aufrechte Position.

Mein Gehör schien zu kapitulieren, je mehr ich von ihren Berührungen eingefangen wurde, komplett gefangen wurde. Von allem um mich herum isoliert. Alle Energien liefen in meinem Körper zusammen, bündelten sich dort wie eine Lupe Sonnenlicht in einen Brennpunkt versammelt und tausendfach verstärkt. Ich fühlte mich wie ein kleiner Ballon, in dem Luft gepumpt wurde und sich nicht mehr ausreichend dehnen kann, immer mehr verstärkt ein Ausgang suchend, ein Ventil für die unerträglich gewordene Spanne. Mein Atem ging stoßweise, Raum und Zeit trafen sich im Unendlichen und zerflossen darin. Wie um diesen Moment für die Ewigkeit zu konservieren, danach schrie mein Körper mit jeder Faser, suchte wie ein ausbrechender Vulkan nach der Öffnung für seine Lava, um sich aus jenem Zustand zu befreien, Entspannung herbei zu führen.

Und wieder spürte ich ihr Gesicht neben dem meinen, leicht zärtlich reibend, Haare strichen mir durchs Gesicht. Entspannung machte sich in mir breit, meine Verkrampfung löste sich, ich atmete durch. In ihrer Stimme vernahm ich leisen Spott, als sie erneut flüsterte:

»Jetzt immer noch nicht?«

Ich verstand nicht. Doch bevor ich nachfragen konnte, spürte ich, wie sie sich auf mir setzte. Ihren Atem in meinem Gesicht, leicht, heiß und fordernd. Eine erotisierende Mischung. Gleich darauf schmeckte ich sie, ihre Lippen auf den meinen. Ein Wohlgefühl dehnte sich in mir aus. Für einen Moment gaben sie meine Lippen frei und ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen.

»Du findest das lustig? Jetzt?«, hauchte ihre Stimme.

Ich spürte, wie sie ihr Gewicht verlagerte. Offenbar lehnte sie sich zurück, eine Hand stützte sich auf meinen rechten Oberschenkel ab. Sie lehnte sich wieder nach vorne, der Druck ihrer Hand auf meinen Oberschenkel verschwand, dafür ergriff jene Hand nun mein Gesicht. Wieder war ihr Gesicht dem meinem nah, ihre Lippen berührten die meinen, öffneten sich und küssten mich fordernd. Ihr Körper setzte sich auf den meinen auf, presste sich an den meinen, gab den Rhythmus vor, den ihr Atem stoßweise unterstrich. Ihre Hände fuhren an meinem Gesicht entlang und schoben die Augenbinde hoch. Aber ich hielt meine Augen geschlossen. Ich wollte die abklingende Erregung auskosten und zu Ende spüren begleitet von ihrem Stöhnen und ihren Zuckungen. Dieses wohlige Gefühl, dass sich erneut in mir Raum verschaffte. Entspannung. Ein langer Kuss von ihr beendete die Situation, ihre Lippen zogen sich zurück. Ich öffnete meine Augen, blinzelte und sah ihr Gesicht entspannt über mir. Allein einen Satz mit dem Hauch des Spottes sagte sie noch:

»Also, wie jetzt? Jetzt nicht?«

Wie ein Traum, wie in einem Traum …

Ein Traum, nur ein Traum. Mehr nicht. Die Geschichte ist erstunken und erlogen. Denn in Wahrheit entwickelte sich die ganze Begebenheit auf einer anderen Weise weiter:

Offenbar lehnte sie sich zurück, eine Hand stützte sich auf meinen rechten Oberschenkel ab. Sie lehnte sich wieder nach vorne und verlagerte ihr Gewicht wieder auf mich, der Druck ihrer Hand auf meinen Oberschenkel verschwand. Zuerst spürte ich es unter mir. Es war eine Art Kribbeln. Erst leicht, dann immer stärker. Eine Ahnung stieg in von meinem Bauch aus auf und materialisierte sich als Horrorbild vor meinen verbundenen Augen:

»Vorsicht! Ich glaube der Sessel hält das nicht aus!«, stieß ich etwas atemlos hervor.

»Halt die Klappe und versuche positiv zu denken, Idiot! Genieße und stell dein Hirn ab!«, erwiderte sie stoßweise atmend.

Ihre Hand klammerte sich an mein Kinn, ihre stützende Hand grub sich in meinen Oberschenkelmuskel und mich durchströmte ein Gefühl von Lust und Schmerz zugleich.

Aber da war es wieder, dieses Kribbeln unter mir. Es setzte diesmal unvermittelt ein, wurde stärker, sehr stark und dann zerriss ein Knall die traute Zweisamkeit …


»Wie geht es Ihnen?«

»Es geht schon wieder. Lediglich mein linkes Bein scheint steif zu bleiben. Für immer.«

»Ja, sie sind auch sehr unglücklich gestürzt. Was macht der Kopf?«

»Bei Wetterumschwung schmerzt er. Meinen Sie, die meine Berufsunfähigkeitsversicherung wird zahlen?«

»Machen Sie sich keine Hoffnung. Versicherungen zahlen für so etwas nicht. Und erst recht nicht, wenn der Unfall so passierte, wie er ablief.«

Ich sah auf den Boden und verstand. Versicherungen sind immer eine hübsche Sache. Jedoch geht es ans Zahlen, dann ist der Spaß vorbei. Dann sind sie nicht mehr dein Partner sondern Verräter. Dann kennen sie dich nicht mehr als Versicherten und betrachten dich als Ausbeuter.

»Ich habe ihre Akte nochmals studiert. Ich glaube nicht, dass Sie Chancen vor dem Arbeitsgericht haben werden.«

»Aber der Sessel war doch von der Firma. Der war nicht passend für mich. Der war nur für 90-Kilo-Personen ausgelegt.«

»Am Tage ihres Unfalls – wenn ich ihn mal so nennen darf – wogen Sie 97,6 Kilo. Und der Sessel hatte eine Werkstoleranz von 10 Prozent. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben. Das heißt, obwohl 90 Kilo angegeben war, hätte er bis 99 Kilo standgehalten. Aber bekanntlich wurde er ja mit mehr als 100 Kilo belastest. Und dann nicht nur statisch, sondern zudem noch dynamisch. Wie geht’s übrigens ihrer Bekannten?«

Ich schluckte: »Ihr geht es besser. Die Narbe in ihrem Gesicht ist verheilt. Sie wissen, sie stürzte ja auf die Kiste am Boden, auf der Kiste mit Stahlproben.«

»Ja, ich weiß. Auch in dieser Causa kann ich Ihnen bei der Klage ‚Bangiczk gegen Sie‘, Herr Esser, nicht viel Hoffnung machen. Der Boden um Ihren Schreibtisch herum ist laut Betriebsordnung Ihrer ehemaligen Firma kein Lagerplatz. Insbesondere nicht für Stahlproben, die auch noch scharfe Kanten aufwiesen. Hätten Sie die Kiste ordnungsgemäß verräumt gehabt, Frau Bangiczk hätte weder die Narbe im Gesicht, noch hätte sie Kontakt mit dem Teil gehabt, dessen Spitze Frau Bangiczk ihr rechtes Augenlicht raubte.«

»Aber das war nie meine Absicht!«

»Das hilft nicht. Stellen Sie sich drauf ein, dass das Gericht Frau Bangiczk Schmerzensgeldanspruch in voller Höhe stattgeben wird. Wenn es normal verläuft. Sollten Sie Pech haben, wird die Summe vom Gericht noch nach oben hin korrigiert, weil sie grob fahrlässig gehandelt haben.«

Indigniert starrte ich weiterhin auf den Holzboden vom Büro meines Anwalts. Wenn die eigene Geliebte zu dem eigenen Feind wird, zu einer Furie und Vernichterin, einem selbst nur noch mit Hass begegnet, dann ist vielleicht der Anwalt doch der letzter aller Verbündeter, oder nicht? Dem Blick meines Anwalts konnte ich nicht Stand halten, er war zu durchdringend. Zumindest der edle Holzboden gab mir ein wenig Trost, aber nur kurz.

»Und gegen die fristlose Kündigung durch Ihren Arbeitgeber haben wir auch keine Handhabe. Sie haben grob gegen die Interessen und Loyalitätsverpflichtung Ihres Arbeitgebers verstoßen. Die Kündigung ist wasserdicht. Ebenfalls damit auch die Ablehnung der Berufsgenossenschaft auf Arbeitsunfallzahlung. Der Stuhl war ordnungsgemäß. Dass er gebrochen ist und sich das Federwerk in ihr rechtes Bein gebohrt hatte und auch das erlittene Koma mit der starken Gehirnerschütterung und der Nackenwirbelverrenkung sind Folgen Ihres spontanen Schäferstündchens. Sie können von Glück sagen, dass Sie beim Aufschlagen ihres Nackens auf der Tischkante keine weiteren Schäden erlitten haben. Sie könnten jetzt im Rollstuhl sitzen.«

»Ich weiß«, antwortete ich tonlos.

»Aber eine Hoffnung gibt es noch. Die Anzeige wegen ‚Erregung öffentlichen Ärgernisses‘ scheint mir nicht schlüssig, auch wenn Frau Bangiczk in eindeutiger Situation auf ihren Schoß saß und den Beischlaf ausübte. Bekanntlich hatte ja der Sicherheitsdienst Sie beide erst danach aufgefunden, weil der Knall des Federdämpfungselements im Sessel recht laut war. ‚Erregung öffentlichen Ärgernisses‘ ist das dann weniger.«

Der Knall war das einzige, woran ich mich noch erinnern konnte.

»Hatten Sie mit Frau Bangiczk nochmals gesprochen?«

»Sie hält mich für voll schuldig an ihrem Gesundheitszustand. Sie warf mir vor, für den Bruch des Sessels verantwortlich gewesen zu sein, weil ich an einen potentielln Bruch kurz vorher gedacht und diesen ausgesprochen hatte. Sie meinte, dadurch hätte ich jene Realität erst geschaffen, die sie dann grausam durch mich erleiden musste. Hätte ich es nicht gedacht, wäre nichts passiert. Meine Gedanken hatten die Realität erst ermöglicht gehabt.«

»Ja, ich verstehe. Sie meint es wohl so, wie wenn jemand über einen schmalen, langen Holzsteg ohne Handlauf über einen tiefen Abgrund läuft, sich auf halben Weg darüber klar wird, was er da tut. Hätte er nicht daran gedacht, wäre er der erste Mensch gewesen, der die Schlucht überwunden hätte, so aber wurde er der Hundertsiebte, der tot neben den anderen Hundertsechsen im Schlundgrund gefunden wurde.«

Ich schaute ihn leicht genervt an. Eine solche neunmalkluge Belehrung war unpassend und beleidigend. Ich hatte es nicht erwartet, nicht von ihm, nicht von demjenighen, den ich als meinen letzten Freund angesehen hatte. Insbesondere, weil ich das Geschehene nun doch ein wenig anders sah. Denn mein Bauchgefühl sagte mir, …

»Schauen Sie, Sie sollten froh sein, nicht Krüppel geworden zu sein. Einer der auf recht auf Euthanasie hofft. Dafür werden Sie lebenslang für das zerstörte Auge der Frau Bangiczk und deren Nachwirkungen zahlen, die Schmerzensgeldzahlungen werden Sie in fünf Jahren in die Privatinsolvenz treiben, Sie sind arbeitslos und gekündigt, als 50-Jähriger haben Sie zudem schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Sie können nicht mehr laufen und hinken und haben noch diverse Rechnungen dazu, aber! Aber Sie leben! Sie sitzen nicht im Rollstuhl und müssen in ein Urinal pinkeln! Ist das nichts? Denken Sie über diese frohe Botschaft nach. Das sollte Sie doch glücklich stimmen.«

Er machte eine kleine Kunstpause und fuhr dann fort: »Ich meine, als Preis für ein bisschen Bürosex, okay. Vielleicht hätte es besser laufen können, so wie bei Bill und Monica damals im Oval Office, nicht wahr. Beklagen Sie sich also mal nicht. Aber ich hoffe doch sehr, dass Sie vor Ihrer Privatinsolvenz noch meine Anwaltskosten zahlen werden. Ich habe auch nichts zu verschenken. Auch nichts an Sie, Sie versauter Sex-Maniac.«

Er lachte dreckig auf: »Sie sind ein erbärmlich elender Büroficker, ein lebender Witz, der in meinen Bar-Meetings immer für ausgelassene Heiterkeit sorgt. Never fuck the company, Sie Sexsüchtling, Sie. Wissen Sie das?«

Seine Lache wurde dreckiger. Sehr dreckig. Zu dreckig. Unerträglich dreckig. Meine Augen zogen sich zornig zusammen, bildeten einen Tunnel, an dessen Ende ich ihn sah. Vor mir. Lachend. Verletztend dreckig lachend. Das letzte hätte er nicht sagen sollen. Eigentlich hatte ich das Ganze mit Frau Bangiczk erfolgreich verdrängt gehabt. Aber diese Provokationen legten meine Erinnerungen an sie frei und riefen mir alles binnen Sekunden ins Gedächtnis zurück. Jedes Detail. Alles lief vor meinem inneren Auge ab. Der ganze geile lustvolle Sex mit Frau Bangiczk. Und dann die Erklärung vom Arzt, dass ich nie wieder Sex haben werde, dass alle Erotik für mich wie tot sein würde …

Wie konnte dieser elende Hurenbock mich nur so damit vorsätzlich quälen? Was dachte sich dieser Drecksack von Anwalt dabei? Er hatte es sich verdient, dieses Arschloch! Komplett verdient! Er wollte es nicht anders! Jawohl, er verdiente den Tod, weil er meinte, dass ich statt Freiheit und Sex lediglich Rollstuhl, Urinal und ewige Impotenz verdienen würde. Nein! Das verdiene ich nicht. Ich bin ein Mensch. Jeder andere wohl, auch der Drecksack vor mir wohl, aber ich nie! Ich bin ein Mensch! Dieser elende Wixer!

Aus der mitgebrachten Tüte zog ich meine Waffe hervor, zielte sorgfältig, zögerte nur ganz kurz, feuerte fünf Mal auf seinen Kopf. Mutter! Überall Blut. Ich schluckte und zielte sorgsam auf den meinigen.

Die Witwe des Anwalts reichte eine Privatklage gegen mich ein. Schmerzensgeld. Weil Sie ihrem toten Mann zum Abschied nicht mehr ins Gesicht blicken konnte … . Sollte sie doch ruhig. Was hab ich denn noch zu verlieren …

Wochen später wurde ein Gesetz erlassen, gemäß dem alle Anwaltsbüros am Eingang mit Metalldetektoren ausgerüstet werden müssen. Aber das interessierte mich im Knast eh nicht mehr und als Fast-Gelähmter noch weniger. …

Talking like Donalds way to speak – die lebende Phrasendreschmaschine ohne Punkt und Komma

Believe me, I am very, very, very proud to be here. A lot of people are saying, that I should be glad about it. That’s just, what I had heard. I must tell you in all fairness and I’m a believer in it, this is an incredibly fantastic place to give a sophisticated speech to you, my hard working shop people, in this amazing village.

And it is a special village to be perfectly honest, because a lot of people tell me that the crooked Clinton politicians and ridiculous whitch hunt society of the dishonest democratic party had no audience here. Dozens of people have called me to tell me that these democratic party people are really, really not honest persons. I don’t know, but that is what people are telling me. That is so sad. And believe me, in the whole world nobody is playing in the big league, as we do now. That’s just what I had heard! Also in the massive outstanding FoxTV. I’ve seen this, and I’ve sort of witnessed it—in fact, in two cases I have actually witnessed it. And not like the staggering ridiculous Fake News.

You know Fake News? You Know? Everybody knows it in Canada, Europe, Germany and so on. In Germany fine people created its own word for it and call it ‘lu-gen-pres-se’. It is major, major sad for this world we have big Fake News. Even they call themselves journalists. So unfair. So stupid. But what I’ve heard, everyone is now saying that the loser shithole-pages are absolutely overrated talking about  journalism at all. We will not do any rude out of control censorship, because we are fine democratic republicans and extremely not crooked democrats, okay? This will not gonna happen that I can tell you.

To be perfectly honest I went here yesterday to meet my great mate of the honest republicans. I’m a believer in him. However in the one of the democrates for sure not. Well, I mean, we defend everybody. Yes, we defend everybody. No matter who it is, we defend everybody. We’re defending the world. But that person, he’s just a low-energy person, let’s face it. We don’t need low energy. We need lots of energy. Like my amazing mate here, at this very, very, very, great place.

Before assisting a fantastic movie in his private outstanding movie theatre, we talked about beautiful tarrifs for unfair car imports in future. How many BMWs you have seen in this village? Dozen more than Camaros you will encounter not in Berlin. Great tarrifs will make not only this elegant village, but entire  America strong again. And your phenomenal village also.

Before we saw that outstanding movie we ate special steakes. Everyone is now saying, how I can ate a steak, when the goofy BMWs are flooding  our beautiful country. Flooding like the African Americans, the blacks, the cyber, the Latinos and the women? Yes, weak women. Worst women cause a lot of car accidents. Well, this week some pathetic people confronted me with boring facts that undermine my honest statement. Okay, but someone is causing those ridiculous accidents and we do have to do something against it, don’t we? Believe me, I’m doing very well with getting away with murder. We will hit a home run. I must tell you I have many, many friends and a huge and incredibly support of unbelievable people, and all of the extremely numerous complete and total clowns  doesn’t have a clue, why I’m doing very well with assisting movies at my powerful republican mate.

We saw the outstanding Apache movie “July 12, 2007 Baghdad airstrike” against sad Fake News members and disgusting terrorists. And after this we assisted the tremendous documentation about a brilliant  man of a fantastic show called “You are dismissed”. Believe me, in all fairness, I have never seen before, ever such a tremendous reality show on TV.

And since we had a good time, we continued watching “Stormy Daniels” in “Desert Storm 2”, a brilliant and elegant documentation of a special soldier, who has a avoided very, very, very not smart hostage situation with a sad woman of porn in Iraque supported by crooked democrats.

My hard working shop people a lot of people are saying, I am great. The proof of my hard work? It’s going to be amazing. Believe me. My friends, who happens to be a very famous fashion and hard working model, told me I dress very well and even more, I am working unbelievably tremendous hard. And I am doing it for you, believe me.

God bless you all and vote not for the boring candy in November, but for the amazing people of my party. To make America strong again.

Meine Damen und Herren, der Vertreter der republikanischen Partei hat vorhin gesprochen. Das Publikum applaudiert stehend.

Das Wichtigste lässt sich kurz zusammenfassen: in diesem Ort der USA, in dem er die Rede hielt, dort werden gerne deutsche BMW-Fahrzeuge gekauft – etwas, was sehr positiv anzumerken ist – und am Vorabend seiner Rede hatte er mit seinem lokalen Abgeordneten begeistert sowohl Splatter-Movies als auch einen Porno angeschaut.

Darüber hinaus empfahl er den Zuhörern, im November für die Republikaner zu wählen, und dass er weiterhin an den nationalen Slogan “Make America great again” glaubt.

Wir schalten jetzt zurück in unser Studio nach Dresden, in dem unser Chef-Redakteur über die neuerlichen Vorwürfe des amerikanischen Redners über die “Fake News”-Presse mit dem Vertreter der AfD reden wird. Er wird kritisch nachfragen, welche Straftaten Fake-News-Mitarbeiter, welche sich ja selber auch gerne als deutsche “Qualitätspresse” bezeichnen, für gewöhnlich begehen und zwar ohne jeglicher rechtlicher Ahndung.

Von hier aus einen Guten Abend aus Little Village World und nach der Werbung direkt zurück nach Dresden.

Das Brotmaschinenmassaker

Ein Brief geht um.

Per altmodischer Briefmarkenpost.

Er zieht eine Spur des Grauens und der Verwüstung durchs Land. Die Welt erbebt, Männer erbleichen, Frauen wehklagen und Kinder spielen unberührt davon weiter am Computer der Eltern “Call of Duty” und “Zombieapokalypse”.

Dieser Brief darf nicht unbekannt bleiben. Aufklärung tut Not! Der Brief MUSS veröffentlicht werden, damit ein jeder Mensch von diesem Kettenbrief in Kenntnis gesetzt wird und nachher nicht naiv behaupten kann, man hätte es nicht gewusst …

»Dieser Brief bringt eine Brotmaschine, etwas Glück, viel Freude, Sex bis zum Abwinken und ein noch praller gefülltes Bankkonto. Leite ihn direkt an 100 Personen weiter, um ins Fernsehen zu kommen und unsterblichen Ruhm zu erhalten.

Der Autor dieses Briefes meinte, diesen letzten bedeutsamen Satz ignorieren zu können. Nachdem er an der Brotschneidemaschine durch ein tragisches Unglück seine geliebten Arme und wertvollen Beine abgesägt hatte, fand man ihn mit einem Federkiel im Munde, wie er noch versuchte hatte, diesen Brief hundertmal abzuschreiben, um ihn weiterzuschicken. Der Autor wurde auch nur deswegen gefunden, weil die Nachbarin dauerndes Niesen und Kichern aus der Nachbarwohnung vernahm, denn der Federkiel muss dem Autor dauernd in der Nase gekitzelt haben. Nur, der bösen Nachbarin gefiel es nicht, wollte in Frieden leben, ignorierte ebenfalls diesen Brief und hegte die Absicht, ihn wegzuwerfen. Sie verlor dabei ihren Kopf. Eine zufällig ziellos durch die Gegend streifende Polizeistreife fand ein Bild des Entsetzens vor: die ignorante Frau war von der scharfen Brotschneidemaschine aufs übelste attackiert worden und außer dem Kopf fehlte der Frau noch Hirn, welches ihr die Brotmaschine zuvor sauber herausgeschnitten hatte. Die Polizeistreife war aber klug, schenkte dem letzten Satz des Briefes Beachtung und reichte den Brief weise auf dem kleinen Dienstwege an die große Staatsanwaltschaft weiter, welche sich in zehnköpfiger Stärke in der Asservatenkammer, um Brief und Brotschneidemaschine versammelte. Als sie ging, hinterließen die Schar der Staatsanwaltschaftsanwärter dem Verwalter der Asservate den Brief, damit dieser ihn einsortieren sollte. Der Verwalter wie auch jene beiden Unverbesserlichen zuvor scherte sich nicht um den letzten Satz und so fiel ihm folgerichtig die Decke auf den Kopf, welche mutmaßlich wohl von der Brotschneidemaschine angesägt worden war. Durch den Zusammensturz der Asservatenkammer wurde der Brief frei gesetzt und ein Windhauch trieb ihn einer 48-jährigen kinderlosen, unverheirateten Jungfrau (Sternzeichen, nicht Sex!) vor die Füße. Diese Passantin las den Brief, stibitzte aus den Trümmern der Asservatenkammer auch noch schnell die Brotschneidemaschine, schaute die Brotschneidemaschine an und handelte konsequent: sie brachte beides zu der ZDF-Sendung “Bares für Rares” und verkaufte dort den Brief und die Brotschneidemaschine für 3,50 Euro, ging ins nächste Lottogeschäft, kaufte sich ein Rubbellos, rubbelte freudig sich reich und glücklich, hatte mehrfach Sex mit dem Losverkäufer, ging mit dem gewonnenen Bargeld in zwei Lottotüten wohlgelaunt auf ihre Bank, um es dort einzuzahlen. In der auf den Mechaniker wartenden Schlange vor dem defekten Einzahlungsautomaten wurde sie von einem Sat1-Redakteur erkannt. Dieser befand sich zuvor Undercover in der Bieter-Runde von “Bares für Rares” und hatte Brief und Brotmaschine ersteigert. Vom Fleck weg, ohne lange zu fackeln und brevi manu engagierte eben dieser Undercover-Sat1’ler die Frau: für dessen Idee zur neuen Vormittagsgameshow ‘Brotmaschine und Hundepfeife’, eine Show täglich Mittwochs außer Donnerstags. Sie heirateten, kriegten elf Brotmaschinen, kopierten Briefe und warfen glücklich bis an ihr Lebensende diesen Brief samt Minibrotmaschine in fremde Brieffächer. Und auf diese Weise erhöhten sie die Wertschätzung brotloser Kunst der Fernsehschaffenden. Und zwar  immer dann, wenn SAT1 eine Show mit irgendwelchen mutmaßlich bekannten Menschen ins Nachtprogramm aufnahm.

Wenn du nicht willst, dass du einer heimtückischen Brotmaschine zum Opfer fällst und damit im Abendprogramm in der Sendung “Top 10 der dümmsten Todesopfer Deutschlands” Erwähnung findest, oder du nicht willst, dass irgend so ein Brotmaschinenopfer dir einen maschinell kopierten Brief mit Brotmaschine schickt oder eine Briefmaschine aufs geopferte Brot schmiert oder Maschinenbrotschmiermittel mit Briefbrotmaschinenopferschneidewerk vor deiner Haustür abstellt, oder du einfach nur mal wieder Sex haben möchtest, dann schicke diese Zeilen tunlichst an 100 Leuten weiter.

Oder schalte dein bleifreies Hirn ab, verzichte auf DIYS-Sex und schaue gefälligst heute Abend ‘PromiBigBrother’, du Sackgesicht!«

Und ein weiterer Kettenbrief, mahnend aus der Vergangenheit, vergessen in der Gegenwart und wertlos für die Zukunft: https://provinzansichten.com/2007/09/23/immer_diese_kettenbriefe3028770/

Lunatic

“Schauen Sie, das hier ist unser Premium-Park mit Flussläufen und Wellness-Garantie. Für die Auszeit von der Hektik des Alltags. Mit ungehindertem Blick zum Nachhimmel. Eine 400 Hektar Oase.”

“Das sind ja mehr als der Englische Garten in München.”

“Und sicherer. Wir achten darauf, dass sich jeder dort wohlfühlen kann. Grasflächen, Bäume, Pflanzen und kleine ungefährliche Nagetiere wie Eichhörnchen, Häschen, Meerschweinchen und so weiter.”

“Und warum sind Sie so sicher, dass ihr Park der sicherste der Welt ist?”

“Am Eingang erhält jeder eine Eintrittskarte, welche einen NFC-Chip enthält. Damit lassen sich bei uns in der Hauptzentrale – wir nennen es unser “Doktor-Feel-Good-Center” – die Position von Personen übermitteln. Einzelne Spanner und andere bedrohliche, suspekte Individuen beim Versuch, ihre niederen Instinkte auszuüben, sind somit sehr leicht zu identifizieren und zu isolieren.”

“Sie sehen Einzelpersonen als Gefährder an?” Weiterlesen →

Das Angebot von gestern

Das ultimative Angebot: …

“Sie wollen einen Job?”

“Ich könnte es mir vorstellen.”

“Sind Sie qualifiziert?”

“Aber so etwas von. Da werden sich alle Ihre Fingerchen nach lecken.”

“Schön.”

“Ja. Und?”

“Ich hätte gerne von Ihnen ein Kurzprofil und den Lebenslauf. Aber anonymisiert.”

“Wie?”

“Anonymisiert.”

“Häh?” Weiterlesen →

Ertrage die Clown (8): Zur Lage der Nation

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

 

Die beiden letzten Fußballspiele der deutschen Nationalmannschaft vor der WM? Und das ohne deutschen Bundespräsidenten? Und wen kümmert’s? Egal.

 

Danke für das Weglesen dieses meines Blogeintrages.

Herzlichst

Careca

T-Shirt gesucht

Zum Muttertag (zwei Tage nach dem Freitag, dem diesjährigen 13. Mai) will ich ein spezielles T-Shirt an eine Bekannte verschenken.

Bei dem T-Shirt handelt es sich um jenes, welches Gerburg Jahnke im nachfolgenden Video trägt.

Für sachdienliche Hinweise in den Kommentaren bin ich sehr dankbar. Weiterlesen →

Münchner Geschichten (Teil 1): Über Beckenbauer, Biergärten, Bäume und Blätter

Als ich heute morgen gegen 7 Uhr meine Wohnung verließ, stand er vor der Tür meines Hauses, eine Sporttasche neben sich auf dem Boden, und bearbeitete die Klingelanlage.

„Hallo? Hallo! Ich bin der Honigmann. Hätten Sie gerne frischen Honig?“

Seine Sporttasche war offen und ich konnte Einmachgläser erkennen, die wohl mit Honig gefüllt waren.

Der Mann erschien mir leicht wirr. Mit seinen ungekämmten Haaren wirkte er auf mich, als wäre er gerade eben aus dem Bett gefallen. Und seine Bewegungen waren eher hektisch und nicht locker entspannt. Vielleicht hatte er auch noch im Kopf ein wenig Honig.

Als ich an ihm vorbei ging, blickte er mich fragend an: „Honig?“

Verneinend schüttelte ich den Kopf.

„Ich muss zur Arbeit, mein Job ruft“, schob ich wie zur Entschuldigung hinterher und ließ ihn mit paar Schritten hinter mir.

Das war natürlich gelogen. Mein Job hatte mich nicht gerufen. Um bei der Wahrheit zu bleiben, ich habe zu keiner Zeit nie meinen Job jemals rufen hören, egal wie angestrengt ich auch lauschte. Es heißt zwar „Beruf“, aber selbst wenn er „Aaruf“ hieße, rufen tut der nicht. Klar, wer „Aaruf“ sagt, muss auch „Beruf“ sagen. Sonst ist am Monatsende recht schnell Essig mit dem eigenen Ruf bei Banken, Versicherungen, Geschäften, Vermieter und Freunden. Aber rufen, nein, das tut ein Job nicht, auch wenn es der Beruf ist.

„Franz Beckenbauer ist tot!“, hörte ich hinter mir her rufen, während ich meine ‚Ruf‘-Gedanken zu Ende dachte.

„Haben Sie schon gehört, der Franz Beckenbauer ist tot,“ rief mir der Honigmann nochmals wesentlich lauter hinterher. Ich drehte mich um und hob leicht hilflos meine beiden Arme, um ihm anzudeuten, dass mich das Thema nicht wirklich berührte. Eigentlich lies es mich sogar ratlos und eher kalt.

Anfangs lag mir ein spontanes „Gibt es heute Abend dazu einen ARD-Brennpunkt mit Sigmund Gottlieb?“ auf der Zunge. Aber ich unterließ es. Es wäre öffentliches Verspotten gewesen und das musste nicht sein. Er wollte lediglich Honig verkaufen. Ihm mit Spott seinen Elan und seine Verkaufsstimmung zu vermiesen, das würde nur sein Geschäft für heute beeinträchtigen.

Vorsichtshalber prüfte ich trotzdem noch in meinem Smartphone die lokale, nationale und internationale Nachrichtenlage ab. Man weiß ja nie, ums Verrecken nie. Aber ein „Schaun mer nimma mal“ war nirgendwo ein Aufmacher. Ja, äh, ich sag mal so, der Holzmichel Beckenbauer lebt dann wohl noch.

Und in vier Tagen, am 11. September (den berühmt berüchtigten), wird er seinen 72. Geburtstag feiern. Darum an dieser Stelle:

„Ja, äh, ich sag mal, ‚FIFAt, FIFAt‘, lieber Franzl“ , bevor es der Blatter oder ein Infantino vor mir macht, woll.

Die morgendlichen Straßen wirken inzwischen herbstlich als noch vor einer Woche. Vor acht Tagen reichte es noch zu wohligen Temperaturen um die 31 Grad Celsius. Und morgens war es noch über 20 Grad. Inzwischen bin ich bereits froh, wenn um die frühe Stunde bereits die Hälfte davon erreicht wird.

Dass der Sommer bereits Geschichte ist, lässt sich in München an den Kastanienbäumen ablesen. Ihr Blätter zeigen braune Ränder und die ersten reifen Fruchtkapseln öffnen sich. Bayerns wucherndes Pfund der Biergärten sind die Kastanienbäume in eben diesen Biergärten. Zu den Gründungszeiten muss wohl in Bayern eine Klosterverordnung existiert haben, welches übermäßigen Bierkonsum und Bierräusche nur in Biergärten unter Kastanienbäumen erlaubte. Das war kein nettes Gesetz, denn in den abgeholzten Tallandschaften Bayerns gab es keine Bäume, aber wohl eine gewisse Gier nach Bier. Denn seit dieser Verordnung ist Bayern voll von Kastanienbäumen. Vielleicht könnte das auch als Aufforstungsmaßnahme in anderen Ländern (u.a.a. Amazonas oder so) helfen.

Nun ja. Der Sommer ist passé und das Sitzen in Biergärten unter Kastanienbäumen eine Erinnerung. Im Herbst macht es weniger Spaß, dort zu sitzen. Es ist kühl, die Sonne ist nicht mehr so kräftig, das Grün der Blätter ist eher bräunlich und es ist irgendwie lästig, alle zehn Minuten eine Kastanie aus seinem Bier zu fischen.

Alle zehn Minuten.

Das ist natürlich übertrieben. Die Wahrscheinlichkeit, das eine Kastanie in ein Bierglas plumpst, ist sehr gering. Wenn dem der Fall so wäre, gäbe es auch signifikant mehr Menschen mit Kopfverletzungen in Biergärten. Nur mal so angenommen: selbst wenn so eine stachelige Kastanienfrucht Macht eines ihr irgendwie gearteten Willens vorhaben würde, also, ein Wollen haben würde, in ein gefülltes Bierglas zu landen, dann würde sie es dennoch nicht schaffen: es wäre doch immer über dem Glas ein Kopf, welcher bierdimpfelnd sich Gedanken darüber macht, wie sein Bier effektiv vor fallenden Kastanien zu schützen wäre.

Während laut Zeitungsverlag FAZ sich hinter deren Zeitung immer ein kluger Kopf befindet, ist es nun mal beim Bier der Kopf darüber. Und das ist auch nicht unklug. Denn zum Schutze des bayerischen Reinheitsgebotes des Bieres sollte eigentlich einem klugen Kopf kein Preis zu hoch sein. Andererseits, es hat nie jemals ein Rauschen in den Zeitungsblättern dieser Nation gegeben, weil massenhaft blutige Köpfe in den Notaufnahmen verbunden wurden, eben weil es in bayrischen Biergärten zu einer gefühlten Bombardierung der Biertrinker durch Kastanienbäume mit deren stachelige Früchte gekommen wäre.

Ein Zusammenstoß zwischen Kopf und Kastanie ist somit als recht unwahrscheinliches Ereignis einzuordnen. Zumindest kenne ich niemanden, der jemanden kennt, der von so einem Fall gehört hat und zu berichten weiß, dass jemanden Kopfes wegen Kastanienfrüchte genäht oder geklammert werden musste.

Sollte trotzdem wer vor so einer schmerzhaften Begegnung Angst haben, ein kleiner privater Tipp von mir: die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Ereignis eintritt, kann verringert werden, indem man gleichzeitig hinter dem Bierglas noch eine FAZ studiert. Ich weiß, ich bin ein kluger Kopf. Findet ja auch die FAZ. Aber nur wenn ich deren Zeitung kaufe, um mich vor fallenden Kastanien beim Biertrinken zu schützen. Darüber hinaus haben die Blätter solch einer Zeitung noch einen weiteren Vorteil.

„Trinken Sie das Bier noch aus, oder soll ich es abräumen?“

„Ach, nein, danke, ich trinke es hier nicht mehr. Die Rechnung, bitte. Und, können Sie mir den Rest vom Fass dann zum Mitnehmen bitte in meiner Zeitung hier eindrehen?“

Sollte der Kellner ja sagen, dann würde ich allerdings auch in Erwägung ziehen, dass nach dem Überreichen der FAZ ein spontanes Kastanienbombardement des Baumes über mir einsetzen könnte.

Ja, äh, ich sag mal, das war jetzt Biergartenwahrscheinlichkeitsrechnung praktisch durchdacht.

Doktor Eisenbart

Jeder Orkan hat ein Auge der Stille. Wenn man in solch einem Orkan gerät, ist so ein Auge des Orkans willkommen. Es entschleunigt ungemein und bringt einen Ruhepunkt. Die Ruhe nach dem Sturm lässt die Ruhe vor dem Sturm genießen.

In solch einem Moment traf ich ihn wieder. Termine drückten und der industrielle Taylor’istische Imperativ, jede Minute effektiv und effizient zu nutzen, verfolgte mich auf Schritt und Tritt. Noch skurriler wird so eine Situation besonders dann, wenn dabei die meiste Zeit nur am Schreibtisch verbracht wird und die Computertastatur, die Maus und der Telefonhörer die vorrangigen Sozialpartner eines Arbeitstages sind. Nur, irgendwann muss sich sogar der statischte Mensch der Fortbewegung mittels Rollen des eigenen Schreibtischstuhls entsagen und dynamisch die eigenen zwei Beine mit Füßen dran nutzen. In solch einer Situation geriet ich und nutzte sie. Bewegung tut gut und etwas besseres als die vier Bürowände findet sich außerhalb auf jeden Fall. Der Vorteil der eigenen mobilen Fortbewegung ist unzweideutig, dass einem Computertastatur, Maus und Telefon nicht folgen können. Freiheit ist, wenn Taylorismus für Schreibtischnutzer nicht mehr greift. Na gut, viel hat dieses mit objektiver Freiheit nicht zu tun, aber zumindest subjektiv greift diese Idee.

Und gerade beim Ausnutzen dieser kleinen Freiheit begegnete ich ihm im Treppenhaus. Das erste Mal nach über sieben Jahren. Als Angehörigen der Firma hatte ich ihn nie gemocht. Er war Werksleiter und hatte mich mal in seinem Büro lautstark gefönt. Er warf mir meine Hochschulbildung als Manko vor und degradierte mich verbal zum Zwergschulenabiturienten. Die Ursache war dabei nebensächlich, nur der Grund dazu interessierte ihn und gerade den brauchte er, um um mich herum einen Orkan zu entfachen. Ich wusste, dass es eines Tages auch mich treffen würde und jener Tag traf ein. Und ich konnte es über mich abgehen lasen. Allerdings herrscht wie im Zentrum jeden Orkans Ruhe: ich konnte ihm in seinem Wutausbruch beobachten und alles teflonschichtartig an mir abperlen lassen. Seit jenem cholerischen Wutausbruch nannte ich ihn „Doktor Eisenbart“. Nicht weil er so tat, als ob er den akademischen Grad des Doktors hätte – nein, den hatte er und nutzte den Vorteil, dass man einem Doktor immer beweisen muss, dass er unrecht hat, während ein Bachelor-, Master- oder Diplom-gezeichneter Mensch immerzu zu beweisen hat, dass er nicht unrecht habe – nicht weil er so tat, sondern weil er privilegiert, dogmatisch und politisch-agierend war. In jener standrechtlichen lautstarken Föhnung wurde in mir die Erinnerung an Antje, dem NDR-Walross (hier), in Erinnerung gerufen. In dem höchsten Stadium seiner cholerischen Erregung sah er so aus wie jenes Walross, wenn es am Bassin-Rand gemütlich Wasser in den Wasserablauf pumpte. Der Vergleich machte seinen cholerischen Wutausbruch klein für mich. Sehr klein. Unbedeutend für das, was er bezwecken sollte.

„Doktor Eisenbart“ war zusammen in der gleichen Straße wie jener welcher vom Otto Rehhagel aufgewachsen. Und nicht nur in der gleichen Straße sind beide aufgewachsen, sondern auch eben mit jenem griechischen Fussball-Rehakles, jenem allseits bekannten Fußballtrainer Otto Rehhagel. Rehhagel war zwar älter als Doktor Eisenbart und konnte auch erheblich besser Fussball klüten als Eisenbart, aber dafür könnte Eisenbart Produktionsunternehmen auf Spur trimmen.

Und nicht nur deren Straße der Jugend war gleich, nein, – denn das, was noch wichtiger ist – derer beider Sprachduktus war gleich. Dieser Sprachduktus war das, was den Rurpott ausgemacht hat: ehrlich, roh und nie wirklich herzlos unpersönlich. Doktor Eisenbart konnte Geschichten erzählen, er hätte sich wohl auf arabischen Basaren damals ne goldene Nase verdient. Insofern war es gleichgültig, ob er versuchte jemanden zu föhnen oder jemanden Geschichten aus seiner Rurpott-Jugend zum Besten zu geben, was Doktor Eisenbart in jovialen Momenten oder nach Arbeitsschluss gerne machte.

Er stand nun vor mir und es war mir eine Freude ihn wieder zu sehen. Mein Doktor Eisenbart. Er war dick wie eh und je, sein Schweiss war der Kleber für das Hemd auf seiner Haut. Dabei schnaufte er wie Antje. Sein Oberlippenbart wogte zugleich auf und ab. Und wieder sah ich das NDR-Pausenmaskottchen vor mir. Nein, abnehmen würde er nicht, erklärte er mir auf meine ungenierte Nachfrage hin. Er kannte jemand, der war ins Koma gefallen und hatte bis zum Aufwachen nach vier Wochen zwanzig Kilo verloren. Dessen Übergewicht, so sagten nachher die Ärzte, war seine Lebensversicherung im Koma gewesen. Er kniff seine Augen ein wenig zusammen, riss sie sofort wieder auf und blickte mich dann mit seinem typischen „Das kannst du Jungspund überhaupt noch gar nicht wissen“-Blick an. Ich genoss diesen Moment. Ja, da war er wieder, der Doktor Eisenbart. Und ich kam nicht drumherum zu sagen, dass ich diese Begegnung genoss, denn von den meisten Mitarbeitern, die in Rente gingen, fand man oft binnen drei Jahren eine Traueranzeige am schwarzen Brett wieder. Nein, nein, ranzte er mich an, darauf bräuchte ich bei ihm nicht warten. Er lasse es jetzt bewusst langsam angehen. Er lasse sich nicht mehr stressen. Nach seinem Oberschenkelbruch und der Nachricht vom Krebs seines Sohnes (der als Sieger aus diesem mörderischen Zweikampf mit dieser Krankheit hervor ging) könne ihn der Stress mal am Allerwertesten. Nein. Er stehe jetzt zwar noch immer gegen Sechse oder Sieben auf, frühstücke, aber dann lege er sich noch ein zwei Stündchen aufs Ohr und danach sei er fit, den ganzen Tag zu genießen. Sollen doch andere das Geschick der Firma und der Welt lenken. Er sei dafür zu alt. Und das Leben böte noch andere Freuden als Arbeit. Letztens, so erzählte er mir jovial und ein Schalk schlich sich in seinem Augenwinkel ein, letztens habe er wieder einen erfreulichen Brief erhalten. Seine Rente sei gestiegen. So ließe es sich doch leben, lachte er mich an. Aber eines – sein Blick wurde wieder ernster und irgendetwas in mir triggerte, dass er wieder einen Gag vorbereitete – aber eines hätte sich bei ihm eingeschlichen. Wenn er dann so am Tage in seinem Sessel sitzen würde und einfach nur aus dem Fenster schauen würde, dann käme er sich wie der Darsteller in dem berühmten Loriot-Sketch vor. Er fühle sich wie das Loriotsche Knollennasenmännchen Hermann, welches von seiner Frau Berta aus der Küche gefragt werde, was er machen würde (Berta: „Was machst du da?“  Hermann: „Nichts!“  Berta: „Nichts? Wieso nichts?“ Hermann: „Ich mache nichts!“  Berta: „Gar nichts?“).  Und dann, dann hätte er so das unbestimmte Gefühl sich ins Auto zu setzen, den Weg zur Firma zu machen und den Leuten dort einfach nur sadistischerweise das Gefühl zu geben, er wolle sie bevormunden, maßregeln, zurechtweisen und kontrollieren. Aber dann bliebe er einfach im Sessel sitzen und freue sich, dass er mit dem ganzen Scheiß nichts mehr zu tun habe. Und seine Frau in der Küche?, versuchte ich zu kontern. Er klopfte mir lachend nur auf der Schulter und sagte, die sei gerade beim Arzt und er habe nur mal kurz die Zeit genutzt, um hier mal in der Firma reinzuschauen und sich Honig daraus zu saugen, dass er jetzt in Rente sei.

Seine dicken Pranken ergriffen meine zarten Patschhändchen und drückten sie leicht quetschend. Schwächer hat ihn die Rente nicht gemacht. Lächelnd nickte er mir zu und erklärte, es habe ihn gefreut, mal wieder einen Plausch mit mir halten zu können, ließ meine Hand los und winkte mir mit zwei Fingern an die Schläfen tippend zu. Sein Lächeln unter seinem mächtigen Schneuzer war eindeutig freundlich und wertschätzend. Dann steuerte er auf den Ausgang zu und verschwand aus meinem Blick.

Ich grinste zufrieden. Ein schöner Moment, um gestärkt das Auge des Orkans zu verlassen …

https://www.youtube.com/watch?v=C03n4AAiL9w

Dahinter steckt immer ein kluger Kopf

Die Messe ist gelesen, das Zäpfchen gelutscht, das Hühnchen gerupft, der Trumpf verbraten. Und weiterhin, sie haben noch immer den klugen Kopf. Immerhin. So deppert, wie andere ins Bild gesetzt werden, da ist mir der Kopf hinter der hochgehaltenen aufgeschlagenen Zeitung immer noch lieber als Bild-ungsbürgertum als Unterlage für ne Pommes. Denn am geschliffenen Geist macht es mehr Lenz, sich zu reiben als an deutscher Eichentümelei.

Nur, da lese ich auf „klugen Kopf“-Internetseite „Deutsche Manager reden sich Trump schön“. Nun, auf meiner Visitenkarte steht dieses plakative Wort. Nein. Nicht „Trump schön“. Sondern „Manager“. Und? Rede ich ihn mir schön? Auf meinem Tisch steht ein Glas Rotwein. Montes Alpha. Chile. Grüße aus dem Feuergürtel dieser Welt. Und sie können das, was andere in Deutschland nicht können, und zwar Rotwein. „Trump schön“? „Clown schöööön“! Der Besitzer der Autorenrechte dieses letzten Zitats ist bereits tot. Und: Gott erhalte Trump! Hat da gerade wer gedacht „möglichst bald“?!? Denkt dran, die NSA ist überall dabei. NSA geht immer. Und seid ihr jetzt sicher, dass diese harmlose kleine Glühlampe an eurem Schreibtisch nicht der Generation „Smart Home“ angehört und mit der NSA verbandelt ist? Präsidentenbeleidigung ist strafbar, woll. Da sei euch der Fall „Erdogan“ ein mahnendes Beispiel, wie sowas funktionieren kann. Also seid brav, nett und demokratisch linientreu. Lediglich lebende Fische sind dem Strom aufwärts eine Bedrohung. Sagt ja auch der der Mann am Joystick der Drohne in Rammstein.

Rede ich mir Trump schön? Nicht wirklich. Vielleicht sollte man hier endlich mal zur Kenntnis nehmen, dass Hillary Clinton mit Hilfe ihrer Partei einen Mitkonkurrenten kaltgestellt hatte, damit sie weiter um die Macht mit Trump konkurrieren konnte. Wenn man einen 2CV6 („Ente“) hat, um damit gegen einen alten Cinquecento (Fiat 500) anstinken will und deswegen einen „R5“ alten Kalibers im Rennen um das Präsidentenamt mit Hilfe der eigenen Partei die Reifen abmontieren lässt …

Die Amerikaner wählten schon immer die beste Nase aus der ganzen Schlammschlacht-Arena. Den den sie für als den besten erachteten. Star-Wars-Regen. Praktikant-Klintor. Bomben-Busch. Guantanomo-Auflöser-Drohnen-Obamama. Ach ja, okay. Das Wahlsystem … gut, einverstanden, die Spielregeln des Wahlsystems sind Scheiße, denn sonst wäre Hillary … und wenn vier Ecken ein Elfmeter ergäben, wäre Deutschland schon zehnmaliger Fussball-Weltmeister. Und wer hat’s verhindert? Ein Korrupter …

Das demokratische Leben ist nun mal ungerecht, Scheisse und blöde.. Nur Diktaturen haben eindeutige Spielregeln … würde die AfD ja auch sagen, wenn es nicht so unsäglich undemokratisch wäre …

Ob ich mir Trump schön rede? Nicht die Bohne.

Meine Kreditkartengesellschaft schrieb mir neulich, dass ich bei einem Kartenguthaben von 0 bis 10.000 Euro lediglich 0,2% Zinsen erhalte. Über 10.000 Euro vergüten sie mir mein Guthaben mit 0% Zinsen. Hey ich bin aufgewachsen, da gab es auf dem Sparbuch noch 3% pro Jahr. Heute tauchst du mit 11.000 Euro bei der Bank auf? Dann haste du erstens die Ermittlungsbehörden an den Hacken und danach ziehen dir die Banken auch noch noch zwei Fünfhunderter-Scheine als Strafgebühr bei der Einzahlung ab. Dein Geld ist nicht geschäftskompatibel ist. Du solltest doch lieber in Immobilien investieren. Mach mit bei der nächsten Blase. Kein Wunder, wenn die Mieten hier in München steigen, weil jeder versucht, das Beste aus seinem Geld heraus zu holen. Mit 11.000 Euro kriegste ja noch nicht mal einen Stein der Grundmauern einer Wohnung. Und wundert es den Leser, dass ich deswegen als Mieter auch nicht mit 11.000 Euro meiner Bank eine Krise auslösen kann, weil ich dazu keine Sparchance habe …

Es ist ja offensichtlich nicht mehr so schlimm, eine Bank zu überfallen. Denn um solche Gewaltaktionen kümmert sich der Staat. Nur ist es jetzt erheblich bedrohlicher eine Menge Geld einzahlen zu wollen. Da kümmert sich die Bank mit entsprechenden Zinsstaffelungen drum. Kommt ein Reicher mit seinem Vermögen in die Bank und droht ein Sparbuch aufzumachen. Da droht aber die Bank mit Zinsen und Gebühren dagegen. Aufrüstung der Reichen gegen noch Reichere. Wie sagte bereits der weltweit von Arm und Reich geachtete (wieso?) Mensch Warren Buffet: „If class warfare is being waged in America, my class is clearly winning.“ (übersetzt: „Wenn in Amerika ein Klassenkampf tobt, ist meine Klasse dabei, ihn zu gewinnen.“). Trump ist garantiert auf Warren Buffets Seite beim Buffet am Tisch der Armen (… dieser Kalauer musste jetzt sein …).

Also zurück zu Trump und der Zeitung, hinter der eh immer ein kluger Kopf steckt. Da fällt mir gleich als nächste Schlagseite auf, dass Hunderttausende unter anderem vor allem Frauen gegen Trump demonstrieren. Hunderttausende! Ist das nichts? Gut. Im nächsten Satz wird dann desillusionierenderweise das Wort „weltweit“ gebraucht. So, so. Es gibt wohl auch nur Zweihunderttausend Frauen auf dieser Welt, denn ansonsten wäre das keine Schlagzeile mit der Erwähnung des Wortes „Frauen“ wert. Manager Deutschlands (wie viele?) reden sich Trump schön (Prost!) und Hunderttausende mit „vor allem“ Frauen demonstrieren weltweit gegen den amerikanischen Clown Trump (… liebe NSA, das war nur ein harmloser, satirischer, unwichtiger Witz, ehrlich, echt jetzt  … oder doch nicht? …). Und links die Schlagzeile, dass die Partei „Die Linken“  eine Eintrittswelle verzeichnet, direkt rechts daneben Hurra-Rufe für Petry, Wilders, Le Pen und Trump …

Hm. Ich saufe, pardon, rede mir Trump nicht schön, ich bin keine weltweit demonstrierende Frau und trete auch nicht in die Partei „Die Linken“ ein … ernsthaft, ist mein Leben in Gefahr? Eine wirkliche Notwendigkeit? Ein echter Missstand? Oder ist das lediglich unschön?

Und jetzt das wichtigste! Fußball-Bundesliga zum Auftakt im Jahr2017: das Ergebnis „1:“2“ gab es bisher wie das Ergebnis „1:0“ gleich zweimal (Stand: Samstag vor dem Sonntag). Drei andere Spielergebnisse wollten sich wohl mit anderen Ergebnissen wichtig machen und damit Wettquoten verderben. Das ist bedenklich. Ernsthaft. Insbesonders da es keine Anhaltspunkte für Bestechung gibt. Und das beim Fußball. Das ist ja so wie Olympia ohne Doping. Geht gar nicht. Könnte da mal wer nachforschen? Ist jetzt absolut wichtig. Es geht um meine Quote! Ernsthaft. Meine Bank wollte mir die 10-Euro-Einzahlung mit 10 Cent strafen, also hab ich gewettet und jetzt schein ich auch im Wettbüro dieser abartigen Modeerscheinung „negative Zinsen“ zum Opfer geworden zu sein.

Trump schön saufen … äh, reden. Als Manager? Benötige ich nicht. Ich fang schon mit den AGBs meiner Bank an. Prost.

Pop … pop … populär: Tagebuch-Leak

Geheimer Auszug aus meinem eigenen, skandalösen Tagebuch. Von mir unbarmherzig veröffentlich, damit jeder die Wahrheit erfährt. Jeder. Aber auch wirklich jeder. Echt jetzt. Macht man doch so, oder etwa nicht? Egal. Total egal. Mir total schnurzpiepegal.

Heute ist mein Facebook-Tag. Ein knalliger Eintrag muss her. Aber end-knallig! Das letzte Katzenfoto hatte nur zwei magere Likes eingebracht. Irgendetwas, was zündet. Womit ich bekannter werde. Womit ich richtig stark geliked werde. Es muss doch möglich sein, dass ich mal bekannter werde. Höherer Bekanntheitsgrad, mehr Facebook-Likes, mehr Facebook-Freunde, mehr Leser von meinem Blog. Da geht doch was.

Böhmermann als Beispiel? Schon mal ein Anfang. Hat unheimlich viel Bekanntheit bekommen für ein Schmähgedicht, von dem er selber sagte, dass er es als Beispiel veröffentlicht, was nicht veröffentlicht werden darf, oder so. Aber nachher die Staatsanwaltschaft vor der Türe, muss nicht sein. Dann lieber ne andere Strategie.

Oder mal ne vorsätzlich fake news auf Facebook streuen und diese dann direkt als ‚fake news‘  bezeichnen? Hm. Nicht so gut, dieses ‚fake news‘. Da kommen dann die ganzen Pedanten aus den Löchern gekrochen und schimpfen mich wegen dem englischen Ausdruck ‚fake news‘, weil es bereits das ur-deutsche Wort ‚Falschmeldung‘ gibt. Nur ‚Falschmeldung‘ klingt einfach negativ. Schreib ich jedoch ‚Zeitungsente‘, dann kommt der Bundesagrarminister, dieser Freiheitskämpfer wider den fleischlosen Fleischbällchen, aber völlig-nicht-wider die literweise, vegane Kalthopfenschale, also dann kommt jener Bundesagrarminister Christian Schmidt der CSU und meckert, weil das wieder eine Täuschung des Verbrauchers sei. Facebook sei ja keine fleischhaltige Flugnachricht-Zuchtanstalt, und außerdem kenne er nur halbe, gebratene Enten mit Blaukraut aus Muttis Küche. Und dann noch, weil, mit Essen spiele man nicht.

Hm. Brauch ich nicht.

Oder doch!

Politikerschelte ist ja richtig populär. Die CSU-Flugente ‚Münchener Merkur‘  schrieb neulich, dass die als ‚Kabarettistin‘ bezeichnete Gruber Monika (schreibt man in Bayern so), also jene hat Zehntausend Likes erhalten, weil diese Gruber letztens eine Politikerin, jene Simone Peter aus NRW, als ‚dürrer Veggie-Hintern‘ und als ‚GrüPri‘  – Grubers Abkürzung für ‚Grünen-Pritschn‘ – bezeichnet hat. Nebenbei, ‚Pritschn‘ heißt ins Normaldeutsch übersetzt ‚Vagina‘, ‚Prostituierte‘. Es wird benutzt, um damit eine bösartige, aufsässige, klatschsüchtige Frau von einer ehrhaften, folgsamen, schweigsamen Frau abzugrenzen. Die eigene Wertsteigerung durch Abwertung einer anderen Person als Zeitgeist-Masche. Zehntausend Likes als Dreingabe zur Aufwertung und der Wertschätzung willen. Nur, wenn ich ‚GrüPri‘ und ‚dürrer Veggie-Hintern‘ verwendet hätte, also ich wäre dann als mieser Sexist und zusätzlich noch als elender Rassist öffentlich in Zeitungen gebrandmarkt worden.

Aber Frauen dürfen das. Und Christian Schmidt hat wohl auch nichts dagegen, dass der Hintern von jener Simone Peter als vegan klassifiziert wurde, obwohl da Fleisch drin ist. Die Bayern an sich dürfen das ja erst recht. Insbesonderes bei Leuten nördlich des Weißwurstäquators, auf welche die Bayern laut Grundgesetz ja eh nicht mehr schießen dürfen, auch wenn sie’s noch so sehr wollten. Tja, Stutenbissigkeit leben, das können nur Frauen wie Monika Gruber. Ausnahme vielleicht Mario Barth: bei dessen Programmen weiß ich nicht wirklich so genau, ob der in Wahrheit nicht doch ne Frau und dann auch noch mit Desiree Nick verheiratet ist.

Ich brauch ne Beleidigung, die sich gewaschen hat. Mit der ich auf Facebook geliked werde. Ich könnte was gegen Flüchtlinge, Mutti Merkel und Sarah Wagenknecht schreiben. Dann liest es vielleicht Dieter Nuhr und Alice Schwarzer, beide liken und teilen es mit wohlwollendem Kommentar. Das macht dann die ersten Tausend Likes. Eine Viertel Stunde später wird die AfD auf Schwarzers Vermerk aufmerksam und – Schwupps – habe ich fast ne Million Likes.

Nein, das ist es mir nicht wert. Zu billig. Und ich möchte auch nicht mit der AfD in Verbindung gebracht werden. Dieser parteigewordenen Kreuzung aus schlechten NRW-Witzen und Berliner Kalauern …

Es muss auch noch ein anderen Weg geben, um nach Komplimenten zu fischen. Katzenfotos bringen es nicht mehr. Außer vielleicht ein Foto von fünf, süßen, kleinen Katzenbabys. Putzig aus einem braunen Kartoffelsack schauend. Im starken Regen. Mitten auf dem Rhein. Und im Hintergrund, knapp zwei Meter dahinter, die riesige Bugwelle eines Schleppkahns …

Hätte wiederum etwas von AfD-Niveau. Mit Katzenfotos und AfD spielt man nicht. Obwohl, wenn ich so an Tiere denke … Tierschützer passen immer gut als Feindbild. Da sitze ich in einem Boot mit Christian Schmidt. Im gleichen Schleppkahn. Katzen ahoi!

Also. Nochmal. Es muss etwas her, was Aufmerksamkeit erregt. Irgendetwas, was zündet. Heureka, ich hab’s! Das ist es! Ich erstelle ne öffentliche Veranstaltung in Facebook. Einladung an alle:

„Sonntag Abend, 21:00 Uhr, im Scheine des Mondes, öffentliche Dackel-Verbrennung auf dem romantisch verschneiten Münchner Marienplatz. Unterhalb der goldenen Mariensäule. Um Spenden an Zamperl, Reisigholz und guten Brandbeschleunigern wird gebeten. Mit anschließendem Absingen der Europa-Hymne am wärmenden Feuer. Hot-Dogs gibt’s gratis!„

Genau. Absingen der Hymne an Freiheit, Frieden und Solidarität. Die ‚Ode an der Freude‘. Seid umschlungen Millionen! Töchter aus Elysium! Und Söhne freilich auch. Ludwig van ist doch immer passend zu so einem Event …, pardon, ‚Veranstaltung‘ heißt das.

Und weil die Hymne gesungen wird, kann ich es auch als politische Demonstration mit Partycharakter verkaufen. Sobald dann der erste Tierschützer auf meinem Eintrag meckert, kontere ich mit ‚Brunzbisslbled Verkloghafei‘ in Verbindung mit ‚deppater Kletznsepp‘ oder ‚damische Bluzn‘. Ist halt normaler bairischer Gendertalk. Und zack gehen die Likes in die Höhe. Der ‚Münchner Merkur‘ schreibt dann darüber, und Agrarminister Christian Schmidt kann darauf den Söder fragen, ob Dobrindt und Seehofer auch zum ‚Hot-Dog-Essen‘ auf den Münchner Marienplatz kommen. Singen können die ja, auch wenn deren Zungenschlag komplett nicht stimmt.

Hm. Vielleicht sollte ich auch vegan-vegetarsches Freibier organisieren, traditionell gebraut nach dem bayrischen Reinheitsgebot. Denn ansonsten kommt der Hintern von Seehofer garantiert nicht …

Wenn ich groß bin, werde ich ein Ferrari

„Wenn Recht zu Unrecht wird, dann wird Widerstand zur Pflicht, mein Sohn!“, sprach der Herr Papa erregt zu seinem Sprössling auf dem Beifahrersitz.

„Aber Papi! Du kannst doch nicht …“

„Doch ich kann. Und zwar so wahr ich Johannes Berthold Bachmaier heiße. Ich kann!“

„Aber …“

„Wenn ich eines von meinen Eltern auf ihren Anti-Atombomben-Demos der 80er gelernt habe, dann das, dass man sich nicht alles zu gefallen lassen hat! Okay, die Anti-Atombomben-Demos waren pillepalle. Was sind schon Atombomben im Verhältnis zu dem, was Banken so an hohlen Spekulationsobjekten produzieren. Explodiert eine Atombombe, das betrifft einen eingeschränkten Kreis, vielleicht ne halbe Millionen Menschen. Wenn die Banken jedoch ihre Spekulationsobjekte zünden, dann stürzt so etwas mehrere Millionen ins Elend. Sagte bereits Warren Buffet. Nur, dagegen demonstriert niemand mehr, nicht einer von den 80er-Jahren-Friedensaposteln kommt aus dem Quark, nachdem bereits die Finanzwelt mit Massenvernichtungswaffen aufgerüstet hat! Nein, dagegen gibt’s von denen kein Widerstand! Null.“

„Aber Papi, nur weil  einer sagt, er könne Millionen explodieren lassen, kannst du doch nicht so einfach hier …“

„Doch, Stefan, doch! Dein Papa kann das! Dein Papa zahlt Einkommenssteuer, Vermögenssteuer, Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Alkoholsteuer, Mineralölsteuer, Autosteuer, Mautsteuer, Vergnügungssteuer und was sonst noch. Da kann dein Papa erst recht! Ich lass mir dieses Unrecht nicht mehr gefallen, diese Willkür, diese Ignoranz und Arroganz von diesen Arschlöchern, die nicht wissen, was sie tun. Obwohl, das werden sie sehr wohl wissen.“

„Papi, nun hör schon auf …“

„Stefan! Du sollst mich nicht unterbrechen, wenn ich rede. Kinder haben gefälligst zuzuhören, wenn Erwachsene erzählen, wie das Leben wirklich ist! Wie wollt ihr denn sonst lernen, wie die immer mehr euer gutes, zukünftiges Recht beschneiden?!? Wer da nicht aufsteht und mal sich richtig …“

Es klopft an der Scheibe. Herr Bachmaier drückt auf einen Knopf und ganz leise surrend bewegt sich die Seitenscheibe hinunter. Ein Polizist blickt ihm ins Gesicht.

„Sie stehen im absoluten Halteverbot. Sind Sie mit einer Verwarnung von 20 Euro einverstanden?“

„Im Halteverbot? Das muss aber neu sein. Vor Weihnachten war das noch nicht. Da konnte ich meinen Sohn hier immer von der Nachhilfe abholen.“

„Zusätzlich haben Sie in zweiter Reihe gehalten und Sie behindern den Verkehr.“

„20 Euro sagten Sie? Einverstanden.“

Er reichte einen Geldschein durchs Fenster und erhielt Quittung und Beleg. Erneut drückte er den Knopf. Die Seitenscheibe schloss sich wieder. Ein weiterer Druck auf einen anderen Knopf und kaum hörbar startete der Motor.

„Papi, ich dachte, du sagtest, dass Widerstand Pflicht wäre. Aber jetzt hast du trotzdem bezahlt?“

„Das verstehst du nicht. Man muss sich ja auch an Regeln halten, nicht wahr.“

„Ich hatte dir doch zuvor bereits erklärt, dass hier jetzt Halteverbot ist und ich zum Parkplatz kommen könnte.“

„Stefan, du musst mir nicht immer widersprechen, nicht wahr. Das verstehst du nicht, okay.“

„Okay.“

„Und kein Wort zur Mutti, nicht wahr. Sonst gibt’s Ärger!“

„Okay.“

„Diese Säcke von Politiker. Klauen mir permanent mein Geld und ich bezahl mit meiner Freiheit! Aber die können was erleben. Im September kriegen die von mir die Quittung! Da vergeht denen noch deren Gefasel! Und Stefan, kein Wort zu Mutti, verstanden?!“

Sprach’s und drückte das eiserne Gaspedal bis zum Anschlag durch.

Dinge, die man gerne unter der Erde sehen möchte

Lange schon hatte es diese Bilder nicht mehr gegeben: Polizisten im direkten Einsatz mit Schlagstock, Pfefferspray und Wasserwerfer gegen Demonstranten.
Jetzt sind die Bilder wieder da.
Im Fernsehen.
Zur Prime-Time.
Am Abendtisch.

Und auch die alt-bekannten Diskussionen tauchen wieder auf. Wer ist gewalttätig? Wer hat angefangen? Ist derjenige gewalttätig, der nicht das tut, was die Polizei anordnet? Sind die gewalttätig, die Sitzblockaden ausüben? Oder die, die durch Sprechchöre psychischen Gegendruck versuchen auszuüben?

Interessant ist auch die Frage: Warum werfen Demonstranten für die Presse automatisch mit Steinen? Das waren reflexartig die ersten Antworten der Journalisten, auf die Frage, warum die Polizei gewalttätig wurde. Dabei finden sich in all den deutschen Schlosspärke weit und breit keine Steine als hinreichendes Wurfmaterial. Und wer den Stuttgarter Schlossgarten kennt, der weiß, dass es dort erst dreimal recht keine Steine gibt. Der Stuttgarter Schlosspark war damals ein Geschenk von Königin Katharina und König Willhelm an das Stuttgarter Volk. Und Steine gibt es dort nicht. Die Polizei hat inzwischen auch verneint, dass Steine geflogen seien. Aber das wird nicht so richtig bemerkt. Warum fällt das den meisten Diskutierenden nicht auf?

Andererseits zeigte sich auch, wie sich Journalisten auch gerade mit unrecherchierten Informationen a la TWITTER eindecken, die sich danach ebenfalls als komplett falsch herausstellen. Weder eine Frau mit Herzinfarkt noch ein Mann, der seine Augen wegen den Wasserwerfern verloren hatte.

Und so in der Gesamtbetrachtung der Videos im Internet von den gewalttätigen Ausschreitungen der Polizei werde ich einfach den Eindruck nicht los, das es hier auch nicht um die Bürger geht:
Wie ich bereits zur Europawahl erwähnte, gibt es Politiker, die sich im Europaparlament für eine eisenbahnerische Direktverbindung von Straßburg bis Wien als auch für die Linie Berlin-Rom in Verbindung mit dem Bau des Brenner-Basistunnels stark machen (s.a. hier). Diese Verbindungen durch die Eisenbahn haben im Europawahlkampf kaum eine Rolle gespielt, aber Leute wie Bernd Posselt werfen hierfür ihren ganzen politischen Einfluss in die Waagschale.
Posselt
(Bernd Posselt, Fotoquelle: http://www.europarl.europa.eu)
Nicht jeder Europapolitiker entspricht dem Niveau einer FDP Europa-Abgeordneten Silvana Koch-Mehrin. Über solche lässt es sich immer trefflich lästern. Die wirklichen Strippenzieher allerdings kommen seltener ans Tageslicht, sondern sind emsige Ameisen und Europaabgeordnete einer Lobby der verschiedensten Bereiche.
Für Bernd Posselt gilt, fällt das Projekt „Stuttgart 21“, dann wird auch München keine echte Chance mehr bekommen, sich als Eisenbahn-Drehkreuz Europas positionieren zu können. Genauer gesagt, fällt „Stuttgart 21“, dann werden in München die immer wieder auftauchenden Diskussionen verschwinden, dass der Sackbahnhof „München HBF“ zu einem Durchgangsbahnhof umgebaut werden könnte.

Und solange weder „Frauenkirche“ noch „Hofbräuhaus“ in München dem Beispiel Stuttgarter Bäume folgen müssen, kann man auch keine Stuttgarter Schlosspark-Verhältnisse erwarten. Und falls doch, dann wird halt das Rauchverbot in Bayerns Kneipen schnell wieder aufgehoben und die Biergartenöffnungszeiten auf 23:30 Uhr verlängert und – wetten, dass? – alle Bayern würden dann wieder zufrieden sein.

Die Konfrontation im Stuttgarter Schlossgarten ist politisch gewollt.
Vorsätzlich gewollt, denn die Exekutive hat das staatlich verbriefte Recht ihr Gewaltmonopol auszuspielen und diejenigen zu unterstützen, die sie unter ihrem Schutz stellt. Dafür kann der einzelne Polizeibeamter nichts. Wenn der in voller Psnermontur auf Ungeschützte einschlägt oder sein flüssiges Pfeffer aus der dritten Polizistenreihe in Gesichtshöhe der ersten Demonstrantenreihe verspritzt oder im Wasserwerferwagen streng nach Katalog seine Eskalationsstufen des Wasserdrucks durchgeht, er kann nichts dafür. Denn der Einsatzbefehl hierzu liegt garantiert in den Schreibtischstuben eines Bürokratenhengstes, der nachher freilich seine Hände in Unschuld waschen wird. Denn erstens findet den später bei Untersuchungen keiner mehr und zweitens ist ja bekanntlich der Demonstrant an sich an allem Schuld.
Demonstranten haben eh immer an der Gewalt-Enteilung der Polizei Schuld, wenn die Demonstranten eben nicht staatskonform demonstrieren. Also nicht im Interesse der Politik. Hierin unterscheidet sich Deutschland genauso wenig wie beispielsweise Putins Russland (wie bei „Spiegelfechter“ schon so treffend geschrieben steht: „Bahnhof des himmlischen Friedens“ ).

Bei dem, was in Stuttgart passiert, und was die herrschende politische Seite dazu verlautbart hat, erinnert mich an das, was der Amtseid aussagt.

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Wessen Wohle hier gedient wird und wessen Nutzen gemehrt werden soll und von wem Schaden abgewendet werden soll, das ist eindeutig. Die Bürger in Stuttgart sind es hier nicht. Leidtragende sind sowohl die Bürger als auch die Polizisten, die in dieser Konfrontation mitleidlos verheizt werden. Im Dienste anderer Interessengruppen, die kaum eine demokratische Mehrheit bilden, aber dafür in finanztechnischer Hinsicht die Politik lenken.

Als Quintessenz bleibt in dieser gesamten Konfrontation und dem gewaltsamen Durchsetzten dieses großeuropäischen Projektes eines auf der Strecke: der Bürger und seine Stimme. Je weniger der Bürger den Eindruck hat, seine Stimme habe Gewicht, um so schwerer wird sie bei den nächsten Wahlen wirken. Und fehlen.

Die „Deutsche Bahn“ will den Bahnhof in Stuttgart unter der Erde sehen.
Die Gegner (sind zahlreicher als die paar Demonstranten) wollen die Pläne unter der Erde sehen.
Aber letztendlich wird bei so einem Vorgehen etwas anderes unter der Erde begraben werden: Der große Verlierer wird die Demokratie sein.
Leider.

Ergänzung:
Ein Kommentar, der versucht den Hintersinn der Polizeiaktion zu analysieren, findet sich hier: ntv

Immer diese Kettenbriefe …

Gerade erhalten und hier gleich reingepackt.

Dies ist KEIN Kettenbrief!
Du darfst ihn auf KEINEN Fall weiterschicken, denn das wuerde grosses Unheil ueber Dich, deine Nachfahren und deinen Erdbeerjoghurt bringen ! Selbst Ausschnitte, ja sogar einzelne Woerter aus dem Brief koennten gefaehrlich sein.

Die Urspruenge dieses Briefes gehen auf den Abschiedsbrief eines braven Bauernburschen namens Chutka Prowik zurueck, der seiner Familie in schriftlicher Form seinen Beschluss mitteilte, dass er sein Glueck in der Ferne suchen wollte. Kurz nachdem er sich von Zuhause aufgemacht hatte und die Berge ueberquerte, wurde er von einem Unwetter ueberrascht und eingefroren. Heute ist er unter dem Namen „Oetzi“ bekannt.

Bis heute weiss niemand genau, welche seiner Worte so gefaehrlich und unheilstraechtig waren, aber sie kommen auf jeden Fall alle auch in diesem Brief vor, also sieh dich vor! Ein Beispiel fuer die schreckliche Kraft dieses Briefes ist der arme Matrose

Pitr Owoschna, der auf dem beruechtigten Atom-UBoot „Blauer November“ als Ausguck arbeitete. Waehrend das Boot auf Patrouillenfahrt im Kaspischen Meer war, bekam Pitr diesen Brief an seine Heimatadresse geliefert. Ohne das zu wissen, schrieb Pitr einen Liebesbrief an seine Freundin Januschka, in dem er ungluecklicherweise mehrere der Unheilvollen Woerter benutzte. Noch in der selben Stunde explodierte der Dieseltank des Schiffes und es versank auf Nimmerwiedersehen in der See.

Beruehmte Menschen haben das Verbot zum weiterschicken missachtet. Darunter waren Lady Di, Falko, Boris Becker, Brittney Spears (kurz bevor sie beschloss, einen Film zu drehen) und diverse Angestellte im World-Trade-Center.

Doch auch die Internetabstinenz hilft nicht gegen das Unheil. Eine Gemeinschaft von ueber hundert Internetnutzern, die alle diesen Brief erhalten hatten (weiss der Himmel woher), beschloss im Sommer 2002, ihn zu entkraeften, und zumindest eine Weile weder Mails, noch Briefe, noch Schecks zu schreiben. Sie lebten ausnahmslos alle an der Elbe … Was du also tust … du bist auf jeden Fall in den Ar*** gekniffen. (wobei mir einfaellt: Habe ich schon erwaehnt, dass dir nur jemand, der dich ueber ALLE MASSEN liebt, dir diesen Brief schicken wuerde ???)

Wie gesagt: Dies ist KEIN Kettenbrief, und er sollte auf KEINEN FALL weitergeleitet werden. Sollte aber irgendwer, der diesen Brief liesst, meinen, er muesste mir Geld geben oder Schokolade schicken oder so, dann fragt mich einfach nach Adresse oder Kontonummer… ich sag da nicht „Nein“.

So .. und falls ihr es immernochnicht bemerkt habt: Dieser Brief ist genauso erfunden (inclusive der authentischen Beweise), wie die anderen Kettenbriefe auch (nur, dass dieser Brief KEIN Kettenbrief ist !!!)

Also nicht weiterschicken!
Wer mir allerdings Schokolade und Geld …
Behandle ich alles vertrauensvoll über PN.
Das Geld bitte nur unnummeriert und in ALDI-Tüten.
Danke im Voraus.