Des einen Tod, des andern Brot

Omma ist tot. Einfach so. Herzinfarkt. Direkt im Beichtstuhl. Einfach umgekippt. Bums. Tot. Der Pastor konnte nur noch den Tod von Omma feststellen.

Er hatte dann die Aufgabe, die Angehörige zu benachrichtigen. Dreizehn Briefe in sieben Bundesländern mit drei Kreuzen auf dem Umschlag. Zudem ging er zu dem von Omma erklärten Notar. Dieser verschickte den Termin zur Testamentseröffnung, der einen Tag vor der Beerdigung sein sollte.

Der Bischoff, der gerade zu einem Besuch beim Pastor verweilte und über das letzte Abendmahl referierend mit der kirchlich organisierten Seniorenbetreuungsgruppe in einer Konditorei saß, zeigte sich erschüttert. Jedoch äußerte er auch sofort, dass es allein Gottes weiser Ratschluss gewesen sei, nach der vollzogenen Beichte diese gutmütige und herzensgute Omma zu sich zu berufen. Und man solle sich an der Gläubigkeit der Omma ein Beispiel nehmen. Denn er hatte erfahren müssen, dass Missgunst um jene beschützenswerte und gottgesegnete Omma geherrscht haben soll und der Pastor ihr edel, mutig und gottesfürchtig immer beigestanden habe.

Zwei Tage nach dem Verschicken der Briefe tauchte die Verwandtschaft auf. Sie war überrascht, dass die Beerdigung binnen vier Tagen geschehen sollte. Ein Abschied von der Verstorbenen am Sarg hatte der Pastor in der Aussegnungshalle angesetzt. In der Andacht sollte die vom Herzinfarkt dahin geraffte Omma aufgebahrt werden und nach der Andacht könne jeder persönlich Abschied nehmen. Weiterlesen

Das Angebot von gestern

Das ultimative Angebot: …

“Sie wollen einen Job?”

“Ich könnte es mir vorstellen.”

“Sind Sie qualifiziert?”

“Aber so etwas von. Da werden sich alle Ihre Fingerchen nach lecken.”

“Schön.”

“Ja. Und?”

“Ich hätte gerne von Ihnen ein Kurzprofil und den Lebenslauf. Aber anonymisiert.”

“Wie?”

“Anonymisiert.”

“Häh?” Weiterlesen

Ertrage die Clowns (7): Disziplin ist alles!

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Ein beinahe glatt rasierter Schädel zeigte seinen Kopf, der gnadenlos als Charakterkopf durchgehen könnte. Ein wohlgeformter Schädel wie gemacht für einen Soldatenhelm. Er saß ganz unsoldatisch im Schneidersitz, aber mit makelloser Haltung. Gelernt oder abgeschaut. Buddha wäre neidisch gewesen. Seine Freundin saß neben ihm, aufrecht und zog sich mit beiden Händen einen Pferdeschanz in ihr Haar. Ihre Brust war durchgedrückt und es sah traumhaft aus. Den beiden hockte ein Paar gegenüber und hörte dem Charakterkopf aufmerksam zu. Zumindest machte es den Eindruck. Denn jeder hatte auch seine Aufmerksamkeit vor sich: entweder auf dem Boden oder in der Hand. Ein Dosenbier „Don Miguel“. Eisgekühlt. Die Perlen der Kälte glitzerten auf der Dose in der Sonne von Maspalomas.

„Weißt du, ich bin Oberleutnant und da spielen wir Bier-Pong, wenn wir Dienst am Wochenende haben, nicht wahr. Ihr wisst was Bier-Pong ist? Da werden zwei Kampfgruppen gebildet und die stehen sich gegenüber. Jeder hat vor sich eine Pyramide aus Bierbechern stehen. Also die Halb-Liter-Becher und nicht diese Kleinkinder-Becher. Ihr wisst, was Bier-Pong ist? Vor jeder Kampfgruppe mit so zwei, drei Kameraden stehen Becher stehen in einer Pyramide wie beim Kegelsport zusammen und jeder Becher enthält einen halben Liter Bier. Jetzt wird abwechselnd mit einem Ping-Pong-Ball auf die Becher der Gegner geworfen und wenn er in einen der Becher landet, muss der Becher von einem der Gegner leer getrunken werden. Und wer zum Schluss noch Becher mit Bier hat, hat gewonnen über die, deren Becher leer sind. Und dann gibt es Revanche. Auf alle Fälle. Am Anfang ist da ja jeder noch normal, aber nach den ersten Treffern wird es immer kameradschaftlich lustiger.“ Weiterlesen