Ertrage die Clown (8): Zur Lage der Nation

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Die beiden letzten Fußballspiele der deutschen Nationalmannschaft vor der WM? Und das ohne deutschen Bundespräsidenten? Und wen kümmert’s? Egal.

 

Danke für das Weglesen dieses meines Blogeintrages.

Herzlichst

Careca

Ein Stück vom Himmel

Immer wieder Sonntags kommt die Erinnerung. An den Montag. Es ist wohl der unbeliebteste Tag in der Arbeitswelt. Donnerstage und Freitage sind genau in jener Reihenfolge deutlich beliebter. Würde man jetzt daraus folgern, alle Werktage zu Freitagen zu deklarieren, es würde das Glücksempfinden vieler Menschen nicht wirklich steigern. Der Freitag lebt vom Samstag und der Samstag von der Fama des Sonntags, an dem der Weltenschöpfer seinen Kummer über das Vergessen der Abgabe seines Lottoscheins in billigen Messwein ersäufte. Und nicht, weil er etwa “Das Wort zum Sonntag” sah und dabei ins Koma fiel.

Und was passierte so in der Zwischenzeit? Also zwischen Vollrausch und Ausnüchterung? Ein Blick ins Internet hilft stetig weiter. Keine Nachricht, dass Aliens mit Zwillen wieder hässliche Steinsbrocken auf die Erde abschossen hätten und diese wieder mal nur knapp verfehlten. Die Sonntags-Presse kann also nicht mit exklusiven Bildern vom Weltuntergang schocken. Also bleiben nur Bilder aus Syrien.

Andererseits: Weiterlesen

Reibereien

Eine leise Stimme, fast unhörbar, trotzdem klar vernehmbar. Ruhiger, rauer Singsang.

“… ich reibe mich, du reibst dich, er, sie, es reibt sich, wir reiben uns, ihr reibt euch, sie reiben sich. Ohne Reibung entflammt kein Streichholz. Nur mit passender Reibfläche. Ursache. Wirkung. Ohne Reibung spür ich doch nicht, wo ich entlang schramme. Schrammen gehören dazu. Schrammen machen auch Wärme, Wunden heilen. Warum gesteht mir das niemand zu? Immer nur happy und heititei und La-la-land. Das erträgt doch kein Mensch! Oder ist Reibung etwa nur als menschliche Wärme akzeptabel, wenn einer vom anderen überm Tisch gezogen wird, oder was? Würde sie doch mal akzeptieren, dass ich so bin, wie ich bin, und ich so etwas nicht zum Affront mache. Das bin ich und nicht sie …”

Leise brummelnd schloss er penibel seine dunkelgrüne, wattierte Jacke, setzte sich ein schwarzes Käppi auf und schubberte sich bedächtig seine Hände. Die Tür des Busses öffnete sich. Lautlos. Schnell. Ein Schwall kalter Luft enterte den überheizten Innenraum. Weiterlesen