Evidenzbasiert

Könntest du nach einer Flasche Rosè noch reden? Nein? Du musst es versuchen. Einfach versuchen. Einfach Mund auf und Stimmbänder unter der Ausatemluft vibrieren lassen. Dann versteht dich hier jeder. So wie immer bei den Oppositionellen.

Wie bitte? Dafür braucht es keine Flasche Rosè? Aber hey, was ist mit evidenzbasiert? Und was ist mit verhältnismäßig?  Dafür braucht es immer eine Flasche Rosé.

Evidenzbasiert: auf der Basis empirisch zusammengetragener und bewerteter wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Wo sind denn die Studien, die zeigen, dass Masken bei Corona wirken? Buschmann  (NRW Justizminister) sieht nur Studien der letzten beiden Jahre, jedoch nichts aktuelles aus dem Fernsehprogramm des Jahres 2022.

Ich trinke meinen Rosé. Ist das schädlich? Meine Leber hebt den Finger. Leber ist immer gut. Gebraten und gut gewürzt. Nur, wo ist deren evidenzbasierter Grund, den Finger zu heben? Richtig. Unverhältnismäßig einen Finger gegenüber der Schwerkraft hochzuheben und damit ein Signal zu geben, das ist nun wirklich nicht evidenzbasiert. Geht gar nicht.

Und überhaupt: wo sind denn die Studien, dass Hummeln fliegen können. Ich sehe immer nur welche von vor ein Dutzend Monate. So wie Buschmann zu den evidenzbasierten Studien bezüglich Corona. Nur hier die Hummel.

Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik soll es unmöglich sein, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel kümmere das nicht und sie fliege trotzdem. Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik (… dummes Vieh, ungebildetes …) nicht kennt, fliegt sie dennoch.

Sagen die Nachdenker in Scharen und weitere müllernde Berger-Seiten, die in Aerodynamik eh nie eine Prüfung bestanden hätten, aber dafür um so mehr Meinungskraft auf deren Internetseiten verbreiten können. Sagt ein evidenzbasiert blinder Buschmann.

Was Buschmann wie seine FDP gerne ostentativer sagen würde: Fresst Scheiße! Denn  evidenzbasiert scheinen viele Fliegen unabhängig vom derzeitigen politischen Status sich in Exkremente zu suhlen. So wie Putin, Trump, Xi Jinping, Bolsonaro, Kim Jun-un, Mohammed bin Salman al-Saud, Dr. Keiner Vüllnicht, die neuen Rechtsradikalen der NaDeSe-Müll-Berg-War-und-weg.

Zuviel der AKFs? (= Abkürzungsfimmel).

Okay.

Zuwenig nachdenken und reflektieren. Passiert auch anderen. Nicht nur mir. Nur ich hab weniger Verbreitungsgebiet.

… jaaa, neee, is klar, diese Art der Argumentation, typisch, verhetzter Blogger, der ich bin …

Gimmie a Rosé. Nix weiß, nix rot, nur Rosé. Passend zur Jahreszeit. Fruchtig. Süffig. Lecker.

Könntest du nach einer Flasche Rosè noch reden? Nein?

Lass es einfach. Macht nur unpopulär, macht Blog-Eintragungen ….

Den Hügel hinauf, um unten anzukommen

Rennend, rauf und runter. Aber immer nur rauf, statt runter. Rauf den Hügel. Diesen Idiotenberg. Im Winter als kleiner Schlittenhügel. Im regnerischen Sommer als Schlickrutsche. Rauf und runter. Und dazwischen immer als Kletterchen für die Langeweile.

Du siehst zerzaust aus. Biste gerannt? Rauf und runter?

Irgendwer rennt. Rauf und runter. Den Augenblicken im Detail hinter her. Jeder Moment eine andere Entscheidung, eine andere Entwicklung. Eine andere Wirklichkeit. Eine adere Realität. Ein anderes Universum. Ein Multiversum.

Und? Was macht Gott dabei? Würfelt er? Hat er noch nen Scheit Holz in die Hitze unserer Diskussionen geworfen? Ist da Donner im Herzen? Schmerzt  er? Schmerzt es? Brennt es? Glimmt es? Oder lebt es nur? Angeheizt durch einen Blitzeinschlag. Gefolgt vom Donner. Aufgrund von Erfahrungen?

Es verletzt nicht. Es ritzt nur. Den Unterarm. Die Pulsadern. Das Leben. Wie Lava läuft es den eigenen Körper hoch. Und danach runter. Weiterlesen

Die Nacht ohne Morgen, am Tag ohne Sorgen

In leuchtendem Weiß stand Michazrael neben dem in weiß leuchtenden Gaphrael. Von hinten schien die lodernde Gestalt Mattatron, dessen Feuer alles überstrahlt.

Michazrael: Oh Gott, da kommt wieder der Angeber mit einem neuzeitlichen Doppelklingen-Lichtschwert.

Mattatron: Das habe ich gehört! Du sollst nicht nehmen des Herrn und Gebieters abwertenden Menschenbezeichnung in deinem Mund.

Gaphrael: Komm, Mattatron, mach dich mal locker und atme mal durch die Hose.

Mattatron: Hose? Was ist das? Kannst du nicht sehen? Mein goldenes Gewand ist keine stupide Hose. Weiterlesen

Chiffrierte Drohung eines Kriminellen am Nikolaustag

Prolog:

Adventskalender, Adventskalender, was schaust du so traurig rein?

Adventskalender, Adventskalender, durfte ich nicht bei dir rein?

1. Dezember: Schokorute

Zielorientiert schlug ich des Nachts im Dunkeln dein erstes Türchen ein,

War’s nicht so, wie du es dachtest, hätt’s nicht Mitternacht sollen sein?

2. Dezember:  Schokoschwert

Dein zweites Türchen im Dunkeln ich ebenfalls energisch hab aufgemacht,

Du warst ob meiner nächtlichen Penetration nur ein wenig mehr aufgebracht.

3. Dezember: Schokoriemen

Dein drittes Türchen im Halbdunkeln mit einer Linken ich hab aufgeschlagen

Sag mir, was wagst du, ob fehlendes Lichts so dreist auch noch dich zu beklagen?

4. Dezember: Schokobolzen

Durch dein viertes Türchen dessen Öffnung ich mir kompromisslos organisierte,

Verstehst du nicht, dass der vollendete Einlass ob meiner Verwegenheit mich zierte?

5. Dezember: Schokobärchen mit Zauberstab

Hinter des Türchens Nummer Fünf, bewusst geplant war’s von mir am helllicht Tag,

Denn bei Tageslicht ist’s einfach lecker, cooler, sinnlicher, wie ich es nun mal so mag,

Wollt ich sehn das jed Herz höher schlagen Lassende, das schokobraune Bärchen,

Ein besser Fest wär’s mir gewesen, gewesen wär’s eingecremt und ohne Härchen.

6. Dezember: Nikolaus und Knecht Ruprecht

Am nächsten Tag des Mittags, mich ehrlich total voll freute des sechsten Mals mit vollstem Recht,

Hinterm Türchen lauernd warst du, Adventskalender, zitternd, mit Nikolaus und Knecht Ruprecht.

»Knecht Ruprecht«, riefst du, »alter Gesell´,

Heb deine Beine und spute dich schnell!

Für miese Säcke wie ihm hier, diesem gefährlich Männe,

Der maximal nur so denkt mit dessen Schwanzes Länge,

Triff ihn mit deiner schweren Rute in sein Gemächt,

Mit voller Kraft, bitte, ich will nur eines sein: gerächt!

Nikolaus, deck mich!

Ruprecht streck dich!

Den Stahlknüppel drauf, auf diesen Sack!«

Dunkel wurd’s mir danach in meinem Frack.

7. Dezember: Schokopampe

Durch die vergittert Türe reingeschoben von Knecht Ruprecht Nummer Zwei

Erhielt ich einen Essensnapf, irgendwas ehrloses, offensichtlich Zwieback-Brei.

Im Folgenden: Schokolos

Derweil eine Lehre sich mir brannte ein in mein Hirn,

Gravierte sich mit Denkerfurchen hinter meine Stirn

Dass vorm Türchen-Öffnen abzuchecken es unheimlich wichtig nun mal ist,

Mit welch Knecht Ruprecht so ein ehrloser Adventskalender verbandelt ist.

Paar Tage später:

Nikolaus Nummer Zwei, ungefragt es wagte, zu sprechen mir ins Gesicht,

Mit mega faltig Munde er sprühte seine elend Galle wie voll giftig Gischt,

Mich zutextete mit Fehlurteil, dann treffsafe ich verächtlich bespuckt ihn hab deswegen.

Erneut in einer Zelle dann, drei Stunden Respekt-Einnorden ich musste lehren Zell-Kollegen,

Bis ich den Dulli hatte voll geschwächt,

Brav krault er mir jetzt mein Gemächt.

Wichtig ist’s, all Knastis um mich rum wissen, wo ich stehe,

In der Rangfolge eben immer oben, ansonsten … wehe, wehe!

Ein Jahr später

Ein Jahr in Zelle Sieben, als Pedant, mein Zellentürchen stets im Blick,

Für danach nun alles safe geplant, nicht bloß bis zum nächsten Fick

An meinem Freedom-Day in fünf Jahren, ich werd’ durchschreiten dies Türchen mit Gitter,

Bin ich dann raus, ich sag’s dir nur einmal, Adventskalender, du, für dich wird’s bitter!

Epilog:

Eine etwaige Ähnlichkeit mit lebenden, toten oder anderen Affen unserer Gesellschaft wäre rein zufällig, allerdings wäre es leider auch unvermeidlich.

Das Wort des Jahres für eine Sekunde

»Und dann, sie mit mir im Dunkeln am Strand, dann sie zu mir so, mit einem Tränchen im Auge: “Du Hengst!”«

»Hat sie nicht gesagt.«

»Doch hat sie. Ich schwör!«

»Nee, sagte sie nicht. Sie meinte, du hängst.«

»Sag ich doch.«

»Sie meinte, du hängst. Du mit deinen Piercings. Hängen kommt von hängen. Hängen wie aufhängen, abhängen, weghängen, durchhängen, mit-hängen und so. Hast dich in ihr verhängt?«

»Also doch Hengst.«

»Nicht Hengst. Hängst. Hängst mit “ä”.«

»Nein.«

»Doch.«

»Oh. Woher weißt du das?«

»Grundschulabschluss. Vierte Klasse. Nach Diktat erfolgreich bestanden. Das Diktat war lächerlich. Echt. Zum Wiehern.«

»Du Hengst, du.«

Männer hart wie Hufeisen, die den Sonnenuntergang suchen

Im Jahre 1985 wanderte Detective Captain John Book mit einer kleinen Gruppe seiner Santa-Baum-Gemeinde von Kalifornien mit einem Einbaum nach Europa aus.

Die Meisten des gemischt-geschlechtlichen Einbaums kamen aus dem Raum um den Ort “Peter Total Weir” bei Pennsylvania. Jene Amish-Leute, wie sie auch heute noch genannt werden, leben wie vor Jahrhunderten. Sie wenden sich nach wie vor gegen den technischen Fortschritt wie Dieselmotorensoftware, Alexa, Siri, Hey Google und andere Angebote der modernen Welt. Sie benutzen Pferdefuhrwerke, aber nicht Holzvergaser und trotz Sonnenwind-Mühlen verzichten sie dafür auf Elektrizität, lebten somit ohne Telefon, BILD-TV, Springer-Verlag und anderer dieser populären Mainstream-Medien. Vorwiegend betreiben sie Farn- und Farmwirtschaft. In ihrem Glauben lebend verweigerten sie als Pazifisten den Kriegsdienst. Ihre Gewaltlosigkeit geht sogar soweit, dass sie sich selbst, wenn sie angegriffen werden, nicht zu Wehr setzen.

Einige von ihnen vertrauten in Gott. Sie vertrauten dermaßen in diesem Über-Begriff, dass sie eben einen zusätzlichen Emigrationsschritt ein weiteres Jahr später von Florida mit der Fähre nach Genua unternahmen und als Bio-Baumheilige darauf wie weiland Attila Hiltmann, der vegane Alpen-Ötzi-Überquerer, erschöpft die Gegend um München herum besiedelten. Sie nannten den Stadtteil “Stadt der jungen Gesendeten”, der jünglich Gesendeten, der Sendlinger, und waren somit den Archäologen weit voraus, die meinten Sendlinger wären von gestern. Was nicht stimmt, denn Sendlinger sind nachgewiesenermaßen von vorgestern. Als Gesendete taugten sie immerhin noch als Bauernvolk für das Blutweihnachtsmassaker, während deren Obrigkeit dabei in Brüssel bei Champagner und Knabbereien verweilte und über die Faktenlage entschied. Im 1900 Jahrhundert, als es noch kein WhatsApp gab, aber Tinder in den Adels-und Kirchenkreisen schon fuckable war.

John Book ist somit der letzte Überlebende für Gerechtigkeit und Gnadenlosigkeit unter Amish-Leuten. Aber wen interessiert so etwas noch? Wen interessiert so etwas überhaupt noch, während bei er Dieter-Hildebrandt-Schule eine neue Turnhalle vor meinem Fenster erschaffen wird. Der Acker dazu ist als archäologisch neutral deklariert worden.

Von Westen erleuchtet in den Schluchten der Schule die Sonne das Baugebiet. Die untergehende Sonne wirft rötliche Strahlen ins Baugebiet. Ein Kran ragt in der Höhe. Unterhalb der Kabine drohen vier Scheinwerfer der Dunkelheit derer Nacht zum Tage werden zu lassen. Und das bedeute immer ab sechs Uhr dreißig.

Es ist Wochenende. Kein Scheinwerfer glüht. Die Baustelle ruht im Dornröschenschlaf. Die Bauarbeiter aus Osteuropa sind noch nicht eingetroffen. Deren Wohndorf aus gestapelten Containern steht bereit. Arbeitsbeginn ist noch etwas entfernt.

Der erste Advent ist am Vorübergehen. Die Sonne geht unter. Der klassische Sonnenuntergang. Viel Kitsch, viel rot. Ein richtiger männlicher Sonnenuntergang. Die dritte Schachpartie zwischen Magnus Carlsen und Jan Nepomnjaschtschi blieb heute ohne Prickel-Effekt. Obwohl Nepomnjaschtschi eine halbe Stunde über einen Zug nachdachte. Ein Spiel, zwei harte Kerle, drittes Remis, erste Langeweile.

Noch brennt das erste Licht auf meinem virtuellen Adventkranz meines Monitors. Draußen ist es dunkel. Und diese wirkt auf mich ein. Ich kämpfe gegen meine Müdigkeit an. Gegen meine Ich-will-nicht-ins-Bett-Attitüde.

Meine Corona-App zeigt mir eine Begegnung mit niedrigem Risiko am letzten Montag, am 22-November. Alles grün. Am 22ten war ich nur in der Firma und dann zu Hause. In den letzten 14 Tagen mussten inzwischen schon einige mener Firma in Quarantäne. Ungeimpfte. Mit leichten bis schweren Symptomen. Und jetzt vierzehn Tage ohne Einkommen zu deren Auskommen.

Für Ungeimpfte wird es immer enger. Ich hoffe, wir Geimpfte verlassen sie nicht, auch wenn jene uns bereits als schuldig Verstoßene klassifiziert haben mögen.

Täter-Opfer-Umkehr in deren Sinne. Mainstreamangehörige. Jene, welche blind BILD und Co verfolgen, und somit deren Absolution haben. Die Springer-AG-Jünger. Jene werden sich nie als Mainstreamangehörige einordnen, weil die Springer-AG bereitwillig die Querdenker unterstützt und folglich somit nicht ARD/ZDF/FAZ/WAZ/SZ/etc, welche der Springer-Verlag auch nicht von der Polemik der „Lügenpresse“ in Schutz nehmen wird, weul sie ein Blatt der Opportunisten für Opportunisten des Populismus meiner Meinung nach ist. Weil eben jene anderen immer verwerfkicherweis pro Regierung sind und somit per Springee-Definitionem volxfern, wie es halt die BILD-Nation wohlwollend schweigend nickend goutiert. Meine Meinung.

Egal.

Gut. Okay. Ich habe keinen Bock mich über Ungeimpfte auszulassen.

Warum habe ich trotzdem noch diesen Eintrag verfasst?

Keine Ahnung.

Dubai-Schach!

Dubai-Matt!

Happiness is a warm gun.

But only in Saudi-Arabia, Mr. Khashogi.

Und ewig schleichen die Erben … (2)

A: »Ja, guck dir bloß die beiden an.«

B: »Wo?«

A: »Hinter uns! Nicht hinschauen!«

B: »Wie soll ich die den sehen, wenn ich nicht hinschauen soll?«

C: »D-d-du muss-mu-sst ja ni-ni-nicht hinscha-auen.«

A: »Die müssen nicht wissen, dass wir sie kennen.«

B: »Wer?«

C: »D-d-die bei-beiden.«

A: »Sie ist die Tochter vom Ewald seiner ersten. Und er der Sohn des Schwippschwagers der Frau, welche damals hier in der Lokalpresse war.«

C: »Weil-weil sie Hä-hä-hengste liebt und zü-hü-züchtete.«

B: »Tochter vom Ewald seiner ersten? War die nicht eng mit unserem Ottokar, Gott hab ihn selig? Sie soll ja in dessen Testament stehen, munkelt man.«

C: »W-w-war ein Hä-hä-hengst, der O-o-otto-kar. U-hu-und sie soll ne Hä-hä-hengstin im Be-hett s-sss-sein.«

B: »Im Bett? Das ist schamlos! Und dann ist sie hier? So eine ausgeschamte Person!«

A: »Warum sollte Ottokar auch wohl sonst einen Herzinfarkt erlitten haben, Gott hab ihn selig. Er war ja bekannt für seinen Bio-Tick. Manchmal können Bettgeschichten nun mal zum Boomerang werden.«

C: »Bu-bu-merang. Der war gut. Be-be-bett-Bu-hu-booster.«

B: »Booster? Im Bett? Klar, junges Blut tut gut. Absolut ehrlos diese Frau. Das die sich traut hier zum Leichenschmaus zu erscheinen. Und er?«

A: »Tja, er soll ihr sexuell hörig sein, hab ich gehört. Eine Freundin eines Bekannten, den ich noch damals auf der Schulabschlussfeier bei dessen´m Sohnes kennengelernt hatte, meinte ihn schon mal auf BDSM-Partys gesehen zu haben.«

C: »Iih, bääh! W-w-wie e-e-ekelhaft!«

B: »Ja, komplett moralisch am Abgrund, diese Welt! Allein der Gedanke daran … total pervers, die beiden. Kein Wunder, dass es Corona gibt. Vielleicht kommt dadurch die Jugend endlich wieder in die Spur und lernt was wahre Werte sind! Wie gut, dass Ottokar das jetzt nicht mehr miterleben muss, Gott hab ihn selig.«

C: »Ah-a-armer O-o-otto-kar.«

B: »Gott hab ihn seelig. Und wer ist der Haupterbe? Wer kriegt jetzt sein ganzes Vermögen? Ich müsste ja alles erhalten, bin ja schließlich die einzige Person mit Erbrecht, weil um zwei Ecken mit Ottokar, Gott hab ihn selig, verwandt, da sollte doch wohl alles für mich drin sein.«

A: »Wahrscheinlich aber diese Nutte hier! Sagte mir die Liesl, als der Sarg niedergelassen wurde. Die Liesl trifft es besonders hart. Seit ihr Mann von ihr gegangen ist, …«

B: »Gott hab ihn selig.«

A: »Nein, nein, der Arsch hat sie dauernd mit einer Jüngeren betrogen, wollte dann neues Frischfleisch und ist dann mit dessen Ergotherapeutin, einer Mittdreißigerin, nach Gran Canaria getürmt. Auf und davon.«

C: »U-hu-unglaub-l-l-lich!«

A: »Und jetzt ist die Liesl unschuldig alleinstehend und muss alle ihre Rechnungen selber bezahlen. Eigentlich hatte sie auf Ottokar gehofft. In den hatte sie sich bereits in der Grundschule verguckt, aber dann kam dieses Mistviech von Nutte und jetzt muss Liesl wahrscheinlich mit Hartz 4 planen …«

B: »Psscht! Da kommt einer von den beiden!«

Die beiden Kellnerinnen schauten die drei schwarz-gekleideten Personen an und bemerkten eine weitere Person, die sich schleichend auf den Weg zu denen begab. Die eine Kellner schüttelte den Kopf und meinte leise zu der anderen:

»Boah ey, wenn man die so reden hört, möchte man nur im Strahl kotzen! Voll socially awkward! Alte, das ist hier ne Beerdigung. Echt total cringe! Das sind die, vor der wir uns safe warnen müssen!«

»Ey, Taschaia, nuff said. Wir jobben nur hier. Undertaker sind andere. Ey, die Dipshit-Peter-Pan-Truppe da drüben, die sieht safe trocken aus. Bring denen mal paar Hard Seltzer, damit die wieder lächeln.«

Und ewig schleichen die Erben … (1)

»Jetzt geh doch mal zur Tante Erna rüber, nu mach schon.«

»Aber Onkel Heinrich labert die doch gerade zu.«

»Na und? Der ist doch nur hinter ihrem Geld her. Wenn du nicht jetzt rüber gehst und mit ihr Small Talk betreibst, wird die ihn noch in ihrem Testament bedenken und dann ist das ganze schöne Geld futsch.«

»Wir könnten auch einen Kredit aufnehmen.«

»Bist du verrückt? Verschulden? Während unsere Verwandtschaft wie Dagobert in Geld badet? Hast du Lack gesoffen? Das ist hier kein Leichenschmaus, sondern knallhartiger Beauty Contest. Erben läuft nicht von selbst, man muss auch was dafür tun. Leistungsprinzip, verstehste! Wenne nix tust, haste es auch nicht verdient!«

»Soll ich etwa den Halbhorst deshalb jetzt wegbunkern, oder was?«

»Ja, was denn sonst. Der geht bei ihr doch ab wie ein rotes Moped! Denk dran, wir müssen noch die Flyer und Kleber bezahlen, um all die Vollhorste aufzuklären, dass Impfen und Boostern Gefahr für Leib und Leben bedeuten kann und das wir Spenden auf unser Konto brauchen, im Kampf gegen Impfidioten und für Aufklärung.«

»Ich denk ja schon an nichts anderes.«

»Und du hast doch seit gestern den positiven PCR-Test erhalten, dann kannste auch zur Tante Erna rüber. Sei mal cool mit denen dort. Yallah!«

»Nur Alphakevins hier, walla.«

»Und Onkel Eduard. Bei dem Elch stehen wir doch garantiert im Testament. Solchen Boomern weint doch eh keiner mehr ne Träne nach. So wie die leben. Die mit ihren SUVs, monatlichen Flugreisen und Kreuzfahrten. Das sind doch die, die unser Klima versauen. Die haben schon genug auf unsere Kosten gelebt und verprassen unsere Zukunft und Geld. Mitleid haben die nicht verdient. Alles stabil bei dir? Du schaffst das.«

»Naise. Da nicht für.«

»Also? Moment. Hab ich da gerade “boostern” gehört? Wollen die Boostern? Reden die Boomer über Boostern? Wollen die etwa noch ewig leben? Solche Azzlacks! Da krieg ich Schnitzelpanik! Du musst sofort dazwischen!«

»Mach ich. Ahem. Und was sag ich?«

»Erst umarmen, intensiv abbusseln, Beileid wünschen und dann sagen, dass Onkel Otto eh nie skin positiv war und das hat ihn dahingerafft. Dann kriegen die alle Schnappatmung und du musst nur überlegen tief ausatmen. Beeil dich, da kommt auch Billo-Opa Rainer, der hat ne Finca auf Mallorca und ein Haus in Schwabing, ich steh auf seiner Erben-Liste! Mach! Denk dran, wenn wir fertig sind, dann zusammen Netflix und chill.«

»On fleek. Auf uns und unsere baldige Gönnjamin-Zeit. Chabos wissen, wer der Babo ist.«

»Eben, you’ve got the drip!«

»Covid-XOXO!«

Die beiden Kellner schauten dem Ehepaar zu, als einer davon sich schleichend auf den Weg zu der in schwarz-gekleideten Personengruppe machte. Der eine Kellner schüttelte den Kopf und meinte leise zum anderen:

»Ehrlich? Und ich dachte unsere Jugend wäre so. Es ist wohl doch die Generation, vor der uns früher unsere Jugend immer gewarnt hatte.«

»Mach dir keinen Kopp. Wir müssen nur arbeiten hier, ist nicht unser Leichenschmaus. Lebbe geht weiter. Die Trauergruppe da drüben sieht trocken aus. Bring denen mal ein Tablett Prosecco, damit die wieder lächeln.«