Christliche Symbolik

Also sprach der Mensch zu sich, nachdem er die Büchse der Pandora geöffnet hatte und auf Besserung hoffte:

Da ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und war klug wie ein Kind und hatte kindische Anschläge. (#1)

Ein anderer Mensch blickte ob jener Worte auf und sprach:

Als das Kind Kind war, ging es mit hängenden Armen, wollte der Bach sei ein Fluss, der Fluss sei ein Strom und diese Pfütze das Meer. Als das Kind Kind war, wusste es nicht, dass es Kind war. Alles war ihm beseelt und alle Seelen war eins. Als das Kind Kind war, hatte es von nichts eine Meinung, hatte keine Gewohnheit, saß oft im Schneidersitz, lief aus dem Stand, hatte einen Wirbel im Haar und machte kein Gesicht beim Fotografieren. (#2)

Der erste Mensch ignorierte jedoch die Worte und setzte fort:

Da ich aber ein Mann ward, tat ich ab, was kindisch war. (#3)

Der andere Mensch seufzte und fügte hinzu:

Als das Kind Kind war, würgte es am Spinat, an den Erbsen, am Milchreis und am gedünsteten Blumenkohl und isst das jetzt alles, und nicht nur zur Not. Als das Kind Kind war, erwachte es einmal in einem fremden Bett, und jetzt immer wieder. Erschienen ihm viele der Menschen schön, und jetzt nur noch im Glücksfall. Stellte es sich klar, ein Paradies vor, und kann es jetzt höchstens ahnen. Konnte es sich nichts nicht denken und schaudert heute davor. Als das Kind Kind war, spielte es mit Begeisterung und jetzt so ganz bei der Sache wie damals nur noch, wenn diese Sache seine Arbeit ist. (#4)

Der erste Mensch murmelte weiter:

Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (#5)

Ich grübelte. Meine Mutter hatte mir in meiner Kindheit ein Anhänger mit Kreuz, Anker und Herz geschenkt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, sollte den Glauben verstärken. Das war die Hoffnung. Wie ich nach meiner Kindheit erfuhr, blieb jene als einziges Positives übrig, als im Lande bereits wieder die Büchse der Pandora mit der rationalen Kurzlogik-Ansprache “Das wird man doch wohl mal aufmachen dürfen, oder etwa nicht? Oder sind wir kein freies Land mehr?” geöffnet wurde. Die Büchse der Pandora. Dafür sind viele wohl bereit dessen Blutzoll mit Blut, Schweiß und Tränen zu zahlen. Oder zahlen zu lassen. Outsourcing at its best.

Glaube, Hoffnung, Liebe. Kreuz, Anker, Herz. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Also, du Nächster, mach dich liebenswert. Denn ansonsten werden mit vollen Herzen Kreuze errichtet werden, die in Zentren aufgestellt werden. Ankerzentren. Frei dem Motto: “Ihr müsst uns ja nicht lieben, aber dann macht euch keine Hoffnung, dass wir euren Anliegen glauben. Was geht uns eure Sintflut an?

Ein letzte Mensch blickte kurz auf, sah einen Händler mit venezianischen Lüstern vorüber ziehen und ruinierte die nachdenkliche Stille mit leicht unsinnigen Worten:

Wenn ihr uns stecht, bluten wir nicht? Wenn ihr uns kitzelt, lachen wir nicht? Wenn ihr uns vergiftet, sterben wir nicht? Und wenn ihr uns beleidigt, sollen wir uns nicht rächen? (#6)


Zitate #1, #3 und #5 aus des mosaischen Gotts seiner Bibel, Zitate  #2 und #4 Wenders “Der Engel über Berlin”, Zitat #6 von Shakespeares “Der Kaufmann von Venedig”

Die erlogene Geschichte eines Fotos auf einer päpstlichen Beerdigung (Vatikan-Platz am 5. Januar 2023)

S #1: Na? Geht’s?

S #2: Na, wie soll’s schon gehen. Kann mir ja nur gut gehen. Du stehst ja neben mir.

S #1: Keine Sorge, Olaf. Es ist heute Beerdigung. Nur deshalb stehe ich Dir zur Seite.

S #2: Da bin ich ja beruhigt, Markus. Wer dich neben sich hat, der freut sich immer über Gottes Segen.

S #1: Apropos Segen. Du hast mir noch gar nicht zum Geburtstag gratuliert.

S #2: Echt?

S #1: Frank-Walter hat es jedenfalls schon getan. Am Flughafen. Vor laufenden Kameras..

S #2: Ihr beide habt heute am gleichen Tag Geburtstag? Frank-Walter, stimmt das?

S #3: Ssscht! Das ist eine Beerdigung. Seid ein wenig leiser.

M #1: Siehste, Frank-Walter, der Olaf ist immer völlig daneben. Statt mal Panzer und Raketen in die Ukraine zu schicken, gratuliert er noch nicht mal dem Markus.

S #3: Ssscht! Das gilt auch für dich, Friedrich! Hab mal ein wenig Anstand.

M #1: Also, Frank-Walter, ich weiß, was Anstand ist. Das musst du mir nicht erklären. Außer du willst das später mit mir bei meinem Rückflug erörtern.

S #3: Friedrich, ich hab dir doch bereits dreimal erklärt, dass ich ohne meine Sicherheitsleute nicht in deine Cessna steige.

M #1: Also, ich fliege im Anschluss um 12:59 wieder zurück nach Berlin. Mein Angebot steht. Und außerdem ist es keine Cessna. Sondern eine Diamond Aircraft mit zwei Dieselmotoren des Typs Austro Engine AE330 …

S #3: Ssscht! Andacht!

M #1: … und verbraucht weniger Diesel als ein Leopard-Panzer und hat auch weniger CO2-Ausstoß als ein Kreuzfahrtschiff. Also umweltfreundlich und unbedenklich, Frank-Walter. Meine Diamond ist vollgetankt. Die Motoren wurden zum Warmlaufen bereits von mir gestartet. Hier über meine App, Frank-Walter. Schau mal, das ist die absolut neuste High-Tech-Sache. Und total sicher. Mit der App kann ich sogar meinen Flieger steuern und gleichzeitig im Heck mit dir ernsthafte Fragen erörtern …

S #3: Friedrich! Ssscht!

S #1: Nun lass ihn doch, Frank-Walter. Friedrich meint es doch nur gut mit dir.

S #2: Echt, Markus? So gut wie mit mir?

M #1: Also, Olaf, ehrlich, das muss ich mir …

S #3: Ssscht!

S #1: Sag mal, Olaf, wo ist eigentlich deine Silvester-Ansprache-2022-Lamprecht? Ist die keine Christin, deine Christine? Warum ist die nicht hier auf der Beerdigung?

S #2: Die Christine ist im Büro und bearbeitet die Puma-Marder-Geschichte! Die hat zu tun.

S #1: Weiß man’s? Vielleicht steht die wieder vor deinem Kanzleramt und hält eine neue Rede über durchgebrannt Sicherungen in ihrer Abteilung. Also bei den Panzern, die nicht mehr fahren.

S #2: Markus!

S #1: Obwohl, Olaf, das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, so wie die am Sessel klebt.

M #1: Die Christine klebt fester an ihrem Amt als die Klimakleber auf der Straße!

S #1: Das war mein Satz! Du zitierst mich, Friedrich.

M #1: Aber sie klebt. Eben wie Klimakleberterroristen auf den Straßen.

S #2: Ach, ihr beiden. Wenn ihr schon Vergleiche ziehen wollt, dann passt doch dazu besser euer Andreas Scheuer als damaliger PKW-Maut-Minister und seine klaren Gesetzesverstöße …

S #3: Ssscht!

S #1: Recht haste, Frank-Walter. Olaf, das hier ist eine Beerdigung. Und kein vorweg genommenes Provinz-Dreikönigstreffen der SPD.

M #1: Dreikönigstreffen? Wieso nicht? Ich dachte, bei Papst-Beerdigungen werden nur Kaiser und Könige geladen.

S #1: Friedrich!

M #1: Ja, Markus? Ich mein doch nur.

S #1: Friedrich!

M #1: Jetzt sei doch nicht so streng zu mir. Ich bin doch nicht der Laschet, sondern wir sind geschätzte Kollegen. Inzwischen haben wir aus Sympathie schon dieselbe Brille und jetzt willste mich schulmeistern?

S #1: Friedrich!

S #2: Ihr beide seid einfach nur peinlich. Wie könnt ihr nur hier auf dieser Beerdigung sein, ohne dass man sich schämen müsste?

S #1: Joseph Aloisius, ich meine, unser Papst Benedikt, der war Bayer. Und Papst. Und dann erst in zweiter Linie Deutscher sowie Oberhaupt der Katholiken weltweit.

S #2: Ach.

S #1: Friedrich, kann ich bei dir mitfliegen? Ich muss noch zu der Gedenkfeier unserer bayrische Gold-Rosi. Die ist gestern gestorbenen, unsere bayrische Gold-Rosi Mittermaier.

S #2: Vorletzten Monat Hans Magnus Enzensberger, letzten Monat Papst Benedikt, jetzt auch Rosi Mittermaier. Sterben bei euch die Promi-Bayern in Bayern weg?

S #3: Olaf!

M #1: Ja, Frank-Walter, ruf den Olaf zur Ordnung! Ist ja peinlich und frei von jeglicher Sachkompetenz. So wie seine Sesselkleberin Christine. Und das hier auf der Beerdigung. Wenn unser Benedikt das mitbekäme, der würde im Sarg rotieren. Frank-Walter, sprich mal ein Machtwort.

S #3: So! jetzt reicht es mit euch dreien! Friedrich! Ab in die dritte Reihe. Markus, du ebenfalls. Olaf, zweite Reihe links hinter mir. Und wehe, Olaf, du singst das Te-Deum in der falschen Tonlage. Dann entlasse ich deine Christine.

S #2: Olaf, nicht vergessen, das Te-Deum immer in Cis-Moll.

S #1: Markus!

S #2: Frank-Walter, ich wollte doch nur das Beste für Deutschland.

S #1: Ruhe! Oder ihr alle drei werdet von mir aus euren Posten rauskomplementiert.

T #1: Gute Idee, Frank-Walter. Kann ich dann Bundeskanzler? Also als Bundekanzler “Peter Tschentscher, der Erste”?

F #1: Moment, jetzt wäre wieder eine Frau dran wie ich als “Bundeskanzlerin Nancy Fäser”!

S #1: Jetzt reicht’s! Am Dreikönigstag treffen wir uns alle in meinem Schloss Bellevue! Und wehe ihr bringt mir nicht Weihrauch, Gold und Myrrhe mit, ihr Rüpel!

S #2 + S #3 + M #1 + T #1 + F #1: Jawoll, eure Durchlaucht!

S #1: Und, du, Frau Bärbel Bas! Als Bundestagspräsidentin schreibst das Protokoll! Basta!

B #1: Frank-Walter, ich muss Sie zur Ordnung rufen, ihre Redezeit ist abgelaufen. Bitte kommen Sie schnell zu ihrem Ende. Also, die ihrer Rede, nicht Amtszeit, Sie verstehen, nicht wahr …

S #1: RUHE !

 

Beerdigung

Foto: Screenshot)

Titten, Thesen und Temperamente

Es war wohl gestern einer der denkwürdigsten Vor-Fußball-WM-Tage Deutschlands. Ich habe in meinem Leben schon einige WMs miterlebt, aber das war wirklich so in dieser Weise noch nie geschehen:

ARD Brennpunkt, ZDF Aktuell, RTL Dabei, SAT1 Mittendrin, Pro7 Woanders und BILD TV Standpunkt, alle sendeten zur Prime-Time. Selbst im Internet wurde vorgedacht, nachgedenkt, mitüberlegt und auch anders justiziiert. Es wurde einem regelgerecht schwindlig. Was war passiert? Was löste das Ganze aus?

Gestern früh, halb Elf in Deutschland, wurden in München Flugblätter gefunden. In diesen erhob die Gruppe FEMEN den Vorwurf, die Fußball-WM in Katar wäre eine frauendiskiminierende Veranstaltung. Man plane am 20. November 2022 zum Eröffnungsspiel Katar gegen Ecuador in Katar vor 80.000 Zuschauern im Al Bayt Stadion gegen Sexismus und Unterdrückung der Frauenrechte in Katar zu protestieren. Auf dem Spielfeld. Vor 80.000 Zuschauern bei der Live-Übertragung.

Unterzeichnet waren die Flugblätter von vier europäisch mutmaßlich bekannten FEMEN-Aktivistinnen aus der Ukraine. Dort hatte bekannterweise die Bewegung der FEMEN ihren Ursprung. Gefunden wurden die Flugblätter in und um der Münchner Frauenkirche, auf dem Marienplatz, vor dem Lola-Montez-Palais der Münchner Barer Straße und auch direkt an der Bayrischen Staatskanzlei.

Die Polizei Münchens hatte einige Mühe, die Flugblätter einzusammeln. Trotzdem der konzertierten Polizei-Sammelaktion (zeitgleich klebten Klimaaktivisten am Stachus auf der Straße fest) musste die lokale Presse einiger Flugblätter habhaft geworden sein und berichtete Mittags um halb Zwölf in deren Medienkanäle darüber. Begierig wurden diese Nachrichten von der sich momentan langweilenden, überregionalen Yellow-Press aufgegriffen und in deren Antennen-Programmen eifrig diskutiert. Politiker wurden angerufen und dazu befragt.

So kam denn auch die im bayrischen Ur-Ton verfassen Meinung in den Äther. Sinngemäß sagten zwei Politikerdorffunktionäre und zwei Politiksprechervertreterinnen, dass die FEMEN es ruhig wagen sollten, barbusig und bemalt auf dem Katarer Spielfeldern zu demonstrieren. Denen würden sofort die Brüste von den Herrschenden dort abgeschnitten. Wenn sie denn nicht vorher kopflos werden würden. Daher sollten die Femen nochmals nachdenken, bevor jene so etwas Unüberlegtes und Verantwortungsloses ausführen würden. Und es herrsche ja Gleichberechtigung. Männlichen Flitzern droht ja auch die Amputation deren Zipfels (oder Kopfes) in Katar, sollten die es wagen,nackt zu flitzen.

Ein weiterer, christlicher Politiker veranstaltete sofort eine Pressekonferenz und erklärte, dass die FEMEN in der Ukraine lieber barbusig gegen Putin und seine Schergen kämpfen sollten, statt mit Flugblättern bei uns die Umwelt zuzumüllen. Man habe ja schon mit den auf der Straße geklebten Klima-Terroristen alle Hände voll zu tun, da bräuchte es in Katar auch nicht noch Titten-Terroristen bei einer friedlichen Fußball-WM.

Auf die Frage eines Journalisten, ob die FEMEN mit deren Anliegen eine größere Bedrohung wären, als wenn man in Katar auf Sklavenarbeiter für die WM aufmerksam machen würde, erklärte der Politiker knapp:

“Ich hab noch nicht einen einzigen Sklaven in Katar g’sehn. Also die laufen alle frei rum, weder in Ketten gefesselt, noch und .. äh … auch mit irgendwelcher Büßerkappe am Kopf, also, das habe ich noch nicht g’sehn. Wo diese Meldungen herkommen, ich weiß es nicht. Also ich hab mir … äh, … vom arabischen Raum hab ich mir ein anderes Bild gemacht. Und ich glaube, mein Bild ist realistischer.”

Als der Reporter nachhakte, warum er denn Franz Beckenbauer 1:1 zitieren würde (Quelle: https://youtu.be/ZUPfm4zsVNQ), brach der Politiker die Pressekonferenz ab und schimpfte, dass in aller Welt in jedem Land immer wieder Menschenrechte verletzt werden würde, warum es dann in Katar denn anders sein solle. Und überhaupt, sollten die FEMEN eher barbusig bei Putin demonstrieren statt unschuldige Menschen zu belästigen. Er würde sich sogar dann bei denen brustfrei auf einem Pferd reitend dazu gesellen. Garantiert. Hundert Pro safe. Das würde er mit den nackigen FEMEN zusammen machen. Safe.

Ein Parteifreund jenes Politikers verteilte um halb Eins eine Pressemitteilung, in der er es bedauerte, dass die Presse seinen sehr christlichen Parteifreund solch einen Dreck angedichtet hätten, er hätte sich für eine Verteidigung der Sklaverei in Katar eingesetzt, damit Deutschland von Katar den WM-Pokal nach Hause bringen könne. Das wäre nachweislich Quatsch. Zudem sollte man die Verhältnisse in Katar berücksichtigen, dass man dort bei ungebührlichem Verhalten ohne Verurteilung 30 Tage lang eingesperrt werden könnte und dann könne keine Botschaft der Welt dagegen etwas ausrichten, weil es ja Katar’sches Recht sei. Und daher solle man auf solchen Titten-Terrorismus verzichten. Es ständen zudem auch wirtschaftliche Beziehungen auf dem Spiel, welche man nicht so einfach bei einem Fußballspiel aufs Spiel setzen solle. Und niemand solle sich beklagen, wenn bei Titten-Terrorismus Katar die Katanas zum Köpfen blank ziehen würde.

Die Opposition brachte darauf ein drölf-seitiges, wütendes Communiqué in die Presselandschaft unter, über welches BILD-TV als Erste berichtete. Hierbei betonte BILD-TV mehrfach, dass unzulässige Vergleiche in dem oppositionellen Pamphlet gezogen werden würden. Denn in jenem Communiqué wurde offenbar hingewiesen, dass das Bayrische Polizeiaufgabengesetz (PAG) seit 2019 erlauben würde, Personen mit potentiellem Risikopotential 30 Tage ohne gerichtliche Verurteilung einzuknasten. Und das wäre wohl 1:1 mit dem Recht in Katar verglichen worden. BILD-TV fragte direkt nach, ob dieses weltoffene, herzliche Bayern mit so einem fernen Land wie Katar einfach verglichen werden dürfe. Insbesondere, da damals Deutschland-weit niemand gegen die Existenzberechtigung des regional auf Bayern beschränkten PAGs etwas eingewandt hatte. Und Katar sei ja überhaupt keine gewählte Demokratie an und für sich.

Ein bayrische Gast aus der rechtsextremen Ortgruppen-Szene betonte in der Sendung, dass er eigentlich Söder und Co für dessen linksextreme Tendenzen nicht mögen würde, aber das PAG an sich schon der richtige Schritt in die richtige Richtung für Deutschland wäre. Denn man könne Klima-Terroristen, die sich auf Bayrischen Straßen festkleben, nicht hart genug bestrafen: denn diese würden die freie Fahrt für freie Bürger behindern, was – so erwähnte er in einem Nebensatz – in Katar jedenfalls nicht der Fall wäre. Da könne jeder Katari frei fahren, wo er wolle, wann er wolle und wie er dürfe und immer jederzeit wollen wollen. Aber in Deutschland haben ja offensichtlich einige Terroristen etwas dagegen und wollen das Dürfen verbieten lassen.

Um halb Drei wurden Ausschnitte aus jener Sendung in allen anderen Nachrichten (Fernsehen und Radio) gespielt. Politiker aller deutschen Bundesländer meldeten sich zu Wort. Es könne nicht sein, dass sogar jetzt Ukrainerinnen von dem Angriffskrieg von Putin mit Titten-Ablenkungsmanöver ablenken wollen. Die sollen doch unsere Fußballer in Frieden friedlich in Katar kicken lassen. Thomas Müller, ein großer Katar-Experte (unter Vertrag bei einem bayrischen Fullballverein der internationalen Katar-Connection), und sein Zitat “Auch in Deutschland gibt es Menschenrechtsverletzungen“ fanden sich in jeder dritten Stellungnahme für die WM in Katar wieder.

Der Bayrische Ministerpräsident Markus von und zu Söder ließ zu einem Fototermin bitten. Mit einem Maßkrug stellte er sich vor einem Bierfass und erklärte, dass der Vergleich zwischen Katar und Bayern hinke. In Bayern gelte die Liberalitas Bavariae als Prinzip und in Katar dagegen der Alkohol als verboten. Nebenbei fügte er an, dass er Katar für seinen rigorosen Umgang mit  Drogenvergehen bewundern würde, dass er Lauterbachs Drogenliberalisierungspläne als Einfallstor für den Drogenhandel in Deutschland sehe. Sprach es und hielt seine bayrische Maß in die Höhe.

Exklusiv aus einem Privatflugzeug, einer Diamond DA62, auf dem Flug von Sylt ins Sauerland, twitterte eine nicht unbekannte Politprominenz, dass das Zeigen von Titten nichts neues sei. Schon am 29. März 1979 beim 27. Bundesparteitag der CDU in Kiel trat ein Oben-Ohne-Ballett auf (Quelle). Die Titten der Frauen hätten schon damals Raum erhalten, da brauche es das heute nicht mehr. Allerdings twitterte er weiter, dass das Vordringen des Gender-Mainstreams von Ukrainerinnen auch in die Männer Fußball-WM in Katar für sehr bedenklich zu erachten sei, während Putin und seine Soldaten in der Ukraine ununterbrochen Frauen unbedenlich vergewaltigen. Und ob Titten und Klebstoff die richtigen Protestmittel seien, dass würde er gerade mit Pressevertretern ausgiebig in Sachen „Contra“ diskutieren. So etwas solle nie ungestraft bleiben. Der Staat müsse gegen solche gewalttätigen Protestformen eindeutig mittels harten Strafen Stellung beziehen und Wehrhaftigkeit zeigen.

Eine Anfrage an das Kanzleramt, ob der Bundeskanzler zu dem Thema Stellung beziehen könne, wurde mit der knappen Email-Antwort “Ja, er könne” beantwortet. Weiteres war in Folge nicht zu vernehmen. Die Bundespressekonferenz wartete vergeblich auf einen Kanzlertermin. Der Faktenchecker Florian Warweg konnte seine seit Monate vorformulierten Fragen nicht stellen.

Nachmittags um halb Fünf, in den Redaktionsstuben der Fernsehsender wurde bereits an Sondersendungen zur Prime Time gebastelt:

Die ARD plante ein Fünf-Minuten-Brennpunkt. Franz-Josef Gottlieb sollte reaktiviert werden.

Das ZDF plante den Frauenrechtsbeauftragten beim DFB mit Franz Beckenbauer für ein Vier-Minuten-Interview gewinnen.

RTL Dabei zeigte eine Zusammenfassung aller FEMEN-Auftritte weltweit – aufgearbeitet in HDR10 für den 4K-TV-Livestream im Internet – mit einem Straßeninterview von Passanten der Hamburger Herbertstraße plus den neusten Entwicklungen vom Klima-Terrorismus, kommentiert von FDP, AfD und CSU-Oberbayern.

SAT1 Mittendrin und Pro7 Woanders zeigten in einer Gemeinschaftssendung Live-Interviews direkt aus einem Münchner Swingerclub und fragten kritisch nach: “Braucht es Titten zur WM in Katar?”

Und BILD-TV dokumentierte die gefährliche Nähe der FEMEN zu Klima-Terroristen, welche freie Bürger an deren freien Fahrt hindern. Ein Live-Interview wurde mit einem FDP-Ortfunktionär aus Hinteroberuntertupfing und einem katholischen Priester geführt. Beide zeigten sich sehr bestürzt darüber, dass bei Protesten keinerlei Moral mehr walten würde. Stattdessen herrsche nur Unmoral und Unsitte unter den Demonstranten und das würde immer mehr um sich greifen und die Moral und die christlichen Werte des Abendlands in Deutschland bedrohen. Besonders der katholische Priester forderte härteres Vorgehen gegen die Titten-Terroristinnen, die einer unmoralischen Sexualideologie folgen.

Gegen halb Neun Uhr Abends kamen dann die Leitmedien der Alternativen Freien Presse mit deren Veröffentlichungen ins Internet. Sie mutmaßten ein False-Flag-Manöver verschiedener Geheimdienste, um von Katar abzulenken und den Fokus wieder auf Putin zu legen. Man zweifelte die Existenz der Flugblätter an und so wie auch die Existenz der FEMEN. Sollte es FEMEN geben, wären diese sowieso Ausgeburt faschistischer und nationalistischer ukrainischer Machenschaften. Die Russen könnten sowas nicht. Darüber hinaus sollten wohl im Westen nur die Geschäfte mit Katar geschützt werden.

Desweiteren wäre die hedonistische Szene Deutschlands sicherlich die Verursacher der Busen-Show einer nicht existenten Frauengruppierung mit Feminismus-Ansichten. Denn bei der berechtigten und allgemeingültigen Frage “Cui-Bono” habe sich hierzu keine andere Schlussfolgerung beim Nachdenken ergeben.

Als gegen 22:00 Uhr das Thema von allen Medien durchgekaut, ausgespuckt bis ausgekotzt war, wurde es wieder stiller. Das große Verdauen setzte ein. Ein denkwürdiger Tag ging zu Ende. Ich ging atemlos durch die Nacht hindurch direkt ins Bett.

++++++++++++

Hauptoberwachmeister Bieslmaier, 32 Jahre, Single, ein Kind, räumte ein Beweisstück in die Asservatenkammer. Es war in einem Flugblatt eingewickelt. Er schaute kurz drauf, las “Femen”, “Katar” und “Sexismus”, umwickelte es noch mal schnell mit einem Klebeband, steckte es in einen Umschlag und seufzte:

Vergewaltigung soll das gewesen sein. Das Flittchen ging auf Stöckelschuhen und im Mini. Die ist’s ja selber Schuld. Eine Ehrenfrau macht sowas nicht. Eine Ehrenfrau hat Respekt bei der Wahl ihrer Kleidung. Und jetzt sollen wir deren beschmutzen Schlüpfer von ihr zur Analyse bringen. Igitt. Naa, das kann warten. Das mach ma’ übermorgen. Dann ist auch noch ein Tag. Feierabend!”, grummelte Hauptoberwachmeister Bieslmaier und legte den Umschlag ins oberste Regal. Kraftvoll schloss er die Tür der Asservatenkammer mit Schwung, schlug sie regelrecht zu. Heftig vibrierte das Regal unter dem Zuschlagen. Der Umschlag auf dem obersten Regalablagefach geriet in Bewegung.

Und während Hauptoberwachmeister Bieslmaier seinen Schlüssel im Schloss der Asservatenkammer dreimal umdrehte, rutschte ein Umschlag aus dem Regal, fiel in dem davor stehenden Schwingdeckelmülleimer … plopp … und wurde nimmer mehr gefunden …

Enthüllung: Wenn der Gerd dem Markus ungewollt eine steile Vorlage gibt …

Es gibt Sätze, die gehen einfach in Pressemitteilungen einfach so unter. Zum Beispiel diese beiden:

»Auch die Öffentlichkeit ist laut der Stadt herzlich willkommen. Es gibt einen Bierausschank.«

Aha, so so. Die Öffentlichkeit ist willkommen.
Wer ist die Öffentlichkeit? Die Biertrinker. Denn es gibt einen Bierausschank. Für die Öffentlichkeit.
Wo muss sich die Öffentlichkeit hinwenden, um am Bierausschank ein Bier zu trinken? Nach Bayern halt. Warum? Das erklärt der Satz, der vor den beiden oben zitierten Sätzen steht.

»Außerdem kommt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).«

Verstanden. Bierausschank und außerdem Markus Söder. Seines Zeichens Bayerns Ministerpräsident. Mit geklammerter CSU dahinter. Anderen Menschen außer Söder würde man deren Titel »Dr. jur.« (Doktor der Rechte, also der akademische Grad eines Doktors im Bereich der Rechtswissenschaften) voranstellen. Beim Söder nicht. Da wird die CSU hinten drangeklammert.

Also, um das „Herzlich Willkommen« der Stadt der Öffentlichkeit gegenüber am Bierstand schlucken zu können, sollte man einfach mal einem Ministerpräsident Deutschlands folgen. Dem Bayrischen selbstverfreilich. Bayerns Ministerpräsident. Dem Söder Markus. Von der Bayrischen Staatskanzlei (dem »Straußoleum«) aus startend. Dem Söder mit seiner hinten an ihn dran geklammerten CSU folgend. Folgen. Ja. Einfach nur mal folgen. Weil, denn das wird Folgen haben, wenn der Söder mit seinem hinten dran geklammerten bedeutenden Buchstaben. Ein Autokorso der Öffentlichkeit dem Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, einfach folgend und so findet die Öffentlichkeit zum Bierausschank. Prost.

Was so ein »Herzlich Willkommen« der Öffentlichkeit gegenüber nicht alles an einen Rattenschwanz an Auswirkungen hinter sich herziehen kann. Denn wo Rattenschwänze sind, findet oftmals auch ein Rattenrennen statt. Im Oxford-Englischen wird so etwas gerne als »rat race« bezeichnet. Das ist eine Art Redewendung, um sich auf die Situation in der modernen Gesellschaft zu beziehen, in der Menschen miteinander um Geld und Macht konkurrieren. »Rat race« war auch der Titel eines Films von Jerry Zucker aus dem Jahr 2001 (mit John Cleese in einer der Hauptrollen, findet sich auf YouTube auch als ganzer OF-Film), der im Deutschen ganz frei mit »Der nackte Wahnsinn« übersetzt wurde.

Der nackte Wahnsinn ist es auch, dass Markus Söder in den letzten Monaten immer dort zu finden ist, wo immer auch ein Bierausschank stattfindet. Das Gillamoos-Bierfest in Abensberg (begleitet von einem anderen Ministerpräsident, dessen Name wüst klingen mag, aber für NRW state of the art ist), das Oktoberfest in München (wieder begleitet von einem anderen Kommunalpolitiker, dessen Name eher an einen Ausübenden bei Pferdesportarten erinnert), die Einweihung einer Hopfenextraktionsanlage in Train (Landkreis Kelheim) oder halt wie morgen Nachmittag die Enthüllung einer Bronzestatue und dann am Abend direkt eine weitere Rede auf dem Festakt »150 Jahre Familienbrauerei Schneider Weisse« im Stammhaus der Brauerei in München halten …

Wer ist die Öffentlichkeit? Die Biertrinker. Und die sind immer willkommen. Denn nur beim Biertrinken lässt es sich so richtig gut bierselig södern.
Södern? »Södern« könnte locker als ein eingetragenes Markenzeichen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) durchgehen. Seit dem Kreuzerlass für Bayerns Bürostuben durch Herrn Dr. jur. Markus Söder (Bayerns Ministerpräsident + CSU) wird »Södern« wie folgt definiert: das Betreiben von Symbolpolitik und von populistischer Politik, in der Hoffnung, bei zukünftigen Wahlen mehr Stimmen zu erhalten.

Und wann sind die nächsten Bayernwahlen, bei dem der jetzige Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auch der zukünftige Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sein möchte? Richtig. 2023. Bis dahin fließt noch viel Wasser der Isar runter. Und Bier aus Bierausschänke in Kehlen der willkommenen Öffentlichkeit als Begleitmusik zu bierseligen Vorträgen eines Herrn Dr. jur. Markus Söder mit hinten angeklammerter CSU. Einer CSU, die auch dem Söder nicht hinten einfach vorbei gehen wird. Trotz Klammer.

Und worum geht es morgen bei der Statuen-Enthüllung?
Es wird eine Statue für den berühmten Gerd Müller enthüllt.
Keine Sorge, es handelt sich nicht um den ehemaligen Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) aus Krumbach (ebenfalls CSU). Sondern es geht um den im letzten Jahr verstorbenen Fußballer, den »Bomber der Nation« Gerd Müller. Und die Statue wird in dessen Geburtsstadt Nördlingen (ebenfalls CSU) von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU; was sonst?) enthüllt. Falls es jemand vergessen haben sollte, Gerd Müller starb infolge einer Alzheimer-Erkrankung. Also der Fußballer ist gemeint, nicht die CSU in den Klammern.

Wo ein Wille, da ein Weg. Wo eine Öffentlichkeit, da ein Bierausschank. Wo ein Bierausschank, da ein Söder.

Wo ein Söder, da ein Bier.

Und diese Enthüllung – also mal ehrlich ganz unter uns gesprochen -, das ist keine Enthüllung. Denn Enthüllungen sind sowas von völlig nebensächlich.

An dieser Stelle sei jetzt mal genug für die CSU gesödert.

Und was schrieb Markus Söder (CSU) zum Thema „Drogen“ am 1. November 2022 auf Twitter:

Die Legalisierung von Drogen ist einfach der falsche Weg…

Stimmt, er meinte damit alle Drogen außer Bier, Schnaps, Wein, Tabak und CSU-Veranstaltungen. Denn es kann nicht sein, dass einem Bayer (oder Franken) jemand das Wasser reichen kann. Bier muss es schon sein. Zwangsweise. Sonst ist Bayern nicht mehr Bayern sondern ein Fall für Cancel Culture. Bier eine Droge? Söder ein Drogenbefürworter? Niemals!

Was meinte Nina Hagen schon 1980 dazu (aus „African Reggae„):

Sie sind nämlich hinter dir her, Du alter Kiffer
Dabei geht Ihre Geschellschaft am Alkoholismus zugrunde,
Aber dich jagen sie – DICH!

Und was sagen wir dazu? Prost!

Von Gürteln, Lappen und anderen wichtigen Spassmaßnahmen

M: »Hallo, Hendrik, wie geht’s?«

H: »Gut, Markus, und selber?«

M: »Geht gut.«

H: »Habe letztens den Armin mal wieder getroffen.«

M: »Und was macht er?«

H: »Er war im Bergbaumuseum. Ich traf ihn an der Vitrine mit den Steiger-Medaillen.«

M: »Der Armin. Der hängt halt noch sehr an seinen Vater.«

H: »Jaja. Medaille geht halt immer. Nur Bergbau geht nimmer.«

M: »Ja, guck mal, wer da kommt. Hallo, Winfried.«

W: »Hallo Hendrik, hallo Markus. Kommt die Malu noch?«

H: »Wieso?«

W: »Ich wollt mit der über Hochwasser reden, die kennt sich doch aus. Gestern hat’s in Stuttgart geregnet und jetzt ist mein Keller voll.«

H: »Ach, Winfried, das kriegste doch allein gemanagt, oder?«

W: »Sag das nicht, Hendrik. Wenn ich dort zum Absaugen runtergehe, steht mir das Wasser bis zum Hals. Schön ist das nicht.«

M: »Hättest mal ein paar Lenzpumpen kaufen sollen, Winfried. Ein Keller ohne Lenzpumpen ist eine Fehlplanung. Sind solche nicht gerade übrig vom Tieferlegen eures Hauptbahnhofs in Stuttgart?«

W: »Aber nein, Markus, die habt ihr doch alle aufgekauft, um in München die zweite Stammstrecke zu bauen und das Grundwasser bei euch tiefer zu legen.«

H: »Nee, echt jetzt Markus? Jetzt bin ich aber enttäuscht. Du hattest mich doch vor zwei Monaten in Düsseldorf angerufen und wolltest doch solche Gerätschaften nigelnagelneu bei uns einkaufen.«

M: »Ja, Hendrik, aber da war der Pressemensch doch an mir dran, und da musste ich aus ökologischen Gesichtspunkten beim Thema Nachhaltigkeit …«

H: »Da haste also die vom Winfried seinen Hauptbahnhof besorgt? Du bist mir ja ein schöner Freund, Markus.«

W»: »Jetzt streite euch beide nicht. Unsere Hauptbahnhof-Lenzpumpen sind sparsam in Verbrauch, schwäbisch halt, Hendrik. Also Kulturgut, da konnten wir noch beim Gebrauchtwarenwert etwas nachtarocken und der Markus hatte nichts dagegen.«

M: »Nun, Hendrik, auch wir in Bayern müssen der Bevölkerung zeigen, dass wir national denken und regional handeln. Wie der Bayer so gerne zwischen Weißbier und Weißwurst sagt: think globally, act locally. What ever it takes.«

H: »Also echt jetzt, Markus, manchmal regt mich eure „Laptop und Lederhose“-Attitüde auf. Denk doch auch mal an uns hier oben. Was glaubste, warum der Armin mit seinen Kabinettskollegen damals seine Kabinettssitzung bei euch abgehalten hatte, statt in Düsseldorf sie abzuhalten? Na?«

M: »Du wirst es mir wohl gleich sagen, Hendrik.«

H: »Nein, nicht weil der Armin Praktikant eines privaten Radiosenders in München war, der wollte euch NRW-Kultur jenseits von „Laptop und Lederhose“ begreiflich machen.«

M: »Ich weiß gar nicht, was du hast, Hendrik. Unsere Symbiose aus „Laptop und Lederhose“ ist doch gelungen. Oder siehst du es anders, Winfried?«

W: »Markus, wir hier sind Schwaben und darum sparsam. Ich spare mir mal eine Bemerkung dazu. Hauptsache die letzte Rate für die Lenzpumpen erhalten wir nächste Woche. Und schön ist es, dass wir hier in Baden-Württemberg euch Bayern ein wenig Lenzpumpenkultur verkaufen konnten.«

H: »Pah, verkaufen, Winfried. Lenzpumpenkultur. Pah.«

M: »Hendrik, bitte mäßige dich. Wir hier in Bayern …«

H: »Markus, ich reg mich nicht auf. Aber diese ach-so-kultigen Lenzpumpen vom Stuttgarter Hauptbahnhof beim Winfried einzukaufen statt bei uns, weißte, was das ist?«

M: »«Du wirst es mir gleich sagen, Hendrik.

H: »Das ist purste, kalte kulturelle Aneignung!«

M: »Was?«

H: »Jawohl, Markus, das ist ganz mieses „Cancel Culture“ gegenüber unserer rheinischen Tagebaukultur und deren Lenzpumpen. Ganz mieses „Cancel Culture“ von dir und deinen Lederhosen-Laptopträgern!«

M: »Hendrik, du übertreibst.«

W: »Da muss ich dem Markus recht geben, Hendrik. Das hat mit kultureller Aneignung nichts zu tun, sondern das ist Business.«

M: »Ich kann für mich selber sprechen, Winfrid. Also, Hendrik, kulturelle Aneignung ist, wenn ihr bei euch in NRW Mitte Ende September überall Oktoberfest feiert.«

H: »Winfried, ich versuch das ja schon bei uns in NRW zu hintertreiben. Oktoberfest hat mit NRW genau so viel zu tun wie Weißwürste mit heißer Curry-Sauce. Ich rede mir bei uns immer schon den Mund fusselig, die sollen das besser „Michaelisfest“ nennen und Pils aus Willi-Bechern saufen, statt Oktoberfest und bayrisches Bier aus Maßkrügen.«

M: »Und das, mein lieber Hendrik, so leid es mir als Bayrischer Landesvater auch tut, das nenne ich „Cancel Culture“ in Reinstform, wenn du versuchst, unseren schönen Begriff „Oktoberfest“ mit dem banalen Wort „Michaelisfest“ zu ersetzen. Und dann noch unser bayrische Braukunst mit banalem Pils im gleichen Satz zu verwenden …«

H: »So mein Quatsch, Markus. Euer Oktoberfest bei uns in NRW durchzuführen, das wäre genau das, was man kulturelle Aneignung nennt!«

M: »Ach ja? Und sowas nicht zu tun und auch noch aktiv dagegen anzugehen, das nennt sich etwa nicht „Cancel Culture“, Hendrik?«

W: »Nun streitet euch beiden nicht. Wir in BW sehen das nicht so eng. Wir können eh alles außer …«

H: »… Hochdeutsch. Wissen wir, Winfried.«

M: »… Bayrisch. Jaja, Winfried.«

W: »Ich weiß gar nicht, was ihr beiden habt. Wir fahren damit ganz gut in Baden-Württemberg.«

M: »Ganz gut fahren? Winfried, da sag ich nur Audi und BMW in Bayern!«

H: »Ihr armen Bayern. Ich sag nur FORD, STELLANTIS, ASTON MARTIN, TOYOTA und Karnevalszüge ohne Schienen. Ganz zu schweigen von Vertriebsniederlassungen von BMW, Audi, Daimler und Porsche. Damit fahren wir in NRW auf alle Fälle besser.«

W: »Ihr Armenhäusler, ihr. Ihr Hungerleider dort habt ja auch nichts anderes in NRW. Sparen könnt ihr ja auch nicht, das können wir Schwaben besser. Drum haben wir auch mehr Kohle als ihr. Und, wenn ihr Kohle besitzen wollt, dann müsst ihr ganze Dörfer wegbaggern, Hendrik, und nennt es Braunkohletagebau.«

H: »Ja und, Winfried? Würden wir unsere Kohle nicht verstromen, dann könnten wir den Strom nicht verkaufen. Wir haben den Strukturwandel geschafft. Da kann Deutschland stolz auf uns sein.«

W: »Und verpestet mit euren Braunkohlekraftwerken unsere CO2-Bilanz.«

H: »Och, Winfried, jetzt machste wieder auf Klimawandel, nur weil nach dem Schauer dir dein Keller abgesoffen ist. Mir kommen die Tränen. Dann baut mal mehr Windräder!«

W: »Du musst gerade reden, Hendrik, du baust doch nur Windräder damit der ganze Braunkohlestaub zu uns ins schöne Schwabenland runter geblasen wird!«

H: »Ach ja? Da sag ich dir mal eins, ich fordere, dass im Länderfinanzierungsausgleich diese kostenfreie Überlassung von Braunkohlestaub im Länderfinanzierungsausgleich zu unseren Gunsten in NRW berücksichtigt wird! Umsonst gibt’s von uns nichts mehr.«

M: »Guter Punkt, Hendrik, wir in Bayern, wir haben im ersten Halbjahr dieses Jahres keine einzige Windenergieanlage stillgelegt. Du, Hendrik, in NRW aber bereits vier. Das ist nicht gut in Zeiten der Stromknappheit, das ist dir schon klar, nicht wahr, Hendrik, oder?«

H: »Dafür haben wir 47 neue gebaut. Und ihr in Bayern? Läppsche drei Windenergieanlagen von den 13 beantragten.«

M: »Was willste damit sagen. Zum Jahresanfang wollten wir nur eine Anlage neu in Betrieb nehmen. Jetzt haben wir eine Steigerung um 300%! Das möchte ich mal in NRW sehen, mein lieber Hendrik. Bayern hatte zuletzt den größten Nettozuwachs aller Bundesländer bei den erneuerbaren Energien. Wir produzieren mehr Solarstrom als das Saarland überhaupt an Strom insgesamt.«

H: »Saarland? Ist ja auch ein riesiges Bundesland.«

M: »Und noch was, Hendrik, der Winfried und ich, wir haben eine Wasserstoff-Allianz gegründet mit höchsten Kompetenzen für diesen Energieträger der Zukunft. Und, denk dran, bevor du wieder mit dem Länderfinanzierungsausgleich kommst: das deutsche Leistungsherz liegt im Süden. Stottert der Motor im Süden, dann schüttelt es Deutschland.«

H: »Komm, Markus, geschenkt. Und wenn ihr dort unten mal wieder Diarrhö produziert, müssen wir wie bekloppt saufen, damit ihr gesäßseitig nicht austrocknet. Du denkst vielleicht, du seist der Nabel der Welt, aber wenn, dann höchstens der andere Punkt auf der gegenüberliegenden Seite paar Zentimeter tiefer!«

M: »Das nimmst du zurück, Hendrik!«

H: »Nehm ich nicht, du Markus, du!«

M: »Doch!«

H: »Nein!«

M: »Doch!«

W: »Oooh. Kinders, hört auf zu streiten, das bringt doch nichts.«

M: »Winfried, halt dich da raus! Wenn ich mit dem Hendrik streite, dann streiten sich mehr als ein Drittel der Deutschen, vertreten durch uns beide. Außerdem freue ich mich doch auf den gemeinsamen Bierzelt-Auftritt, mit Hendrik am 5. September, beim Niederbayrischen Gillamoos-Bierfest. Bekanntermaßen muss zur Vorfreude vorher nur noch Frieden geschlossen werden. Also: ohne Streit, kein Frieden.«

W: »Markus, ich will doch nur, …«

H: »Winfried, der Markus hat recht! Du kannst deinen schwäbischen Wurzeln freien Lauf lassen und dir die Bemerkungen sparen. Södern wirste nie als Handwerk beherrschen.«

W: »Hendrik, also manch mal biste aber auch wirklich ein Wüster in deiner Argumentation. Was hat das eine Sparen mit deinen anderen Bemerkung-Sparen zu tun?«

H: »Vorsicht, Winfried, Fakt ist, wir müssen alle sparen und trotzdem mit kühlem Verstand und heißem Herzen dafür sorgen, dass es niemanden friert.«

W: »Deiner Floskeldrescherei ist kulturelle Aneignung und “Cancel Culture” zugleich. Dem kann ich nur die kalte Schulter zeigen.«

M: »Dreschen ist nur möglich, wo es was zu ernten gibt.«

H: »Klar. Drum bin ich dafür, dass alle in öffentlichen Gebäuden arbeitenden im Winter ins Home Office geschickt werden. Damit sparen wir uns als Land sehr viele Heizungskosten. Wenn niemand in den öffentlichen Gebäuden ist, braucht auch niemand zu heizen, weil niemand drin friert. Das dadurch Ersparte können wir im Sinne von Angebot und Nachfrage der freien Marktwirtschaft am selbstregulierenden Markt zu höheren Preisen verkaufen.«

W: »An wen?«

H: »Zum Beispiel an die im Home Office arbeitenden Menschen, welche es bei der Arbeit auch noch recht wärm haben möchten. Es macht doch keinen Sinn, bei denen nicht zu sparen, denen eh nichts erspart bleibt.«

M: »Hendrik, grandios, das werde ich gleich an meinen CSU-Generalsekretär, dem Blume, weiterleiten? Er kann dann im Bayrischen Rundfunk bei seinen zuhörenden Bayern punkten.«

H: »Aber du musst ihm sagen, dass es von mir ist, Markus, nicht wahr.«

W: »Ääääh, und ich? Was sag ich meinen Bürgern in Baden-Württemberg, wenn es denen frieren sollte?«

M: »Winfried, ich dachte, ihr in BW könnt alles außer Hochdeutsch? Sollen die sich doch mit Waschlappen warmrubbeln, wer ein verfrorener Lappen ist.«

H: »Oder die könnten doch auf Spinnern strampeln, damit eure restlichen Lenzpumpen am Stuttgarter Hauptbahnhof mit erneuerbare Energie aus den Spinnern gespeist werden.«

M: »Nebenbei, Winfried, brauchst du noch eine Lenzpumpe für deinen Keller? Ich glaube, vom Kauf eurer Lenzpumpen haben wir beim Bau der zweiten Stammstrecke in München zwei übrig.«

W: »Zwei?«

M: »Eigentlich nur eine. Die andere haben wir bei uns für die Toiletten unserer Staatskanzlei installiert. Funktioniert ganz famos. Die pumpt all den Unrat aus unserer Staatskanzlei geräuschfrei und unauffällig ab. Und die eine, also die andere, die könnten wir dir noch überlassen, Winfried. Als Staatsgeschenk. Zur Erhaltung und Förderung der gemeinsamen Freundschaft.«

W: »Ach nee, Markus, ich bestell lieber eine bei Amazon. Da kann ich die nach getaner Arbeit binnen 30 Tagen kostenlos wieder als Retoure eintüten und schreibe „Habe irrtümlich bestellt“ und krieg das Geld zurück.«

H: »Typisch Schwabe. Will immer nur sparen. Koste, was es wolle.«

W: »Wenn wir bei uns den Gürtel enger schnallen sollen, dann bitteschön dürfen wir uns den Gürtel doch wohl noch aussuchen, oder?«

M: »Gut. Aussuchen lässt sich machen. Dann lad ich euch morgen Nachmittag zum Bummel auf unsere Maximilianstraße in München ein. Da hat es sehr schöne Gürtel.«

H: »Wir in Düsseldorf auf der Kö haben aber auch tolle Gürtel-Markengeschäfte!«

W: »Okay, dann ist es ausgemacht. Morgen nach München und übermorgen nach Düsseldorf. Da wird sich wohl schon noch ein passender Gürtel finden lassen.«

H: »Und dein vollgelaufener Keller? Willste den nicht morgen leer pumpen lassen?«

W: »Nee, habe gerade von Malu eine SMS erhalten. Die kann mich erst nächste Woche zum Hochwasserschaden beraten. Solange muss der Keller nun mal warten.«

M: »Werf einfach ein Waschlappen rein. Vielleicht saugt der alles weg.«

H: »Okay. Also bis Morgen auf der Maximilianstraße. Markus, du sorgst fürs Frühstück und ich bring paar Pressereporter mit. Die Nachwelt soll auch mitbekommen, wie wir uns ums Sparen sorgen.«

M: »Gut. Bis morgen dann. Pfiäteich.«

W: »Bis morgen. Tschissle.«

H: »Jo. Dito. Tschüs mit ü.«

Gendern? Aber bitte doch! Drum “Missfits”! Vorschlag zur Begutachtung

Ein Vorschlag aus dem letzten Jahrtausend von dem kongenialen Kabarett-Duo “Missfits” (Gerburg Jahnke und Stephanie Überall) über “Feminispräch” als Kontra-Punkt der männlich dominierten Sprache (neudeutsch: “Gendern”):

https://youtu.be/T42FwIfuT0Q

und der Teil 2

https://youtu.be/uBa5qa0j7jo

Passt es?

Grüße ´gen Oberhausen an Gerburg Jahnke und Stephanie Überall! Missfits!

Viel Spaß.

Kneipengespräch: Wissenschaft ist nur Argument für Arschlöcher

[…]

»Es sind die Riesling-Weine, die nicht nur staubig trocken schmecken. Sondern die, die obwohl sie trocken sind, fruchtig sind. Also zwischen mineralisch und fruchtig liegen. Es gibt Riesling-Weine, die leicht nach Aprikose schmecken. Und diese fruchtige Weine findet man besonders häufig in den Mosel-Anbaugebieten.«

»Das ist Quatsch. Das ist ein Narrativ, den Narrativ kenn ich. Der wird gerne verwendet. Ich hab noch nie so ein Wein angetroffen. Auch in meinem Bekanntenkreis kennt niemand so etwas und die trinken schon wirklich edlen Riesling.«

»Das habe ich in den 90ern kennengelernt, da war Internet ohne Bedeutung und das Wort ‚Narrativ‘ gab es noch nicht. Und der Riesling war nicht exklusiv.«

»Nenn es wie du es willst,es bleibt ein Narrativ. Wahrscheinlich war der Riesling gepanscht. War ja gängig in den 90ern. Das stimmt nicht, was du sagst.«

»Aber ich habe es selber für mich ergründet.«

»Du warst wahrscheinlich von der Werbung im Fernsehen oder von Fernsehsendungen beeinflusst.«

[…]

»Es ist möglich das CO2 zu cracken und zu Kohlenstoffverbindungen zurück zu führen. Also auch in Erdöl zu überführen.«

»Das ist Quatsch! CO2 und Erdöl haben ganz andere chemische Molekularketten.«

»Das ist richtig. Aber ich habe auch nicht gesagt, dass das Cracking von CO2 direkt in Erdölverbindungen übergeht.«

»Das geht überhaupt nicht. CO2 besteht aus Kohlenstoff und Sauerstoff, einem Atom Kohlenstoff und zwei Atmen Sauerstoff. Und Erdöl besteht aus Kohlenstoff und ganz viel anderen Atomen und Elementen. Wenn das so einfach wäre, dann müsste man die vielen anderen Elementen außer dem Kohlenstoff mit was anderem verbinden und das kann nur schädlich sein.«

»Kannst du denn die Erdölverbindungen hier und jetzt auf einem Blatt Papier niederschreiben?«

»Wieso? Was soll das helfen? CO2 und Erdöl sind so weit entfernt wie Mond und Sterne. Was soll da CO2-Cracking helfen?«

»Sie sind nicht so weit weg. Das Cracking ist nur verdammt teuer. Der Preis dafür ist der Ersten Welt noch zu hoch.«

»Und warum macht man es trotzdem nicht, wenn es generell geht? Wir haben doch angeblich Not am Mann. Wenn es geht, ist es machbar. Also, es geht nicht. Darum macht man es nicht.«

»Es geht. Es ist machbar. Das ist Basis der Wissenschaft. Es ist nur ne Frage des Preisschildes.«

»Ja, nee, ist klar. Jetzt windest du dich über das Preisschild raus. Gib doch zu, dass es nicht machbar ist.«

»Es ist machbar. Hast du die wissenschaftlichen Grundlagen zu deinem ‚Geht nicht‘? Ich lass dir Papier und Bleistift geben und du kannst die chemische Deduktion niederschreiben und die basalen chemischen Reaktionsgleichungen niederschreiben, die in der Wissenschaft State-of-Art sind.«

»Warum sollte ich das machen, mit Papier und Bleistift? Bin ich Wissenschaftler? Ich muss hier gar nichts beweisen. Du verteidigst die Wissenschaft und du musst allein und ganz allein das beweisen, dass die Wissenschaft stimmt. Und solange ich es nicht glaube, war der Beweis nicht effektiv, ist die wissenschaftliche Thesis für den Mülleimer. Wir wissen allesamt, die Wissenschaft kann sich auch erheblich irren. Hat man in der Pandemie der letzten zwei Jahre und Lauterbachs Kommentare dazu zu häufig gesehen. Schau auch nur damals, also im Mittelalter, nicht wahr. Die gleichen Lügen der Wissenschaftler.«

»Deine Argumentation ist Quatsch. Peer-to-Peer-Reviews wurden erst im 20. Jahrhundert deutlich verbessert. Peer-to-Peer-Reviews sind sind keine Basis einer Argumentation, das etwas nicht machbar ist. Und das Cracking von CO2 zu Erdöl wurde schon in den 90ern des letzten Jahrhunderts wissenschaftlich nachgewiesen.«

»Und? Warum passiert es jetzt nicht? Eben. Weil es nicht stimmt. Was zu beweisen war.«

[…]

»Langsam wirst du Wissenschaftsheini hier nervig. Kannst du überhaupt die Gültigkeit von ‚E=m mal c Quadrat‘ nachweisen?«

»Wie bitte? Du wagst es zu bestreiten, dass Masse Energie in Relation zur Lichtgeschwindigkeit aufweist?«

»Kannst du es hier mir am Tresen nachweisen? Und dass keine Geschwindigkeit die Lichtgeschwindigkeit überschreiten kann? Du redest dauernd von Wissenschaft. Dann mach sie mal für mich. Beweis mir, dass nichts schneller ist als Lichtgeschwindigkeit. Nimm mir den Zweifel, dass Energie sich aus Produkt von dessen Masse und Lichtgeschwindigkeit ergibt.«

»Hier am Tresen?«

»Hier direkt vor mir. Das kannst du nämlich auch nicht. Wenn es so einfach ist zu erklären, dann mach es mir doch! Ich bestell dir Papier und Kugelschreiber von der Wirtin und du erklärst mir, warum Einsteins Formel gültig ist.«

»Du willst ein Semester an der Uni hier binnen fünf Minuten erklärt haben?«

»Sag doch gleich, dass du es mir hier nicht nachweisen kannst, dass du dazu nicht fähig bist.«

»Das ist doch Kappes! Wissenschaft lässt sich nicht auf einem Bierdeckel erklären.«

»Ach ja? Und daher wir sollen der Wissenschaft dann blindlings vertrauen? Nur weil man es mir nicht in zwei drei klaren Sätzen erklären kann? Vertrauen, statt selber mündige Bürger zu sein?«

»Mündiger Bürger und Vertrauen sind kein Gegensatz. Soll ich dir Zusammenhänge erklären, was ich in zwei Semestern erklärt bekommen habe?«

»Sag doch gleich, du kannst es nicht. Wissenschaft ist Onanie am Hofe der Herrscher. Wissenschaft, die nicht einfach und für jedermann zu erklären ist, ist keine Wissenschaft.«

»Komplexe Themen wie der ‚Erste Thermodynamische Energieerhaltungssatz‘ kann man nicht in Gänze erklären. Und wer den Satz »Perfektuum Mobile gibt es nicht« nicht akzeptiert und nicht versteht, warum  das so ist, warum sollte ich es das alles hier und jetzt in dieser Kneipe gerade dir erklären?«

»Typisch. Arrogant und unverständig. Du bist das klassische wissenschaftliche Arschloch, was uns vorsätzlich im Dunkeln lassen will. Oder genauer gesagt, ihr Arschlöcher wollt nicht, dass man euren Lügen auf der der Schliche kommt. Deshalb verschanzt ihr euch hinter Formeln und Geschwurbel!«

»Das ist doch Quatsch.«

»Du bist ein Arschloch. Du kannst noch nicht mal eine deiner Thesen detailliert nachweisen, bestehst aber darauf, dass das Wissenschaft ist und wir es uns selber erlernen sollen oder – schlimmer noch – glauben sollen. Wie bei einer Religion. Statt es mal gehörig und evidenzbasiert in Frage zu stellen, ob es überhaupt Wissenschaft ist. Oder nur Manipulation interessierter Parteien!«

»Wissenschaft ist Empirik und besteht aus der Peer-to-Peer-Analyse.«

»Nimm zur Kenntnis, Wissenschaft ist nicht evidenzbasiert und ihr unterstützt nur Narrative offizieller Seite. Du erzählst Mist und bist ein Arschloch!«

[…]

»Das langt! Du ignorierst die Realität  vorsätzlich. Dann beleidigst du alle, die in deiner Ideenwelt nicht reinpassen. Deine Blase ist gefährlich, in der du lebst!«

»Okay, ich nehme das ‚Arschloch‘ zurück. Du bist vielmehr ein ‚realitätsfremdes Arschloch‘. Du manipulierst Menschen zu Fehleinschätzungen, indem du Fehlanalysen der Wissenschaft als vermeintliche Wahrheiten ohne Evidenzbasis einführst, du bist …«

»Wirt! Zahlen! Es reicht!«

»Kommt jetzt noch das lächerliche Argument von euch Wissenschaftsfanatikern, dass wir anderen alle ‚Flat-World-Society’-Gläubige sind? Oder Reichsbürger? Oder Nazis? Ihr Arschlöcher schreckt auch vor keiner unhaltbaren Beleidigung zurück!«

»Es reicht! Wirt! Zahlen!«

»Typisch. Kaum wird es ernst, geben diese vermeintlichen Wissenschaftsadepten Fersengeld.«

Evidenzbasiert

Könntest du nach einer Flasche Rosè noch reden? Nein? Du musst es versuchen. Einfach versuchen. Einfach Mund auf und Stimmbänder unter der Ausatemluft vibrieren lassen. Dann versteht dich hier jeder. So wie immer bei den Oppositionellen.

Wie bitte? Dafür braucht es keine Flasche Rosè? Aber hey, was ist mit evidenzbasiert? Und was ist mit verhältnismäßig?  Dafür braucht es immer eine Flasche Rosé.

Evidenzbasiert: auf der Basis empirisch zusammengetragener und bewerteter wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Wo sind denn die Studien, die zeigen, dass Masken bei Corona wirken? Buschmann  (NRW Justizminister) sieht nur Studien der letzten beiden Jahre, jedoch nichts aktuelles aus dem Fernsehprogramm des Jahres 2022.

Ich trinke meinen Rosé. Ist das schädlich? Meine Leber hebt den Finger. Leber ist immer gut. Gebraten und gut gewürzt. Nur, wo ist deren evidenzbasierter Grund, den Finger zu heben? Richtig. Unverhältnismäßig einen Finger gegenüber der Schwerkraft hochzuheben und damit ein Signal zu geben, das ist nun wirklich nicht evidenzbasiert. Geht gar nicht.

Und überhaupt: wo sind denn die Studien, dass Hummeln fliegen können. Ich sehe immer nur welche von vor ein Dutzend Monate. So wie Buschmann zu den evidenzbasierten Studien bezüglich Corona. Nur hier die Hummel.

Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik soll es unmöglich sein, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel kümmere das nicht und sie fliege trotzdem. Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik (… dummes Vieh, ungebildetes …) nicht kennt, fliegt sie dennoch.

Sagen die Nachdenker in Scharen und weitere müllernde Berger-Seiten, die in Aerodynamik eh nie eine Prüfung bestanden hätten, aber dafür um so mehr Meinungskraft auf deren Internetseiten verbreiten können. Sagt ein evidenzbasiert blinder Buschmann.

Was Buschmann wie seine FDP gerne ostentativer sagen würde: Fresst Scheiße! Denn  evidenzbasiert scheinen viele Fliegen unabhängig vom derzeitigen politischen Status sich in Exkremente zu suhlen. So wie Putin, Trump, Xi Jinping, Bolsonaro, Kim Jun-un, Mohammed bin Salman al-Saud, Dr. Keiner Vüllnicht, die neuen Rechtsradikalen der NaDeSe-Müll-Berg-War-und-weg.

Zuviel der AKFs? (= Abkürzungsfimmel).

Okay.

Zuwenig nachdenken und reflektieren. Passiert auch anderen. Nicht nur mir. Nur ich hab weniger Verbreitungsgebiet.

… jaaa, neee, is klar, diese Art der Argumentation, typisch, verhetzter Blogger, der ich bin …

Gimmie a Rosé. Nix weiß, nix rot, nur Rosé. Passend zur Jahreszeit. Fruchtig. Süffig. Lecker.

Könntest du nach einer Flasche Rosè noch reden? Nein?

Lass es einfach. Macht nur unpopulär, macht Blog-Eintragungen ….