Dahinter steckt immer ein kluger Kopf


Die Messe ist gelesen, das Zäpfchen gelutscht, das Hühnchen gerupft, der Trumpf verbraten. Und weiterhin, sie haben noch immer den klugen Kopf. Immerhin. So deppert, wie andere ins Bild gesetzt werden, da ist mir der Kopf hinter der hochgehaltenen aufgeschlagenen Zeitung immer noch lieber als Bild-ungsbürgertum als Unterlage für ne Pommes. Denn am geschliffenen Geist macht es mehr Lenz, sich zu reiben als an deutscher Eichentümelei.

Nur, da lese ich auf „klugen Kopf“-Internetseite „Deutsche Manager reden sich Trump schön“. Nun, auf meiner Visitenkarte steht dieses plakative Wort. Nein. Nicht „Trump schön“. Sondern „Manager“. Und? Rede ich ihn mir schön? Auf meinem Tisch steht ein Glas Rotwein. Montes Alpha. Chile. Grüße aus dem Feuergürtel dieser Welt. Und sie können das, was andere in Deutschland nicht können, und zwar Rotwein. „Trump schön“? „Clown schöööön“! Der Besitzer der Autorenrechte dieses letzten Zitats ist bereits tot. Und: Gott erhalte Trump! Hat da gerade wer gedacht „möglichst bald“?!? Denkt dran, die NSA ist überall dabei. NSA geht immer. Und seid ihr jetzt sicher, dass diese harmlose kleine Glühlampe an eurem Schreibtisch nicht der Generation „Smart Home“ angehört und mit der NSA verbandelt ist? Präsidentenbeleidigung ist strafbar, woll. Da sei euch der Fall „Erdogan“ ein mahnendes Beispiel, wie sowas funktionieren kann. Also seid brav, nett und demokratisch linientreu. Lediglich lebende Fische sind dem Strom aufwärts eine Bedrohung. Sagt ja auch der der Mann am Joystick der Drohne in Rammstein.

Rede ich mir Trump schön? Nicht wirklich. Vielleicht sollte man hier endlich mal zur Kenntnis nehmen, dass Hillary Clinton mit Hilfe ihrer Partei einen Mitkonkurrenten kaltgestellt hatte, damit sie weiter um die Macht mit Trump konkurrieren konnte. Wenn man einen 2CV6 („Ente“) hat, um damit gegen einen alten Cinquecento (Fiat 500) anstinken will und deswegen einen „R5“ alten Kalibers im Rennen um das Präsidentenamt mit Hilfe der eigenen Partei die Reifen abmontieren lässt …

Die Amerikaner wählten schon immer die beste Nase aus der ganzen Schlammschlacht-Arena. Den den sie für als den besten erachteten. Star-Wars-Regen. Praktikant-Klintor. Bomben-Busch. Guantanomo-Auflöser-Drohnen-Obamama. Ach ja, okay. Das Wahlsystem … gut, einverstanden, die Spielregeln des Wahlsystems sind Scheiße, denn sonst wäre Hillary … und wenn vier Ecken ein Elfmeter ergäben, wäre Deutschland schon zehnmaliger Fussball-Weltmeister. Und wer hat’s verhindert? Ein Korrupter …

Das demokratische Leben ist nun mal ungerecht, Scheisse und blöde.. Nur Diktaturen haben eindeutige Spielregeln … würde die AfD ja auch sagen, wenn es nicht so unsäglich undemokratisch wäre …

Ob ich mir Trump schön rede? Nicht die Bohne.

Meine Kreditkartengesellschaft schrieb mir neulich, dass ich bei einem Kartenguthaben von 0 bis 10.000 Euro lediglich 0,2% Zinsen erhalte. Über 10.000 Euro vergüten sie mir mein Guthaben mit 0% Zinsen. Hey ich bin aufgewachsen, da gab es auf dem Sparbuch noch 3% pro Jahr. Heute tauchst du mit 11.000 Euro bei der Bank auf? Dann haste du erstens die Ermittlungsbehörden an den Hacken und danach ziehen dir die Banken auch noch noch zwei Fünfhunderter-Scheine als Strafgebühr bei der Einzahlung ab. Dein Geld ist nicht geschäftskompatibel ist. Du solltest doch lieber in Immobilien investieren. Mach mit bei der nächsten Blase. Kein Wunder, wenn die Mieten hier in München steigen, weil jeder versucht, das Beste aus seinem Geld heraus zu holen. Mit 11.000 Euro kriegste ja noch nicht mal einen Stein der Grundmauern einer Wohnung. Und wundert es den Leser, dass ich deswegen als Mieter auch nicht mit 11.000 Euro meiner Bank eine Krise auslösen kann, weil ich dazu keine Sparchance habe …

Es ist ja offensichtlich nicht mehr so schlimm, eine Bank zu überfallen. Denn um solche Gewaltaktionen kümmert sich der Staat. Nur ist es jetzt erheblich bedrohlicher eine Menge Geld einzahlen zu wollen. Da kümmert sich die Bank mit entsprechenden Zinsstaffelungen drum. Kommt ein Reicher mit seinem Vermögen in die Bank und droht ein Sparbuch aufzumachen. Da droht aber die Bank mit Zinsen und Gebühren dagegen. Aufrüstung der Reichen gegen noch Reichere. Wie sagte bereits der weltweit von Arm und Reich geachtete (wieso?) Mensch Warren Buffet: „If class warfare is being waged in America, my class is clearly winning.“ (übersetzt: „Wenn in Amerika ein Klassenkampf tobt, ist meine Klasse dabei, ihn zu gewinnen.“). Trump ist garantiert auf Warren Buffets Seite beim Buffet am Tisch der Armen (… dieser Kalauer musste jetzt sein …).

Also zurück zu Trump und der Zeitung, hinter der eh immer ein kluger Kopf steckt. Da fällt mir gleich als nächste Schlagseite auf, dass Hunderttausende unter anderem vor allem Frauen gegen Trump demonstrieren. Hunderttausende! Ist das nichts? Gut. Im nächsten Satz wird dann desillusionierenderweise das Wort „weltweit“ gebraucht. So, so. Es gibt wohl auch nur Zweihunderttausend Frauen auf dieser Welt, denn ansonsten wäre das keine Schlagzeile mit der Erwähnung des Wortes „Frauen“ wert. Manager Deutschlands (wie viele?) reden sich Trump schön (Prost!) und Hunderttausende mit „vor allem“ Frauen demonstrieren weltweit gegen den amerikanischen Clown Trump (… liebe NSA, das war nur ein harmloser, satirischer, unwichtiger Witz, ehrlich, echt jetzt  … oder doch nicht? …). Und links die Schlagzeile, dass die Partei „Die Linken“  eine Eintrittswelle verzeichnet, direkt rechts daneben Hurra-Rufe für Petry, Wilders, Le Pen und Trump …

Hm. Ich saufe, pardon, rede mir Trump nicht schön, ich bin keine weltweit demonstrierende Frau und trete auch nicht in die Partei „Die Linken“ ein … ernsthaft, ist mein Leben in Gefahr? Eine wirkliche Notwendigkeit? Ein echter Missstand? Oder ist das lediglich unschön?

Und jetzt das wichtigste! Fußball-Bundesliga zum Auftakt im Jahr2017: das Ergebnis „1:“2“ gab es bisher wie das Ergebnis „1:0“ gleich zweimal (Stand: Samstag vor dem Sonntag). Drei andere Spielergebnisse wollten sich wohl mit anderen Ergebnissen wichtig machen und damit Wettquoten verderben. Das ist bedenklich. Ernsthaft. Insbesonders da es keine Anhaltspunkte für Bestechung gibt. Und das beim Fußball. Das ist ja so wie Olympia ohne Doping. Geht gar nicht. Könnte da mal wer nachforschen? Ist jetzt absolut wichtig. Es geht um meine Quote! Ernsthaft. Meine Bank wollte mir die 10-Euro-Einzahlung mit 10 Cent strafen, also hab ich gewettet und jetzt schein ich auch im Wettbüro dieser abartigen Modeerscheinung „negative Zinsen“ zum Opfer geworden zu sein.

Trump schön saufen … äh, reden. Als Manager? Benötige ich nicht. Ich fang schon mit den AGBs meiner Bank an. Prost.

Pop … pop … populär: Tagebuch-Leak


Geheimer Auszug aus meinem eigenen, skandalösen Tagebuch. Von mir unbarmherzig veröffentlich, damit jeder die Wahrheit erfährt. Jeder. Aber auch wirklich jeder. Echt jetzt. Macht man doch so, oder etwa nicht? Egal. Total egal. Mir total schnurzpiepegal.

Heute ist mein Facebook-Tag. Ein knalliger Eintrag muss her. Aber end-knallig! Das letzte Katzenfoto hatte nur zwei magere Likes eingebracht. Irgendetwas, was zündet. Womit ich bekannter werde. Womit ich richtig stark geliked werde. Es muss doch möglich sein, dass ich mal bekannter werde. Höherer Bekanntheitsgrad, mehr Facebook-Likes, mehr Facebook-Freunde, mehr Leser von meinem Blog. Da geht doch was.

Böhmermann als Beispiel? Schon mal ein Anfang. Hat unheimlich viel Bekanntheit bekommen für ein Schmähgedicht, von dem er selber sagte, dass er es als Beispiel veröffentlicht, was nicht veröffentlicht werden darf, oder so. Aber nachher die Staatsanwaltschaft vor der Türe, muss nicht sein. Dann lieber ne andere Strategie.

Oder mal ne vorsätzlich fake news auf Facebook streuen und diese dann direkt als ‚fake news‘  bezeichnen? Hm. Nicht so gut, dieses ‚fake news‘. Da kommen dann die ganzen Pedanten aus den Löchern gekrochen und schimpfen mich wegen dem englischen Ausdruck ‚fake news‘, weil es bereits das ur-deutsche Wort ‚Falschmeldung‘ gibt. Nur ‚Falschmeldung‘ klingt einfach negativ. Schreib ich jedoch ‚Zeitungsente‘, dann kommt der Bundesagrarminister, dieser Freiheitskämpfer wider den fleischlosen Fleischbällchen, aber völlig-nicht-wider die literweise, vegane Kalthopfenschale, also dann kommt jener Bundesagrarminister Christian Schmidt der CSU und meckert, weil das wieder eine Täuschung des Verbrauchers sei. Facebook sei ja keine fleischhaltige Flugnachricht-Zuchtanstalt, und außerdem kenne er nur halbe, gebratene Enten mit Blaukraut aus Muttis Küche. Und dann noch, weil, mit Essen spiele man nicht.

Hm. Brauch ich nicht.

Oder doch!

Politikerschelte ist ja richtig populär. Die CSU-Flugente ‚Münchener Merkur‘  schrieb neulich, dass die als ‚Kabarettistin‘ bezeichnete Gruber Monika (schreibt man in Bayern so), also jene hat Zehntausend Likes erhalten, weil diese Gruber letztens eine Politikerin, jene Simone Peter aus NRW, als ‚dürrer Veggie-Hintern‘ und als ‚GrüPri‘  – Grubers Abkürzung für ‚Grünen-Pritschn‘ – bezeichnet hat. Nebenbei, ‚Pritschn‘ heißt ins Normaldeutsch übersetzt ‚Vagina‘, ‚Prostituierte‘. Es wird benutzt, um damit eine bösartige, aufsässige, klatschsüchtige Frau von einer ehrhaften, folgsamen, schweigsamen Frau abzugrenzen. Die eigene Wertsteigerung durch Abwertung einer anderen Person als Zeitgeist-Masche. Zehntausend Likes als Dreingabe zur Aufwertung und der Wertschätzung willen. Nur, wenn ich ‚GrüPri‘ und ‚dürrer Veggie-Hintern‘ verwendet hätte, also ich wäre dann als mieser Sexist und zusätzlich noch als elender Rassist öffentlich in Zeitungen gebrandmarkt worden.

Aber Frauen dürfen das. Und Christian Schmidt hat wohl auch nichts dagegen, dass der Hintern von jener Simone Peter als vegan klassifiziert wurde, obwohl da Fleisch drin ist. Die Bayern an sich dürfen das ja erst recht. Insbesonderes bei Leuten nördlich des Weißwurstäquators, auf welche die Bayern laut Grundgesetz ja eh nicht mehr schießen dürfen, auch wenn sie’s noch so sehr wollten. Tja, Stutenbissigkeit leben, das können nur Frauen wie Monika Gruber. Ausnahme vielleicht Mario Barth: bei dessen Programmen weiß ich nicht wirklich so genau, ob der in Wahrheit nicht doch ne Frau und dann auch noch mit Desiree Nick verheiratet ist.

Ich brauch ne Beleidigung, die sich gewaschen hat. Mit der ich auf Facebook geliked werde. Ich könnte was gegen Flüchtlinge, Mutti Merkel und Sarah Wagenknecht schreiben. Dann liest es vielleicht Dieter Nuhr und Alice Schwarzer, beide liken und teilen es mit wohlwollendem Kommentar. Das macht dann die ersten Tausend Likes. Eine Viertel Stunde später wird die AfD auf Schwarzers Vermerk aufmerksam und – Schwupps – habe ich fast ne Million Likes.

Nein, das ist es mir nicht wert. Zu billig. Und ich möchte auch nicht mit der AfD in Verbindung gebracht werden. Dieser parteigewordenen Kreuzung aus schlechten NRW-Witzen und Berliner Kalauern …

Es muss auch noch ein anderen Weg geben, um nach Komplimenten zu fischen. Katzenfotos bringen es nicht mehr. Außer vielleicht ein Foto von fünf, süßen, kleinen Katzenbabys. Putzig aus einem braunen Kartoffelsack schauend. Im starken Regen. Mitten auf dem Rhein. Und im Hintergrund, knapp zwei Meter dahinter, die riesige Bugwelle eines Schleppkahns …

Hätte wiederum etwas von AfD-Niveau. Mit Katzenfotos und AfD spielt man nicht. Obwohl, wenn ich so an Tiere denke … Tierschützer passen immer gut als Feindbild. Da sitze ich in einem Boot mit Christian Schmidt. Im gleichen Schleppkahn. Katzen ahoi!

Also. Nochmal. Es muss etwas her, was Aufmerksamkeit erregt. Irgendetwas, was zündet. Heureka, ich hab’s! Das ist es! Ich erstelle ne öffentliche Veranstaltung in Facebook. Einladung an alle:

Sonntag Abend, 21:00 Uhr, im Scheine des Mondes, öffentliche Dackel-Verbrennung auf dem romantisch verschneiten Münchner Marienplatz. Unterhalb der goldenen Mariensäule. Um Spenden an Zamperl, Reisigholz und guten Brandbeschleunigern wird gebeten. Mit anschließendem Absingen der Europa-Hymne am wärmenden Feuer. Hot-Dogs gibt’s gratis!

Genau. Absingen der Hymne an Freiheit, Frieden und Solidarität. Die ‚Ode an der Freude‘. Seid umschlungen Millionen! Töchter aus Elysium! Und Söhne freilich auch. Ludwig van ist doch immer passend zu so einem Event …, pardon, ‚Veranstaltung‘ heißt das.

Und weil die Hymne gesungen wird, kann ich es auch als politische Demonstration mit Partycharakter verkaufen. Sobald dann der erste Tierschützer auf meinem Eintrag meckert, kontere ich mit ‚Brunzbisslbled Verkloghafei‘ in Verbindung mit ‚deppater Kletznsepp‘ oder ‚damische Bluzn‘. Ist halt normaler bairischer Gendertalk. Und zack gehen die Likes in die Höhe. Der ‚Münchner Merkur‘ schreibt dann darüber, und Agrarminister Christian Schmidt kann darauf den Söder fragen, ob Dobrindt und Seehofer auch zum ‚Hot-Dog-Essen‘ auf den Münchner Marienplatz kommen. Singen können die ja, auch wenn deren Zungenschlag komplett nicht stimmt.

Hm. Vielleicht sollte ich auch vegan-vegetarsches Freibier organisieren, traditionell gebraut nach dem bayrischen Reinheitsgebot. Denn ansonsten kommt der Hintern von Seehofer garantiert nicht …

Wenn ich groß bin, werde ich ein Ferrari


„Wenn Recht zu Unrecht wird, dann wird Widerstand zur Pflicht, mein Sohn!“, sprach der Herr Papa erregt zu seinem Sprössling auf dem Beifahrersitz.

„Aber Papi! Du kannst doch nicht …“

„Doch ich kann. Und zwar so wahr ich Johannes Berthold Bachmaier heiße. Ich kann!“

„Aber …“

„Wenn ich eines von meinen Eltern auf ihren Anti-Atombomben-Demos der 80er gelernt habe, dann das, dass man sich nicht alles zu gefallen lassen hat! Okay, die Anti-Atombomben-Demos waren pillepalle. Was sind schon Atombomben im Verhältnis zu dem, was Banken so an hohlen Spekulationsobjekten produzieren. Explodiert eine Atombombe, das betrifft einen eingeschränkten Kreis, vielleicht ne halbe Millionen Menschen. Wenn die Banken jedoch ihre Spekulationsobjekte zünden, dann stürzt so etwas mehrere Millionen ins Elend. Sagte bereits Warren Buffet. Nur, dagegen demonstriert niemand mehr, nicht einer von den 80er-Jahren-Friedensaposteln kommt aus dem Quark, nachdem bereits die Finanzwelt mit Massenvernichtungswaffen aufgerüstet hat! Nein, dagegen gibt’s von denen kein Widerstand! Null.“

„Aber Papi, nur weil  einer sagt, er könne Millionen explodieren lassen, kannst du doch nicht so einfach hier …“

„Doch, Stefan, doch! Dein Papa kann das! Dein Papa zahlt Einkommenssteuer, Vermögenssteuer, Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Alkoholsteuer, Mineralölsteuer, Autosteuer, Mautsteuer, Vergnügungssteuer und was sonst noch. Da kann dein Papa erst recht! Ich lass mir dieses Unrecht nicht mehr gefallen, diese Willkür, diese Ignoranz und Arroganz von diesen Arschlöchern, die nicht wissen, was sie tun. Obwohl, das werden sie sehr wohl wissen.“

„Papi, nun hör schon auf …“

„Stefan! Du sollst mich nicht unterbrechen, wenn ich rede. Kinder haben gefälligst zuzuhören, wenn Erwachsene erzählen, wie das Leben wirklich ist! Wie wollt ihr denn sonst lernen, wie die immer mehr euer gutes, zukünftiges Recht beschneiden?!? Wer da nicht aufsteht und mal sich richtig …“

Es klopft an der Scheibe. Herr Bachmaier drückt auf einen Knopf und ganz leise surrend bewegt sich die Seitenscheibe hinunter. Ein Polizist blickt ihm ins Gesicht.

„Sie stehen im absoluten Halteverbot. Sind Sie mit einer Verwarnung von 20 Euro einverstanden?“

„Im Halteverbot? Das muss aber neu sein. Vor Weihnachten war das noch nicht. Da konnte ich meinen Sohn hier immer von der Nachhilfe abholen.“

„Zusätzlich haben Sie in zweiter Reihe gehalten und Sie behindern den Verkehr.“

„20 Euro sagten Sie? Einverstanden.“

Er reichte einen Geldschein durchs Fenster und erhielt Quittung und Beleg. Erneut drückte er den Knopf. Die Seitenscheibe schloss sich wieder. Ein weiterer Druck auf einen anderen Knopf und kaum hörbar startete der Motor.

„Papi, ich dachte, du sagtest, dass Widerstand Pflicht wäre. Aber jetzt hast du trotzdem bezahlt?“

„Das verstehst du nicht. Man muss sich ja auch an Regeln halten, nicht wahr.“

„Ich hatte dir doch zuvor bereits erklärt, dass hier jetzt Halteverbot ist und ich zum Parkplatz kommen könnte.“

„Stefan, du musst mir nicht immer widersprechen, nicht wahr. Das verstehst du nicht, okay.“

„Okay.“

„Und kein Wort zur Mutti, nicht wahr. Sonst gibt’s Ärger!“

„Okay.“

„Diese Säcke von Politiker. Klauen mir permanent mein Geld und ich bezahl mit meiner Freiheit! Aber die können was erleben. Im September kriegen die von mir die Quittung! Da vergeht denen noch deren Gefasel! Und Stefan, kein Wort zu Mutti, verstanden?!“

Sprach’s und drückte das eiserne Gaspedal bis zum Anschlag durch.