In die hohle Hand geschi … ckt – oder: Mr. Hankey, der Weihnachtskot, und sein Abstecher vom South Park in den Davert-Park

»… und dann setzen die sich auf der Bank und saufen sich deren Köppe voll.«

»Ja und?«

»Die saufen so viel, dass die nachher deren Gläser und Flaschen zerschlagen oder fallen lassen. Und dann machen die deren eigenen Dreck nicht weg. Ich hasse diese 1.-Mai-Pättkesfahrer.«

»Und?«

»Wer muss denn dann den Dreck wieder weg machen? Wenn ich es nicht mache, dann bleibt dort alles voll mit Scherben liegen.«

»Naja, die haben schon einiges an Alkoholika in deren Köppe halt.«

»Das ist egal. Das ist keine Entschuldigung. Die sollten ihren Mist selber wieder weg machen! Aber die kümmern sich einen Scheiß-Dreck darum. Am Ende muss ich mich drum kümmern und die Umgebung der Bank säubern. Und ich habe keine Zeit dazu, ich muss bei mir auf dem Hof arbeiten, da habe ich genug zu tun. Zudem habe ich keine Zeit, am 1. Mai mit Bollerwagen auf Sauftour zu gehen. Wenn ich feiere, habe ich Einkommensverlust. Und wenn ich feiern will, dann nicht um zu saufen!«

»Aber die Bank steht doch nicht auf deinem Grund und Boden. Darum muss sich das Dorf kümmern. Das ist nicht deine Aufgabe.«

»Ach, die kümmern sich doch nen Scheiß-Dreck drum. Wenn ich es nicht mache, wer würde es sonst schon machen? Das geht immer alles von meiner Arbeitszeit ab.«

»Also gehst du immer nach jedem 1. Mai dorthin, also am 2. Mai, und machst dort sauber?«

»Nicht mehr. Seit drei Jahren gehe ich am Vorabend dahin und lege dort meine Kacke aus.«

»Was machst du?«

»Ich lege meine Kacke aus. Damit es an der Bank stinkt und sich am 1. Mai keiner dort hinsetzt.«

»Nochmal, was machst du? Du kackst dort in der Nacht vom 31. April auf den 1. Mai? Damit am 1. Mai dort keine Flaschen zerdeppert werden?«

»Ja und? Wenn ich mich nicht drum kümmere, wer kümmert sich denn dann schon drum?«

»Nochmal: du kackst dort, damit sich die Mai-Wanderer und Mai-Pättkesfahrer mit Bollerwagen dort nicht ausruhen? Das ist doch n Witz von dir, oder?«

»Nein. Das ist mein totaler Ernst. Es geht hier auch um Umweltschutz. Damit die 1. Mai-Wanderer die Gegend nicht zumüllen. Die Umwelt muss vor solchen Idioten geschützt werden.«

»Deshalb kackst du am Vorabend dort hin? Hab ich das echt jetzt richtig verstanden?«

»Natürlich kack ich nicht dort hin! Was glaubst du, wer ich bin? Ich bin doch kein Asozialer!«

»Sondern?«

»Ich hab doch Kultur, oder was meinst du denn?«

»Was machst du denn dann?«

»Ich seil mir zu Hause auf dem Klo einen ab, nimm es und verpack das ganze in Toilettenpapier …«

»Was machst du?«

»… und dann bring ich das Paket zur Bank und verschmier es dort.«

»Was? Nicht dein Ernst, oder?«

»Ja, das mache ich.«

»Nochmal, du kackst auf dem Klo zu Haus ins Toilettenpapier, wickelst es ein und bringst das Paket 500 Meter entfernt zur Bank, öffnest es dort und verschmierst es um jene Bank herum?«

»Ja und? Was ist denn schon dabei? Alles Bio. Der nächste Regen spült es wieder weg. Und die Bank bleibt frei von Glas- und Flaschensplittern, die ich dann nicht wegmachen muss.«

»Das, das glaub ich nicht. Du bist doch bescheuert. Das meinst du doch nicht ernst, oder?! Das ist doch nur ein dämlicher Witz von dir, oder?!«

»Doch! Morgen ist der 1. Mai und ich hätte fast vergessen, die Bank zu schützen.«

»Moment, wir kommen gleich an der Bank vorbei gefahren, dann kannst du dich dort hinhocken und kacken. Nimm das Gras zum Abputzen und zum Verschmieren deiner Kacke. Das wäre dann total bio.«

»Du bist derjenige, der echt wirklich bescheuert ist! Ich wird doch nicht mich dort zum Kacken hinhocken. Glaubst du echt, ich bin ein Assi, oder was?«

»Aber das wäre doch erheblich einfacher, und du müsstest nicht mit einem Paket dort hingehen und alles verschmieren. Das kannst du doch gleich direkt machen.«

»Du bist wirklich ein Idiot! Meinst, ich bin so einer wie diese asozialen Mai-Gänger mit deren Bollerwägen, die sich wie die Löcher besaufen und dann im Suff die Umwelt mit deren Flaschenscherben versauen? Diese Asozialen, die immer zum 1. Mai die Sau rauslassen, aber ansonsten brav auf gut bürgerlich machen und ach so umweltfreundlich tun?«

»Äh, nee. Aber ich dachte, es wäre effektiver, statt erst auf dem Klo, direkt und ohne Papierhinterlassenschaften … da kommt die Bank, wir fahren gleich dran vorbei. Es ist bereits dunkel, ich kann hier kurz anhalten und dich rauslassen.«

»Fahr weiter, du Arschloch! Ich hätte nie gedacht, dass du mich für so einen Assi halten würdest! Typisch für euch Bayern. Bei Söder könnt ihr vielleicht sowas wie der Söder machen, aber hier nicht! Hier ist nicht Söder-Revier.«

»Gut, gut, ist ja gut. Sorry, ich dachte ja nur.«

»Wenn du mal denkst, Katastrophe, immer! Solltest du mal drüber nachdenken!«

Er stieg aus meinem Auto aus, als wir vor der Haustür seines Hofes angekommen waren. Ich sollte kurz warten, dann könnten wir zur Aussegnungshalle fahren und darauf zum Abendessen, erklärte er mir. Er müsse nur sich umziehen, dann käme er runter und wir könnten ins Dorf fahren.

Ich wartete also.

Zehn Minuten darauf, dann kam er angelaufen. In seiner rechten Hand hatte er etwas, was mir auf dem ersten Blick entging.

»Kann ich damit in dein Auto einsteigen?«

»Was’n das?«

»Hab ich dir doch erzählt: das ökologische Gegenmittel gegen Scherben an der Bank durch jene Umweltsäue.«

Ich schaute genauer hin. Er hielt in seiner rechten Hand etwas, was in Klopapier eingewickelt war. Mir schauderte. Wie der ungläubige Thomas des Neuen Testaments: Hätte ich es nicht gesehen, ich hätte es nie geglaubt, sondern nur das ganze als gespielten Witz erachtet.

Nein, ich ließ ihn nicht einsteigen. Sein Blick wurde ernsthaft sauer und stach auf mich ein. Seinen ärgerlich-beleidigenden Worten nach, an mich hingerotzt, es bestand kein Risiko für mein Auto. Und dass ich ihn die 500 Meter nicht dort hinbringen wollte, dass empfand er als Arroganz meinerseits und als Affront der hehren Absicht seinerseits. Er drehte sich ab und rannte los, Richtung jener Bank. Ich starrte ungläubig aufs Cockpit meines Autos, die digitale Anzeige verwandelte sich in Numerologie und Tarot-Karten und innerlich suchte ich darin erfolglos nach Erklärungen.

Kurzer Zeit später kam er zurück, außer Atem, aber nicht atemlos. Für einen fast 60-jährigen war er vollkommen körperlich fit.

Nebenbei, meine Arroganz, also jene für ihn so unerträgliche, sie vergrößerte ich wohl noch erheblich mehr. Denn Abendessen wollte ich nicht mehr. Vernünftig verargumentieren konnte ich es seiner Meinung ihm gegenüber nicht. Weswegen er mir riet, dass ich mir Gedanken machen sollte, warum ich immer Abende anderer Menschen verderben würde und keiner mit mir rausgehen wolle.

Ich fuhr zurück ins Hotel. Während der Fahrt grübelte ich nach, ob ich das Ganze vielleicht nicht doch geträumt haben könnte. Hatte ich nicht. Es war das wirkliche Leben.

Kneipengespräch: Die Frau am Klavier

»Und dann betrat ich den Raum. Den nannten wir damals alle “Das Beste Zimmer”. Gäste wurde dort empfangen, spontaner Besuch zu einem Likörchen oder Kaffee rein gebeten. Es hieß nicht einfach “Wohnzimmer”, sondern immer “Das Beste Zimmer”. Es enthielt ein rotes Sofa für drei Personen und zwei rote Ohrensessel, links und rechts davon, drei Stühle mit rotem Polster und einen braunen großen Zier-Tisch, der recht zu niedrig als Esstisch war. Daher wurde er bei offiziellen Essen mit dem aus der Küche ausgetauscht und es kamen auch passende Esstisch-Stühle rein. Aber das Sofa und die Ohrensessel blieben. Es war eben “Das Beste Zimmer”.

Gegenüber dem Sofa stand das Klavier. Kein Erbstück. Ein Geschenk. Bekannte meines Vaters, ein Ehepaar aus Münster, hatten es meiner Familie überlassen. Mein Vater hatte das Ehepaar bei seiner Flucht aus Schlesien kennengelernt und war mit ihnen eng befreundet. Der Mann arbeitete in Münster in einer Bank und hatte ihm zu einem Notkredit verholfen, obwohl er es nicht hätte machen dürfen. Mein Vater war ihm dafür stark verbunden, weil er deswegen nicht bankrott ging. Der Kredit hatte ihm übers Wasser geholfen, der Mann des Ehepaares erhielt Schwierigkeiten deswegen, denn mein Vater war nicht als kreditwürdig eingestuft. Anfang der 70er zog das Ehepaar von Münster ins Allgäu nach Kempten. Das Klavier wollten sie nicht mitnehmen. Weder sie spielten darauf, noch deren zwei Kinder. Zudem waren sie der Meinung, meines Vaters zwei Söhne sollten Klavier spielen erlernen, denn den Blockflötenunterricht in der Grundschule empfanden sie nur als Quälerei an der Kunstform »Musik«. Mein Bruder hatte Blockflöten-Unterricht. Er schaffte es bis in die elitäre Blockflöten-Gruppe der Kirche, die zum Hochamt immer ein Kirchen-Lied mit deren Blockflöten zum Lobe Gottes interpretieren durften. Ich selber fing direkt mit dem Klavier-Spielen an.

Kennen Sie das alte Lied von Johannes “Jopi” Heesters noch? Weiterlesen

Hier sieht es, aus wie in deinem Zimmer!

Ein Donnerstag. Ein Donnerstag, an einem 2. September 1993. Wie üblich der Kino-Premiere-Tag. Diesmal mit Wichtigkeit. Steven Spielberg, der Regisseur der 90er, hatte seinen neusten Film ins Kino gebracht. “Jurassic Park”. Der erste Film einer bis heute andauernden Film-Serie, welche Menschen und Dinosaurier zu einer Begegnung auf der Kino-Leinwand verhalf. Was die Welt in ihrer Evolution nicht hinkriegte, das schaffte die kinematische Vorstellung der Menschheit. Oder besser gesagt, die eines kinematischen Genies, namens Steven Spielberg,

Zuvor gab es zwar schon “Die Dinos” von Jim Henson als Serie. Als Fernsehen über die Dino-Familie ”Sinclair”. Bekannt wurde die Serie vor allem durch den Ausruf vom Baby-Sinclair-Dino; “Nicht die Mama”. Eine Serie in der Tradition der “Familie Feuerstein”. Es war eine Fernsehserie, in welcher sich schon diverse Dinos mit den brennenden Themen wie “Vegetarismus pro und contra”, “Bäumschubsen – ja oder nein” (… „hier wird nicht geschubst!“ …) und anderen über lebenswichtige Dingen beschäftigte.

Ich will damit nicht die Serie und deren Themen runterreden. Nein. Die Themen sind auch heute noch hyperdringend. So wie damals. Als der Wald im sauren Regen der Umwelt ihren Tribut zollte. Als die Wissenschaftler bereits auf die Hypercarbonisierung der Atmosphäre und deren Überhitz und hinwiesen. Das waren die 80er und 90er. Bereits am Rande des Abgrunds. Heute ohne einen weiteren Schritt.

Viel Glück an die Gen Y und Z, um diese Themen zu lösen. Wir Boomer haben dahingehend komplett versagt. Weiterlesen

Den Hügel hinauf, um unten anzukommen

Rennend, rauf und runter. Aber immer nur rauf, statt runter. Rauf den Hügel. Diesen Idiotenberg. Im Winter als kleiner Schlittenhügel. Im regnerischen Sommer als Schlickrutsche. Rauf und runter. Und dazwischen immer als Kletterchen für die Langeweile.

Du siehst zerzaust aus. Biste gerannt? Rauf und runter?

Irgendwer rennt. Rauf und runter. Den Augenblicken im Detail hinter her. Jeder Moment eine andere Entscheidung, eine andere Entwicklung. Eine andere Wirklichkeit. Eine adere Realität. Ein anderes Universum. Ein Multiversum.

Und? Was macht Gott dabei? Würfelt er? Hat er noch nen Scheit Holz in die Hitze unserer Diskussionen geworfen? Ist da Donner im Herzen? Schmerzt  er? Schmerzt es? Brennt es? Glimmt es? Oder lebt es nur? Angeheizt durch einen Blitzeinschlag. Gefolgt vom Donner. Aufgrund von Erfahrungen?

Es verletzt nicht. Es ritzt nur. Den Unterarm. Die Pulsadern. Das Leben. Wie Lava läuft es den eigenen Körper hoch. Und danach runter. Weiterlesen

Wannst du mim Deife danzt, dann brachst guate Schua

Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde.

Albert Einstein  1879-1955


Auge um Auge und die ganze Welt wird blind sein.

Mohandas Karamchand Gandhi (1869-1948)


Pustefix als Lebensprinzip auf dem Misthaufen

Hallo Welt!

Wir schreiben den 4. Januar 2022 und heute ist der internationale Tag der Brailleschrift und der internationale Welthypnosetag.

Garantiert denkt nun der ein oder andere Mensch: “Was geht mich das an? Ich lese eh nur den neusten Informationen auf Instagramm. Manipulieren und belügen lass ich mich nicht, nicht wahr“.

Und mit Sicherheit kommen dem andere oder einem Mensch folgende Gedanken: “Spezieller Tag für Social-Media-Blasen: #heuteschoneineblaseerzeugt #blasenfürblasenfetischisten, #jedertagisteinwelttag.”

Zudem fühlt sich manch ein anderer Mensch als Alphatier und äußert sich seiner Mitwelt mit Allgemeinplätzen wie: “Menschen sind aktuell kaum noch zugänglich, nicht erreichbar, einfach in ihrer Blase gefangen.”

Ich selber denke mir nur dazu mein Teil: “Was wäre ein Mensch ohne Blase? Tot? Hat nicht jeder sein Weltthema? Sein Thema, seine individuelle Blase? Ist nicht jeder Mensch ein Einzelwesen?”

Weil sich zuvor erwähntes Alpha-Wesen in seiner Deutungshoheit erheblich gestört und in seiner Definier-Freiheit eingeschränkt fühlt, tönt es mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit ein “Ich nicht!”.

Denn Alphatiere haben keine Blase. Alphatiere haben es sich von Chuck Norris abgeschaut: Chuck Norris hat keine Blase, pinkelt deshalb auch nicht und organisiert deshalb seine Hinterlassenschaften immer nur in großen Haufen.

Welthypnosetag. Und alle starren hypnotisiert auf den großen Haufen Mist und warten jetzt auf das selbsternannte Alphatier der Herde, welches sich dort mitten drauf als Blasen-Beherrscher positionieren wird. Denn kräht der Hahn auf dem Mist, ändert’s sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.

Unabhängig von den Zentren der Misthaufen-Blase existiert die Braille-Schrift, wenn sich Menschen mit Augenlichtproblemen ihre Umwelt u.a.a. mittels Braille-Schrift-Literatur erschließen. Zudem lässt sich mittels Hypnose hilfreiche Umwelten erschaffen, in der ein Mensch für sich Hindernisse minimieren kann und an Lebensqualität gewinnt.

Klar kann man so etwas (also Braille und Hypnose) ebenfalls als “Blase” und somit als Randgruppenbedarfsversorgung klassifizieren, weil es die Mehrheit der Menschen nicht benötigt. Allein, manche Menschen, welche als Hahn auf einem erhöhten Punkt gerne ihre Wahrheiten rauskrähen wollen, finden es immer besser, nur bei anderen Menschen von “Blasen” zu sprechen. Denn so ein Hahn lief in seiner Kindheit den Blasen vom Pustefix hinterher, um jene dann mit spitzen Finger zum Platzen zu bringen. Wenn die Pustefix-Blase das Kind nicht wohlig umgeben wollten, dann hat das Kind jene kaputt gepatscht oder per Fingerzeig zum Platzen gebracht. So ein Hahn lernt auch in seiner Kindheit enorm viel und recht einfach, was es ihm rechtfertigt, das Prinzip in seinem hohen Alter kompromisslos anzuwenden: Lebensprinzipien als verlängerter Arm einer mutmaßlichen glücklichen Kindheit.

Und dann gibt es diejenigen, die beim Wort “Blasen” nur einen Hashtag kennen: , #lieberbjstattwiederneblase.

Blasen folgen/folgt einem einfachen Prinzip

Energy flows, where attention goes.

(Energie folgt der Aufmerksamkeit)

Mal schaun, wie viele Alpha-Wesen dieses Jahr bei mir auftauchen werden, um mit Ratschlägen für Eskimos zu protzen, wie Eskimos in Alaska Vorsorge vor dem nächsten Kälteeinbruch betreiben können. Oder wie ich Eulen in LKWs organisieren muss, um diese erfolgreich nach Athen zu tragen, um mir das Blasen-Geschäft meines Lebens zu vermitteln. Letztes Jahr tauchten diese Alpha-Wesen bei mir immer wieder auf, um ihre Pustefix-Lebenserfahrung unterzujubeln.

Dabei hatten jene Alpha-Wesen lediglich nur ein Talent: “Ghosting”. Einfach kurz mal auftauchen plus erneuter Kontaktabbruch. Alphatiere sind so leicht berechenbar wie jene Blasen, die solche kurz bei deren Pustefix-Aktion erzeugt hatten …

Coming home for X-Mas (2)

Geliebte Geliebte,

die erste Nacht in fremden Gestaden war okay. Es war in der Nähe von der ehemaligen Gaststätte “Dicke Weib”. Am Emmerbach. Am See. Diesen verzierte eine dünne Eisschicht. Und am Ufer Schnee.

Schnee, geliebte Geliebte. Das musst du dir vorstellen. Allein die Erwähnung des Wortes “Schnee” führt dazu, dass die ganze Münchner Polizei hellhörig wird. Oder besser geschrieben “würde dazu führen, dass”. Denn die haben erst letztens massenhaft Schnee verbrannt. In München. Bei der Polizei. Schrieben die Zeitungen. Schreibe ich dir auch jetzt. Denn alles andere wäre ja rein undenkbar. Hoheitliche Aufgaben sind auch das Verbrennen von Schnee.

Habe ich dir mal erzählt, dass früher in Rio de Janeiro der Schnee nur ein Privileg der Reichen und Schönen war? Dann zusätzlich das Privileg der Polizei. Und dann das der Unterschicht. Aber du wohnst ja in München. Da gibt es keine Unterschicht. Höchstens Hartz-4-Empfänger. Und in deren Harz-4-Sätzen ist kein Koks mit einkalkuliert, außer das Koks, welches im Hausbrand Verwendung findet. Aber Hausbrand gibt es in Münchener Mietwohnungen eh nicht mehr. Die würden eh auf Kosten der Mieter energiesparmäßig aufgerüstet. Da gibt es Fernwärme und Gas und Heizöl. Alles CO2-konform reguliert. Hausbrand, das können sich nur noch die leisten, die Geld haben und in deren Heim ein Kamin befeuern können. Deswegen können die Kamine der Reichen auch weiterhin mit Holz, Papier und ja, und auch Koks befeuert werden. Es lebe die Demokratisierung des Hausbrands. Und sei es nur die eigene Schnapsbrennerei im eigenen Keller.

Und wenn denn mal ein Haus brennt, dann ist es nebenbei bemerkt kein Hausbrand, sondern eher eine Katastrophe für die Mieter. Oder anders betrachtet ein Beitrag zum Thema “Schöner Wohnen. Danach”. Also ein reiner Versicherungschadensvorfall und ne Arbeitsbeschäftigungmaßnahme für die Feuerwehrleute, die aus Langeweile gerade den neusten klandestinen Hausbrand aus Gustls Schnapsbrennversuchen zu verköstigen.

Geliebte Geliebte, ich war heute an der Düvelseik. Das ist ist regionales Homing-Speech. Auf Deutsch, heißt das Ding “Teufelseiche”. Ein Schaustück knorriger Natur in einem Regionalbezirk, welcher vor paar Hundert Jahren noch feucht und unwirtlich war. Ich traf jemanden, der sich “Dave R.T. Nuckel” nannte und mir eine Geschichte erzählte, die so unglaublich klingt, dass sie auch in den bekannten und  von allen favorisierten Mainstreammedien wie BILD-Zeitung, BILD-TV, WELT oder ntv hätte stehen können, wäre die Story nicht grad mal ein wenig länger als ein herkömmlicher Twitter-Post.

Es ging um eine Spinneleonore, einem Hoho-Mannecken, einem Rentmeister Schenkenwald, einer schwarzen Kutsche mit Mönchen und dem Unaussprechlichen höchstselbst. Ich habe mir die Rechte an seiner Kurzgeschichte gesichert und werde versuchen, diese über einen Buchverlag zu veröffentlichen. Die Erlöse der Veröffentlichung werden uns Wohlstand und Reichtum versprechen. Der Literaturnobelpreis sollte greifbar sein, wenn man mir wohl gesonnen sein sollte..

Und vom geplanten Erlös werden wir dann garantiert eine Reise in ein vom Chiemsee nicht entferntes Etablissement machen können. Zusammen. Gemeinsam ganz enthemmt. Sex pur. Ein Stundenhotel an der Dachauer Straße im Norden Münchens. Sollte dann die Erde beben, die Gegend südöstlich davon dabei flach gelegt werden, dann könnten wir sogar den Chiemsee mittels Ferngläsern vom Dach des Drive-In-Apartments sehen. Was hältst du von dieser Idee?

Geliebte Geliebte, es soll hier auch “Lost Places” geben, also Orte die verlassen wurden und die den Geist von vollprozentigen-Mysteriums atmen. Zwei Flugzeugabsturzstellen. Ein Flugzeug davon musste man aus dem Erdreich erst aus buddeln. Das andere knallte so in die Davert rein. Zwei Kreuze, zwei Tote. Dazu noch ein Schießübungsplatz und verlassene Kasernen. Das hört sich an wie in Bayern Landsberg, wo nicht nur Hitler einsaß, sondern wo auch unterirdische Startbahnen geplant wurden und wo in dessen Frauenwald nur noch die Ruinen davon übrig sind. Ich werde dieser Sage hier nachgehen. Es kann nicht sein, dass so etwas in Vergessenheit gerät, woran sich eh keiner mehr dran erinnert.

Ach ja. Deswegen bin ich ja nicht hier. Heimreise war das oberste Ziel. Mutti besuchen.  Bürgertests durchführen. Lächeln hinter der FFP-2-Maske an Eingängen, damit die eigenen Augen strahlen. Das ist ungewohnt. In Bayern hat mir die FC-Bayern-Armbinde immer gereicht, um Einlass zu bekommen. Mir wurde gesagt, dass das maximal noch hier im Westfalen-Lande in Lippstadt, dem Heimatort vom Ex-Bayern-Vorstand KHR (Karl-Heinz Rummenigge) klappen könnte … nur wenn ich Bayern erwähne, ernte ich immer nur hasserfüllte Blicke.

HG Butzko hatte ich geschrieben. Er wollt mal wieder unbedingt Mettigel, so hab ich sein letzten Beitrag interpretiert.. Auf deutsch, München geht gar nicht. Typisch. Schalke 05  hatte sich doch extra in Liga 2 platziert, weil es dort von schlechten Mettigeln und hundsmiserablen Currywürsten in den Stadien Bayerns sicher war. Mettbrötchen gibt es in München nur als “Mett-Baguette” und die sind so knusprig wie ne Münchner Weißwurst. Und Currywürste in der Allianz-Arena? Darüber schweigt des Sängers Höflichkeit.

Geliebte Geliebte, ich bin nicht hier um Bayerns Glanz und Gloria (auch nicht von Thurn und Taxis) zu polieren, denn dafür gibt es in Bayern eine eigene Abteilung. Ich wollte dir schreiben, wie ich meine Vergangenheit hier aufarbeite. Hier im Westfalenland außer Rand und Band. Hier im Münsterland. Hier als Davertnickel. Geht so etwas überhaupt? Ich gehe in mich und konfrontiere mich mit meiner eigenen vergangenen Leere als schwarzes Loch einer expandierenden vorwärtsschauenden Vergangenheit. Geht das überhaupt?

Bis dahin, gehabt dich wohl, geliebte Geliebte.

Biss denne

Über kreisende Berge und geborene Mondkälber

»Und an dieser Stelle, meine sehr verehrten Herren und Damen Politiker hier anwesend im Saale, möchte ich nun nachfragen, ob Sie eventuell ein unübliches Getränk zu sich genommen haben. Denn Sie sagten unvernünftiger weise bereits …«

»Stopp! Stopp! Das geht so nicht.«

»Was geht so nicht?«

»Ihre Rede ist ja komplett für Somnambule. Professor Hastig der Sesamstraße wäre zu Ihnen bereits die reinste Redekanone.«

»Professor Hastig? Wer soll das sein? Ein Somnambuler?«

»Manno, im Vergleich zu Ihrer Rede erregen zwei Schnecken mehr Aufmerksamkeit, wenn die statt Ihner am Rednerpult einfach nur vögeln würden.«

»Schnecken vögeln für Aufmerksamkeit?«

»Sagen Sie doch einfach: ‚Und an dieser Stelle, Ihr Poly-Ticker hier im Saale, habe ich nur eine Anmerkung: Ob Sie Lack gesoffen haben, habe ich gefragt’«

»‘Lack gesoffen’? Wer tut den so etwas?«

»Ihre angesprochenen Leute. Die vor Ihrem Rednerpult.«

»Die sollen Lack saufen?«

»Das ist Rhetorik!«

»Lack trinken, das könnt ich noch verstehen. Also so ein Mal, so aus Irrtum. Aber Lack saufen, so regelmäßig in Übermaß? Das schlägt doch auf den Magen, oder etwa nicht?«

»Man, hey, das ist Rhe-to-rik! Das ist doch nicht wörtlich zu verstehen!«

»Nein?«

»Nei-en! Das ist lediglich eine kalkulierte Verbalinjurie!«

»Aber warum soll ich denn so eine Beleidigung aussprechen?«

»Weil, politisch Korrektes können Sie ruhig anderen Volltrotteln überlassen. Sie aber müssen mitreißen, bewegen, aufwühlen, Widerspruch erzeugen, kontrovers sein.«

»Und für so etwas nehme ich dann an, dass die anderen Lack saufen?«

»Mann, oh Mann.«

»Ich kannte da mal ein Elternpaar, die hatten einen Sohn, der hatte mal Lack getrunken. Sie hatten es nicht verhindert. Weil sich dessen Widerstandskraft und Immunsystem auf Umweltgifte einstellen sollte, meinten sie. Danach hatten die den Lackhersteller verklagt, weil dessen Warnung auf der Dose für Kinder nicht deutlich genug lesbar gewesen sein sollte. Und den Hersteller der Gegenmedizin.«

»Darum geht es nicht, ob Sie irgendein, so ein Vollhorst-Elternpaar kennen …«

»Lehrerin für Deutsch und Religion und er Ingenieur. Beide Akademiker. Sie prozessierten bis zur letzten Instanz.«

»Mir doch egal. Ihre Geschichte interessiert keine Sau. Was zählt, ist die Rede. Es geht darum, was Sie mit Ihrer Rede bewirken. Und wenn nachher alle Lack saufen sollten, okay, nicht Ihr Problem, okay, das kann Ihnen doch letztendlich egal sein.«

»Ja aber ….«

»In Ihrer Rede kann es nur um das eine gehen: wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt der Berg zum Propheten. Darum kreist Ihre Rede. Ihre Rede muss einschlagen, wie ein Berg bei den Propheten. Also nochmal das Ganze!«

»Und an dieser Stelle, meine sehr verehrten Herren und Damen hier im Saale, habe ich nur eine wichtige Anmerkung, die mir mein Redenschreiber vermittelte: Lack reißt mit, Lack bewegt, Lack wühlt auf und erzeugt Widerspruch. Seien sie kontrovers, kaufen Sie Lack. Das schlägt ein!«

»Saufen! Nicht ‚kaufen‘, Dämlack!«

»Äh, saufen. Also nicht kaufen, Sie Dämlacke!«

»…«

»Besser?«