Ertrage die Clowns (14): Panta rhei, alles fließt im Land der Zäune mit fehlenden Latten …

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Stellen wir uns doch mal eine essentielle Frage:

»Was ist ein Fisch?«

Als Antwort könnte dann kommen: »Das ist ein Lebewesen, was im Wasser schwimmt.«

»Der Kandidat hat richtig gelöst, der Kandidat hat hundert Punkte«, sprach der Pastor, warf das groß gewachsene Ferkel in den Fluss, lies es dort ersaufen, betrachte den schwimmenden Kadaver, lies ihn herausholen und segnete es mit den Worten »Ego te baptizo carpam!« und erklärte dann den versammelten Teilnehmern der Feier:

»Schmeißt den Grill an! Das Tier hat geschwommen, wie ein Karpfen, das Tier ist ein Fisch! Mahlzeit!«

Die Gesundheitsapostel steckten dem toten Tier noch einen wurmfreien Apfel ins Maul und das Gesinde hatte den Kadaver aufzuspießen, einzupinseln und überm Lagerfeuer den Privilegierten mundgerecht zuzubereiten.

Und damit auch die Dümmsten des niederen Volkes es verstanden, wurde denen eingebimst »Fisch ist kein Fleisch«. Der Fisch diente den ersten Christen schließlich als Erkennungssymbol bei den Römern. Und Symbole sind nie fleischig. Ein Fisch schwamm im Flüssigen. Ob mit oder gegen den Strom, das war unwichtig. Wichtig war nur, das Flüssiges das Fasten nicht bricht. Womit die Bayern dann ihr Starkbier als Fastengetränk vermarkteten. Zu dem Fischgericht, den Karpfen, den der eigens dafür eingeladene Kleriker durch die wundersame Schweinswandlung am Fluss ermöglichte. Und Fisch ist kein Fleisch. Fisch galt schon immer als Fastenspeise.

Die Schwaben gingen sogar noch einen Schritt weiter. Sie versteckten das zum Fisch verwandelte Fleisch in Mehl und Eiern und fasteten bei ihren Maultaschen („Herrgottsb’scheißerle“) sich den Speck von den Rippen ihrer Untergebenen.

Fastenzeit sollte ja immer auch eine Zeit sein, von alten Verhaltensweisen Abschied zu nehmen. Zumindest temporär. Also eine Zeitlang. Das heißt, solange man es als notwendig erachtet. Das hat sich auch ein fleischgewordener Herrgottsb’scheißerle wohl so gedacht und einen Krieg vom Zaun gebrochen, und zwar von dem Zaun bei dem er nicht mehr alle Latten dran hatte. Besser gesagt „alle Latten komplett fehlen“. Hätte er noch alle Latten am Zaun, dann könnte man ihm doch raten, diejenigen zur Reparatur zu nehmen, die er vor dem Kopf hat. Und wenn die nicht gereicht hätten, dann hätte er zumindest immer noch die Latten zum Zaunnageln verwenden können, die er unter seinen Füßen hat und als Bühne der Welt betrachtet.

Nun, eigentlich ist der Knispel total vernagelt. Und das, ohne überhaupt in einem Nagelstudio gegangen zu sein. Aber der hätte dem Bedienpersonal ja noch nicht mal das eigene Schwarze unter den eigenen Nägeln gegönnt.

Bevor jetzt noch jemand kommt und meint, mit Nagelstudio hätte man vor einem Dutzend von Jahren noch etwas anderes gemeint, sollte man wieder zu den Latten kommen, die manchen Mitmenschen fehlen. Oder weil sie die für einen privaten Streit von deren eigenen Zaun gebrochen haben.

Vor zwei Tagen ließ sich ein Knispel bestaunen, der Nägel mit Köpfen gemacht hat. Und weil ihm das unentwickelte limbische System im eigenen Kopf näher war als der Kopf des anderen, ließ er sich dabei filmen, wie er einem anderen Menschen unvermittelt eine kräftige Ohrfeige versetzte, so dass jener andere Mensch vom eigenen Stuhl flog.

Das Internet johlte und quietschte vor Vergnügen und kreierte seine Memes. Der Sonntagmorgen war gerettet, nachdem man das sich anschaute, was jemandem am Samstagabend widerfuhr. Im Mittelalter hätten jene beiden Protagonisten (der Täter und sein Opfer) die Rolle des Hofnarren bekleidet. Im Zeitalter der Influencer (auf Deutsch Manipulierer oder „Content-Creater“, wie die sich selber klassifizieren) nennen sich die beide „Comedians“: der eine beim Internet-Fernsehen („Fat Comedy“, bekannt von TikTok), der andere beim linearen Fernsehen (Oliver Pocher, bekannt von RTL). Also Pausenfüller in der Programmsparte „Kaugummi fürs Kleinhirn“.

Einen Tag später waren es wieder zwei „Comedians“, die es ganz ernst mit deren Späßen meinten. Der Täter Will Smith ohrfeigte sein Opfer Chris Rock. Vor laufender Kamera bei der Oscar-Verleihung. Und wieder johlte das Internet und kreierte seine Memes.

Gemein ist beiden Aktionen, dass es den Akteuren überhaupt nicht Leid tat. Maximales Mitgefühlt hatten jene nur für den Veranstalter und baten ihn, dass man sie in Zukunft nicht von deren Veranstaltungen ausschließen möge, weil der Veranstalter könne ja nichts dafür und es täte dem Akteuren ja leid, dass der Veranstalter unter deren unentwickelte limbische System ein paar Momente zu leiden hatte.

Als Biden über Putin erklärte »Um Gottes Willen, dieser Mann darf nicht an der Macht bleiben«, hatten gleich die Sprecher des Amerikanischen Weißen Haus erklärt, Biden meinte es ganz anders und die andere Seite der Welt solle es anders verstehen, damit keiner von den anderen Weltveranstaltungen wegen einer Bemerkung ausgeschlossen werden würde. Im Rückblick lässt sich konstruieren, dass Bidens Satz als Geburtshelfer der Ohrfeigen durchgehen könnte und somit in seiner Argumentation der Vater für die Rechtfertigungen der beiden späteren Ohrfeigen wurde.

Das ist natürlich Quatsch und an den Haaren herbei gezogen. Alle drei Ereignisse stehen singulär für sich alleine.Von A bis Z.

Moment. Schrieb ich Z? Geht gar nicht. Die „Zürcher Versicherung“ hat als deren Marken-Logo den Buchstaben „Z“. Und den will sie nicht mehr, den 26ten und letzten Buchstaben des modernen lateinischen Alphabets. Weil Putin ihn verwendet hat. Deswegen lassen  Innenminister Deutschlands diesen jetzt strafrechtlich verfolgen, wenn der Buchstabe alleine auftaucht. Unklar ist noch, ob der Anfangsbuchstabe des Namens „Selenskyj“ jetzt wie das Söder-„S“ ausgesprochen werden muss oder ob auch die Verwendung wie Zorro-„Z“ als Aussprache noch in Ordnung ist.

Und jener Zorro, der kann sich jetzt sein Degen-Z abschminken. Damit gerät er gleich in Acht und Bann. Wer durch das „Z“-Symbol öffentlich Zustimmung zum Ausdruck bringe, der müsse mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Denn es bleibt absolut unverständlich, wie das stilisierte „Z“-Symbol dafür genutzt werden kann, um Verbrechen gutzuheißen. Wir erinnern uns: Die Geschichte von Zorro spielt in Kalifornien zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft.

Moment. Falscher Film. Ist zwar eigentlich die richtige Gegend, weil Kalifornien, und deswegen Hollywood, und daher Oscar-Verleihung, und deshalb brutales „Klatschen“ als Geräusch beim Ohrfeigen-Verteilen inklusive einer aufrichtigen, herzensguten Entschuldigung beim Veranstalter („Bitte, bitte, mich nicht beim nächsten Mal ausladen, tut mir auch voll leid, ja“), nochmals brutales „Klatschen“ als weitere Ohrfeige zur Durchsetzung des eigenem Gerechtigkeitsempfinden, „Ehrenmann“-Gehabe von Pimpfen mit verkümmertem Cortex, die immer von solchen Verhaltensweisen temporär bis zur nächsten Einladung Abschied nehmen, weil Fastenzeit, weil weder Fisch noch Fleisch, und alles fließt, panta rhei, den Bach hinab zu den Parzellen, wo deren Besitzer nicht mehr alle Latten am Zaune haben, derweil fette Ferkel in Flüssen ersaufen, »Ego te baptizo carpam!« unter Weihfässer-Geschwenktem eingeräuchert …

Von irgendwoher erreichen mich Bilder, wo Menschen andere Menschen vorsätzlich in Beine schießen. Krieg war noch nie menschlich und Menschen im Krieg werden zu Mördern. Vorsätzlichen Mördern.

Und irgendwoher aus einem Fernseher des christlichen Abendlandes ertönt zwischen einem „Hosianna“ und einem „Poenitentia“ ein

»Oh mein Gott, sie haben Kenny getötet, die Schweine!«.

Oder war es ein »Oh mein Gott, sie haben Kenny getötet, ihr Schweine!« als Echo gehört aus irgendeinem Internet-Stream, der zu früh abgebrochen ist?

Eine Frage drängt sich mir ins Hirn: Dürfen Veganer und Vegetarier Pilze essen? Pilze sind weder Fisch, noch Fleisch, noch Pflanze. Ist eine herzhafte Pilzpfanne somit eine wahre Fastenmahlzeit?

Es brummt in meinem Kopf. Es brummt weniger, als dass es schellt. Wie eine Schelle. Habe ich gerade auch eine Ohrfeige erhalten?

Wannst du mim Deife danzt, dann brachst guate Schua

Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde.

Albert Einstein  1879-1955


Auge um Auge und die ganze Welt wird blind sein.

Mohandas Karamchand Gandhi (1869-1948)


Die Nacht ohne Morgen, am Tag ohne Sorgen

In leuchtendem Weiß stand Michazrael neben dem in weiß leuchtenden Gaphrael. Von hinten schien die lodernde Gestalt Mattatron, dessen Feuer alles überstrahlt.

Michazrael: Oh Gott, da kommt wieder der Angeber mit einem neuzeitlichen Doppelklingen-Lichtschwert.

Mattatron: Das habe ich gehört! Du sollst nicht nehmen des Herrn und Gebieters abwertenden Menschenbezeichnung in deinem Mund.

Gaphrael: Komm, Mattatron, mach dich mal locker und atme mal durch die Hose.

Mattatron: Hose? Was ist das? Kannst du nicht sehen? Mein goldenes Gewand ist keine stupide Hose.

Michazrael: Jetzt mach hier nicht die Welle, Mattatron. Wir wissen, dass Hosen nur für Leute mit Eier sind, also mit was in der Hose und wir sind nun mal geschlechtslos. Wir stehen über sowas, klar, unverbindlich mosaisch, verbindlich mächtig. Und trotzdem haben wir hier immer die Hosen an. Auch ohne Eier.

Mattatron: Wage es nicht, Michazrael! Beim letzten Mal hätte dich der unaussprechliche Unfehlbare als Assistent von Luzifer abgesandt, hätte ich nicht ein Wort für dich eingelegt gehabt.

Michazrael: Luzifer. Ein schöner Name. Dagegen ist der meinige etwas gewichstes Gemixtes aus. Aber nein, dieser Knilch erhielt den lateinischen Namen des schönen Morgensterns, der Venus, nackt wie sie uns vom Morgenhimmel grüßt. Nur weil dieser Herr der Fliegen gleich mehrfach “Hier!” bei der Namensvergabe gerufen hat, deshalb hat der so viele Namen. Aber ich, ich erhielt lediglich den “Michazrael”. In tausend Jahren wird sich eh keiner mehr an meinen Namen erinnern. Aber den Namen der Venus, den werden noch alle ehrfürchtig aussprechen. Nur weil er mehrfach “Hier!” blökte.

Mattatron: Wage es nicht, Michazrael!

Gaphrael: Komm, Michazrael, lass sein. Hätte der unaussprechliche Unfehlbare bei der Hirnvergabe das mal gemacht, wir müssten diesen Job hier nicht machen.

Mattatron: Gaphrael! Unterstehe ich!

Gaphrael: Ist ja gut.

Mattatron: Setzt euch gefälligst nieder, es kommt Kundschaft. Und seid ehrwürdig! Wenigstens ein bisschen. Wir wollen hier doch nicht an Anstand missen lassen, oder.

Gerne hätte ich länger zugehört, jedoch da mich Mattatron bereits gesehen hatte, schritt ich zum Schreibtisch vor. Mattatron wirbelte noch ein wenig theatralisch mit seinem Doppelklingen-Lichtschwert, schnaubte etwas unhörbares und fuhr die Lichtklingen ein. Erstaunt blickte ich auf dessen Gewand. Es erinnerte mich eher an eine goldene Rettungsfolie statt an teurer Seide oder anderem Geschmeide.

Michazrael: Name?

Ich: Hat man mich nicht angekündigt?

Gaphrael: Wir wollen deinen Namen wissen und nicht deine Kündigung.

Ich: Ankündigung!

Gaphrael: Klugscheißer.

Ich: Selber.

Michazrael: Noch eine solche Bemerkung, oder du kommst hier nicht rein.

Ich: Ihr wollt mich doch nicht etwa zum Belzebub runter schicken?!?

Michazrael: Warum nicht?

Ich: Ich habe keine Lust mit den ganzen Mördern, Kinderfickern, Hitler, Stalins und so den Rest meiner Zeit zu verbringen.

Gaphrael: Ach.

Ich: Aus der Kirche bin ich nicht ausgetreten, nur damit ich die Ratzingers dieser Welt nachher um mich habe.

Gaphrael: Warum sollte der des Teufels satanische Verse im Chor mit Doktor Faustus singen? Ratzinger und Meissner spielen hinter uns Skat und alle hören denen aufmerksam zu. Sie haben vor ihrer fristlosen Lebenszeitkündigung, den Namen des unaussprechlich Unfehlbaren angerufen und wurden erhört.

Ich: Ach? Sagt wer?

Gaphrael: Wagst du des unaussprechlich Unfehlbaren Ratschluss in Frage zu stellen?

Ich: Des unaussprechlich Unfehlbaren? Wenn die beiden im Himmel sind, dann wüsste ich nicht wirklich gerne, wie es um Menschen steht, die in die Hölle geschickt werden müssten.

Michazrael: Wen meinst du?

Ich: Zum Beispiel Karl, den große Sachsenschlächter. Barbarossa, den Kinderficker. Oder Jeanne d’Arc, die Schlächterin im Hundertjährigen Krieg.

Gaphrael: Warum schickt man uns immer nur die Klugscheißer aus dem kleinen Zentral-Europa, Michazrael, ich ertrag das nicht.

Michazrael: Geduld, Gaphrael, Geduld. Diese niederen Kleingeister müssen halt noch durch das Fegefeuer der Erkenntnis.

Ich: Ach, habt ihr sogar Knilche, die nicht Kaiser oder Könige waren. Also solche wie Stephan Letter, Niels Högel, Fritz Haarmann und all andere unfehlbar Unaussprechlichen reingelassen. Ich wette, weil die kurz vor deren fristlosen Lebensvertrag-Kündigung noch gebeichtet oder den Namen des unaussprechlich Unfehlbaren angerufen haben, oder?

Gaphrael: Bleib ruhig, Michazrael, erzähl ihm um Gottes Willen …

Mattatron: Das habe ich gehört! Du sollst nicht nehmen des Herrn und Gebieters abwertenden Menschenbezeichnung in deinem Mund!

Gaphrael: … nicht … ist ja gut, Mattatron. Sorry aber auch, dass ich das mal wieder gesagt hatte … okay, und du, Michazrael, erzähl ihm jetzt nicht die Geschichte, von dem Adolf, dem Hitler. Sonst sitzen wir hier noch bis zum jüngsten Tag am Rumdiskutieren.

Ich: Was? Was hast du gesagt? Hitler?

Michazrael: Name?

Ich: Hitler ist auch bei euch?

Michazrael: Der dritte Mann beim Skat. Er ist reuig. Kurz bevor die Kugel sein Hirn zum Platzen brachte. Nur Eva nicht. Die hat uns verflucht. Dein Name lautet?

Ich: Was?

Michazrael: Name! Wir können dich auch gleich wieder wegschicken.

Ich: Wegschicken? Und wer ist jetzt dort unten?

Michazrael: Name?

Ich: Careca da Silva.

Michazrael: Careca, hm. Der berühmte brasilianische Fußballspieler?

Ich: Nope. Wer ist denn in der Hölle jetzt?

Michazrael: Careca, hm. Ich find den Namen hier im Buch nicht.

Ich: Wer ist denn in der Hölle jetzt?

Gaphrael: Warum ist das wichtig?

Ich: Weil ich nicht mit Arschlöchern für den Rest meiner Zeit umgeben sein möchte. Wenn der Adolf hier oben ist, vögelt dann der Putin dort unten dessen Eva?

Gaphrael: Ein wenig mehr Mäßigung würde dir gut stehen, Careca. Würde dir sehr besser stehen. Und außerdem hat Eva was mit Fritz Haarmann und der Putin ist gerade mit dem Kini zusammen. Das wissen wir vom Mattatron.

Michazrael: Echt? Vom Mattatron? Wow. Der weiß so etwas? Oh Gott, wird mir schlecht.

Mattatron: Das habe ich gehört! Du sollst nicht nehmen des Herrn und Gebieters abwertenden Menschenbezeichnung in deinem Mund!

Michazrael: Tschuldigung, Mattatron.

Gaphrael: Careca, mäßige dich. Du bist hier nicht auf dem Kirmesrummel oder beim Kinderfasching.

Ich: Die Mäßigung ist der Nachbar der Mittelmäßigkeit. Immer mäßig in der Mitte.

Gaphrael: Was soll denn daran schlecht sein, Careca? Mäßigung ist das Werkzeug des Weisen.

Ich: Ach ja. Ich vergaß. Der Weise ist leidenschaftslos, beherrscht die Affekte, besitzt keine Begierde und denkt an die vollkommene Pflichterfüllung in der Gemeinschaft. Eine nützliche, angepasste Stütze von Staat und Landesreligion.

Gaphrael: Tugendhafte Bürger, das sind die, die der Ordnung die Ordnung geben. Sie stellen ihre persönlichen Interessen zurück, wenn es um das Wohl des Gemeinwesens geht. Opferbereitschaft, das ist ein hohes Gut in einer Gemeinschaft. Aber nicht die an der Lebenslust orientierte Genießer.

Ich: Jemand, der permanent an Essen, Trinken und Sexualität denkt, weil er auf drei Gebieten unterversorgt ist, kann sich nicht auf abstrakte Zusammenhänge konzentrieren. Nur der gesunde, entspannte, ausreichend ernährte Denker besitzt die Ausgeglichenheit und die psychische Entlastung, sich den Ideen zur Erforschung der Welt zu widmen.

Gaphrael: Schau an. Nicht nur Klugscheißer, sondern auch wohl noch so ein Querdenker, nicht wahr? Mit Mäßigung und Tapferkeit habt ihr verqueren Denker nicht wirklich was im Sinn.

Ich: Querdenker halten Tapferkeit für ein höheres Gut als Mäßigung. Darin unterscheiden die sich nicht von anderen Machthabern. Also jene, die bereits Macht haben, während Querdenker nach dieser noch streben.

Gaphrael: Aber dann bei Demos fordern, sich tapfer der ersten Ordnung entgegen zu stellen?!

Ich: Tapferkeit, das ist das, was unschuldige Männer dazu antreibt, mit glühender Begeisterung ihr Blut fürs Vaterland zu vergießen. Hat bereits Cicero niedergeschrieben. Tapferkeit dient dem Machthunger derjenigen, die das Wort als Tugend erheben. Tugenden gelten als Ideal. Nur nicht der klare Verstand. Darum gibt es Kriege und in Friedenszeiten Militär.

Gaphrael: Was du sagst, ist weder philosophisch, noch hat es tiefere Bedeutung. Dort unten bei euch nennt man das auch “Pornographie”. Also reine Wixvorlage für geistig Arme.

Ich: Ja, nee, klar. Pornographie als Vehikel des materialistischen Libertinismus mal wieder. Jetzt sogar im Himmelreich. Kein Wunder, wenn ihr die ganzen Klerikalen hier reinlasst. Und Erotik habt ihr dann wohl nur als trojanisches Pferd der Religionskritik. Sexuelle Wünsche sind ein Teil der empirischen Natur des Menschen. Wenn diese Natur Maßstab und Leitbild der Ethik sein soll, ist ihre Unterdrückung somit grundlos. Und in Kriegen und beim Militär findet sexuelles nur per Vergewaltigung als Demütigung und Zerstörung von Besiegten statt.

Michazrael: Hey, ihr beiden! Jetzt reicht’s mit eurer Schwurbelei! Hört auf! Wir sind hier nicht im “Club der toten Dichter und Denker”! Careca, bist du sicher, dass du eine fristlose Kündigung erhalten hast?

Ich: Wäre ich sonst hier?

Michazrael: Zeig mir mal deine Boarding-Karte.

Ich: Meine was?

Michazrael: Boarding-Karte. Das ist das, was bei euch immer als Tunnel mit hell gleißendem Licht dahinter beschrieben wird. Ist aber nur das Ticket zur Ewigkeit. Design und Copyright by Mattatron himself. Die müsste in deinem Besitz sein. Haste die vielleicht in einer der Taschen deines Gewandes?

Ich: Was? Ich dachte, das letzte Hemd hätte keine Taschen.

Gaphrael: Oh, Mann, immer diese Klugscheißer aus dem kleinen Zentral-Europa, immer nur am Rumdiskutieren und Recht-haben-wollen. Michazrael, ich ertrag das nicht mehr. Wirklich. Echt nicht.

Michazrael: Durchhalten, Gaphrael. Dieser Job ist ja nicht für immer, sondern nur für ewig. Mit Gott auf unserer Seite.

Ich: Und mit Jesus in einem Boot, nicht wahr. Leider ging einer baden. Man warf ihn über Bord.

Michazrael: Jesus ging nicht baden. Jesus geht selbst hier oben noch immer übers Wasser. Und verwandelt Wasser in Wein.

Ich: Das letztere schaff ich auch umgekehrt. Also. Ich nehme also an, bei euch hier oben ist das Boot noch immer nicht voll?

Gaphrael: Du willst sagen, in der Hölle wäre es für dich besser?

Ich: Nur wer seinen Nächsten liebt, der geht sogar durch die Hölle. Ich vermute, aus diesem Grunde kriegen bei Euch so viele Langzeit- und Last-Minute-Christen direkten freien Eintritt, nicht wahr.

Michazrael: Gaphrael, ich glaube, wir sollten Mattatron rufen. Das hier ist ein ganz schwieriger Fall von Mensch ohne gesunden Menschenverstand. ICH KANN SO NICHT ARBEITEN!

Gaphrael: Nein, nein, nein, wir rufen den jetzt lieber nicht. Er hat gerade seine Schicht als Karten-Mischer in der Skatrunde. Wir sollten ihn nicht stören. Du weißt doch, wie er beim letzten Mal rumwütete, weil er sich vermischt hatte und der Ratzinger dann wieder mal alle Asse auf seiner Hand hielt. Da konnte Mattatron keinen Stich bei der Runde landen.

Michazrael: Careca … ah, hier, da hab ich dich gefunden. Da steht noch was. Ich glaube, du solltest zuerst noch durch das Purgatorium gehen, bevor wir über deinen Fall endgültig entscheiden.

Ich: Purgatorium?

Michazrael: Anderes Wort für den Ort der Läuterung und Reinigung, dem “Fegfeuer”. Hört sich nobler an. Heißt, du bist noch nicht geläutert, in Himmel oder Hölle zu gehen. Du musst vorbereitet werden. Du gehst also von hier auf den rechten Weg. Du kannst auch den linken nehmen, aber dann musst du spiegelverkehrt zu dem gehen, was ich dir jetzt zeigen werde.

Ich: Und wenn ich vom rechten Weg abkomme, komme ich dann auf den linken?

Gaphrael: Recht so. Unglaublich, der Knilch versteht uns nicht. Oder will es nicht. HERR, SCHMEISS HIRN VOM HIMMEL! Was haben wir nur verbrochen, das hier zu machen. Oh Gott, sind wir verdammt.

Mattatron: Das habe ich gehört! Du sollst nicht nehmen des Herrn und Gebieters abwertenden Menschenbezeichnung in deinem Mund!

Gaphrael: Ja, ja doch!

Michazrael zog etwas unter dem Tisch hervorzog, tippte auf das rechteckige Ding rum und rechte es mir: ein Tablett mit einer stilisierten Birne drauf. Auf dem Display des Tabletts tauchte ein magisch leuchtend blauer Strich auf. Daneben erschien zusätzlich ein roter Strich, ein ganz dünner, vollkommen unscheinbarer, das Hauch eines Nichts von rot, lief parallel zum Blauen und bog dann in eine anderer Richtung ab. Und in der Mitte, da war dieser silbrig-goldene blinkende Punkt. Ich blickte Michazrael fragend wie blöde an.

Michazrael: Der Punkt bist du. Folge dem blauen Weg und alles wird gut.

Ich schaute aufs Tablett und nickte verstehend. Michazrael und Gaphrael standen auf, gingen zur Seite und zogen ihre E-Zigaretten hervor. Sie wollten deren gewerkschaftlich vereinbarte Raucherpause ausüben.

Ich machte ein paar Schritte vom Schreibtisch weg und erkannte, wie sich der silbrig-golden blinkender Punkt lenken ließ. Also lief ich und lenkte den Punkt. Auf dem blauen Weg. Alles gut. Der rote unscheinbare, blasse, kaum zu erkennende Weg lief noch zusammen mit dem blauen, dann schien er jedoch abzuzweigen.

Ich stoppte und stand am Scheideweg. Überlegend blickte ich vom Tablett auf. Vor mir hockte ein glatzköpfiges Hutzelmännchen im quietschgelben Ostfriesennerz. Er hatte sich auf einem durchnässten Blatt Papier ein großes Tier gemalt. Unter dem Tier erblickte ich ein Gekritzel. Das glatzköpfige Hutzelmännchen schaute zu mir auf, lächelte irre wirr, ergriff das Blatt und hielt es mir fragend vor die Nase. Eine mathematische Aufgabe.

2² + 3² + 5² + 7² +11² +13² +17² = ?

Die ersten sieben Primzahlen zum Quadrat, addiert …

Ich: Das Ergebnis willst du wissen, oder? Bist du Aleister, Sohn von Edward und Emily Bertha, aus Leamington Spa?

Das Hutzelmännchen nickte.

Ich: Ich sag dir das Ergebnis und du hilfst mir dann weiter, okay?

Das Hutzelmännchen nickte erneut. Regentropfen perlten von seinem Friesennerz ab. Regnete es? Ich spürte nichts.

Ich: Das Ergebnis ist 666. Du bist Aleister Crowley, nicht wahr. Und nun zu mir. Hilf mir. Welchen Weg soll ich gehen?

Ich zeigte ihm das Tablett. Nachdenklich schaute das Hutzelmännchen, schüttelte sich kurz, lenkte meine Aufmerksamkeit auf ein Kaninchen, indem er mit seinen Hand drauf deutete, das Kaninchen, welches unweit vor uns hockte. Mit leiser fiepender Stimme sprach er zu mir.

Aleister: Tja, wie heißt es schon im Kino? Folge dem Kaninchen. Nimmst du den blauen Weg ist alles aus. Du wachst auf in deinem Bett und glaubst an das, was du glauben willst. Nimmst du den roten Weg, bleibst du im Wunderland und ich zeige dir die tiefsten Tiefen des Kaninchenbaus.

Ich überlegte, welchem Weg ich risikoloser folgen sollte. Ein Nullrisiko ist an keinem Ort zu haben. Wohin nur? Mir wurde klar, nur derjenige verdient sich Freiheit wie auch das Leben, der sie sich täglich erobern muss.

Das Hutzelmännchen grunzte kurz, zerknüllte seinen Zettel und warf ihn ohne weitere Beachtung hinter sich. Die geknüllte Zettelkugel rollte in eine Ansammlung von anderer bereits zerknüllter Zettel.

Das Hutzelmännchen tat es wohl nicht zum ersten Male. Umweltverschmutzung gab’s also auch hier oben. Nun ja, vom Standpunkt der höchsten Sauberkeit aus betrachtet, wäre es für den Planeten am besten gewesen, der Planet wäre steril geblieben. Und somit war es ein gravierend schwerwiegender Fehler von jenem Gott, den Menschen zu erschaff …

Mattatron: Das habe ich gehört! Du sollst nicht nehmen des Herrn und Gebieters abwertenden Menschenbezeichnung in deinem Mund!

… #SayNoToWar …

#SayNoToWar

Sie hören nicht auf. Sie hören nie auf. Sie wollen es. Immer wieder, immer weiter, immer nur militärisch. Andere Möglichkeiten wollen sie nicht. Niemand. Auch nicht am Tag 1 nach dem Beginn, jener Stunde Null, an einem 24. Februar des Jahres 2022. Denn Soldaten sind so einfach zu rekrutieren. Einfach und billig, manche derer willig. Aber vor allem billig. Billiges Material zum Füttern von Kanonen. Denn heim kommen jene immer. In Stücken, in Teilen, in Säcken. Über den Rest hüllen sie immer das Schweigen, den dann sie den Mantel der Geschichte bezeichnen, aber lediglich immer nur nasse klamme Erde über einem kalten Körper in einem Loch bedeutet. Heim geholt werden vor allem immer die Kanonen. Damit das Militärische nachher sein Denkmal erhält. Zum vordergründigen Nachdenken für Großkotze, die sich dahinter stellen. Während die anderen sich ehrfürchtig davor zu scharen haben: Damit sie später auch verscharrt werden können. Denn sie hören niemals auf. Nie. Der Krieg ist ihr Götze, das Militär deren Monstranz, die Soldaten die Träger und deren soldatisches Blut das Weihwasser, was die Hochwürden, Heiligkeiten und Pluralis-Majestatis-Verwender über das niedrige Volk verspritzen, damit das Blut über sie komme. Auf dem Altar der Bellezisten wird wieder geopfert. Behandschuht bis zu den Ellenbogen hoch. Damit die Bellezisten sich ihre Hände nicht schmutzig machen. Was deren Soldaten zweifelsohne zu tun haben. Immer. Sie hören nicht auf. Nie.

#SayNoToWar

“[…] Für viele war das gar nicht nötig. Die Hammel trappelten mit der Herde mit, meist wußten sie gar keine Wege und Möglichkeiten, um nach hinten zu kommen, und was hätten sie da auch tun sollen! Sie wären ja doch geklappt worden, und dann: Untersuchungshaft, Kriegsgericht, Zuchthaus, oder, das schlimmste von allem: Strafkompanie. In diesen deutschen Strafkompanien sind Grausamkeiten vorgekommen, deren Schilderung, spielten sie in der französischen Fremdenlegion, gut und gern einen ganzen Verlag ernähren könnte. Manche Nationen jagten ihre Zwangsabonnenten auch mit den Maschinengewehren in die Maschinengewehre.

So kämpften sie.

Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.[…]”

Quelle: https://www.textlog.de/tucholsky-kriegsschauplatz.html

Vogel hin, Vogel her

Hallo Welt,

heute ist der 5. Januar im Jahre unseres Längengrades, auf den sich jeder Papst von 2022 berufen wird. Der Tag ohne Bedeutung. Der Tag vor dem Tag mit Bedeutung, Vor den Drei-König-Tag-Treffens auf dieser Welt, wo immer sich auch drei Könige auf einem Kreuzungsmittelpunkt mit zweihundert Sachen treffen mögen.

Und nicht nur das schale Witze kann jeder. Nur, heute ist der Welttag des Vogels. Der 5. Januar 2022.

Hallo! Vogel!

Tag des Vogels!

Nicht Vögel! Menno.

Vögeln kann jeder feiern, aber Vögel feiern, das können nicht viele. Denn wer hat schon einen Hansi, einen Peterle oder einen Kuki bei sich auf dem Beistelltisch vorm eigenen Gelsenkirch’ner Nieren-Wohnzimmertisch aus den 70er-Jahren? Geldenkirchner Barok? Kennt das noch wer, ausser Herr Tegtmeier von nebenan hier in München?

Na?

Na?

Na?

Richtig. Einen Vogel haben viele. Aber auf einem Beistelltisch neben dem Wohnzimmertisch im geräuschisolierten ‘Besten Zimmer’, isoliert von den beiden Scotish-Fold-Hauskatze und den domestizierten ‘Fliegenden Piranha-Fischleins’ aus klandestiner Polenzucht und unverhohlener ‘Rettet Dörrie’-Haltung der Disney-Neuzeit, das muss man mal erst mal haben können.

Würden diese Heimvögel nicht immer so einen Krach machen, aber mal ehrlich, dann dürften die auch mehr in den Lebensmittelpunkt rücken. Man kann schließlich von den eigenen Kindern nicht dauernd erwarten, dass diese sich während derer Playstation-Sessions und den TicToc-Videoaufnahmen auch noch um solche Nerverle wie Peterle, Hansi, Pupsi, Kuki und Kekerle kümmern. Die stören den eigenen Hauskinder-Spielenden doch nur, wenn jene lauschen müssen, von wo der böse Feind anschleicht, um jenen mit der Effizienz-modifizierten AK47 gerechterweise niederzumähen. Feind ist Feind. Der gehört niedergemetzelt. Ein Hoch auf das Schwarz-Weiß-Denken in Zeiten von 6k-HDR-Plus.

Und vergesst nicht niemals nicht: zum 24. Dezember wurde bereits ne fette dicke Gans verspeist. Nein, nicht die unerträgliche Nachbarin oder die Frau vom Controlling, welche wieder die Solo-Spesen vom Drei-Sterne-Restaurant gestrichen hatte.

Die eigenen Haustiervögel könnten in Relation uns dazu mal etwas dankbarer sein. Weil zum ersten wurden jene beim weihnachtlichen Gansvogel-Verzehr in Sichtweite des Essentisches platziert. Das nennt sich artgerechte Haltung bei uns Menschen. Und zweitens wurden jene Haustiervögel nicht bereits um 17:59 mit dem Küchenhandtuch abgedeckt.

Dankbarkeit darf nicht heißen, dem Herrchen, Frauchen oder Kindchen am Essenstisch demonstrativ den Vogel zu zeigen. Dankbarkeit muss heißen, das gewünschte Lied fehlerfrei und in UHD-HiFi-Qualität vor zu flöten. Ohne nervend zu werden. Welcher Vogel es trotzdem wagt … ab in die Abstellkammer! Wir können auch anders! Nennt uns nur nicht unmenschlich. Schließlich können wir dann auch anders: menschlich halt.

Heute ist Tag des Vogels. Internationaler, welcher einer. Vogeltag.

Lasst uns diesen Vögeln gedenken, wenn die mal wieder unseren Autos die verkehrsrechtliche Vorfahrt nehmen und dann auch noch mit deren Kadaver-Überresten unsere Straßen verschmutzen. Wenn diese zum wiederholten Male rücksichtloserweise Fliegzeuge zur Notlandung zwingen, was dann in den Meldungen mit “Vogelschlag” verzeichnet wird. Oder wenn der aktuelle amerikanische Truthahn-Präsident dieses Jahr wieder einen mitregierten Truthahn von der Truthahn-Bratröhre begnadigt. Das ist Vogel-Gedenken.

Tag des Vogels.

Ach, Leute. Wisst ihr was? Das ist mir total wumpe.

Vogel hin, Vogel her. Wenn mir so ein Vogel im Verkehr in die Quere kommt, kriegt der die Hupe meines E-Smarts. Ansonsten brettere ich den nieder. Quid pro quo. Genug Newtonmeter hat mein neuer umweltfreundlicher E-Smart dafür auf alle Fälle. Und Gewicht auch noch. Tschüssikowski, du für mein mobil-flexibles Fortbewegungsbedürfnis contra inempathisches Naturflugwesen.

Das Rad des Lebens. Es kommt immer drauf an, auf welcher Seite so ein anderer Vogel sich halt mal befindet. Vorm Rad und somit gleich auch unterm Rad. Oder auf dem Steuerungssitz des Fahrzeugs, welches der Lenker vom Rad ist. Gelernt ist gelernt. Mit Ausbildungszertifikat.

Heute ist Tag des Vogels. Hat wer da etwas dagegen? Menno! Dann geh halt vögeln, du unsensible Vogel-Sau!

Pustefix als Lebensprinzip auf dem Misthaufen

Hallo Welt!

Wir schreiben den 4. Januar 2022 und heute ist der internationale Tag der Brailleschrift und der internationale Welthypnosetag.

Garantiert denkt nun der ein oder andere Mensch: “Was geht mich das an? Ich lese eh nur den neusten Informationen auf Instagramm. Manipulieren und belügen lass ich mich nicht, nicht wahr“.

Und mit Sicherheit kommen dem andere oder einem Mensch folgende Gedanken: “Spezieller Tag für Social-Media-Blasen: #heuteschoneineblaseerzeugt #blasenfürblasenfetischisten, #jedertagisteinwelttag.”

Zudem fühlt sich manch ein anderer Mensch als Alphatier und äußert sich seiner Mitwelt mit Allgemeinplätzen wie: “Menschen sind aktuell kaum noch zugänglich, nicht erreichbar, einfach in ihrer Blase gefangen.”

Ich selber denke mir nur dazu mein Teil: “Was wäre ein Mensch ohne Blase? Tot? Hat nicht jeder sein Weltthema? Sein Thema, seine individuelle Blase? Ist nicht jeder Mensch ein Einzelwesen?”

Weil sich zuvor erwähntes Alpha-Wesen in seiner Deutungshoheit erheblich gestört und in seiner Definier-Freiheit eingeschränkt fühlt, tönt es mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit ein “Ich nicht!”.

Denn Alphatiere haben keine Blase. Alphatiere haben es sich von Chuck Norris abgeschaut: Chuck Norris hat keine Blase, pinkelt deshalb auch nicht und organisiert deshalb seine Hinterlassenschaften immer nur in großen Haufen.

Welthypnosetag. Und alle starren hypnotisiert auf den großen Haufen Mist und warten jetzt auf das selbsternannte Alphatier der Herde, welches sich dort mitten drauf als Blasen-Beherrscher positionieren wird. Denn kräht der Hahn auf dem Mist, ändert’s sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.

Unabhängig von den Zentren der Misthaufen-Blase existiert die Braille-Schrift, wenn sich Menschen mit Augenlichtproblemen ihre Umwelt u.a.a. mittels Braille-Schrift-Literatur erschließen. Zudem lässt sich mittels Hypnose hilfreiche Umwelten erschaffen, in der ein Mensch für sich Hindernisse minimieren kann und an Lebensqualität gewinnt.

Klar kann man so etwas (also Braille und Hypnose) ebenfalls als “Blase” und somit als Randgruppenbedarfsversorgung klassifizieren, weil es die Mehrheit der Menschen nicht benötigt. Allein, manche Menschen, welche als Hahn auf einem erhöhten Punkt gerne ihre Wahrheiten rauskrähen wollen, finden es immer besser, nur bei anderen Menschen von “Blasen” zu sprechen. Denn so ein Hahn lief in seiner Kindheit den Blasen vom Pustefix hinterher, um jene dann mit spitzen Finger zum Platzen zu bringen. Wenn die Pustefix-Blase das Kind nicht wohlig umgeben wollten, dann hat das Kind jene kaputt gepatscht oder per Fingerzeig zum Platzen gebracht. So ein Hahn lernt auch in seiner Kindheit enorm viel und recht einfach, was es ihm rechtfertigt, das Prinzip in seinem hohen Alter kompromisslos anzuwenden: Lebensprinzipien als verlängerter Arm einer mutmaßlichen glücklichen Kindheit.

Und dann gibt es diejenigen, die beim Wort “Blasen” nur einen Hashtag kennen: , #lieberbjstattwiederneblase.

Blasen folgen/folgt einem einfachen Prinzip

Energy flows, where attention goes.

(Energie folgt der Aufmerksamkeit)

Mal schaun, wie viele Alpha-Wesen dieses Jahr bei mir auftauchen werden, um mit Ratschlägen für Eskimos zu protzen, wie Eskimos in Alaska Vorsorge vor dem nächsten Kälteeinbruch betreiben können. Oder wie ich Eulen in LKWs organisieren muss, um diese erfolgreich nach Athen zu tragen, um mir das Blasen-Geschäft meines Lebens zu vermitteln. Letztes Jahr tauchten diese Alpha-Wesen bei mir immer wieder auf, um ihre Pustefix-Lebenserfahrung unterzujubeln.

Dabei hatten jene Alpha-Wesen lediglich nur ein Talent: “Ghosting”. Einfach kurz mal auftauchen plus erneuter Kontaktabbruch. Alphatiere sind so leicht berechenbar wie jene Blasen, die solche kurz bei deren Pustefix-Aktion erzeugt hatten …

Coming home for X-Mas (4)

Geliebte Geliebte,

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei. Meine Zeit hier neigt sich dem Ende zu. Ich war bei dir am Grab. Das Eichenlaub dieses Herbstes lag noch drauf rum. Drei Kerzen vom Allerseelentag und das dazugehörige Allerseelengesteck.

Erinnerst du dich noch an die Allerheiligentage auf dem Friedhof? Überall rote Grablichter glimmten auf den Grabfeldern. Und dann die Blicke und Getuschel der Friedhofsbesucher: “Schau mal, der hat ne ganz schmucke Grabkerze.” “Guck mal, der Schulze mal wieder, lebt in Saus und Braus aber nur ein mickriges Kerzchen und das dürre Gesteck. Wenn das sein Vater sehen würde, der würde im Grab rotieren.” “Ist das nicht die Neunbeck? Dass die sich mal hier wieder auf dem Friedhof sehen lässt, unglaublich. Und dann der protzige Grabschmuck. Schämen sollte die sich.” “Hab ich dir nicht gesagt, wir hätten den größeren Kranz nehmen sollen? Die Poltes haben auch einen ganz Großen gekauft! Dabei nagen die doch am Hungertuch!” “Warum hast du die Streichhölzer vergessen? Wie sollen wir denn nur die Kerzen jetzt anmachen?”

Erinnerst du dich noch an das Grab des Chinesen? Der hatte keine Kerze auf das grab seiner Frau gestellt, lediglich eine Schale Reis. “Hey, Chinamann, glaubste, deine Frau kommt raus, um deinen Reis zu essen? Wann soll denn das passieren?” “Zu dem gleichen Zeitpunkt, wenn deine Eltern aus dem Grab kommen, um sich deren Hände an euren Kerzen zu erwärmen.”

Zwei Grabkerzen habe ich im Dorf gekauft. Eine soll sechs Tage brennen, die andere drei. Ich hoffe, das 6-Tages-Licht schafft es bis Neujahr. Ich erinnere mich noch, als du in unserer Schule aus dem Klassenzimmerfenster geklettert warst, aufs Fenstersims, zwei Klassenkameraden haben dich dort wieder gewaltsam runtergezogen. Zuvor hatte noch einer aus meinem Dorf das lakonische “Spring doch” lachend gerufen. Es war eine 5-köpfige Gruppe aus meinem Dorf, welche den Rest der Klasse perfekt unter ihre Kontrolle hatte. Zwei waren deren Soldaten. Sie waren gewissermaßen die gewalttätige Exekutive, sie schlug zu, wenn sie es für notwendig erachteten. Einer war der Beifallklatscher und wortgewandte Befürworter, was die anderen beiden als intellektuelle Köpfe diese 5er-Gruppe waren. Diese beiden gaben die Anweisungen und die Richtung derer Pöbeleien vor. Heute bezeichnet man das als klassisches Mobbing, damals war es noch Seitens der Lehrerschaft ein vermintes Feld. Denn drei dieser Fünfer-Gruppe, waren Söhne von Lehrern, Schulleitern und Politikern. Lief etwas nicht richtig für deren Zöglinge, dann wurde den Lehrern die Konsequenz derer Überlegungen direkt vor Augen geführt. Die Eltern von zwei der Fünfer-Gang waren wirtschaftlich sehr gut verzweigt und angesehen. Wer einen Rabatt wollte, kam um diese nie herum. Und wer woanders kaufte, einer solchen Familie schossen die Eltern mit Gerüchten vor dem Bug. Es hört sich kurios an, nur vor vierzig Jahren war so eine Konstellation ein wohlbehütetes Nest für deren verkommene Brut. Du wurdest vom Fenstersims gezogen, aber dein Leben war nachhaltig ruiniert. Du warst immer nur der Spielball anderer Interessen, du konntest keinen Widerstand in dir gegen solche Halunken aufbauen. Daran bist du letztendlich gestorben.

Ich weiß inzwischen, wie sich die 5er-Gruppe weiterentwickelt hatte. Der eine Intellektuelle gründete beim vorletzten NRW-Landtagswahlkampf eine eigene Partei, weil er Recht und Ordnung und Tugenden bei den anderen nicht mehr erkennen konnte. Danach löste er seine Partei auf und trag einer Rechtsextremen bei, in der als Polizist für seine Ideen sich einsetzte. Der andere wurde mit Hilfe seines Vaters Bankdirektor und wurde inzwischen mit Cum-Ex-Geschäften in Verbindung gebracht. In der C-Partei wurde er dagegen ausgebootet, weil er wohl zu undemokratisch sich verhielt. Er sollte eigentlich auch dort Karriere machen. Der Applaudierer lebt unauffällig im Dorf. Man kann ihn nicht einordnen, weil er sein Fähnchen immer in den passenden Wind hängt, um das Geschäft seines Vaters über Wasser zu halten. Aber er soll recht ideenlos wirtschaften und nur den Vorteils des Vitamin-Bs des Bankiers haben. Die beiden “Soldaten” sind im Dorf als “Stinkstiefel” verschrien. Der eine klagt aus Prinzip vor Gericht, wenn er irgendwo einen Vorteil für sich oder einen Nachteil für andere drin sieht. Ihn müssen wohl bislang sogar die Frauen zum Heiraten gemieden haben. Der andere ist verheiratet, aber weiterhin gewalttätig. Seine Frau kommt nicht von ihm los, ihre Anzeigen wurden nie aufgenommen, sie scheint sich mit seinem Verhalten arrangiert zu haben. Will man mehr erfahren, dann schweigen des Sängers Lueder, aus Höflichkeit. Du siehst, deine Täter leben nicht wirklich das Leben eines Vorbilds. Ja, sie haben Freunde, die sich deren Meinung fügen (bis auf den einen, der sich halt selber anderen fügt), aber sie sind allgemein nicht wirklich beliebt und jeder lässt Vorsicht bei den Kontakten mit diesen walten.

Aber das wird dich nicht trösten, geliebte Geliebte. Denn zu deinen Depressionen kam letztendlich ja auch noch Krebs. Bei den fünfen weiß ich von einem, dass er meint, wer sich richtig und gut ernährt, der habe ein funktionierendes Immunsystem und dem könne keine Krankheit nichts anhaben, weder Krebs, noch Grippe, noch Covid19. Ich wünsche, er schläft mal mit ner Frau die Tripper oder Syph hat. Mal sehen, was dann er zu seinem Immunsystem meint. Er könnte auch gleich mal frische Kuhfladen essen. Oder einen Schwimmkurs im Ganges. Er hat ja sein Immunsystem als Rückversicherung, ihm sollte also nichts passieren.

Geliebte Geliebte, ich habe mich heute von meiner Mutter verabschiedet und weiß nicht, ob es nicht auch so sein wird, wie bei dir. Ich hoffe nicht, aber die Zeit tickt Sekunde für Sekunde die Lebensuhr runter. Irgendwann ist jede Lebensuhr einmal abgelaufen. Dann stellen andere Menschen die 6-Tages-Grablichter oder die Reisschalen aufs eigene Grab. Das Schöne heute war am Grab das Rotkelchen. Es tanzte dort munter und pickte sich deren Mittagessen aus dem Boden. Es war ein wilder Tanz: hüpfend, springend, seitwärts steppend. Einfach so. Aus reiner Lebenslust. Ein eigenwillig schönes Bild. Das Leben steppte gewissermaßen oberhalb der Erde, während darin der Mensch seine ewige Ruhe bekommen hat. Das Leben geht weiter, geliebte Geliebte. Auch wenn die Grablichter verlöschen und der Wind neues verwelktes Eichenlaub aufs Grab wehen wird.

Meine Mutter kommt am Mittwoch wieder aus dem Krankenhaus raus. Sie plant schon wieder ihr Leben bei sich zu Haus. Mit 90 Jahren. Für mich kommt es aber leider zu spät. Ich werde morgen mich auf den Rückweg machen. Ja, Fotos habe ich für mein Archiv gemacht, ihre Umarmung gespürt, ihre Stimme in meiner Seele eingraviert. Aber in Kürze bin ich wieder eine 8-Stunden-Reise von ihr entfernt. Auch du wirst wieder von mir entfernt sein. Nur in Gedanken, da ist die Entfernung kürzer. Ein Mensch stirbt nur dann für immer, wenn sich niemand mehr an ihn erinnert. Wenn er gestorben ist. Für die Lebenden gibt es das Handy, das Telefon, den Brief. Oder die Reise. Lebbe geht weiter, geliebte Geliebte.

Ich ende hier. Mein Schmerz des Fortfahrens erwacht und es wird kein Gegenmittel dazu geben.

Geliebte Geliebte, habe die Ehre und gehabe dich wohl.

Coming home for X-Mas (3)

Geliebte Geliebte,

Ich weiß nicht, ob du es wusstest, aber es gibt nichts einprägsameres und einprägenderes als Weihnachten. Zu dieser Zeit werden ganze Kindheiten geprägt, ganze Ehepartnerschaften verdengelt und die Verwandtschaft präsentiert sich von seiner hügeligsten Eigenschaft, als die bucklige. Überall in Zeitungen und Internet fanden sich diese Weihnachtszeit Ratschläge wie man das Fest der Liebe, des Friedens und der Freude am besten ohne Streitereien überlebt.

FAZ: “Wie Familien Streit unterm Weihnachtsbaum verhindern können”

Axel-Springer-Mainstream-Organ #1: ”Streit an Weihnachten: So übersteht ihre Beziehung die Festtage”

Axel-Springer-Mainstream-Organ #2: “Partnerschaft: Mit diesen Tipps vermeiden Sie Streit an Weihnachten”

Axel-Springer-Mainstream-Organ #3: “Es könne wir Frömmsten nicht in Frieden leben, wenn es Euch bösen Lesern nicht gefällt.”

RP Online: “Mönchengladbach: Tipps um Streit an Weihnachten zu vermeiden”

Süddeutsche Zeitung: “München: Tipps um Streit an Weihnachten zu vermeiden”

Bayrischer Rundfunk: “So wird Weihnachten harmonisch – Tipps von Experten”

WDR: “Weihnachten ohne Stress und Streit”

Spiegel: “Knatsch unterm Baum – Offen über die Probleme reden”

Hamburger Abendblatt: “Harmonisch Weihnachten feiern? Das rät die Psychologin”

Kirche und Leben: “Geheimtipp für Weihnachten in Rom: Ein Baby auf dem Kaptiolshügel”

Vatikan News: “Erzbischof Schick: Streit um Christmetten einstellen”

Geliebte Geliebte, es herrscht auf einmal so viel Frieden im Laden. Alle Kriege sind beendet, die Soldaten der verschiedenen Lager liegen sich heulend und schmusend in den Armen, in den Swingerclubs wird aus reiner Nächstenliebe gepoppt, vereinzelt huschen noch verquere Querdenker über weihnachtlich grüne Wiesen, die Bullen auf eben diesen beißen nicht, lächeln zärtlich widerkäuend mit großen Augen die Butterblümchen an, die Schafe muhen, Hund, Ochs und Esel blöken im Chor, eine Heerschar von Weiß-Gold gewandeten Englein flöten von Ramstein das Lied “Engel”, ein Baby grunzt in einer trockenen Einweg-Hightech-macht-mich-glücklich-Windel und irgendwo steh ich Querulant unter einer bereits entnadelten Nordmanntanne und brülle in die nächste Krippe: “Alles Frieden, oder was?” Es herrscht wieder Frieden im Land.

Ich komme aus dem letzten Adam-Driver-Gaga-Film, schaue in den Nachthimmel und erkenne … Sterne! Die Sternwolke im Sternbild des Orions. Unweit davon, brilliert die Flamme des Sirius. Ungewöhnlich. In München sieht man das Sternbild nur recht schlecht. Lichtverschmutzung. Haben die hier auf dem Lande keine Schwerindustrie und helle Straßenlaternen?

Das Zelt für den Schnelltest vor dem Supermarkt ist leidlich gefüllt. Er geht wirklich schnell vonstatten. Ins Krankenhaus darf ich nur mit entsprechenden Nachweisen. Pro Patient pro Tag nur ein Besucher für nur eine Stunde. Meine Mutter ist nicht wirklich begeistert darüber. Sie wäre lieber zu Hause statt Weihnachten im Krankenhaus

Geliebte Geliebte, draußen bläst der kalte Wind die Null-Grad-Außentemperatur durch meine Jacke. Es ist ungemütlich. Ich habe mir meine alte Schule angeschaut. Die Säulenreihe. An der sechsten hatte ich immer in der Pause gesessen und schmachtend zu dem kleinen braunhaarig gezopften Mädchen anhimmelnd rüber gestarrt. Und immer wenn sie mich anblickte, hatte ich schnell weggeblickt. Irgendwann hatte sie mich dann ignoriert und ich saß dort mit gebrochenem Herzen. Nun, heute würde mein Verhalten als eine Art “Stalking” klassifiziert werden. Als ich heute vorbeikam, war niemand an den Säulen, der Schulhof war leer und nur der Wind blies. Aber vor meinem inneren Auge wurde es Sommer und ich sah mich dort sitzen, heimlich zur vierten Säule rüber starrend und dabei ein Buch lesend. Auf dem Pausenhof tobten die anderen Kinder, spielten Fangen oder ähnliches, dazwischen der Aufsichtslehrer und ich an der Säule. Und dann spürte ich wieder den kalten Wind und das Bild löste sich vor meinem inneren Auge auf. Ihr Name fiel mir wieder ein und ich fragte mich, was sie jetzt wohl so macht, so vierzig Jahre später. Aber die Antwort interessierte mich nicht. Das Leben ist weiter fort geschritten. Wahrscheinlich ist das 40-Jahre-alte Bild dieses 14-jährigen Mädchens schöner, romantischer, besser als die Realität der Ulrike Schößler von heute. Der Blick in die Vergangenheit verklärt einiges und lässt es in einem mystisch erwärmenden Licht erstrahlen …

Geliebte Geliebte, als ich gestern bei meiner Verwandtschaft war und ich mich mit deren 18-jährigen Sohn unterhielt, habe ich gemerkt, dass ich alt geworden bin. Die geistige Beweglichkeit, die Schärfe seines Geistes, Dinge differenziert zu betrachten, es hat mich zum Schweigen und stillen Bewundern gebracht. Aber es hat mir auch ein Bild einer Familie gezeichnet, welches mir eher wie eine WG erschien statt einer Familie. Wie bei den katholischen Krippendarstellungen. Alles Einzelfiguren, die zusammengestellt werden. Von außen schaut’s aus wie eine Einheit, aber wenn es keinen mehr interessiert, werden die Figuren zu individuellen Einzelschicksalen. Streitbare Individuen.

Im Fernsehprogramm läuft der Roberto-Benignis-Film “Das Leben ist schön”. Ein schön trauriger Film. Oder doch eher traurig schön? Alternativ gab es auch die Filmreihe “Rambo” Eins bis Drei. Frohe Weihnachten. Nun ja. Ich schau mal weiter, was noch kommt.

Bis dahin, gehabt dich wohl, geliebte Geliebte.

Biss denne