Du darfst ruhig an mehrere Götter glauben

Und Gott thronte auf seinem Sitz und schaute wohlgefällig in die Runde.

Zu seiner Rechten saßen die Heiligen ihrer Branche wie Huang, Zuckerberg, Tan und Amodei. Und auf seinem anderen „Rechts“, also zu seiner Linken, da saßen aufrecht jene wie Musk, Pinchai, Mehotra. Gott gegenüber bildeten weitere Aufrechte wie Su, Karp, Nadella, Brockman (in Vertretung von Altman), Thiel und Sankar das Gleichgewicht der Schwergewichte. Entschuldigt waren Bezos, Cook, Dell, Fink und Fraser. Sie bildeten somit den transzendenten Bereich der Versammlung.

Und Gott sah, dass es gut war.

Und weil es so gut war, sah jener Gott keinen Grund einzugreifen. Denn Gott erklärte als hochwohlgeborene Nummer 1, dass alle seine Rechte den Minimalkonsens der absoluten Beherrschung verinnerlicht hätten. Somit würde für deren maximale Freiheit garantiert.

Und eben aus diesen Gründen benötigte es seitens der restlichen Bewohner der Welt keine Forderung, jene zu regulieren. Denn jene Aufrechten hätten etwas Wichtiges von der Pike auf gelernt: den Faschismus in Minimalform, die Selbstbeherrschung. Und es sollte jeder verstehen, dass wer Selbstbeherrschung beherrscht, der könne logischerweise auch andere beherrschen. Deswegen bräuchte es auch keine Fremdbeherrschung eben jener Dutzend Herrscher über die Ansichten der restlichen der zu Lehrenden.

Und auf der anderen Seite der Welt saßen die Antipoden Wu, Li, Ma, Chuanfu, Liang, Zhengfei, Huang zusammen mit deren Gott, ebenfalls Nummer 1, und alle sahen, dass es gut war.

Der eine Gott Nummer 1 und der andere Gott Nummer 1 stießen beim Bankett dann mit ihren Sekt-Flöten und Frauen an. Sie hielten es für gut, dass die Welt unter zwei Dutzend Milliardären aufgeteilt und die Einkommen eben jener als deren Auskommen mit Geld gesichert waren.

Die restlichen der zu Lehrenden waren sich nicht sicher, ob das gut sein könnte. Also nahmen sie die Suchmaschinen der Billiardäre, deren KIs und deren soziale Medien in Anspruch und atmeten auf. Es stand dort geschrieben, dass es gut sei, wie es sei. Lediglich links-grün-versiffte Kommunisten würden die gottgegebene Ordnung infrage stellen. Eben das, was Häretiker immer tun und weswegen der Scheiterhaufen deren gerechte Entlohnung sein müsse …

Weil das so logisch und unkompliziert klang, stimmten alle ihren Göttern zu und lobpreisten jene. Sie hatten es ja im Internet gelesen.

Woher ich das weiß?

Nun, ich habe es im Internet gelesen.

Und wer es nicht glaubt, kann es ja in Suchmaschinen und sozialen Medien und mittels KI verifizieren …