Talking like Donalds way to speak – die lebende Phrasendreschmaschine ohne Punkt und Komma

Believe me, I am very, very, very proud to be here. A lot of people are saying, that I should be glad about it. That’s just, what I had heard. I must tell you in all fairness and I’m a believer in it, this is an incredibly fantastic place to give a sophisticated speech to you, my hard working shop people, in this amazing village.

And it is a special village to be perfectly honest, because a lot of people tell me that the crooked Clinton politicians and ridiculous whitch hunt society of the dishonest democratic party had no audience here. Dozens of people have called me to tell me that these democratic party people are really, really not honest persons. I don’t know, but that is what people are telling me. That is so sad. And believe me, in the whole world nobody is playing in the big league, as we do now. That’s just what I had heard! Also in the massive outstanding FoxTV. I’ve seen this, and I’ve sort of witnessed it—in fact, in two cases I have actually witnessed it. And not like the staggering ridiculous Fake News.

You know Fake News? You Know? Everybody knows it in Canada, Europe, Germany and so on. In Germany fine people created its own word for it and call it ‘lu-gen-pres-se’. It is major, major sad for this world we have big Fake News. Even they call themselves journalists. So unfair. So stupid. But what I’ve heard, everyone is now saying that the loser shithole-pages are absolutely overrated talking about  journalism at all. We will not do any rude out of control censorship, because we are fine democratic republicans and extremely not crooked democrats, okay? This will not gonna happen that I can tell you.

To be perfectly honest I went here yesterday to meet my great mate of the honest republicans. I’m a believer in him. However in the one of the democrates for sure not. Well, I mean, we defend everybody. Yes, we defend everybody. No matter who it is, we defend everybody. We’re defending the world. But that person, he’s just a low-energy person, let’s face it. We don’t need low energy. We need lots of energy. Like my amazing mate here, at this very, very, very, great place.

Before assisting a fantastic movie in his private outstanding movie theatre, we talked about beautiful tarrifs for unfair car imports in future. How many BMWs you have seen in this village? Dozen more than Camaros you will encounter not in Berlin. Great tarrifs will make not only this elegant village, but entire  America strong again. And your phenomenal village also.

Before we saw that outstanding movie we ate special steakes. Everyone is now saying, how I can ate a steak, when the goofy BMWs are flooding  our beautiful country. Flooding like the African Americans, the blacks, the cyber, the Latinos and the women? Yes, weak women. Worst women cause a lot of car accidents. Well, this week some pathetic people confronted me with boring facts that undermine my honest statement. Okay, but someone is causing those ridiculous accidents and we do have to do something against it, don’t we? Believe me, I’m doing very well with getting away with murder. We will hit a home run. I must tell you I have many, many friends and a huge and incredibly support of unbelievable people, and all of the extremely numerous complete and total clowns  doesn’t have a clue, why I’m doing very well with assisting movies at my powerful republican mate.

We saw the outstanding Apache movie “July 12, 2007 Baghdad airstrike” against sad Fake News members and disgusting terrorists. And after this we assisted the tremendous documentation about a brilliant  man of a fantastic show called “You are dismissed”. Believe me, in all fairness, I have never seen before, ever such a tremendous reality show on TV.

And since we had a good time, we continued watching “Stormy Daniels” in “Desert Storm 2”, a brilliant and elegant documentation of a special soldier, who has a avoided very, very, very not smart hostage situation with a sad woman of porn in Iraque supported by crooked democrats.

My hard working shop people a lot of people are saying, I am great. The proof of my hard work? It’s going to be amazing. Believe me. My friends, who happens to be a very famous fashion and hard working model, told me I dress very well and even more, I am working unbelievably tremendous hard. And I am doing it for you, believe me.

God bless you all and vote not for the boring candy in November, but for the amazing people of my party. To make America strong again.

Meine Damen und Herren, der Vertreter der republikanischen Partei hat vorhin gesprochen. Das Publikum applaudiert stehend.

Das Wichtigste lässt sich kurz zusammenfassen: in diesem Ort der USA, in dem er die Rede hielt, dort werden gerne deutsche BMW-Fahrzeuge gekauft – etwas, was sehr positiv anzumerken ist – und am Vorabend seiner Rede hatte er mit seinem lokalen Abgeordneten begeistert sowohl Splatter-Movies als auch einen Porno angeschaut.

Darüber hinaus empfahl er den Zuhörern, im November für die Republikaner zu wählen, und dass er weiterhin an den nationalen Slogan “Make America great again” glaubt.

Wir schalten jetzt zurück in unser Studio nach Dresden, in dem unser Chef-Redakteur über die neuerlichen Vorwürfe des amerikanischen Redners über die “Fake News”-Presse mit dem Vertreter der AfD reden wird. Er wird kritisch nachfragen, welche Straftaten Fake-News-Mitarbeiter, welche sich ja selber auch gerne als deutsche “Qualitätspresse” bezeichnen, für gewöhnlich begehen und zwar ohne jeglicher rechtlicher Ahndung.

Von hier aus einen Guten Abend aus Little Village World und nach der Werbung direkt zurück nach Dresden.

Nachrichten aus dem Untergrund

Neulich redete jeder über jene “Momo”-Nachricht mit dem angeblichem Schock-Bild, welche per WhatsApp an Kinder verschickt wurde. Hintergrund ist eine japanischen Special-Effect-Firma, welche Horrorgestalten u.a.a. Make-up-Masken von Zombies für Fernseh- und Filmproduktionen herstellt. Und aus deren Produktion stammt jene Skulptur, dessen Bild ungefragt für die “Momo”-Nachricht verwendet wurde und sich besonders bei Kindern in Deutschland auf deren Smartphones verbreitete. Die besorgten Mütter und Väter sahen in Folge dessen das Seelenheil ihrer Sprösslinge gefährdet und wandten sich direkt an die Polizei. Die Polizei diverser Bundesländer gab u.a.a. über die Social-Media-Kanäle dann entsprechend Warnungen an interessierte Eltern heraus. Kurz darauf war diese “Momo”-Nachricht in den Medien und jeder empörte sich, dass Kinder zu erschrecken, unterste Schublade sei. Psychologisch und moralisch. Unerwähnt blieb dabei regelmäßig, dass in der Europäischen Region die Nutzung von WhatsApp gemäß deren Nutzungsbedingungen Jugendlichen erst ab 16 Jahre erlaubt ist, aber generell nicht Kindern. Die darauf folgende Besorgnis der Väter und Mütter war daher auch, dass Smartphones an Schulen untersagt werden sollten. Dieses Ansinnen wurde von diesen besorgten Müttern und Vätern mit dem Hinweis bekämpft, dass die Erreichbarkeit derer Kinder über WhatsApp und Telefon Grundrecht sein müsse.

Erwachsene schreckt man nicht mit “Momo”-Nachrichten. Gruseln mit entsprechender Reaktion darauf geht anders. Erheblich moderner und geschickt getarnt mit dem Deckmantel der bedrohten Information. So erhielt ich letztens per WhatsApp zwei gleichlautende Nachrichten. Der Inhalt schürte direkt am Anfang die Besorgnis, dass jene Nachricht wohl möglich schon bald einer Zensur zum Opfer fallen könnte. Die Nachricht handelte über den Brief einer “iranischen Christin” an die deutsche Öffentlichkeit. Dafür, dass jene fundamentalistisch gegen moslemische Immigranten gerichtete Nachricht nach Ansicht des Verfassers recht bald gelöscht werden wird, war sie schon recht lange im Umlauf. Spuren zu diesem als “Kommentar” deklarierte Nachricht führten auf den Facebook-Account der AfD Solingen.Im Jahr 2016 tauchte dieser “Kommentar” auf und wurde von einem habilitierten und promovierten Menschen sofort auf seinen Seiten weiter verteilt. Dass dieser Mensch der CDU angehörte, dass er intensive Kontakte zur NPD und DVU hatte und dass er jetzt in MeckPom für die AfD als MdL in dem Landtag sitzt, so etwas fällt bei solch einer Recherche als Nebenprodukt ab. Dass der “Kommentar” aber gleich drei unterschiedlichen Autorinnen (“Susa Patricia”, “Daggy Beygang” und “Ami Ines”) zugeschrieben wird, lässt stark vermuten, dass der “Kommentar” ausschließlich in den Köpfen anderer geschrieben wurde. Und dass dieser “Kommentar” am Anfang die Besorgnis schürte, der Inhalt könnte wohlmöglich schon bald einer Art Zensur zum Opfer fallen – also mittels eines Eingriffs auf meinem Smartphone durch staatliche Kontrollinstanzen – das ist dann regelrecht absurd. Und wenn man dann noch feststellt, dass der “Kommentar” es bereits in verschiedenen einschlägigen Büchern geschafft hat, dann wird diese Besorgnis vor einem Löschen erst recht skurril.

Und ich hätte es dabei bewenden lassen, wäre nicht die dritte gleichlautende besorgte WhatsApp-Nachricht eingetroffen. Daher schrieb ich auch allen dreien zurück, teilte denen die Ergebnisse meiner Recherche mit und bat diese Mitmenschen mich aus deren AfD-Filterblase heraus zu halten. Dass ich dann von zweien per Ankündigung geblockt wurde und der dritte mir empfahl zu chillen, das hatte mich dann allerdings nicht wirklich weiter tangiert.

Wesentlich mehr hatte es mich dann berührt, dass ich am gleichen Nachmittag beim Aufbrechen aus einem Kaffeehaus mitbekam, wie eine Frau einer anderen Frau an deren Tisch diesen “Kommentar” vorlas, während das Kind daneben die Frau kurz darauf unterbrach und krähend ihr die “Momo”-Nachricht von deren Smartphone hinhielt. Zu soviel erregter Besorgnis – direkt akkumuliert an jenem Tisch – fiel mir nichts mehr ein. Außer: es ist wieder Wahlkampfzeit.

Link: Peter Gabriel: We do what we’re told (Milgram’s 37)

 

Ertrage die Clowns (10): Über Rough Music, Halali, Horrido und das erfolgreiche Ende eines Haberfeldtreiben

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Bei “Rough music” handelte es sich um einen Begriff, der in England gebräuchlich war. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts diente der Ausdruck eine lautstarke Kakophonie, genutzt um Spott oder Beleidigungen gegenüber Einzelpersonen auszudrücken, welche beschuldigt wurden, gewissen Normen einer Gesellschaft nicht respektiert zu haben.“Rough music” war eine Form der Manifestation mit Strafcharakter gegen diejenigen, die die aktuellen Normen des Gemeinschaftsverhaltens missachten. “Rough music” konnte wegen verschiedenen Umständen realisiert werden: kleine Diebstähle unter Nachbarn, Ausdruck der Missbilligung einer richterlichen Entscheidung, gegen unbeliebte Mitarbeiter, gegen die Polizei, gegen Informationsträger, gegen Leichendiebe, gegen Rekrutierer, gegen unpopuläre und mormonische Prediger, aufgrund ungerechter Entlassungen, gegen die Vertreibung einer Familie aus der Hütte des Arbeitgebers, usw. “Rough Music” zeigte sich als rauer Lärm, ohrenbetäubendes Gelächter und obszöne Pantomimen den zu Bestrafenden gegenüber.

Die britische “Rough Musik” hatte seine Entsprechungen in Frankreich als “Charivari”, in Italien als “Scampanate”, in Bayern als “Haberfeldtreiben”, in nördlicheren deutschen Gefilden als “Thierjagen”. Der Begriff “Katzenmusik” hat seine Ursprünge in der Anwendung ebenfalls daher. “Haberfeldtreiben” und “Thierjagen” gehören nicht zu den Ruhmesblättern der deutschen Geschichtsschreibung, weswegen dazu auch nicht viel zu finden ist. Weiterlesen