Karneval 2016


„West-faaalen-land, West-faaalen-land, ist wihida aauser Rand un Band …“

„Kannste mal mit dem Geleiere aufhören? Bekommt dir das Bier nicht?“

Der Angesprochene hielt mit seinem monotonen Singsang ein und schaute seinen Saufnachbarn an.

„Wad willschte?“

„In Ruhe den Kehraus feiern!“

„Tu’s doch.“

„Aber du lallst monotone grässliche Lieder!“ Weiterlesen

An Neujahrstagen, wie diesen …


Sie kam per Twitter. Vorher hatte es unser Bereichskontaktler an der dunklen Straßenecke geflüstert:

Terrorwarnung! Hannover Teil 2!

Der Neujahrsrutsch richtig terroristisch geheimdienstbewährt glitschig. Und wir wollen ja nicht wissen, was Polizei und Geheimdienst so wissen. Es würde uns ja nur beunruhigen.

ABER: wir waren gefasst und bereit. Allzeit bereit! Nach der Terrorwarnung hatten wir uns gleich zur Bürgerwehr der besorgten Bürger (PEGIDA-München) begeben, sieben Sandsäcke vor meiner Tür aufgetürmt und uns mit Mörsern, Flak, Pershing-IIs und G37-Maschinengewehren dahinter verschanzt. Solten die terroristischen Arschlöcher doch kommen! Allzeit bereit! Weiterlesen

Wissenschaftlich erwiesen


Liebe Freunde und Familienmitglieder, an dieser Stelle mal ein Ordnungsruf an ein komplett unintegriertes Mitglied aus dem Westfalenlande:

Herr H. ist 44 Jahre alt, Westfale, Vater von vier Kindern, Oberstudienrat und vormals Gymnasiallehrer, und dann auch noch leidenschaftlicher Hobby-Wissenschaftler. Letztens hat sich dieser Mensch glatt den theoretischen Ausführungen der beiden Ökologen Robert MacArthur und Edward Wilson verschrieben. MacArthur und Wilson haben in den 70er Jahren die Theorie der Zusammenhänge zwischen den Wachstumsraten („r“) und den Grenzen der Fassungsvermögen „k“ in der natürlichen Umwelt aufgestellt. Weiterlesen

Frontberichterstattung aus der Heimat


Liebste Susanne,

wie geht es dir? Ist es schön im fernen Sansibar? Was machen die Orangenbäumchen? Wachsen sie und gedeihen?  Was machen die Gewürzbäumchen? War die Ernte ein voller Erfolg? Ich wünschte, ich wäre dort bei dir und nicht hier in der heimlichen Hauptstadt Deutschlands.

Der Krieg ist grausam. JA, das ist er. Aber wir sollten nie vergessen, er ist auch gerecht. Und in erster Linie gerecht. Wir haben ihn gewählt. Demokratisch. Weiterlesen

Ertrage die Clowns (6): À tout de suite!


Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Charlie Abdullah ist tot. „König“ Charlie Abdullah. So viel Zeit muss sein.
Die Legende besagt, dass dieser letzte großherzigste Herrscher vor Gram starb, weil sein 1.000 PS Bugatti wegen Sand im Getriebe nicht mehr ansprang.
Charlie Wulf ging zu dessen Trauerfeier, weil Charlie Merkel und Charlie Gauck keine Zeit hatten. Charlie Abdullah soll es aber nicht bemerkt haben. Charlie Gabriel wäre auch ganz gerne dahin, aber irgendwie hatte er ein Date wegen Charlie Bachmann und Charlie Oertel und musste absagen. Charlie Obama, Charlie Cameroon und Charlie Hollande haben Charlie Abdullah gleich ihre Meinung verkündet und ihn über den grünen Klee gelobt. Wohlgemerkt „über“, denn ihn unter den grünen Klee zu belobigen, das hätte er schon verdient gehabt. Allein schon dafür, dass er die Freiheit des Bloggens mit 1000 Peitschenhiebe auf den Blogger Raif Badawi (kein Charlie) unterstütze, und dem gestürzten und politisch verfolgten tunesischen Diktator Charlie Ben Ali ein saudisches Asyl-Refugium zugestand. Diese beiden Fakten waren es dann auch, warum Charlie Merkel dessen „Klugheit, Weitsicht und großem persönlichen Einsatz“ […] „für eine behutsame Modernisierung seines Landes“ gepriesen hatte. Fast ähnlich hatte es Charlie Putin formuliert. Selbst UN-Generalsekretär Charlie Ban Ki Moon hat ihn posthum verbal geadelt. Haben eigentlich auch Charlie Netanjahu, Malis Präsident Charlie Keita, EU-Ratspräsident Charlie Tusk, Palästinenserpräsident Charlie Abbas und das Asterix-Imitat Charlie Sarkozy offiziell zitierbares zu dem Tod des Königs von sich gegeben? Weiterlesen

Kriegsgetrommel


Am 30. August lief die folgende Meldung über die Nachrichtenagenturen:

Litauens Staatschefin Dalia Grybauskaite sieht Russland „praktisch im Krieg gegen Europa“.

Die Medien verbreiteten diese Nachricht und widersprachen dem nicht sehr heftig.
Für alle war diese Nachricht opportun. Ein nachdrückliches Dementi dieser fatalen Ansicht erfolgte bis heute nicht.
Stattdessen die Meldung, dass England eine Eingreiftruppe für die Ukraine zusammenstelle …

Dazu an dieser Stelle das Video zu dem Lied „Krieg“ von Rio Reiser:

Miss Money-Penny ist in der Stadt


„Sie räumen Ihren Schreibtisch!“

Der Satz traf mich komplett unvorbereitet.

Es war eh bereits ein ungewöhnlicher Tagesbeginn gewesen. Eine mit dunklen Seitenfenstern versehenen Limousine kam am Vormittag auf den Hof vorgefahren. Zwei Herren in schwarzen Anzügen mit Sonnenbrillen und zwei Frauen ebenfalls in Schwarz (aber komplett unsexy!) entstiegen den sich öffnenden Türen. Mir fiel direkt auf, dass am Nummernschild der Limousine ein ‚CD‘-Schild klebte. Die Entstiegenen musterten kurz die Umgebung und bewegten sich danach zielgerichtet auf den Eingang zu. Ihre Schritte führten über den Empfangsbereich in das Büros des Boss. Kurze Zeit später kamen die vier wieder heraus. Die beiden Frauen voran, dahinter die beiden Männer. Mit der im Revers gesteckten Sonnenbrille blieben sie kurz an unsere verglasten Bürotür stehen, schauten aufmerksam zu uns herein und gingen danach grußlos weiter.
Es ist nicht das erste Mal, dass wer neugierig in unser Büro schaute, obwohl er dort eigentlich nichts wollte. Der letzte war der Präsident der deutschen Fahrradfahrer, jener welcher mit einem gewissen Brüderle gemeinsam eine Firma führt. Aber jener Fahrradfahrerpräsident und China-Experte hatte damals nur nett reingegrüßt, mit seinem typischen sozialdemokratischen Grußonkelgruß.
Diese ‚Men in Black‘ jetzt aber waren anders. Deren Blick hatte etwas Analytisches, etwas Nüchternes, Sachliches.

„Sie räumen Ihren Schreibtisch! Und zwar ‚auf‘, verstehen Sie?“

Da stand nun mein Oberboss in der Tür und lächelte über sein eigenes Wortspiel. Ich schaute ihn fragend an. Ohne Zweifel, mein Schreibtisch hat ein Ordnungssystem, welches dem unbedarften Beobachter wirr und ungeordnet erscheinen mag. Aber es hat ein Ordnungssystem. Mindestens eins. Ich selber weiß immer, wo etwas liegt. Oder liegen könnte. Oder könnte liegen können. Immer. Selbst bei einer Sonnenfinsternis. Selbst wenn es eine kleine längere Zeitspanne dauern sollte, bevor ich es nachweisen kann.

Ich wollte eine vorsichtige Frage formulieren, jedoch fuhr er bereits fort:

„Übermorgen kommt Penny Pritzker um drei. Und da möchte ich nicht, dass sie einen falschen Eindruck gewinnt.“

Miss Money-Penny. Penny Pritzker. Penny Sue Pritzker.
Hm.
Muss man die kennen?

Seit Mai dieses Jahres ist die Besitzerin (s.a. http://de.wikipedia.org/wiki/Penny_Pritzker) der Hotelgruppe „Hyatt“ (weltweit größte Hotelkette) Handelsministerin im Kabinett von Barack Obama. Zur Erklärung: Barack Obama ist der entschiedenste Friedensnobelpreisträger und brutalst mögliche Guantánamo–Auflöser seit der Erfindung von Himbeereis auf Stragula. Und Miss Money-Penny war entscheidend dran beteiligt, dass Barack Obama seinen erfolgreichen Wahlkampf 2007 mit einer Rekordsumme an Spendengeldern betreiben konnte. Barack Obama verdankte gerade seine erste Präsidentschaft eben dieser Penny Sue Pritzker. Und hätte Money-Penny in der Bankenkrise 2007 nicht eine eigene Bank mit riskanten CDS-Papieren in den Sand gesetzt gehabt, sie hätte bereits damals den Ministerposten erhalten. Es war damals nur inopportun. She was not amused.
Darüberhinaus gehört Miss Money-Penny allerdings laut ‚Forbes‘-Liste zu den 500 reichsten Menschen dieser Welt. Ungefähr 1,6 Milliarden Dollar Vermögen (ungefähr 1,2 Milliarden Euro) soll sie ihr Eigen nennen.
Liebe Leser, vergesst aber nicht, dass das nicht wirklich viel ist. Um das Ganze gleich einmal in Relation zu setzen: Karl Albrecht (Mr. ALDI) soll über 16 mal mehr verfügen können. Nur ist Karl kein Minister. Jedenfalls nicht, dass ich es wüsste (es wird ja in Berlin noch groß koalitionsverhandelt).

Penny Sue Pritzker.
Eine amerikanische Karriere. Die war sicherlich mal Tellerwäscherin. Im Hyatt.

‚Mit Geld kann man sich ein Traumschloss in Sarasota kaufen, dass nach zehn Jahren beginnt, baufällig zu werden. Aber Macht ist das steinerne Fundament das Hunderte von Jahren überdauert‘
(Francis ‚Frank‘ J. Underwood aus der wirklich bemerkenswerten US-Web-Serie ‚House of Cards‘)

Eine Milliardärin als Ministerin eines Kabinetts Barack Obamas.
Miss Money-Penny ist also in der Stadt.

„Aha, deswegen die ‚Men in Black‘? Und? Haben die Sie geblitztdingst?“

Er lachte kurz amüsiert und antwortete:
„Die haben sich hier alles angeschaut. Allerdings, manchmal wünschte ich mir auch so ein Blitzdingens. Wäre nicht schlecht. Besonders, wenn ich Ihren Schreibtisch sehe. Räumen Sie bitte auf, okay. Ich will, dass wir einen guten Eindruck machen. Und Ihr Schreibtisch macht es überhaupt nicht.“

Wenn Miss Money-Penny also in einer deutschen Stadt ein mittelständisches Unternehmen für 15 Minuten besucht, dann weiß eigentlich jeder, was das bedeutet. Nein, nicht das jenes mittelständische Unternehmen eine echte große Konstante in dieser kleinen globalisierten Welt darstellt (nein, das ist das Unternehmen unabhängig dazu sowieso), sondern dass Barack seine Miss Money-Penny wegen dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und USA auf Europa-Tournee geschickt hat.

Wobei … ich frag mich schon, was Penny Pritzker hier in Europa so treibt (außer ihre eigenen Hotels zu begutachten). Denn Neuigkeiten wird Penny Sue wohl nicht erfahren, was die Barack-NSA nicht bereits auf ihren Servern fein ordentlich geordnet und abgespeichert hat.
Vielleicht: Ein Werben für die Einhaltung der EU-Asylanten-Regularien in Deutschland auch für US-Staatshinzugehörige mit momentanen Aufenthaltsort ‚Russland‘? Andererseits, es ist schon klar, dass ihre Stipp-Visite nur ein Brosamen für einen Unternehmer darstellt, während ihr eigentlicher Aufenthalt eher der politischen Elite dieses Bundeslandes gelten dürfte. Vielleicht interessiert sich Penny ja auch für günstige, Rendite-starke Immobilien dieser Bundesland-Hauptstadt (32000 GBW-Mietwohnungen vormals für finanziell schwach aufgestellte Bewohner in einer Stadt mit sehr hohen Mietpreise), welches die Bayrische Landesbank verkauft hatte und die Bayrische Seehofer-Regierung mit gezielter Untätigkeit nicht unterband (s.a. http://www.sueddeutsche.de/thema/GBW-Wohnungen).

Das ist natürlich Quatsch.

Ich stricke Lügen und Legenden. Nur, weil sich wer mehr für die nördlichste Stadt mit italienischen Flair diesseits der Alpen interessiert, statt in ihrem eigenen „Hyatt“-Hotel in der indischen Stadt Chennai den messerscharf denkenden Giganten Viswanathan Anand und Magnus Carlsen bei deren Schach-WM-Duell gedanklich zu folgen. Da ich selber eh ein abgehalfterter, schon damals erfolgloser Schachspieler war, ist es klar, dass ich mich jetzt an Miss Money-Penny mit diesem Blog-Eintrag rächen möchte. Was auch sonst, gelle.

‚Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird‘
ist ein alter und oft zitierter Satz (aus ‚Mathilde“, 1841, von Eugène Sue) und ich bin nicht der einzige, der diesen Satz seit ‚Star Treck‘ kennt.

Der Boss der Bosse unserer Firma verließ den Raum.
Ich erinnerte mich der unendlichen Leere der Akten-Schränke hinter mir und bewegte sogleich alle Papiere und Dinge ohne Änderung ihrer gegebenen Stapelung in eben diese hinein. Tja, das ist der Vorteil des papierlosen Büros. Es gibt unheimlich viel Ablagefläche zum Verstecken von papierhaltigen Unterlagen. Und damit sind diese Dokumente somit absolut NSA-sicher.

Mein Feierabend war gekommen. Ich verließ meine Firma und kaufte mir im „Penny“-Laden gleich gegenüber Geschirrspülmittel. Mit dem Milliardär-werden kann man nie spät genug anfangen. „Penny“ gibt es an jeder Ecke und schmutzige Teller habe ich bereits zu Hauf in meiner Spüle … Milliarden seid willkommen …

Wahlnachlese: DER Kabarett-Höhepunkt im deutschen Fernsehen dieses Jahres


Mal ein kleiner Programmhinweis. Damit nachher niemand sagen kann, er hätte es nicht gewusst.

Am 1. Oktober von 22:25-23:25 gibt es im ZDF eine neue Serie von „Neues aus der Anstalt“.
Gäste bei Urban Priol und Markus Barwasser werden sein:

Georg Schramm
Max Uthoff
Jochen Malmsheimer
Volker Pispers

Es ist wohl definitiv auch die letzte Übertragung von „Neues aus der Anstalt“.
Leider.

Aber dafür hoffentlich eine Stunde mit kabarettistischem Feuerwerk!

Konsequent wie bei Gustl Mollath?


Gustl‬ ‪Mollath‬ ist nun aus der ‪Psychiatrie‬ entlassen worden.

Nu fordert die bayrische Opposition, dass die bayrische Justizministerin auch entlassen werden möge.
Also liebe ‪‎bayrische‬ Opposition, so geht das nun mal nicht, okay.
Die ‪Merk‬ kann aus der ‪CSU‬ nicht einfach entlassen werden.
Die bleibt dort in der Psychiatrie inhaftiert bis zur nächsten ‪Bayernwahl‬.
Gewählt ist gewählt.
Hafterleichterung ist nicht.
Strafe muss sein …