Don’t Pay The Ferry, Man …


In dem weltbekannten Fernsehstudio “Mirigardas VIN“ des kleinen europäischen Zwergstaats “Neekzistas” wurden die Abendnachrichten aufgezeichnet. Ein Moderator im blauen Wollanzug und eine Moderatorin im knappen Schwarzen saßen hinter dem beigen Moderationstisch vor einer riesigen grünen Leinwand und wurden nochmals schnell abgepudert.

Stimme aus dem Off: “Gut. Und jetzt den Beitrag aus Deutschland! Den Dialog lest ihr bitte vom Teleprompter ab. Lächeln nicht vergessen! Und seid natürlich. Klappe ‚Fortschritt, die Erste‘!”

Moderator: “Heute erreichten uns verwirrende Bilder einer ganz neuen Zerstörung durch die Terrororganisation ISIS. Katrina, was kannst du uns berichten?”

Moderatorin: “Tja, Charles, das waren sehr verstörende Bilder, die wir heute aus Deutschland erhielten. Es war klar, dass die Terrorgefahr durch versprengte ISIS-Terroristen auch dort hoch war, aber dass diese inzwischen schon Landstriche erobert haben …”

“Das ist beunruhigend, Katrina. Die Terrorgefahr scheint in Europa also immens zu wachsen und selbst gut überwachte Länder Europas kämpfen vergebens gegen diesen Virus des Wahnsinns.”

“Du sagst es Charles. Sie haben nicht nur christliche Kulturgüter in Syrien oder jenes UNESCO-Welterbe unseres christlichen Abendlandes wie Palmyra zerstört, nein, sie haben ihr destruktives Werk inzwischen perfektioniert und jetzt auch wohl nach Deutschland exportiert.”

“Das hört sich nicht gut an, Katrina.”

“Überhaupt nicht, Charles. Es erreichten uns heute Bilder, wie die ISIS mit zwei Baggern einen christlichen Dom Nahe Erkelenz mitleidslos niederrissen. Aus dem Dorf mit dem Namen ‚Immerlacht‘ waren zuvor bereits die Einwohner mit Sack und Pack geflohen. Augenzeugen berichteten, dass es sich um über 1500 Flüchtlinge aus dem Dorf handelte, welche in einem Flüchtlingslager namens ‚Immerlacht (Neu)‘ untergekommen sind. Nur weniger als ein Dutzend Menschen harren am Ursprungsort noch aus. Es soll sich hierbei um Alte, Gebrechliche und wahrscheinlich Kinder mit ihren Müttern handeln. Wir zeigen Ihnen hier im Hintergrund hinter uns diese uns überspielten Bilder einer unfassbaren Zerstörungswut einer absolut religiös verblendeten Minderheit, die auf nichts mehr Rücksicht nimmt. Nicht mal vor über 100 Jahren alten christlichen Bauwerken.”

“War denn dort keine deutsche Polizei vor Ort? Keine Bundeswehr?”

“Nein, Charles, Deutschland hatte die Bundeswehr dort nicht im Einsatz, da dieses das Grundgesetz verbietet, deren Einsatz im Innern nicht erlaubt. Polizei war zwar vorhanden und konnte einige tapfer gegen dieses Zerstörungswerk Protestierende vor der Barbarei der Islamisten in dem Dorf ‚Immerlacht‘ noch retten. Die Anzahl der Toten konnte bislang …”

Stimme aus dem Off: “CUT! CUT! CUT! Was soll denn der Scheiß? Wer hat denn den Dialog geschrieben? Ich krieg die Krise! Seit ihr denn von allen guten Geistern gefickt, oder was? Das betroffene Dorf heißt ‚Immerath‘, ihr Vollpfosten! Ihr wart wohl zu oft im Urlaub auf Mallorca, oder was? ‚Immer lacht‘ ist eine deutsche Schlagerschnulze für deutsche Urlauber, gesungen von Kerstin Ott. Der Ort heißt ‚Immerath‘, IM-ME-RATH, ihr analphabetischen Sackgesichter!”

Zweite Stimme aus dem Off: “Regie? Hallo Regie! ‘tschuldigung, wir haben den Fehler gefunden. Der Text wurde von so einem langhaarigen Praktikanten mit Jesuslatschen aus unserem Ausbildungspool geschrieben. Wir haben ihn gerade gefeuert. Es tut uns leid, ihn eingestellt zu haben. Ehrlich. Wir werden als Ausgleich unentgeltlich Überstunden machen, okay. Ist nur fair, oder? Und wir laden jetzt den richtigen Originaltext auf den Teleprompter.”

Erste Stimme aus dem Off: “Ich glaub es nicht! Könnt ihr sowas nicht mal vorher prüfen, was ihr hochladet, ihr Schwachmaten? Hab ich es denn hier nur mit Vollhorsten zu tun? Ich gaub‘ es nicht! Idioten! Ist jetzt alles bereit? Katrina? Charles? Können wir jetzt?”

Zweite Stimme aus dem Off: “Gepudert? Schlips senkrecht? Dekolleté ausgerichtet? Okay? Deutschland-Berichte, die zweite!”

Erste Stimme aus dem Off: “Und jetzt keinen Fehler! Okay? Das Dorf heißt ‚Immerath‘, klar soweit? Und: Klappe ‚Fortschritt, die Zweite‘!”

Moderator: “Deutschland ist ein prosperierendes Land.  Wir alle wissen, wie alle Deutsche durch ihren Einsatz und ihren Arbeitswillen es zu einer großen Nation gemacht haben. Jetzt gibt es weitere Bilder von diesem unglaublichen Fortschrittswillen. Katrina, was kannst du uns berichten?”

Moderatorin: “Tja, Charles, das waren schon eindrucksvolle Bilder, die wir heute aus Deutschland erhielten. Es war klar, dass die Deutschen vieles für ihren wirtschaftlichen Wohlstand opfern. Aber das was jetzt passierte, war eindrucksvoll.”

“Das hört sich gut an, Katrina.”

“Absolut, Charles. Es erreichten uns heute Bilder, wie Deutschland mit zwei Baggern einen christlichen Dom Nahe Erkelenz opferten, um weiter dringend benötigte Rohstoffe aus dem Boden zu gewinnen. Aus dem Dorf mit dem Namen ‚Immerath‘ waren bereits die Einwohner in ihre neue Heimat mit dem Namen ‚Immerath (Neu)‘ umgezogen. Ein modernes Dorf mit einer hochpotentiellen Infrastruktur und den neusten Errungenschaften, wovon man in manchen Vierteln deutscher Millionenstädte nur träumen darf. Lediglich ein Dutzend Menschen harrten am Ursprungsort noch aus, um die reibungsfreien Abbrucharbeiten derer Gemeindekirche zu begleiten. Einem Gebäude, welches deren Vorfahren fast zärtlich als den ‚Dom von Immerath‘ bezeichneten, einem Bauwerk, welches vor 100 Jahren von eben jenen finanziert und erbaut wurde.”

“Das ist beeindruckend, Katrina.”

“Ja, wo sonst in der Welt geben Menschen sogar ihre religiöse Heiligtümer auf, um alles für eine florierende Wirtschaft zu tun? Bekannterweise drohen die Energieversorger, insbesondere die Braunkohlenförderer, in notleidende Situationen zu geraten und, um so mehr ist es den Anwohner mit Respekt zu zollen, dass sie zum Wohle dieser potentiell notleidenden Unternehmen auf ihre Heimat verzichten, sich pioniermäßig neu ansiedeln und durch ihr Verhalten den Energieversorgern eine Fähre durch unruhigen Gewässern als Hilfe angedeihen lassen.”

“Danke, Katrina, für diesen Bericht aus der Lokomotive der europäischen Union. Da kann unser Land und viele unserer Leute ja noch etwas davon dazulernen. Aber jetzt erst einmal eine kurze Werbepause.”

Erste Stimme aus dem Off: “CUT! Na, endlich! Hervorragend. Und jetzt die Nachrichten zur ansteigenden Kriminalität und der neuen Welle an Wohnungseinbrüchen in unser Land. Puder! Licht! Ruhe! 3, 2, 1, und … action! Klappe ‚Inlandsnachrichten, die Erste!’”

Don’t Pay The Ferryman …

Immerath:
Lesenswerte Ansicht zu Immerath: Teestübchen Trithemius
Screenshot der Bilder zum Abriss:
immerather dom

Kneipengespräch: Und willst du nicht mein Bruder sein, breche ich dir das Nasenbein


Tresen 0

„Kenn ich dich? Stalkst du mich?“

Er saß neben mir und starrte mich bedrohlich drohend durchdringend an. Ich hatte ihm ungefragt in sein überhebliches, nationalistisches Geschwafel reingequatsch und sein unreflektiertes Alphamännchen-Gehabe gestört.

„Nein. Aber du wünscht dir nachher, dass ich du mich nicht kennengelernt hättest.“

„Du willst mir drohen?“

„Dir kann man drohen? Du bist es doch immer, der droht, wenn er meint, er sei in seiner Meinung bedroht, nicht wahr. Der Wutbürger im eigenen luftleeren Hirnraum.“

„Pass mal auf, Bürschlein, …“

„Bürschlein ist nicht mein Name. Etwa der deine?“

„Arschloch! Ich heiße Oliver.“ Weiterlesen

Kneipengespräch: Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist


Tresen 0

Ein kehliges Rollen, direkt aus dem Rachen, unterstützt von einem Geräusch von zusammengeklebten Schleim, der Blasen wirft. Ein Geräusch fast von unten aus dem Magen herrührend, gurgelnd aufsteigend in den Hals-Nasen-Rachenbereich. Ein Geräusch wie bei den Zombies aus der Fernsehserie „The Walking Dead“.

»HEY!«

Der Wirt hatte in seiner Zapfbewegung innegehalten und meinen Nachbarn lauthals angeranzt. Jetzt blickte er ihn durchdringend eindringlich an.

»Wage es nicht! Oder ich schmeiß‘ dich raus!«

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