Aus, aus, aus, das Spiel ist aus! So lernt man.

Der Teufel besuchte Gott und fragte ihn, ob man nicht mal ein Fußballspiel Himmel gegen Hölle machen könnte.

Gott hatte dafür nur ein müdes Lächeln übrig:

„Glaubst, du fußkranker Belzebub, dass du mit deiner Mannschaft auch nur die geringste Chance haben magst? Sämtliche guten Fußballspieler sind im Himmel: Pele, Beckenbauer, Charlton, Di Stefano, Müller, Maradona, Ronaldo … “

Der Teufel lächelt baphometisch zurück:

„Macht nix. WIR haben dafür alle Schiedsrichter!“

 


 

Ach ja, wo die Pointe ist?

Nun:

Im Himmel öffnet der Engländer die Tür, der Franzose kocht, der Italiener sorgt für Unterhaltung und der Deutsche organisiert alles.

In der Hölle öffnet der Franzose die Tür, der Engländer kocht, der Deutsche sorgt für Unterhaltung und der Italiener organisiert alles.

Passt zwar nicht zum oben geschriebenen, aber wen interessiert es schon, wenn nicht die 895 Zeichengrenze überschritten wird?

Kneipengespräch: Kinderspiel

»Daten sind wichtig, Daten und Informationen sind die neue Währung. Ich kann Ihnen ein attraktives Angebot machen. Der DataFilius 2020, die Geheimwaffe, um endlich in Frieden zu leben. Sind Sie fromm?«

Er schaute von seinem Kölsch auf.

»Lammfromm.«

»Es kann der frömmste Mensch nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen …«

»Nachbarn?«

»… nicht gefällt. Genau. Und genau dort setzt unser DataFilius 2020 an. Wir wollen doch alle in Frieden leben, oder etwa nicht?«

»Aber immer. Ich jedenfalls. Auch ein Kölsch?«

»Gerne. Da sind wir doch einer Meinung. Nichts schmeckt besser, als ein Kölsch unter sympathischen Menschen in netter Runde.«

»Nicht Nachbarn?«

»Sie müssen das mal pragmatisch sehen, mein Lieber. Jesus sagte bereits, liebe deinen Nächsten. Redete er dabei über Nachbarn? Ihre Nachbarn? Wer sind ihre Nachbarn? Es sind doch auch nur Menschen. Und als solche Subjekte können die einem das Leben schon ganz schön schwierig machen, nicht wahr? Menschen können furchtbar gefährlich sein. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf und somit sollten Sie sich ebenfalls vorsehen, dass Sie nicht unter Wölfe fallen. Wölfe sind nicht ihre Nächsten, das hat Jesus jedenfalls nie gesagt.«

»Der rechte Nachbar von mir, dessen Dackel hatte mir neulich vor der Garage geschissen und meine Frau wäre fast mit dem rechten Vorderrad ihres SUVs voll rein in die Kacke und die ganze Garage hätte eklig gestunken. Der Nachbar hatte uns nur den Stinkefinger gezeigt, als wir uns wegen dessen Mist-Töle beschweren wollten.«

Angewidert ob seines Erlebnisses nahm er einen Schluck aus seinem Kölsch und verzog sein Gesicht.

»Sehen Sie, und genau da setzt unser DataFilius 2020 ein. Zur Befriedung Ihrer Nachbarschaft. Wir installieren Ihnen an ihren neuralgischen Positionen Ihres Hauses kleinste, höchstauflösende Minikameras, welche jede Änderung und Bewegung registrieren, mit 256-bit-Verschlüsselung an den Server in ihrem Haus senden, und wird dort mittels der von uns mitgelieferten Software diese Daten per Akustik-, Objekt- und Gesichtserkennung auswertet.«

»Echt?«

»In Echtzeit. Darüber hinaus sammelt der DataFilius 2020 alle wichtige Daten ihrer Nachbarn ein, sowohl deren Internetsurfprofile, deren Bewegungsprofile über deren Handys, wenn die sich in verschiedene Sendemasten einloggen, und mittels deren Bankkarteneinsätze. Wir haben sogar eine Softwareroutine in dem Datenpaket eingesetzt, welche es ermöglicht festzustellen, ob auf deren Handys oder Computer bereits der Staatstrojaner installiert wurde. Falls ja, lässt sich dieser Vorteil zu ihren Nutzen verwenden. Sie werden herausfinden, ob der nerdige Sohn des Nachbarn im Internet Daten von Prominenten, Politikern und Schauspielern sammelt und zwecks Aufmerksamkeitsdefizit dann zur Adventszeit veröffentlicht. Selbst die Datensammlungen von Microsoft, Google, Apple, Amazon und anderen Online-Shops werden Ihnen offen stehen. Natürlich alles strengstens vertraulich nur. Denn jeder muss die DSGVO beachten, nicht wahr, ohne Ausnahme. Und wir auch. Wir sehen es als unsere höchste Aufgabe an, sicher zu stellen, dass Ihnen kein Unrecht widerfährt.«

»Ich will kein Ärger.«

»Werden Sie nicht haben. Ganz im Gegenteil. Sie werden erfahren, mit wem die Nachbarsfrau verkehrt, wenn der Mann arbeitet ist. Und ob der Mann auch ihrer Nachbarsfrau auch wirklich arbeite oder mit einer Mitarbeiterin in einem Münchner Motel Überstunden schnackselt. Und ob deren Tochter promisk ist und deren Sohn außer Computerhackereien noch andere Talente hat. Vielleicht spricht er gar russisch und steckt als Hacker mit Putin unter einer Decke.«

»Hacker sind alle von Russland gesteuert. Das weiß doch jedes Kind.«

»Sogar Prognosen sind mit unserem DataFilius 2020 möglich. Und das nicht nur zu Wetter, Börse und dem Ausgang von Serien wie IBES oder DSDS oder …«

»Lottozahlen?«

»Nein, Lottozahlen nicht. Lottokugeln haben kein Gedächtnis und verhalten sich daher irrational. Aber über das Verhalten von Menschen, Tiere und andere Naturgewalten. Alles lässt sich bequem auf ihr Smartphone senden, so dass Sie den Überblick über alle Informationen und Daten immer griffbereit in Ihrer Jackentasche haben. Und das alles schafft unsere hochpotente Software, welche wir auf dem ‘Raspberry Pi 3 B+’ als Server. Den können Sie sogar auf den Wohnzimmerschrank platzieren, da findet es niemals eine SEK mit Hausdurchsuchungsbeschluss.«

»Ich will aber nichts illegales.«

»Wer sagt denn, dass das illegal ist? Sie? Sie sollten sich selber nicht so wichtig nehmen, denn ansonsten kann unser DataFilius 2020 nicht für ihren Frieden in Freiheit garantieren. Denken Sie immer dran, es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, …«

»… wenn der Nachbar eine vierbeinige Kotmaschine vor unserer Garage austreten lässt.«

»So isses. Sie haben es verstanden. Ihr Nachbar hat – nebenbei erwähnt – auch den DataFilius 2020 erworben, um mehr Frieden in Freiheit zu haben. Da sollten Sie nicht zurück stehen. Wäre irgendwie uncool, der einzige in der Reihenhaussiedlung zu sein, der zwar zwei SUVs hat, aber keinen DataFilius 2020.«

»Hm, ich muss doch nicht jeden Quatsch mitmachen. Allerdings will ich auch nicht mit der Nachbarschaft fremdeln, Außenseiter werden. Ich will doch nur meinen Frieden.«

»Schauen Sie mal hier auf mein Smartphone. Ich habe während unseres Gesprächs nebenbei ihre Daten an unseren ‘Raspberry Pi 3 B+’-Server bei uns im Office eingegeben. Und wissen Sie, unser Server hat sofort eine Alarmmeldung an mich geschickt, die ich Ihnen ausrichten soll.«

»Eine Alarmmeldung?«

»Höchster Dringlichkeitsstufe!«

»Und was ist die Botschaft ihres DataFilius 2020 an Sie für mich?«

»Ihr Nachbarsdackel hat wieder vor Ihrer Garage geschissen.«

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Zitat Aldous Huxley:

Der Glaube an eine größere und bessere Zukunft ist einer der mächtigsten Feinde gegenwärtiger Freiheit.

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Weihnachtszeit ist beeindruckend relativ …

Erinnerst du dich noch an die wunderbare Zeit, als du Kind warst? Da schlich das bezaubernde Weihnachten nur so heran:

Erster Advent. Okay. Wir erinnern uns. Nach dem ersten Advent, danach kam immer ein Montag. Muss so sein. War immer so. Danach ein Dienstag, dann ein … . Ein Nikolaus-Tag kam. Immer am gleichen Tag, aber nie am gleichen Wochentag. Der obligatorische Blick auf den Kalender der wissenden Kinder half. Darauf der nächste Tag. Irgendwann dann auch ein Samstag.

Zweiter Advent. Dann wiederum ein Montag. Montag. Okay. Herrje, aber das dauert auch. Echt jetzt. Dienstag. Hm. Verdammich. Okay. Ein Mittwoch. Langweilt das. Gähn. … gähn … gähn … ein Samstag. Endlich. Endlich. ENDLICH!

Dritte Advent. Was? Erst der dritte? Noch ein weiterer Advent bis Heilig Abend? Echt jetzt? Denkt man als Erwachsener immer so unpraktisch und langsam? Sapralot. So wird das nie was mit dem Fortschritt. Montag. Montag. Hört der denn nie auf? Ist doch schon Abendszeit. Und dritter Advent. Okay, einmal einen Samstag schlafen. Dienstag. Sicher? Ist nicht bereits Mittwoch? Echt Dienstag? Ich bin mir sicher heute ist Mittwoch. „NEIN!“ Okay. Dienstag. Dienstag. Mittwoch? Nein. Dienstag. Nächster Tag. Übernächster Tag. Danach … . … Samstag. Hört das denn nie auf? Was soll der Scheiss?! Wir hatten doch gestern bereits Freitag! Da bin ich mir sicher. Jetzt wirklich! Frag jeden auf der Straße, der wird’s dir bestätigen. Samstag! „Ist schon Weihnachten?“ „Nein, morgen ist erst der vierte Advent.“ „Echt?“ „Ja.“ „Nein!“ „Doch!“

Vierter Advent. Plätzchenduft. Mutter bäckt. Backt. Bäckt. Backt. Bäckt … äh, … tut backen. Weihnachtsduft überall. Brutal. Und dann noch Weihrauch in der Kirche. Ja, ist denn jetzt schon wieder Weihnachten? Ist Weihnachten? Oder? „Nein.“ „Aber Heilig Abend?“ „Nein.“ „ Und Morgen?“ „Nein!“ Montag. Ja, hört das denn niemals auf???? Seid ihr alle bekloppt? Seid doch mal pragmatisch! Abkürzungen sind doch allseits geduldet! Macht mal halblang mit eurem Kalenderfetischischmus, ihr Mireneuker, elendige! Zwischen „Maria Empfängnis“ und der „Geburt des Heilands“ sind kaum zwei Wochen im katholischen Kirchenkalender. Aber zwischen vierten Advent und Heilig Abend da macht ihr eine halbe Ewigkeit draus? habt ihr se noch alle? Echt jetzt, selbst in der BILD – in der „Sankt Pauli Nachrichten“ für Arme – steht was anderes …


Fünfzig Jahre später. EZDV der Gegenwart im Hier und Heute.

Gebeugt und im Arbeitsplan des eigenen Beschäftigungsverhältnisses penibel vermerkt:

Erster Advent. Okay. Noch drei Wochen bis Weihnachten. Ich bin ja ein kreativer Geist. Mittwoch Weihnachtsfeier im Kirchenverein, am nächsten Tag im Schachclub.

Zweiter Advent. Okay. Noch zwei Wochen bis Weihnachten. Nur keine Hektik. 40-Stunden die Woche Arbeit, das schafft jeder. Ich auch. Dienstag ist Weihnachtsfeier im Swingerclub, Frau hat dann Kopping. Mittwoch macht ihre Firma auf Weihnachten. Freitag ist meine Firmenweihnachtsfeier. Aspirin und so weiter besorgen.

Dritter Advent. Hm? Dritter? Ich muss noch Geschenke kaufen! Also mein Terminkalender. Kindergartenweihnachtsfeier von der Jüngsten, muss ich hin, oder die tumpe Nachbarin übernimmt alles, um zu kaschieren, dass ihr Sohn strunzendoof ist. Dann die Schulweihnachtsfeier. Sohnemann ist nicht wirklich gut. Muss gegenüber dem Lehrer gut Wetter machen, sonst rutscht Sohnemann in der sozialen Leiter ein Jahr hinterher. Oder die tumbe Nachbarin mit deren pseudeointellektuellen Göre … … Okay, Donnerstag, da geht noch was, weil Freitag, weil Kirchenchorfeier mit dem Gemeinderat, wichtig …

Vierter Advent. Was?!? Schon der Vierte? Wann ist denn heuer Heilig Abend? Herrjeminee! Ich … . Notfallplan! Online-Bestellung? Will meine Frau und der Rest der buckligen Verwandschaft etwa auch Geschenke? Was wollen meine Kinder? Smartphones sind immer gut. Wann ist überhaupt Heilig Abend? Und warum morgen der Termin mit meinem Chef wegen Weihnachtsurlaubsvertretung?!? … Ich brauch selber Urlaub … echt jetzt …

Weihnachten? Alle Jahre wieder: 24-Dezember-20xy

Wurscht. Auf Kartoffelsalat.

Ente im eigenen Saft mit Kartoffelklöße auf neuester Körperfettwaage mit Bluetoothanbindung ans eigene Smartphone.

Friede. Freude. Eierkuchen. Wir haben uns alle begehrenswert lieb. So lieb. Haben wir uns. Total.

UND NERVT MICH NICHT!

Bedenke, lieber Leser: Sauf zu Weihnachten nicht das, was ich eh nicht in mich reinschütten werde. Und lass dem Kartoffelsalat und den zu Tode gestopften Geflügel eine Schweigesekunde angedeihen, während ihr stumm schweigsam, unidirektional vor dem Fernseher bei Bildern aus den Jemen und vom letzten Tsunami auf das Christkind wartet. Requisat in pace, in nomine Patris et Filii et Spiritus Sancti. Ego te absolve, ընթերցող.

Und dann noch: Ihr anderen, jawohl, ihr! Meditiert gefälligst die Wartezeit bis zur Erleuchtung. Auf dass ihr eure eigene überfällige Erleuchtung erfahret. Aber bitte, immer nur orthorexiagemäß, woll.

Allerdings: Ihr Christenheit, ihr werdet vergeblich warten. Maria und Josef haben bereits alles zugegeben …


Autorenhinweis:

veröffentlicht nach einer Idee auf einen meiner Kommentare auf https://meinelilopranke.wordpress.com

Fröhliche Weihnachten, Lilo

Lass es krachen!