»Kölsch ist aus. Noagerl-Bier haben wir noch. Direkt und frisch vom Oktoberfest.«
»Geh mir wech mit Oktoberfest. Ist mir Oberkante Unterlippe. Gib mir nen Kraneburger.«
»Keine Panik. Spässle gemacht. Ein Kölsch hab ich immer noch für dich.«
»Puh. Danke.«
»Keine Sorge, die Bayern machen aus den Rest-Wiener-Würstchen den Leberkäs und aus den Restleberkäs Wiener-Würstchen. Der perfekte Kreislauf. Ebenso machen die es mit dem Bier. Aus den Restweißbieren machen die deren Helles und aus den Helles …«
»… deren Weißbier, ich weiß.«
»Falsch. Die Kaufen sich im April die Reste aus den Kölsch-Gläsern vom Kölner Karneval, mischen es dem verbliebendem Hellen unter, lassen es gären und nennen es Weißbier.«
»Und das Noagerl-Bier?«
»Das sind die Reste vom Weißbier. Und auch vom Voll-Bier, dem Hellen. Die werden bis Anfang September gesammelt, mit Kohlensäure aufgewertet und dann als Oktoberfestbier auf der Münchner Wiesen verkauft werden.«
»Und die Reste vom Oktoberfestbier?«
»Die werden mit Zuckerkulör angefärbt und gehen als Altbiergrundstoff nach Düsseldorf-Stadt.«
»Und was machen die Düsseldorfer mit deren Alt, wenn was übrig bleibt?«
»Das geht als Export in die USA. Die machen damit deren Dark-Ale-Bier.«
»Und was machen die Amerikaner mit den Resten daraus?«
»Barbecue-Soße.«
»Und deren Reste?«
»Die gehen nach Bayern in die Döner-Spieße, die nach Berlin verkauft werden.«
»Und die Rest der Berliner Döner-Spieße?«
»Wenn es nicht zum Döner-Skandal aus Bayern mutiert, dann kauft der NRW-Ministerpräsident diese auf, um die NRW-Kornfelder der bedürftigen Landwirte dort zu düngen. Diese verkaufen dann deren minderwertiges Döner-Getreide, um daraus Kölsch zu brauen.«
»Damit die Menschen auf dem Oktoberfest in München was zu saufen haben.«
»Du hast es erfasst.«
»Fast.«
»Kölsch? Strunzens normales Kölsch.«
»Ja, bitte. Aber das Oktoberfest-freie Kölsch. Also Bio-Kölsch, bitte.«
“Bio-Kölsch ist leider aus. Das letzte Fässle war mit recycelten Wiener-Resten kontaminiert. Aber wir haben noch ein ultra-brutales ‘East-Cologne-Hut’-Kölsch. Das Kölsch der Kölsch-Fam.”
“Safe. Before es mi zerreist in diesem Dorf, dem Münchner Kuhkaffmetalitäsmonstrum.”
“Echt? Also stranger things? Dann macht es 13 Euro die Maß Kölsch.”
“???”
“Oktoberfest-Preise. Isso.”
—–
Zusatzfrage zum Oktoberfest:
Wenn Alkohol das Kurzzeitgedächtnis blockiert, was macht denn dann erst Alkohol?!?
H: »Habe letztens den Armin mal wieder getroffen.«
M: »Und was macht er?«
H: »Er war im Bergbaumuseum. Ich traf ihn an der Vitrine mit den Steiger-Medaillen.«
M: »Der Armin. Der hängt halt noch sehr an seinen Vater.«
H: »Jaja. Medaille geht halt immer. Nur Bergbau geht nimmer.«
M: »Ja, guck mal, wer da kommt. Hallo, Winfried.«
W: »Hallo Hendrik, hallo Markus. Kommt die Malu noch?«
H: »Wieso?«
W: »Ich wollt mit der über Hochwasser reden, die kennt sich doch aus. Gestern hat’s in Stuttgart geregnet und jetzt ist mein Keller voll.«
H: »Ach, Winfried, das kriegste doch allein gemanagt, oder?«
W: »Sag das nicht, Hendrik. Wenn ich dort zum Absaugen runtergehe, steht mir das Wasser bis zum Hals. Schön ist das nicht.«
M: »Hättest mal ein paar Lenzpumpen kaufen sollen, Winfried. Ein Keller ohne Lenzpumpen ist eine Fehlplanung. Sind solche nicht gerade übrig vom Tieferlegen eures Hauptbahnhofs in Stuttgart?«
W: »Aber nein, Markus, die habt ihr doch alle aufgekauft, um in München die zweite Stammstrecke zu bauen und das Grundwasser bei euch tiefer zu legen.«
H: »Nee, echt jetzt Markus? Jetzt bin ich aber enttäuscht. Du hattest mich doch vor zwei Monaten in Düsseldorf angerufen und wolltest doch solche Gerätschaften nigelnagelneu bei uns einkaufen.«
M: »Ja, Hendrik, aber da war der Pressemensch doch an mir dran, und da musste ich aus ökologischen Gesichtspunkten beim Thema Nachhaltigkeit …«
H: »Da haste also die vom Winfried seinen Hauptbahnhof besorgt? Du bist mir ja ein schöner Freund, Markus.«
W»: »Jetzt streite euch beide nicht. Unsere Hauptbahnhof-Lenzpumpen sind sparsam in Verbrauch, schwäbisch halt, Hendrik. Also Kulturgut, da konnten wir noch beim Gebrauchtwarenwert etwas nachtarocken und der Markus hatte nichts dagegen.«
M: »Nun, Hendrik, auch wir in Bayern müssen der Bevölkerung zeigen, dass wir national denken und regional handeln. Wie der Bayer so gerne zwischen Weißbier und Weißwurst sagt: think globally, act locally. What ever it takes.«
H: »Also echt jetzt, Markus, manchmal regt mich eure „Laptop und Lederhose“-Attitüde auf. Denk doch auch mal an uns hier oben. Was glaubste, warum der Armin mit seinen Kabinettskollegen damals seine Kabinettssitzung bei euch abgehalten hatte, statt in Düsseldorf sie abzuhalten? Na?«
M: »Du wirst es mir wohl gleich sagen, Hendrik.«
H: »Nein, nicht weil der Armin Praktikant eines privaten Radiosenders in München war, der wollte euch NRW-Kultur jenseits von „Laptop und Lederhose“ begreiflich machen.«
M: »Ich weiß gar nicht, was du hast, Hendrik. Unsere Symbiose aus „Laptop und Lederhose“ ist doch gelungen. Oder siehst du es anders, Winfried?«
W: »Markus, wir hier sind Schwaben und darum sparsam. Ich spare mir mal eine Bemerkung dazu. Hauptsache die letzte Rate für die Lenzpumpen erhalten wir nächste Woche. Und schön ist es, dass wir hier in Baden-Württemberg euch Bayern ein wenig Lenzpumpenkultur verkaufen konnten.«
M: »Hendrik, bitte mäßige dich. Wir hier in Bayern …«
H: »Markus, ich reg mich nicht auf. Aber diese ach-so-kultigen Lenzpumpen vom Stuttgarter Hauptbahnhof beim Winfried einzukaufen statt bei uns, weißte, was das ist?«
M: »«Du wirst es mir gleich sagen, Hendrik.
H: »Das ist purste, kalte kulturelle Aneignung!«
M: »Was?«
H: »Jawohl, Markus, das ist ganz mieses „Cancel Culture“ gegenüber unserer rheinischen Tagebaukultur und deren Lenzpumpen. Ganz mieses „Cancel Culture“ von dir und deinen Lederhosen-Laptopträgern!«
M: »Hendrik, du übertreibst.«
W: »Da muss ich dem Markus recht geben, Hendrik. Das hat mit kultureller Aneignung nichts zu tun, sondern das ist Business.«
M: »Ich kann für mich selber sprechen, Winfrid. Also, Hendrik, kulturelle Aneignung ist, wenn ihr bei euch in NRW Mitte Ende September überall Oktoberfest feiert.«
H: »Winfried, ich versuch das ja schon bei uns in NRW zu hintertreiben. Oktoberfest hat mit NRW genau so viel zu tun wie Weißwürste mit heißer Curry-Sauce. Ich rede mir bei uns immer schon den Mund fusselig, die sollen das besser „Michaelisfest“ nennen und Pils aus Willi-Bechern saufen, statt Oktoberfest und bayrisches Bier aus Maßkrügen.«
M: »Und das, mein lieber Hendrik, so leid es mir als Bayrischer Landesvater auch tut, das nenne ich „Cancel Culture“ in Reinstform, wenn du versuchst, unseren schönen Begriff „Oktoberfest“ mit dem banalen Wort „Michaelisfest“ zu ersetzen. Und dann noch unser bayrische Braukunst mit banalem Pils im gleichen Satz zu verwenden …«
H: »So mein Quatsch, Markus. Euer Oktoberfest bei uns in NRW durchzuführen, das wäre genau das, was man kulturelle Aneignung nennt!«
M: »Ach ja? Und sowas nicht zu tun und auch noch aktiv dagegen anzugehen, das nennt sich etwa nicht „Cancel Culture“, Hendrik?«
W: »Nun streitet euch beiden nicht. Wir in BW sehen das nicht so eng. Wir können eh alles außer …«
H: »… Hochdeutsch. Wissen wir, Winfried.«
M: »… Bayrisch. Jaja, Winfried.«
W: »Ich weiß gar nicht, was ihr beiden habt. Wir fahren damit ganz gut in Baden-Württemberg.«
M: »Ganz gut fahren? Winfried, da sag ich nur Audi und BMW in Bayern!«
H: »Ihr armen Bayern. Ich sag nur FORD, STELLANTIS, ASTON MARTIN, TOYOTA und Karnevalszüge ohne Schienen. Ganz zu schweigen von Vertriebsniederlassungen von BMW, Audi, Daimler und Porsche. Damit fahren wir in NRW auf alle Fälle besser.«
W: »Ihr Armenhäusler, ihr. Ihr Hungerleider dort habt ja auch nichts anderes in NRW. Sparen könnt ihr ja auch nicht, das können wir Schwaben besser. Drum haben wir auch mehr Kohle als ihr. Und, wenn ihr Kohle besitzen wollt, dann müsst ihr ganze Dörfer wegbaggern, Hendrik, und nennt es Braunkohletagebau.«
H: »Ja und, Winfried? Würden wir unsere Kohle nicht verstromen, dann könnten wir den Strom nicht verkaufen. Wir haben den Strukturwandel geschafft. Da kann Deutschland stolz auf uns sein.«
W: »Und verpestet mit euren Braunkohlekraftwerken unsere CO2-Bilanz.«
H: »Och, Winfried, jetzt machste wieder auf Klimawandel, nur weil nach dem Schauer dir dein Keller abgesoffen ist. Mir kommen die Tränen. Dann baut mal mehr Windräder!«
W: »Du musst gerade reden, Hendrik, du baust doch nur Windräder damit der ganze Braunkohlestaub zu uns ins schöne Schwabenland runter geblasen wird!«
H: »Ach ja? Da sag ich dir mal eins, ich fordere, dass im Länderfinanzierungsausgleich diese kostenfreie Überlassung von Braunkohlestaub im Länderfinanzierungsausgleich zu unseren Gunsten in NRW berücksichtigt wird! Umsonst gibt’s von uns nichts mehr.«
M: »Guter Punkt, Hendrik, wir in Bayern, wir haben im ersten Halbjahr dieses Jahres keine einzige Windenergieanlage stillgelegt. Du, Hendrik, in NRW aber bereits vier. Das ist nicht gut in Zeiten der Stromknappheit, das ist dir schon klar, nicht wahr, Hendrik, oder?«
H: »Dafür haben wir 47 neue gebaut. Und ihr in Bayern? Läppsche drei Windenergieanlagen von den 13 beantragten.«
M: »Was willste damit sagen. Zum Jahresanfang wollten wir nur eine Anlage neu in Betrieb nehmen. Jetzt haben wir eine Steigerung um 300%! Das möchte ich mal in NRW sehen, mein lieber Hendrik. Bayern hatte zuletzt den größten Nettozuwachs aller Bundesländer bei den erneuerbaren Energien. Wir produzieren mehr Solarstrom als das Saarland überhaupt an Strom insgesamt.«
H: »Saarland? Ist ja auch ein riesiges Bundesland.«
M: »Und noch was, Hendrik, der Winfried und ich, wir haben eine Wasserstoff-Allianz gegründet mit höchsten Kompetenzen für diesen Energieträger der Zukunft. Und, denk dran, bevor du wieder mit dem Länderfinanzierungsausgleich kommst: das deutsche Leistungsherz liegt im Süden. Stottert der Motor im Süden, dann schüttelt es Deutschland.«
H: »Komm, Markus, geschenkt. Und wenn ihr dort unten mal wieder Diarrhö produziert, müssen wir wie bekloppt saufen, damit ihr gesäßseitig nicht austrocknet. Du denkst vielleicht, du seist der Nabel der Welt, aber wenn, dann höchstens der andere Punkt auf der gegenüberliegenden Seite paar Zentimeter tiefer!«
M: »Das nimmst du zurück, Hendrik!«
H: »Nehm ich nicht, du Markus, du!«
M: »Doch!«
H: »Nein!«
M: »Doch!«
W: »Oooh. Kinders, hört auf zu streiten, das bringt doch nichts.«
M: »Winfried, halt dich da raus! Wenn ich mit dem Hendrik streite, dann streiten sich mehr als ein Drittel der Deutschen, vertreten durch uns beide. Außerdem freue ich mich doch auf den gemeinsamen Bierzelt-Auftritt, mit Hendrik am 5. September, beim Niederbayrischen Gillamoos-Bierfest. Bekanntermaßen muss zur Vorfreude vorher nur noch Frieden geschlossen werden. Also: ohne Streit, kein Frieden.«
W: »Markus, ich will doch nur, …«
H: »Winfried, der Markus hat recht! Du kannst deinen schwäbischen Wurzeln freien Lauf lassen und dir die Bemerkungen sparen. Södern wirste nie als Handwerk beherrschen.«
W: »Hendrik, also manch mal biste aber auch wirklich ein Wüster in deiner Argumentation. Was hat das eine Sparen mit deinen anderen Bemerkung-Sparen zu tun?«
H: »Vorsicht, Winfried, Fakt ist, wir müssen alle sparen und trotzdem mit kühlem Verstand und heißem Herzen dafür sorgen, dass es niemanden friert.«
W: »Deiner Floskeldrescherei ist kulturelle Aneignung und “Cancel Culture” zugleich. Dem kann ich nur die kalte Schulter zeigen.«
M: »Dreschen ist nur möglich, wo es was zu ernten gibt.«
H: »Klar. Drum bin ich dafür, dass alle in öffentlichen Gebäuden arbeitenden im Winter ins Home Office geschickt werden. Damit sparen wir uns als Land sehr viele Heizungskosten. Wenn niemand in den öffentlichen Gebäuden ist, braucht auch niemand zu heizen, weil niemand drin friert. Das dadurch Ersparte können wir im Sinne von Angebot und Nachfrage der freien Marktwirtschaft am selbstregulierenden Markt zu höheren Preisen verkaufen.«
W: »An wen?«
H: »Zum Beispiel an die im Home Office arbeitenden Menschen, welche es bei der Arbeit auch noch recht wärm haben möchten. Es macht doch keinen Sinn, bei denen nicht zu sparen, denen eh nichts erspart bleibt.«
M: »Hendrik, grandios, das werde ich gleich an meinen CSU-Generalsekretär, dem Blume, weiterleiten? Er kann dann im Bayrischen Rundfunk bei seinen zuhörenden Bayern punkten.«
H: »Aber du musst ihm sagen, dass es von mir ist, Markus, nicht wahr.«
W: »Ääääh, und ich? Was sag ich meinen Bürgern in Baden-Württemberg, wenn es denen frieren sollte?«
M: »Winfried, ich dachte, ihr in BW könnt alles außer Hochdeutsch? Sollen die sich doch mit Waschlappen warmrubbeln, wer ein verfrorener Lappen ist.«
H: »Oder die könnten doch auf Spinnern strampeln, damit eure restlichen Lenzpumpen am Stuttgarter Hauptbahnhof mit erneuerbare Energie aus den Spinnern gespeist werden.«
M: »Nebenbei, Winfried, brauchst du noch eine Lenzpumpe für deinen Keller? Ich glaube, vom Kauf eurer Lenzpumpen haben wir beim Bau der zweiten Stammstrecke in München zwei übrig.«
W: »Zwei?«
M: »Eigentlich nur eine. Die andere haben wir bei uns für die Toiletten unserer Staatskanzlei installiert. Funktioniert ganz famos. Die pumpt all den Unrat aus unserer Staatskanzlei geräuschfrei und unauffällig ab. Und die eine, also die andere, die könnten wir dir noch überlassen, Winfried. Als Staatsgeschenk. Zur Erhaltung und Förderung der gemeinsamen Freundschaft.«
W: »Ach nee, Markus, ich bestell lieber eine bei Amazon. Da kann ich die nach getaner Arbeit binnen 30 Tagen kostenlos wieder als Retoure eintüten und schreibe „Habe irrtümlich bestellt“ und krieg das Geld zurück.«
H: »Typisch Schwabe. Will immer nur sparen. Koste, was es wolle.«
W: »Wenn wir bei uns den Gürtel enger schnallen sollen, dann bitteschön dürfen wir uns den Gürtel doch wohl noch aussuchen, oder?«
M: »Gut. Aussuchen lässt sich machen. Dann lad ich euch morgen Nachmittag zum Bummel auf unsere Maximilianstraße in München ein. Da hat es sehr schöne Gürtel.«
H: »Wir in Düsseldorf auf der Kö haben aber auch tolle Gürtel-Markengeschäfte!«
W: »Okay, dann ist es ausgemacht. Morgen nach München und übermorgen nach Düsseldorf. Da wird sich wohl schon noch ein passender Gürtel finden lassen.«
H: »Und dein vollgelaufener Keller? Willste den nicht morgen leer pumpen lassen?«
W: »Nee, habe gerade von Malu eine SMS erhalten. Die kann mich erst nächste Woche zum Hochwasserschaden beraten. Solange muss der Keller nun mal warten.«
M: »Werf einfach ein Waschlappen rein. Vielleicht saugt der alles weg.«
H: »Okay. Also bis Morgen auf der Maximilianstraße. Markus, du sorgst fürs Frühstück und ich bring paar Pressereporter mit. Die Nachwelt soll auch mitbekommen, wie wir uns ums Sparen sorgen.«
Der heilige Klappstuhl. Das Wahrzeichen von Autorität, Macht und Würde.
Wer sich drin fläzt, der sieht die Welt aus seiner niedrigen Sichtweise. Im Klappstuhl ist es selbst für den Menschen trotz dicksten Schwabbelbauchs und trotz adipösestem Hinterteils noch möglich, einen winzigen Hauch von Autorität, Macht und Würde erfolgreich als Sturmandrohung zu simulieren. In beliebten, maritimen Urlaubsorten lässt sich solches immer beobachten. Fahrt hin und schaut sie sich euch an, wenn – wie jetzt aktuell – sich Bayern in Urlaubsgebieten sich tummeln..
Nun. So ein Klappstuhl wurde neulich von Archäologen in Bayern gefunden. 10 Kilometer nordöstlich von Rothenburg ob der Tauber. Yep. In Bayern. Wo doch gerade alle Bayern raus aus Bayern … wegen Urlaub und so …
Und das Bemerkenswerte? Dass der Klappstuhl eine Grabbeigabe aus Eisen für die Beerdigte in jenem Grab war? Dass der Klappstuhl wohlmöglich aus dem Jahre 600 stammt? Das Bemerkenswerte ist eigentlich immer das, was nicht geschrieben steht:
WO ist das Strandtuch auf dem Klappstuhl?! Oder sollte vergessen worden sein, den Klappstuhl zu reservieren?!? Wahrscheinlich ist es vielleicht auch gar kein echter Klappstuhl. Erst recht kein heiliger Klappstuhl. Also, so einer, der als Altartuch ein Strandtuch drüber hat und mit Zettel “BESETZT! Komme gleich wieder!” kreuzweise mit Tesa dran festgepappt. Und zwar genau so, wie ein Deutscher es unter gewichtiger Mobilmachung seiner eigenen bayrischen Leibesfülle am Urlaubort kurz vor Sonnenaufgang am Hotel-Pool autoritär machen würde. Weil Autorität, Macht und Würde. Das kann der Bayer. Besonders der aus Franken. Da wo der Klappstuhl ausgegraben wurde, nicht wahr? Eben.
Klappstuhl in Bayern aus dem Jahre 600 ohne Strandtuch? Ausgegraben …
Ich habe Sachen gesehen, die Menschen niemals glauben gelesen zu haben. Gigantische Reisegruppen, die vor Leidenschaft brannten, draußen auf den Schultern des Orion. Ganz ohne James Webb.
Ich sah Sichtbalken auf Monitoren, glitzernd im Dunkeln vor privaten Sendern, welche keine gebührenfinanziert bezahlt- nur deutlich mehr begeisternd beklatschend – klatschend auf Balkonen am Tannhäuser Tor aus Solidarität zugunsten des emotionalen Empathie-Event. Dem Event, wegen dem die Fotographen deren Akkus aufgeladen, deren Speicherkarten geleert und deren detaillierte Zooms angeschnallt hatten. Ein Klatsch-Klatsch-Event der Extra-Klasse. Fotos ohne Akustik. Beeindruckend. Fast so wie bei BAPs “Kristallnaach”, gespielt live immer am Anfang.
Ich sah Rentner zwischen deren Koffern am Gleis 2, Abschnitt B. Ich sah Hartz-4-Empfänger in der Wartezone mit gezogenen Nummern in der Hand. Ich sah, Anwälte von Gutverdienenden vor Richtern, gespickt mit gut verischerungsbezahlten Argumenten. Ich sah Wettervorhersagen mit Aussagen in Trockengebieten, Aussagen über Regengebieten über Ozeanen, ich sah Politiker, sich auf Koalitionsvereinbarungen berufend, sich gleichzeitig in Videos geistig einen runterholtend. Ich sah Oppositionspolitiker, die flogen, bevor sie überhaupt geflogen werden konnten, weil es BILD & Co KG als untragbar beurteilt wurde. Ich sah Oppositionspolitiker, offen masturbierend und dafür um Beifall für deren Orgasmus heischend. Und das, komplett unabhängig von den anderen Medien, welche ein 08/15-Leser in den 1/4-stündigen Betriebsarbeitspausen liest.
Ich sah alle. Mich zugleich im Spiegel. Und ich sah die Gesellschaft sich selber spiegelnd. Ich stand derweil in der ersten Reihe. Trotzdem meckere ich hier unreflektiert. Warum auch nicht? Das ist das Anrecht, sich unreflektiert über andere zu echauffieren. Letztendlich reicht ein sich berufen auf das Schlagwort “Meinungsfreiheit”. Es ist dabei völlig uninteressant, ob “Meinungsfreiheit” gegen Staatsorganisationen erschaffen wurde, um deren diktatorische Zensur (staatliche Informationskontrolle) zu bekämpfen, oder ob “Meinungsfreiheit” erschaffen wurde, um dem direkten Nachbarn mit konträrer Meinung den Mund zu verbieten. Es bleibt unerheblich, ob “konträre Meinung” mit Sachlichkeit oder mit Polemik zu tun hat, aber Hauptsache “verbieten” oder “cancel culture”. Definitions are belonging always to the one of the owner of an opinion topic. Could be wired, really, but has to be carried over as a thought..
Ich habe Sachen gesehen, die Menschen niemals glauben, gelesen zu haben. Reisegruppen, die vor gigantischer Leidenschaft brannten und Handtücher auf Liegestühle dominierten. Ich sah Influencer, die man früher Manipulierer schimpfe, die glitzernd im Dunkeln am liebsten vorm Tannhäuser Tor brillierten, um deren Selfie-Aufnahmen zu machen.
Ich sah mich im Spiegelkabinett, von gestern, heute, morgen und den “Okay Boomer”n. Und ich sehe meine Boomer-Mitkollegen. Ich denke, ich bin zu lahm, um mit den Herausforderungen der Gegenwart mitzuhalten. Alle sind kompetenter (inklusive meinem älteren Bruder) und alle wissen mehr als meiner einer. Selbst von älteren Boomern werde ich maximal nur noch gefragt, ob meine Meinung nicht erheblich zu revidieren zu sein hat, weil meine Meinung in der Form nicht zähle (und ich eh das falsche wählen würde, statt mich der obligatorischen Mehrheit zu beugen; freilich im demokratisch Sinne, woll).
Meinung ist kein Pfund zum Wuchern. Sondern zu, Verstehen.
Ein Vorschlag aus dem letzten Jahrtausend von dem kongenialen Kabarett-Duo “Missfits” (Gerburg Jahnke und Stephanie Überall) über “Feminispräch” als Kontra-Punkt der männlich dominierten Sprache (neudeutsch: “Gendern”):
Es war ein kalter August. Viel Regen, wenig Sonne. Nasskalt. Wenn die Sonne zu sehen war, dann nur morgens oder abends als kaltgelber Ball zwischen den Wolken.
Alles war kalt, die Hände, die Nase, die Füße, die Zehen. Der Regen schien in die Kleidung einzuziehen. Klamm war sie. Das Frühjahr war bereits sehr schattig gewesen. Und nahtlos ging das Frühjahr in den Sommer rüber.
Mamertus, Pankratius, Servatius und Bonifatius gaben sich unterkühlt und verschnupft die Klinke in die Hand und hinterließen eine unangenehme Kühle im Land. Und erst recht die kalte Sophie. Sie zeigte ihre kälteste Schulter.
Siebenschläfer war regnerisch. Was mindestens sieben Wochen schlechtes Wetter bedeuten sollte. Besagte eine alte Bauernregel, von der alle sagten, dass sie nicht stimme, aber niemand glaubte, dass es nicht so sei. Denn man kannte die berühmt berüchtigte Bauernschläue nur zu gut.
Jemand meinte, einen Sonnenstrahl an jenem Tag gesehen zu haben und erzählte davon hoffnungsschwanger. Nur wurde er veräppelt: „Du hast Sonne gesehen? Wo? Wo? Wo? Sag schon, wo isse?“ Er schwieg. Er schwieg über den gelben Strahl, der sich seinen Weg durch zwei stahlgrau, dunkle Wolkentürme bahnte. Wie das Lichtschwert eines Yedis hatte die Sonne ihre Kraft gezeigt. „Und? Haste dich gleich eingecremt? Lichtschutzfaktor 15?“ 15. 15 war,damals das höchste der Gefühle, was in der Drogerie von „Schlecker“ als Sonnencreme kaufbar war. Die Sonnencreme war recht fetthaltig und konnte somit auf der Haut auch als Isolationsschicht vor Kälte verwendet werden.
Die Kirmes – wie üblich Anfang August – war ein buchstäblicher Schlag ins Wasser. Sie war ein Pfützenfestival. Jede Pfütze ein Wassergraben zum Drüber-hinweg-Springen. Der reinste Pfützenslalom. Und die Karussells waren in etwa das, was der Schleudergang bei Waschmaschinen darstellt. Der Auto-Scooter war die begehrteste Attraktion, war es doch überdacht. Ebenso „Die Raupe“. Aber Karussells wie „Hully-Gully“ oder das Flugzeugkarussell, die waren ungeschützt und man verließ sie immer mit nassem Hosenboden. Bei jenem Sauwetter wollten auch die Helfer der Schausteller nicht raus und jedes Mal alles trocken wischen.
Jeder war sich im Klaren, besser würde das Wetter nicht werden. Und die ersten sahen schon die Horrorvisionen der Maisernte im September und Oktober voraus: verschlammte Straßen durch Trecker, deren Reifen den klatschfeuchten Lehm vom Maisfeld auf die Straße brachten. Und wer hatte dann die Malaise? Richtig. Die Autofahrer mit ihren frisch gewaschene PKWs, mit denen sie Sonnabend oder Sonntag Morgen zur Kirche wollten. Niemand wollte mit einer Dreckskarre vor der Kirche parken.
Denn Leute mit Anstand im Dorf fuhren zum Gottesdienst nur mit blitzendem Blech vor. Nur jene Alternativen mit deren Schrott auf Rädern und dem Heck voller Aufkleber von Pop- oder Rock-Gruppen oder mit politischen oder philosophischen Botschaften wie rausgereckten Zungen, rot oder schwarz-weiß, die dazu noch mit Unsinnssprüchen glänzten. Das waren eher jene ohne Anstand oder Respekt vor dem heiligen Blech vor dem heiligen Gotteshaus. Man schüttete darüber insgeheim und öffentlich den Kopf und träumte von einer Zukunft, in der es keine PKWs mehr gäbe, auf deren Heck bunte Aufkleber klebten und irgendwelche Botschaften verbreiteten. Wenn wenigstens der Regen solche PKWs sauber waschen würde. Denn er war ja zumindest sauer. Aber wohl nicht so sauer, wie mancher über bunt beklebte Heckfronten eines Autos. Sauber blitzende Hecks von sauber blitzenden Autos, das waren das erklärte Zukunftstraumziel.
Der Priester im Dorfe hatte bereits verschiedene Andachten organisiert, die nur dem einen Ziele dienten, schön Wetter zu machen. Gott solle doch ein Einsehen haben, dass soviel Regen der Gemeinde nicht gut tue. Es schade den Ernten und machte die Leute nur depressiv. Im Stakkato wurden AVE MARIA, und VATERUNSER herunter gebetet und Rosenkränze in den Händen geknetet. Aber das Wetter wurde nicht besser.
Es ging der August, es kam der September und der Oktober stand vor der Tür. Regenwetter, Regen, Schnürlregen, Landregen. Grau in grau.
– Sonne? Sie haben Sonne gesehen? Wo? – Da hinten. Zweite Straße rechts. – Wo? Wo? Wo?
Ein beliebter Otto-Waalkes-Witz zu jener Zeit.
Die Andachten reihten sich aneinander, wie die Perlen der Rosenkränze, die durch die Finger der Andachtsteilnehmer liefen. Erntedankfest kam und die blitzeblank-gewienerten PKWs mussten über verschlammte Straßen zum Gottesdienst.
Erntedank ging. Der triste November kam und ein Sommer, der kein Sommer war, hatte schon seit langem einem Herbst Platz gemacht, einem Herbst, der sich bereits im Frühjahr in der Gegend umgeschaut hatte.
“Schau mal, Petrus. Ich glaube, jetzt sind die hier mal dran. Die wollen besseres Wetter.” ”Nach 40 Jahren? Das war vor 40 Jahren.” ”Ja und? Bei soviel Bitten und Fürbitten, die sich hier stapeln. Das ist immerhin ne Menge Arbeit. Abzuarbeiten, alles der Reihe nach, eines nach dem anderen. Wir können schließlich auch nicht hexen. Aber wir lassen uns niemals nicht nachsagen, dass wir unseren Aufgaben nicht nachkommen würden. Wir haben schließlich ein Ruf zu verlieren. Man solle nie sagen dürfen, ein Gott nähme die Bitten seiner Gläubigen nicht ernst.” ”Wie du meinst.” ”Also, Petrus, wie viele Andachten, Fürbitten und Gebete waren es für besseres Wetter in dem Landstrich zu jener Zeit?” ”Also, vom Stiefel des Erdenstrichs bis hin zum ewigen Eis nach oben, also so ungefähr paar Dutzend Millionen Bitten, Fürbitten und Andachten. Und einige davon von Gläubigen mit verklebten Autohecks.” ”Echt? Diese Barbaren. Autohecks zu verkleben, geht gar nicht! Es geht doch nichts über blitzendes sauber lackiertes Autoblech. Was sind das für Frevler? Aber deren unerschütterlichen Glauben lob ich mir.” ”Wirklich?” ”Aber sicher das, Petrus. Ich will mich denen erkenntlich zeigen. Gib denen mal zwanzig Jahre nur Schönwetter, von April bis November. Also, richtig gutes warmes bis heißes Wetter und kein Regen. Die sollen mal die Sonnenseite des Lebens kennenlernen.” ”Und dazwischen, von November bis April?” ”Ein wenig Abkühlung mit Fluten, Gewittern und Stürmen. Übermütig sollen die schließlich auch nicht werden.” ”Geht Klar, Vater. Soll der Heilige Geist dann wenigstens an den heißen Tagen wehen?” ”Nicht notwendig, Petrus. Alles sollen die dort auch nicht gleich geschenkt bekommen, woll. Und sag meinem Sohn, er soll endlich ins Münchner Hofbräuhaus gehen und dem Dienstboten, dem Saufkopp, in den Allerwertesten treten.” ”Dem Aloisius? Der schon seit hundert Jahren dort seine Maß säuft?” ”Der soll endlich den Regierungen dort unter meinen göttlichen Eingebung mitgeben.” ”Mach ich. Geht klar. Gleich nach der Werbepause. Wenn das Endlos-Wirtschaftsspiel im Stream aus ist.”
»Angeklagter, Sie stehen hier vor dem Gericht wegen missliebigen Verhaltens.« »Ich fühl mich keiner Schuld bewusst.« »Der Angeklagte gibt also zu, im Vorsatz gehandelt zu haben.« »Vorsatz? Wobei denn?« »Der Angeklagte ging am 3. Februar bei einer Dienstagsdemonstration am Donnerstag gegen staatlich verordnete Maßnahmen mit einer Reichsflagge auf der Straße herum.« »Ja und?« »Der Angeklagte hatte vormals und auch danach nichts mit den eigentlichen Reichsbürgern zu tun.« »Wäre ja auch noch schöner.« »Am 18. März wurde er vor einem Dienstgebäude gesehen, wie er seinen Arm waagerecht zum Gruße erhoben hatte.« »Kann doch mal passieren, oder. Vielleicht habe ich auch nur im militärischen Stechschritt lustgewandelt?« »Der Angeklagte hatte aber nie eine direkte Vergangenheit mit den Nationalsozialisten der Nazi-Herrschaft gemein. Selbst seine Eltern oder Elterns-Eltern waren nicht in jener Partei.« »Tja, geht vielen von uns hier so. Nicht mal meine Elterns-Elterns-Eltern.« »Am 5. April wurde der Angeklagte von vier Leuten beobachtet, wie er auf mutmaßlich ‚Rassist‘ machte und Mitmenschen wegen deren Aussehen beleidigte …« »Sagt wer?« »… und sie offensichtlich aus dem Lande gewiesen sehen wollte.« »Man darf doch wohl seine Meinung noch öffentlich sagen hier, oder etwa nicht? Oder leben wir in einer Meinungsdiktatur? Jetzt darf man noch nicht mal mehr seine Meinung sagen, oder wird man das jetzt auch nicht mal mehr sagen dürfen?« »Dem Angeklagten wird weiterhin vorgeworfen, dass er Devotionalien und andere Objekte aus den Dreissiger und Vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts sammelt. Auf einem Flohmarkt am 8. Juli wurde er beobachtet, wie er diverse Devotionalien begutachtete und offensichtlich drei davon kaufte, zwei Parteiorden und eine Binde mit Emblem.« »Na und? In der Freiheit darf jeder sammeln, was er möchte, nicht war? Drum sind wir ja ein freies Land und keine Diktatur. Sammeln ist doch nicht verboten, oder?« »Aufgrund dieser und andere diverse, von Einzelpersonen bezeugte Fakten wird dem Angeklagten vor diesem Volxrechtshof die kulturelle Aneignung einer Kultur vorgeworfen, welche in der Vergangenheit zwar Status Quo Mitteleuropas war, aber keinen Fortbestand hatte und der der Angeklagte nie zugehörte und oder zugehören konnte.« »Kulturelle was?!« »Diese ‚Kulturelle Aneignung‘ äußert sich darin, dass sich Unbefugte das Leben einer Kultur befleißigen, für die Menschen aufgrund deren Gesinnung verfolgt und mit Freiheitsstrafen in unseren Breitengraden verfolgt wurden und werden.« »Andere nennen das nicht ‚Kulturelle Aneignung‘ sondern ‚Traditionspflege‘! Und Skandinavier, Amerikaner und andere leben diese von Ihnen angesprochene Tradition schon seit jeher, also seit dem letzten Jahrhundert weiter.« »Weiterer Punkt: der Angeklagte macht sich über dieses Volxrechtshof lustig. Bitte diesen Tatbestand ebenfalls ins Protokoll aufnehmen.« »Der Angeklagte kann Euch mal, ihr woker Euer-Ehren-Pseudorichter! Ihr Cancel-Culture-Fetischisten!« »Auch diese Aussage ins Protokoll aufnehmen. Der Angeklagte missachtet die rechtsprechende Instanzengemeinschaft ebenfalls vorsätzlich.« »’Kulturelle Aneignung‘, pah! Nur weil ich kein unrechter Spinner bin? Nur weil ich eine rechte Meinung habe? Ihr seid so etwas von woke!« »Die elf Geschworenen haben ihr Urteil bereits in Scherben einer ruhmreichen Walhalla-Vase geritzt und nach der Einzelkontrolle durch den Geschworenen-Lenkungsplanmanager mir übergeben.« »’Kulturelle Aneignung‘, pah! Woke Säcke, ihr!« »Hiermit verkündige ich das Urteil: …« »Ihr woken Säcke! Ihr Boomer-Woker! Ihr Scheiß-Moralwächter!« »Im Namen des Volxkörpers verkündige ich das Urteil über den hier Angeklagten, beschuldigt des Tatbestands der ‚Kulturelle Aneignung‘. Mit elf zu null Stimmen wurde von den Geschworenen beschlossen, dass der Angeklagte schuldig im Sinne der Anklage ist. Er erhält somit hiermit die unveräußerliche einmalige Möglichkeit, als Mitgliedschaft in einer operativen Organisation für ‚Stochastischen Terrorismus‘ aufgenommen zu werden. Herzlichen Glückwunsch, Angeklagter. Per Darknet schicken wir Ihnen eine Liste der möglichen Organisationen zu.« »Echt? Keine Hinrichtung? Ich komme hier ohne Beeinträchtigung meiner Freiheit raus?« »Wir wünschen Ihnen als engagierten, strebsamen und meinungsstarken Mitmenschen auf seinem weiteren Berufs- und Lebensweg alles Gute und weiterhin viel Erfolg.« »Oh, sehr schön. Die letzten drei Schimpfwörter nehme ich übrigens zurück. Tut mir leid. Ist mir so rausgerutscht, war irgendwie nur spontan von mir. Bin halt ein empathischer Mensch, nicht wahr, und Empathie ist ja wertvoll, nicht wahr.« »Wie bitte? Haben Sie sich gerade entschuldigt?« »Tjo, ähm, ja, ich dachte, ich mach das mal. Man muss ja nicht jeden beleidigen, oder. Hab das ja alles nur getan, weil es mir ein Herzenswunsch war. Und Wünsche sind ja Ansichtssache. Meinung halt. Und Meinung wird man doch wohl noch haben dürfen, oder?« »Was?« »Wusste ja nicht, dass Sie und die Geschworenen, Ihr alle hier, so cool drauf seid. Ich find eure urteilende Kultur schon echt recht cool. Werde ich mir zu eigen machen.« »Geschworene! Ihr habt es gehört! Dieser Lappen von Angeklagte hat sich gerade als woke Wurst demaskiert! Zu den Waffen! Mit Gott auf unsrer Seite, jagt die Sau!« »Was?« »Attacke!!!!«
ich möchte an dieser Stelle meines Blogs exklusiv eine meiner bahnbrechenden Forschungen vorstellen und dem allgemeinen Peer-to-Peer-Review zur Verfügung stellen. Also, gewissermaßen zur Herstellung einer win-win-Situation: Gewinn für euch, Gewinn für mich.
Zur Erklärung: Peer-to-Peer-Review ist die Bewertung einer Arbeit durch unabhängige Gutachter, Menschen desselben Metiers, sogenannte »Peers«, was Englisch ist und für »Ebenbürtige«, »Gleichrangige« steht. Also Leser meines Blogs, klar soweit.
Das Peer-Review-Verfahren beim Bloggen ist das gängigste Verfahren der Qualitätsprüfung in Klein-Bloggershausen vor Veröffentlichung von Beiträgen in anderen Blogs, auf Flugblättern, gesprüht auf jeder Wand als Graffiti, getanzt als Walzer, Slow-Fox und Gabalier-Pogo, gegrölt auf Sauf-Feten, Trinkgelagen und live übertragen in den nicht-öffentlich-rechtlichen Medien. Klar so weit?
Nebenbei: ich distanziere mich hier ausdrücklich und so weit wie möglich von dem Thema »Wissenschaft«, denn solche sind keine uns »Ebenbürtige« oder »Gleichrangige«, sondern elitäre Eigenbrötler, die sich bei deren Peer-to-Peer-Reviews mittels verklausulierter Sprache uns und unserem Verständnis entziehen wollen, um damit deren eigene Süppchen zu kochen, die wir dann alle auslöffeln sollen.
Klar soweit? Safe. Dann fang ich mal an:
Jeder kennt die Schokoladenei-Werbung, in der Kinder vor einem Schoko-Ei mit Spielzeuginhalt gesetzt werden und versprochen kriegen, dass wenn das Kind das Ei nicht anrühre, dann kriege es zur Belohnung ein weiteres. Das Ganze basiert auf der 1972 veröffentlichten Marshmallow-Test-Studie des Wissenschaftlers Walter Mischel der Stanfort University. In dieser Studie wurde einem Kind vor einem Marshmallow gesetzt und erhielt die Wahl zwischen einer kleinen, aber sofortigen Belohnung, wenn es das Marshmallow direkt aufesse, und zwei kleinen Belohnungen angeboten, wenn es eine Zeit lang warten würde, bevor es das Marshmallow verschlingen würde.
Was der Test damals zumindest aussagte, war, dass Kindern von Akademikermüttern erheblich erfolgreicher widerstanden als jene Kinder, deren Mütter aus den eher bildungsferneren Bereichen stammten. Die Strategie, die eigene menschliche Gier nicht so offensichtlich zu zeigen und ihr gleich nachzugeben, hat also etwas mit Bildung zu tun. Gier an sich ist eh’ per natura bildungsfern und gehört vielmehr zu den basalen Überlebensstrategien des Menschen an sich.
In meiner Studie habe ich diesen Marshmallow-Test abgeändert und durch einen Bündel 100-€-Geldscheine ersetzt. An meiner Studie nahmen 30 erwachsene Frauen und Männer aus allen Bildungsschichten teil. Ich setzte sie jeweils in einem grünen Erholungspark unter strahlendem Sonnenschein auf einem hölzernen Stuhl an einem massiven Tisch, legte das Bündel vor denen hin, erklärte die Spielregeln, dass, würde das Bündel nach zehn Minuten noch auf dem Tisch liegen, ich zusätzlich ein Bündel 5-€-Scheine drauflegen würde und nach einer weiteren Minute ein weiteres Bündel 5-€-Scheine und nach weiteren fünf Minuten auch eine Rolle 1-€-Stücke. Alles war druckfrisch und original gebündelt von der Deutschen Bundesbank. Um die Wartezeit für die Studienobjekte am Tisch zu überbrücken, legte ich ihnen Papier und Bleistift hin, damit sie mir im Gegenzug deren Kontaktdaten niederschreiben konnten.
Das Ergebnis meiner Forschungsstudie:
Alle 30 Teilnehmer zeigten vollkommen das gleiche Verhalten. Auch wenn sich deren akzelerative Tempozunahme von 0 km/h hin zu erstaunlichen Fluchtgeschwindigkeiten vom Tisch und Sitzplatz weg in die freie Natur des Parks hinein nicht gleich verhielt, so war sicherlich die freundliche Umgebung, also der sonnendurchflutete Park, wohl an dieser vom-Tisch-weg-Beschleunigung ein nicht zu vernachlässigender Parameter, den ich in zukünftigen Studien zu berücksichtigen habe. Aber viel schwerwiegender dürfte es wohl sein, dass die Analphabeten-Quote um einiges höher liegt, als die Mainstream-Medien uns weis machen wollen, eben weil mir kein Teilnehmer Adresse oder Telefonnummer auf dem Zettel hinterließ. Möglich ist es aber auch, dass diese Menschen sich als Bundesbürger Erster-Klasse eindeutig disqualifiziert haben, weil sie mir deren Kontaktdaten vorenthielten. Das wichtigste und das eigentlichste ist das Ergebnis: ich habe jetzt 300.000 € Außenstände bei der Deutschen Bank, welche mir die Forschungsmittel als Kredit zur Verfügung gestellt hatte. Und die Kosten für das von mir vorgesehene Inkasso-Unternehmen (junge Burschen aus Russland) zur Eintreibung meiner Außenstände muss ich ja auch noch ausgleichen.
Für das von mir an dieser Stelle gedachte Peer-to-Peer-Review bitte ich somit die Leser meines Blogs nur um eine Aktion: ihre Meinung unter diesem Post kund zu tun und die dazu erforderliche obligatorische freiwillige Spende (mind. 100 € in unnummerierten, unmarkierten Scheinen oder Münzen) auf mein Konto zu überweisen. Meine IBAN findet sich im Impressum. Meine Bankdankbarkeit für die Spender in meinem Herzen.
»Aber ich muss es sagen. Es muss aus mir raus. Weil es hier ne Parkbank ist.«
»Dann sag es und gut ist.«
»Es regt mich auf.«
»Okay, was regt einen momentan eh nicht auf.«
»Aber das hier ist ernst.«
»Ernst ist das Kind von Verhütungsplanung. Ernst sein Vater ist jetzt geschockt, dass Verhütung nicht allein Frauensache ist. Nach zehn Jahren Rumbumsen ohne jeglichen Ernst …«
»Das mein ich nicht.«
»Sondern?«
»Eher das, was mit der Inflation vor Ort am gemeinen Essenslokal angepasst wird.«
»Die Preise von McDonalds?«
»Der Preis der Menschheit.«
»Ach ne, was du nicht sagst, du Hobbyphilosoph.«
»Ich hatte einen Freund …«
»Wer hatte den nicht.«
»… und der war auf seine Weise intellektuell.«
»Jaja, nee, ist klar. Hatte der jemals einen offenen Brief geschrieben? Nein? Dann ist der auch nicht intellektuell. Wenn jemand einen offenen Brief schreibt, dann muss er auch die augenblickliche Inflation der offenen Briefe im Auge behalten. Und der Reaktionen darauf. Und den Stand der Immobilienfonds im eigenen Portfolio. Ansonsten ist so einer nur Schwätzer..«
»Ich glaube, du verstehst nicht, was offene Briefe sind.«
»Briefe, die dem Postgeheimnis unterliegen, auf das der Sender des Briefes keinen Wert legen. Also so wie ein Wichtigtuer von Datenschützer, der mit Google-, Microsoft- und Amazon-Apps auf seinem Smartphone rumläuft, um wichtige Emails zu schreiben. Der allein schon beim Einloggen ins GMS-Netz seine Spuren für jedem hinterlässt.«
»Das ist Kappes, das meinte ich nicht. Eher das folgende: ich denke, also wissen wir.«
»Freilich. Wissen ist immer gut.«
»Wissern ist wichtige!«
»Okay, nur vom eigentlichen Wissen wissen wir immer zu wenig. Sagt bereits die Volksseele.«
»Was uns als Wissen aber fehlt, sind für uns Wissende die Wissenslücken.”
“Freilich. Wir sind Unwissende.”
“Es gibt Menschen, die behaupten aber nicht bloß, dass wir nichts von all dem wirklich wissen, was wir allgemein zu wissen glauben – sie behaupten sogar, dass sie wissen, wie es wirklich ist.«
»Kenn ich. Der Volksmund nennt solche Menschen schlicht und ergreifend: Wichtigtuer. Im Neudeutsch auch ‘Verschwörungstheoretiker’.«
“Somit lässt der Volksmund sie dort liegen, wo sich jene schon immer befanden: an den Rändern der gesellschaftlichen Kommunikation.«
»Mainstream eben.”
“Mainstream bedeutete ja ursprünglich kommerzielle, massentaugliche Oberflächlichkeit. Woraus sich in der Kritik eine gewisse Geringschätzung ergab.«
»Mainstream gab es für uns Boomer nicht. Das ist ein Begriff der ‘Gen Y’ ausgesprochen ‘generation why’. Boomer nannten das damals lediglich ‘Massengeschmack’. Also, etwas ohne besondere Würze und für jeden ohne Schluckauf schluckbar. Gen Y nennt es jetzt ‘Boomer Mainstream’.«
»Egal. Die radikalen Ränder haben nun eben diesen Boomer-Begriff ‚Mainstream‘ gekapert, nur um die gesellschaftlichen Mehrheit zu deren Feind zu erklären. Sie bezeichnen die gesellschaftlichen Mehrheit als Diktatur, weil die Mehrheit sie abweist und an den Rändern hält.«
»Und nu, was soll das? Ränder sind nun mal Ränder. Jede Pizza hat Ränder, auch wenn sie knusprig und lecker sind.«
»Eben jene Ränder sind nun nur deshalb sichtbar, weil die Mehrheit sich mit ihnen beschäftigt. Der Mainstream beschäftigt sich nun mal mit jenen.«
»Wahrscheinlich aus Langeweile.«
»Und das geschieht besonders immer in einer Demokratie. Demokratie setzt sich für so etwas ein, dass soziale Ränder möglichst nicht ausgegrenzt werden. Die Ränder mögen das nicht und schelten sie daher als Diktatur. Paradox.«
»Sie meinen also wohl eher ‘Demokratur’?«
»Nur, in einer Diktatur werden aber solche, wenn sie denn gefährlich zu werden drohen, direkt in Gefängnissen und Lagern isoliert. In der Demokratie lediglich in den verschiedensten Medien berücksichtigt und besprochen.«
»Ich hab noch ne Rollte Alufolie. Kann man locker nen Aluhut raus basteln. Für dich und deine Gefängnisse- und Lager-Argumentation. Du driftest ab in Verschwörungsmythen.«
»Nun. Verschwörungsmythen stellen auch Teil eines Unterhaltungsgewerbes dar.«
»Du meinst, mit wenig Aufwand eine Erschaffung von Gruppenzugehörigkeit und Weltbilder?«
»Und jene sind die irgendwo zwischen Gaming und Kino angesiedelt sind. Zwischen ‘Marvel Universe’ und dessen ‘Avengers’ und einem Krieg a la ‘Call of Duty’, den erfolgreichsten Beschäftigungsprogrammen für Großhirne vor Monitoren.«
»Aha, beim Lästern bist du jetzt bei der Playstation und den privat finanzierten Fernsehkanälen angekommen? Dem allseits bekannten Kino für geistig Arme?«
»Kino und Internet haben in den letzten 30 Jahren ein ganzes Universum an Verschwörungen ausgedacht. Das Monster bei Karstadt lässt grüßen. Oder Bielefeld und seine Saga.«
»Und das Drei-Hasen-Fenster in Paderborn.«
»Viele Verschwörungsgläubige scheinen in dem einen oder anderen Blockbustern der eigenen Blasen hängengeblieben zu sein. Da ist das 3-Hasen-Fenster nur das kleinere Übel.«
»Okay, momentan gibt es viele Superhelden- oder Anti-Superhelden-Filme und Serien auf den Streaming-Kanälen. Das ist wohl der neue geistige Existentialismus im virtuellen Hirn, der real viral in solchen Köpfen hoch und runter stiefelt.«
»Nicht wahr? Im virtuellen Raum lässt sich das echt prima ausleben.«
»Wir beide sind hier aber auf einer Parkbank. Die ist nicht viral und auch nicht durch einen Virus verursacht. Und die Parkbank geht auch nicht hoch oder runter.«
»Das ist wahr.«
»Und was sagt das uns?«
»Nun ja. Das alt bekannte Rezept: lasst es uns öffentlich aussitzen.«
»Da vorne ist ein McDonalds. Wir könnten in der Zwischenzeit ja ne Apfeltasche mit Cola mit nem Milcheis danach zu uns nehmen.«
Könntest du nach einer Flasche Rosè noch reden? Nein? Du musst es versuchen. Einfach versuchen. Einfach Mund auf und Stimmbänder unter der Ausatemluft vibrieren lassen. Dann versteht dich hier jeder. So wie immer bei den Oppositionellen.
Wie bitte? Dafür braucht es keine Flasche Rosè? Aber hey, was ist mit evidenzbasiert? Und was ist mit verhältnismäßig? Dafür braucht es immer eine Flasche Rosé.
Evidenzbasiert: auf der Basis empirisch zusammengetragener und bewerteter wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Wo sind denn die Studien, die zeigen, dass Masken bei Corona wirken? Buschmann (NRW Justizminister) sieht nur Studien der letzten beiden Jahre, jedoch nichts aktuelles aus dem Fernsehprogramm des Jahres 2022.
Ich trinke meinen Rosé. Ist das schädlich? Meine Leber hebt den Finger. Leber ist immer gut. Gebraten und gut gewürzt. Nur, wo ist deren evidenzbasierter Grund, den Finger zu heben? Richtig. Unverhältnismäßig einen Finger gegenüber der Schwerkraft hochzuheben und damit ein Signal zu geben, das ist nun wirklich nicht evidenzbasiert. Geht gar nicht.
Und überhaupt: wo sind denn die Studien, dass Hummeln fliegen können. Ich sehe immer nur welche von vor ein Dutzend Monate. So wie Buschmann zu den evidenzbasierten Studien bezüglich Corona. Nur hier die Hummel.
Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik soll es unmöglich sein, bei diesem Verhältnis zu fliegen. Die Hummel kümmere das nicht und sie fliege trotzdem. Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik (… dummes Vieh, ungebildetes …) nicht kennt, fliegt sie dennoch.
Sagen die Nachdenker in Scharen und weitere müllernde Berger-Seiten, die in Aerodynamik eh nie eine Prüfung bestanden hätten, aber dafür um so mehr Meinungskraft auf deren Internetseiten verbreiten können. Sagt ein evidenzbasiert blinder Buschmann.
Was Buschmann wie seine FDP gerne ostentativer sagen würde: Fresst Scheiße! Denn evidenzbasiert scheinen viele Fliegen unabhängig vom derzeitigen politischen Status sich in Exkremente zu suhlen. So wie Putin, Trump, Xi Jinping, Bolsonaro, Kim Jun-un, Mohammed bin Salman al-Saud, Dr. Keiner Vüllnicht, die neuen Rechtsradikalen der NaDeSe-Müll-Berg-War-und-weg.
Zuviel der AKFs? (= Abkürzungsfimmel).
Okay.
Zuwenig nachdenken und reflektieren. Passiert auch anderen. Nicht nur mir. Nur ich hab weniger Verbreitungsgebiet.
… jaaa, neee, is klar, diese Art der Argumentation, typisch, verhetzter Blogger, der ich bin …
Gimmie a Rosé. Nix weiß, nix rot, nur Rosé. Passend zur Jahreszeit. Fruchtig. Süffig. Lecker.
Könntest du nach einer Flasche Rosè noch reden? Nein?
Lass es einfach. Macht nur unpopulär, macht Blog-Eintragungen ….
»… und dann setzen die sich auf der Bank und saufen sich deren Köppe voll.«
»Ja und?«
»Die saufen so viel, dass die nachher deren Gläser und Flaschen zerschlagen oder fallen lassen. Und dann machen die deren eigenen Dreck nicht weg. Ich hasse diese 1.-Mai-Pättkesfahrer.«
»Und?«
»Wer muss denn dann den Dreck wieder weg machen? Wenn ich es nicht mache, dann bleibt dort alles voll mit Scherben liegen.«
»Naja, die haben schon einiges an Alkoholika in deren Köppe halt.«
»Das ist egal. Das ist keine Entschuldigung. Die sollten ihren Mist selber wieder weg machen! Aber die kümmern sich einen Scheiß-Dreck darum. Am Ende muss ich mich drum kümmern und die Umgebung der Bank säubern. Und ich habe keine Zeit dazu, ich muss bei mir auf dem Hof arbeiten, da habe ich genug zu tun. Zudem habe ich keine Zeit, am 1. Mai mit Bollerwagen auf Sauftour zu gehen. Wenn ich feiere, habe ich Einkommensverlust. Und wenn ich feiern will, dann nicht um zu saufen!«
»Aber die Bank steht doch nicht auf deinem Grund und Boden. Darum muss sich das Dorf kümmern. Das ist nicht deine Aufgabe.«
»Ach, die kümmern sich doch nen Scheiß-Dreck drum. Wenn ich es nicht mache, wer würde es sonst schon machen? Das geht immer alles von meiner Arbeitszeit ab.«
»Also gehst du immer nach jedem 1. Mai dorthin, also am 2. Mai, und machst dort sauber?«
»Nicht mehr. Seit drei Jahren gehe ich am Vorabend dahin und lege dort meine Kacke aus.«
»Was machst du?«
»Ich lege meine Kacke aus. Damit es an der Bank stinkt und sich am 1. Mai keiner dort hinsetzt.«
»Nochmal, was machst du? Du kackst dort in der Nacht vom 31. April auf den 1. Mai? Damit am 1. Mai dort keine Flaschen zerdeppert werden?«
»Ja und? Wenn ich mich nicht drum kümmere, wer kümmert sich denn dann schon drum?«
»Nochmal: du kackst dort, damit sich die Mai-Wanderer und Mai-Pättkesfahrer mit Bollerwagen dort nicht ausruhen? Das ist doch n Witz von dir, oder?«
»Nein. Das ist mein totaler Ernst. Es geht hier auch um Umweltschutz. Damit die 1. Mai-Wanderer die Gegend nicht zumüllen. Die Umwelt muss vor solchen Idioten geschützt werden.«
»Deshalb kackst du am Vorabend dort hin? Hab ich das echt jetzt richtig verstanden?«
»Natürlich kack ich nicht dort hin! Was glaubst du, wer ich bin? Ich bin doch kein Asozialer!«
»Sondern?«
»Ich hab doch Kultur, oder was meinst du denn?«
»Was machst du denn dann?«
»Ich seil mir zu Hause auf dem Klo einen ab, nimm es und verpack das ganze in Toilettenpapier …«
»Was machst du?«
»… und dann bring ich das Paket zur Bank und verschmier es dort.«
»Was? Nicht dein Ernst, oder?«
»Ja, das mache ich.«
»Nochmal, du kackst auf dem Klo zu Haus ins Toilettenpapier, wickelst es ein und bringst das Paket 500 Meter entfernt zur Bank, öffnest es dort und verschmierst es um jene Bank herum?«
»Ja und? Was ist denn schon dabei? Alles Bio. Der nächste Regen spült es wieder weg. Und die Bank bleibt frei von Glas- und Flaschensplittern, die ich dann nicht wegmachen muss.«
»Das, das glaub ich nicht. Du bist doch bescheuert. Das meinst du doch nicht ernst, oder?! Das ist doch nur ein dämlicher Witz von dir, oder?!«
»Doch! Morgen ist der 1. Mai und ich hätte fast vergessen, die Bank zu schützen.«
»Moment, wir kommen gleich an der Bank vorbei gefahren, dann kannst du dich dort hinhocken und kacken. Nimm das Gras zum Abputzen und zum Verschmieren deiner Kacke. Das wäre dann total bio.«
»Du bist derjenige, der echt wirklich bescheuert ist! Ich wird doch nicht mich dort zum Kacken hinhocken. Glaubst du echt, ich bin ein Assi, oder was?«
»Aber das wäre doch erheblich einfacher, und du müsstest nicht mit einem Paket dort hingehen und alles verschmieren. Das kannst du doch gleich direkt machen.«
»Du bist wirklich ein Idiot! Meinst, ich bin so einer wie diese asozialen Mai-Gänger mit deren Bollerwägen, die sich wie die Löcher besaufen und dann im Suff die Umwelt mit deren Flaschenscherben versauen? Diese Asozialen, die immer zum 1. Mai die Sau rauslassen, aber ansonsten brav auf gut bürgerlich machen und ach so umweltfreundlich tun?«
»Äh, nee. Aber ich dachte, es wäre effektiver, statt erst auf dem Klo, direkt und ohne Papierhinterlassenschaften … da kommt die Bank, wir fahren gleich dran vorbei. Es ist bereits dunkel, ich kann hier kurz anhalten und dich rauslassen.«
»Fahr weiter, du Arschloch! Ich hätte nie gedacht, dass du mich für so einen Assi halten würdest! Typisch für euch Bayern. Bei Söder könnt ihr vielleicht sowas wie der Söder machen, aber hier nicht! Hier ist nicht Söder-Revier.«
»Gut, gut, ist ja gut. Sorry, ich dachte ja nur.«
»Wenn du mal denkst, Katastrophe, immer! Solltest du mal drüber nachdenken!«
Er stieg aus meinem Auto aus, als wir vor der Haustür seines Hofes angekommen waren. Ich sollte kurz warten, dann könnten wir zur Aussegnungshalle fahren und darauf zum Abendessen, erklärte er mir. Er müsse nur sich umziehen, dann käme er runter und wir könnten ins Dorf fahren.
Ich wartete also.
Zehn Minuten darauf, dann kam er angelaufen. In seiner rechten Hand hatte er etwas, was mir auf dem ersten Blick entging.
»Kann ich damit in dein Auto einsteigen?«
»Was’n das?«
»Hab ich dir doch erzählt: das ökologische Gegenmittel gegen Scherben an der Bank durch jene Umweltsäue.«
Ich schaute genauer hin. Er hielt in seiner rechten Hand etwas, was in Klopapier eingewickelt war. Mir schauderte. Wie der ungläubige Thomas des Neuen Testaments: Hätte ich es nicht gesehen, ich hätte es nie geglaubt, sondern nur das ganze als gespielten Witz erachtet.
Nein, ich ließ ihn nicht einsteigen. Sein Blick wurde ernsthaft sauer und stach auf mich ein. Seinen ärgerlich-beleidigenden Worten nach, an mich hingerotzt, es bestand kein Risiko für mein Auto. Und dass ich ihn die 500 Meter nicht dort hinbringen wollte, dass empfand er als Arroganz meinerseits und als Affront der hehren Absicht seinerseits. Er drehte sich ab und rannte los, Richtung jener Bank. Ich starrte ungläubig aufs Cockpit meines Autos, die digitale Anzeige verwandelte sich in Numerologie und Tarot-Karten und innerlich suchte ich darin erfolglos nach Erklärungen.
Kurzer Zeit später kam er zurück, außer Atem, aber nicht atemlos. Für einen fast 60-jährigen war er vollkommen körperlich fit.
Nebenbei, meine Arroganz, also jene für ihn so unerträgliche, sie vergrößerte ich wohl noch erheblich mehr. Denn Abendessen wollte ich nicht mehr. Vernünftig verargumentieren konnte ich es seiner Meinung ihm gegenüber nicht. Weswegen er mir riet, dass ich mir Gedanken machen sollte, warum ich immer Abende anderer Menschen verderben würde und keiner mit mir rausgehen wolle.
Ich fuhr zurück ins Hotel. Während der Fahrt grübelte ich nach, ob ich das Ganze vielleicht nicht doch geträumt haben könnte. Hatte ich nicht. Es war das wirkliche Leben.
»Und dann betrat ich den Raum. Den nannten wir damals alle “Das Beste Zimmer”. Gäste wurde dort empfangen, spontaner Besuch zu einem Likörchen oder Kaffee rein gebeten. Es hieß nicht einfach “Wohnzimmer”, sondern immer “Das Beste Zimmer”. Es enthielt ein rotes Sofa für drei Personen und zwei rote Ohrensessel, links und rechts davon, drei Stühle mit rotem Polster und einen braunen großen Zier-Tisch, der recht zu niedrig als Esstisch war. Daher wurde er bei offiziellen Essen mit dem aus der Küche ausgetauscht und es kamen auch passende Esstisch-Stühle rein. Aber das Sofa und die Ohrensessel blieben. Es war eben “Das Beste Zimmer”.
Gegenüber dem Sofa stand das Klavier. Kein Erbstück. Ein Geschenk. Bekannte meines Vaters, ein Ehepaar aus Münster, hatten es meiner Familie überlassen. Mein Vater hatte das Ehepaar bei seiner Flucht aus Schlesien kennengelernt und war mit ihnen eng befreundet. Der Mann arbeitete in Münster in einer Bank und hatte ihm zu einem Notkredit verholfen, obwohl er es nicht hätte machen dürfen. Mein Vater war ihm dafür stark verbunden, weil er deswegen nicht bankrott ging. Der Kredit hatte ihm übers Wasser geholfen, der Mann des Ehepaares erhielt Schwierigkeiten deswegen, denn mein Vater war nicht als kreditwürdig eingestuft. Anfang der 70er zog das Ehepaar von Münster ins Allgäu nach Kempten. Das Klavier wollten sie nicht mitnehmen. Weder sie spielten darauf, noch deren zwei Kinder. Zudem waren sie der Meinung, meines Vaters zwei Söhne sollten Klavier spielen erlernen, denn den Blockflötenunterricht in der Grundschule empfanden sie nur als Quälerei an der Kunstform »Musik«. Mein Bruder hatte Blockflöten-Unterricht. Er schaffte es bis in die elitäre Blockflöten-Gruppe der Kirche, die zum Hochamt immer ein Kirchen-Lied mit deren Blockflöten zum Lobe Gottes interpretieren durften. Ich selber fing direkt mit dem Klavier-Spielen an.
Kennen Sie das alte Lied von Johannes “Jopi” Heesters noch? Weiterlesen →
Ein Donnerstag. Ein Donnerstag, an einem 2. September 1993. Wie üblich der Kino-Premiere-Tag. Diesmal mit Wichtigkeit. Steven Spielberg, der Regisseur der 90er, hatte seinen neusten Film ins Kino gebracht. “Jurassic Park”. Der erste Film einer bis heute andauernden Film-Serie, welche Menschen und Dinosaurier zu einer Begegnung auf der Kino-Leinwand verhalf. Was die Welt in ihrer Evolution nicht hinkriegte, das schaffte die kinematische Vorstellung der Menschheit. Oder besser gesagt, die eines kinematischen Genies, namens Steven Spielberg,
Zuvor gab es zwar schon “Die Dinos” von Jim Henson als Serie. Als Fernsehen über die Dino-Familie ”Sinclair”. Bekannt wurde die Serie vor allem durch den Ausruf vom Baby-Sinclair-Dino; “Nicht die Mama”. Eine Serie in der Tradition der “Familie Feuerstein”. Es war eine Fernsehserie, in welcher sich schon diverse Dinos mit den brennenden Themen wie “Vegetarismus pro und contra”, “Bäumschubsen – ja oder nein” (… „hier wird nicht geschubst!“ …) und anderen über lebenswichtige Dingen beschäftigte.
Ich will damit nicht die Serie und deren Themen runterreden. Nein. Die Themen sind auch heute noch hyperdringend. So wie damals. Als der Wald im sauren Regen der Umwelt ihren Tribut zollte. Als die Wissenschaftler bereits auf die Hypercarbonisierung der Atmosphäre und deren Überhitz und hinwiesen. Das waren die 80er und 90er. Bereits am Rande des Abgrunds. Heute ohne einen weiteren Schritt.
Viel Glück an die Gen Y und Z, um diese Themen zu lösen. Wir Boomer haben dahingehend komplett versagt. Weiterlesen →
Rennend, rauf und runter. Aber immer nur rauf, statt runter. Rauf den Hügel. Diesen Idiotenberg. Im Winter als kleiner Schlittenhügel. Im regnerischen Sommer als Schlickrutsche. Rauf und runter. Und dazwischen immer als Kletterchen für die Langeweile.
Du siehst zerzaust aus. Biste gerannt? Rauf und runter?
Irgendwer rennt. Rauf und runter. Den Augenblicken im Detail hinter her. Jeder Moment eine andere Entscheidung, eine andere Entwicklung. Eine andere Wirklichkeit. Eine adere Realität. Ein anderes Universum. Ein Multiversum.
Und? Was macht Gott dabei? Würfelt er? Hat er noch nen Scheit Holz in die Hitze unserer Diskussionen geworfen? Ist da Donner im Herzen? Schmerzt er? Schmerzt es? Brennt es? Glimmt es? Oder lebt es nur? Angeheizt durch einen Blitzeinschlag. Gefolgt vom Donner. Aufgrund von Erfahrungen?
Es verletzt nicht. Es ritzt nur. Den Unterarm. Die Pulsadern. Das Leben. Wie Lava läuft es den eigenen Körper hoch. Und danach runter. Weiterlesen →
Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:
Als Antwort könnte dann kommen: »Das ist ein Lebewesen, was im Wasser schwimmt.«
»Der Kandidat hat richtig gelöst, der Kandidat hat hundert Punkte«, sprach der Pastor, warf das groß gewachsene Ferkel in den Fluss, lies es dort ersaufen, betrachte den schwimmenden Kadaver, lies ihn herausholen und segnete es mit den Worten »Ego te baptizo carpam!« und erklärte dann den versammelten Teilnehmern der Feier:
»Schmeißt den Grill an! Das Tier hat geschwommen, wie ein Karpfen, das Tier ist ein Fisch! Mahlzeit!«
Die Gesundheitsapostel steckten dem toten Tier noch einen wurmfreien Apfel ins Maul und das Gesinde hatte den Kadaver aufzuspießen, einzupinseln und überm Lagerfeuer den Privilegierten mundgerecht zuzubereiten.
Und damit auch die Dümmsten des niederen Volkes es verstanden, wurde denen eingebimst »Fisch ist kein Fleisch«. Der Fisch diente den ersten Christen schließlich als Erkennungssymbol bei den Römern. Und Symbole sind nie fleischig. Ein Fisch schwamm im Flüssigen. Ob mit oder gegen den Strom, das war unwichtig. Wichtig war nur, das Flüssiges das Fasten nicht bricht. Womit die Bayern dann ihr Starkbier als Fastengetränk vermarkteten. Weiterlesen →
Wenn einer mit Vergnügen zu einer Musik in Reih und Glied marschieren kann, dann hat er sein großes Gehirn nur aus Irrtum bekommen, da für ihn das Rückenmark schon völlig genügen würde.
In leuchtendem Weiß stand Michazrael neben dem in weiß leuchtenden Gaphrael. Von hinten schien die lodernde Gestalt Mattatron, dessen Feuer alles überstrahlt.
Michazrael: Oh Gott, da kommt wieder der Angeber mit einem neuzeitlichen Doppelklingen-Lichtschwert.
Mattatron: Das habe ich gehört! Du sollst nicht nehmen des Herrn und Gebieters abwertenden Menschenbezeichnung in deinem Mund.
Gaphrael: Komm, Mattatron, mach dich mal locker und atme mal durch die Hose.
Mattatron: Hose? Was ist das? Kannst du nicht sehen? Mein goldenes Gewand ist keine stupide Hose.Weiterlesen →
Sie hören nicht auf. Sie hören nie auf. Sie wollen es. Immer wieder, immer weiter, immer nur militärisch. Andere Möglichkeiten wollen sie nicht. Niemand. Auch nicht am Tag 1 nach dem Beginn, jener Stunde Null, an einem 24. Februar des Jahres 2022. Denn Soldaten sind so einfach zu rekrutieren. Einfach und billig, manche derer willig. Aber vor allem billig. Billiges Material zum Füttern von Kanonen. Denn heim kommen jene immer. In Stücken, in Teilen, in Säcken. Über den Rest hüllen sie immer das Schweigen, den dann sie den Mantel der Geschichte bezeichnen, aber lediglich immer nur nasse klamme Erde über einem kalten Körper in einem Loch bedeutet. Heim geholt werden vor allem immer die Kanonen. Damit das Militärische nachher sein Denkmal erhält. Zum vordergründigen Nachdenken für Großkotze, die sich dahinter stellen. Während die anderen sich ehrfürchtig davor zu scharen haben: Damit sie später auch verscharrt werden können. Denn sie hören niemals auf. Nie. Der Krieg ist ihr Götze, das Militär deren Monstranz, die Soldaten die Träger und deren soldatisches Blut das Weihwasser, was die Hochwürden, Heiligkeiten und Pluralis-Majestatis-Verwender über das niedrige Volk verspritzen, damit das Blut über sie komme. Auf dem Altar der Bellezisten wird wieder geopfert. Behandschuht bis zu den Ellenbogen hoch. Damit die Bellezisten sich ihre Hände nicht schmutzig machen. Was deren Soldaten zweifelsohne zu tun haben. Immer. Sie hören nicht auf. Nie.
#SayNoToWar
“[…] Für viele war das gar nicht nötig. Die Hammel trappelten mit der Herde mit, meist wußten sie gar keine Wege und Möglichkeiten, um nach hinten zu kommen, und was hätten sie da auch tun sollen! Sie wären ja doch geklappt worden, und dann: Untersuchungshaft, Kriegsgericht, Zuchthaus, oder, das schlimmste von allem: Strafkompanie. In diesen deutschen Strafkompanien sind Grausamkeiten vorgekommen, deren Schilderung, spielten sie in der französischen Fremdenlegion, gut und gern einen ganzen Verlag ernähren könnte. Manche Nationen jagten ihre Zwangsabonnenten auch mit den Maschinengewehren in die Maschinengewehre.
So kämpften sie.
Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.[…]”
heute ist der 5. Januar im Jahre unseres Längengrades, auf den sich jeder Papst von 2022 berufen wird. Der Tag ohne Bedeutung. Der Tag vor dem Tag mit Bedeutung, Vor den Drei-König-Tag-Treffens auf dieser Welt, wo immer sich auch drei Könige auf einem Kreuzungsmittelpunkt mit zweihundert Sachen treffen mögen.
Und nicht nur das schale Witze kann jeder. Nur, heute ist der Welttag des Vogels. Der 5. Januar 2022.
Hallo! Vogel!
Tag des Vogels!
Nicht Vögel! Menno.
Vögeln kann jeder feiern, aber Vögel feiern, das können nicht viele. Denn wer hat schon einen Hansi, einen Peterle oder einen Kuki bei sich auf dem Beistelltisch vorm eigenen Gelsenkirch’ner Nieren-Wohnzimmertisch aus den 70er-Jahren? Geldenkirchner Barok? Kennt das noch wer, ausser Herr Tegtmeier von nebenan hier in München?
Na?
Na?
Na?
Richtig. Einen Vogel haben viele. Aber auf einem Beistelltisch neben dem Wohnzimmertisch im geräuschisolierten ‘Besten Zimmer’, isoliert von den beiden Scotish-Fold-Hauskatze und den domestizierten ‘Fliegenden Piranha-Fischleins’ aus klandestiner Polenzucht und unverhohlener ‘Rettet Dörrie’-Haltung der Disney-Neuzeit, das muss man mal erst mal haben können.
Würden diese Heimvögel nicht immer so einen Krach machen, aber mal ehrlich, dann dürften die auch mehr in den Lebensmittelpunkt rücken. Man kann schließlich von den eigenen Kindern nicht dauernd erwarten, dass diese sich während derer Playstation-Sessions und den TicToc-Videoaufnahmen auch noch um solche Nerverle wie Peterle, Hansi, Pupsi, Kuki und Kekerle kümmern. Die stören den eigenen Hauskinder-Spielenden doch nur, wenn jene lauschen müssen, von wo der böse Feind anschleicht, um jenen mit der Effizienz-modifizierten AK47 gerechterweise niederzumähen. Feind ist Feind. Der gehört niedergemetzelt. Ein Hoch auf das Schwarz-Weiß-Denken in Zeiten von 6k-HDR-Plus.
Und vergesst nicht niemals nicht: zum 24. Dezember wurde bereits ne fette dicke Gans verspeist. Nein, nicht die unerträgliche Nachbarin oder die Frau vom Controlling, welche wieder die Solo-Spesen vom Drei-Sterne-Restaurant gestrichen hatte.
Die eigenen Haustiervögel könnten in Relation uns dazu mal etwas dankbarer sein. Weil zum ersten wurden jene beim weihnachtlichen Gansvogel-Verzehr in Sichtweite des Essentisches platziert. Das nennt sich artgerechte Haltung bei uns Menschen. Und zweitens wurden jene Haustiervögel nicht bereits um 17:59 mit dem Küchenhandtuch abgedeckt.
Dankbarkeit darf nicht heißen, dem Herrchen, Frauchen oder Kindchen am Essenstisch demonstrativ den Vogel zu zeigen. Dankbarkeit muss heißen, das gewünschte Lied fehlerfrei und in UHD-HiFi-Qualität vor zu flöten. Ohne nervend zu werden. Welcher Vogel es trotzdem wagt … ab in die Abstellkammer! Wir können auch anders! Nennt uns nur nicht unmenschlich. Schließlich können wir dann auch anders: menschlich halt.
Heute ist Tag des Vogels. Internationaler, welcher einer. Vogeltag.
Lasst uns diesen Vögeln gedenken, wenn die mal wieder unseren Autos die verkehrsrechtliche Vorfahrt nehmen und dann auch noch mit deren Kadaver-Überresten unsere Straßen verschmutzen. Wenn diese zum wiederholten Male rücksichtloserweise Fliegzeuge zur Notlandung zwingen, was dann in den Meldungen mit “Vogelschlag” verzeichnet wird. Oder wenn der aktuelle amerikanische Truthahn-Präsident dieses Jahr wieder einen mitregierten Truthahn von der Truthahn-Bratröhre begnadigt. Das ist Vogel-Gedenken.
Tag des Vogels.
Ach, Leute. Wisst ihr was? Das ist mir total wumpe.
Vogel hin, Vogel her. Wenn mir so ein Vogel im Verkehr in die Quere kommt, kriegt der die Hupe meines E-Smarts. Ansonsten brettere ich den nieder. Quid pro quo. Genug Newtonmeter hat mein neuer umweltfreundlicher E-Smart dafür auf alle Fälle. Und Gewicht auch noch. Tschüssikowski, du für mein mobil-flexibles Fortbewegungsbedürfnis contra inempathisches Naturflugwesen.
Das Rad des Lebens. Es kommt immer drauf an, auf welcher Seite so ein anderer Vogel sich halt mal befindet. Vorm Rad und somit gleich auch unterm Rad. Oder auf dem Steuerungssitz des Fahrzeugs, welches der Lenker vom Rad ist. Gelernt ist gelernt. Mit Ausbildungszertifikat.
Heute ist Tag des Vogels. Hat wer da etwas dagegen? Menno! Dann geh halt vögeln, du unsensible Vogel-Sau!
Wir schreiben den 4. Januar 2022 und heute ist der internationale Tag der Brailleschrift und der internationale Welthypnosetag.
Garantiert denkt nun der ein oder andere Mensch: “Was geht mich das an? Ich lese eh nur den neusten Informationen auf Instagramm. Manipulieren und belügen lass ich mich nicht, nicht wahr“.
Und mit Sicherheit kommen dem andere oder einem Mensch folgende Gedanken: “Spezieller Tag für Social-Media-Blasen: #heuteschoneineblaseerzeugt #blasenfürblasenfetischisten, #jedertagisteinwelttag.”
Zudem fühlt sich manch ein anderer Mensch als Alphatier und äußert sich seiner Mitwelt mit Allgemeinplätzen wie: “Menschen sind aktuell kaum noch zugänglich, nicht erreichbar, einfach in ihrer Blase gefangen.”
Ich selber denke mir nur dazu mein Teil: “Was wäre ein Mensch ohne Blase? Tot? Hat nicht jeder sein Weltthema? Sein Thema, seine individuelle Blase? Ist nicht jeder Mensch ein Einzelwesen?”
Weil sich zuvor erwähntes Alpha-Wesen in seiner Deutungshoheit erheblich gestört und in seiner Definier-Freiheit eingeschränkt fühlt, tönt es mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit ein “Ich nicht!”.
Denn Alphatiere haben keine Blase. Alphatiere haben es sich von Chuck Norris abgeschaut: Chuck Norris hat keine Blase, pinkelt deshalb auch nicht und organisiert deshalb seine Hinterlassenschaften immer nur in großen Haufen.
Welthypnosetag. Und alle starren hypnotisiert auf den großen Haufen Mist und warten jetzt auf das selbsternannte Alphatier der Herde, welches sich dort mitten drauf als Blasen-Beherrscher positionieren wird. Denn kräht der Hahn auf dem Mist, ändert’s sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist.
Unabhängig von den Zentren der Misthaufen-Blase existiert die Braille-Schrift, wenn sich Menschen mit Augenlichtproblemen ihre Umwelt u.a.a. mittels Braille-Schrift-Literatur erschließen. Zudem lässt sich mittels Hypnose hilfreiche Umwelten erschaffen, in der ein Mensch für sich Hindernisse minimieren kann und an Lebensqualität gewinnt.
Klar kann man so etwas (also Braille und Hypnose) ebenfalls als “Blase” und somit als Randgruppenbedarfsversorgung klassifizieren, weil es die Mehrheit der Menschen nicht benötigt. Allein, manche Menschen, welche als Hahn auf einem erhöhten Punkt gerne ihre Wahrheiten rauskrähen wollen, finden es immer besser, nur bei anderen Menschen von “Blasen” zu sprechen. Denn so ein Hahn lief in seiner Kindheit den Blasen vom Pustefix hinterher, um jene dann mit spitzen Finger zum Platzen zu bringen. Wenn die Pustefix-Blase das Kind nicht wohlig umgeben wollten, dann hat das Kind jene kaputt gepatscht oder per Fingerzeig zum Platzen gebracht. So ein Hahn lernt auch in seiner Kindheit enorm viel und recht einfach, was es ihm rechtfertigt, das Prinzip in seinem hohen Alter kompromisslos anzuwenden: Lebensprinzipien als verlängerter Arm einer mutmaßlichen glücklichen Kindheit.
Und dann gibt es diejenigen, die beim Wort “Blasen” nur einen Hashtag kennen: , #lieberbjstattwiederneblase.
Blasen folgen/folgt einem einfachen Prinzip
Energy flows, where attention goes.
(Energie folgt der Aufmerksamkeit)
Mal schaun, wie viele Alpha-Wesen dieses Jahr bei mir auftauchen werden, um mit Ratschlägen für Eskimos zu protzen, wie Eskimos in Alaska Vorsorge vor dem nächsten Kälteeinbruch betreiben können. Oder wie ich Eulen in LKWs organisieren muss, um diese erfolgreich nach Athen zu tragen, um mir das Blasen-Geschäft meines Lebens zu vermitteln. Letztes Jahr tauchten diese Alpha-Wesen bei mir immer wieder auf, um ihre Pustefix-Lebenserfahrung unterzujubeln.
Dabei hatten jene Alpha-Wesen lediglich nur ein Talent: “Ghosting”. Einfach kurz mal auftauchen plus erneuter Kontaktabbruch. Alphatiere sind so leicht berechenbar wie jene Blasen, die solche kurz bei deren Pustefix-Aktion erzeugt hatten …