Kneipengespräch: Der schwarze Peter … und wenn er kommt, dann laufen wir …

Am Tresen mit Koelsch

Seit geschlagenen sieben Minuten wimmerte er in sein Kölsch hinein. Er war mir zwar entfernt, aber ich hörte es trotzdem und – das Schlimmste dabei war – ich musste es ertragen.

»Oje, oje, oje.«

Dann nahm er einen Schluck aus seinem Kölsch starrte für knappe 40 Sekunden Löcher in die Luft über der Theke, wimmerte erneut und dann wieder:

»Oje, oje, oje.«

Ich bin ja ein geduldiger Mensch, ein wirklich sehr toleranter Bürger, einer mit dem man auch Pferde stehlen kann, wenn sie niemandem gehören und es zudem legal ist. Aber das sprengte nun doch den Rahmen jeglicher Toleranz.

Nachdem er mit seinem Blick erneut ein Loch mit seinem leeren Blick über der Theke gefüllt hatte und es mit seinem »Oje, oje, oje«-Kit zugeschmiert hatte, riss mir mein eherner Geduldsfaden.

»Sag mal, hast du zuhause keine Klagemauer an der du dein ‘Ojeojeoje’ ablassen kannst? Muss das ausgerechnet hier sein? Das ist ja schrecklich.«

Ich erwartete, dass er mich verblüfft anstarren würde. Aber nein, in seiner Arroganz stierte er weiterhin auf seine Kölsch-Stange und ließ lediglich einen tiefen Seufzer ab.

»Was ist nun, Menne? Etwa weiter rumjammern oder mal ein wenig Kneipenkommunikation anstrengen?«

Der Wirt stellte uns beiden jeweils ein neues Kölsch hin und warf mir einen verwunderten Blick zu.

»Was ist, Herr Oberspielleiter? Mir geht dieses typisch deutsche Gejammere auf den Sack. Immer nur jammern, aber nie das Maul mal aufmachen, um Tacheles zu reden.«

Der Wirt warf mir einen warnenden Blick zu: »Stimmt, ich bin der Oberspielleiter. Und du stehst vor der ersten Gelben Karte. Benimm dich.«

»Ach, geh doch Kölsch einlassen und lass uns in Ruhe!« Ich schaute den Theken-Seufzerer an: »Und? Was ist? Was hast du zu seufzen und zu wimmern?«

»Ich bin Rassist.«

»Ist ja gediegen. Woran machst du das fest?«

»Ich habe den Schwarz-Weiß implizierten Assoziationstest der Harvard Uni gemacht und das Ergebnis war, dass ich eine ausgeprägte Bevorzugung von Weißen gegenüber Schwarzen habe.«

»Was für ein Test? Einen implizierten Assoziationstest? Was soll denn der Schwachsinn sein?«

»Ich habe auch den Homosexuell-Heterosexuell implizierten Assoziationstest gemacht. Ich bevorzuge Heteros moderat vor Homos.«

»Wow. Wer hat den Test entwickelt? Jens Spahn mit Herrn Drosten beim gemeinsamen Virusforschungsumtrunk?«

»Nein, eine indisch-amerikanische Soziologin, ein grauhaariger weißer und ein anderer weißer Yale-Soziologiemensch.«

»Typisch, zwei Weiße und eine Quotenfrau, die auch noch farbig ist. Und die sollen Garanten dafür sein, beurteilen zu können, was und wer Rassist ist? Mit einem Test auf Basis von Assoziationen? Das ich nicht lache!«

»Habe ich anfangs auch. Jetzt nicht mehr.«

»So ein Quatsch. Nur weil so eine Indien-Tussi eine Idee hat, und damit zwei Männer bezirzt, ist das nicht Wissenschaft. Das ist so wie das Triumvirat Drosten-Spahn-RKI.«

»Du hast es nicht verstanden.«

»Doch!« Ich klopfte energisch mein Kölsch auf die Theke. »Doch habe ich! Nur weil ein paar Spinner meinen, uns in Angst und Panik zu versetzen, nur um uns die Luft in der Demokratie zum Atmen zu nehmen und die Atmungsorgane als potentiell lebensbedrohlich einzustufen. Dabei ist wohl die Sterbequote des ganzen nur 0,6% gemessen an der Weltbevölkerung! 0,6%! Das musst du dir mal über die Zunge gehen lassen. Und dafür all die Angst und all den Schrecken, den diese Trinität verbreitet. Das ist doch ein Skandal.«

Mein Atem ging schwer. Zu reden ohne Luft zu holen, ist nicht einfach. Aber die Wahrheit musste raus. Und das Kölsch rein. Ich setzte an und machte es mit einem Schluck nieder. »Oberspielleiter, neues Kölsch!«

Der Wirt schaute mich an: »Noch einmal und du hast die Gelbe Karte. Maat ens höösch.«

Meine Augenlider gingen auf Halbmast. Das Wort verbieten lassen, das musste ich mir nicht gefallen lassen. Als mündiger Bürger nicht. Ich nicht.

»Oje, oje, oje.«

»Ach, du schon wieder. Vergiss diesen Harvard-Assoziationstest-Scheiß . Die haben doch keine Ahnung, diese Wissenschaftler. Die schweben doch Kilometer über dem Boden und reden von Bodenhaftung wie die Politiker. Wie hat schon Einstein richtig bemerkt: ‘Wenn man mit dem Mädchen, das man liebt, zwei Stunden zusammensitzt, denkt man, es ist nur eine Minute; wenn man aber nur eine Minute auf einem heißen Ofen sitzt, denkt man, es sind zwei Stunden – das ist die Relativität.’ Und jetzt wollen die uns erzählen, die wären in dem Besitz der absoluten Wahrheit, diese Drostens und so? Die wollen uns doch nur ins Bockshorn jagen, in jenem Horn, auf dem die uns das Lied vom Tod vor flöten. Nur verängstigte Bürger sind brave Bürger für die da oben.«

»Oje, oje, oje«, seufzte er schon wieder, »ich bin der Sohn von Weißen, ging in den Kindergarten von Weißen, meine Schullehrer waren Weiße, meine Vorbilder waren Weiße und alle haben mir erklärt, wie schön das Leben von uns weißen Menschen ist und wie dreckig und elend die Nicht-Weißen leben. Und dann soll ich kein Rassist sein? Und dann soll ich den strukturellen Rassismus nicht stützen und davon gefeit sein?«

»Was?«

»Ich bin doch geprägt von einer weißen Kultur von Kindesbeinen an. Und dann soll ich kein Rassist sein? Bislang dachte ich, dass ich es nicht wäre. Dass ich meinen Rassismus unten im Keller eingesperrt hätte, so wie ein wildes Tier. Ganz tief unten. Und somit kein Rassist wäre. Dachte ich. Nur der im Internet aufrufbare Test wies mir das Gegenteil nach.«

»Aber diese von der Industrie bezahlten Günstlingswissenschaftler …«

»Der einzige nicht-weiße Mensch in meiner Jugend war der katholische Priester aus der zentral-afrikanischen Diaspora. Wir hatten bei der Kommunion immer insgeheim kritisch kontrolliert, ob es stimme, dass schwarze Priesterhände nicht auf Hostien abfärben. In unserer Gemeinde waren bereits die Evangelen die Randgruppe mit gesellschaftlich, weil religiös seltsamen Ansichten. Nicht-Weiße waren aber die erklärten Nickneger der Gemeinde.«

»Aber jetzt übertreib mal nicht. Ich habe auch in einem erzkonservativen, münsterländischen Dorf meine Jugend verbracht. Und hat es mir geschadet? Nein. Überhaupt nicht! Ich bin weder Rassist, noch Macho. Trotz all der Männer und Weißen und Schullehrer. Aber ich habe mir eine kritische Distanz zu den angeblichen Göttern der Wissenschaft erarbeitet, die ja alle nur im Dienste …«

»Ich hatte immer meiner Freundin, einer Mulattin, vorgeworfen, sie wäre Rassistin. Aber ich bin ja auch nicht besser.«

»Diese Mischlinge, also jene nicht weiß, nicht schwarz, die sind eh die größten Rassisten. Das hat man damals schon in Südafrika unter Pieter Botha gesehen. Die waren noch größere Rassisten als die Weißen. Da sind wir ja die reinsten Engel, während jene komplett rabenschwarze, grausame Ansichten unter deren brauen Haut haben. Da ist das, was ja andere versuchen als Rassismus zu geißeln, in Wahrheit das reinste Gold.«

»Das interessiert mich aber nicht. Wir hatten in unserer Grundschule einen Peter, der hieß der ‘Schwarze Peter’, weil wir ihm immer die Sündenbockrolle zugeschoben hatten.«

»War er dunkel-pigmentiert?«

»Nein, er hatte damals mal vor vierzig Jahren gesagt, dass auch schwarze Menschen Menschen seien und unsere Vorfahren alle auch mal schwarz waren.«

»Und?«

»Wir haben ihn danach dauernd gehänselt und gemobbt. Denn wir waren der Überzeugung unsere Vorfahren waren Adam und Eva und beide waren Weiße. So wie Gott und Jesus und Maria und der Heilige Geist. Der Peter bekam nach seiner Aussage vor der Klasse nur noch den ‘Schwarzen Peter’ zugeschoben. Sogar der Lehrer fand seine Aussage bedenklich.«

»Ach komm! Erzähl doch nicht so einen Schwachsinn. Das hast du dir doch jetzt gerade aus den Fingern gesogen. Und gleich erklärst du auch noch, dass Drosten und Co.KG alle Recht haben. Ich hab dich durchblickt, verzäll nix!«

Ich nahm mein Kölsch, leerte es in einem Zug, hielt es dem Wirt entgegen: »Passt so?«

Der Jammerlappen schaute mich zum ersten Mal direkt an. Ich erwartete einen provozierenden Blick, einen ironischen oder so etwas in der Art. Aber es war wohl der gleiche leere Blick, mit dem er seine in die Decke gestarrten Löcher gefüllt hatte.

»Ich verzäll nix. Aber der Test hatte recht. Nur erzählt mir jeder das Gegenteil, dass ich dem Test nicht trauen solle. Aber ich traue mir und meiner Erkenntnis. Ich habe erkennt, dass ich Rassist bin.«

»Und macht es dich zu einem besseren Menschen, weil du es erkannst hast? Besser als mich? Das glaubst du doch wohl selber nicht! Das ist reine Hybris. Narzissmus der besonderen Art!«

»Das ist es ja eben. Es geht nicht ums reine Bewerten, sondern ums Ändern und Verbessern. Bewerten kann jeder, aber es geht ums strukturelle und was jeder daraus macht.«

Ich musterte ihn von oben bis unten. Eine Gestalt entsprechend seinen Äußerungen. Unaufgeklärt und unmündig. Ein Fähnchen im Wind, aber eben darauf gerade heraus als Qualitätsmerkmal pochend: »Klar. Verstehe ich komplett. Dir geht’s lediglich ums Vergleichen mit anderen. Du bist neidisch auf jene, die von sich sagen, sie wären weder rassistisch, machistisch oder sexistisch. Deutsche Neidkultur. Typisch mal wieder. Die typische deutsche Neidkultur. Niemand gönnt niemanden etwas. Es nervt langsam, das zu hören. Echt jetzt!«

»Typisch deutsch ist ‘typisch deutsch’ zu sagen«, warf er mir eine lakonische Bemerkung wie ein Knochen hin.

»Ach ja?«

Er zog aus seiner Tasche eine schwarze Maske, zog sich diese über Mund und Nase und warf mir einen Blick zu, der mich wohl provozieren sollte.

»Weißte was, du Pimpf?« herrschte ich ihn ungehalten an, »du kannst mich nicht provozieren mit deiner Maske. Du willst mir sagen, dass ich ansteckend bin, nicht wahr, Covid positiv. Ein Virus der Gesellschaft. Aber das ist Quatsch. In meiner Umgebung sind alle clean. Und ich auch. Und alle um mich herum auch. Da wetten ich jeden PCR-Test drauf. Da kannste tausend Masken tragen. Du kannst mir keine Angst einjagen. Weder du die RKIS, die Drostens und Spahns. Die da oben wollen das doch und dich en top als nützlichen Idioten haben. So wie es von oben geplant ist. Um uns zu verblöden. Gegen so etwas bin ich immun. Komplett. Ich kann selber denken, du regierungsopportunes Arschloch!«

Etwas Gelbes drängte sich in mein Gesichtsfeld. Ich schaute irritiert zur Seite. Der Wirt hielt mir einen gelben Karton vors Gesicht.

»Was?«, fragte ich irritiert.

»Du bist jetzt still. Oder du gehst nach Hause. Meine Gäste beleidigen geht gar nicht!«

»Ach ja? Aber der hat doch angefangen!«

Der Wirt blickte mich ernsthaft warnend an. Das musste ich mir nicht antun. Ich warf einen Zwanziger auf die Theke und verließ das Lokal.

Ertrage die Clowns (13): Huh, because I’m happy

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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“Alter?”

“54.”

“Familienstand?”

“Ledig.”

“Zumindest geschieden?”

“Nein.”

“Kinder?”

“Null.”

“Glücklich?”

“Ja.”

„Wie?”

“Ja.”

“Was ‘ja’?”

“Ja wie ja.”

“Sie wollen mich vergackeiern?”

“Nein.”

“Hört sich aber so an. Nochmals von vorne. Verheiratet? Kinder?”

“Nein. Nein. Nein. Nein. Nein. Ja. Ja.”

“Was ‘nein’?”

“Weder verliebt, verlobt, verheiratet, geschieden, verkindert. Und glücklich.”

“Wofür stand das letzte ‘Ja’?”

“Ob ich Hedonist bin.”

“Aha. Also Ballermann all night long, was?“

“Wie bitte?”

“Sie sind garantiert einer dieser Urlauber, die sich verantwortungslos daneben benehmen, wenn sie rausgehen. Sei es Leopoldstraße, Berlin-City, Ibiza, Balearen, Ballermann, Las Palmas, Kanaren, Cap d’Agde, Oktoberfest, Ibiza.”

“Ich verstehe nicht. Sie erwähnen so völlig indiskret meine Verhältnisse und Destination. Ist das üblich?”

“Ledig, unverbandelt, ohne Verantwortung, in den 50ern mit 50mal 200er-Viagra im Gepäck, ohne Nachdenken ob der Probleme von Familien. Hirn frei, aber feierwütig. Und dann alles ohne Mundschutz. Und Bussi Bussi.”

“Heißt es nicht ‘Feiern in Bayern’? Wer braucht dazu plärrende Kinder, die einem die ganze Feierstimmung auf im heißen Wasser platzende Weißwürste reduzieren?”

Er holte Atem: ”Ganz am Rande meine Meinung: Echt gut, dass bald eine Vermögenssteuer für Singles eingeführt werden soll. Bin ich voll für.”

“Wer will das?”

“Ich. Und viele andere werktätigen, rechtschaffende deutsche Bürger, die Familie haben. Die jeden Euro umdrehen müssen, weil die Corona-freien Länder so weit weg sind zum Urlauben, weil unverantwortliche alte weiße Sackgesichter Ü50 wie Sie die klassischen Urlaubsgegenden mit Covid-19 verseuchen..”

“Soso.”

“Jaja. Jetzt ist mal Schluss mit der billigen Bums- und Feiermeile aufm Ballermann. Einfach feiern und Bier saufen, während …”

“… unsere Soldaten und Jungs in Afghanistan oder sonst wo erschossen werden?Recht so.”

“Wie meinen?”

“Dass Kriege mehr Opfer fordert als Covid-19, aber keine Sau wegen einem Krieg jemals einen Lock-Down hier durchgeführt hat, wenn im Bundestag Bundeswehrmandate für Auslandseinsätze verabschiedet wurden.”

“Was hat das mit einer Pandemie zu tun, Sie elender Honk von Ritchie Rich? Haben wir hier Kriege in Deutschland, Sie Tatsachenwämser? Ihr Whataboutism nervt!”

“Die größte Pandemie dieses schmutzigen Klumpens Weltraumsdreck mit humaner Atmosphäre ist das Virus des Bellizismus.”

“Oh Gott. Schon wieder so ein weltenentrückter und weltfremder Pazifist. Könnt ihr euch nicht eigentlich alle eine Rakete Richtung Mars kaufen? Dann wären wir euch Pazifistengesocks für immer los. Haben Sie überhaupt eine Vorstellung davon, wie viel Leben unsere Bundeswehr bewahrt hat? Ohne den Armeen dieser Welt gäbe es mehr ungerichteten Mord und Totschlag als ohne.”

“Lassen Sie Gott aus dem Spiel. Um Himmelswillen, das hat den Soldaten mit deren Koppel in Stalingrad damals auch nicht das Leben gerettet.”

“Arschloch!”

“Because I’m happy. Falls Sie überhaupt wissen, was happy ist.”

“Ich weiß, was Glück ist, aber deswegen werde ich nicht applaudieren, nur damit Sie besoffen, fickend und glücklich überm Ballermann wanken können, um alle mit Corona zu infizieren! Nochmals! Wir sind hier hart arbeitende Menschen, denen es nur gut geht, wenn es unserer Wirtschaft gut geht. Ohne gut gehender Wirtschaft, ist Glück lediglich eine Illusion zwischen dem Ausfüllen zweier Lottoscheine und der Ziehung im Fernsehen.”

“Das haben Sie aber schön gesagt. Und wohin geht die Wirtschaft, wenn es ihr gut geht? Schon mal drüber nachgedacht?”

“Nee, nö. Solche wie Sie gilt es zu bekämpfen. Wer Sie als Freund hat, braucht keine Feinde mehr. Es kann nicht sein, dass das Glück des Einzelnen wie Ihrem dem Glück aller entgegensteht.”

“Warum denn nicht?”

“Ins Hirn geschissen, oder was? Die Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied es ist!”

Ich nickte freundlich aufmunternd dem jungen Mann am Schalter zu. Es erfreute mich, dass es offensichtlich mehr differenziert denkende Menschen in systemischen Jobs gibt, als ich dachte. Nun gut. Jener war nicht gerade ein ideal mündig denkender Bürger, weil er mein bescheidendes großes Vermögen in Frage stellte, aber er war immerhin auf den Weg dahin. Er musste halt noch lernen. Junger Hüpfer.

Zumindest war er jemand, der meine Interessen nicht gleich in Bausch und Bogen verdammt hatte. Und das, obwohl er locker erkennen konnte, wie viel mehr ich als er verdiene. Ihm musste doch beim Check-In aufgefallen sein, dass sein Jahresgehalt gerade die Charterkosten meines Jet decken würden. Nur, dass er deswegen nicht gleich die Revolution ausgerufen hatte, das hielt ich ihm als Bonus entgegen. Kein Revoluzzer eben. Den Sozialismus in seinem Lauf kommt  für mich weiter eine Stufe weiter rauf, dank der unermüdlichen, systemischen Servicekraft am Check-in …

Ich nahm mein Smartphone und telefonierte, ob mein Charterjet gen Ibiza schon vollgetankt wäre und ließ den planlosen Meckerer am Check-In allein in seinem München zurück.

Auf zum Feiern in erlauchter Runde. Senhor St. Rache hatte sich auch zu Besuch gemeldet. Er benötigte mal wieder ne Auszeit von den Journalisten, schrieb er mir per Threema. Ein paar sexy Doppel-D-Russinnen oder langhaarige Rumäninnen als Serviererinnen könnte er sich nach der geschäftlichen Besprechung vorstellen. Nur vorher sollten jene gefälligst mittels PCR kontrolliert werden, ansonsten könne er nicht kommen. Seine Frau ließe das nicht zu. Sie wolle schließlich nicht 14 Tage in Quarantäne wegen seiner Feierei …

Krieger, denk mal. Und zwar nach. Nachdenken auf Denker-Seiten …

Ich bin es leid, Dinge von verklemmt, kurzseitigen, engstirnigen Heuchlern zu hören.

Die Wahrheit ist alles, was ich will. Nichts als die Wahrheit.

Ich habe genug davon, Dinge zu lesen von euch neurotischen, psychotischen Pseudo-Grüblern.

Kein irgendwelcher Sohn mit irgendwelcher weichen Soap-Attitüden-Schreiberei-Gehabe. Lediglich einer mit einer Handtasche voller dunklen Hoffnungen aus einer eigens selbst geöffneten Büchse einer selbsternannten Pandora.

Ich bin todkrank, wenn ich Dinge von herablassenden herablassenden kleinen Chauvinisten sehe, die mich herablassend “beckmesserisch” nennen.

Alles was ich will ist Wahrheit. Keine Pilatus-Schale mit Wasser. Gib mir nur die Wahrheit.

Ich hatte genug davon, halluzinierten Szenen von schizophrenen, egozentrischen, paranoischen Schreiberlingen zu lesen. Ein hübsches Gesicht kann ein oder zwei Jahre dauern. Aber ziemlich bald werden alle sehen, was er kann. NachDenkSeiten mit Buchstaben effektiv und effizient füllen. Oder so. Und Hände in Wasserschalen ohne Palmolive baden.

Alles, was ich will, ist die Wahrheit. Keine Pilatus-Schale mit Wasser. Gib mir nur etwas Wahrheit.

Ich bin todkrank, wenn ich Dinge von solchen aufrichtigen, kurzsichtigen, engstirnigen sich empathisch nennenden Heuchlern höre. Die Pontius Pilatus sich als immanentes Vorbild genommen haben.

Alles, was ich will, ist die Wahrheit. Keine Pilatus-Schale mit Wasser. Gib mir nur etwas Wahrheit.

Ich habe dazu genug davon, Dinge zu lesen von neurotischen, psychotischen Politikern. Dazu noch von ebenfalls gut bezahlten neurotischen, psychotischen Anti-Politikern. Von neurotischen, psychotischen rechten oder linken Handwaschungs-Visionären mit gut bespendeten Geldbörsen.

Wie schlaft ihr eigentlich des Nachts auf eurem Kissen?

Alles, was ich will, ist die Wahrheit. Keine Pilatus-Schale mit Wasser. Gib mir nur etwas Wahrheit.

Aber lass mich nicht an deinen ungaren Halbwahrheiten und aufgekochten Weglassungen ersticken. Wenn du Nachdenker bist. Weil sonst bist du lediglich ein inkarnierter Komparativ. Ein kleiner Berger der großen Berge. Wie schläfst du ob deiner Schreiberei eigentlich des Nachts?

Another troll eats in the dust. Good night, sleep tight.

All I want is the truth. Just gimme some truth.

Unnötige Diskussionen. Absolut. Unnötig. Total. #blacklivematters #NOtoRassism

Meine Damen und Herren, ich bitte die Diskussion um “Racial Profiling” bei der Polizei endlich mal endgültig einzustellen. “Racial Profiling” ist bekanntermaßen rassistisch und somit auch verboten. Weder die Polizeigesetze des Bundes noch die einschlägigen Vorschriften und Erlasse erlauben eine solche Ungleichbehandlung von Personen. Bei entsprechenden Vorkommnissen kann es sich nur um absolute Ausnahmefälle handeln. Und weil es verboten ist und absolute Ausnahmefälle vorkommen, ist es unverständlich, diese Untersuchungen einzuleiten.

Sehr geehrte Stuttgarter Öffentlichkeit, ich bitte die öffentliche Diskussionen um Feststellung nationaler Herkunft von feiernden und zudem auch noch männlichen Personen auf Stuttgartern Plätzen am Wochenende durch die Polizei endlich mal endgültig einzustellen. “Racial Profiling” ist – wie oben bereits erwähnt – rassistisch und somit verboten. Punkt. Sagt auch der Seehofer-Horst voll. Punkt. Weder die Polizeigesetze des Bundes, noch die einschlägigen Vorschriften und Erlasse erlauben eine solche Ungleichbehandlung von Personen aufgrund Herkunft, Hautfarbe und sozialen Verhältnissen. Bei entsprechenden Vorkommnissen kann es sich wieder einmal freilich nur um absolute polizeiindividuelle einzelne Ausnahmefälle handeln. Und weil so etwas verboten ist, und wie absolute Ausnahmefälle vorkommen, ist es unverständlich, diese Diskussionen jetzt erneut zu führen.

Sehr verehrtes Finanzamt, ich bitte die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldwäsche und Steuerhinterziehung bei mir einzustellen. Geldwäsche und Steuerhinterziehung ist bekanntermaßen asozial und somit auch verboten. Weder die Finanzgesetze des Bundes noch die einschlägigen Vorschriften und Erlasse erlauben mir solche Verstöße. Bei entsprechenden Vorkommnissen kann es sich nur um absolute Ausnahmefälle handeln. Und weil es verboten ist und absolute Ausnahmefälle vorkommen, ist es unverständlich, diese Untersuchungen gegen meine Person einzuleiten.

Liebe wertgeschätzte Streifenhörnchen, ich bitte eure Knöllchen wegen meiner mutmaßlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen bei unerlaubten Straßenrennen in verkehrsberuhigten Zonen gegen mich einzustellen. Geschwindigkeitsübertretungen und Verfolgungsjagd-Straßenrennen, selbst mit euch, ihr lieben Streifenhörnchen, in euren BMWs und AUDIs sind bekanntermaßen gefährlich und somit auch verboten. Weder die STVGO noch das STGB oder das ADAC-BG erlauben mir solche Verstöße. Bei entsprechenden Vorkommnissen kann es sich nur um absolute Ausnahmefälle handeln. Und weil es verboten ist und absolute Ausnahmefälle vorkommen, ist es unverständlich, dass diese Ordnungswidrigkeiten- und Strafbescheide gegen meine Person eingeleitet wurden. Insbesondere, da ich einen schwarzen Mercedes in einer leuchtend weißen Landeshauptstadt München gemietet hatte. Das sagt in heutigen Zeiten doch alles, liebe Polizei, nicht wahr.

Sehr geehrtes SARS-CoV-2 Virus, ich bitte deine beliebte Infizierung prekär lebender Menschen endlich mal endgültig einzustellen. Prekär lebende Menschen zu attackieren, ist bekanntermaßen feige, hinterhältig, latent rassistisch, offen machistisch und somit sowohl unter aller Sau, als auch verboten. Weder die Menschenwürde der Altruisten, noch das Menschenrecht der Egomanen, noch die einschlägigen Vorschriften und Erlasse der Nationen, der UNO oder gar Nord-Koreas erlauben eine solche Ungleichbehandlung von Personen. Sollte es zu solchen Vorkommnissen kommen, kann es sich bei entsprechenden Vorkommnissen nur um absolute Ausnahmefälle handeln. Und weil es somit einerseits unmoralisch und verboten ist, und andererseits absolute Ausnahmefälle bekanntlich ja vorkommen, ist es vollkommen unverständlich, diese Praxis fortzusetzen, die wir Menschen als Lebewesen angefangen haben. Deine Ausbreitung ist somit komplett unverständlich und daher mit sofortiger Wirkung einzustellen. Insbesondere da du anerkanntermaßen kein Lebewesen bist.

Sehr verehrte Mainstream-Medien wie Welt, BILD, Express, WAZ, FAZ, taz, KenFM, Spiegel und jene anderen gerne allzu oft zitierten Mainstream-Medien, ich bitte das Instagram-artige News-Influencern (vulgo: “Nachrichtenmanipulation”) durch konstruktives Weglassen bei mir einzustellen. Konstruktives Weglassen ist bekanntermaßen nicht richtig. Seit Franz-Josef Strauß im April 1964 in einem rbb-Interview erklärt hatte “Lüge heißt, in Kenntnis der Wahrheit – also bewusst – die Unwahrheit sagen. Etwas Unrichtiges kann jeder sagen, der nach dem jeweiligen Stand seiner Erkenntnis das wiedergibt, was er weiß, aber später in Einzelheiten etwas korrigieren muss” und ihr diesen Ausspruch der niederen Weisheit für euch inkarniert habt, wollt ihr mir immer den Stand eurer eigenen Erkenntnis als Wahrheit vermitteln. Wird jedoch das Gegenteil eurer vermittelten Erkenntnis herausgefunden und belegt, sagt ihr, bei entsprechenden Vorkommnissen könne es sich lediglich um singulär vereinzelte, absolute Ausnahmefälle handeln. Und weil das auch so sein soll und absolute Ausnahmefälle vorkommen, ist es unverständlich, mich weiterhin mit eurer rassistischen Erkenntnis zu besudeln.

Sehr geehrtes Ich. Ich bitte deine Zweifel an meinem Über-Ich endlich mal endgültig einzustellen. Da ist auch noch ein Es. Die eigene Psyche aus Über-Ich, Ich und Es ist bekanntermaßen rassistisch veranlagt und per Gesetz somit auch verboten. Weder einschlägigen Vorschriften, noch selbst konstruierte Erlasse erlauben eine solche Ungleichbehandlung von nur einer Person an sich. Sollte trotzdem etwas derartiges vorkommen, kann es sich bei entsprechenden Vorkommnissen nur um absolute Ausnahmefälle handeln. Und weil es verboten ist, was nicht sein darf und nicht sein kann, und absolute Ausnahmefälle zur Menschlichkeit hinzu gehören, fordere ich hiermit meinen eigenen Zweifel auf, sich selber in berechtigte Zweifel zu ziehen, und das Zweifeln zu unterlassen.

Von Seehofer zu lernen, heißt siegen zu lernen.

Quod errat demonstrandum.

So in etwa. Oder doch nicht?

In jedem Menschen steckt ein potentieller Rassist. Ein potentieller Mörder und Polizist mit seinem Knie auf einem fremde Nacken, um dem die Luft zum Atmen zu nehmen. Und ich bin auch nur ein Mensch, verdammt noch mal. Ich fördere solche Anlagen und Tendenzen natürlich nicht. Weil ich Angst vor anderen Menschen mit gleichen Anlagen und Tendenzen habe. Weil ich Angst vor Strafe habe. Weil ich ein gebildeter Mensch bin. Weil ich das Produkt einer Jahrtausenden alten, sogenannten Zivilisation bin. Aber glaube ich der Mörder, der Rassist, der gewaltbereite Polizist, der sitzt immer noch in mir. Ganz tief unten. Und jault nur gelegentlich wie ein aufgeschreckter Straßenköter. Eingesperrt in seinem Käfig. Mit dem Schlüssel fest und tief vergraben in meiner rechten Westentasche. (frei nach “Für alle Fälle Fitz”)

Nichts tun ist Stillstand. Ich starte, das Buch „Deutschland Schwarz Weiß. Der alltägliche Rassismus“ der ehemaligen 1Live-Radiomoderatorin Noah Sow zu lesen.

Und zu verstehen.

Auf dass mein Schlüssel verroste und der Käfig ganz tief unten unwiederbringlich verschüttet sein möge.

Für andere.

Für mich.

Ertrage die Clowns (12): Der Spaß beginnt …

    Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

    „Ertrage die Clowns!“

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  • “Haben Sie zuhause einen Desktop-PC?”, fragte die Chefin gestern ihren Mitarbeiter in der Firma, “Sollten Sie nämlich wegen dem Corona-Virus Home-Office machen müssen, dann können Sie von zu Hause aus arbeiten. Verstehen Sie? Oder wenn Sie am Corona-Virus erkrankt sein sollten, dann können Sie all ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen, dann hat die Firma keinen Schaden.” Der Mitarbeiter nickte stumm. “Gut, also wenn es so kommt, arbeiten Sie von zu Hause.” Und die Chefin drehte ab. Ein anderer Mitarbeiter von ihr hatte eine Fußverletzung und wurde krank geschrieben. Sie hatte ihn immer wieder von zu Hause aus angerufen und ihn gedrängt, doch ein paar Aufgaben zu erledigen, denn obwohl er ja krank geschrieben wäre, so ihre Meinung, dann könne er trotzdem noch arbeiten. Wenn Deutschland etwas aus dem Flug “Germanwings Flug 9525” gelernt hat, dann das Arbeiten trotz medizinisch ausgestellten Krankenscheins. Als vor knapp 5 Jahren (am 24. März 2015) der Airbus A320-211 in die Hänge der Westalpen in Südfrankreich steuerte, starben beim Aufprall alle 150 Insassen. Später fand man heraus, dass der Selbstmordpilot eigentlich krank geschrieben war, aber trotzdem zur Arbeit ging. Dass niemand zu arbeiten habe, wenn so ein Mensch medizinisch krank geschrieben wurde, stand nie zur Debatte. Denn es hätte auf der damaligen Debatte dazu führen können, dass man Erkrankten sehr wohl eine Auszeit von der Arbeit zuzugestehen hat, damit sich der Körper desjenigen schneller und gründlich erholt. Tja, jetzt auch bei der Sache mit dem Corona-Virus. Die Chefin drehte sich nur kurz noch einmal um und bestärkte: “Auch wenn Sie an den Corona-Virus erkranken sollten, heißt das ja nicht, dass Sie nicht doch arbeiten könnten, nicht wahr. Und die Arbeit muss nun mal gemacht werden.” Sie schloss die Tür. Schlechter Rotwein hat im Gegensatz dazu noch immer den besseren Abgang.
  • Ein Arbeitskollege erkundigte sich telefonisch bei einer Apotheke, ob jene noch “Virulent” im Vorrat habe. Drei Packungen, war die Antwort. Er erwiderte, er würde um Viertel nach Neun dort vorbei kommen und alle drei kaufen. “Virulent”? Ich erinnerte mich, das in meinem Kühlschrank zu haben. Am Abend nach der Arbeit schaute ich nach. Stimmt. Da hinten, links hinten in der Ecke, da lag die Packung. Ich holte sie hervor. Ich hatte damals das Datum notiert, wann ich das homöopathische Mittel vom Arzt verschrieben bekam: Januar 2006. Verwendbar bis September 2019. Ich warte noch ein wenig. Auf dem Schwarzmarkt, dürfte die Packung bald Sammlerwert haben. Ach ja, obiger Kollege findet es asozial, dass manche mit gehorteten Atemmaske jetzt mit hohen Preisen fett Kasse machen. Das wäre unmoralisch. Bin ich froh, dass er an der Börse fett Kasse machen will.
  • Der Arbeitskollege stöhnte auf. Die USA hat die Einreise von Europäern verboten. Dabei wollte er übernächste Woche in den USA als Individualurlauber rumreisen. Den Flug – als Schnäppchen in einem Internetportal geschossen – kriegt er zu 100% ersetzt. Aber den Mietwagen? Die Hotels? Er ist sauer und überlegt zu klagen, wenn er nichts zurück erhält. Er ist rechtschutzversichert. Und dann las er die Nachricht, dass die Börse erneut mit über 10% eingebrochen ist. “Kein Problem”, meinte er lakonisch, “in zwei Wochen kaufe ich im großen Stil, wenn die Börse unten ist und dann mach ich fett Kasse.”
  • Ich erhielt auf meiner Arbeit die Anfrage eines Kollegen, ob ich nicht mit ihm den Urlaub tauschen möchte. Ich hatte meinen bereits für September gelegt, er auf April. Und er möchte Erholung mit seiner Familie im Süden. Den kann er im April wohl nicht wegen Corona realisieren. Also soll ich mit ihm tauschen, da ich ja keine Familie habe. Ich sagte ihm, ich sei bestechlich, und das ganz besonders in Zeiten von Corona und zu verlegenden Gardasee-Reisen. Er nannte mich ein kollegiales Arschloch, weil ich nicht im April Urlaub machen wollte.
  • Die Corona-Virus-Pandemie hat das Gebaren der ganzen Gangster-Rapper und Ghetto-Kids zu gesellschaftlich anerkannten Rang verholfen. Die “Ghetto-Faust” ist jetzt der Stil der Corona-Zeit. Die Gangster-Rapper und Ghetto-Kids werden sich neues zur Absonderung überlegen müssen. Vorschlag: Macht das, was die Bussi-Bussi-Gesellschaft Münchens damals immer machte, als jene Gesellschaft damals noch verächtlich auf euch nieder blickte. Sie wird neidisch werden.
  • Xavier Naidoo ist sauer. Warum ist ihm nur das Marketing von Tom Hanks eingefallen? Warum mögen ihn alle Menschen nicht? Nur weil er jetzt verdächtigt wird, doch Reichsbürger mit ausländerfeindlichen Ansichten zu sein? Man munkelt gerüchtemäßigerweis, dass er angeblich erbost aufgeschrien haben sollte, dass “die ganze Corona-Scheiße nur dazu dient, von den Scheiß-Wölfen unter den Flüchtlingen abzulenken”. Sein Pressesprecher hatte angeblich vor einer Stunde noch betont, dass Xavier Naidoo sich christlichen Idealen verpflichtet fühlt. Denen aus dem Mittelalter, müsste der dann wohl vergessen haben zu ergänzen.Denn für Xavier ist nach dem christlichen Kreuzzug wohl immer noch nur vor dem christlichen Kreuzzug. Und Corona wird dann wohl keine Strafe Gottes sein, sondern pures mediales Ablenkungsmanöver jenen Kreuzzug  in aller alternativer Wahrhaftigkeit für Deutschland zu starten.
  • Wer keine Ahnung hat, solle doch mal die Fresse halten. Ich habe keine Ahnung von Corona und sollte mich somit der einzigen Weisheit Dieter Nuhrs fügen. Nur habe ich auch keine Fresse. Aber eine Ladeluke, die sich erstaunt öffnet, wie sich manche an komplett belanglosen Twitter-Tweets von Dieter Nuhr abzuarbeiten. Mit den Gegen-Tweets scheint es, dass bestimmte Leute auf Angsterzeugung stehen. Und Dieter Nuhr ist dann nur ein zusätzliches wohlfeiles Mittel.
  • Panik? Panik ist immer eine Panik. Rückzuführen auf den griechischen Gott Pan, der auch gerne mal die Pan-Flöte spielte. Allerding sollte er auch in größter Mittagestille durch einen lauten Schrei auf einmal ganze Herden zu Massenflucht erregen zu können. Insbesondere zu einer plötzlichen und anscheinend sinnlosen Massenflucht. Panik. Panik? Panik ist intensive Angst. In Zeiten der Panik ist Angst immer ein meinungsbildender Faktor. Eine intensiver Faktor. Angst? Guggst du hier: ANGST!!!! (Autor des mp3-Datei: Voller-Worte-Blog)
  • Eine Firma schrieb in ihren Corona-Richtlinien, dass unnötige Dienstreisen jetzt in Gebiete mit Corona-Risiko nicht mehr genehmigt werden würden. Hm. Lasst uns auf die Post-Corona-Zeiten warten, dann sind unnötige Dienstreisen in ehemaligen Risiko-Gebieten wieder erlaubt. Und danach schauen wir uns gemeinsam die Maßnahmen zum Enger-Schnallen des Gürtels als Reisemitbringsel aus unnötig zu besuchenden Gegenden an …
  • Ein Fotograf besuchte die rote Zone rund um Fukushima und stellte aus seinem hermetisch abgedichteten Schutzanzug heraus fest, dass die Pflanzen so ganz ohne Menscheneinfluß richtig gut gedeihen. Das entspricht der Erfahrung von der roten Zone rund um Tschernobyl. Immer wenn ich Urlaub mache, sehe ich, wie mein Pflanzendschungel sprießt und gedeiht. Nur zwei Wochen nach dem Urlaub, sieht es anders aus. Na, hört mal, ihr Pflanzengesocks, was glaubt ihr eigentlich, wer eigentlich die Wasserrechnung hier bezahlt!?! Passt euch gefälligst an! Und seid glücklich, dass euch Corona und Radioaktivität nicht entscheidend beim Leben stört.
  • Im Traum erschien mir ein alternativer Fieslerstorch, bemerkte bei jeder Gelegenheit nachdrücklich fanatisch: “Fake-News!”, und versuchte nach Lesbos aufzubrechen, um als zukünftiges Vergewaltigungsopfer durch mindestens einen potentiellen Flüchtling, Schlagzeilen zu generieren. Sie wollte endlich, dass in ihren als “Fake-News-Verbreiterer” herabgewürdigte Fernsehsender wieder wichtige Dinge als Nachrichten auftauchen sollten. Sie durfte nicht ausreisen, weil sie kein Gesundheitszeugnis nachweisen konnte. Ihr Psychiater hatte beim Anruf der Grenzbehörden erklärt, derer Gruppengespräche in Berlin wären noch nicht abgeschlossen. Zieldatum dazu wäre wohl Oktober 2021. Demokraten vermuten jedoch, dass es über 2015 hinaus dauern könne, bis sie maximal situativ gesund erklärt werden könne. Ich beschloss, dass mir der Traum für das Happy-End entschieden zu lange dauern würde, und wachte auf.
  • Es wurde bereits nachgewiesen, dass unsere Bargeld-Scheine alle mit Kokain kontaminiert sind. Warnung an alle, die seit langem bereits versuchen mit vielen 5-Euro-Scheinen high zu werden: Ab sofort ist das 5-Euro-Scheinen-Lutschen mit dem gewissen Extra an Risiko versehen. Kauft von euren 5-Euro-Scheinen lieber den echten Stoff. Die Lunge wird es euch danken, was ihr euch zuvor durch die Nasenflügel pfeift.

Bösartige Umfrage

Eine kleine Forschungsgruppe der Elite-Universitäts LMTU München ging Ende Februar 2020 in die Innenstadt von München und konfrontierte Passanten, die eine Atemmaske trugen, mit der folgender Situation:

“Angenommen Sie müssten zwischen der Aufnahme eines Flüchtlings aus Syrien und der Corona-Virus-Erkrankung wählen, was wäre dann Ihre Wahl? a) vierzehn Tage Quarantäne und dann mit akuter Erkrankung knapp dem Tod entgehen? b) zusätzlich zu den Masernparties für die eigenen Kinder in den Kitas eine Immunisierungsparty mit CoVid-19-Erkrankten zur Eigen-Immunisierung durchführen? c) Flüchtling sofort zu Hause aufnehmen d) Flüchtlinge in CoVid-19-sichere Drittstaaten ausweisen e) eine CoVid-19-genehme Alternative für Deutschland wählen?”

Folgendes war der völlig überraschende Ausgang der Umfrage:

Tja, leider reichte das Budget der kleinen Forschergruppe nicht aus, die Zusammenfassung zu veröffentlichen …

Gedankensplitter: Wir sehn uns vor Gericht!

Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Der Freund meines Freundes ist mein Freund. Der Freund meines Feindes ist mein Freundfeind. Der Feind meines Freundes ist … verdammt .. meine Ehefrau. Viva la familia. Ergo ist der Feind meiner Ehefrau mein feindlicher Freund. Der eheliche Feind fraulicherseits ist männlicherseits ein determiniertes Objekt. Auf deutsch: beleidigenswert. Und ein freundlicher Freund ist eine Provokation par excellence, sowieso. Während ein feindlicher Feind sich durch die routinierte, künstlerische Verfahrensweise des persönlichen Dissens identifiziert.

“Schurke, nimm hier meinen Fehdehandschuh.”

“Depp, der ist mir zu klein! Ein wenig mehr Respekt hätte ich schon von dir erwartet, was die europäischen Handschuhgrößen angeht!”

“Ich erwarte dich mit der Handschuhtabelle zu High Noon am Marienplatz!”

“Du bist wirklich respektlos! Marienplätze benötigen keine niveauloses High Noon, wie du es wohl brauchst! Hier, nimm dafür meinen normgetreuen Fehdehandschuh!”

“Wie? Du verweigerst meinen eigenen? Das geht gar nicht! Das bedeutet Fehde!”

“Fick deine Ahnen und Ahnen-Ahnen. Du hast keine Ahnung, was Fehde wirklich ist!”

“Und du die Ahnen-Ahnen deiner Ahnen-Ahnen-Ahnen! Wähl die Waffen!”

Ich klinke mich hier aus. Dieses seicht romantische, familiäre Soap-Gespräch findet in Fahrgewässern statt, in denen Flachköpper garantiert eine Kunstform darstellt. Direkt nach dem vorsätzlichen Selbstmord.

Man sagt, beide prügelten sich eben drum wegen deren Aussagen vorm Richter. Freilich sind die beiden nicht dümmlich. Aber nur extrem annähernd nicht. Aber wirklich ganz extrem …  . Beide haben von Onkel Sam und Väterchen Russland gelernt: Stellvertreter-Kriege für den Tanten-besuchten Grabplatz unter Mütterchen Erde sind besser als gegenseitiges Verständnis. Darum arrangieren beide Rechtsanwälte für sich als Stellvertreter vorm Richter. Sie nennen dieses dann juristisches Dissen.

Deutsch-Rapp ist der Anlass dazu. Also die Vorform gewissermaßen. Und das muss so sein. Denn jeder Gangster-Rapper will nur dann Gangster sein, wenn er auch den Rechtsstaat existierend weiß, um sich gegen die anderen Gangster legal zu behaupten. Es kann nur einen Gangster geben. Und glaubst du es nicht, geh der Herr Gangster mit dir vors Gericht.

Naja, das ist eigentlich gut zu wissen. Statt Gangster-Rapper an einem SUV hängend mit der Uzzi auf der Straße ballernd zu sehen, weil der zu viel Scorseses gesehen hat. Gangster-Rapper und Alpha-Männchen mit Rechtsanwalt vor Gericht, so etwas erscheint inzwischen normal wie Kaugummikauen. Nur so einen Schwachsinn will man sich selber kaum trauen. Zumindest nicht ohne Rechtsschutz.

Meine Kaffee präsentiert sich mir in meiner Tasse wie ein schwarzes Loch.

Ich zuckere nach.

Adventsgedanken für Arme

Drei Mädels stehen zusammen und schreien in ihr Mikrofon “Warum”. Warum? Ich gehe durch die dunklen Straßen Münchens. Weihnachtslichter der Wohnungen erhellen die Zwischenräume der Straßenlaternen, warm eingehüllt in meiner isolierenden Jacke schreite ich Richtung Zuhause. Warum?

Warum? Warum ist die Banane krumm? Warum macht wen die Banane krumm? Warum ist krumm dumm?

Weihnachtsfeiern machen lustig. Weihnachtsfeiern machen seltsam duhn im Kopf. Ich sitze in gemeinsamer Runde und jeder analysiert das gleiche Thema aus seiner Sichtweise. Mein Steinkrug verdunstet das Kellerbier, wie meine Pflanzen zu Hause das Wasser verschlingen. Aber duhn ist nun mal eine menschliche Eigenschaft und keine pflanzliche. Da muss ich alleine durch.

Pflanzen zu Hause? Geht gar nicht! Geht überhaupt gar nicht, eben diese Phrase “geht gar nicht”. Packt mein Kind sechsmal unbedarft mit seiner Hand auf eine Herdplatte und ich warne jedes Mal: “Vorsicht, die Herdplatte könnte heiß sein!”, dann ist es schon in etwa verständlich, dass ich beim siebten Mal einfach nur noch schnauze “Das geht gar nicht!”“ und dessen Hand gewaltsam roh wegreiße.

Nur unter Erwachsenen gleich beim ersten Mal mittels einer Email mit großem Verteiler ein solcher Satzanfang, das ist Kindergarten pur. Oder eher Kita. Denn die werden staatlich bezahlt und da darf sich jeder rein rechtlich straffrei austoben und selbst verwirklichen. Insbesondere dann, wenn später jährlich über mangelnde Kommunikation innerhalb den Strukturen geklagt wird. Von eben gleichen Personen. Mit dem Angeschriebenen gleich zu reden, statt einer Email mit großem Verteiler in cc: zu verschicken … nun Firmenkultur kann auch umfassen, dass man sich darüber beklagt, das andere die gleiche Verhaltensweise wie man selber an den Tag legt. So wird das Klagen, Seufzen und so zum täglichen Qualifikationsnachweis.

Und warum sollte es auf einer Weihnachtsfeier denn somit anders sein?

“Basse ma’ uff. Wenn der eine klagt, dass hinter seinem Rücken gelabert wird und dieses auch hinter dem Rücken der anderen macht, warum soll er sich dann beklagen?”

“Verstanden. Nur wenn er sich als einziger nicht darüber beklagen darf, dann ist etwas oberfaul bei der offenen Kommunikation, nicht wahr.”

“Freilich. Wenn das Getuschele und Getratsche als Kultur anerkannt ist, aber das Ausgeschlossen-Sein vom Getuschele als Manko angeklagt wird, klagt derjenige sich dann nicht selber an?”

“Tratscherei umgibt sich nun mal nicht mit Plüsch und Samt. Getuschele ist und bleibt nun mal ein Gefühl.”

“Gefühle kistenweise. Und es sieht blendend aus. Nur, das Gefühl steht niemanden.”

“Eben. Das nennt sich Lebensqualität. Dinge sich anzueignen, welche man nicht braucht, mit Mitteln, die man nicht hat, um Leuten zu imponieren, die man erst recht nicht leiden kann.”

“Ja, der letzte Schrei als einzige Konstante im Wandel. Schreie verschwinden und gehen vorbei. Ewigkeiten kommen und gehen. So wie Sonderangebote bei Amazon. Immer auf den letzten Drücker, zum Sonderpreis als Ramschware. Rudis Resterampe als Lebensmotto der eigenen Kommunikationfähigkeit. Schreien ist laut. Flüstern leise. Wer flüstert, der lügt. Wer stille Post betreibt, betrett seit Jahrhunderten Niemandsland.”

Mein Blick wandert vom einen zum anderen, dann vom anderen zum einen, und dann wieder vom einem zum nächsten. Mir schwant, ich bin nicht mehr in meiner Firma, sondern auf einem Kongress der Kommunikationswissenschaftler. Und Kommunikationswissenschaftler sind dieZukunft der medialen Welt. Ohne Kommunikationswissenschaftlergerät man von einem Shitstorm-Regen in eine Shitstom-Traufe. Und wer Kommunikationswissenschaftler ist, der sagt dir auch, wie man seine eigene Marke am besten und schnellsten versenkt. Und dabei noch ordentlich klasse Kasse macht.

“Ich würde das Unausgesprochene nicht unausgesprochen lassen.”

“Wie belieben?”

“Was du nicht weißt, was ich dir sagen will, kann du nachher nicht mehr als Unwissenheit erklären.”

“Nur wenn alles Unaussprechliche ausgesprochen wird, wo bleibt dann noch der Schutz der Privatsphäre. Manches muss unausgesprochen bleiben.”

“Voldemort.”

“Oder 42. Der Sinn des Lebens.”

“Oder das unser Vorgesetzte weder das eine, noch das andere verkörpert.”

“Du solltest deine Gedanken zügeln. Das darfst du so nicht sagen.”

“Nicht? Okay, aber dann doch vielleicht noch ein Pfefferminzplättchen?”

“Dann lieber doch zur Kreuzigung. Gut. Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jeder nur ein Kreuz.”

“Oh ja. Wenn es die Kreuzigung nicht gäbe, wäre dieses Land in einem solchen Zustand … .”

“Pöser Purche!”

Der Tisch wälzte sich vor Lachen in Erinnerungen.

Als das Kind Kind war, wusste es nicht, dass es Kind war, alles war ihm beseelt, und alle Seelen waren eins. Handke. Literaturnobelpreisträger. Zitiert aus dem Film “Der Himmel über Berlin”. Darf man das noch zitieren? Darf man Handke noch zitieren?

“Ich sag es mal so, über uns herrscht eine Phalanx aus Vorgesetzten. Die investieren 75% ihrer Arbeitszeit in Status-Quo-Erhaltung und den Rest in Arbeitsinhalte.”

“Na, jetzt redest du aber wie ein Kommi. Den Kommunismus in seinem Lauf halten immer nur Kommunisten auf. Ergo, manisch ineffektiv. Bewiesen im letzten Jahrhundert. Mehrfach.”

“Geht nicht. Kommi-Klassifikation ist total vorbei. Denn dann hätte unsere Phalanx zumindest einen 5-Jahres-Plan. Aber die haben nur ihre Daseins-Berechtigung, wenn sie als Krisenmanager reüssierten.”

“Re-Ü-was?”

“Erfolg! Erfolg als Konsequenz von Leistung. Und Leistung in einer Leistungsgesellschaft muss sich bei uns lohnen. Das heißt, wer sich was leistet, wird belohnt. Flughäfen im Planungs-Soll zu eröffnen oder Versprechen zu realisieren, das kann jede Sau. Aber man muss das Undenkbare denken. Und nicht lang lachen. Einfach machen. So etwas nicht zu schaffen oder nicht zu erfüllen, dass musst du dir erstmal leisten können.”

“Das kann ich auch. Locker vom Hocker.”

“Nur gehörst du nicht zur Phalanx.”

“Nein, aber zur römischen Schildkrötenformation oder zu den im Hinterland rekrutierten Männern für das Kanonenfutter von Verdun.”

“Ich sag ja, du bist ein elender Kommi.”

“Steht etwa auf meiner Stirn ‘Mir doch egal’ ?”

“Keine Ahnung, aber auf der Weihnachtsfeier so gegen die eigene Firmenpolitik zu lästern, dann biste hier falsch.”

“Lästere ich nur, weil wegen paar Dutzend Hundert Betrügern in der Dieselindustrie eine positive Motorenentwicklung und deren Industrie momentan den Bach runter geht und Arbeitslose erzeugt?”

“Was willst du? Hat man in der Bankenkrise vor zehn Jahren die Betrüger tausendfach eingebuchtet? Hat man die Pleite von Thomas Cook jemals auf das spielsüchtige Pokern der Hedge-Fonts zurück geführt? Nur Uli Hoeness wurde Opfer seiner Spiel- und Wettsucht. Aber auch nur, weil jener den Staat mit seinen verbrieften Steuernabgaben außen vor ließ und ignorierte. Er ging nicht in die Landsberger Festung, weil er spielsüchtig war.”

“Stimmt. Die anderen Loser gingen leer aus. Die kriegten noch nicht mal Wasser, Brot und Weißbier in einer Notunterkunft, weil wir sparen müssen. Ist Spielsucht eigentlich eine anerkannte Krankheit? Ich meine, von jedem HIV-Erkrankten mit Sex-Libido verlangt man doch lebenslange Einzelhaft. Aber Alkohol und Zocken werden nie wirklich aktiv bekämpft. Aber Hauptsache, der Ehepartner oder Lebensabschnittspartner vögelt nicht fremd und wird nicht außerhalb der Familie der Pädophilie überführt.”

“Du wirst unsäglich unsachlich. Ekelig! Wundere dich nicht, dass bei so einer Einstellung niemand mit dir reden will. Fremdgehen und ein wenig Zocken sind zwei verschieden Sachen. Und HIV, Clamidien und Ebola sind bedrohlicher als diffuse Gestalten mit halbgefülltem Pils-Glas am Spielgeldautomaten. Und von der Börse profitieren wir letztendlich alle.”

“Und? Lebst du auch fair? Ich meine so in Richtung Fairtrade?”

“Ich versuche es. Ich finde es unerträglich, wenn in Pakistan Kinder Nike-Socken oder KIKA-Kleidung für eine Handvoll Cents stricken müssten.”

“Schaffst du es, 1% von deinem Leben in Fair-Trade-Produkte zu investieren? Ich nicht. Aber ich finde es okay, wenn ein Kind ein paar Cent verdient, statt in einer naßkalten, dunklen Behausung hungernd mit ein paar Steinbrocken die WM 2018 in der Ersten Welt vom Hören-Sagen hustend und hungernd nachspielen zu müssen. Das ist doch grausam. Da hat das Kind dann doch eine sinnvollere Beschäftigung, wenn es Kleider schneidert, nicht wahr. Besser als überhaupt keine Tätigkeit und tätigkeitslos dahin vegetieren. Das will selbst hier in unseren Breitengraden niemand.”

“Du bist ein elender, verkappter Kommi! Träumer! Gutmensch!”

“Naja, dann bin ich Kommi. Aber du als Kapitalist, oder besser Neoliberaler-Kapitalist mit Deregulierungsphilie, findest es besser, dass in Billiglohnländern die Komponenten deines PKWs erzeugt werden, damit du ihn dir leisten kannst. Oder deine Sneakers, Jeans, Jacken oder so. Weil hier beklagst du dich über zu hohe Lohnkosten, die dir die Produkte unerschwinglich machen würden.”

“Das ist hier eine Weihnachtsfeier! Du schaffst nur Unruhe und Unfrieden durch deinen Mist!”

“Und ehrlich, erst jetzt verstehe ich Dieter Nuhr, wenn dieser Karl Dall für Arme meint, dass ein Kampf gegen den Klimawandel schwerwiegende Krisen und Weltkriege hervorrufen könnte. Da hat er wohl Recht. Wer will schon für normale 08/15-Schuhe statt 50 Euro das Doppelte zahlen, wenn dann der eigene Lohn sinkt. Was nützt einem der Porsche Cayenne für 7.500 Euro, wenn durch konsequente Lohnsenkung der Monatslohn nur noch 500 Euro beträgt, wovon man 75% an Lebenshaltungskosten abziehen muss. Da werden Leute rebellisch, dass heißt Revolution. Wobei: Revolution heißt, Aufbegehren der Unteren gegen die Oberen. Oder wie es für Leute von hier und heute heißt: Terrorist.”

“Dein ‘Karl Dall für Arme’ hatte einmal ganz treffend zu Leuten wie dir gesagt: ‘Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.’ Der Satz war bis vor paar Jahren noch bei dessen heutigen Kritikern ein bibelgleiches Gebot. Die größten Kritiker der Elche sind heute selber welche!”

“Stimmt. Nicht jeder schafft das erste Staatsexamen, um Lehrer werden zu dürfen. Das hat der Nuhr sich geleistet und jetzt hat er die offizielle Lehramtsstelle für alle ohne Schulabschluss in der Öffentlichkeit erobert. Quasi von unten übers Gymnasium und Uni auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Und eben letztere hat er sich auf die Stirn genagelt, um Deutschland zu beglücken.”

“Was hat er sich genagelt? Die Welt?”

“Nein, eher das andere.”

Ich zutzle an meinem Weißbier und schlürfe meine Weißwurst vor mir in seinem Weißwurstsenf. Wie gerne wünschte ich mir beim Zuhören das Weiße weg. Es bliebe übrig: Bier, Wurst und Senf. Und von der bayrischen Flagge nur das Blaue vom Himmel.

Versprochen. Kein Weißes im Auge würde mehr stören. Und aus den grauhaarigen, weißen Männern würden nur grauhaarige Männer übrig bleiben, welche aussähen wie Morgan Freeman oder Samuel L. Jackson heute. Oder Schäuble, Seebacher-Brandt oder Seehofer. Oder so. Und nicht wie Scheuer, Söder oder Schröder, künstlich auf ungrau für-immer-jung gefärbt.

Ich erhebe mich und wünsche allen einen schönen Restabend. Bier, Wurst und Senf sind mir Wurscht.

Weiß eigentlich die Welt, dass Wiener aus den Resten von bayrischen Leberkäs zusammengesetzt werden? Und was von den Resten der Wiener Deutschlandweit übrig bleibt, kommt dann in den bayrischen Leberkäs. Ja, so ist der nachhaltige Kreislauf. Und seit dem Döner-Skandal, ist ja inzwischen bekannt, dass eine der Döner-Erzeugungszentren für Berlin in Bayern liegt. Die nehmen dann die Reste der gut gewürzten Dönerspiesse und füttern die wiederum in den Leberkäs. Eine unerschöpfliche Quelle des Wiener- und Leberkäsfrohsinns.

So ist das auch mit den bayrischen Noagerl des Oktoberfestes. Bekanntlich werden diese jeden Abend kurz vor Mitternacht  in Fässern zusammengeschüttet, von einem Vergeistigten gesegnet und nach Köln als Kölsch verschickt. Die Kölner verwerten dies dann im Karneval und der Rest davon kommt zurück nach München und wird später auf dem Oktoberfest wieder in Maßen ausgeschenkt, wo dann die Noagerl …

Ein ewiger nachhaltiger Kreislauf. Nur hin und wieder müssen dann deutsche Landwirte ihre Ernte diesen beiden Städten zur Verfügung stellen, damit er Verlust mit Frisch-Gebrauten ersetzt wird. Oder es wird ne Sau geschlachtet, die zuvor durch irgendein Dorf getrieben wird, damit die vegetarischen Döner-Spieße nicht so fleischlos daher kommen und die Wiener-Leberkäs-Connection nicht trocken wird.

Hauptsache, der Verbrauchende hat beim Essen und Trinken seinen alloholinduzierten, sättigenden Spass, woll. So wie in Mittelwest-Deutschland wie in Südost-Deutschland. Ganz ohne Brot und Spiele.

Hauptsache es ist ess- oder trinkbar und lässt sich in Senf versenken. Gott, wir sind dir dankbar für diesen unerschöpflichen Rohstoffkreislauf, der uns mit Stoff bei Weihnachtsfeiern versorgt. Und dank an unseren legalen Dealern, dass die unser Essen und Trinken immer wieder aufpimpen …

Warum klappt das nur nicht bei der Energieversorgung? Herrschafftszeiten, lasst Phantasie für Arme regnen!

In den Ohren isoliert mich das orchestrales Arrangement eines Liedes von einer der zusammen gecasteten, erfolgreichen Girl-Bands der End-90er von der Außenwelt. Neun Quadrate, zwei Gegenspieler, einer setzt die Kreuze, der andere die Kreise. Ein Spiel, was keiner verlieren kann, wenn man weiß, wie es geht. Tic Tac Toe. Warum? Es ist das Lied der Verzweiflung einer ehemaligen Girl-Band über eine verlorene Freundschaft, welche von Außen zerstört wurde, weil einer der beiden Freunde sich dabei verlor. Warum? “Warum Score 1” ist die orchestrale Version ohne viel Worte (hier oder hier oder Verlinkung auf Youtube-Video).

Die Straßen sind erleuchtet, die Gedanken irrlichtern zwischen den Lichtern der Straße in meinem Kopf. Die Stimmung ändert sich angepasst am Licht, das Lied wechselt. Über mir erstreckt sich ein silberner Mond und Silbermond feiert den Mensch und die Unterschiede und Kritiker krakeelen: Was wollen die Hippies nur?

Reichtum, der für alle reicht? Im Rhythmus des Liedes von Silbermond gibt meine Körperhülle den Resonanzkörper für mein Summen: “Alle Hände in die Luft für die Musik, für den Frieden. Mann, entspann dich, ich träum‘ ja nur …”

Weihnachtslichter und Straßenlaternen säumen meinen Weg.

Im Försterhaus die Kerze brennt.
Ein Sternlein blinkt: Es ist Advent.