Wer sind „wir“? Wir sind …


Wir sind …

… der Krieg! Klausewitz und Sun Tsu gleichzeitig! Sei vorsichtig! Leg dich nicht mit uns an! Wir schlagen sofort zu. Nicht wie damals noch mit dem Lehrerlineal auf deine ungezogene Patschhändcheninnenseiten, bis sie glühend rosig aussahen. Nein! Wir können auch anders. Will sagen: WIR können auch anders. Weiterlesen

Frontberichterstattung aus der Heimat


Liebste Susanne,

wie geht es dir? Ist es schön im fernen Sansibar? Was machen die Orangenbäumchen? Wachsen sie und gedeihen?  Was machen die Gewürzbäumchen? War die Ernte ein voller Erfolg? Ich wünschte, ich wäre dort bei dir und nicht hier in der heimlichen Hauptstadt Deutschlands.

Der Krieg ist grausam. JA, das ist er. Aber wir sollten nie vergessen, er ist auch gerecht. Und in erster Linie gerecht. Wir haben ihn gewählt. Demokratisch. Weiterlesen

Freio! Ich bin im Freio!


Na also.
Es geht doch.
Das, wofür die Grünen Anfangs der 80er des letzten Jahrhunderts eintraten, eben das setzen die Amerikaner jetzt um: Gleichberechtigung von Mann und Frau. Demnächst dürfen auch Frauen in vorderster Front Seit an Seit mit den Männern auf deren gemeinsame Feinde schießen.
Jeder Schuss ein absolutes Muss, jeder Stoß begleitet mit Vollmantelgeschoss, jeder Tritt mit fraulichem Igittigitt, jeder Klaps geführt durch ein Bein mit Straps, selbst Arabien soll daran darbien.
Sowieso.

England und Abu-Ghuraib waren das erste Signal der neuen Gleichberechtigung. Gleichberechtigung im Stile einer neuen Zeit als Orientierung für Mann und Frau.
Mit England ist jetzt nicht jene winzig kleine Insel zwischen dem europäischen und amerikanischen Festland gemeint. Nein, nicht jene europäische Insel »England«, welche für militärische Muskelspiele weltweit zu haben ist. Die Insel, welche enge, adlige verwandtschaftliche Beziehungen zu Deutschland hat und die vom »hört, hört, hört«-Regisseur David Cameron hollywoodreif gelenkt wird (bitte den britischen David nicht mit dem amerikanischen James verwechseln, okay?)
Vielmehr beziehe ich mich auf Lynndie England. Jene Frau, die an einem Hundehalsband einen Mann wie einen Dackel durch die Folterkammern Abu-Ghuraibs hinter sich her schleifte. Jener nackte Mann war pressetechnisch »nur« ein Gefangener, ein potentieller Islamist, ein Unter- und Gefolgsmensch jener damaligen irakischen Tyrannei. Ein Gefangener, der moralbefreit so behandelt durfte wie einer der vielen Gefangenen auf Guantanamo. Lynndie England bereut sicherlich noch heute ihr menschenverachtendes, militärisches Posing vor der Kamera. Jenes Foto der Lynndie England und des Gefangenen hat sich wie ein Fanal einer fatalen Siegermentalität in unsere Gehirnen eingebrannt.

Nur, ist so etwas ein Thema für das hehere Thema »Gleichberechtigung«? Ist es ein Thema, dass der »Grüne« Joschka Fischer sich damals pressewirksam über den Fall Abu-Ghuraib echauffierte?

Als Hinweis ist der Begriff »Grüne« jetzt nicht so weit weg. Damals hatten jene die Wähler der Grünen glauben gemacht, eines der Ziele der Grünen wäre der Pazifismus an sich und eine Abschaffung der Bundeswehr sowieso. Nur heute beweisen die Frauen der »Grünen«, worum es bei den Zielen wirklich geht. Gleichberechtigung steht nicht nur als Quote für das Ziel diktiert. Eine vorzeitige Abschaffung der Bundeswehr hätte den Frauen gerade jene Möglichkeit der Gleichberechtigung innerhalb einer der letzten Männerbastionen – dem Krieg und des willkürlichen Tötens – ersatzlos beraubt.
Das geht nun wirklich nicht. Von Alice Schwarzer über Christina Schröder und Andrea Nahles bis Claudia Roth befürwortet keine politische Frau eine solche Idee. Denn erst wenn Gleichberechtigung hergestellt ist, könnte erneut tendenziell angefangen werden, über eine Abschaffung nachzudenken. Unter diesem Blickwinkel könnte der Selbstmord als vorzeitige, feige Kapitulation der »Grünen«-Mitgründerin Petra Kelly und deren Ehemann Gert Bastian (General a.D.) vor über 20 Jahren im Oktober 1992 Sinn ergeben. Es gäbe auch der damaligen und jetzigen Argumentation eines Joschka Fischers und seiner Gefolgsleute für Einsätze der Bundeswehr in Nicht-Verteidigungsfällen einen weiteren Sinn.

»Gleichberechtigung« als Schlagwort der Zukunft. Denn wer die Bundeswehr vor der Gleichberechtigung abgeschafft will, der beraubt de facto der Gleichberechtigung eine weiteren Chancen in Aktion zu treten.
Die Amerikaner haben der Gleichberechtigung jetzt eine weitere Tür aufgestoßen. Sicherlich, medientechnisch redet jetzt jeder davon, dass ohne nachweislichen Kerben am eigenen Gewehrkolben für jeden persönlich Getöten kein Aufstieg in der Militärhierachie möglich wäre.
Die eigene Karriere als Hauptmotiv.
Selbst Prince Harry von England (gemeint ist jetzt das Land »England«, nicht jene Lynndie England) benötigt eigene Getötete zur Reputation seiner Befähigung als potentieller König von England und für die Staatsräson einer Demokratie. Das hat unsere Presse erst letztens mit der Condicio-sine-qua-non-Formel (»„Bedingung, ohne die nicht«-Formel) runtergebetet. Eine Sinnhaftigkeit davon wurde nicht hinterfragt.

Verschwiegen wird dabei, dass die Gleichberechtigung jetzt endlich auch mal auf einem ganz anderen Feld erreicht werden kann. Fakt ist derweil, dass die amerikanischen Militärkräfte mehr Leute durch Selbstmord verlieren als durch deren zielgerichtete Kriegseinsätze. »Gods own Country« strebt nun die totale Gleichberechtigung an. Es kann nicht sein, dass mehr Selbstmörder des amerikanischen Militärs beerdigt werden als Selbstmörderinnen des gleichen staatlichen Karnevalvereins mit sühnebefreiten Totschlagauftrag. Um diesen ungemütlichen statistischen Fakten ein Gegengewicht zu geben, werden demnächst auch amerikanische Frauen in vorderster Linie mitkämpfen und zu psychischen Wracks degenerieren. Auf dass die Selbstmordquote paritätisch verteilt sein möge.

Und genau überlegt zeigt sich an dieser Stelle, dass die deutschen Schwarzers, Schröders, Nahles und Roths den gesamten Überblick wahren. Gleichberechtigung, an allen nur möglichen Positionen im Staat. Frauen in die Bundeswehr haben die auch auf deren Fahnen geschrieben. Hinweg mit den verhassten Männerbastionen im Namen der Gleichberechtigung?

»Freio« galt in Kindertagen als Ausruf beim Fangen-Spiel. »Freio« sicherte vor dem Fänger, um nicht abgeschlagen zu werden. »Freio« war der Schutzraum vor dem Gegner. Es machte unantastbar.

Freio.

Die Titelschlagseite des Fokus vom 14. Januar titelte letztens »Freio«:
»Wir wollen keine Frauenquote – Starke Frauen rebellieren gegen Staats-Diktat und Gleichmacherei«.
Unter den Frauenköpfen sah ich auch den von Christina Schröder. Ja, sollte das etwa ein Statement gegenüber den Einsatz in Kriegsregionen deutscher Frauen werden? Frauen befreit von einer Erstürmung der Bastion »Militär« und »Krieg«?

Dabei ist »Freio« als Schutzzone für Frauen politisch komplett inopportun. Das Militär benötigt eine Gleichberechtigung für Frauen in Hinblick auf deren Männer, auch in Sachen Erschossene und Suizidierte. Die militärische Sterbensrate kann nicht nur auf den Schultern der Männer verteilt bleiben. Das Vorrecht der Frauen, in der Statistik lediglich unrühmlich als Opfer von Kollateralschäden aufzutauchen, ist kein Idealbild mehr. Gleichberechtigung ist angesagt.
Lieber »Jeanne d’Arc« als »Florence Nightingale« oder »Mutter Theresa«. Selbst beim Sterben. Frauen an die Front. Sterben an der Front für Freiheit und Vaterland. Oder durch Suizid danach.

»O süßer Tod, für’s Vaterland, O schöner Tod der Ehre!« (aus »Deutsche Hymne« von Friedrich Stoltze)

Beim Sterben fürs Vaterland ist jeder der erste. Bis zu letzt.
Oder sollte jetzt gar die auf dem Titelbild des Focus dargestellte neue Frauenbewegung indirekt die Abschaffung der Bundeswehr fordern? Zum Schutze des eigenen Lebens und der eigenen Gleichberechtigungsmöglichkeiten?

….

Freio!
Ich bin im Freio!

Urknall des Überlebenskampfes: Am Anfang war das Feuer …


ueberlebenskampf
Na also, es geht doch. Die ersten Bilder aus Lybien. Ganz ohne Zensur von Gaddafi. Fast so schöne Explosionswolken wie bei „Stirb langsam II“. Yippeajei, Schweinebacke!

… Und ganz oben wird der geneigte Leser wiederfinden, dass auch „1860 München“ ums Überleben kämpft …

So ist das Leben.
Ein feuriger Überlebenskampf …

Libyen, eine deutsche Blamage und was uns sonst noch fehlt …


Da tobt also die Presse von links bis rechts:
Westerwelle habe Deutschland blamiert.

So was dummes aber auch.
Da hat Deutschland gerade mal nen temporären Platz in der UN-Sicherheitsexpertenrunde und da macht das D-Land nicht das, was alle machen: Kriegerische Handlungen absegnen.

Wenn ich die renommierten Zeitungen jenseits des Boulevards lese, dann kommt mir der Eindruck, Deutschland habe einer dummen Minderheit gefolgt, den Einsatz gegen Libyen nicht zu legitimieren. Minderheit.
Wenn man dann so am Rande liest, dass die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) sich ebenfalls nicht für einen Militäreinsatz in Libyen …

Moment! Über Libyen. Denn es ging um die Lufthoheit in Libyen, nicht um die Bodenhoheit. Das sollte nicht vergessen werden, wenn Panzer und Truppen vor Bengasi aus der Luft von alliierten Kampfflugzeugen angegriffen werden. Panzer und Truppen können bekanntlich nicht fliegen, aber dieses Detail interessiert niemand. Eine UN-Entscheidung wird mal locker zum Gummiband degeneriert.
Flugverbotszone?
Haut weg, die Truppen von Gaddafi. Mit Bomben und Raketen. Schließlich geht es um den Schutz der apostrophierten „demokratischen“ Rebellen. Rebellen gegen Diktatoren sind automatisch gut.
Und schützenswert.
Sowieso.

Na, da werden wir ja wohl mit dem Angriff gegen Libyen auch militärisch die Bewegungen in Bahrain unterstützen, die niedergeschossen wird. Und die Widersacher bei den Diktatoren der Saudis demokratisierend aufräumen. Und überhaupt die seit 20 Jahren erwartete Demokratie in Kuwait, die soll dann wohl auch mit dem Frühlingsanfang endlich Einzug halten … .

Wurde eigentlich damals in der UNO in Sachen „Dafur-Konflikt“ (Sudan) genauso für einen Eingriff parliert? Hm. War da was? Ich glaube nicht.

Und Somalia? Ich mein, gleich eingreifen und die Piratenfraktion das Lebensgrundrecht entziehen. Was ist mit Kenia? Stimmt. Da wollten wir ja Waffen hinliefern, die uns die somalischen Piraten entführt hatten. Seitdem kreuzen dort Schiffe der Armeen und bewachen die Rüstungsexporte. Kenia gut, Somalia schlecht. Beide Länder sind alles andere als freiheitlich und demokratisch zu klassifizieren. Das eine entspricht Afghanistan, das andere liegt so zwischen Mubarak und Gaddafi.

Und was ist mit China? Dort werden politische Gegner gleich weg gesperrt und erhängt von den dortigen blutrünstigen Machthabern! Die sind genauso so wenig zimperlich wie der Herr Gaddafi. Wieso greift in China niemand ein? Ach, stimmt. Ich vergaß. Wir machen dort ja gute Geschäfte und der chinesische Markt hilft uns aus der Krise. Da sind uns die Demokratiebestrebungen der Leute dort herzlichst egal.

Nur Libyen, die Obersau von Terrorist, der Lockerbie-Bomber, der hatte sein Land nicht mehr im Griff. Vorher war ja alles so toll. Der Gaddafi, sein Öl, seine Armee, welches als Bollwerk für die EU taugte. Und jetzt haut der mit den Rüstungsgütern, die er sich von den Waffenhändlern der 1. Welt zusammen gekauft hat, seine Bürger kaputt. Und der Ölexport nach Europa klappt auch nicht mehr, stattdessen nur Boat People, die nur wegen des Wohlstandes nach EU kommen…

NATOd, übernehmen Sie.

IMHO haben sich unsere oberen Herrschaften Deutschlands, die Westwelles und Merkels, bereits schon lange vorher blamiert, dass sie Nordafrikanische Staaten als stabile und unterstützendwerte Länder klassifizierten, welches sie wohlwollend betrachteten. Und eine wie auch immer geartete Blamage kam nicht mit der Enthaltung im UN-Sicherheitsrat, wo Deutschland am gleichen Strick wie die BRIC-Staaten (Vertreter der Mehrheit der Menschen dieses Globus, so am Rande mal erwähnt, was ich jetzt mal nicht als deren moralische Legitimation verstanden wissen möchte, aber das ist USA und EU ja auch nicht) gezogen hat. Ist ja freilich verwerflich…

Wer es vergessen haben sollte, Haiti liegt immer noch im Erdbebenschutt, den auch Japan gerade neben seiner AKW-Zerstörung bekämpft. Das letztere Land interessiert uns aber erheblich stärker als Haiti oder den 30000 Flüchtlingen in Brasilien wegen den Regenüberschwemmungen.
Oder will wer wissen, dass im worst-case BMW und Daimler seine Produktion hier einstellen muss, weil wichtige elektronische Schaltteile in Japan nicht mehr hergestllt werden?
Eben.
Was ist Haiti uns wert, wenn Japans Wirtschaft Brüderles „XXL-Aufschwung“ im Exportbereich hindern könnte.

Und was hat das mit Gaddafi und der Sperrung seines Luftraums zu tun?
Nun, ich weiß allerdings, dass Gaddafis Sohn den bayrischen KTG in seiner Copy&Paste-Leistung übertroffen hat (die Internetschwarmintelligenz demaskiert inzwischen auch dessen Doktorarbeit und Gaddafis Sohn war ein erheblich besserer Kopierer als KTG), dass Gaddafis Familie vor einem Jahr auf dem Wiener Opernball noch ein gern gesehener Gast war, dass Gaddafi selber vormals in der EU keine persona-non-grata war.
Weil aber die Widerstandsbewegung gegen Gaddafi sich als Windei herausgestellt hat, wollen alle von außen eingreifen. In Tibet, Birma, Dafur und in anderen Ländern wurde zugeschaut. Warum nur?

Dieses Eingreifen ist in meinen Augen ein erneuter Sündenfall und dass Deutschland dabei nicht mitspielt, hat nichts mit moralischer Überlegenheit zu tun, sondern eher von dem Gleichnis von dem mit Blindheit geschlagenen Huhn, der neben dem Gockel auch mal groß da stehen möchte.

Aus dem Bürgerkrieg wurde ein internationaler Krieg.

Der ganz normale Wahnsinn


Das Ziel ist nahe. 50 Feinde soll ich gemäß meines Auftrages töten. Und aber maximal nur 3 Zivilisten.

Ausgerüstet mit der israelischen Tavor Tar-21 und 420 Schuss Munition hatte ich mich auf die stattliche Anzahl von 48 erschossenen Feinden herangekämpft. Der Feind ist gnadenlos, selbst schwer verwundet feuert dieser auf mich. Ich befinde mich in permanenter Gefahr für Leib und Leben. Mehrere musste ich deshalb einen Fangschuss setzen. Nichts bleibt mir erspart. Der Feind besitzt auch noch arg bissige Schäferhunde. Sechs dieser treuen Gesellen musste ich erschießen, zweien habe ich einfach mit bloßen Händen das Genick gebrochen. Das Leben ist gnadenlos.

Der Kampf unter dem blauen Himmel Rio de Janeiros zieht sich hin. Christo Redentor
Noch zwei Feinde. Vom Corcovado lacht mir mit ausgebreiteten Armen der Christo Redentor entgegen. Auf der rechten Seite kann ich sogar den Zuckerhut erkennen. Mein Kampfgebiet ist eine Favela im Süden der Metropole Rio de Janeiro. Bewaffneten Feinde rufen mir immer wieder zu, dass ich gefälligst aus deren angestammten Zuhause abhauen soll, dass ich hier nichts zu suchen habe. Aber ich tue ihnen den Gefallen nicht. Auftrag ist Auftrag. Und es ist ein heherer Auftrag. Es geht nicht bloß ums Töten. Es geht um Frieden, Freiheit und Demokratie. Gegen die Diktatur einzelner Warlords.

Noch zwei Feinde. An der Munitionskiste versorge ich mich nochmals mit Munition und Handgranaten. Der Herzschlagsensor zeigt mir Feindaktivität hinter einer der Favela-Hütten an. Oder sind es Zivilisten? Der Sensor zeigt keinen Unterschied. Ich muss es riskieren. Nur ein toter Feind ist ein guter Feind. Handgranate entsichert und blind geworfen, drei hintereinander. Explosionen und Rauchwolken hinter der Favela-Hütte. Der Zähler der vernichteten Feinde erhöht sich um eins: 49 tote Feinde. Dummerweise auch Kollateralschaden: zwei Zivilisten hat es auch erwischt.

Pao de AcucarEgal. Auftrag ist Auftrag. Wir leben im Krieg. Entweder der Feind oder ich. Der Feind kennt kein Erbarmen. Wieso sollte ich?

Der 50. Feind wird auch noch dran glauben müssen. Wie seine 49 Kameraden zuvor. Das ist mein fester Wille. Erneut werfe ich Granaten Richtung Zuckerhut. Explosionen erschüttern die Umgebung. Und dann die Stimme: „Glückwunsch. Sie haben ihren Auftrag erfolgreich erfüllt.“

Der 50. Feind ist vernichtet, die Favela die reinste Leichenstätte. Zufrieden lehne ich mich zurück.

Der Feind ist vernichtet.
„Vernichtet“.
Was für ein schönes, beruhigendes, entspannendes Wort.

Die nächsten Aufgaben warten. Mit einem Sniper-Gewehr. Das Töten der infamen Feinde auf Distanz. Die Kugel aus der Entfernung in den Kopf des Feindes. Und wenn die dann noch zucken, gleich noch eine Kugel. So ist das PC-Spiel „Modern Warfare 2“. Ein Spiel um Leben und Tod. Auch unter der Sonne Rio de Janeiros, im Angesichts des huldvoll lächelnden Christo direkt am Zuckerhut.

Wie bitte?
Das Spiel ist brutal?
Es gehöre verboten?

Aber nie und nimmer, lieber Leser! Solange wir in der Realität im Auftrage der Bundesregierung am Hindukusch den Feind der Freiheit bekämpfen, solange wir zusammen mit unserer James-Bond-Inkarnation, dem Kriegsminister zu Guttenberg, in der realen Welt Krieg machen dürfen, solange darf ich in „Modern Warfare 2“ die Feinde der Demokratie und Freiheit auch virtuell mit allen waffentechnischen Mitteln bekämpfen. Denn um nichts anderes geht es in „Modern Warfare 2“.

Und kommt nun mir keiner, ich wäre ein potentieller Amok-Läufer. All die deutschen Afghanistan-Veteranen mit ihren physischen und psychischen Schäden werden noch weit bedrohlicher, wenn die erstmal feststellen, was die Bundesregierung bei den Pflegebedürftigen an Leistungen gestrichen haben wird. Da ist meine Frustration, wenn ich in „Modern Warfare 2“ wieder mal in einem Hinterhalt gerate und die Landschaft auf dem Bildschirm rot verschwimmt, diese Frustration ist dagegen noch ein schöner Erfolgsmoment.

Was ich persönlich als perverser empfinde?
„Modern Warfare 2“ oder die deutsche Kriegsbeteiligung in Afghanistan?
Die Antwort ist klar: Nicht das eine ist perverser als das andere. Denn beides liegt voll im Trend des Zeitgeistes. Militär ist wieder in. Noch nie war Verteidigung unserer deutschen Demokratie am Hindukusch so schmuck und gut angezogen wie zu Guttenbergs Zeiten.

Viva la destruction!
Viva le plaisir en déclin!
Viva la mort!