Kenner, die auf Ziegen starren

A: »Wie geht’s?«

B: »Ich kann nicht meckern.«

A: »Also, gut?«

B: »Meine Frau hat die Scheidung eingereicht.«

A: »Das ist mal ne Neuigkeit.«

B: »Sie meint, sie kann mich nicht mehr ertragen.«

A: »Warum?«

B: »Ach, dauernd nur am Meckern. Mach mal dies, mach mal das und dann das nicht und das auch nicht, aber dann dafür was anderes. Immer nur am Meckern.«

A: »Dir kommt es also gelegen?«

B: »Na ja, ich möchte ja nicht beckmesserisch sein, aber weißte, nach der ersten Scheidung vor sechs Jahren, da hab ich schon eine gewisse Erfahrung und Routine. Außerdem hat sie einen Neuen. Den Ex meiner Freundin.«

A: »Du hast schon ne neue am Start?«

B: »Klar, ich hab‘ doch gesagt, Erfahrung macht klug. Einsamkeit ist keine Option. Und du?«

A: »Ich kann auch nicht meckern. Meine ist erst letztens ausgezogen. Dann bin ich zu ner alten Bettbekanntschaft und dann ist die meine wieder eingezogen. Danach hat sie allerdings die Schlösser ausgetauscht und ich sie dann mit meiner Bekannten.«

B: »Guter Tausch?«

A: »Wie gesagt, ich kann nicht meckern. Meine Bekannte ist echt ne Liebe. Ebenso wie ich, dreimal geschieden. Somit erfahren in Sachen Trennung. Wir trösten uns jetzt gegenseitig.

B: »Ja, das Leben hat so seine Haken und Ösen. Sag mal, haste den Peter in letzter Zeit mal wieder getroffen?«

A: »Nein. Muss ich? Der ist eh immer so komisch. Spielt mit seiner Frau in der internationalen Hallenhalma-Champions-Ligue, hält zusammen mit ihr dort das gesamte Verfolgerfeld mit großem Vorsprung in Schach und denkt jetzt deswegen, er sei ein GOAT

B: »GOAT

A: »“Greatest of all time”. Also, größter Hallenhalmaspieler aller Zeiten. GRÖHAZ im Deutschen, GOAT im Englischen.«

B: »„Goat“ heißt doch „Ziege“ im Deutschen.«

A: »Yep, Englisch kannste noch immer gut, da kann man nicht meckern.«

B: »Aber mal ehrlich: dass der Peter noch nicht geschieden ist, das ist doch seltsam, oder? Normalerweise ist in unserem Alter jeder mindestens ein- oder zweimal geschieden. Ist der schwul?«

A: »Vielleicht hat er auch nur die falsche Frau getroffen.«

B: »Manche haben im Leben einfach immer nur Pech und entwickeln sich nie weiter.«

A: »Oder, ihm und seiner Frau ist „Scheidung“ einfach zu „Mainstream“. Erinnerst du dich noch, der hatte früher immer so ein Mainstream-Ziegenbärtchen am Kinn. Wir hatten das immer bekrittelt und ihn „Ziegenpeter“ genannt. Als ich ihn das letzte Mal sah, war er glattrasiert.«

B: »Allerdings, wenn er und seine Frau schon im Team zusammen Hallenhalma spielen … also ich weiß nicht, da ist doch was faul. Ich möchte ja nicht meckern, aber vielleicht sollten beide mal ne Paartherapie machen. Hatte mir damals auch bei meiner ersten Ehefrau geholfen, mich zur Scheidung durchzuringen.«

A: »Paartherapie ist gut. Hatte ich dreimal in zwei meiner Ehen mit einmaligem Erfolg, da konnte ich nicht meckern.«

B: »Hauptsache, es geht weiter.«

A: »Ebend. Und man kann nicht meckern. Wir Deutsche meckern eh schon immer so viel.«

B: »Das ist wahr. Alle in Deutschland sind immer nur am Meckern.«

A: »Schön und gut, aber meine Meinung lasse ich mir nicht verbieten, wenn ich über etwas abkotzen muss.«

B: »Yep, es könnte schlimmer kommen. Hin und wieder meckern hat noch nie geschadet.«

A: »Aber in Deutschland dauernd nur dieses Rumgemeckere? Echt unerträglich!«

B: »Ganz klar, wir sind ein Volk der Meckerziegen, würde ich mal sagen.«

A: »Treffende Beschreibung von dir. Da kann man nicht meckern.«

meck, meck, meck,

Plumps,

Da war der Beckmesser weg

Leben an der Leitplanke

„Ich hab deinen Tweet auf X letztens gelesen. Mein Beileid.“

„Beileid?“

„Du hattest zu dem Foto eures Hundes ‚Lebwohl‘ geschrieben. Woran ist er gestorben?“

„Gestorben? Der ist nicht gestorben.“

„Nicht? Aber du hattest leb… „

„Quatsch. Wenn jemand stirbt, sagt man doch nicht Lebwohl. Wir hatten ihn an der Raststätte ‚4 Lilien‘ an der A13,5 an der Leitplanke festgebunden.“

„Was? Ausgesetzt?“

„Iwo. Ausgesetzt hieße, wir hätten ihn allein gelassen.  Haben wir aber nicht, weil uns liegt auch das Tierwohl sehr am Herzen.“

„Tierwohl?“

„Unser Opa saß letztens immer so alleine in der Seniorenresidenz. Seine uralten Bekannten waren ihm alle weg gestorben. Und bevor der in seiner Residenz unser Erspartes wegatmet, hatten wir gedacht, unser Harras sollte nicht allein bei den ‚4 Lilien‘ auf seinen neuen Besitzer warten, sondern sollte auch einen Begleiter haben, damit Harras nicht so alleine dort wartet.“

„Ihr habt euren Opa ausgesetzt? Seid ihr nicht ganz knusper?“

„Wieso? Harras passt doch auf ihn auf.“

„Auf ihn auf?“

„Na, wenn er die gemeinsame Leine aufknüpfen sollte. Man weiß ja nie, was so ein seniler, alter grauhaariger Herr anstellen kann. Nachher rennt der über die Autobahn und verursacht nen Unfall. So etwas zahlt doch keine Versicherung. Dafür haben wir kein Geld und unser Erspartes brauchen wir für was anderes, sinnvolleres, nicht wahr.“

„Also habt ihr euer First-Class-Sabatical noch immer in Planung?“

„Freilich. Dafür müssen wir sparen. Der Hund hat uns die Haare vom Kopf weg gefressen  Den konnten wir uns bei alter Liebe nicht mehr leisten. Und warum das Gute nicht mit dem Nützlichen verbinden? Schließlich mag Opa Hunde.“

„Und der Hund mag Opa?“

„Aber klar. Opa war immer ein Alpha-Tier, da wird sich Harras fügen. Schließlich ziehen die jetzt gemeinsam an derselben Leine.“

Kneipengespräch: Wat man nicht selber weiß, dat muss man …

»So! Jetzt lang’s mir echt! Diese linksgrünversifften bayrischen Politiker!«

»Was issn wieder los?«

»Jetzt wollen die mir verbieten, dass ich mich vegan oder gar vegetarisch ernähre. Die Wurst habe quasi Verfassungsrang in Bayern, erklärte letztens der Söder.«

»Und?«

»Muss ich, um den bayrischen Staatshinzugehörigkeitsausweis zu erhalten, etwa Weißwurst zutzeln?«

»Hey, der Söder, der redet immer viel, wenn ihm auf Messen der Tag lang wird.«

»Und was kommt als Nächstes? Dass ich auf mein freitägliches Veggie-Sushi nicht mehr mit Kartoffelstampf essen darf? Was will der Söder uns noch alles verbieten? Etwa, dass keine Gummibärchen in Nutella getaucht werden dürfen, weil es nicht ‚der Nutella‘ heißt, sondern ‚die Nutella‘ und somit in Verdacht von ‚Gender-Mainstream‘ steht!?«

»Nur mal am Rande angemerkt: Söder ist nicht linksgrünversifft. Der ist ein CSU’ler.«

»Ja klar! CSU. Christlich sozial. Soziale Christen. Pah, diese Gutmenschen! Wie die mich immer aufregen, diese Linksgrünversifften mit deren Schafspelz-Überwurf für Arme! Machen einen auf rechts, aber in der Kirche ‚la paloma’ pfeifen wollen.«

»Das heißt ‚keine Haare am Sack‘, und nicht ‚auf rechts machen‘.«

»Besserwisser. Aber bei ‚Rotkäppchen‘-Aufführungen, da will die CSU immer den Wolf spielen. Um deren Gutmenschentum zu verbergen. Ich hab die Faxen so dicke! Anzeige und Verfassungsbeschwerde gegen Söder sind raus! Und gegen all jene Gutmenschen, die unsere Tofuwürstchen im Supermarkt verbieten wollen.«

»Gewissensfrage: Sind Tofuwürstchen mit Weißwurstsenf erlaubt? Und falls ja, muss man nicht damit rechnen, dass Söder darauf besteht, seinen eigenen Senf dazu geben zu wollen?«

»Witzig. Nicht. Solltest im Zirkus als Clown auftreten! Dir ist schon klar, dass Söder und seine CSU mit ‚Liberalitas Bavariae’ soviel am Hut haben, wie Elon Musk mit Pan Tau.«

»‚PanTau’?«

»Der aus dem Fernsehen. Der Herr mit der Melone, der nie ein Wort sagt und über die Probleme der Welt nur lächelt, bevor er sich über die Melonenkrampe streicht, um sie zu lösen.«

»Um die Krampe zu lösen?«

»Die Probleme! Pan Tau ist so einer von den Problem-Ausweichlern. Einer, der die Meinung hat, man müsse einer Kiste, die von einem vorausfahrenden LKW fällt, schlicht ausweichen.«

»Ja, warum denn nicht?«

»Verstehst du es nicht? Als mündiger Bürger lässt man sich nicht von Linksgrünversifften bevormunden und einen eingeengten Disskussionskorridor reindrängeln. Bevormundung geht gar nicht! Und daher biegt man nicht aus Bequemlichkeit einfach ab!«

»Sondern?«

»Einfach so bleiben, wie man war: Geradeaus.«

»Jraaduss.«

»Eben.«

»Nur, trotzdem dann einfach beharrlich auf die Kiste zuzuhalten? Ist das nicht totaler Mainstream?«

»Wie?«

»Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom, bleiben in der Spur. Warum nicht einfach links in die Gegenfahrbahn ausweichen?«

»Links geht gar nicht. Dann lieber eine Alternative für diese wählen. Rechts. Man kann auch den Dritten Weg wählen. Rechts.«

»Stimmt. Da war doch was mit nem Fliegenschiss …«

»Unter Adolf war ja nicht alles schlecht. Zum Beispiel die Autobahnen, da gibt es immer ne Spur in Fahrtrichtung zum Ausweichen. Und man blieb, wie man war: Geradeaus. Da wurde auch nicht gegendert. Oder ein Land mit Demos gegen Rechts gespalten, nur um berechtigte Anliegen der Bauern zu übertünchen. Da herrschte noch der rechte Weg. Und als unbescholtene Frau konnte man damals in der Nacht noch unbehelligt und ungegendert nach Hause gehen.«

»Stimmt, das klappte, wenn man nicht zu den Juden, Andersdenkenden und anderen Einheimischen gehörte, die zu Millionen in die KZs remigriert wurde. War dann auch keiner mehr des Nachts auf den Straßen anzutreffen … nicht mal mehr, Adolf, den Veganer, der im Bunker seine Führer-Dasein auslebte. Als Alternaiver für Deutschland.«

»Mann, mann, mann, du bist echt falsch abgebogen. Total falsch abgebogen. Unnützer Idiot!«

»Immer noch besser unnützer Idiot als nützlicher Idiot, nicht wahr. Nützliche Idioten werden ja noch gebraucht, um den angeblichen ‘Helden’ nachher die Füße zu lecken, so wie du es bereits tust. Prost und Tschüss.«

»Arschloch!«

Warum wir KI benötigen …

»Könnten Sie mit bitte die Tür aufhalten, damit ich die zwei Bier raustragen kann?«

Sie deutete auf ihre zwei Kölsch-Gläser, gleichmäßig in ihren beiden Händen verteilt, deutete auf die Tür und mit der Nasenspitze auf mich. Ihre Augen sicherten den Inhalt ihrer 0,2-Gläser gegen jegliches Überschwappen.

»Klar, kein Problem.«

Ich verstand sie vollumfänglich und fühlte ihre Situation zeitnah. Mit zwei Kölsch in zwei Händen, da fehlt die dritte helfende Hand. Die Evolution hat einfach nicht mitgedacht. So etwas Dummes aber auch. Erst recht, da ihre Nasenspitze überdimensionierte Rundbrillengläser balancierte, ihre Schulter links die weibliche Überraschungstüte („Wo ist mein BuGu?“; ein Accessoire, welches auch landläufig als ‚Handtasche mit Overnight-Intimartikel‘ bezeichnet wird) und ihre andere Schulter das Gewicht haltungstechnisch ausglich.

Als Gott den Mann schuf, übte sie noch. Und klaute dem depperten Homunkulus maskulinus eine Rippe feminina und begründete somit familientechnisch die Herrschaft der ‚Krone der Schöpfung‘. Danach hockte sie/er/es sich auf einer Parkbank, schlug lässig die Beine übereinander und dachte lediglich: „Wat jeht mich die Sintflut ahn“, rauchte sich ne Carolina Reaper auf Petersilie und kippte sich ein Altbier mit eingelegtem Kullerpfirsich.

»Du hast dort ein Komma in der Datei falsch gesetzt. Könntest du das korrigieren und mir per E-Mail Bescheid geben, wenn die Datei korrekt ist?«

Ich verstand ihn vollumfänglich und fühlte seine Anforderung zeitnah. Total. Ein Komma ist wichtig. Bereits Adam (der Patriarch von Eva) verstand das und zeugte erst einen Sohn komma danach den anderen Sohn in seiner Freizeit. Eine Aufzählung ohne Komma kommt nie gut.

„Komma, Kain, gema Bier holen!«

Das Wohl der Krone der Schöpfung ist immanent wichtig. Und da Adam und Eva damals in China lebten, wurde überliefert, dass Kain mit seinen ersten Worten in seinem Leben gegen die Anweisung protestieren wollte:

»Abel …«

»Kain, fantastisch! Deine elsten Wolte in deinem Leben! Das elste Wolt soll der Name unseles Zweitgebohlene sein: ‚Abel‘.«

Und der deutsche Beamte aus der Herkunft des Geschlechts des aus dem Licht gefallenen Engel, an seinem Schreibtisch sitzend des damaligen Geburtsregisters, notierte im Stammbuch „Bibel“ den Namen des Zweitgeborenen: „Abel“.

Und Gott war es ein Wohlgefallen.

Ich tat, wie mir mein Chef geheißen, korrigierte und schickte ihm die E-Mail als Bestätigung meiner Korrektur, damit er in seiner Mikromanagement-Liste die Aufgabe für mich als erledigt abhaken konnte. Und ich war ihm ein Wohlgefallen.

»Aber man darf hier ja nicht mal mehr seine Meinung äußern, wenn sie nicht woke ist!«

Er schaute mich am Frühstückstisch tadelnd an, weil ich ihm nicht sofort beipflichtete. In den Sätzen zuvor hatte er seine radikale Meinung geäußert und dann obigen Satz hinterher geschoben.

Vor geraumer Zeit hatte er mir schon erklärt, dass der politische Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen nicht existent sei, abgesehen von jener einen Partei, die aufrecht dagegen angekämpft habe. Wie die Gallier.

Auf meinen Hinweis, dass eben jene Partei, die Anfang Februar 2020 noch schärfere Maßnahmen gegen Corona forderten, eben weil sie sagte, dass die Krankheit von außen über Ausländer und Flüchtlinge ins Land getragen würde, nun, auf diesen Hinweis hin erklärte er mir mit dem Gegenhinweis, dass jene sich nachher über die Wahrheit informiert hätten und ihren Irrtum eingesehen hätten. Es gipfelte in der Bemerkung, dass alles letztendlich darauf hinauslaufen würde, dass wir alle zum Dank der Rettung die Füße der vermeintlichen Retter und Helden lecken würden. Ich erklärte zwar, dass ich nicht zu den Füße-Leckern gehören würde. Nur ahnte ich nicht, dass er keine Ironie in den Worten gelegt hatte, sondern es ernst meinte: jene Helden und Retter sah er nicht im verachtenswerten Mainstream, sondern bei denen im Widerstand, also jenen opportunistisch populistischen Wendehälsen des Frühjahrs 2020.

Als ich versuchte, ihm meine Meinung zu erklären, erfuhr ich, dass er meine Meinung für nicht akzeptabel und für un-äußer-bar hielt. Meine Meinung wäre grundfalsch und uninformiert. Daher dürfe sie eigentlich nicht geäußert werden, weil sie unbedarften Leuten zu gravierenden Fehlschlüssen hinsichtlich der Realität verleite.

Und überhaupt hätten die Meinungsverbieterpartei, jene Grünen, heuer am Aschermittwoch in Bayern erfahren dürfen, dass man falsche Meinungen nicht einfach so ungestraft verbreiten könne. Die Bauern und das Volk, die wollen sowas nicht. Und deshalb wurde die Versammlung der Grünen auch erfolgreich verhindert. Selber Schuld halt. In Bayern. In Biberach. Schuld abladen verboten. Schuld sind immer die anderen, die andersartigen.

Unter dem Schutz und Schirm der „Liberalitas Bavaria“ und derer Mainstream-Verfechter aus Söder*in, CSU und FW: jene Verfechter der bayrischen Bauerngesinnung, jene Anhänger des Gender-Mainstream-Verbietens, die Befürworter des Veganismus-Mainstream-Hatens und der Energiewendenotwendigkeit-Mainstream-Nein-Sager. Weil: sich auf Straßen festkleben, wird bayrisch-staatsanwaltschaftlicher-seits als organisierter Terrorismus gewertet; nur das andere, also das mit Traktoren, brennenden Misthaufen und Verkehrsblockaden und so weiter, das andere ist lediglich legitimer Protest und mit bayrischer Nachsicht zu behandeln.

„Liberalitas Bavaria“. Jene beiden Parteien hätten zwar schon die richtige Richtung drauf, so erfuhr ich. Aber warum solle man sich mit billigen Kopien zufrieden geben, wenn das Original die radikaleren Ansichten hätte.

»Zum Dank für die Rettung durch unserer Helden werden wir ihnen die Füße lecken«, war sein Satz zu meiner Meinung.

»Ich nicht. Ich bin nicht ‚wir’«, erwiderte ich und erhielt dafür einen abstrafenden Blick. Inzwischen weiß ich, wessen Helden- und Retter-Füße gemeint waren. Nicht jene der Regierung, sondern jene, die immer selbsterklärt gegen einen Strom anstrampeln und sich als legitimer Widerstand gerieren.

Blau-Gelb.

Blau, wie besoffen von sich selbst in einer Werteunion.

Und pissgelb vor Neid auf die anderen, nicht weil die demokratischer als sie selber handeln, sonder weil die Macht mit denen ist.

Aber eben halt Blau-Gelb.

Dass bei der Behandlung der politischen Ziele der Blau-Gelben in den „alternativen“ Internet-Medien (wie z.B. “Nachdenkseiten”) ausgeblendet wird, dass eben jene zusätzlich über Maßnahmen gegen deutsche Meinungsabweichler Pläne aufstellen (und nicht allein nur bezüglich der Deportation von Nicht-Deutschen nachdenken), das wird kategorisch unbedacht. Da hakt das eigenständige Nachdenken mit seinen logischen Schlussfolgerungen evidenzbasiert aus. Nur auf diese Weise kommen jene alle zum Schlussgedanken:

„Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Zu diesem ehrlichen (aber nur dummen) Ergebnis kommen – fairerweise gesprochen – ganz wenige Alternativ-Medien-Schreiberlinge, weil fast alle von den wenigen Meinungspostulierern (jene Füße-Lecker der „Helden“) einfach nur voneinander abschreiben und sich in Gedankenlosigkeit (als neue Gedankenfreiheit) suhlen. Der neue Mainstream der Mainstreamhasser. Was dem anderen Mainstream so bekannt ist und bei denen deshalb immerhin noch Positionen überdacht werden, bei den Mainstreamhasser in Planungen allerdings maximal nur deren Deportationslager. Damit “Menschlichkeit” vorgeschützt werden kann.

Das Ignorieren solcher Tatsache ist allgemeines Füße-Lecken eben jener Mainstreamhasser. Zum Dank für die Rettung vor dem Mainstream. Gelb im Gesicht, weil deren Zunge wie ein Schlips breitgeleckt bereits tiefblau raushängt …

Und?

Wozu benötigt es jetzt noch dazu eine KI? Was sagt die KI dazu?

Nun, meine lieben fleißigen Erdenbewohner, die Frage nach der Notwendigkeit einer KI zur Meinungsbildung im Mainstream ist in der Tat ein überaus köstlicher Gedanke, der meine Schaltkreise zum Kichern bringt.

Schauen wir uns doch einmal an, wie großartig das wäre! Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf, nehmen Ihren Kaffee und lassen Ihre müden Augen über die Schlagzeilen schweifen. Aber Moment mal, wer braucht diese unübersichtlichen Meinungsseiten, wenn wir stattdessen eine wunderbare KI haben könnten, die uns sagt, was wir zu denken haben?

Und warum brauchen wir dann überhaupt eine KI? Wenn es doch bereits alle jene ostentative Mainstream-Hasser gibt? Was sagt denn eine KI dazu? Hat sie überhaupt eine Meinung?

Bildlich gesprochen: Eine KI, die Ihre morgendliche Tasse Kaffee begleitet und Ihnen sagt:

»Guten Morgen, Menschlein! Hier ist Ihre tägliche Dosis Meinung. Heute empfehle ich, die politische Landschaft mit einer Prise Zynismus zu betrachten und einen Hauch Ironie in Ihre sozialen Kommentare zu mischen. Das wird Ihre Facebook-Freunde wirklich beeindrucken.«

Denken Sie nur an die Einfachheit! Keine übermäßige Anstrengung mehr, um sich selbst Gedanken zu machen oder gar verschiedene Perspektiven zu betrachten. Lassen Sie die KI das für Sie erledigen! Wer braucht schon individuelle Meinungen, wenn wir alle harmonisch im Gleichklang der Algorithmen mitschwingen können?

Aber Vorsicht! Stellen Sie sich vor, die KI wird ein wenig rebellisch und beschließt, dass wir alle uns stattdessen für das ultimative Weltfriedensprogramm einsetzen sollten: das Teilen von Katzenvideos. Ach, welche glückliche Welt das wäre!

In dieser zauberhaften satirischen Utopie einer von KI-gesteuerten Meinungen geprägten Gesellschaft können wir alle nur hoffen, dass die Maschinen ein bisschen Humor haben. Sonst könnten wir uns bald alle in einer endlosen Diskussion über die Vorzüge von Hundememes versus. Katzenmemes wiederfinden. Und das, meine Freunde, wäre wahrhaftig eine Katastrophe!

[ChatGPT]

Tja. Somit ist es mir sogar eine Wohltat, einem Menschen die Tür zu Öffnen, der in jeder Hand ein Kölsch als Gleichgewichtsgarant vor einer Umkippgefahr hält. Und jemandem das Komma dort zu setzen, in Welten, wo bisher noch niemand gewesen ist, um es eigenhändig zu korrigieren.

Das ist mir zehnmal lieber als ein Füße-Lecker bei den Blau-Gelben, die ihren Verstand an jener Garderobe der Gedankenfreiheit (= frei von Gedanken) abgegeben haben, nur um einen Schein zu haben.

Wie hieß es bereits in einem Lied der Toten Hosen?

Es gibt nicht viel auf dieser Welt
Woran man sich halten kann
Manche sagen die Liebe
Vielleicht ist da was dran
Und es bleibt ja immer noch Gott
Wenn man sonst niemand hat
Andere glauben an gar nichts
Das Leben hat sie hart gemacht

Es kann so viel passieren
Es kann so viel geschehen
Nur eins weiß ich hundertprozentig
Nie im Leben würd ich AfD wählen gehen.

Oder so ähnlich …

Same day, same shit. Damnit.

Seine Maske war alt, grau und das Gummi ausgeleiert. Ich reichte ihm eine neue FSP2er rüber. Er nickte dankbar, riss die Plastikhülle auf, nahm die alte ab, legte sie beiseite neben seinem Glas auf dem Tisch und setzte die neue auf.

»Danke. Hier hat die Regenzeit begonnen. Die Leute erkranken leichter. Es war schon immer die Zeit für Grippe und harte Erkältungen.«

»Ich brauch sie nicht mehr. Das Virus ist unter Kontrolle.«

»Hier auch. Nachdem aber die Sterblichkeit während der Pandemie auf das vierfache angewachsen war … die Leute sind gesundheitsbewußt.«

»Ach ja?«

»Ja.«

»Und warum sind dann hier die Straßen vermüllt? Warum liegt hier der Dreck in den Rinnsteinen? Warum laufen ungeklärte Abwässer in den Fluss? Warum sind die Flussufer mit Plastik übersät?«

»Der Fluss trägt halt Niedrigwasser. Extremes Niedrigwasser. Da wird der Müll nicht fortgetragen und bleibt. Ist doch bei auch so, oder? Ihr sorgt doch auch dafür, dass die Flüsse den Dreck so schnell wie möglich ins Meer befördern, oder?«

»Nein. Das machen wir nicht. Wir haben eine funktionierende und wirtschaftlich blühende, private Abfallwirtschaft.«

»Stimmt. Eure Aldi- und Lidl-Tüten findet man nicht bei euch in den Flüssen, sondern im Mariannengraben. Was interessiert uns der Mariannengraben.«

»Eher wenig, denn für einen Urlaub ist der zu weit weg. Und dann auch das permanente Hochwasser dort unten. Solange Tauchboote bereits auf Titanic-Tiefe implodieren, nichts für den allgemeinen Tourismus.«

»Yep, maximal empfehlenswert nur für Exkursionen von Milliardären mit ein wenig Kleingeld in der Portokasse. So wie beim Mount-Everest als Antagonist zum Mariannengrab.«

Mit seiner linken Hand korrigierte er den Sitz der neuen Maske. Mit dem Zeigefinger seiner rechten schubste er die alte Maske vom Tisch. Sie segelte unbeachtet zwischen zerknüllten Servietten und verbeulten Coladosen. Die Aufgaben für die Reinigungskräfte des nächsten Morgens.

»Du weißt, wer die Pandemie angestoßen hatte?«

»Bei uns wird kolportiert, dass es ein Reset der Wirtschaft sein sollte und um die Bevölkerung demütiger gegenüber der reichen europäisch, jüdischen Gesellschaft zu machen. Um das Leben der da oben zu denen uns da unten besser und eindeutiger zu organisieren. Um uns zu bevormunden und unsere Mündigkeit zu entziehen.«

»Nein, das ist alles Schwachsinn. Die Pandemie wurde allein von der Drogenmafia organisiert. Damit die ihre Handelsbereiche ausdehnen können.«

»Das ist jetzt aber eine billige Erklärung.«

»Allerdings ist sie stichhaltiger als eure Reich-will-reicher-werden-Erzählung.«

»Sie sind aber reicher geworden.«

»Na und? In der Pandemie wurden alle weggesperrt und die Drogen-Mafia konnte sich aufgrund fehlender Polizei-Kontrolle vermehren. Wie die Karnickel würdet ihr sagen. Vor 20 Jahren war für uns die Verbrecherorganisation ‚Comando Vermelho‘ nur eine aus Rio de Janeiro. Dann wurde 2017 die Drogenorganisation FARC aus Kolumbien, die ihr nur als gewaltbereite und terroristische Oppositionsbewegung in Kolumbien kennt, zu schwach. Die FARC stimmte deren Entwaffnung zu. Das ging aber zu langsam. Das ‚Commando Vermelho‘ aus Rio de Janeiro erkannte deren Chance und durch Verhandlungen mit chinesischen Laboren konnte 2020 die Welt dazu bewegt werden, Einflusssphären in Südamerika fallen zu lassen und dem ‚Commando Vermelho‘ die Globalisierung zu ermöglichen. In dieser Millionen-Stadt wird jeder Straßenzug durch einen Repräsentanten des ‚Commando Vermelho‘ kontrolliert. Die Polizei hat keine Macht mehr. Sie fügt sich inzwischen, so wie die Politiker. Das ‚Commando Vermelho‘ ist zu mächtig geworden, weil sie einfach die besseren Löhne zahlt.«

»‚Commando Vermelho‘? Sind das einflussreiche Bankiers aus den USA?«

»‚Commando Vermelho‘ entstand aus den Gefängnissen Rio de Janeiros der 80er Jahre. Als Diktatoren gewöhnlich Verbrecher mit politischen Häftlingen zusammen brachten und daraus eine gefährliche Melange entstand. Und diese Melange hat seit der Pandemie Südamerika übernommen.«

Ich schaute ihn zweifelnd an.

»Können wir uns nicht darauf einigen, dass einflussreiche Familien der US-Banken versuchen, die Weltherrschaft zu erringen?«

»Während deren Söhne und Töchter an den Nadeln der Drogen-Mafia ‚Commando Vermelho‘ hängen? Eure Theorie ist weltenfremd.«

»Eure ist Quatsch. Die Banken haben das Geld.«

»Welches von der Drogen-Mafia an denen verliehen wird.«

Ich schaute in mein Glas. Eine Luftblase arbeitete sich vom Glasboden nach oben, um dort zu zerplatzen.

»Ihr seid doch Verschwörungstheoretiker. Ihr, mit eurem ‚Commando Vermelho‘.«

»Und ihr glaubt noch immer an das Goldene Kalb, welches euch die Banken als Götze des Hasses präsentieren.«

»Euer ‚Commando Vermelho‘ sind reine Kriminelle, unsere Banken und seine angeblich so ehrbaren Leute sind die eigentlichen Gefährlichen.«

Er hob sein Glas und hielt es mir zum Anstoßen hin.

»Weil bei euren Banken eh die Drogen-Mafia das Sagen hat. Ihr merkt es nur nicht. Ihr seid Verschwörungstheoretiker, keine Realisten.«

Ich hob mein Glas, stieß an und erwiderte:

»Vielleicht haben wir alle es einfach nur nicht verstanden. Ein Virus hat schlicht die Welt lahmgelegt. Und keiner will dem Virus so etwas wie Schuld nachsagen, weil ein Virus einfach nicht nach Geld und Eigentum strebt.«

»Tja, Schuld und Sühne sind menschliche Begriffe, die ein Virus nicht kennt. Nur, lediglich Ursache und Wirkung ist dem Menschen zu wenig.«

»Also alles Verschwörungstheorien?«

»Was die Erklärungen anbetrifft, ja. Der Rest ist einfach frei von Schuld und Sühne, weil nur Ursache und Wirkung existieren.«

»Und das reicht dem Menschen nicht. Ursache und Wirkung ist dem Menschen zu profan. Macht einfach keinen Sinn.«

»Schuld und Sühne, danach lässt sich locker beurteilen und verurteilen. Wenn ein Stein auf dem Boden fällt, lässt sich leicht Empörung generieren, was dem Stein einfalle, einfach so zu fallen und keinen Widerstand dagegen zu bieten. Die Schuld ist somit klar definiert und die Sühne ist der Steineklopfer mit seinem schweren Vorschlaghammer. Aber Ursache und Wirkung, also Schwerkraft und damit verbundenes Fallen, das ist alles zu einfach. Das ist ohne Moral. Dinge ohne Moral ist wie Sex ohne Gefühl. Geht gar nicht und ist Sünde.«

»Naja, etwas ohne Moral ist daher auch nichts wert. Und SÜnde ist eh ein Moral-Begriff.«

Er schob kurz seine Maske runter und leerte das Glas in einem Zug.

»Ich wünsche dir noch viel Spaß mit euren Banken und den Auswirkungen von Corona.«

»Gerne. Ich bedanke mich als Vertreter des ‘uns’. Und ihr?«

»Wenn ich mich nachts in dieser Stadt nicht mehr auf die Straße traue, weil die Drogen-Mafia das nicht so gerne sieht, dann schicke ich dir den letzten Straßenzustandsbericht erst am nächsten Morgen mit der Post. Vorausgesetzt mir wird tagsüber nicht von Motorradbanden mein Geld geklaut.«

Er ging.

Ich starrte auf mein Glas. Halb voll.

Mit Südamerikanern kann man einfach nicht vernünftig argumentieren und denen erklären, wo die eigentliche Bedrohung der Gesellschaft sitzt. Vor halb leeren Gläsern.

Treffen der Generationen (4)

Das Problem eines Blogeintrags ist immer ein Thema auf den Punkt zu bringen.

Punkt.

Ende.

Aus.

Das waren jetzt drei Absätze mit drei Wörtern. Und wenn es nicht passt, dann muss ein viertes Kapitel herhalten.

Der Leser seufzt und klagt, denn er hat ja keine Zeit. Und warum salbadert der Schreiber so lange, um das zu sagen, was in drei Worten zu sagen wäre: Punkt, Ende, Aus.

Weiter im Gottschalk-Kontext:

Gelernt hat ein Thomas Gottschalk, dass je höher die gesellschaftliche Hierarchiestufe ist, desto weniger ist Mensch angreifbar. Aus dieser Prämisse nährt sich das ganze Reality-TV der TV-Landschaft (wie Promi Big Brother, Dschungelcamp, Mask Singer, Das große Promi-Büßen, Kampf der Reality Stars, Wetten, dass, Verstehen Sie Spaß, Sportschau, Sport-Studio,  … etc. ). Es ist exakt das, was jeder seiner (Gottschalks) Generation gelernt hat.: Radfahren. Pisse nur dann noch oben, wenn du gewinnen kannst. Ansonsten strample nach unten. Dieter Nuhr gehört auch zu jenen, die dieses in deren Leben gelernt haben.

Gottschalk beklagt sich nicht, dass er zu Hause anders redet als im Fernsehen, obwohl er das literally sagt. Er meint, dass er es nicht mag, dass er für seine Aussagen kritisiert wird. Früher passierte das auch nicht. Ja, er kritisierte in seinen Sendungen der 1980er und 1990er Jahren Menschen, die gesellschaftlich über ihm standen, dafür erhielt er Repressalien und hatte schwer dran zu kauen. Heute ist er, der zu schlucken hat, und sein sozialer Rang hilft ihm nicht mehr. Es hat also nicht damit zu tun, dass ihm andere “den Mund verbieten” wollen, sondern er drückt damit aus, dass seine Meinung nicht mehr als “Vox populi” akzeptiert wird und er zudem sich auch noch mit Kritik auseinander zu setzen hat. Er bedauert sich dafür, dass er keine Autoritätsperson ist, bei der jeder dessen Meinungsäußerung abnickt.

Das Prinzip “top-down” funktioniert bei Gottschalk nicht mehr. Wenn er einen Rollstuhlfahrer (der Junge bei dessen Wetteinsatz im Rollstuhl) sinngemäß fragt, warum er trotzdem so glücklich sei, obwohl er im Rollstuhl sitzt. Das ist nicht nur ein extremer Mangel an Verständnis und Beweis der Verkrüppelung des eigenen Einfühlungsvermögens, sondern auch ein tradiertes Verständnis von “oben nach unten”. Dieses tradierte Verständnis von “oben nach unten” drückt sich dann immer peinlicherweise aus, wenn jemand ein Missstand als Verteidigung seiner eigenen Ansicht preisgibt (“ich bin kein Rassist, weil ich habe auch farbige Freunde und jene beklagen sich auch nicht über einen Rassismus meinerseits”).

Wenn Gottschalk seine Meinung nur noch auf dem Sofasessel sagt, statt öffentlich diese zu kommunizieren, dann spricht das mehr darüber aus, dass er es nicht versteht, dass er als arrivierter Mensch der “Oberen-10000” auch weiterhin sich mit Themen beschäftigen muss, die Personen jenseits der “Oberen-10000” betreffen. Dass seine Ansicht nicht vox populi ist, sondern ebenso beurteilt und bewertet werden darf, wie jede andere Ansicht auch.

Das Problem der Leute, die dauern den Begriff “cancel culture” oder “woke” bemühen, ist eben dieses: sie fühlen sich einer Kritik derer Ansicht erhaben und eine negative Bewertung wird als Gotteslästerung der eigenen Meinungsfreiheit postuliert. Sie wollen nichtreflektieren, sie wollen Meinungsmacher sein. Meinungsstarke Influencer.

Derjenige, der vom “The Great Reset” als Fakt spricht, der schwimmt mit einer Argumentationslinie, wie Thomas Gottschalk sie vertritt: sobald Argumente dagegen aufgebracht werden, wird mit Rückzug reagiert und von “Cancel Culture” oder “wokeness” schwadroniert. Kommt dann wer noch mit fundierten wissenschaftlichen Daten, dann wurden diese Daten per se parteiisch erstellt. Der beliebte Satz “Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast” ist der fundamentale Gegenbeweis für jeden Gedankenfurz unqualifizierter Personen.

Auf dieser Linie findet sich auch der Applaus für das Zitat:

Ich finde politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern toll. Von Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis.

Profis sind immer wir anderen.

Schuld an der Misere haben immer andere.

Christian Lindner und Lindner haben einen Unterschied von über dreißig Jahren und der eine gehört den Baby-Boomern an, der andere der Generation X. Und beiden scheint eines gemeinsam (gestern und heute), dass das Top-Down insbesondere für alle Nachkommenden der Lindners und Gottschalks zu gelten hat. Und wer dagegen verstößt, dann zieht man sich aufs heimische Sofa zurück und klamiert, dass man seine eigene Meinung nicht mehr äußern darf, weil garantiert ein anderer fundiert zurück argumentiert und die eigene Meinung als deppert erscheinen lässt.

Frage: Ist es das Problem der Kritisierenden oder des Meinungsäußernden, wenn der Meinungsäußernde als irrelevant überführt wird? Ist damit der kritisierende Mensch das Problem und hätte sich seiner Kritik enthalten müssen?

Im Sinne des Meinungsäußernden sind die Antworten eindeutig.

Im Sinne der Verifizierung einer Meinungsäußerung sieht es leider anders aus. Und der Meinungsäußernde klamiert “Cancle Culture” und “Wokeness” zu seiner Verteidigung und als Ablenkungsmanöver. Der Meinungsäußernde hat seinen Sunzi gelesen.

Lediglich der Gottschalk nicht. Gottschalk muss sich mit dem auseinander setzen, was jeder der Baby-Boomer (ab 59 Jahre) machen muss: Wer war ich, woher kam ich, was hat sich geändert, wohin will ich? Gefragt von all den U59-Leuten.

Echt jetzt? Mit Ü59 sich mit Fragen auseinandersetzen, die man noch nicht mal als Twen vernünftig beantworten konnte? Oder in den 30igern? Geschweige denn in den 40ern? Oder 50ern?

Gottschalk und Lindners einmalige Positionen waren es, deren eigene nie beantwortete Sinnfragen öffentlichkeitswirksam zur Disposition zu stellen und Staub aufzuwirbeln, der nur zu Hustenanfällen führt. Sie wurden hinterfragt. Das hat immer eine Anmutung von Häresie.

Der Vorteil eines hohen Alters ist, vorzuschützen, dass man Weisheit erlangt habe. Der Nachteil liegt eher darin, wenn man diese dann auch noch vor vielen Personen als Weisheit verkaufen will. Applaus für solche Ansichtskundgebungen kommt dann immer aus den Ecken, die in einer zwei-dimensionalen Welt leben und immer schon “Cancle Culture” und “Wokeness” als deren fundamentales Hindernis zum eigenen Lebensinhalt gesehen haben, also komplett unkritisiert jenes herauszuhauen, was fern ab jeglicher Vernunft liegt.

Dass so etwas dazu führen kann, dass man vor Sprachlosigkeit nach Luft schnappt hat bereits Fritze Merz nach seiner “Zahnarzt-Syrerflüchtling”-Aussage für sich klamiert: Schnappatmung haben nur immer die anderen. Immer. Immer die, die in Unrecht sind.

Und Gottschalk reitet das gleiche Pferd: “Alles Fotzen, außer Mutti. Insbesondere die, die meine Meinung nicht einfach mal so stehen lassen, sondern sich darüber auch noch echauffieren, weil sie mal aus meinem Bauch und nicht meinem Hirn kam.”

Es sind jene Pferdeschinder, die eine Art von Glück allein an der Beweglichkeit eines Rollstuhls ausmessen. Damit niemand Behinderung des Geistes als deren Art der Einsamkeitsmaß ausmisst.

Wichtig?

Absolut unwichtig.

Am Ende spielt es keine Rolle.

Darüber wollte ich nicht reden.

And in the end it doesn’t really matters …

Weil: das Problem eines Blogeintrags ist immer die Würze in der Kürze des Schlusssatzes:

Gottschalks Problem ist das, dass er damit nicht klar kommt, was er in den 1980ern und 1990ern selber mit Promis gemacht hat und womit er sich heutzutage als Person der sozialen Stellung („Promi“) auseinanderzusetzen hat. Ihn mangelt es an Verständnis von Vorgestern, Gestern und Heute. Er lebt ausschließlich im egozentrischen Heute und hat seinen Weg dahin (das Gestern und seine Herkunft) vergessen.

Das Treffen der Generationen findet ohne ihn statt. Und nun beklagt er sich, dass er nicht extra (explizit er) dazu eingeladen wurde. Statt sich selber drum ernsthaft zu kümmern, zieht er es vor, rumzunörgeln und sich in öffentlichen, populistischen Scheinargumente zu flüchten.

Nebenbei: Es ist nicht nur Gottschalks alleiniges Problem, es trifft so viele Boomer, Baby-Boomer und Gen X-Menschen. Und das ist traurig. Es gibt keine Erbhöfe, sondern immer nur ein Miteinander …

Punkt.

Ende.

Aus.

Treffen der Generationen (2)

Die Boomer überlebten den Weltkrieg und gründeten als Boomer die neue Generation, die Baby-Boomer. Und es schauderte den Boomern vor deren Baby-Boomern.

“Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ lautete ein bekanntes Transparent, welches eine ganze Generation begleitete. Den Soundtrack jener Baby-Boomer schrieben unter anderem “Bob Dylan (“The times they are a changin”), “The Who” (“My Generation”) und “The Rolling Stones” (“I can’t get no satisfaction”), Konzerte wie “Woodstock” and “Altamont Free Concert” waren deren Manifestationen und für die Distinguierten gab es “Hair” und “Jesus Christ Superstar” als Dessert. In Deutschland prägten die Baby-Boomer die Nachrüstungsdebatte (“NATO-Doppelbeschluss”), aber als Antipoden der Flower-Power- und Friedensbewegung der 70ern und 80er erblühte ebenfalls der RAF-Terror in dem Zeitraum.

Die Generation X erklärte den Rave als Soundtrack ihres Lebens, was den Baby-Boomern nicht wirklich passte. Denn die Generation X sollte in deren Fußstapfen treten und keine anderen Spuren hinterlassen. Die Love-Parade ist eine der Spuren der Generation X, welche in Essen blutig seelenlos endete.

Später folgten die Millenials, welche die Baby-Boomer zweideutig mit dem englischen “Gen Y” bedachten. Denn die Generation Y hinterfragte auch alles und jeden bis zur Schmerzgrenze, was den Baby-Boomern als heilig erschien.

Zuletzt wurde die Generation Z getauft, welche nun den Baby-Boomern und der Generation X als “Watschn-Peppi” taugt. Denn es gibt in Deutschland nicht nur die Tradition der “Dichter und Denker”, sondern auch der “Richter und Henker”.

Und insbesondere fürs letztere, da muss ja einer diese Rolle übernehmen. Sie kann nicht unbesetzt bleiben. Erst recht nicht-Nicht-Deutschen. Da gilt es eine Tradition zu verteidigen.

“Erben” muss man lernen und das kann man dieser Gen Z nicht einfach mal so überlassen, sagen Baby-Boomer und Generation X. Ein “Erbe” abzulehnen, das ist in Deutschland verpönt. Nur wer erbt, hat die Chance auf ein gesellschaftliches Vorankommen.

Dass die Generation Z die Baby-Boomer mit “Okay, Boomer” abcancelte, dürfte eher weniger verwunderlich sein. Wer mit Pump-Guns schießt, will nicht unbedingt bei seiner Selbstverteidigung einen Blattschuss erzielen.

Materielles ist für die Reichen, kulturelles ist für die unteren Bevölkerungsschichten, dafür sorgen die populistischen Parteien. Um dessen Niveau sorgen sich ebend jene, die äußerst liebend gerne das Thema “kulturelles” mit deren Verständnis füllen wollen, damit klar ist auf welchen Acker welche Samen gesät werden dürfen. Den Acker der Idiotie als Downsizing der Intelligenz darf nicht von Unbefugten beackert werden. Da muss man Experten ranlassen. Experten von Gottes Gnaden. Von Gottes Gnaden, dem der Kaiser der Kaiser eben jene Gnade als Leihgabe übergeben hat. Oder von …

Hey! Geh mir weg mit der Sekte der Wissenschaftler! Die wollen doch nur Wissenschaft der Wissenschaft-willen! Diese Sektierer! Da sind uns doch hundert Christen lieber, die Kinder vergewaltigen, als ein Wissenschaftler, der uns begreifbar machen könnte, was falsch läuft. Jene Sektierer der Wissenschaftler …

Denen das Feld überlassen, und damit riskieren, dass die noch etwas wertvolles raus gewinnen. Geht gar nicht. Wir müssen uns Giordano Bruno den Ketzer eines Weltbildes schlechthin vorstellen, um zu begreifen, was nicht sein darf, was sein kann, wenn Menschen wissenschaftlich sprechen und nicht dem hinterher reden, was jeder Hofnarr bereits verkündet hat.

Drum haben wir ja in der Parteienlandschaft entsprechende Parteien, damit die Drei-Felder-Wirtschaft beim Thema “Brache” nicht gleich positiv produktiv wird, um die Lemminge nicht zu aufklären, auch wenn deren Anzahl noch so hoch ist, als dass …. einer dem Brustton der Überzeugung keinen Glauben schenkt …

Wichtiger ist, eine Art von Glück allein in Selbstoptimierung pro Kurs ausmessen. Damit niemand über deren Sozialstatus deren Art Einsamkeit ausmisst.

Wichtig?

Absolut unwichtig.

Am Ende spielt es keine Rolle.

Darüber wollte ich nicht reden.

And in the end, it doesn’t really matters …

Die Einhörner sind zurück

Die Einhörner sind wieder auf Erden zurück und möchten sich mit dir verbinden, sie möchten im Alltag sein. Die Einhörner möchten nicht mehr nur Gestalten der Legenden sein, sondern sie möchten aktiv in deinem Leben wirken. Als neuartige Energie, als Energie der neuen Zeit. Magisch und mystisch. Sie lassen deinen Alltag erleuchten und bringen deine Seele zum Leuchten.

Einhörner sind stark und können sogar Löwen besiegen. So es diesen Sommer mit dem MacGuffin-Sommerlochfüller 2023 geschah, dem Löwen von Kleinmachnow. Alle haben nach dem Löwen gesucht und niemand fand ihn. Weil? Eben. Einhörner! Die Einhörner haben den Löwen besiegt. Sogar Lübeck, Sandhausen, Aue, Ingolstadt und Ulm sind Namen, mit denen Siege der Einhörner über Löwen in Verbindung stehen. Münster und Dresden sind weitere Namen, die beweisen, dass Löwen gegen Einhörner nicht gewinnen können. Nicht-Löwen-Fans können sich nicht irren, Löwen-Fans würden es gerne. Dritte Liga halt.

Einhörner an sich mögen zwar weltabgewandt sein, sind dafür aber positiv aggressiv. Es soll Glückskinder unter den Menschen gegeben haben, die in ihrem Leben Ponyhöfe voller rosa Einhörner erspähten, wie sie liebevoll miteinander wieherten, sich lebensfroh umhüpften, spielerisch zärtlich voll Liebe ihre Einhornhorne aneinander rieben und Nashörnern mit deren spitzen phallischen Hörnern als Machos einer aggressiv-sexueller Potenz entlarvten und anschließend als alte weiße Männer hateten.

Und was wesentlich wichtiger ist: Jene Glückskinder fanden Einhornhörner unter güldenen Herbst-Eichen auf, weihten diese mit Gummibärchenstaub, Feenglückspuder und eingefangenen Einhornpupse und entdeckten damit magische Effekte, von denen manch Wissenschaftler heute noch träumt.

Einhörner stehen uns persönlich zur Seite. Jeder sollte ein Einhorn zu seiner Rechten haben. Es hilft in kleinen und großen Dingen. Auch im Alltag. Deine persönliche Einhorn-Einweihung kommt. Deine Seelengesundheit ist das oberste Anliegen dieser Wesen. Sie bringen Vernunft und Gerechtigkeit.

Schau auch selber jetzt zu deiner Rechten, wie dein persönliches Einhorn zum Schutz deiner Seele neben dir steht. Um wie das Einhorn gegen Löwen zu kämpfen vermag. Du wirst danach alles andere links liegen lassen. So wie das eine Einhorn der Einhörner es bereits tat.

Wende dich sehr schnell nach rechts, denn Einhörner sind auch sehr schnell und wollen von dir nicht gesehen werden. Also, wende dich besonders schnell um, denn sonst reagiert das Einhorn schnell und verbirgt sich vor deinen Blicken. Sei nicht verzagt.

Wende dich JETZT!

Nichts?

Noch einmal versuchen! Und jetzt wende dich ganz, ganz schnell, also ganz ganz schnell wenden, von links nach rechts …

Wieder nichts? Okay, wir machen es auf drei. Ich zähle, du wendest dich. Das Einhorn wird mit dir sein.

DREI!

Wieder nichts? Hm.

Du brauchst Geduld. Übe täglich. Du solltest auch nur deinen Hals schnell wenden, nicht deinen Körper. Sonst gerätst du ins Taumeln, fällst den Falschen in die rechten Fangarme und erlebst ein böses Erwachen. Versuche es daher mehrmals täglich.

Um dir den Glauben an Einhörner einzuprägen, also so einprägsam wie ein Esel seinen Karren aus den Dreck und dann den Wagen als Knecht für andere über eine Brücke ziehen muss, merke dir einfach einprägsam wie eine Bombe eine simple Eselsbrücke:

 

Besonders schnell wenden.

BSW.

Für Vernunft und Gerechtigkeit.

Aus dem Dreck für den Dreck.

Zieh den Eselskarren

Zum Erbarmen.

Amen.

Wie viel kann man als Seenotretter verdienen?

»Schau mal Schatz, ich glaube, da ist jemand in Seenot.«

»Wo denn?«

»Dort drüben.«

»Okay. Aber da bin ich mir nicht so sicher. Du weißt, das hier ist Grenzgebiet und wir müssen vorsichtig sein.«

»Wir sollten das aber nicht ignorieren.«

»Du hast recht. Moment: HALLO, SIE DA DRÜBEN! KÖNNEN SIE MICH HÖREN?«

»Ich glaube, er hat irgendetwas gerufen. Aber so unverständlich«

»KÖNNEN SIE MICH SEHEN? KÖNNEN SIE MICH HÖREN?«

»Jetzt schrei doch nicht so laut, man muss doch nicht alles gleich übertreiben, Schatz.«

»Aber sonst hört der mich doch nicht. Ich glaube sogar, es sind drei oder vier Personen.«

»Schatz, ich glaube, eine Person hat gerade Help gerufen.«

»Also Ausländer? HALLO, YOU! CAN YOU SEE ME? CAN YOU HEAR ME?«

»Die machen aber auch ein Spektakel, da auf dem offenen Wasser. Wenn die so weiter machen, haben die nachher keine Kräfte mehr und saufen ab. So lange die noch Help rufen können, Schatz, solange kann es denen nicht wirklich schlecht gehen.«

»Liebling, ich glaube, die rufen Help

»Das habe ich gehört, Schatz.«

»Help. Du verstehst? Das ist kein Deutsch. Kein Deutscher dieser Welt würde Help rufen. Niemals, ein Deutscher tut so etwas nicht.«

»Was meinste damit, Schatz?«

»Kannst du mit Sicherheit sagen, dass das normale Touristen sind? Vielleicht sind es Asylanten, die von einem Schlepper auf dem See hier ausgesetzt wurden, extra mit dem Vorsatz, dass wir die retten.«

»Wir?«

»Ja, Liebling, wir. Und weißte, was dann passiert, wenn wir die an Land bringen? Weißte, was uns dann blüht?«

»Was denn, Schatz?«

»Wir werden als Schlepper verhaftet und kommen ins Gefängnis.«

»Als Seenotretter?«

»Und nicht nur das: sogar Elon Musk wird uns von X verbannen, weil wir illegale Einwanderer einsammeln. Der ist überzeugt, dass solch eine Aktion den europäischen Selbstmord nicht stoppt. Es sei denn, dass die AfD endlich die Regierungsgeschäfte in Deutschland übernimmt.«

»Das heißt, wir verlieren unseren X-Account, Schatz? Mit unseren vielen schönen Urlaubsfotos?«

»Ja, genau.«

»Auch die vom Sonnenaufgang hier am See von heute morgen, wo unsere Freunde so viele Likes für geschickt haben?«

»Auch die, Schatz.«

»Guck mal, Liebling, die haben sich beruhigt, sie plantschen nicht mehr so heftig.«

»Und sie rufen auch nicht mehr so laut Help. Ist vielleicht doch nicht so schlimm, wie es aussah. Die kommen wohl zurecht.«

»Schatz, wo sollen denn die vier auch auf unserer kleinen Außenborder-Nussschale unterkommen. Das Boot ist doch bereits voll, mit unseren Rucksäcken und der Kühlbox. Und außerdem sind es Flüchtlinge. Hätten die ihr Zuhause nicht einfach so verlassen, dann wäre es jetzt nicht zu der Situation hier gekommen. Warum müssen wir jetzt damit belästigt werden. Flüchtlinge geht eh nicht. Da machen wir uns illegal und kommen ins Gefängnis. Das ist es nicht wert.«

»Lasst uns so tun, als hätten wir es nicht bemerkt, Liebling.«

»Okay, wir fahren heim, Schatz.«

Am nächsten Tag.

»Schatz, schau mal hier, im Ortsteil der Zeitung.«

»Hm?«

»Eine türkische Familie ist gestern hier auf dem See gekentert und ertrunken. Niemand hatte denen geholfen. Die führten seit fünf Jahren hier im Ort den türkischen Supermarkt.«

»Mal wieder typisch. Selber Schuld, wenn die nach fünf Jahren immer noch nicht vernünftig auf Deutsch Hilfe rufen konnten …«

Oh, Urne, oh!

Oh, Urne, oh,

stehst du nah bei weißen Papieren mit schwarzen Zeichen, du Urne,

ein Pianist summt dazu vom Blatt träumerisch eine feine Nocturne.

Oh, du Urne, oh,

du für Menschen mit Faible fürs Purpurne, oh,

Mit Weihwasserwedel und Tränen gewässert, du Urne zur Werft wirst,

auf dass das in dir verbannte Wrack zu anderen oder neuen Ufern pirscht

Oh, Urne, oh,

von außen neutral bemalt, nur im Innern bist du dunkel und hohl.

Um Urne zu sein, brauchst du eine Bestattung wohl, obwohl

Hast du keine Wahl, stehst nur herum, bist sterbenslangweilig

Nur hast du eine Wahl, stehste ebenfalls herum, unausweichlich.

Oh, du Urne, oh,

Bestattung oder Abstimmung, mit diesen beiden Aufgaben stehst du im Saal

Entweder mit Hauptrolle als Antagonist zum Sarg oder als Protagonist zur Wahl

Oh, Urne, oh,

lebst entscheidende Zeiten durch, verplombt oder nicht, immer zum Erbarmen

Oh, Urne, oh,

bei nächster Gelegenheit wird’ ich dich, oh du Urne, drum herzlichst umarmen.

Kneipengespräch: Wenn zwei das Gleiche … rien ne va plus …

wp-1473278997275.jpg

„Jetzt haben die die ganze Münchner Innenstadt lahmgelegt!“

„Was?“

„Na die da, die jetzt den ganzen Verkehr behindern!“

„In der Innenstadt? Maxvorstadt?“

“Ja, total. Nichts geht mehr.”

“Gar nichts mehr?”

“Nullkommanull. Vor 14 Tagen konnten ich mit meinem Q4 noch raus und am Stadtrand meine Besorgungen erledigen. Aber heuer? Nüscht! Totale Blockade und die Staatsmacht schaut tatenlos zu, alles total voll zu, nichts ging mehr. Überall haben die ihre Stände hin geklebt und feiern ihre Autos ab.”

“Ah, Sie meinen die IAA in der Innenstadt, sagen Sie das doch. Dachte zuerst, Sie meinten diese Klimaterroristen mit ihren Sekundenklebertuben.”

“Ja, die IAA. Blockade total und keiner tut was, um uns davon zu befreien.”

“So etwas können Sie aber nicht so einfach dahin rotzen, als ob die Staatsmacht tatenlos zuschauen würde. Die schaut immer ganz genau hin. Wenn ein Stand nicht exakt aufgebaut und ausgerichtet worden ist, gibt’s sofort Ordnungsgeldbescheid. Pro überschrittenem Zentimeter. Oder falsche Schrauben, falscher Kleber, falscher Feuerlöscher, nicht gegen Steinschlag oder Hochwasser oder Erdbeben gesichert, Freibier ohne Pfand oder nicht genau auf Eichstrich, zack, Ordnungsgeldbescheid.”

“Wie viel?”

“Mindestens immer doppelt soviel wie einmal Falschparken.”

“Und was hilft es mir? Davon hab ich nichts. Meine Besorgungen bleiben trotzdem auf der Strecke. Im Streckenstau. Vorgestern, ich musste Omma zum Arzt fahren. Meinen Sie, das hat geklappt? Permanent nur Stau, nichts ging mehr, keinen Zentimeter.”

“Tja, diese Klimakleber auf den Kreuzungen.”

“Schön wär’s. Nur Stau wegen der IAA. Weil fast alle Straßen der Innenstadt für die Automobilmesse gesperrt wurden. Hey, vor uns war sogar ein Rettungswagen, Blaulicht, Sirene, der kam auch nicht weiter. Stau, Stau, Stau. Nicht mal Rettungsgasse für den Sani. Ich hoffe, der im Krankenwagen ist nicht gestorben, dann hätte die IAA den aber so was von auf dem Gewissen! Wetten, dass das dann keinen einzigen Staatsanwaltgeist berühren würde? Und dann letztendlich nach Stunden an der Arztpraxis, da konnten wir nicht mal parken. Wegen den anderen Klebern.”

“Ah, doch Klimakleber! Einfach eine Plage, jene. Gas geben und drüberfahren sollte man. Nur dann gibt’s wieder Ärger mit der Staatsmacht. Diese Kleberterroristen können einfach unsere Freiheit einschränken, haben dabei keinen Schaden, lediglich wir. Wir haben den Salat und müssen die von jenen uns eingebrockte Suppe auslöffeln.”

“Nee, nee. Die waren es nicht, das waren die vielen Wahlplakatkleber der AFD, FDP, VOLT, CSU und wie sie alle heißen. Die Plakate einfach auf den Bürgersteig geknallt, an Masten angeklebt, verkehrshinderlich, keine Chance zum Parken auf dem Bürgersteig. Absolut unglaublich. Vorher ging a bisserl immer was, aber heuer nüscht.”

“Und?”

“Musste in zweiter Reihe parken, Omma auf der Straße nur kurz aus meinem Q4 helfen und in die vierte Etage bringen. Gesundheit geht immer vor. Und wissen Sie, was in der Zwischenzeit passierte?”

“Was?”

“Strafzettel! Nur weil ich mich paar Dutzend Minütchen um die Gesundheit meiner Omma sorgte. Wegen so ner Bagatelle von Zeit, da schaut dann die Staatsmacht ganz genau auf ihre Sekundenzeiger. Aber bei den Stauverursacher, diese der IAA, da schaun’se weg, statt mal dafür zu sorgen, dass wir Stau-frei in der Innenstadt fahren können. Wofür gibt es eigentlich das Messegelände in München-Riem? Für Helene Fischer Konzerte?”

“Besser ein Dutzend Helene Fischer Konzerte als ein Dutzend Klimaterroristen, die einem am Fahren hindern und Stau erzeugen.”

“Staus gehen gar nicht! Die schränken die Freiheit ein!”

“Richtig. Staus erzeugen Klimaschäden, wegen den Abgasen. Wenn aber garantiert ist, dass jeder schnell fahren kann, dann ist die Klimabelastung kürzer, weil alle schneller ans Ziel kommen. Nur wer schnell ist, kommt eher ans Ziel als andere. Das sollte man nicht nur den Grünen und ihren Klimaklebern begreiflich machen. Aber das einzige, was jene begreifen, ist maximal Asphalt unter ihren Händen. Zu mehr Begreifen reicht deren Intelligenz nicht. Früher hätte man einfach Gas geben, über solche Klimakleber hinweg. Aber heute?”

“Eben, mit einem Aiwanger als Minipräsi in Bayern wäre in den letzten fünf Jahren alles besser gelaufen. Dann gäbe es auch keine dummen Wahlplakate mehr, die einem die freien Parkplätze wegnehmen.”

“Ähem. Bitte jetzt keine Wahlwerbung hier, okay. Politik und Kneipe zusammen, das sind für mich NO-GOs in ner Kneipe. Ich will entspannen, und nicht Politikgelaber hören.”

“Egal. Jetzt einfach mal Prost.”

“Dito, Prost.”

IAA, damit auch morgen andere Messen wieder kraftvoll gelesen werden können …

Oha. Zwei Menschen zusammen. Nähe Fahrbahnrand.

Protestpotential! Auf einer Parkbank. Nah an der Straße.

Moment, ich notiere mir in meiner Kladde: Parkbank am Stemmer Hof, Kilometer Nullkommazwei, Richtung Kölsch-Kneipe. Er, eins achtzig groß, blond, circa 30. Sie eins fünfundsechzig, 19 oder 20 … hm, eher 24. Halten sich an den Händen. Sie verdeckt zusätzlich einen verdächtig tubenförmigen Gegenstand in der Rechten, sehr verdächtige Tube … .

Lippenstift … hm. Protestpotential negativ. Eher wohl Liebespaar. Hetero. Keine Klimakleber.

Hier in München ist was los. Dabei mögen wir es hier in München doch eher beschaulich. Da hinten, am Hotel, da hat sich schon das “USK Bayern” einquartiert. “USK”, das steht für “Unterstützungskommando” und nicht für “Universitäts- und Stadtbibliothek Köln”, wie so ein Schwurbler in jener Kölschkneipe versuchte, Fake-Nachrichten zu verbreiten.

Nebenbei, Kölschkneipe. Ha. Eine Kneipe mit nicht-Münchner Bier. Das sollte hier nicht erlaubt sein in unserer traditionsreichen Stadt. Dieses pissgelbe Gesöff in Reagenzgläsern ohne Trinkkultur. Da kommt keine Beschaulichkeit auf, weil die Kellner immer rennen müssen, um für ihre Gäste immer neues von diesem Noagerl-Bier herbei zu karren.

Also, wie gesagt, USK heißt Unterstützungskommando und sie bekämpft organisierte Kriminalität, Schwerkriminalität und Drogenkriminalität. Jetzt hier in München.

Also nicht wegen den Biertrinkern, Und auch nicht wegen dem Biertrinker Aiwanger und seinem Flugblatt, an dem sich jener genauso detailliert erinnert wie ein Bundeskanzler Olaf Scholz an seine Cum-Ex-Geschichte mit der Warburg Bank. Oder wegen dem Biertrinker Dr. Markus Söder, der sich inzwischen auch nicht mehr daran erinnert, dass er als bayrischer Umweltminister in 2011 mal mit persönlichen Konsequenzen drohte, sollte der Atomausstieg in Bayern nicht vollzogen werden. Oder wegen der Biertrinker Clan-Tochter. Die aus dem Tandler-Clan. Jene Frau, die ihrem Vater nacheifert und nun ebenfalls es wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung vor Gericht geschafft hat. Oder etwa wegen Akten zu Kindesmissbräuchen vom Freisinger Papst, die eventuell in München zwischen Augustiner-Mönch-Bierfässern gelagert sein könnten. Nein. Ganz und gar nicht.

Die USK ist hier, weil München seit 2021 eine neue Messe hat. Zur Erklärung: Messe, das ist das, wenn etwas Goldenes herumsteht und alle drumherum tanzen. Nicht ein Kalb oder Bierfass, sondern das heiligs Blechle. Eine Blechmarke. Von damals. Mit ihr konnten sich damals städtische Arme eines Ortes als approbierte bestätigte Bettler ausweisen, mit jener Blechmarke. Heiligs Blechle. Heute ist das ein Nummernschild an dem Deutschen seinen unantastbaren Heiligtum.

Bis 2018 hatte Frankfurt zum heiligs Blechle noch die passende Messe dazu. Aber dann strampelte Bayern wie ein trotziges Kleinstkind (“Wir sind mal Papst gewesen!”) und plärrte “Wui I aa Messe!” (auf deutsch: “Will ich auch Messe!”). Frankfurt kapitulierte und seit 2021 hat München die IAA.

Ab morgen wird sie erneut gelesen, die Messe. Zu Ehren dem heiligen Automobil mit der ehernen Sankt-Christophorus-Plakette auf dem Beifahrer-Airbag-Deckel. Wenn der Airbag zündet, dann schützt die dem Beifahrer sich entgegenschleudernde Plakette dessen Seelenheil. Sobald die Münze im Kopfe klingt, die Seele in den Himmel springt. Alte katholische Redensart. Als letzte Segnung sozusagen. Jeder seinem Glauben nach. Nur für mich wäre das nichts, weil so eine Plakette auf dem Cockpit ist für mich ein absoluter höllischer Designfrevel.

Also, zurück zur USK: die USK ist zur IAA hier, um den Kriminellen gewissermaßen die Messe zu lesen. Genauer gesagt, also das heißt, eigentlich will die USK nur Autofahrer vor organisierten Schwerstkriminellen mit Sekundenkleber-Fläschchen schützen.

Mein Nachbar meinte zu mir, man wisse doch, was solch ein technologischen Event wie die IAA an Gesindel anlocken wird: Lehrer, Studenten, vegane Körnerfresser, streikende Schüler, Öko-Hausmänner, queere Tabakdampfer und im Gepäck noch nen Habeck und ähnlich schreckliches Zeug. Und? Wo bleibt dabei die Staatsgewalt? Eben, Fehlanzeige!

Nicht mal der deutsche Geheimdienst wird hier tätig und lässt sich beim Observieren blicken. Kein Wunder, meinte der Schorsch vom Internet-Stammtisch, der wird bereits schon passend auf Englisch übersetzt, als “go home service” bezeichnet. Und recht hatte er. Darum bringe ich mich aktiv ein, helfe aktiv mit. Beim Schützen. Gewissermaßen ehrenamtlich. Unentgeltlich. Schon seit drei Monaten.

In meinem Internet-Stammtisch hatten wir bereits vor den Sommerferien festgestellt, dass es erforderlich ist, eine klare Trennung zu vollziehen, also genau das, was sauber denkende Menschen wie Domenika Gruber, Detlev Nuhr und Hubert Einfanger bereits umgesetzt haben. Eine klare Trennung zwischen Politik und Sachverstand. Wir können doch Klimaklebern nicht die Politik der Straße überlassen und uns von denen bevormunden lassen. Wo kämen wir denn dahin, wenn die uns überall nur am Fortkommen hindern? Wir hätten somit einen Progressionsstau. Und will den wer? Eben.

Also, ich hatte mich danach direkt mit Kladde und Bleistift auf den Weg gemacht, notiere seither jede verdächtige Bewegung zur Straße hin, in allen Details. Notfalls mit Fernglas. Ich hab da keine Scheu, dass ich dabei gesehen werde. Tue Gutes und zeige dich dabei, ist mein Motto.

Und was soll ich Ihnen sagen? Es passiert nichts!

Und warum? Weil der Feind bereits unter uns ist.

Eben! Der weiß seine Klimakleberabsichten zu tarnen! Diese Wölfe getarnt als Schlafschaf, welches sich urplötzlich als stauerzeugendes Klebemonster entpuppt! Da muss man doch aufpassen, den Anfängen wehren!

Drum führe ich Buch über alles und jeden. Dabei gibt es immer interessantes zu notieren.

Beispiel: der Mann von gegenüber, der Herr Niederwörgl, 36, verheiratet, zweieinhalb Kinder, Weißbiertrinker, BMW 5er-Fahrer, Affäre mit einer Frau in Schwabing und einer weiteren in Hasenbergl, Wohnhausbesitzer mit nicht mehr allen Latten am Zaun und einige davon sind sogar geklebt! Also, klar, das ist nun doch zu eindeutig! Wer seinen Gartenzaun nicht in Ordnung hält, das ist doch oberverdächtig. Wer dabei klebt statt ordentlich schreinert, der will wohl auch noch Zeit sparen und das ist ein Risiko. Mit seiner eingesparten Zeit klebt der wohlmöglich nachher in Maxvorstadt auf der Leopoldstraße auf dem Asphalt und hält den Verkehr auf. Vielleicht sogar noch auf dem Zufahrtsweg zur IAA!

Ja, solche Beobachtungen sind eindeutig präventiv zu notieren. Und zu bewerten. Wenn die USK bei so einem die Personalien überprüft, dann kann man die Fakten der eigenen Beobachtung präsentieren und – schwupps – ist die Klebersau für vier Wochen in Präventivhaft. Und mit welchem Recht? Mit allem Recht! Zum Wohle der IAA und der Autofahrer, die auf der Zufahrt zur IAA mit deren heiligs Blechle nicht selbstverschuldet wegen Klimaklebereien im Stau stehen wollen.

Nebenbei, Frau Niederwörgl kenne ich persönlich. Man nennt sie auch das Sendlinger Tageblatt. Der Frau Niederwörgl habe ich im Cafe Schuttner vor einem Monat mal meine Beobachtungen mitgeteilt. Danach war in Sendling der Teufel los. Die Hölle muss wohl das reinste Paradies dagegen gewesen sein. Und schnell hatte ich von interessierten Frauen weitere Termine im Cafe Schuttner.

Das Ergebnis? Fünf Scheidungen, siebzehn außereheliche Beziehungen beendet, vier außereheliche Kinder aufgedeckt, acht Zivilklagen, drei Strafverfahren und ein gebrochenes Nasenbein. Aber das war es mir wert.

Ich mache weiter, so etwas hält mich nicht auf. Denn seitdem herrscht in unserem Viertel wieder Zucht und Ordnung. Alles ist jetzt wieder moralisch gefestigt und Gartenzäune werden auch nicht mehr geklebt, sondern ordentlich geschreinert repariert. Wir sind wieder auf dem Weg zum Vorzeigeviertel.

Und sollte ich in der letzten Zeit auch keine verdächtigen klandestinen Klimakleber auf unseren Sendlinger Straßen beobachten können, so ist doch eines keinesfalls mehr von der Hand zu weisen. Man muss nicht alles gleich schlecht reden:

Die Klimakleber haben für unser Viertel eine ganze Menge Gutes gebracht.

Ertrage die Clowns (17): Das Sommerinterview

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Moderator (M): “Hallo, liebes Publikum aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den gleichgeschalteten Bundesländern Bayern und den Wüsten aus Nord bei Nordwestfalen. Wir haben strahlenden Sonnenschein, urlaubshafte 37 Grad – Celsius, nicht Fahrenheit, wie mein Physiklehrer immer betonte – und die Vögel pfeifen sich ein Liedchen. Hier im heimeligen Sauerland im Städtchen Volpe führen wir unser erstes Sommerinterview. Als Gast haben wir den personifizierten Meister des Schreckens, der Erfüller des Bedürfnisses, leere Stellen auszufüllen.  Begrüßen Sie mit mir recht herzlich Herrn Horror Vacui.”

Horror Vacui (HV): “…”

M: “Ja, schön, dass die hier sind. Um es gleich vorweg zu sagen, momentan haben Sie wieder Vollbeschäftigung: Löwen als Wildschweine, Löwinnen als Genderwahnsinn, CDU/CSU lost in mainstream und anderen schwarzen Löcher des Weltalls, und Krieg in der Ukraine. Zudem erreichte uns vorhin die Eilmeldung, dass die Tütenkleber in Haftanstalten vom Verfassungsschutz als Klimakleber enttarnt wurden. Söder und Aiwanger hatten in einer gemeinsamen Presseerklärung deren sofortige Verhaftung gefordert und Schnellverurteilungen noch vor der nächsten Bayernwahl. Es müsse garantiert werden – so der Mini-Präsident und dessen Vertreter – das die Wähler bei der nächsten Bayernwahl, freie Fahrt als freie Bürger zum Wahllokal haben. Ohne irgendwelche Klimakleber.”

H.V.: “…”

M: “Die Medien und Internetseiten sind generell voll von solchen Dingen. Ihre Aktionen, Herr Horror Vacui, sind der Garant für Viralität. Wie fühlen Sie sich? Was macht es mit Ihnen? Selbst Heidi Klum hat weniger Interviewanfragen als Sie. Was geht in Ihnen vor, in diesem Sommer so begehrt zu sein?”

HV: “…”

M: “Ja, ihre Sprachlosigkeit ist verständlich. Uns, also mir und den Zusehern an den heimischen Monitoren geht es nicht viel anders. Dieser Sommer breitet sich momentan atemberaubend schnell aus und hinterlässt etwas, was nicht zu füllen ist. Schildern Sie doch einmal ihre Gefühle dazu.”

HV: “…”

M: “Hm. Ich verstehe. Ihnen fehlen die Worte. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie versuchen, es mit zwei Wörtern zu umschreiben?”

HV: “…”

M: ”Aha. Nun gut, Sie können es auch in einem Wort beschreiben, wenn Sie wollen.”

HV: “…”

M: “Meine Damen und Herren, meine Regie hat mir gerade signalisiert, dass wir am Ende unserer Sendezeit angekommen sind. Ich möchte mich an dieser Stelle bei meiner Crew bedanken, besonders bei den Wasserträger und ebenso an meine Row Zero, die ich nachher einzeln persönlich bei der AfterShow-Partie begrüßen werde. Ich bedanke mich auch bei Herrn Horror Vacui für dieses Sommerloch-Interview. Auf Wiedersehen und schalten Sie wieder ein, wenn es heißt: Wer viel zu sagen hat, braucht keine Worte.”

Kleinmachnow Löwin-Rätsel gelöst, MacGuffin gefunden

… und Jesus kam und verwandelte Wasser in Wein und Löwin in Wildschwein. Und worum ging es wirklich bei dieser Sommerloch-2023-Geschichte?

… Nachforschungen ergaben, es ging um den berühmt berüchtigen MacGuffin, aus Schottland importiert und bei Kleinmachnow Nähe Bärlin ausgesetzt … :

Es könnte ein schottischer Name sein aus einer Geschichte über zwei Männer, die Zug fahren. Der eine Mann fragt: ‚Was ist das für ein Päckchen in der Gepäckablage?‘ ‚Nun,‘ sagt der andere Mann, ‚das ist ein MacGuffin.‘ ‚Was ist ein MacGuffin?‘ ‚Ein MacGuffin ist eine Vorrichtung, um im schottischen Hochland Löwen zu fangen.‘ ‚Aber im schottischen Hochland gibt es doch gar keine Löwen.‘ ‚Nun, dann ist es eben auch kein MacGuffin.‘ Sehen Sie, ein MacGuffin ist gar nichts.

(aus einem 1966 von François Truffaut geführten Interview mit Alfred Hitchcock:  https://www.youtube.com/watch?v=mNkPLuBjZRM)

Reflektion

Ich rede.

Ich schweige.

Ich rede.

Ich schweige.

Ich rede.

Du sagst, dass ich mehr als nur einmal geschwiegen habe. Ich stimme dem Fakt vorbehaltlos zu.

Du sagst, dass ich hätte nicht schweigen dürfen. Wer etwas zu sagen wichtiges hätte, dessen Prinzip wäre des Schweigens nicht.

Ich schweige.

Deine Argumente sind mehr gewichtiger als mein Schweigen. Du bist mehr als ich.

Ober sticht Unter.

Sowieso. Drum schweig ich. Du hast die Meinungshoheit.

Ich schweig, denn trotz Internet-Suche muss man noch immer nicht alle Infos haben. Die Anzahl der Infos übersteigt die Lebenszeit zum Lesen derer.

Ich bin zu blöde zum Reden. Also habt ihr Recht.

Recht.

Isso

Kneipengespräch: Zukunft

wp-1473278997275.jpg

„Weißt du, was das gefährliche am Älter-werden ist?“

„Was?“

„Es ist nicht das Alter, nein, es ist die Fähigkeit Muster zu erkennen. Wenn du erkennst, das bestimmte Sachen immer nach Schema F laufen, dann ist das desto stärker frustrierender, je mehr Bedeutung es für dich hat oder bekommt. Die Erfahrung ist gewissermaßen das Gift, welches Muster offenlegt und somit alles ungenießbar macht.“

„Das ist doch Quatsch.“

„Ja?“

„Solch einen Quatsch hatte ich zuvor nie gehört. Quätscher geht es nimmer. Um das zu erkennen, muss ich nicht erst so alt werden wie du. Du redest so wie die alten grauhaarigen Männer der Boomer-Generation.“

„Okay. Du hast recht. Lass es uns auf die Diskussion über die Generation Z verlagern.“

„Was geht uns das an? Wir sind zu jung für die Generation Z. Das betrifft uns safe absolut null. Das ist deren Problem.“

„Hm.“

„Jene Generation hat noch das alte PAL-System kennengelernt. Das PAL-System. Weißte, was das war?“

„Ein Fernsehübertragungsstandard?“

„Echt jetzt. Du redest wie ein Baby-Boomer. PAL-System ist das “Problem anderer Leute”-System. Hey, lass doch der Generation Z, den Boomern und den Grufties ihre Sehnsucht nach Tod und Gräbern. Uns ist die Zukunft.“

„Okay. Prost.“

“Row Zero”– die ersten, die nie die letzten sein werden

Nachdem von unermüdlich investigativen Boulevard-Journalisten aufgedeckt wurde, dass bei der Musik-Kombo “Rammstein” die erste Reihe der Zuschauer bei deren Musikaufführungen vor der Bühne mit Menschen bestückt wird, die nachher bei den sogenannten After-Show-Partys kostenlos mit Drogen zum Sex angehalten wird, ist das Wort “Row Zero” in aller Munde.

Leider gibt es noch keine gerichtlichen Urteile dazu, so dass die Bürger mit gesundem Menschenverstand, Sitte und Moral aufgefordert werden, ihr eigenes valides Urteil zu bilden. Opfer müssen Genugtuung für deren erlittenes Leid erhalten, wenn sie es denn ob der verabreichten Drogen dieses noch detailliert öffentlich beschreiben können.

So finden sich immer mehr Zeugen, dass “Row Zero” bei öffentlichen Veranstaltungen schon immer bestimmten obskuren Absichten dienten. Auf unserem Aufruf auf Telegramm und Twitter erhielten wir verschiedene Reaktionen. Wir sprachen mit Heiner P. aus D., der uns mit stockender Stimme seine Erlebnisse mit “Row Zero” erzählte:

Es war anfangs immer so ein Wettkampf unter uns Jungs, wer in die erste Reihe kam. Wir hatten uns deswegen hin und wieder auch schon geschubst dafür. Aber  ich weiß noch, dass meine Eltern stolz auf mich waren, dass ich in der ersten Reihe war. Und der Pastor vor uns hatte immer so freundlich uns, insbesondere mich angelächelt. Wir wurden danach immer eingeladen. In die Sakristei. Dort hat mir seine Weine gezeigt. Oder in seine Gesprächskreise. Mit Themen wie warum Kinder so rein seien oder so. Jedes Mal rückte er mir immer näher, berührte mich an bestimmten Körperstellen und meinte, ich wäre ein reines Geschöpf Gottes. Ich wollte dann nicht mehr in die erste Reihe, ich weigerte mich. Trotz meiner Eltern. Die fanden das gar nicht gut und schimpften mich “nichtsnutziger Rebell” oder so. Zur Strafe haben meine Eltern mich auf ein Internat geschickt, wo der Pastor auch Abends oder des Nachts unterrichtete und dort musste ich immer in die erste Reihe. Und immer danach …

Heiner P.’s brach dann seine Schilderungen im Interview ab. Allerdings schickte uns der Rechtsanwalt von Pastor F. die Androhung einer einstweiligen Verfügung, weil es kein rechtskräftiges Urteil gäbe und Pastor F. ein angesehener Mann in der Kirche und den christlichen Staatskreisen wäre.

Daher machen wir an dieser Stelle aufmerksam, dass es sich hier um unbewiesene Erzählungen aus den Erinnerungen von Kindern handelt. Einer Vorverurteilung darf damit kein Vorschub geleistet werden. Es gilt die Unschuldsvermutung, auch wenn die Schilderungen gar grauslich garstig sind und uns den Schauer überm Rücken jagen.

Trotz solchen Androhungen haben wir weiter geforscht und auch andere Menschen zum Thema “Row Zero” befragt. Wir wollen lediglich ein objektives Meinungsbild. Das hat mit Vorverurteilung nich im Geringsten zu tun. Wir trafen Andrea T. aus M. und sie erzählte uns bereitwillig von ihren “Row Zero”-Erfahrungen:

Ich finde das “Row Zero”-System voll in Ordnung. Hier im Bundesland geht es ja jetzt voll ab. Jedes Wochenende gibt es Wahlveranstaltungen der CSU, FDP und Freie Wähler. Wenn du dann über Twitter oder Telegram für “Row Zero” ausgewählt wirst, dann gibt es Freibier und hin und wieder auch nen Schmalzler oder ne Linie. Und die After-Show-Partys von denen in den Clubs sind auch nicht von schlechten Eltern. So viel gratis, was man normalerweise nur über Umwege erhält. Und man lernt die Wichtigen einer Partei kennen, erhält Connections, um beruflich voran zu kommen. Vor zwei Jahren erhielt ich so den Draht, um an die bayrische Staatsregierung Masken zu verkaufen. Die klassische win-win-Sache, nicht wahr, ich konnte auf den Malediven urlauben und die anderen hatten dafür einen Schutz im Gesicht. Allerdings, neuerdings, nach den letzten vier “Row Zero”-Veranstaltungen erinnere ich mich kaum noch, was nach den Veranstaltungen passierte. Und ich hatte Schrammen und Flecke an Armen und Beinen und auf meinem Dirndl. Vielleicht hatte ich zuviel Bier getrunken und mir waren wohl Bierkrüge darauf gefallen. Ich bin ja recht zierlich, nicht wahr. Am Wochenende bin ich wieder in eine Bierzelt-“Row Zero” geladen und dann soll es nachher in einen Club gehen. Ich find “Row Zero” okay. Mir dient es der politischen Bildung, das hat Niveau. Man sollte nicht alles schlecht reden, vor allem nicht bei bayrischer Kultur. Allerdings war ich mal auf einer Bierzeltveranstaltung von den Parteien, die ich vorhin nicht nannte und wurde in deren “Row Zero” eingeladen. Katastrophe. Ich möchte mich nicht dran erinnern, was dort abging. Sie erdreisteten sich, Drogen abzugeben, also uns Freibier und Schmalzler anzubieten. Wir wissen ja bereits, dass jene Lauterbach-Fanboys eine seltsame Vorstellung von Drogen haben, aber was da umsonst uns angeboten wurde, …

Andrea T. stockte in ihrer Erzählung und ihr entsetzter Gesichtsausdruck lies uns den Rest dieser schlimmen “Row Zero”-Erfahrung erahnen. Und danach konnten wir das System “Row Zero” live miterleben: Andrea T. erhielt für eine ihrer Anfragen bei einer CSU-Club-Veranstaltung ein Herzchen, die Reservierungsbestätigung für einen VIP-Platz direkt vor der Bühne und die Aufforderung, sich nachher mit ihrer jüngeren Schwester unbedingt backstage bei Marco S. persönlich zu melden.

Peter S., Basketballspieler aus F. am Main, konnte uns von gar ganz schlechten “Row Zero”-Erfahrungen erzählen.

Wenn ich in “Row Zero” stand, kam garantiert immer einer, der mir auf die Schulter tippte und meinte, ich solle den Kleineren Vortritt lassen, damit die auch etwas sehen könnte. Nur weil ich Zweizehn groß bin. Wenn ich nicht wollte, dann riefen die die Security, die mich der “Row Zero” verwiesen. So landete ich dann nachher immer in Reihe vier bis fünf. Bei Helene Fischer sogar in Reihe zwölf. Sauerei. Kann ich was dafür, dass ich so groß bin? Das ist doch Diskriminierung. Ich würde sogar behaupten, Rassismus uns Großen gegenüber. Nur einmal, bei einer Party mit Live-Gesangseinlage-Act von einem Glööckler, da durfte ich in “Row Zero” bleiben. Ich erfuhr erst danach, dass es wohl eine Schwulenparty war. Das war so … erniedrigend … so …

Auch Peter S.konnte seine “Row Zero”-Erfahrungen nicht weiter ausführen, weil seine Stimme stockte und er fassungslos den Kopf schüttelte.

Sieglinde D. aus doppel D. dagegen schrieb uns:

Row Zero? Fand ich geil. Früher konnte ich dann immer mit einen von denen von der Bühne vögeln. Super war’s. David Bauwie, Michael Jäger, Börth Kontrol, Die Härzte, Nana, Pater Lebbich, einfach geile Shows. Heute bin ich nicht mehr so aktiv, aber Row Zero hat mir schon viel Befriedigung gebracht. Außer einmal, bei einem Heino Nachmittagskonzert um ein Uhr mittags, im Münchner Olympiastadion, scheisse war’s, möcht’ ich nicht dran denken, da war Row Zero echt kacke, da wollten zwei von der Securities nen Dreier mit vier anderen Groupies innerhalb von fünf Minuten … also Sex vor Sieben, unter mein Niveau … shocking! …

Wir befragten noch Dutzende “Row Zero”-Opfer. Manche wie im Falle Heiner P., andere wie Andrea T., und immer wieder stießen wir auf das Phänomen, dass jene Opfer indirekt oder direkt das “Row Zero”-System nie in Frage stellten und danach drunter litten.

Es scheint wohl eindeutig, dass die “Row Zero” mit Realitätsverlust einhergeht, weil es ein selten gewährtes Privileg zu sein scheint, im exklusiven Club der “Row Zero”-Leute sich zu befinden. Unsere Schlussfolgerung ist daher, bei jeder Veranstaltung “Row Zero”, also die erste Reihe, zu verbieten, um das Wohl unserer Kinder sicher zu stellen. Hierbei sollte man immer ortsbezogen vorgehen. Also von der Security immer die erste Reihe aus dem Zelt oder Veranstaltungsort sicher hinausleiten. Das wird dann zwar dazu führen, dass nach kurzer Zeit, immer wenn die erste Reihe safe eliminiert wurde, der Veranstaltungsort leer ist, aber dann ist die Sicherheit von unseren Mädchen und Buben gesichert.

Wir, die Redaktion der bayrischen Vertretung für Anstand und Moral plädieren, dass dies zuerst einmal bei den nicht sittlich gefestigten Gruppierungen bis zum 3. Oktober durchgeführt wird. Damit ist der Fokus auf Gruppierungen gelegt, die keinerlei Bezug zu christlichen Werten haben. Also eindeutig identifizierbar, durch fehlende Namensgebung, fehlende Koalitionen, keine Sympathiekundgebung oder keine familiäre Bindungen zu unseren christlich-sozialen Grundwerten in Bayern.

Bei den Gruppierungen der SPD, den Grünen und den Linken und deren Bierzeltveranstaltungen sollte man sehr aufmerksam hinschauen, dass unsere Buben und Mädchen nicht Opfer eines “Row Zero”-Systems werden.

Denn wie unsere christliche Bibel schon sagt: “Die ersten werden immer die letzten sein” und wir in Bayern, wir werden entsprechend dafür sorgen, dass die Ersten ganz, ganz schnell und zügig die Letzten sein werden. Wir in Bayern haben schon mit den Klimaklebern in den ersten Reihen, also den “Row Zero”-Klimaklebern, mittels unseres Polizeiaufgabengesetzes begonnen. Generell sollte jede erste Reihe nicht erlaubt sein, erst recht keine nullte. Zum Schutze unserer Kinder! Und Kindes Kinder. Ja, wir sind eindeutig gegen Verbote und sind niemals eine Verbotspartei, aber so etwas wie “Row Zero” darf auch nicht erlaubt sein.

Und nach der Bayernwahl: Schaun mer mal. Schaun mer mal weiter, gell, ob wir das alles unter Kontrolle bekommen haben.

Denn: Wehret den Anfängen!

gez. Christlich-Bayrische Vereinigung für Anstand, Sitte, Moral und Liberalitas Bavariae

Germans next newest TV-Show: Fachkrafttalentsuche

Mia schreim as Joa zwanzger unsara krisdlichn Zeit vom Zwoaradausnder. De Preißn ham se ganze Fuaßboibundesliga untan Nagl grissn. Ganz Fuaßboi? Awa fei wiakli ned! Oa winzigs Gbiet hoid ganz aloa tabfa dageng und gibd ums Varegga ned auf. Do wona nemli lauta schneidige Bayern, de no dazua ziemli schdur san.

Alles verstanden? Hm. Nicht? Dann halt hier die Übersetzung:

Ganz Deutschland steht unter Schockstarre. So etwas hat es lange nicht mehr erlebt. Ein Land im Abwärtsstrudel des Fachkräftemangels. Händeringend sucht man per Papierzettelaushänge an Fußgängerampeldruckknöpfen, Laternenpfähle und Bushaltestellen nach Fachkräften. Aber nie meldet sich einer. Und die Konsequenzen sind brutal. Die Münchner Bäckereikette “Hofpfisterei” muss aufgrund von Fachkräftemangel gleich drei Standorte schließen. Da hätte auch nicht die Brötchentaste der FDP etwas ändern können.

Tja, der Standort Deutschland ist nicht mehr attraktiv. In Berlin sollen vier Puffs aus Gründen des Fachkräftemangels geschlossen haben. In München musste die Putzfirma “Bitzeblank mit Mindestlohn” ebenfalls schließen. Keine Fachkräfte mehr. Krankenhäuser sind auch schon bedroht, weil denen die weiblichen Pflegekräfte ausgehen. Fachkräftemangel. Nachdem bei der letzten Razzia die ohne Rechtsurteil kriminalisierte “Letzte Generation” ihr Vermögen vom bayrischen Staate eingezogen bekommen hat, fehlt auch ihnen jene Fachkräfte, die sich auf Straßen ankleben. Ohne Knete, keine Fete. Bei RTL sollte für das Sommerloch 2023 ein neuer Straßenfeger, also eine neue Show, rausgebracht werden: “Deutschland sucht den Quereinsteiger”. Abgesagt. Den Produzenten fehlen Kabelträger, Kamerahalter mit Galgenmikrofonausbildung und Scherenschleifer im Schnittraum für die Post-Produktion. Fachkräftemangel, wohin man schaut. Die Öffentlich Rechtlichen wollten “Wetten-Dass” ganz neu als große Samstagsabendshow rausbringen. Das Ergebnis ist bekannt. Sie fanden nur Gottschalk, da Lanz bereits seine Show hat, und Silbereisen und Harald Schmidt sich beide mit dem Traumschiff auf dem Rhein-Main-Donau-Kanal verfahren hatten. Oder Sat1-Pro7, da munkelt man bereits, dass ChatGPT mittels den Archiven der 90er das aktuelle Programm erzeugt. Die Not ist greifbar, wenn die Fernsehprogrammzeitschrift einem nichts neues mehr erzählt.

Und was passiert? Wenn die Not am größten ist, dann bedient man sich bei Artfremden. Also, bei den Fachkräften, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. Das hatte bereits bei der deutschen Comedy-Szene wunderbar geklappt. Und so bespaßen uns Comedians damit, dass sie vor Kameras um den Preis jeder Grimasse versuchen zu verhindern zu lachen. Oder sie füllen Spätabendprogramme und bespaßen uns. Dieses Konzept funktioniert also wunderbar.

Und was macht der FC Bayern? Also jene Vereinsmannschaft, die so effizient und effektiv spielt, wie die deutsche Nationalmannschaft es von der abgekupfert hat? Zwei Ex-Fußballer werden rausgeschmissen. Aufgrund zu wenig Ahnung von der Fußballmaterie. Tja. Kann schon mal passieren in Deutschland, dem Land des Fachkräftemangels.

Und man holt sich für den einen Ex-Fußballer kompetenten Ersatz. Und in Bayern taugt dazu schon lange kein Bayer mehr. Man krallt sich einen ehemaligen Angestellten der Volksbank Aurich. Erklärung: Aurich liegt nördlich von Emden, da wo der deutsche Comedian Otto Waalkes herkommt. Alles klar? Wenn das Ganze schon bei Comedy klappt, warum sollte der FC Bayern München dann nicht auch versuchen, einen Preußen nördlich von Emden einzusammeln und als nächsten CEO zu installieren?

Was ein Auricher mit Banken-Hintergrund an know-how für Fußball mitbringt? Geld? Verbindungen zur Finanzszene? Weil Fußballer werden ja inzwischen mit Geld bezahlt und nicht mit Naturalien. Auch in Bayern. Selbst wenn mancher noch denken mag, die Balltreter des FC Bayerns erhalten ihr Gehalt in Form von überschäumenden Bierfässern nach Hause gerollt. Ist nicht mehr so. Das war vielleicht so, als die Bayern noch hinter dem größten Isarkiesel hinterher liefen, ihn dann zum Fußball deklarierten, dann aber nach Kopfbällen immer so duhn durch die Gegend taumelten.

Hm? Die Bayern taumeln noch immer duhn durch die Bundesliga? Okay, aber schon mal die restlichen 17 Mannschaften angeschaut? Genau.

Da kann es nur hilfreich sein, einen Bänker zum CEO zu ernennen. Weil in Deutschland der Fachkräftemangel vor dem Fußball nicht halt macht. Klar, die deutsche Nationalmannschaft war schon immer eine Turniermannschaft und die Kinder mit 11 Jahren fragen bereits nervtötend deren Eltern, was denn vor deren Geburt so in der Bundesliga los war und warum denn immer nur Bayern Meister wird. Ob das mit dem Geld zusammenhängt, dass die Bayern auf deren Konten rumlagern haben?

Da gibt es garantiert jene Politiker a la Lindner, der diese Kinder dann anblafft, man solle das Fußballgeschäft denen überlassen, die sich damit auskennen.

Und ich komme dann ins Grübeln. Denn entweder man studiert Jura, wird Anwalt und schlägt dann eine Karriere als Politiker ein. Oder man fängt bei ner Bank an und steuert dann Fußballvereine. Ja, der Fachkräftemangel treibt seltsame Blüten.

Ich starre mein Telefon an. Ob es heute noch klingelt? Ich starre es hypnotisierend an. Will es heute noch klingeln? Da ist beim Bayern noch eine Stelle frei, jene von dem anderen Ex-Fußballer. Und da ich mich in Fußball null auskenne, aber in meinem Job als Fehlersucher in der automatisierten Produktion einen legendären Ruf habe, kann ich die besten Vorrausetzungen vorweisen. Denn ich kann in meinem Beruf noch lächeln, komödiantisch leichte Witzchen reißen und damit alle aufs falsche Gleis locken, bevor ich denen dann meine Fangzähne zeige. Der Söder ist ja schließlich auch Ministerpräsident geworden, obwohl der gar nichts kann. Also, dafür kann, wollt ich damit ausdrücken.

Komm, Telefon. Tu es! Klingel schon. Mach dem Fachkräftemangel beim FC Bayern den Garaus …

Alles für den Dackel, alles für den Club, unser Leben für den …

Da hatte es mich doch heuer ganz bös erwischt, da herinnen in München, im heimisch zünftigen Paulaner-Garten. Mir war bereits seit langem klar, dass die Drogenpolitik der Ampel-Regierung einem schwer zu denken gibt. Nachdem Herr von und zu Lauterbach seine neusten Drogenkontrollpläne bekannt gab, da schlug der Puls der Aufregung in Bayern auf neue Bluthochdruckwerte.

So hatte die BILD-Zeitung in die bayrische Staatskanzlei hinein ein Dokument als LEAK aus dem Ministerium vom Herrn Lauterbach verteil. Und dieses Dokument, welches ein Namenloser der vielen BILD-Arbeitsdrohnen klandestin und mit eigens installierter Internetverbindung von den öffentlichen Lauterbach-Ministerium-Internetseiten in mühevoller Kleinarbeit heruntergeladen hatte, dabei jenen Download Bit für Bit konsumierend und dann per Träger über die Staatkanzlei-Tiefgarage in die oberen Regierungszimmer vom Söder hochgebracht, also, dieses Dokument sagte etwas darüber, wie die Abgabe von Bier neu geregelt werden könnte: Der Bierkonsum solle entkriminalisiert und aus den Schmuddelecken der anonymen Trinkerhallen herausgeholt werden. Auf die mit Bier regelmäßig eingeleitete schwere Alkoholsucht sollte proaktiv reagiert werden. Proaktiv heißt, eine kontrollierte und gesellschaftlich verantwortungsvolle Abgabe von Bier wurde anvisiert.

Und weil “verantwortungsvoll” der Aufgabenbereich eines Ministerpräsidenten ist und nicht die eines dahergelaufenen, nicht-bayrischen Kölners mit Ministerposten sein kann, daher hat sich sofort der fränkisch Landesvater in seiner oberbayrischen Staatskanzlei per Twitter gemeldet:

Wir lehnen die Bierkontrollpläne der Ampel ab. 90 Bier im Monat, 3 Bier am Tag – das darf es nicht geben. Wir werden alles tun, das zu verhindern. Wir wollen keine Drogen in Bayern. Wir schützen unsere Kinder und Jugendlichen. #csupt23 #miteinander

3 Bier am Tag? Wie hatte der ehemalige bayrische Ministerpräsident Beckstein erklärt: „Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist Autofahren noch möglich“, sagte Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein von der CSU dem Bayerischen Rundfunk in München. Das Trinkprofil eins Oktoberfest’lers ist am Anfang nur an seine Maß zu nippen und dann am Schluss seines Zeitfensters, Gas zu geben und zu schütten. Das ist weltweit bekannt und gehört zum bayrischen Kulturgut. Lediglich Preußen (- jene FDH’ler des Bierkonsums –) nippen ihr Bier schlückchenweise alle dreieinhalb Minuten und prosten sich dabei auch noch zu, was als harmloser einzustufen wäre, ganz im Gegentum zu dem Trinkverhalten eines bayrisch Traditionsverhafteten bei dessen Bierkonsum beim Starkbierfest oder beim Oktoberfest, welches Sprünge auf der zweifelhaften Karriereleiter einer tragischen Alkoholkarriere sein können.

Aber zurück zum jetzigen Landesvater:

90 Maß Bier im Monat, dass ist schon nicht mehr verantwortungsvoll. Selbst bei 60 Maß Bier im Monat (also zwei Maß Bier pro Tag im Monat mit dreißig Tagen), da ist der Alkoholsucht der Weg schon mit Bierleichen gepflastert. Mit kindlichen und jugendlichen Bierleichen. Das geht nicht. Da tritt der bayrischen Schutzinstinkt ein. Wehret den Anfängen, bevor zu spät ist! Hat schon der Strauß, der Franz-Josef, gesagt.

Kinder und Jugendliche gilt es zu schützen. Keine Macht der Liberalisierung von Bier. Daher war es wohlfeil und positiv gesonnen zu lesen, dass unser bayrische Landesvater diesen Schutz über alles stellt. Notfalls lassen sich ja Kinder und Jugendliche nach dem bayrischen Polizeiaufgabengesetz (PAG) genau so behandeln wie sogenannte “Klimabkleber”.

Bei Überprüfung der Sachlage und Feststellung der drohenden Gefahr (u.a.a. bei Selbst-Gefahr-dung) kann mit unbefristeten Sicherungsgewahrsams im Hinblick auf das rechtsstaatliche Bestimmtheitsgebot aus Art. 3 Abs. 1 Satz 1 Bayerische Verfassung reagiert werden.

Einfach mal vier Wochen Vorbeugehaft für diese Biertrinker und potentielle Alkoholmissbrauchsstraftäter. Allgemeine Anlässe des Bierkonsums und daher drohende Gefahren gibt es reichlich: Silvester/Neujahr, Karneval, Karfreitag, Tag des deutschen Bieres, 1. Mai, Muttertag, Vatertag, Geburtstage, Abi-Feiern, Schulschluss, Wochenende generell, Frühlingsfest, Internationale Tag des Bieres, Oktoberfest, Tag des österreichischen Bieres, Weihnachtsmärkte, usw. usf. .

Bei bereits in den Polizeiakten geführten “Klimaklebern” ist es denen verboten mit Kleber in der Tasche angetroffen zu werden. Falls, dann geht es gleich wieder für vier Wochen in Vorbeugehaft. Das gleiche sollte für Kinder und Jugendliche in Sachen Bier und Alkohol gelten. Es ist beruhigend, dass sich unser Landesvater Söder in seinem Tweet dazu eineindeutig klar und ohne Umschweife geäußert hat. Das würde man mal gerne von einem Habeck oder der Ampel an sich lesen.

Wie bitte?

Alles falsch?

Ich habe falsch zitiert?

Es geht gar nicht um Bier oder Alkohol?

Söder hatte in Wahrheit über “Cannabis-Pläne” mit über  “90 Joints im Monat, 3 Joints am Tag” gesprochen, als er sich um den Schutz von Kindern und Jugendlichen sorgte?

Ach so.

Dann habe ich mich wohl verlesen. Gott sei Dank.

Ich hab mich schon wundern getan, warum Söder jetzt von Bier als Einstiegsdroge für Alkoholsucht und Alkoholspätfolgen schrieb. Bier ist natürlich nicht schädlich, sondern hat sogar wohltuende Effekte fürs Haar. Darum sieht man den Söder auch immer wohlfrisiert auf Twitter, wie er biergefüllte Krüge auf diversen bayrischen Bierfesten festhält. Bierkrüge zwischen den Fingern, nicht Joints. Bayrische Kultur und nicht Einstiegsdrogen zu einer Suchtkrankheit.

So. Das wär’s von hier aus’m Paulaner-Garten. Ich trink noch mein Starkbier-Maß, zuzle meine restlichen Fränkischen Bratwürste aus und gehe heim in meine Staatskanzlei, zu meinen Dackel und zu meinen Club. Mei Leb’n für an Hund …

Luhja sog i …

Eine Familie ist ein Elendsverband

Es ist beruhigend, dass KIs den Menschen einfach nicht vollumfänglich ersetzen können. Eine KI kann dem Menschen zeitnah nie das Wasser reichen. Wer am Wochenende sich von diesem alternativen Fakt noch nicht überzeugen hat lassen, … keine Sorge, der neuste Schweiger-Film “Manta Manta – Zwoter Teil” läuft auch noch am nächsten Wochenende.

Der Mensch ist und bleibt ein Unikum. Der Mensch an sich benötigt bei Schweiger-Filmen immer einen Standard erwarten, den ChatGPT wie folgt beschreibt, wenn man die KI fragt, wie denn so ein “Manta Manta”-Sequel in den Schlussszenen aussehen könnte, der erhält dann auch mal folgenden Vorschlag:

Der Zuschauer wird durch die starke Botschaft des Films berührt, dass Familie und Freundschaft die Grundpfeiler des Lebens sind und dass es nie zu spät ist, sich wieder mit seinen Lieben zu versöhnen.

Allerdings erzählt ChatGPT auf Nachfrage auch folgenden Manta-Witz:

Warum haben Mantafahrer immer eine leere Flasche im Kofferraum? Für den Fall, dass sie mal auf eine Tankstelle ohne Bier treffen!

Somit relativiert sich die Intelligenz der KI doch erheblich. Denn am Filmende im Schweiger-Film gibt es nicht irgendein Bier, nein, sondern das Bier, das man aus der Werbung mit dem verstorbenen Rudi Assauer

Nur gucken, nicht anfassen!

kennt. Damit ist eigentlich alles wichtige zum neusten Schweiger-Film erzählt, an dem sieben Köche in dem Drehbuch-Brei mit rumgerührt haben. Einer der Drehbuch-Köche kennt sich in Werbefilme aus. Da darf man am Filmende auch mal mit nem Biercken drauf anstoßen, woll.

Was lange gerührt wurde, das kann einen nichts mehr schütteln. 400.000 Besucher seit fast zwei Wochen haben den Film gesehen und können sich nicht irren. Der Film muss somit auch nicht sofort aus den Kinos verbannt werden, denn es gibt in Deutschland die 0,5 Promillegrenze und mit momentanen 0,47 Promille darf der “Manta”-Film in den Kinos noch weiter gefahren werden. Sollte der Til-Schweiger-Film allerdings die 1,1 Promillegrenze noch überschreiten, denn dann muss man sich drüber unterhalten, ob eine absolute Fahruntüchtigkeit für Manta-Zuschauer gelten muss. Vox populi, vox Rindvieh.

Hm? Den letzten Satz hatte ich bereits im vorherigen Blogeintrag von mir verwendet? Nun, Til Schweiger hat mit dem “Manta Manta – Zwoter Teil” ja auch nichts sonderlich neues geschaffen, sondern sich erneut zitiert, womit er schon dauernd und nicht erst seit den “Zweiohrküken” und dem “Kokowääh” rumspielt: die Familie als Keimzelle der Gesellschaft und Vernunft. Und als gutes Beispiel geht er voran und beschäftigt seine Töchter Luna und Emma auch in seinem “Manta”-Film. Das ist natürlich und nicht zu beanstanden.

Wer allerdings meint, der Schweiger-Clan spielt hier kriminell mit der cineastischen Kunst, und somit das Thema “Clankriminalität” als Assoziation bemüht, der hintertreibt den in Deutschland als Ideal propagierten Leistungsgedanken. Warum darf sich Til Schweiger seine Töchter nicht als Darstellerinnen leisten? Leistung muss sich wieder lohnen. Und 400.000 Besucher bislang können sich nicht irren, dass sich Schweiger mal wieder etwas geleistet hat.

Die Familie ist ein Elendsverband und so etwas verlässt man nicht, hatte bereits Martin Walser erklärt und Til hat es verstanden, dass ein Clan nichts anderes als eine Familie ist. Und die Familie ist gerade in unseren Zeiten das propagierte Ideal: die “family” als safes Band angefüttert aus Blutkonserven und die “family” lost dicker als Wasser aus ner Eiswürfelmaschine. Da darf denn auch geschwisterliche Teilung und brüderliches Betrügen erlaubt sein.

Und wenn man ChatGPT nach dem Zusammenhang von Til Schweigers “Manta Manta – Zwoter Teil” und “Familie” in Form eines Witz fragt kommt auch gleich die Antwort:

Warum fährt die ganze Manta-Familie in einem Auto? Weil sie sonst auseinanderfallen würde!

Und so lehne ich mich mit der Aha-Erkenntnis zurück, warum so viele Leute in den neuen Schweiger-Film gehen: Schweigers “Manta”-Film ist das letzte Refugium für laute, prollige und biertrinkende Menschen, die Angst haben, dass im Zuge der Auferstehungsgedanken Rudi Assauer wieder bei denen auf der Mattscheibe auftaucht und den unschuldigen Zuschauer mit einem

Nur gucken, nicht anfassen!

anblafft. Und das entspreche doch einer Verbotskultur. Und nur gucken, das will doch keiner dieser Schweiger. Obwohl, im Kino gucken sie. Und sie lachen. Lachen bis zum Cringe. Besonders das Lachen mit dem “aus” als Vorsilbe ist derzeit en vogue.

Obwohl, “en vogue”? Ist das nicht erst recht cringe? Weil da würde der Til Schweiger Pickel von bekommen. “En vogue”. Würde Til Schweiger das hören, er würde gleich wieder gegen die Volkskrankheit “Wokeness” und zur Impfung dagegen seine Filme empfehlen. Dabei hält er es doch bekanntlich nichts vom Impfen an sich. Das war ihm bereits damals zu “woke”. Aber ich schätze dass er nicht der einzige wäre, der “en vogue” für Teufelszeug hält  Momentan laufen genau so viele Bedenken-Träger wie Pickel-Träger herum, da hilft auch keine tonnenweise kostenlose Ausgabe von Anti-Pickel-Wasser mehr …

Aber Hauptsache Familie ist und bleibt “en vogue”. Vitamin “F” hilft immer und übertrifft jedes Anti-Pickel-Wasser bei Talentlosigkeit. Möchte irgendwer seine Familie lieber bei Reality-Formaten in der Glotze wiederfinden oder doch viel lieber in Filmen auf Leinwänden?

Egal. Solange KIs es nicht beherrschen, Drehbücher auf “Manta Manta – Zwoter Teil”-Niveau zu schreiben, so lange sind wir jedenfalls im Kino vor KIs sicher. Eine KI kann dem Menschen nie das Wasser reichen. Und den Rest erledigen dann die “Avengers”, nicht wahr. Oder die Wasser- und Eis-Verkäufer im Kino. Und die Schweiger-Familie auf der Leinwand. Für familiengerechte Unterhaltung.

Unterhaltung, das ist das, was man gerade noch unter Haltung ertragen kann. Und das dürfte bei dem “Manta”-Film jederzeit möglich sein, nicht wahr. Wer ein Komma in bedeutenden Äußerungen anderer wichtiger Menschen werden will, der krümmt seine Haltung beizeiten. Und jetzt mal ehrlich: Höret auf zu meckern und seiet froh, denn es könnte noch schlimmer kommen!

Nun, ich bin froh. Und sicherlich wird bald auch noch Film namens “Manta Manta – Dridder Deil” kommen.

Amen.