Mit Brille wäre das nicht passiert?

Vielleicht hat es der ein oder andere im Weihnachtsstreß noch die Nachricht mitbekommen:
Die Firma LUMUS hat eine neue Erfindung angekündigt, die einem das „Ethan Hunt“-Feeling gibt. Man setzt sich eine Brille auf und denkt man sei der Tom Cruise aus dem Film „Mission Impossible“.
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Während der eigene Ehemann mal wieder den Fernseher wegen Fußball belegt hat und denkt sie sei fußballinteressiert, sitzt sie träumend neben ihm und schaut zum siebenundzwanzigsten Mal durch ihre Brille „Casablanca“, um mal einen echten Mann zu sehen.
Oder während er mit seiner Frau zur Oper gehen muss, um zum wiederholten Mal „Tosca“ beizuwohnen, hat er die Brille auf und schaut „Feuchte Schluchten Vol. 37“, während sie mit einem Taschentuch ihre Augenwinkel trocknet.

Apropos „Feuchte Schluchten Vol. 37“.
In Verbindung mit der neuen Blue-Ray-Technik hatte eventuell man(n + frau) darauf gehofft, dass es jetzt eventuell die DVD mit 21 Stunden ununterbrochenem Porno geben würde. Die Hoffnungen lagen also direkt bei SONY und DISNEY, die dieses System als System der Zukunft auf ihre Fahnen geschrieben haben.

Auf der AVN-Award-Veranstaltung wurden jetzt letztens in Hollywood sowas wie „Porno“-Oskars verliehen. Und genau dort hat jetzt ein P-Produzent gesagt (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/,rm3/computer/artikel/466/98368), dass wegen der Einstellung von SONY er seine Filme wohl auf dem anderen konkurierenden System HD-DVD von Microsoft und Toshiba mit 30 Gigabyte Speicherplatz veröffentlichen werde. Das bedeutet, nur noch 12 Stunden ununterbrochen P-Filme für sie und ihn …

Anfangs kam dann der Verdacht auf, SONY würde gerade deswegen keine Pornos auf ihre Lizenzprdukte der Blue-Ray dulden, um nachher ihre Playstation 3 als XXX-frei anpreisen zu können. Nun beteuert Sony, dass von ihr keine Pornos rausgebracht werden, aber generell kein Lizenz-Verbot für Pornos auf Blue-Ray ausgesprochen wird …

Erinnerungen wurden wohl wieder bei Sony wach, an das damalige dem „VHS“-überlegene Videosystem „Betamax“. Die ersten Filme überhaupt, die auf den Video-Bandkassetten erschienen, waren „VHS“-Pornofilme. Und diese fanden begeisterten Absatz. Erst ein Jahr später kamen die ersten Hollywood-Filme raus und diese auf das schon populärere „VHS“-System. Da befand sich das „Betamax“-System schon auf dem Weg der „HiFi-Geschichte“.

Nun.
Sony rudert jetzt fleißig zurück (Quelle: http://www.golem.de/0701/49937.html). Denn wer den Porno-Markt für sich gewinnen kann, wird das Geschäft machen. Das scheint klar.

Die Frage bleibt jetzt nur:
Wozu brauch man 20 Stunden P-Filme auf einer Blue-Ray-Disc?
Nun, wird da der gewiefte Techniker entgegenen, mit solchen Speicherplatz auf einer Plastikscheibe können Filme auf HDTV aufgezeichnet und abgespielt werden.

Das ist schön. Da kann man alles noch detaillierter sehen … die schönen Landschaften, die schlönen Panoramaeinstellungen und die intelligenten tiefsinnigen Dialoge im Dolby-Surround-Klang …

Schön zu wissen, dass es für HDTV qualifiziertere Filme geben wird.
Vielleicht lohnt sich dann auch noch so ne Brille, wie oben erwähnt. Und zwar für das neunundzwanzigste Wiedersehen mit „Rambo“ und „Terminator“, wenn die eigene Gattin Samstags abends zum zigten Mal erneut „Schlaflos in Seattle“ in den DVD-Player schiebt …

Spielekonsolen? Zu Risiken und Nebenwirkungen …

„Du rufst vom Handy aus an?“
„Ja!“
„Es gilt also. Wenn du die Karten zu dem Konzert gewinnen willst, musst du jetzt dein Handy ins Klo werfen und abziehen.“
„Mach ich!“
„Wirklich?“
„Mach ich! Ich steh jetzt vorm Klo!“
„Du musst es reinwerfen!“
„Mach ich!“
„Und abziehen!“
„Ich werf es jetzt rein! …“

Stille.
„Hm. Ich glaube, sie hat es wirklich gemacht. [prustend lachend] Hat wer von euch eigentlich ihre Adresse für die Tickets aufgeschrieben?“

Bis heute weiß ich nicht, ob das, was ich damals zufällig am Radio gehörte hatte, eine Radio-Comedy oder bitterer Ernst war. Ob der Radio-Moderator das Mädchen am Handy wirklich dazu bewegte, ihr Handy zu versenken.
Wundern würde es mich nicht. Denn schließlich war das Ticket von einer damals beliebten Boy-Group, wenn ich mich recht erinnere.

Und nun jetzt das:
Ein Radiosender lobte die Spielkonsole Wii aus. Vorraussetzung zum Gewinn der Wii war, soviel Flüssigkeit wie nur möglich zu trinken, ohne aufs Klo zu gehen. Die 28-jährige Jennifer Strange wollte eine Wii für ihre drei Kinder gewinnen und fing an Wasser zu trinken. Nachmittags wurde sie tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Der Arzt konstatierte „Wasservergiftung“. Man könnte meinen, die Mutter wäre ertrunken.
Das geschah in den USA (wo sonst?).
In Kalifornien.
Im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten … .

Spielekonsolen können Ihre Gesundheit gefährden.
Insbesondere, wenn man sie noch nicht besitzt …

Quelle: http://www.winfuture.de/news,29462.html

Das bisschen Krankheit …

Die Titelschlagzeile

„Krankenstand niedrig wie nie“

und mein erster Gedanke

„Kein Wunder bei diesem Wetter. Kaum Skiunfälle.“

Logisch!

Logisch?

Lazy sunday afternoon …

Deutschland ist wieder auf der Suche.
Und die Medien helfen kräftig mit. Schließlich möchten die nicht als unnütz bei der Suche am Rande rumstehen.

RTL Fernsehen sucht daher wieder einmal den Superstar. Wahrscheinlich wollten die nur Dieter Bohlen von der Straße holen. Und es funktioniert. Auf den Straßen finden sich abends keine Arbeitslose mehr. Alle weg von der Straße und vor dem Fernsehschirm …

Ebenfalls sucht auch ProSieben und zwar den Super-Tänzer. „Deutschlands bester Tänzer“ tönt im Off die Stimme die Boulevard-Parole. Na, das wird aber die Profi- und Amateur-Tänzer freuen, dass ProSieben so einfach „Mir-alles-Dir-nichts“ die Titelvergabe an sich reißt.

Und weil es so schön ist, sucht inzwischen auch VOXwas Super-haftes: den Super-Hund. Sozusagen eine „Lassy für Arme“. Die ausscheidenden Hunde müssen von ihren – die Ausscheidungen einsammelnden – Besitzer (verniedlichend „Herrchen“ und „Frauchen“ genannt) begleitet werden. Ausgelobt als erster Preis für den Superhund-Dackel und dessen Besitzer ist ein Freiflugticket nach Seoul in einem Feinschmecker-Lokal … schließlich heißt der Arbeitstitel der Sendung „Deutschland sucht den Suppenhund“.
Die Verlierer-Dackel kriegen übrigens auch was. Jeder Dackel erhält nach Ende der Staffel eine absolut heiße Hauptrolle in einer öffentlichen Dackelverbrennung. Und deren Besitzer Karten für die Stühle in der ersten Reihe.

Im ARD wird auch fleißig gesucht. Wenn es schon keine neuen Drehbücher nach irgendwelchen Rosamunde Pilcher Gedanken und anderen Schnulzendrehbuchschreibern sind, dann sucht sie wie gestern abend den Superstar für die Krone der Volksmusik. Diese Krone konnte natürlich nur einer erhalten: unser Super-Florian, der Super-Silbereisen. Wer sonst? Denn Marianne und Michael haben ihre Auszeichnung als Superstars schon beim ZDF abonniert …

Übrigens schaltet sich demnächst auch RTL2bei der Superstar-Suche mit ein. Die sperren dafür wieder mal Leute in einen bis auf das Klo total überwachten Bunker ein.
Zum siebten Mal.

Deutschland, ein Land der Superstar.
Man muss sie nur suchen.
Gnadenlos mit einem Kameras und einer Stimme im Off während der Sendung …

Der Desktop als Würfel …

Das kann Windows weder XP noch als VISTA und ich find’s einfach nur geil!

Screenshot:
'Bildschirmfoto' von Careca

So sieht jetzt mein neuer Desktop aus, wenn ich die Arbeitsflächen wechsle.
Und selbst das ist noch nicht alles. Die Effekte sind schon verdammt stark.
Irgendwie fühle ich mich jetzt ein wenig wie Tom Cruise in MINORITY REPORT …
:>>

Tja, das kann nur Linux … :)

Niedersachsens neue Mehrheit

Die Mehrheit in Niedersachsen sind Schweine.
Ich meine jetzt keine „Männer“, denn dann hätte ich „Eber“ schreiben müssen.
Und auch nicht „Frauen“, denn das wären „Säue“ oder „Bachen“.
Nein. Ich meine Schweine eben.
8,019 Millionen Schweine leben dort in Niedersachsen.
Die Menschen in Niedersachsen sind in der Unterzahl.
Unter 8 Millionen.
Jedem Niedersachsen könnte man also ein Schwein zur Seite stellen und bei manchen wäre es gleichzeitig deren alter Ego.

Mehr Schweine als Menschen in Niedersachsen?
Wird es da nicht mal wieder Zeit für ne nette kleine fette Schweinepest? …

Quelle: www.tagesschau.de

Die Tiere draussen blickten von Schwein zu Mensch und von Mensch zu Schwein, und dann wieder von Schwein zu Mensch; doch es war bereits unmöglich zu sagen, wer was war. Georg Orwell

Veröffentlicht unter Privat

Vom Winde verweht, von der Gabel gepustet …

Das ist ja schon ne eigentümliche Woche.

Ein Orkantief, dass alle „Franz“ nennen, weht durch Deutschland, wirft paar Fahrzeuge um und bei VW muss der Sanierer gehen. Der heißt nicht „Franz“, aber „Bernhard“ und ein „Martin“, ne, hat ihn von der Gabel gepustet. Ein Winterkorn zwar, aber im frühlingshaften Januar.

Dann verliert der „Andreas“ seinen Job beim ARD, der „Günther“ will den Job der „Sabine“ nicht und der „Edmund“ will seinen Job nicht aufgeben. Auch wenn dem „Edmund“ die „Gabriele“ so gemein an dessen Fersen klebt, die ein „Peter“ beerben möchte, was ein „Erwin“, ein „Alois“ und noch ein „Günther“ aber so verhindern möchten …

Das alles vernachlässigend wird wohl eine Christiansen-Nachfolge-Findungs-Kommission einen „Günther“-Nachfolger suchen wollen, weil „Boris“ und „Lodda“ nicht verfügbar sind und der „Franz“ gerade durch Deutschland beckenbauert …

Womit wir wieder beim „Franz“ dem Orkantief wären.

Eine eigentümliche Woche der Vornamen …

Über Stars und Sternchen …

… zieht etwas viel leuchtenderes seine unerschütterliche Bahn.

Der Komet „McNaught“.

Nach dem Namen zu schließen, muss ihn wohl ein Schotte in den Highlands entdeckt haben … es kann nur einen geben …

Für die Sternengucker unter uns empfiehlt es sich heute in der Abenddämmerung gegen 17:00 in südwestlicher Richtung zu schauen oder in der morgentlichen Morgendämmerung gegen 7:00 in östlicher Richtung.

Und die Kamera nicht vergessen!

Ach ja, eilige Könige der Anzahl drei würden noch nicht gesichtet …

Veröffentlicht unter Privat

Aufbruch in die "Stadt der Engel" – Up and away to Los Angeles.

Da lese ich gerade bei der Süddeutschen das Becks Richtung Los Angeles aufbricht.

************************** Intermezzo **************************
Hey, ihr bayrischen Journalisten der Süddeutschen.
Lest mal das hier von euch:

Davis Beckham unterschreibt für fünf Jahre bei L.A. Galaxy

Davis heißt David, gelle?!
Und morgen schreibt ihr dann Stoiber bitte wieder mit „ä“, okay?!
************************** Intermezzo **************************

Fällt da wem was auf?
Nein, nein, nein.
Bitte nicht schreiben, dass das „weiße Ballett“ von Real Madrid am Ende sei.
Das interessiert nicht.

Viel mehr Aufmerksamkeit sollte dem Ziel von Becks gewidmet werden.

Wer wohnt in Los Angeles?
Okay, ihr habt recht. Viele Pornostars. Nirgendwo werden mehr Pornos in dieser Welt produziert als in Los Angels …

Nein.
Wenn David Beckham dort wohnen wird, dann wird dann auch eine Victoria Beckham dort shoppen gehen.

Was haben David und Victoria in Los Angeles gemein?
Nun, David wird da einen guten Fußballtrainer um der Ecke wohnen haben: Jürgen Klinsmann.

Und Victoria?
Robbie Williams hat in jener Stadt ein Haus und rühmte sich schon mit Sporty-Spice ein Verhältnis im Bett gehabt zu haben. Was soll da wohl „Posh-Spice“ sich wohl gedacht haben? „Was Mel C. schon hatte, dass krieg ich als Siegerin immer …“

Und wo stehen dann die Kameras des Boulevards?
Richtig.
Bei David immer an der Außenlinie, um – wie bei der WM – abzufilmen, wie er sich im Training mit Klinsi das Frühstück nochmals durch den Kopf gehen lässt.
Und bei Victoria wie sie sich von Robbie seine CD Rudebox erklären lässt …

Womit wir wieder bei Los Angeles als Stadt der C- und P-Filme sein werden …

„Stadt der Engel“ eben …

Wie die Marktwirtschaft so spielt …

Ein ehemaliger Schihfahrer wird gekündigt, weil er fremd gegangen ist. Er hat für ein Konkurenzunternehmen Werbung gemacht und wurde dann als Werbeträger des einen entlassen.

Und manch ein Fernsehzuschauer hat böse mit der Stirn gerunzelt und sich gefragt, wie sowas denn sein könne … und das alte Argument von „meinen Fernsehgebühren“ angebracht …

Ein Moderator, der sich seine Verträge selbst aussuchen kann, sagt als Nachfolger eines abgewirtschafteten Programmformats ab.

Und manch ein Fernsehzuschauer hat böse mit der Stirn gerunzelt und sich gefragt, wie sowas denn sein könne … und das alte Argument von „meinen Fernsehgebühren“ angebracht …

Würde ich Werbung für ein Konkurenzunternehmen machen, cih wäre meinen Job los.
Dürfte ich zwischen Verträgen auswählen, ich würde mir nur die beste Arbeitsbedingung herausfischen …

Warum regen sich dann einige über den Kündigungsfall Markus Wasmeier und die Absage von Günther Jauch beim ARD auf?

Mich haben beide Fälle beruhigt.
Denn ein „Stern-TV“-Abklatsch und jener Wasmeier sind IMHO wirklich fragwürdig …

Ich liebe ihn!

Ja, ich tue es.
Ohne ihn wäre das leben in Deutschland doch so faaaaad.
Ohne ihn wäre Wildbad Kreuth doch nur ein Kuhdorf mit der Historie für den damals geplanten Abfall Bayerns.
Ohne ihn würden wir doch nie eine Bereicherung der deutschen Sprache erfahren haben.
Gut, es gibt das „Kohle fringsen“, dessen Taufpate der damalige Kölner Kardinal Frings war.
Dann gibt es den Ausdruck des „Genschern“ beim Doppelkopf, wenn während des Spieles der Spielpartner gewechselt wird.
Barscheln, beckenbauern, beckern und ballacken sind inzwischen konstante Größen.
Und jetzt gibt es das „Stoibern“ in bester Umgebung seiner Artgenossen:

stoi│bern: stoiberst, stoibertest, hast gestoibert

1 (ugs.) Sich (aus Eitelkeit und/oder Feigheit) aus dem Staub machen 2 (Politik) Ewiges Fingerhakeln um Macht und Zuständigkeit 3 (Politik) Konsequent das Populäre fordern, aber nicht das Konsequente umsetzen wollen 4 (Das) Stoibern: a) Höchste, vollendete Form der Selbstdemontage b) Zögern und zaudern 5 auch: Den Stoiber machen —> verkohlen „Wir lassen uns nicht verkohlen“; merkeln, (Das) Merkel, durchmerkeln, leverkusen; södern; westerwellen; (veralt.) abwaigeln: abzocken

Quelle: http://www.ariva.de/board/237372

Und weil es so schon ist, ihm beim Stoibern zuzusehen
– nur das Original schlägt jede Fälschung –
hier ein Link, wo er leibt, lebt und stoibert … :
Link

Man kann ihn gar nicht oft genug zuhören … :>:>:>

Veröffentlicht unter Privat

Der Fake der Woche (1)

Wie ich ja bereits vorher mal schon angekündigt habe, präsentiere ich

Der Fake der Woche

Dieses Mal ist es Belinda.

Hallo Belinda.

 Hallo Careca.

 Ich begrüsse dich hier zu meinem Interview „Der Fake der Woche“.

Hm. 

 Du hast heute in deinem Blog geschrieben, dass du jetzt ein Jahr am Bloggen bist. Wie fühlt man sich so als „Fake“ nach einem Jahr?

Wie jetzt? Ich bin kein Fake! 

 Das war jetzt nicht meine Frage. Ich wollte wissen, wie fühlst du dich so …

 Ich bin kein Fake, Careca!

 Bitte bleib beim Thema. Dein erster Beitrag begann mit der Überschrift „Kurzinfo …“ und den folgenden demaskierenden Worten „… zu meinem dritten Versuch“. Meine Frage, ist der jetzt als Fake endlich geglückt?

 Careca, wenn du noch einmal so einen Scheiß auf diesem Niveau weiterfragst, gehe ich! Aber vorher kriegst noch was auf die Backen! Vorsicht also!

 Interessant. Natürlich will ich nicht, dass du jetzt das Interview abbrichst. Deshalb zu einem komplett anderem Thema: Wie fühlst du dich so nach einem Jahr bloggen?

 Gut …

 Schööön. Endlich mal eine klare Antwort. Nach einem Jahr bloggen als Fake, ist das nicht anstrengend?
Belinda?
Was machst du da?
Zieh die roten Boxhandschuhe aus, Belinda!
Belinda?
Nicht Belinda!!
Belin



[Hallo, entschuldigt die kurze Interviewunterbrechung. Hier schreibt mal kurz eure Belinda zu Ende. Careca meldet sich, sobald er wieder feste Nahrung zu sich nehmen kann. Bis dann.]

 

Und jetzt können sie es wieder sehen …

Wie ich vorhin hier im Brasilblog lesen konnte rudert die brasilianische Justiz wieder zurück. Die behördliche Anordnung der Justiz wurde wieder aufgehoben. Die Reaktionen auf die Sperrung sowohl in Inland und als auch in Ausland der dortigen öffentlichen Printmedien zeigen ihre Auswirkungen.

In einem Statement, welches bei der brasilianischen Zeitung FOLHA ONLINE veröffentlicht wurde, erklärt der zuständige Richter erst einmal, dass die Aufhebung „für’s erste“ nur vorläufig sei. Diese Aussage ist für die Justiz nicht unlogisch. Schließlich will sich das Justizpersonal nicht nachsagen lassen, sie seien an deren eigenen Aufgabe gescheitert. So betont der Richter, dass das Urteil eigentlich nur wegen der Unzulänglichkeit der Technik (gezielte Sperrung einer speziellen Datei auf einem Server) erstmal aufgehoben wurde …
„L’art pour l’art“ gewissermaßen.
Demnach war das Urteil der Internetsperre also kein Irrtum der Justiz an sich.

Die Welle der Wut wegen der Internet-Sperrung erreichte mittlerweile eine andere Medieninstitution Brasiliens. MTV Brasilien ist momentan dabei Schadensbegrenzung in eigener Sache zu betreiben.
Wie ich bereits erwähnte präsentiert sich „das Supermodel“ Daniella Cicarelli auch noch moderierend vor MTV-Kameras der breiten Öffentlichkeit. MTV macht per Pressemitteilung klar, dass nicht ihre Moderatorin der Auslöser der Internetsperre war sondern deren Freund Renato Malzoni Filho. MTV Brasilien waren die Proteste nun doch zu imageschädigend geworden. Denn jedes mal wenn der Name „Daniella Cicarelli“ erwähnt wurde, kamen auch gleich die Attribute wie „Supermodel“ und „MTV Moderatorin“, wie ja auch bei mir zu lesen ist. MTV erhielt offenbar wütendendem Protest derer eigenen Zielgruppe. Eine Zielgruppe, welche solche aufgrund ihrer Sehgewohnheiten wohl auch das gleiche Publikum von YouTube.com ist. (Quelle: Folha online)

Die Entwicklung bleibt interessant. Schaun mer aml, was das Aftermath noch interessantes mit sich bringen wird.

Ich sehe was, was ihr nicht seht, liebe Bewohner in Brasilien …

Inder nett?
Inder gar nicht nett!
Inder wirklich nett sauer!
Internet Sperrung in Brasilien …

Wie ich hier schon berichtete, kann es nicht ungefährlich sein zu bloggen. Gerichte können regionales Recht sprechen und im ungünstigsten Fall per internationaler Verfügung, Geldstrafen einziehen. Es muss sich hierbei nur jemand auf den Schlips getreten fühlen und das vor einem Gericht einklagen.

Internet ist wirklich kein rechtsfreier Raum mehr. Und nicht erst durch die Paparazzihatz auf Prinzessin Diana wissen wir, wohin es führen kann, wenn von anderen geglaubt wird, jemanden ins Rampenlicht stellen zu müssen.

In Brasilien hat jetzt das gerichtlich durchgesetzte Recht auf Privatsphäre voll durchgeschlagen:
Daniella Cicarelli war mal Freundin von dem brasilianischen pühänomenalen Dicken und Fußballtreter Ronaldo und ist jetzt in Brasilien MTV-Moderatorin und Modell. Nu hat es sich ereignet, dass diese Frau mit jemanden ins Meer spazierte und mit ihm dann fröhlich poppte. Dummerweise war auch jemand in den Dünen, der das Pärchen belauerte und die action im Wasser mitfilmte und dann nachher das Video auch noch im Internet veröffentlichte. Und das ausgerechnet auf YouTube.com. So vermehrte sich das Video und die Zugriffszahlen auf dieses Softporno stiegen.

Wie das Video aussieht?
Auf YouTube.com findet sich ein Video, welches wohl als offizieller Warner vor der tropischen Krankheit Dengue von dem brasiliansichen Bundesstaat Rio Grande do Sul produziert wurde.
Dieser Moskitostreifen gegen die Verbreitung der Krankheit orientiert sich an dem Originalvideo, eben welches jemand von Daniella Cicarelli aufnahm und welches nun im Fadenkreuz des Interesses steht …

Daniella Cicarelli ging vor Gericht, klagte YouTube.com an und forderte YouTube.com auf, das Video dort zu sperren …
Sollte YouTube.com dem nicht nachkommen, so würde sie drauf klagen, dass Brasilien (!) von YouTube.com abgekoppelt wird. So dass deren Seite in Brasilien nicht zu erreichen sind.
YouTube.com konnte freilich nicht sicherstellen, dass das Video von Daniella Cicarelli nicht auf deren Server eingestellt wurde.
Somit nahm die Rechtssprechung ihren Lauf …
Inzwischen ist es offiziell: Brasilianische Provider schalten aufgrund gerichtlicher Verfügung Sperren in ihr Netz, so dass die Seite von YouTube.com nicht mehr zu erreichen sind.

Nochmals kurz zusammengefasst:
Eine Person klagt auf Schutz ihrer Persönlichkeit und erhält recht und erreicht, dass ein Server in einem riesigen Land nicht mehr zu erreichen ist.

Man kann sich jetzt herrlich darüber streiten, ob wer am Tage im Wasser mit wem bumst, das Recht am eigenen Bild generell verlieren muss.

Interessanter ist dabei allerdings, dass zwei Filme auf YouTube.com richtig Karriere gemacht haben: Die Tötung per Strang von Saddam Hussein und das Softsex-Streifchen einer Privatperson (okay, man sieht irgenwann den Schwanz von ihm seinen Freischwimmer auf dem Wasser machen … also doch nicht so softie für die Männer …)

Angesichts der Forderung vom Innenminister Schäuble, das Internet verstärkt polizeilich zu überwachen, muss ich konstatieren, dass das Internet sich zu einem „Web 3.0“ wandelt.
Ein Web, welches sich immer verstärkter Überwachungsinstrumentarien beugen wird und sich von „Web 2.0“ ins „Web 3.0“ wandeln wird …
Nachdem vorgestern ein Kinderpornoring eben durch polizeilicher Überwachung im Internet ausgehoben wurde, versteht man, dass Internet und Rechtsfreiheit keine Synonyme mehr bleiben können, dürfen und werden.
Nebenbei wurden nicht Millionen von Kreditkartedaten von der Polizei überprüft, wie die Polizei mit stolz geschwellter Brust zuerst verkündete, sondern lediglich einige Hundert von Verdächtigen Personen. Den Betreiber der Kinderpornoseite haben sie allerdings noch immer nicht aufgegriffen …

Zum einem muss man feststellen, …
… dass die Länder, die so auf deren Freiheit als Grundwert stolz sind (u.a.a. Brasilien), dieses voll konterkarieren. Das ist aber nicht verwunderlich. Seit 1109 ist das Kesseltreiben mit der Angst eh das beste Instrumentarium auch in Deutschland Rechte schnellstens einzudämmen oder abzuschaffen … im Namen der Freiheit … die Freiheit ist halt ein kostbares Gut, weswegen man sie sorgfältig wegschliessen muss, damit sie nicht abhaut …

Und zum anderen, …
… dass im Grunde auch für’s Internet gelten muss, dass die Freiheit des einen dort aufhört, wo die Freiheit des anderen beginnt. Und das wird von den vielen Möchtegern- und Profi-Paparazzi gerne missachtet.
Wobei hier liegt die Betonung eindeutig auf die Einzelperson an sich, denn Publikationsorgane interessieren sich herzlichst wenig, wen sie öffentlich am Pranger stellen und nieder machen. Die dürfen das im Namen des Informationsbedürfnisses des einzelnen … und im Namen der Pressefreiheit sowieso …

Gerade für die Meinungsäusserung in einem Blog wird das Abwägen der Interessen anderer und deren Geldbeutel immer wichtiger: Entweder die Schere im Kopf oder ein Leben im permanenten Konjunktiv oder Konditional.

Ich bin gespannt wie diese Entwicklung weiter geht …
Vielleicht wie jetzt?

Wer mehr Hintergründe über die Sperrung von YouTube.com im Brasilien erfahren will, der erhält Informationen aus erster Hand von einem Deutschen, der in Brasilien lebt und einen Blog darüber führt:
Digdiggers Blog „www.brasilblog.de“

Und wer weiß, vielleicht findet sich dort auch Hinweise für das anrüchige Video, welches zur Sperrung des Servers von YouTube.com geführt hat.

Der treffende Kommentar Digdiggers zu der Internet-Sperrung:

Sollte die Sperre nun wirklich offiziell bestätigt werden, stehen Kunden der Brasiltelecom somit auf der gleichen Stufe wie Internetnutzer im Iran. Dort blockiert das Regime ebenfalls den Zugang zu YouTube um die Verbreitung regimefeindlicher Videos zu verhindern.

Inder nett?
Inder gar nicht nett!
Inder wirklich nett sauer!
Internet Sperrung in Brasilien …

Telefonische Schlafforschung: Vom Hörer direkt in den Blog

„Ja, hallo, Careca.“

„Guten Tag, mein Name ist Sieglinde Stierbeiß und ich bin vom Wenatex-Schlafforschungsinstitut Salzburg.“

„Wer sind Sie?“

„Sieglinde Stierbeiß. Wir machen eine telefonische Umfrage über für eine Studie über Schlafgewohnheiten.“

„Aha, und woher haben Sie meine Telefonnummer?“

„Sind sind doch Careca?“

„Ja, aber woher haben Sie meine Telefonnummer?“

„Aus dem Telefonbuch.“

„Aber Sie sind doch aus Österreich? Haben Sie unser Telefonbuch?“

„Nein, aber wir haben Ihre Nummer daraus.“

„Ach so? Und was studieren Sie so?“

„Ich? Studieren?“

„Ja, Sie sagten, Sie studieren.“

„Ach so, ich mache eine Studie für Wenatex. Kennen Sie Wenatex?“

„Was issn das?“

„Wenatex stellt Matrazen und Betten für einen gesunden Schlaf her und wir machen Forschungen.“

„Für wen?“

„Für ihre Kunden.“

„Von wem?“

Wenatex. Sie kennen doch Wenatex?“

„Was issn das?“

„Hab ich doch gerade gesagt.“

„Was?“

„Wer Wenatex ist.“

„Und wer isses?“

„Wenatex stellt Matrazen her.“

„Ach so.“

„Ja.“

Beiderseitiges Schweigen.
Telefonhörerrauschen.
Ein Seufzer am anderen Ende.

„Wir hätten da Fragen über ihre Schlafgewohnheiten.“

„Was wollen Sie wissen?“

„Wie Sie schlafen.“

„Wie ich schlafe? Hören Sie mal, das geht aber doch nicht. Sie können mich doch nicht fragen, was ich für Bettgewohnheiten habe. Mit wem ich wie oft, wann und wo.“

„Das will ich auch gar nicht wissen.“

„Sie haben aber nach meinen Schlafgewohnheiten gefragt. Und da wollen Sie garantiert wissen, wie oft ich mit wem, wann und wo.“

„Das will ich aber gar nicht wissen.“

„Aber wieso fragen Sie mich dann danach. Das ist doch privat.“

„Nein, ich will nur allgemein fragen.“

„Mit wem ich im allgemeinen schlafe? Ich schlafe nicht im Allgemeinen sondern normalerweise in einem Bett. Und das auch hin und wieder nicht alleine. Aber wissen Sie, so privat dürfen Sie aber nu doch nicht fragen.“

„Will ich auch gar nicht.“

„Und wieso fragen Sie mich dann danach?“

„Ich möchte eher allgemeines wissen.“

„Was denn?“

„Also dann frag ich Sie jetzt mal. Wissen Sie, wieviel Menschen Schlafstörungen haben? Sagen Sie einfach mehr oder weniger …“

„Schlafstörungen? Woher soll ich das denn wissen?“

„Sie sollen ja auch nur schätzen.“

„Sie hätten mir schon sagen müssen, dass das eine Quizsendung hier am Telefon ist.“

„Das ist keine Quizsendung sondern eine Umfrage.“

„Habe ich den Telefon-Joker frei? Oder die 50:50 Chance?“

„Was? … NEIN!“

„Okay, dann nehme ich die Telefonabstimmung des Publikums.“

„Hier ist auch kein Publikum.“

„Aber wenn da kein Publikum ist, wieso rufen Sie mich dann an. Casten Sie etwa?

„Wissen Sie was? Wir lassen es einfach. Das bringt mit Ihnen nichts mehr.“

„Okay.“

„Auf Wiederhörn!“

Tut tut tut tut ….

Sehr gut.

Wieder eine Telefonschnalle an den Rand des Nervenzusammenbruchs getrieben.
Ich hasse ungefragte telefonische Meinungsumfragen …

Der Name der netten und wirklich netten Frauenstimme ist übrigens frei erfunden.

Der Firmenname „Wenatex“ jedoch nicht. Die Firma gibt es wirklich und macht vorgeblich „Schlafbereatung“ mit dem Hintersinn auch noch zu verkaufen (mir vorhin ergooglt).

Mist, wenn ich es mir jetzt recht überlege, wollte die Frau mich bei meinen Schlafgewohnheiten beraten und das vielleicht sogar mit ganzen Körpereinsatz ?!?!!!

Und ich Vollpfosten habe es mal wieder komplett versemmelt … 

Über das Lachen (6) … über ein spezielles Lachen: In memoriam Wolfgang Neuss

1958 erschien der Film „Wir Wunderkinder“ mit dem damaligen Traumpaar des deutschen Kabaretts Wolfgang Müller und Wolfgang Neuss in den deutschen Kinos. Begeistert war das deutsche Kinopublikum nicht gerade. Der Film war zu kritisch mit der bis dato deutschen Entwicklung umgegangen. 

Wer waren Wolfgang Müller und Wolfgang Neuss?

Wolfgang Neuss ist ein Begriff: „Der Mann mit der Pauke“. Am 03. Dezember 1923 wurde er in Breslau geboren, 1941 schießt er sich im Krieg den Zeigefinger der linken Hand ab, um ins Lazarett zu kommen. Im Lazarett spielt er für die Verwundeten.

1946 erzählt er in seinem Programm folgende Polit-Pointe:

Da wir gerade davon sprechen. Die Engländer sind ja feine Leute, alles was recht ist … Sehen Sie mal, was machen die Engländer neuerdings? Schon von gehört? Die fahren mit ihren Schiffen ins Bikini-Atoll. Da haben sie Schweine drauf. Und natürlich Engländer. Jetzt kommt’s: Erst schmeißen sie die Schweine ins Wasser, dann werfen sie eine Atombombe. Wissen Sie was passiert? Ein Teil der Schweine geht unter, die anderen Schweine fahren wieder nach Hause …“

Neuss erhielt für diese Polit-Pointe wegen Verächtlichmachung der Besatzungsmacht ein halbes Jahr Gefängnis. Neuss hatte die Verwarnung eines britischen Theateroffiziers in den Wind geschlagen, weil er beteuerte, auf den Witz nicht verzichten zu können. Daß sich die Briten überhaupt angesprochen fühlten, entsprach der Alliierten-Mentalität. Immerhin waren es nicht die Engländer, sondern die Amerikaner, die im Sommer 1946 derartige Versuche durchführten. Neuss, dem die Haftstrafe bald zur Bewährung ausgesetzt wurde, schwärmte noch in den Siebzigern: “Ein halbes Jahr für ein Witz? Glück!“

1949 treten Wolfgang Neuss und Wolfgang Müller zum ersten Mal gemeinsam auf. Das Duo Müller/Neuss spielt nicht nur Kabarett, es taucht auch in normalen Theater, im Kino, in Radio und Fernsehen auf. 

      1955. Theodor Blank ist erster deutscher Verteidigungsminister geworden (… Strauß war angeblich zuvor ‘ne Hand abgefallen [“Wenn wir jemals wieder in Deutschland eine Waffe anfassen sollten, soll uns die Hand abfallen.“] und als das „Amt Blank“ zum Verteidigungsministerium umgewandelt wurde, war er wohl noch nicht genesen …) und somit wird Blank zum Vater der Bundeswehr. Hildegard Knef spielt am Broadway in dem Musical „Silk Stockings“, nachdem sie mit dem Film „Alraune“ in Deutschland bekannt wurde. Der SFB-Intendant Braun schaltet während einer Neuss Live-Nummer im Fernsehen den Ton ab und täuscht eine „technische Störung“ vor. Das Pointenfeuerwerk, mit dem Adenauer, Neonazis und Militarismus eingedeckt wurden, war den Verantwortlichen zu erleuchtend. Deutschland hat seinen Jahresskandal.

Im April 1960 kommt Wolfgang Müller in der Schweiz bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Wolfgang Neuss: „Als Wolfgang Müller starb – zuerst hab’ ich mich einfach geweigert, das zu glauben. Und dann hab’ ich mir gesagt: Jetzt mußt du eben alleine weitermachen. Das, was wir zusammen vorhatten. So kam ich zu meinem ersten Solo-Programm. Ich hab’ den Müller irgendwie selbst mitgespielt. So ist Kabarett. Und dazu gehört auch, daß ich selbst bei dem Tod eines Mannes einen Witz nicht verabscheuen würde. Leben und Tod, das hat beides mit der Bühne zu tun. Weil sich hier alles abspielt.“

Die 60er Jahre sind die Jahre des Wolfgang Neuss. 1962 bringt Neuss für 787,15 DM „die Nation in Aufruhr“ (Der Spiegel). Im Westberliner „Abend“ verrät er einen Tag vor Schluß der Durbridge-Krimi-Serie „Das Halstuch“ in einer Anzeige den TV-Mörder: Dieter Borsche. Neuss hatte bloß geraten, er kannte die Serie nicht, er wollte in der Anzeige bloß geschickt für seinen Film „Genosse Münchhausen“ werben. Die Entrüstung in Deutschland ist groß. Der „Verrat“, wer der „Halstuch-mörders“ sein soll, wird zum Bumerang. Sein Film wird kaum besucht und floppt. Obwohl Neuss vorübergehend in Ungnade verfallen ist, setzt sich sein Aufstieg weiter fort. Neuss bleibt Nonkonformist und wird Mitte der 60er von den Berliner Tageszeitungen mit Anzeigenboykott für sein Programm und mit täglichen journalistischen Angriffen belegt. Er hatte sich im Vietnam-Krieg auf der Seite von Nord-Vietnam gestellt und eine Sammelaktion der Berliner Tageszeitungen für amerikanische GI-Opfer des Vietnam-Krieges mit dem Hinweis kritisiert, daß der von den Amerikanern unterstützte südvietnamesische Machthaber offiziell Adolf Hiltler zu seinem Vorbild erklärte. Seine Solo-Programme bleiben aber stets ausverkauft. Aufgrund der täglichen Angriffe der Zeitungen wandert Neuss vorübergehend für ein Jahr nach Göteborg/Schweden aus. Neuss steigt darauf in die 68er Bewegung ein und wird von der SPD zuerst ausgeschlossen, dann aber leise wieder aufgenommen.

So ab 1973 wird es still um Wolfgang Neuss. Neuss zieht sich von der Kabarett-Bühne zurück. Wegen Haschisch- und LSD-Besitzes wird Neuss 1979 zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.

In den 80ern tritt Neuss wieder öfters in Erscheinung. Unfreiwilligerweise: Die Presse stürzt sich erneut begierig auf Neuss, nachdem sie erfährt, daß Neuss von der Sozialhilfe leben muß. Freiwilligerweise: Legendär ist sein Auftritt im Dezember 1983 in einer ZDF-Talk-Show mit Richard von Weizsäcker, der gerade für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen wurde. Die ZDF-Talkmaster müssen vor Neuss kapitulieren, weil Neuss sie einfach verbal überfährt und Weizsäcker nachher einfach selber interviewt. 1984 wird Neuss erneut wegen Haschisch- und LSD-Besitzes verurteilt, diesmal zu einem Jahr auf Bewährung.

Für Kabarett-Freunde ist Wolfgang Neuss inzwischen ein Guru des Wortwitzes, ein Mensch, der bewußt auf Konsum verzichtet und asketisch lebt. Für die Presse ist Wolfgang Neuss aber das typische Beispiel eines verwahrlosten und verhaschten Drogenabhängigen, ein Beispiel zur Abschreckung, zudem sich Wolfgang Neuss auch noch für die Legalisierung von Canabis-Produkten einsetzt.

1988 betritt Neuss anläßlich seines 65. Geburtstages zum letzten Mal die Bühne. Anfang Mai wird eine TV-Dokumentation mit Wolfgang Neuss gedreht.

O-Ton Neuss:

Du hast gar keine Chance, nicht zu leben. Du lebst heute schon woanders. Du lebst auf deinen Sohn, auf deiner Tochter. Du lebst auf allen Leuten, bei denen dein Herz etwas schneller geht. Und Müller, der da abgestürzt war mit dem Flugzeug, der Wolfgang Müller hat vorher schon auf jemanden gelebt, bevor er tot war. Das ist die Botschaft, die ich habe: Wir haben gar keine Chance, nicht zu leben. Wir leben immer. Die Botschaft ist zwar nicht tröstend, weil man ja auch ableben muß. Aber man lebt nur ab, um zu leben. Es gibt keinen Tod in dem Sinne. Es gibt keine Chance, nicht zu leben. Keine. Man lebt immer. Immer, immer, immer.“

Wolfgang Neuss stirbt wenige Tage später, am 05. Mai 1989 in seiner Charlottenburger Wohnung. Er wird am 19 Mai auf dem Berliner Waldfriedhof Zehlendorf an der Seite seines Kabarett-Partners Wolfgang Müller beigesetzt. Deutschland hatte einen großen Kabarettisten verloren.

Eine Frage schwirrt mir durchs Hirn: Kann man so geschickt schweigen, daß man verstanden wird?“

Wolfgang Neuss

Anmerkung:
Es gibt diesen Text exakt noch zwei weitere Male im Internet. Unter „http://archiv.hanflobby.de/wolfgang-neuss/wer.html“ und unter „http://www.kominform.at/article.php/20031203105021701“.
Ich habe diese Texte weder zu deren Veröffentlichung autorisiert noch selber direkt dort eingestellt.

Insbesondere der erste Link der „Hanflobby“ ist eine exakte Kopie meiner damaligen Neuss-Seite, die ich unter dem damaligen Provider „geocity“ (inzwischen gibt es den Dienst nicht mehr)führte. Die Bilder hatte ich damals eingescannt und das Foto des skizzierten Neuss hatte ich im Aachener Pontviertel an einer Kneipe gemacht (Negativ ist in meinem Besitz). Im Jahr 2009 erhielt ich eine Aufforderung eines Rechtsanwalts, eines der Bilder zu entfernen, welches Neuss und Richard Weizsäcker in der ZDF Talkshow zeigte. Ich kam dem nach. Dieses wurde auch bei der Hanflobby entfernt (ins Netz gestellt Mai 1999; geändert am 21. Oktober 2009).

Die Seite von „KomInform“ ist eine pure Copy&Paste-Aktion (keine Quellcode-Kopieraktion), was auch an den Fehlern im Text zu erkennen ist. Sie steht seit dem 3.12.2003 im Internet.

Da – wie ich erwähnte – Geocity im Internet geschlossen wurde, starb auch meine Neuss-Seite. Die beiden anderen Kopien finden sich noch im Netz. Sie existierte von September 1997 bis 2009.

Es bleibt immer etwas zurück. Manchmal auch fremd angeeignetes.

Über das Lachen … (5)

Als Rabbi Jehosua ben Hananja nach Athen kam, um dort mit Philosophen zu disputieren, stellten sie ihm viele Fragen, und er beantwortete sie alle zu ihrer Zufriedenheit.

Eine der Fragen lautete: „Wo ist die Mitte der Welt?“

Rabbi Jehosua deutete mit seinem Zeigefinger auf eine nahegelegene Stelle am Boden und sagte „Hier.“

Sie sagten: „Woher sollen wir wissen, daß du recht hast?

Da sprach er: „Holet Stricke und messet nach.“

Talmud (Becheroth 8b)

Über das Lachen

Wenn ich beim Thema „Lachen“ offensichtlich dieses bislang nur auf das Kabarett reduzieren tat, stellt sich jetzt die Frage:

Sind nur die Kabarettisten die rechtmässigen Vertreter des Lachens? Haben Kabarettisten die Wahrheit eigentlich gepachtet? Oder gar mit Löffeln gefressen?

Sicherlich nicht, weil sie als normale Menschen wohl kaum die besseren Witze kennen, denn  …

Wenn ein Kind geboren wird, kommt ein Engel und berührt sein Gesicht. Wissen Sie, warum? Damit es die Wahrheit vergißt, die es im Augenblick der Geburt weiß. Würde das Kind die Wahrheit nicht vergessen, dann wäre sein späteres Leben unerträglich. So heißt es im Talmud.“

Dieser Satz kommt von der Grande Dame des deutschen Kabaretts Lore Lorentz. 

Und meine Antwort? Wahrheit ist schwierig zu erkennen. Humor ist ein Weg sie zu erschließen.

Aber was ist schon „Humor“?

Jeder Humor ist anders, allein das Ergebnis sollte das gleiche bleiben. Aber selbst das Ergebnis verringert sich in Deutschland auch schon. Professor Claus H. Bick (… „Muß man den kennen?“ fragt der bislang geneigte Leser …) von der „European Society of Medical Hypnosis“ berichtete in der Süddeutschen Zeitung (05.12.1997, Nr. 280) von Ergebnisse, über eine von ihm betriebene „Lachforschung“: „1956 haben die Menschen noch 16 Minuten am Tag gelacht, heute sind es nur noch acht.“ Acht Minuten. Acht chinesische Kostbarkeiten? … Menschen aus anderen Ländern beschreiben uns als recht ernsthafte Menschen …

Es ist schade, daß noch nie die Auswirkung der Shoa auf die Art des deutschen Humors analysiert wurde. Fragt man die Menschen und sie werden oftmals immer zuerst den Verlust in der wissenschaftlichen Forschung anführen. Den jüdischen Witz oder Humor nie, obwohl der gerade vor dem zweiten Weltkrieg in Europa einen hohen Stellenwert besaß. Ich denke, daß das Nazi-Regime im Bereich unseres Humorverständnisses irreparable Schäden angerichtet hat. Der jüdische Witz nimmt oftmals auf eine selbstironische Art jüdische Eigenarten aufs Korn, weil sich Juden selber nicht ernster als notwendig sehen. Wir Deutsche können über uns selber nur allzu selten lachen, weil wir uns so ernst nehmen, weil aber auch das Lachen über sich selber schmerzt. Darum feiert auch die Comedy eine derartige Hochkultur, denn wir sehen uns selber in jenen Spiegeln (die uns die Comedy durch Parodien oder verbalen Sinnlosigkeiten vorhält) nie, aber dafür immer nur den anderen. Schadenfreude ist schon immer eines unserer Steckenpferde.

Im deutschen Westen kennen die Menschen die Geschichte des westlichen Kabaretts recht gut, aber das staatlich observierte und kontrollierte Kabarett der DDR ist ihnen recht unbekannt; allerdings ist es auch unverständlich, weil die jeweiligen feinen, politischen Anspielungen nicht wiedererkannt werden können.

Im Westen mußte schon lauter, konkreter und auch schärfer auf der Kabarettbühne geschossen werden, um zu treffen. Jedoch selbst jetzt erschliessen sich uns viele Pointen und Wortspielereien von damals nicht mehr so richtig. Im Dunste der Geschichte wird deren Rolle immer unklarer.

Klar ist nur, der oppositionelle Witz ist immer ein Feind der Regierenden. Deshalb wollen Schergen einer diktatorischen Gesinnung das freie Lachen immer unterdrücken, denn Lachen befreit den Menschen von Angst, selbst wenn es hin und wieder schmerzt. Klar ist außerdem noch, daß Kabarett nie die Welt verbessern wird oder gar schon verbessert hat, denn Kabarett ist an sich immer destruktiv ausgelegt. Es geht nicht darum, jemanden von einer Meinung zu überzeugen, sondern den Menschen zum Nachdenken zu bringen, indem man ihn über sein eigenes Wissen stolpern läßt. Welche Schluß-folgerungen aus dem Nachdenken gewonnen werden, das kann das Kabarett nicht steuern, will es auch gar nicht. Sollte aus dem Nachdenken die Schlußfolgerung entspringen, daß das Kabarett überflüssig ist und das Heil allein in der Comedy liegt, dann muß auch dieses das Kabarett verkraften.

Kabarett ist nicht rechts und auch qua definitionem nicht links. Kabarett ist immer die kritische Opposition, der „François Villon“-Faktor in der Kultur, die zehnte Muse. Kritische Opposition nicht allein der Politik, sondern auch des Zeitgeistes.

Über das Lachen

Es heißt, wenn man einem Bauern einen Witz erzählt, lacht er dreimal –
einmal, wenn man den Witz erzählt, noch ei
nmal, wenn man ihm den Witz erklärt und das dritte Mal, wenn er ihn verstanden hat – denn Bauern lachen schrecklich gern.

Wenn man einem Gutsbesitzer einen Witz erzählt, lacht er zweimal  –
einmal, wenn man den Witz erzählt, und noch einmal, wenn man ihm den Witz erklärt – verstehen wird er ihn nie.

Wenn man einem Offizier einen Witz erzählt, lacht er nur einmal –
und zwar, wenn man ihn erzählt. Verstehen wird er ihn nicht, aber er ist immer zu stolz ihn sich erklären zu lassen.

Wenn man allerdings einem Juden einen Witz erzählt, dann wird er einen, noch eh’ man richtig begonnen hat, unterbrechen:
Erstens kennt er den Witz schon, zweitens fragt er, warum man ihn falsch erzählt und schließlich wird er den Witz selber erzählen, natürlich in seiner weitaus besseren Version.

 

Über das Lachen … (4)

 

Der Fall der Mauer 1989 war nicht nur verheerend für sozialistische Systeme. Auch das Kabarett erfuhr eine bislang noch nie erlebte Zäsur. Kritik an bestimmten Zuständen wurde mit Nichtbeachtung vom Publikum bestraft. Das Volk mochte (und will) nicht mehr mit Problemen belastet sein. Amüsement darf nur noch selten weh tun. Mit ihren Humor verstehen die Deutschen keinen Spaß mehr. Humor ist halt eine ernste Sache.

1991 fällt in Deutschland der Karneval aus: Der Zweite Golfkrieg verlangt seinen gnadenlos grausamen Tribut auch in Deutschland, mit all seinen Lügen und Irrationalitäten. Allein in Köln wagen sich einige unentwegte Karnevalsfetischisten auf die Straße.

Der ausgefallene Karneval scheint den Deutschen wie eine Stein im Magen zu liegen. Bald schon verlangt es nach Plattem und Flachen, als ob Quantität gebraucht wird, um irgendein schlechtes Gewissen zu übertünchen. Es herrscht jetzt wieder eine Amüsierwut wie in den Zwanzigern. Das Fernsehen liefert die angepaßte Munition dazu: aus dem Schwank wurde die Situationskomödie, die „sitcom“ mit wohldosiertem Gelächter aus der Konserve unterlegt, aus Komikern wurden Comedians, aus der Klamotte die Comedy, meist hochgejubelt, oft abgrundtief banal.

Heute brauchste Humor für dat, wat andere für Humor halten“, sagte Wolfgang Gruner, der Gründer der in den 60ern gegründeten und erfolgreichen Berliner Kabarett-Gruppe „Die Stachelschweine“.

Eine Generation lacht ab.

Der Erfolg von Tom Gerhard, Helge Schneider, Wigald Boning mitsamt Hugo Balders „RTL Samstag Nacht“-Crew, Gaby Köster, „Herbert Knebels Affentheater“, Piet Klocke oder „Marlene Jaschke“ paßt hervorragend in unsere Bierdosen- und Plastikkultur. Selbst textile Scheußlichkeiten der siebziger Jahre („Wenn man eins aus der deutschen Geschichte lernen kann, dann daß Schlaghosen Scheiße aussehen.“ Dieter Nuhr) und die schlimmsten Schlagerergüsse jener Zeit von griechischer Wein, hossa, hossa, hossa und Tränen, die nicht lügen, passen in diese Amüsierwut und liefern uns Bühnenkreationen wie den von Fans als „Meister“ titulierten „Guildo Horn und seine orthopädischen Stützstrümpfe“ oder „Dieter Thomas Kuhn“. Man kann wieder lauthals „Mendocino“ mitgröhlen und ohne Nebenwirkungen über Sachen lachen wie: „Ich esse morgens auffem Brötchen unheimlich gerne Nutella. Mir schmeckt das unheimlich prima. Ich wollt’s eigentlich nur mal gesagt haben.“

Wer aber politisch und kritischer als erlaubt die Gesellschaft betrachtet, gilt als peinlich, weil nestbeschmutzend. Es darf nicht mehr schmerzen, wenn man lacht, besonders wenn man auch noch über sich selber lachen soll. Kabarett-Gruppen distanzieren sich plötzlich freiwillig von jeglichem politischen Anspruch und versuchen sich in Comedy.

Wir amüsieren uns zu Tode …

Über das Lachen 

Wigald Boning (39), berühmtgewordener Star durch Comedy-Serie „RTL Samstag Nacht“, Sänger der Gruppe „Die Doofen“, Moderator und Mitspieler diverser Sendungen wie z.B. „Clever!“ „Genial Daneben“ „Extreme Activity“) ist der Meinung, daß politisch korrektes Kabarett für ihn etwas furchtbar peinliches sei. Er verstehe nicht, wie man nach 1989, nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme, allen Ernstes immer noch die linke Fahne hochhalten könne. Darüber befragt, ob der aktuelle Comedy-Boom irgendetwas bedeutet:
„Hoffentlich nicht, ich finde es gut, wenn die Deutschen das Volk der Humorlosen blieben. Hoffentlich werden die Deutschen nicht lustig.“ […] „Mein Lachgefühl in der Freizeit hält sich sehr in Grenzen, Humor hat bei mir einen sehr geringen Stellenwert.“

 

(aus Süddeutsche Zeitung vom 30.12.1995)

Über das Lachen … (3)


Nach dem zweiten Weltkrieg gewinnt die zehnte Muse vorsichtig, aber beständig wieder an Lebenskraft. Zwar liebt das Volk anfangs nur harmlos, unverfängliche Späße, aber im Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“ beginnt das Kabarett dank Kai und Lore Lorentz Maßstäbe für seinen politisch-literarischen Anspruch zu setzen und mit den „Insulaner“ (u.a. mit der großartigen Kabarettistin Hanelore Kaub) swingt es in den kalten Krieg.

Es trommelt mit dem Kabarettduo Wolfgang Müller/Wolfgang Neuss in den Fünfzigern und mit Wolfgang Neuss allein („Das Neuste vom Aufschwung: Mutti, über uns wird ‘ne Kellerwohnung frei.“ W. Neuss) in den Sechzigern die Folgen der Wirtschaftswunderjahre ins bundesdeutsche Bewußtsein und feiert mit der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“ bald telegen Silvester. Neben „Väterchen Franz“ (Josef Degenhardt), Dieter Süverkrüpp und Hans Dieter Hüsch (jeweils alleine und später zusammen mit Wolfgang Neuss im legendären „Quartett ’67“) singt es in den späten Sechzigern immer schärfer gegen das Wiederaufkommen der Neonazis an und agiert mit der Apo – teilweise im vollkommen kritiklosen Dienste der Apo – in den wilden siebziger Jahre hinein, in denen es aber dann auch deutlich an Boden verliert.

Die Ernsthaftigkeit der Baader-Meinhoff-Bande und der RAF nimmt Deutschland die Toleranz gegenüber Systemkritischen. Wer versucht, öffentlich über die Reaktion seitens des Staates und der Medien auf den Terrorismus nachzudenken, wird als Sympathisant der Terroristen und somit als Staatsfeind eingestuft. Das Publikum zieht harmlosere Unterhaltung á la Otto Waalkes, Dieter Hallervorden oder „Klimbim“ vor. Kleinkünstler wie Jürgen von Manger in der Rolle des „Adolf Tegtmeier“ oder des Schweizers Emil Steinberger gehören hierbei schon zum höheren Unterhaltungsniveau. Da vergnügte sich der gemeine Bürger lieber anders: Auf einem CDU-Parteitag tanzen zum ersten (und letzten) Mal nackte Frauen auf der Bühne, um die CDU-Partei-Mit-Glieder-Angehöriger trotz Regierungsabstinenz bei Laune zu halten.

Ende der 70er und Anfang der 80er entdeckt das Publikum wieder seinen Anspruch nach kabarettistischen Tiefsinn. Das Kabarettduo „Schneyder/Hildebrandt“ und die Berliner Kabarett-Gruppe „Die 3 Tornados“ prägen diese Zeit der zehnten Muse. Die Veränderung der politischen Landschaft mit dem Postulat der „geistig moralischen Wende“ bringt den ersten Einschnitt. Beliebt sind Politikerparodien, aber nach einiger Zeit ist auch hier der Bedarf gedeckt.

Hans Dieter Hüsch „Hagenbuch“ erklärt alle(s) für krank und verrückt, derweil das Kabarett mit dem aufkommenden Privatfernsehen zunehmend seinen Marktwert entdeckt.