Über Careca

Hang zur Satire, zur Ironie und zum Zynismus; Sinn für jeden Unsinn

Das ewige Duell

Liebe Österreicher,
damit Deutschland ins EM-Viertelfinale kommt, käme jetzt ein Unendschieden wirklich nicht schlecht. Wir wollen ja nicht gewinnen. Nur unendschieden. Ein 0:0 oder 1:1 wäre nicht schlecht. Wenn Ihr einwilligt, versprechen wir auch, dass Deutschland beim Unendschieden euch auch garantiert nicht ein halbes Dutzend Tore reintreten wird … .

Ach, vollkommener Quatsch!
Absoluter Quatsch!
Ich habe bei Oddset eine Sportwette am Laufen. Wenn das Endspiel Österreich-Griechenland lauten wird, kriege ich für jeden Euro 600 Euro zurück. Ich habe 2 Euro 50 eingesetzt. Macht 1497,50 Euro Gewinn.
Also, Österreich, haut die Deutschen am Montag vom Platz. Und dann noch zwei Siege der Österreicher, vier Siege der Griechen und ich sitz‘ nachher beim Spanier in Deutschland, um mir den portugiesischen Vinho Verde mit türkischen Oliven, französischem Weißbrot, holländischem Gauda und Grissini in den Wanst zu plautzen! Ohne Minzsoße!

Und jetzt zum Abschluss und in aller gebotener Ernsthaftigkeit noch die internationale Nationalhymne der Fußballzuschauer:

Oleee, olé, olé, olé, oleeeee.

Was die EM zur EM macht … (Teil 2)

Mathematische Bier-Berechnungen zur EM

Vorhin im Internet gelesen:
Bei seiner Fahrt von München nach Wien kippte einem LKW-Fahrer an der Münchener Auffahrt zur A8 seine Bierladung vom Hänger. Zu Freude der Feuerwehr waren das 350 Kästen Bier.
Quelle: hier

Achtung!

35 Einsatzkräfte der Feuerwehr benötigten dann 3 h um die Autobahn wieder frei zu machen.
Das macht nach Adam Riese und Eva Winzig 10 Kästen Bier pro Feuerwehrmann und 3 1/3 Bierkästen pro Stunde für jeden Feuerwehrmann.
Es handelte sich um 1/2-Liter-Flaschen. Unter Berücksichtigung des deutschen Reinheitsgebots macht das einen gemitteltem Verbrauch von 33 1/3 Liter pro Stunde pro Feuerwehrmann. Dass Feuerwehrleute gerne Brände löschen, ist bekannt. Und bei so einem hohen Spritverbrauch – hicks – fallen jene Feuerwehrleute in die Kategorie „SUV“, auch bekannt unter den Automobilistenfreunde als Abkürzung für „Saufen unheimlich viel“.

Jetzt hat laut Angabe der Medien die ganze Räumaktion auf der Autobahn 15.000 Euro gekostet. Umgerechnet haben also die Feuerwehrmänner jeder pro Flasche 2,14 Euro von der Autobahnauffahrt weggeputzt. Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass in Gaststätten ein halber Liter Bier erheblich teurer ist.
Allerdings sieht es noch ganz anders aus, wenn man folgende Rechnung durchführt:
Umgerechnet auf die Einsatzkräfte hat die Flasche Bier rein rechnerisch nur 6 Cent pro Feuerwehrmann gekostet.

Neiderfüllt starren wir Bierflaschenwämser jetzt auf die Auffahrt der A8. Im Supermarkt zahlen wir dafür mindestens das 10-fache.

Die Ladung war übrigens sollte pünktlich zum EM-Spiel Polen-Österreich eintreffen.
Tja, das EM-Spiel in Wien wird jetzt ein wenig wohl trockener werden …

Prost.

Was die EM zur EM macht … (Teil 1)

Die interessantesten Spiele finden nicht nur auf HighTech-Rasen statt, sondern bei den Platzhirschen des Boulevards. Während jemand zuruck in Fürstenfeldbruck nach einer EM-Feier stirbt, findet der Bundestrainer Löw, das sei erst der Anfang.
So erzählt in Bayern eine Tageszeitung dem Leser.
Hab ich gelacht …

Tageszeitung

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Signaturen mit Befehlscharakter

In einem Forum als Signatur eines Forumschreibers gefunden:

Die deutsche Sprache ist „freeware“, aber definitv nicht „open source“. Das heisst, deren Benutzung ist für jedermann kostenneutral. Aber einfach geändert werden darf sie nicht.
Also kauf auch du dir einen Duden für 325 Euro bei mir. ABER DALLIDALLI! Kontonummer bei Nachfrage. Lieferung erst nach Kontoüberlauf …

Das ist doch mal ne ehrliche Ansage.

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Ballkönige, und was sonst noch wichtig sein soll

Und wieder gelang eine Fußballgeneralprobe. Gegen Serbien haben wir 2:1 gewonnen.
Ich hab es zwar erst heute morgen erfahren, dass ich gewonnen habe, aber egal. Wir haben gewonnen und das zählt.
Nur, warum fand ich nur eben heute morgen beim Brötchenholen eine weggeschmissene Deutschlandfahne in der Gosse? War wohl doch nicht so toll, was sich Podolski, Ballack und Schweini zussammengespielt hatten? Gesehen hatte ich das Spiel nicht.
Warum auch? Im Endeffekt gilt auch für die Europameisterschaft die goldene Regel:
Es kommt nur der ins Endspiel, der das Halbfinale gewinnt.
Also nicht wirklich was neues.

Neu dafür fand ich folgende Nachricht:

In Bielefeld haben sich Diebe einen kompletten Kondomautomaten ausgegraben und mitgenommen. Hört sich nach einem heftigen One-Night-Stand eines Diebespaares an. Oder waren es gesundheitsbewußte oder gar erzkonservative Priester? Der Automatenbesitzer hat 300 Euro oder Kondome frei bis zum Lebensende für die Wiederbeschaffung des Automaten versprochen.

Glaubt ihr diese Nachricht?
Genau!
Ich auch nicht.
Denn Bielefeld gibt es nicht!

Und was ist sonst noch wichtig?
Heidi Klumm ist 35 Jahre geworden und geht voll aufs Oma-Dasein zu. Bis zur Rente kann sie noch locker 35 Mal Top-Models suchen. Als Geschenk zu ihrem 35sten reicht da ein ganz billiges Geschenk als Anmache: Einen Cheeseburger vom Plattenladen McD mit einem Schuss Douglas drüber …

Wohl bekommt’s.

Und so ist der Tag gelaufen … abgelaufen …

Altersdemenz?

Habe doch letzten Monat in einem Forum bei einem Fotowettbewerb gewonnen und war damit verpflichtet, sowohl das nächste Thema als auch die nächste Auswertung zu fahren. Freilich habe ich die Auswertung gemacht. Und veröffentlicht und dem Sieger gratuliert.

… und dann festgestellt, dass ich selber nicht abgestimmt hatte.

Hört sich jetzt nicht wirklich tragisch an.
Aber ich hatte vor meine Punkte dem vorläufigen Ergebnis angepasst zu vergeben. Ja, mal so richtig manipulativ tätig zu werden und gegebenenfalls dem Forumsprimus einen potentielle Sieg zu versaubeuteln.

Und nu?

Vergessen.
Ich hab einfach vergessen abzustimmen.
Scheinen wohl die ersten Tiefausläufer meiner zukünftigen Altersdemenz zu sein.

Aber keine Angst.
Ich habe dagegen letztens Pillen gekauft.

Nur, wo hab ich die hingelegt?
Und vor allem, wie hießen die?

Fragen über Fragen …

Geliebte Blog-Leiche meiner Freundschaftsliste

gac-lemi (Letzte Aktivität: 428 Tagen seit)

Na. Das ist aber doch auch ein Untätigkeitsalter.
Richtig würdig zu fördern durch Nicht-Löschen, oder?
:>> :wave: :b :>>
By the way: Was’n das für n Beschreibungsdeutsch? Dachte, dass „seit“ immer voran gestellt wird.
Ist wahrscheinlich „Yoda“-Sprache.
Tja.
Junger Blogger noch viel lernen muss.
Möge sein mit mir die Grammatik sehr.
Amen.

Recherchen bei der Lufthansa

Hört sich verdammt interessant an. Aber das ist recht eintönig.
Ich such auf deren Seite nur einen Flug für Juli, für einen Termin, den ich noch nicht habe.
Das Ziel und den Zweck kenn‘ ich wohl, allein mir fehlt das exakte Datum.
Ein Flug gen Sonnenuntergang in den Winter.
Man gönnt sich ja sonst nichts.
Bei 24 °C im Schatten. Okay, das letztere ist gelogen, die Sonne ist schon untergegangen …

Musik für nen faulen Sonntag abend

Irgendwie bin ich bei dem Lesen zu Informationen zur Gruppe BAP über eine myspace-Seite gestolpert.

Sie gehört Klaus „Major“ Heuser.

„Major“ war bis 1999 Lead-Gitarrist bei der Gruppe BAP und war das prägende Bandmitglied einer Musikrichtung, unter die BAP bekannt wurde. Als er ausstieg, machte er diverse Projekte (u.a.a. mit der Gruppe BRINGS) und brachte erst 2006 eine neue CD raus.

Auf seiner Myspace-Seite finden sich vier Beispiele seiner einfühlsamen Gitarrenkunst.

Anhören und genießen.
Der passende Soundtrack für einen Sonntag abend …

Zur Myspace-Seite: Link

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Ein Lied für Europa

HURRA!

Platz 23!
Und das vor solchen unmusikalischen Ländern wie Polen und England!
12 Punkte aus Bulgarien und zwei aus der Schweiz!
Da habt ihr es, ihr dämlichen Österreicher! Ihr ward noch nicht mal letzter!
Die Alpen-Connection hat uns mal wieder – wie üblich – die verdienten 24 Punkte verweigert.
Nur, die Ost-Connection hat natürlich mal wieder unberechtigterweise die Russen auf Platz 1 gewählt.
Immer die Ost-Connection!
Immer!
Immer die!
Hm. Liebe EurovisionSongContest-Fans, dreht die Tabelle doch einfach um und feiert die ‚No Angels‘ als Drittplazierte.

Da werden die homosexuellen Männer und Frauen – Schwule und Lesben – nächstes Jahr in Moskau noch schwereren Stand beim EurovisionSongContest haben. Die Russen stehen auf Homosexualität noch weniger als die Belgrader. Die werden wohl schon mal deren Mob organisieren, um diese Homos in deren heterogene Sexualverhalten zu vergewaltigen.

Und ansonsten?
Wir rächen uns wie üblich. Beim Fußball. Diesmal bei der EM. Denn wer nicht singen kann, der muß ja nicht unbedingt den schweigsamsten 13ten Mann im Stadion haben …

Kneipengespräch: Wat für e‘ CD …

Seine Zigarettenschachtel rotierte zwischen seinen Fingern.

„Noch zwei Minuten.“

Sein Feuerzeug war schon griffbereit neben seiner Schachtel.

Neben mir machte sich Unruhe bereit. Der Wirt ging zu seinem weißen Sicherungskästchen rüber.
Ich blickte zur Decke. Die Klimaanlage surrte gleichmäßig. Der Wirt hatte vierzehn Tage seine Kneipe still gelegt und eine zweite Decke mit Lüftungssystem eingezogen. Statt der vier Meter hohen Decke war sie jetzt nur noch knappe drei Meter hoch und vermittelte jetzt der Kneipe einen angenehmen klaustrophoben Eindruck. Vorher erinnerte alles an Altbau, jetzt an die kleine gemütliche Kneipe an der Ecke.
Die Tür ging pausenlos auf uns zu. Leute strömten rein.
Ich kramte in meiner Tasche, um mein chinesisches Feuerzeug, meine Moods und die Clubkarte heraus zu fischen.

Er hatte seine bereits demonstrativ vor sich hingelegt. Rechte Hand „Marlboro Rot“, linke Hand ZIPPO-Feuerzeug. Und nicht nur er.

„Zehn. Neun. Acht.“

Sein Blick war auf die Funkuhr überm Tresen gerichtet. Leise zählte er den Countdown.

„Drei. Zwei. Eins.“

Der Wirt legte einen Schalter um, die Klimaanlage fuhr hörbar herunter. Die Gespräche verstummten. Still wurd es. Gespenstisch still. Ein vielfaches Klackern von Feuerzeugen ertönte, tiefe Lungenzüge und verlegendes Gekichern erfüllte die Luft. Dann fast ein chorales Ausatmen und … die Gespräche wurden fortgesetzt, als ob nichts wäre.
Eine Neonschrift leuchtete auf und verkündete „Raucherclub geöffnet“.

Jemand bewegte sich zum Tisch vor der Tür, holte Kladde, Kugelschreiber und Geldkassette hervor und baute sich vor der Tür auf. Es war der Kalle, ein Schrank von Mensch, einfach gestrickt, gutmütig aber auch von mancher brutaler Simplizität. Er hatte vor einer Woche einen Zivilkontrolleur unter Applaus der Anwesenden rausgeschmissen, der die Clubgebühren nicht zahlen wollte. Der hatte sich vorher rein geschlichen und als der Raucherclub eröffnete, war er ohne Clubkarte und stand zudem auch noch direkt neben Kalle. Er meinte, die 5 Euro Clubgebühr von Amtswegen nicht zahlen zu müssen. Er konnte danach Frischluft schnappen.

Der Wirt ging rum und scannte die Clubkarten mit seinem Handscanner ein. Jemand war ohne Clubkarte und wurde zu Kalle geschickt. Ich zündete mir meine MOODS an.
Eine Frau lächelte mich an. Mein Angebot lehnte sie ab. Sie sei Nichtraucherin, aber – wie entschuldigend fügte sie es hastig hinzu – Nicht-Raucherkneipen seien einfach langweilig.

„Kölsch?“

Er stellte mir ohne meine Antwort abzuwarten, eine Stange vor mich hin.

„Haste schon die neusten BAP-CDs?“

Ich schaute ihn an.

„Gibt’s wieder ne neue Best-of von BAP?“
„Nein, es gibt zwei neue.“
„Aha. Und?“
„Was und?“
„Hörbar?“
„Hörbar.“
„Gut hörbar?“
„Gut hörbar?“
„Doppel-CD?“
„Zwei einzelne CDs.“
„Doppelte Geld?“
„Doppeltes Geld.“
„Lohnenswert?“

„Hat wer mal Feuer?“
Sie mischte sich einfach so ein.
Einfach so, als es spannend wurde.
Ich reiche ihr meine MOODS. Sie nimmt sich sie und geht einfach weg. Ohne zu fragen.
Einfach so. So einfach.
Ich wollte mir sowieso ne neue anzünden.

„Und? Lohnenswert?“
„Nein. Die kenn ich. Noch nicht mal löhnenswert.“
„Nicht die Frau. Die CDs.“
„Die lässt an ihre Haut nur Wasser und CD.“
„Solange die nicht die Helen der Charlotte Roche ist.“

Er seufzte.

„Früher hat BAP noch ‚Südstadt, verzäll nix‘ gesungen. Heute singen sie ‚Wa’ss loss met dä Stadt ?‘ „.
„Tja, Köln hat ich geändert.“
„Niedecken singt über New York.“
„Nicht Kölner Südstadt?“
„Nein, da ist der kaum noch.“
„Jaja, der Jung wird älter. Da setzt die Kosmopolität ein.“
„Der Asphaltpirat singt auch von Uganda und dem Krieg auf den Ilhas Malvinas.“
„Fern ab vom Bahnhofskino, von Weidenpesch, der Ehrenstraße mit seiner Königin oder Städten im Niemandsland?“

Er hielt kurz inne.

„Kauf Sie dir. Sie werden dir gefallen.“

Der Wirt hat die CD gewechselt.
Kölsche Lieder.
Deutsch-rheinisches Heimatliedgut.
Kölsche Songs von BAP.
Nix fürs bayrisch-deutsche Hochdeutsch-Gemüt …

Songs sinn Dräume, manchmohl Dräume,
Déjà-vus vun jet, wat noch wohr weede soll.
Songs sinn Länder, fremde Länder,
wo mer immer schon hin wollt,
wo mer immer schon hin wollt…

Songs sind Träume, manchmal Träume,
Déjà-vus von jetzt, was noch wahr werden soll.
Songs sind Länder, fremde Länder,
wo man immer schon hin wollte,
wo man immer schon hin wollte….

Klimaversündiger "Dicke"

Na also! Jetzt ist es auch in der Presse! Dicke haben einen Anteil an der schlechten Klimabilanz:
Sie essen zuviel, sie schwitzen zuviel, sie furzen zuviel, sie verbrauchen zuviel Energie, sie sind schlichtweg einfach zuviel.
Das Weltklima kann sie als massive CO2-Produzenten nicht verkraften!
Und wo hab ich’s gelesen?
Na, hier! Bei der Netzeitung, die immer mehr gen Boulevard schlingert.

Wobei, mir fällt da eine Szene ein, die ich in Brasilien miterlebt hatte:
In der südbrasilianischen Küstenstadt Balneário Camboriú, ein Mekka der argentinischen Strandtouristen:
Ein Mercedes Straßenkreuzer kommt angerauscht und hält vor einem Restaurant, einer Churrascaria, einer Art „All-meat-you-can-eat“-Restaurant. Die Tür des Wagens öffnet sich und ein unheimlich fettleibiger Mensch quillt heraus. Ein Restaurant-Page übernimmt den dann lässig zugeworfenen Fahrzeugschlüssel und die Masse Mensch wogt gen Eingangstür. Und als der Mercedes mit dem Pagen weg fuhr, merkte ich, der Wagen war ja gar nicht tiefer gelegt.
„Das ist der Besitzer der Churrascaria“, raunte mir mein Begleiter zu.
Der Koloss verschwand ohne Probleme durch die Tür in sein Restaurant. Rechtzeitig zum Abendessen.
Ich wette, wenn jener Mensch flog, dann buchte der gleich immer drei Sitze nebeneinander …

Alles klar.
Dick-sein ist klimaschädigend. Bei der saumäßigen Umweltbilanz, die solche dickleibigen Menschen vorweisen können.

Aber es gibt ja auch den staatlich legitimierten Ablasshandel in Sachen Klima. Die einen Länder kaufen den anderen CO2-Emissionsscheine ab und dürfen dafür mehr CO2 rauspusten.

Und so machen wir es auch bei fettleibigkeit. Wenn wir hier zu dick werden, dann sterben halt woanders ein paar Menschen mehr an Hunger.
Somit passt’s schon wieder in der Öko-Bilanz.
Man sieht, Dicke können nun wirklich nicht für das schlechte Klima haftbar gemacht werden.

Selbst Caesar wollte schon als Staatsmann Dicke um sich haben. Sie kamen, die Dicken. Und wer starb dafür? Eben. Der Hungerhaken Caesar und danach auch er, sein nicht minder Magermodell Sohn Brutus. Die waren zu dünn. Das hatte die Natur passend nun mal so eingerichtet.

Da brauch also niemand über Dicke als „Klimaverschandler“ aufregen, solange wir hier nicht noch paar Verhungernde in der sogenannten Dritten Welt in petto haben.
Wir lassen uns doch unseren Hunger nicht vermiesen!
Auch nicht von der Netzeitung mit ihren Boulevard-Artikeln.

Mahlzeit.

Dumm und dümmer (Voll gegen die Wand … Teil 2)

Ich kam wieder zurück.
Der gleiche Weg.

Und da war er wieder.
Munter wie ein VARTA-Häschen. Kein bisschen abgekämpft.
Wieder stellte er sich mir in den Weg. Immer noch mit seiner selbst gewählten Mission gegen das Böse. In seiner Mission für das Gute. Gegen den Islam.
Penetrant wie ein Zeuge Yehovas.
Und wieder steppte er vor meiner Nase her.
Und wieder fing er an, mir seinen Sermon über die Gefahren des Islams vorzubeten.
Und wieder wedelte er mit seinen Papieren vor meinem Gesicht herum.
Und wieder verglich er Mohammed mit Hitler.

Wie es seiner Schulter gehen würde, unterbrach ich ihn schnell.

Überraschung in seinem Blick. Aber dann, ein Wiedererkennen leuchtete in seinem Gesicht auf.

Gut. Es habe nicht so weh getan und zudem würde er aber jetzt aufpassen.

Dabei tänzelte er wieder vor mir herum, meinen Weg blockierend.

– Vorsicht, hinter Ihnen hinten rechts, eine Laterne!

Wie instinktiv wich er nach links aus. Und donnerte erneut in eine Laterne.
Ich war verblüfft, dass es so einfach war. Fast so, wie in einem Bugs-Bunny-Zeichentrickfilm.
Durchdrungen von seiner Mission wollte der Knispel einfach nicht hinter sich schauen.

Bei manchen hilft der Satz „Lernen mit Schmerzen“, aber bei dem hier? Manche lernen halt nie. Da stand er nun erneut mit schmerzverzerrtem Gesicht und rieb sich seine Schulter.

Mein Weg war wieder befreit von diesem Überzeugungstäter. Einem nicht wirklich intelligenten.

Ich ging weiter.
Wie gut, dass es in der Innenstadt Straßenlaternen hat …

Voll gegen die Wand …

Da kam er in der Fußgängerzone auf mich zu.
Ein Papier in der Hand und den Kopf voll Überzeugungen.
In Mission gegen das Böse.
In seiner Mission für das Gute.
Mein Stoßgebet „Oh, Herr, lass diesen Elch an mir vorübergehen“ wurde nicht erhört.

Dieser Gutmensch fing an mir die Gefahren des Islams vorzubeten. Er verglich „Mein Kampf“ und den Koran. Mohammed mit Hitler.
Und immer tanzte er rückwärts gehend vor meiner Nase herum seine Blätter überwichtig vor meinem Gesicht wedelnd. Abnehmen sollte ich sie ihm. Da stehe die Wahrheit drinne. Und redete was von der Bedrohung des christlichen Abendlandes und dass wir – die Bewohner dieses christlichen Abendlandes – uns endlich wehren sollten.
Gleiches mit gleichen. Da wir die Guten seien, sei das okay.

Ich müsse nur eiligst zu meinem Termin.
Aber seine Botschaft sei wichtiger, meinte er.
Und er tanzte weiterhin vor mir herum. Und auch auf meine Nerven.
Ich wich nach rechts aus, um an ihn vorbei zu kommen. Er tänzelte ebenfalls nach rechts vor mir.
Ich ging weiter. Erbarmungslos.
Er tänzelte immer noch vor mir her. Erbarmungslos.
Ich überlegte kurz und tat einen Ausfallschritt nach links.
Er folgte diesem sofort.
Ohne hinter sich zu schauen.
Und knallte gegen den Laternenpfahl. Hart schlug er mit seinem linken Schulterblatt an und griff sich vor Schmerzen aufjaulend mit der freien Hand hin.

Ich ging weiter. Überzeugungstätern kann man halt nicht helfen …

Denn:

„Et jitt kei jrößer Leid, als, wat der Minsch sich selvs ahndeit.“

(„Es gibt kein größeres Leid, als, was der Mensch sich selbst antut.“)

Oder – für alle Anhänger des „christlichen Abendlandes“ – wie war nochmals der biblische Satz mit dem Splitter und dem Balken im Auge?

Windows XP Resterampe

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Bring mich zum Rasen

Jetzt sind sie wieder freigelassen.
Die vermeintlichen Fußball-Experten.
Bald ist EM und schon jetzt wird Deutschland von Coca-Cola kräftig als EM-Turniersieger gefeiert.
Sowieso rechnet ja jeder mit einem Finalspiel „Deutschland-Italien“. Und dann einem eindeutigen Sieg Deutschlands. Null Tore Luca Toni, drei Tore Luka Podolski. Alles andere seien ja offenbar Hirngespinste.

Warum sollte Österreich gewinnen, fragte ich stupiderweise naiv.
Schallendes Gelächter.
Oder nicht gar die Schweiz.
Geringschätzende Blicke als Lohn meiner Bemerkung.
Oder Griechenland?
Die Fußballexperten hörten mir gar nicht mehr zu. Ich war denen zu blutiger Laie.

Es war mir irgendwie klar, dass sie sich für unfehlbare Götter des Fußballs halten.
Hm. Wie viele Götter leben gleich noch auf unserer Erde? In diesem Sinne: Lasst auch solche Fußballexperten in den Himmel einziehen! …

Mit weit offenem Mund …

… liege ich Patientenstuhl. Der Zahnarzt schüttelt den Kopf.

– Da ist nicht mehr viel zu machen. Sie benötigen da ein Inlay im Backenzahn.

Er war mir offenbar zerbröselt. Ein MENTOS hat mir den Backenzahn bröseln lassen. Zuviel hatten die vorherigen Zahnärzte schon weggebohrt und mit Amalgan nachgefüllt. Und jetzt ist der Zahn an einer Seite weggebrochen.

– Sie können da zwar noch eine Füllung machen, aber wenn die bricht, dann muss ich den Zahn ziehen. Der Zahn ist durch die vielen Füllungen zuvor instabil geworden

Hm. Ich liebe Zahnärzte.
Mein erster Zahnarzt hatte seine Praxis nicht im Heimatort. Er war fast 15 Kilometer weit weg. Und er sollte humaner sein als der Dorfzahnarzt. Der hatte bei meinen Eltern nämlich recht unsensibel gebohrt, obwohl die Dorfgrößen auf den schworen.
Und unser Zahnarzt, der war tendenziell besser. Trotzdem empfand ich ihn als einen recht unsensiblen Bohrer. Dessen Vater war damals in Rente gegangen und der Sohn übernahm die Praxis und hatte die neusten medizinischen Tricks auf Lager. Aber er war trotzdem Auslöser meiner Zahnarztangst.

Später lernte ich einen sensibleren Zahnarzt kennen und wechselte. Meine Mutter wechselte aber nicht. Sie war da mehr traditioneller. Sie hoffte, dass ihre Treue sich bei ihm auszahlen würde. Er zog ihr trotzdem alle Zähne und verpasste ihr ein Gebiss. Und spritzte ihre Oberlippe taub. Taub für immer.
Da ist es auch kein Trost mehr, dass jener Zahnarzt inzwischen gestorben ist, meine Mutter aber noch immer putzmunter ist.

Als ich das meinem dritten Zahnarzt im Patientenstuhl erzählte, fauchte er mich an, dass ich mir so ein Urteil gar nicht erlauben dürfe. Ich sei schließlich kein Experte. Ich bleib ihm eine Antwort schuldig. Ich lag bei ihm im Stuhl und er hatte schon angefangen. Die Machtverhältnisse waren extrem ungünstig für ein Streitgespräch. Ich hielt die Klappe und machte den Mund weiter auf.
Mein zweiter und mein vierter Zahnarzt teilten meine Verärgerung über meinen Zahnarzt Nummer 1.

Ich hasse das Surren von Bohrmaschinen beim Zahnarzt.

– Das Inlay kostet so 400 Euro und ist bombenfest. Für die Füllung fallen so an die 100 Euro an.
– Und die Krankenkasse?
– Die zahlt nichts dazu. Das müssen Sie selber tragen. Oder haben Sie eine Zusatzversicherung?

Nein, die hab ich natürlich nicht.
Mir dämmerte was. Wegen der vielen Arbeit im letzten Jahr war das Angebot meiner Krankenkasse vollkommen an mir vorbeigerauscht.
Dumm gelaufen.

– Nein, ich habe keine Zusatzversicherung.
– Überlegen Sie es sich noch mal, was Sie haben wollen. Das Inlay oder die Füllung. Ich würde Ihnen aber zum Inlay raten. Auch wenn es 400 Euro kostet. Aber überlegen Sie nicht zu lange, denn sonst geht nachher der ganze Zahn kaputt und dann müsste ich ziehen.

Ziehen zahlt die Krankenkasse. Wahrscheinlich mit Kußhand. Denn Zahnlose sind nun mal nicht so bissig. Und fördern den Absatz von Schnabeltassen. Ich muss mal nachforschen, welche Firmen Schnabeltassen herstellen und ob Krankenkassen daran Anteile halten.

„Kaputtreformiert wie meinen Backenzahn durch Zahnärzte“, denke ich mir.

Gesundheitsreform und nicht Krankheitsreform heißt es.
Die Industrie verdient über die Angst vor Krankheiten und verkauft entsprechend. Gesundheit wird als der Zustand als die Abwesenheit von Krankheit definiert. Und nie umgekehrt. Wer sich Krankheit leistet, soll auch dafür zahlen. Wenn dann was außer der Eigenleistung noch übrig bleibt, das wird später bei der nächsten Gesundheitsreform noch weg reformiert. Keine Chance den Krankenkassen-Schmarozzern. Die nagen denen gleich Nagetieren (wie Ratten) die Gewinne weg. Gesundheit muss sich wirtschaftlich lohnen. Krankheit tut es nicht. Nie.

Auf den Weg nach Hause denke ich nochmals über meine Leidenschaft für MENTOS nach und den Augenblick, als ich das MENTOS herzhaft zerbeißen wollte. Ist schon recht, dass ich dafür jetzt zahlen muss. Es wird das letzte für mich gewesen sein.

Für meine künstlichen Schneidezähne zahle ich ja immer vierstellige Summen, nur weil ich als Kind einmal auf Glatteis ausgerutscht bin. Selbst schuld. Was musste ich auch damals Fangen spielen.
Der Zahnarzt im Nachbarort hatte mir unter lokaler Betäubung die Wurzel des Schneidezahns abgetötet. Der andere war schon tot. Mit einem Bunsenbrenner hatte der noch vor meiner Nase rumgefuchtelt. Spaßig fand ich das nicht. Geschmerzt hatte es auch. Trotz der lokalen Betäubung. Und für die Öschis, die er mir damals eingesetzt hatte, wurde ich nachher wegen meinem Aussehen der Frontzähne in der Schule „Häschen“ gerufen. Der Zahnarzt meinte dazu nur, die müssten so sein. Das trägt man so.

Mit Achtzehn erhielt ich meine neuen zweiten Dritten. Passend zum Tanzkurs. Das hatte mir aber auch keine Vorteile bei der Damenwelt verschafft.
Zwanzig Jahre später erhielt ich neue. Meine jetzigen aktuellen.

Und jetzt verabschiedet sich ein Backenzahn.
Ich werd‘ alt.

Da gibt es von Bob Dylan das Lied „Forever joung“.
Vorhin hörte ich die Cover-Version davon von der Gruppe BAP.
Für immer jung.
Schöner Soundtrack zu meiner Situation.
Für immer jung.
Ich wünscht, meine Zähne könnten es bleiben.
Schließlich würd ich doch gerne später mal herzhaft damit ins Gras beißen können.
Andererseits Zahnlose haben größere Zungenfreiheit. …

Op dat ding Häng immer ze dunn hann, dat du dich wehrs, wenn dir jet stink,
dat du dir joot merks, wo du herküss un wo ding wohre Fründe sinn.
Op dat dieh Häzz immer enn Dur schläät, singe Takt hällt, singe Schwung,
dann blievs du für immer jung.

Für immer jung, für immer jung,
dann blievs du für immer jung…

Übersetzung:

Auf dass deine Hände immer zu tun haben, dass du dich wehrst, wenn dir etwas stinkt,
dass du dir gut merkst, wo du herkommst und wo deine wahren Freunde sind.
Auf dass dein Herz immer in Dur schlägt, seinen Takt hält, seinen Schwung,
dann bleibst du für immer jung.

Für immer jung, für immer jung,
dann bleibst du für immer jung.

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Die perfekte Flugzeugentführung

Abenddämmerung

Reporter: Herr Mozek, wir konnten es bei der Ankunft des Fliegers am Flughafen Kattowiz beobachtet. Die Passagiere erschienen erleichtert beim Aussteigen.
Mozek: So?
Reporter: Ja. Ich würde behaupten, sie waren richtig fröhlich.
Mozek: Was Sie nicht sagen.
R: Aber ja. Ich sag es mal offen heraus: Sie haben das perfekte Verbrechen vollzogen.
M: Wie?
R: Nicht wahr? Sie haben das Flugzeug entführt.
M: Lächerlich! Ich bin Pilot. So ein Quatsch.
R: Würde ich nicht sagen. Noch nie sah ich Passagiere so froh einem Flugzeug entsteigen. Es musste sogar jemand die Leute beim Ausstieg bremsen.

Passagiere

M: Ach ja?
R: Ach ja!
M: Ach ja.
R: Also?
M: Sie sind ein scharfer Beobachter.
R: Danke. Das verlangt meine Profession.
M: Ja, ich und mein Co-Pilot Mizewski tragen hier die volle Verantwortung.
R: Verstehe.
M: Wissen Sie, die Sicherheitsvorkehrungen an europäischen Flughäfen haben uns genervt.
R: Heißt das, keine ideologische oder politische Motivation?
M: Nein, nicht wirklich.
R: Hm.
M: Es hat uns genervt. Und da hatte ich den Plan für das perfekte Verbrechen. Und mein Kollege ist gleich drauf eingestiegen.
R: Er ist Moslem?
M: Nein.
R: Oder mosaischen Glaubens?
M: Nein.
R: Tibeter?
M: Sein Schwippschwager dritten Grades kennt jemanden der evangelisch ist.
R: Also doch religiös motiviert?
M: Nein, nicht wirklich. Er führt im Internet einen Blog mit halbnackten Frauen.
R: Das ist uninteressant.
M: Er spricht ostdeutsch.
R: Aha. Ein Ansatzpunkt. Ist er unzufrieden mit der Bundesrepublik auf globalisierter Ebene bezüglich islamischen Terrorismus?
M: Wir wollten der Welt zeigen, dass die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen Hofnarrenonanie der Politiker sind.
R: Aha, also sexuell motiviert? Inzest?
M: Mein Co-Pilot und ich beschlossen einfach die eigene Maschine zu entführen.
R: Die Stewardessen waren eingeweiht?
M: Saftschubserinnen sind schmückendes Beiwerk im Cockpit, aber sonst nicht tauglich.
R: Haben Sie Handyaufnahmen von den Sexorgien im Cockpit gemacht?

Piloten

M: Kollege und ich waren uns einig. Wir wollten die Maschine auf den Weg vom bulgarischen Burgas aus nach Kattowiz entführen.
R: Hatten Sie Explosiva bei sich?
M: Die Servierwagen waren voll damit. Wodka, Sambuca, Whisky und Eau de Parfum massenweise. Alles hochprozentig.
R: Der Knaller schlechthin also.
M: Streichhölzer hatten wir auch dabei.
R: Ich verstehe. Statt dem klassischen Zippo-Benzinfeuerzeug die Streichhölzer als Aufschrei gegen die Urwald-Rodung.
M: Quatsch. Als Notleuchten. Falls mal wieder die Kabinenbeleuchtung ausfallen sollte.
R: Nur deswegen? Genial!
M: Auf der Hälfte des Fluges habe ich dann die Passagiere informiert, dass sie alle 10000 Meter über Normal Null entführt gelten. Und wir sie zu einem Flughafen unserer Wahl bringen würden.
R: Ich verstehe nicht. Sie flogen doch schon nach Kattowiz.
M: Aber das haben die doch nicht mehr mitbekommen. Denn um zu verhindern, dass die Passagiere wie damals in Pennsylvania von hinten die Maschine aufrollen würden, haben wir eine Boardrunde nach der nächsten für die Passagiere geschmissen.
R: Ich verstehe. Die Alkoholika.
M: Hochprozentiges brennt besser. Die Passagiere als lebende Molotow-Cocktaile.

Passagiere2

R: Aber wenn ich richtig verstanden habe, flogen Sie von Burgas nach Kattowiz. Wie soll denn dann eine Entführung nach Kattowiz funktionieren?
M: Nur wenn die Passagiere besoffen gemacht werden, dann ist deren Widerstand am geringsten.
R: Moment: Sie entführen eine Maschine, die auf dem Routineflug nach Kattowiz ist nach Kattowiz?
M: Nicht ich. Sondern ich und mein Co-Pilot. Ohne ihn hätte es nie geklappt.
R: Ich wette, es hat auch kein Passagier bemerkt.
M: Doch. Die haben aus Verzweifelung gesoffen. Wie bekloppt. Die Wodka-Vorräte waren total geplündert.
R: Ja klar. Der Freibier-Effekt.
M: Quatsch. Diese Ablenkung war Bestandteil dieses perfekten Verbrechens.
R: Ihre Meinung.
M: Schauen Sie doch Ihre Fotos an: Sie sehen erleichterte Menschen, die froh sind, diese Flugzeugentführung überlebt zu haben.

Passagiere1

R: Eine Entführung durch Piloten, die das Flugzeug zum Bestimmungsort bringen, aber noch nicht mal die Fluglotsen über die Entführung informieren?
M: Aber Sie haben es doch bemerkt.
R: Bin ich mir nicht mehr so sicher.
M: Gerochen haben Sie es und die Freilassungsfotos gemacht.
R: Knipsereien aus purer Langeweile am Flughafen Kattowiz.

Passagiere3

M: Ach man. Schwätzen Sie doch nicht so altklug daher!
R: Danke für das Interview. Ich hau mir jetzt nen Wodka-Bull hinter die Kiemen. Das habe ich mir jetzt verdient. Tschüss.
M: Sie dürfen das Interview auch ungekürzt und ohne mein Gegenlesen veröffentlichen! Ich zähl auf Ihren journalistischen Verstand!
R: Ja, ja.
M: Was?
R: Ja, ja, ich flieg mal lieber wieder in die Redaktion als raus …
M: …

Katowice

Mierenneuken – Aftermaths- Teil 4

– Sag mal, warst du letzten Dienstag bei den Käsepflanzern?
– Wo war ich?
– Na, Schiphol. Am Amsterdamer Flughafen.
– Ich? Ja klar, ich hab dort meinen Anschlußflug verpasst und vier Stujnden lang rumgehangen. Woher weiß t du?
– Ich war auch dort. Du hast dort einen Flug verzögert.
– Ich hab was? Häh?
– Die haben dauernd ne Durchsage gemacht. „Passenger Careca travelling to Bruxelles. Immediate boarding please to gate B26. You are delaying the flight. We are proceeding in unloading your luggage“.
– Echt? Aber die können mein Gepäck nicht ausgeladen haben. Ich war ja noch im Zubringerflug.
– Tja, aber offenbar haste deinen Anschlußflug trotzdem verzögert. Die fanden wohl dein Gepäck zum Ausladen nicht.

Mierenneuken – Nachwort – Teil 3

„Mierenneuken“ (sprich „mihren-nöken“) heißt wirklich „Ameisenficken“.
Allerdings hat das weniger mit übertriebener Insektenliebe oder profaner Sodomie zu tun. Die Bayern bezeichnen „Ameisenficker“ als „Gscheidhaferl“ oder die Hessen als „Dipfschisser“.
Oder verständlich für alle auf gut klardeutsch: „Korinthenkacker“ und „Haarspalter“.
„Korinthenkacken“ heißt aber wörtlich ins Niederländische übersetzt „Krentenkakker“ und heißt übersetzt etwa so viel wie „Geizhals“. Und das hat mit der Tätigkeit des „Ameisenfickens“, des „Mierenneukens“, weniger zu tun.
Ein Mierenneuker macht anderes.

Womit ich fast schon wieder bei Teil 1 der „Mierenneuken“-Miniserie wäre. Eigentlich hat Pedanterie weder was sexuelles noch anales. Aber beim Fluchen und Schimpfen wird doch recht klar, wo die Betrachtungsweisen verschiedener Nationen liegen.

Man kann jetzt vortrefflich darüber streiten, ob die Niederländer jetzt wesentlich sex-fixierter sind und ob die Deutschen sprachlich lieber in der analen Scheiße wühlen. Und ob die Flüche der Niederländer phantasievoller sind als die der Deutschen.

Wenn es aber um die Phantasie bei Flüchen und Verwünschungen geht, da haben die Juden eindeutig die Nase vorne. Im Internet fand ich folgende hintersinnige Verwünschung:
„Drei Schiffsladungen voll Gold sollst du erben – aber das soll nicht reichen, um deine Arztrechnung zu bezahlen.“

Und in diesem Sinne:
Ein gutes Mierenneuken allerseits!
Meint der Mierenneuker.

Oder was flucht der Bayer sich in seinen Gamsbart zwischen zwei Weißbieren, wenn er das liest?
Himmihergottsakramentzefixallelujahscheissglumpvarrextgreisgruzifixverfluchtnoma.