Über Careca

Hang zur Satire, zur Ironie und zum Zynismus; Sinn für jeden Unsinn

Hirn aus? Ja, Hirn ist aus!

Der Inhalt der Überschrift dieses Blog-Eintrages könnte sich so in etwa an der Theke eines Metzgerladens abgespielt haben. Wahrscheinlicher ist aber, dass dieser Kurzdialog letztes Wochenende bei der Klausurtagung der Regierungsparteien statt gefunden hatte.

Anders kann ich mir nicht ganz erklären, warum erwachsene, jahrelang studierte Menschen ein derartiges Ergebnis mit hirnbefreiten Sparkonzepten aus der Klausurtagung heraus gebracht haben.

Ja, das Hirn muss vor derer Klausurtagung ausgeschaltet worden sein. Direkt nach dem Ausschalten derer Handys, Blackberries und IPhones mit Flatrate und saftiger Grundgebühr. Wie bei Sitzungen halt so üblich. Wie anders kann man nur glauben, dass man dem Marktgeschehen ungestraft das Geld entziehen kann, ohne dass sich dieses auf das Allgemeinwesen auswirkt? Genau, sie glauben, es sei erforderlich dem Markt eben jenes Geld jetzt zu entziehen, das vorher schon den Banken mit Rettungsschirmen hinein gepudert wurde, welches jene bereits Jahre zuvor locker flockig bei ihren Wettenleidenschaften hirnbefreit verpulvert hatten. Bei irgendwem muss das rausgeschmissene Geld ja eingespart werden.

Hirn aus?
Ja, Hirn ist aus.

Und auch die Opposition hat mal schnell deren Hirn ausgeschaltet und wettert nur darüber, dass die Sparmaßnahmen der Regierung lediglich die soziale Schere aufklappen lassen würde. Als ob das alles wäre. Gegen das Sparen an sich scheint die Opposition von Sonnenblumen-grün über Lachs-Häppchen-rot bis Fahnenschwenker-links ja nichts zu haben. Keiner scheint aber zu blicken, was das Sparen volkswirtschaftlich bedeutet. Das Geld, was der Binnenwirtschaft jetzt dadurch entzogen wird (besser gesagt: nicht zugeführt wird), wird nachher durch rückläufige Steuereinnahmen in den Haushaltsbudgetplanungen nicht einplanbar sein. Jetzt wird auf die Bremse getreten, damit sich nachher ein Jahr später jeder drüber beklagen kann, dass der Aufschwung so langsam einsetzt. Kennt ihr das berühmt berüchtigte, zarte Pflänzchen „Aufschwung“? Also vergesst all die Rufe nach Lohnsteigerungen bei der unteren bis mittleren Gesellschaftsklasse. Wird nicht sein. Könnt ihr schon heute vergessen. Spart euch das!

Nun, sparen wollen sie alle irgendwie. Man hatte sich ja bereits vorher darin geübt. Zu der Zeit, als Deutschland Exportweltmeister war und man sich sparte, diese Gewinnausschüttung der Allgemeinheit zu gönnen. Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Geteiltes Sparen macht halt doppelt soviel Spass. Und ist konstruktiv, sagt man uns seit zwei Tagen. Insbesondere die Regierung sagt jetzt, was wahrscheinlich ein Sarazin gerade sich denkt: wenn jemand der Magen knurrt, dann soll derjenige halt weniger essen, weil von dem nicht ausgegebene Geld kann derjenige sich dann was zünftiges zum Essen kaufen.
Vielleicht beim Metzger eine Portion Hirn. Vorher aber an der Theke nachfragen. Nur, was mach ich, wenn auf meine Frage „Hirn aus?“ die Antwort „Ja, Hirn ist aus“ folgt? Am besten sich selber ganz heftig in den Arsch kneifen und versuchen aufzuwachen. Vielleicht sitzt man ja in einer neuen Klausurtagung und erlebt, wie man dann von anderen selber in den Arsch gekniffen wird.

„Sparen“ heißt das Ziel der Regierung.
Sparen. Sparen. Sparen. Koste, was es wolle.

Hirn aus?
Ja, Hirn ist aus!
Haben sich die Politiker auch eingespart …

Da fällt mir noch ein mieser, dummer, niederträchtiger Kalauer ein, der muss jetzt sein:
Wenn ich morgen sterben sollte und Mediziner meinem Leichnam das Hirn für eine Organspende entnehmen sollten, würden sie wahrscheinlich 10.000 Euro mit meiner gräulichen Hirnmasse verdienen. Würden aber die führenden Politiker der hiesigen Parteien morgen allesamt versterben und Ärzte deren Hirne monetarisieren, sie würden damit Billionen Euros verdienen können. Wieso? Sind halt so gut wie ungebraucht …

Hirn aus?
Ja, Hirn ist aus!
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Politprofi oder Seiteneinsteiger? Die Gretchenfrage

Vier Wochen vor der Wahl stellt die Münchener »TZ« schon einmal die neue First Lady Bettina Wulff vor. Die »TZ« sieht Deutschland schon von einem Wir-sind-Lena-Glück ins Wir-wollen-Bettina-Fieber taumeln. Unverblümt palavert die »TZ« ihren Lesern gegenüber von dem bereits »designierten Bundespräsidenten« Christian Wulff (Zitat von TZ-Plakaten an deren Münchener Zeitungskästen) und welche gute Wahl die drei Parteien CDU, FDP und die bayrische CSU getroffen hätten.

Doch inzwischen haben SPD und Grüne auch schon reagiert und zur Verblüffung einiger CDU-/CSU- und FDP-Mitglieder Joachim Gauck vorgeschlagen. Es ist nicht das erste Mal, dass Joachim Gauck zum Bundespräsidentenamt vorgeschlagen wurde. Bereits 1999 stand er auf der Wunschliste der CSU. Doch jetzt ist er der Gegenkandidat von Christian Wulff.

Dies Nominierung durch SPD und Grüne ist ein tiefgründiger Schachzug. Ohne Umschweife kann davon gesprochen werden, dass SPD und Grüne dem Regierungskoalitionsvorschlag einen dicken Stachel ins Fleisch setzen konnten. Und dabei ist Joachim Gauck keineswegs einer, welcher der linken Seite zugerechnet werden kann. Joachim Gauck selber ist nicht nur Mitglied der »Deutschen Nationalstiftung«, dessen Schirmherr Horst Köhler bis zu seinem Rücktritt war. Er ist auch Mitglied der »Atlantik-Brücke«, welche von so führenden Köpfen wie Kai Diekmann (BILD), Guido Westerwelle (FDP), Friedrich Merz (CDU), Martin Winterkorn (VW), Klaus-Peter Müller (Commerzbank), Jürgen Fitschel (Deutsche Bank AG) und Michael Frenzel (Preussag AG) beeinflußt wird. Aber auch Leute wie Helmut Kohl (CDU), Jörg Schönbohm (CDU), Hans-Dietrich Genscher (FDP), Karl-Theodor Freiherr von und zu Guttenberg (CSU) oder Jörg Allgäuer (Manager von UniCredit Bank AG) gehören der »Atlantik-Brücke« an.

Nachdem Frau Merkel ihre Arbeitsministerin unbekümmert gegen die Wand knallen ließ, indem sie jene offensichtlich darüber im Unklaren ließ, dass von der Leyen im Gegensatz zu Christian Wulff nicht ihr Wunschkandidat ist, seit diesem Zeitpunkt wurde eigentlich klar, dass die Nominierung von Christian Wulff den Zweck haben soll, ihre Position als Bundeskanzlerin und Bundesvorsitzende der CDU zu stabilisieren. Christian Wulff wird dem Kreis eines Männerbundes (»Andenpakt«) zugerechnet. Neben Wulfff sollen diesem »Andenpakt« auch Franz Josef Jung, Günther Oettinger, Volker Bouffier, Elmar Brok, Hans-Gert Pöttering, Friedbert Pflüger, Christoph Böhr, Matthias Wissmann, Peter Müller und Friedrich Merz angehören. Diese Namen lesen sich wie ein Who-is-Who der Rücktritte oder Versetzungen in andere Ämter.

Diese Demissionen hatten gemein, dass jene Politiker sich aus dem direkten Machtbereich Merkels entfernten. Jetzt ist Wulff zwar nicht derjenige, der Frau Merkel ernsthaft das Wasser reichen könnte, nachdem alle anderen des »Männerbundes« der Frau Merkel nicht mehr gefährlich werden können. Christian Wulff, das ist die Antwort auf Unionsfraktionschef Volker Kauders Forderung »Wir glauben, dass wir jemanden mit politischer Erfahrung brauchen«. Nur, nachdem nach Köhlers Rücktritt jeder Berufene und Unberufene vor Journalistenmikrofonen inzwischen erklärt hat, was ein Bundespräsident zu leisten oder nicht zu leisten hat, sind unbequeme Wegpfosten als zukünftige Kriterien für den möglichen Bundespräsidenten Wulff eingeschlagen. Christian Wulff wird sich diesen Kriterien fügen, das hat er erkennen lassen. Und als verlängerte Werkbank der Bundesregierung soll er vor allem nett lächeln und fleißig den neuen deutschen Grußonkel mimen.

Seiteneinsteiger will die Merkel nach eigenem Bekunden nicht mehr. Es soll ein Politprofi sein. Welch Vorschusslorbeeren und Bauchpinselei für Wulff. Und, welche Gelegenheit für Wulff sich in eine bessere Position hinein zu manövrieren, bevor ihn nachrückende Seilschaften der CDU unter Druck setzen könnten. Der Männerbund »Andenpakt« soll ja bereits seit 2007/2008 nicht mehr funktionieren. Für Frau Merkel droht daher nach dem Rückzug von Koch im Grunde keine Gefahr mehr.

Aber jetzt kommt Joachim Gauck. Und es fängt vielen an zu dämmern, dass die Parole »Keine Seiteneinsteiger mehr« eher schädlich als nützlich ist.
Gauck ist parteilos, aber in seiner Zeit als »Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR« wurde eine ganze Behörde nach ihm benannt, die »Gauck-Behörde« (die jetzige »Birthler-Behörde«). Die Nominierung von Joachim Gauck überraschte nicht nur Gauck selber sondern auch die Regierungskoalition. Gerade jener Gauck, den die Regierungsparteien wegen dessen Arbeit immer gerne würdigten. Jetzt kommt einigen zu Bewusstsein, dass der Alleingang der Nominierung von dem Ministerpräsidenten Niedersachsens Christian Wulff gegen jemanden, der von den Regierungsparteien hoch geachtet ist, nun doch nicht das Richtige war. Beide Kandidaten erscheinen wie Antipoden zueinander in deren Positionen. Ein regierungsfreundlicher Grußonkel contra mutmaßlichen kritischen Kopf. Ein Dilemma, welches sich in den letzten Tagen in den Zeitungen Bahn bricht.

Der Vorschlag der SPD und Grünen zielt aber auch in eine zweite Richtung.
Nachdem die SPD und die Grüne die Partei »Die Linke« in Nordrhein-Westfalen in Sondierungsgesprächen medial vorführten (Hannelore Kraft: »Die Linkspartei in NRW ist weder regierungswillig noch regierungsfähig.«), folgt nun der zweite Schlag: Wird die Partei »Die Linke« Joachim Gauck unterstützen? SPD und die Grünen stellen der »Linke« erneut deren eigens in NRW formulierte Gretchenfrage: »Wie haltet ihr es mit der Vergangenheit der DDR?«. Gauck als Prüferlein für die sechste Partei im Staate.

Die »Linke« hat sich noch nicht gemeldet, sucht derweil einen eigenen Kandidaten. Peter Sodan wird es diesmal nicht werden. Vielleicht aber schlägt jene Partei auch niemanden vor. Die Zeit ist knapp und mehr als symbolisch wird eine solche Nominierung eh nicht mehr werden.

Vielleicht könnte die »Linke« auch eine perfide Strategie einschlagen und Wulff empfindlich beschädigen und Frau Merkel eine erhebliche Niederlage bereiten. Wie die Regierungsparteien in Berlin bereits nach der NRW-Wahl bekräftigten, würden Koalitionsverhandlungen in NRW mit SPD und Grüne nur geführt werden, wenn diese NICHT mit der Partei »Die Linke« reden würden. Diese Art des Politik-Verständnisses wurde noch vor über 20 Jahren den Grünen als Verweigerungspolitik und in der Presse den damaligen »Grünen« als destruktiver »Fundamentalismus« vorgeworfen.
Würden die Linken nun Christian Wulff unterstützen, so wäre dessen Wahl zum Bundespräsidenten gesichert. Insbesondere, nachdem sich bereits einige Teile der FDP und CDU vorstellen können, auch für Gauck zu stimmen. Und die »Linken« würden damit nicht nur ihr politisches Gewicht erhöhen, sondern sie könnten auch im Vorfeld Christian Wulff als Kandidaten schaden, weil damit bei der Wahl die Fundis der CDU-/CSU-/FDP-Parteien plötzlich zu Wahl-Abweichlern werden könnten. Der kollaterale Schaden für Frau Merkel wäre immens.

Andererseits könnten die »Linken« sich auch hinter Gauck stellen und damit jene erheblich ärgern, die die »Linke« gerne als politikuntauglich wegklassifizieren würden. Das Argument der »regierungsunwilligen und koalitionsunfähigen« Partei wäre fürs erste blockiert. Der Öffentlichkeit wäre es schwerer zu vermitteln, dass die »Linken« die Spitzbuben der Parteienlandschaft sein könnten. Allerdings – und das ist auch Fakt – wären sicherlich einige der Parteiangehörigen der »Linke« alles andere als glücklich über eine solche Entscheidung. Politik-Fundamentalismus findet sich auch bei der Partei »Die Linken« genauso wie bei den anderen Parteien.

Egal, für wen sich die »Linken« nun entscheiden, Verlierer der Bundespräsidentenwahl werden sie nur sein, sollten sie mit einem eigenen Kandidaten wuchern wollen. Ohne eigenen Kandidaten und mit aktiver Unterstützung eines der beiden Kandidaten können die »Linken« nur gewinnen. Und den Parteien schaden für deren Kandidaten sie sich entscheiden.

Der Ausgang der Wahl ist dabei nicht so zukunftsweisend wie die Wahl an sich. Die Wahl wird auf alle Fälle spannend. Und spannend wird auch werden, ob es die Regierungsparteien schaffen werden, in den verbleibenden vier Wochen ihren eigenen Kandidaten Wulff zu demontieren. Für unwahrscheinlich halte ich das nicht.

Georg Schramm und seine anderen Egos

»Georg Schramm gibt es nicht.«
»Auf der Bühne existiert er nicht.«
Georg Schramm

Der Name »Georg Schramm« ist seit der ZDF-Kabarett-Sendung »Neues aus der Anstalt« für viele Menschen in Deutschland ein Begriff. Bekannter als er selber sind aber inzwischen seine Spielfiguren: Lothar Dombrowski, Oberstleutnant Sanftleben, der alte Sozialdemokrat August und die rheinische Frohnatur des Pharmareferenten.
Wer aber ist Georg Schramm selber?
Lothar Dombrowski schrieb dazu in seinem Buch »Lassen Sie es mich so sagen … Dombrowski deutet die Zeichen der Zeit«:

»Ich habe all die Jahre Georg Schramm als Pseudonym benutzt, seine Vita erfunden. Er der Offizier Sanftleben und der alte Sozialdemokrat August sind Spielfiguren, Abspaltungen meiner Person, … . Im realen Leben gibt es nur mich, Lothar Dombrowski, …«

Es verwirrt.
Der Name »Lothar Dombrowski« an sich ist schon länger ein Begriff als der Name »Georg Schramm«. »Lothar Dombrowski« war ein ehemaliger Sprecher der »Tagesschau« (s.a. Bild links).
Aber wer ist jener »Lothar Dombrowski«, dessen Name von jenem Tagesschau-Sprecher entlehnt wurde und den Sprecher vergessen lässt?
Wer ist Georg Schramm?

Georg SchrammWer die Auftritte des unfreundlichen Lothar Dombrowski in der ZDF-Kabarett-Sendung »Neues aus der Anstalt« oder auch von Georgs Schramms letzten Programms »Thomas Bernhard hätte geschossen« her kennt, der gerät leicht in die Gefahr, diese Spielfigur mit der Person Georg Schramm gleich zu setzen.

Wer ist der Georg Schramm also? Hierzu findet sich viel Geschriebenes im Internet. Und es finden sich viele Videos über Georg Schramms Spielfiguren, sei es in der ZDF-Mediathek, sei es bei podcast.de oder bei YouTube.

Durch Zufall traf ich hierbei auf eine Sendung vom Deutschlandfunk aus dem Jahr 2008. Im Programm »Zwischentöne« hat Joachim Scholl mit Georg Schramm an die 90 Minuten ein lockeres Gespräch geführt: über die Figuren des Lothar Dombrowskis, des Oberstleutnants Sanftleben und des Sozialdemokraten August, über Georg Schramms vorherigen Programms »Thomas Bernhard hätte geschossen« und über die Sendung »Neues aus der Anstalt«.
Der Deutschlandfunk bietet dieses Gespräch noch immer in zwei Teilen zum Download im mp3-Format an:

Teil 1
Teil 2
Playlist

Es lohnt, sich die 1 ½ Stunden Zeit zu nehmen und hinein zu hören.
Es macht Lust auf Georg Schramms neues Programm »MEISTER YODAS ENDE – Über die Zweckentfremdung der Demenz« und tröstet auch darüber hinweg, dass Georg Schramm zum letzten Mal mit Urban Priol in drei Tagen am Dienstag, den 8-Juni-2010, in »Neues aus der Anstalt« auftreten wird (22:15 Uhr, ZDF; Gäste: Frank Markus Barwasser, Monika Gruber und Jochen Malmsheimer).

Der Kommentar aus der Vergangenheit zu Merkels Vorschlag für die Zukunft

16. Juni 1992: Bundespräsident Richard von Weizsäcker kritisiert die Parteien

„Nach meiner Überzeugung ist unser Parteienstaat von beidem zugleich geprägt, nämlich machtversessen auf den Wahlsieg und machtvergessen bei der Wahrnehmung der inhaltlichen und konzeptionellen Führungsaufgabe.“

Kein Zutritt von unten (Kneipengespräch)

Tresen 0

»Lang nicht mehr gesehen.«

Er ergriff sich den Hocker neben mir, zog ihn in Sitzposition, deutete dem wird mit dem Zeigefinger an, dass er gerne ein Kölsch haben würde, und zog seine Regenjacke aus.

»Na ja, ich dich ja auch nicht.«
»Ich habe ein wenig privatisiert.«
»Privati … was’n das?«
»Ins Private zurück gezogen. Und was hast du in der Zwischenzeit so getrieben?«

Der Wirt schob ihm eine frisch gefüllte Stange Kölsch auf einem Bierdeckel rüber. Während er seine Regenjacke unterm Tresen an einen Haken aufhängte, langte er nach dem Kölsch, nahm einen Schluck und schwang sich auf den Hocker.

»Getrieben? Ich hab mich mal mit Hartz 4 vertraut gemacht.«
»Gesetzestexte durchwühlt?«

Er schüttelte den Kopf.

»Nein. Ich habe einer Bekannten durch den Formularwust für dieses Arbeitslosengeld II durchgewühlt. Ich sag dir, dieses ALG2 ist der reinste Papierslalom. Für alles und jedes wollen die Belege sehen.«
»Na gut, schließlich soll verhindert werden, dass Betrüger Geld abzocken.«
»Abzocken?«
»Sagt dir der Fall Florida-Rolf noch was?«
»Ja klar. Die BILD-Zeitung und deren Angst, dass es einem Sozialhilfeempfänger besser gehen könnte als deren eigenen Freelancer-Journalisten.«
»Jetzt wirste polemisch!«
»Pass mal auf. Ich bin mit meinem Lebensstandard weit weg von Hartz 4. Irgendwo in der Reihe der Mittelständler zwischen Bild-Zeitungsredakteur und Politiker kannste mich einordnen. Mir klingen noch die Worte eines Geschäftsführer von vor zwei Jahren in den Ohren, der seinen Angestellten erklärte, würde die Banken seine Firmenkredite kappen, dann sei er Ruck-Zuck Hartz 4.«
»Ja und?«
»Die haben doch alle keine Ahnung, was für eine Knochenmühle Hartz 4 geworden ist.«
»Aber du, oder was.«
»Hast du dir mal den Fragebögen zur Antragsstellung für ALG2 durchgelesen? Da sind die Abfragen der persönlichen Daten bei Facebook Kinderkram.«
»Na und? Wer Leistungen vom Staat bekommen will, der muss auch selber dem Staate gegenüber in Vorleistung gehen.«
»Toll. Meine Bekannte hat zwei entschiedene Probleme: Sie ist Ausländerin, spricht deutsch recht schlecht, von Lesen ist mal ganz abzusehen, hat drei Kinder und dann ist ihr Lebensgefährte ausgezogen.«
»Und?«
»Als sie dann noch letztens arbeitslos wurde, hat sie bei den Fragebögen nur noch Bahnhof verstanden.«
»Sie hätte ja vorher deutsch lernen können.«
»Hätte. Selbst ich mit Deutsch als Muttersprache verstand die Fragen nicht beim ersten Mal. Anfangs hatte sie nach einem Gespräch bei der ARGE einen Deutschkurs bewilligt bekommen. Auch mit dem Hintergrund sich für neue Jobs besser bewerben zu können. Dann kam aber der neue Sachbearbeiter. Ein Arsch von Gottes Gnaden. Der hatte ihr den Deutschkurs gleich mal gestrichen. Seiner Ansicht nach sollte sie nach 11 Jahren Deutschland ausreichend deutsch sprechen können. Er hat ihr dann gleich einen neuen Binnenbrief geschickt.«

Sein Gesichtsausdruck hatte sich beim erzählen verfinstert. Seine Stimme war immer eregter geworden.

»Binnenbrief? Was ist denn das?«
»Zu beantworten binnen zwei Wochen oder es gibt Sanktionen der ARGE, weil sie nicht kooperativ sei.«
»Was wollten die?«
»Ihren vollständigen Lebenslauf. Ich hab ihn ihr dann geschrieben. Dutzend von mir ausgefüllte Papiere später hatte sie dann Mietunterstützung für ihre alte Wohung erhalten. Aber sie sollte sich eine neue suchen.«
»Und?«
»Der Münchener Wohnungsmarkt wimmelt von maklervermittelten Wohnungen. Bei den Besichtigungsterminen mit den Maklern wurde ihr dann immer erklärt, dass keine Arbeitslosen mit drei Kindern akzeptiert würden.«
»Wieso? Wenn die Stadt die Miete von ihr zahlt, dann ist die Mietzahlung doch garantiert.«
»Früher, das war früher. Mit der Einführung von Hartz 4 kann die Stadt die Mietzahlung dann kürzen oder sperren, wenn der Empfänger sanktioniert werden muss. Seitdem sind Arbeitslose von Vermietern meistens unerwünscht. Arbeitslose könnten zu Hartz-4-Empfänger werden.«
»Aber sie kriegt die jetzige Wohnung bezahlt?«

Er lachte auf. Ein hilfloses zynisches Lachen.

»Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem Hartz-4-Sachbearbeiter nicht gefällt.«
»Wie das?«
»Sie muss jeden Monat 9 Wohnungssuchen nachweisen: Gesprächspartner, Telefonnummern, Wohnungsbeschreibung, Absagegrund, Bewerbungen bei Wohnungsgesellschaften. Und das wird von jemand verlangt, der nur deutsch sprechen aber kaum schreiben kann. Witzig, nicht? der hatte wohl ihren Deutschkurs gestrichen, damit er sie wohl schneller sanktionieren konnte. Wahrscheinlich kriegen die Bonus-Zahlungen für jede eingestellte Hartz-4-Zahlung. Ich habe ihr bei dieser Schreibarbeit dann geholfen. Sie hatte dann nebenbei auch eine Wohnung gefunden. Aber sie war von dem ARGE-Sachbearbeiter angewiesen worden, dass sie nur einen Mietvertrag unterschreiben dürfe, wenn Sie zuvor mit dem Sacharbeiter Rücksprache gehalten hätte. Würde sie vorher unterschreiben, würde die ARGE nicht zahlen.«
»Und?«
»Sie versuchte ihn eine Woche zu erreichen und hat ihm tagelang auf dem Anrufbeantworter gesprochen. Er war nie persönlich zu erreichen. Der Vermieter sagte ihr schließlich ab, weil sie nicht unterzeichnen konnte.«
»Und der Sachbearbeiter?«
»Sie erreichte ihn dann persönlich, nachdem ich mich mal einschaltete und ihr half. Erst auf Umwegen erreichte sie ihn. Als sie ihm sein Leid klagte, dass er nie zu erreichen sei, …«

Er schnappte deutlich Luft, ergriff sein Kölsch, leerte es und starrte vor sich hin.

»Und was sagte der Sachbearbeiter ihr dann?«
»’Ruhe jetzt!’«
»Was? Wieso?«
»Er blaffte ihr nur in den Hörer ‚Ruhe jetzt!‘. Fast wie ein Offizier. Als meine Bekannte verstört nachfragen wollte, was er damit meinte, pfiff er dreimal in den Hörer. Weißt du, es war das Pfeiffen, was normalerweise ein Hundehalter beim Gassigehen seinen Hund zupfeifft.«
»Was?«
»Er hat gepfiffen, als sei sie wie ein Hund zu behandeln! Und ihr dann nochmals ein ‚Ruhe jetzt‘ entgegengeschleudert. Sie bräuchte sich nicht aufzuregen, wenn er wolle, dass sie Ruhe gebe. Verstehst du das? Behandelt man so seinen Kunden? Welches Recht hat so ein Sachbearbeiter jemanden wie einen Hund zu behandeln?«
»Vielleicht hatte er nur einen schlechten Tag.«
»Einen schlechten Tag?«

Er starrte mich an. Sein Gesicht drückte eine Verzweifelung ob meiner Bemerkung aus. Der Wirt schob ihm ein neues Kölsch hin, welches er sofort ergriff und einen tiefen Schluck raus nahm. Seine Hand umfasste die Kölschstange krampfhaft. Fast erschien es mir, er würde das Glas zusammendrücken wollen, als würde es gleich splittern …

»Einen schlechten Tag? Wenn ich in meinem Beruf in der freien Wirtschaft einen Kunden behandeln würde, dann würde ich Ärger mit meinem Chef bekommen. Aber der Sachbearbeiter ist ja Beamter. Ein Beamte, der das Klischee über Beamten füttert. Einen schlechten Tag? Ach ja, nur am Rande, meine Bekannte hatte inzwischen einen neuen Job gefunden und entsprechend den Vorschriften, alle Behörden informiert. Drei Tage später erhielt sie von dem ARGE-Sachbearbeiter einen neuen Binnenbrief. Sie solle ihm binnen vier Wochen bis Mitte Juni eine Kopie des Arbeitsvertrages und der Verdienstbescheinigung zuschicken.«
»Und?«
»Diese Woche sollte eigentlich die Mietunterstützung auf ihrem Konto eintreffen. Sie kam nicht. Sie konnte die Miete bislang nicht zahlen. Gestern hatte meine Bekannte dann bei der ARGE angerufen. Dort erfuhr sie, dass sie gesperrt sei. Sie sei so lange gesperrt, bis sie Arbeitsvertrag und der Verdienstbescheinigung vorlegen würde.«
»Wo ist das Problem?«
»Jener Sachbearbeiter hatte sie direkt nach Versendung des Briefes vor zwei Wochen gesperrt gehabt. Den Arbeitsvertrag erhielt sie erst vor einer Woche und die Verdienstbescheinigung von der ersten Arbeitswoche kommt erst Mitte Ende nächster Woche. Bis dahin bleibt sie gesperrt.«
»Sie kann doch ihre Miete schon mal zahlen.«
»Das waren die Worte des Sachbearbeiters. Aber ihr Konto gibt das nicht her.«
»Schulden?«
»Schulden. Aber dazu hatte der Sachbearbeiter ihr erklärt gehabt, Schulden seien Privatsache. Das interessiere ihn nicht. Sie solle sich Geld leihen.«

Seine letzten Worte hatten einen stark zynischen Klang und ich glaubte noch ein leises »So ein Arschloch« zu vernehmen.

»Und wieso erzählst du mir das?«
»Okay, du verstehst es nicht. Du verstehst wohl nicht, dass meine Bekannte momentan durch ein Spalier der Demütigungen geht.«
»Na und? Es geht halt nicht anders. Zu viele Leute haben die Sozialhilfe genutzt, um den Staat abzuzocken.«

Er drehte seinen Kopf ein wenig und blickte mich leicht säuerlich von unten her an.

»Ach ja? Aber mit den Abzockern der Bankenwirtschaft, da verfahren wir anders, oder etwa nicht? Die werden von unserer Regierung an den Verhandlungstisch eingeladen. Aber Hartz-4’ler sind die Bedrohung der Gesellschaft, oder was?«
»Hey! Übertreib es nicht! Du redest Quatsch. Wir können das Geld nun mal nicht mit der Gießkanne verteilen. Wir sind kein Sozialstaat mehr. Wir müssen sparen. Sonst ergeht es uns wie Griechenland. Wer nichts leisten will, soll halt woanders hin gehen. Meinetwegen nach Griechenland, die aktiv unseren Wohlstand gefährden. Dann werden die schon sehen, wo es besser ist.«
»Ach ja? Schön.«

Abrupt stellte er seine Kölschstange ab, stand er auf, legte ein paar Geldstücke auf den Tresen und nahm seine Regenjacke vom Haken.

»Der 14-jährige Sohn meiner Bekannte redete genau so wie du jetzt. Er hatte Hartz-4’ler als Schmarotzer bezeichnet, die nur faul seien und selber Schuld an deren Misere seien, die nichts leisten würden. Das sagte er, als meine Bekannte noch mit ihrem Lebensgefährten zusammenlebte. So wie du jetzt redete er. So wie es in den Medien immer wieder rauf und runter gebetet wird. Als der Bewilligungsbescheid für meine Bekannte eintraf, kam er hinzu und fragte, ob sie jetzt alle Hartz-4’ler seien. Als seine Mutter bejahte, meinte der nur, dann solle sie halt mehr arbeiten und verschwand in seinem Zimmer.«

Mit Verärgerung im Gesicht drehte er ab und verschwand grußlos durch die Kneipentür.
Mein Kölsch-Glas war fast leer, eine kleine schaumlose Pfütze befand sich noch drin. Ich hob das Glas und winkte dem Wirt zu. Es war noch zu früh, nach Haus zu gehen.

Freunde des Französischen

Französisch ist toll, französisch ist schön, französisch macht träumend beim Zuhören.
Wer diese Sprache aber leider – wie ich – in der Schule abgewählt hatte, weil ein paar Vollpfosten im Kurs denselbigen schnell ruinierten, der wird den folgenden Text leider so nicht direkt verstehen:

http://fichtre.net/yop.html

Aber alle Firefox-Browser-Nutzer haben eine geniale Möglichkeit sich eine schnelle Übersetzung hin zu zaubern:
Einfach den Text mit der Tastaturkombination „Strg“+“A“ oder mit der Maus alles markieren und träumen …

Piep, piep, piep, wisst Ihr eigentlich, …

… wer gestern zurück getreten ist?
Ihr müsst nur mal in Wikipedia nachschauen, dann wird es euch erklärt!

Guildo Horn (* 15. Februar 1963 in Trier, Rheinland-Pfalz; eigentlich Horst Köhler) ist ein deutscher Schlagersänger und Musiktherapeut.

Somit schließt sich der European-Song-Contest-Kreis von Satelliten-Lena über Piep-piep-piep-Guildo Horn und Will-nicht-mehr-Köhler zum Metzger Stefan Raab.

Jetzt frag ich mich nur, wo hat der Guildo Horn nur diesen erfolgreichen Gesichtschirugen aufgetrieben … ?

Und hiermit erkläre ich das Casting zu „Deutschland sucht den nächsten Präsidenten Deutschlands“ (DSDNPD) für eröffnet.

Kleiner feiner Unterschied

Horst Köhler im Wortlaut zu seinem Rücktritt:

[…] Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. […]

„… jeder Rechtfertigung …“.
Er sagte nicht “ … jeder Basis …“.
Das heißt, er diskutiert gar nicht die Fragen, die er selber aufgeworfen hat. Er will sie auch gar nicht diskutieren. Er nimmt nicht dazu Stellung, ob er sie befürworte.
Es gibt wenige, die sich bar jeder Kritik fühlten.

„L’État c’est moi!“ („Der Staat bin ich!“), wird der „Sonnenkönig“, der absolutistische Monarch Ludwig XIV., zitiert. Horst Köhler hätte den Satz wohl am liebsten auch gerufen. Aber da gibt es einen Unterschied: Wir leben nicht mehr im Absolutismus. Wir leben in einer kritikoffenen, freiheitlichen Gesellschaft.

„Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung.“
Dieser Rücktritt entbehrt jeder Beschreibung. Heinrich Lübke hielt länger durch, bevor der dann freiwillig seinen Stuhl räumte …

Und tschüß, Herr Köhler.
Der nächste, bitte.
Und bitte: Mit mehr Rückgrat.

Und ganz nebenbei:
Jetzt wissen wir auch, warum Roland Koch zurück getreten ist. Der wollte Bundespräsident werden …

Balla balla Teil 2

Da fällt der Westermann für die WM wegen Kahnbeinbruch (interessant, welche Krankheiten es so gibt) aus.
Und?
Wer tritt zurück?
Der Köhler. Unser Bundespräsi.
Schön.
Bei dem nächsten WM-Spielerausfall tritt die Merkel zurück.
Nee, was is dat widda schön.

Die Büchse der Pandorra (Lebe wild und gefährlich Teil 29)

Zeus wies Pandora an, die Büchse den Menschen zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie sie unter keinen Umständen öffnen dürften (Prometheus warnte seinen Bruder zudem davor, Geschenke von Zeus anzunehmen) doch – von Neugier übermannt – ließen die Menschen die Büchse trotzdem öffnen. Daraufhin entwichen aus ihr alle Laster und Untugenden. Als einzig Positives entwich auch die Hoffnung.

Text entnommen aus „Wikipedia – Büchse der Pandorra

Und wer es live sehen möchte, was als Screenshot unter diesem Text dargestellt ist, der klicke das Bild an:
2010-05-30_134546

Balla balla

Nee, is dat schön. Der Schenkelklopfer-Aufmacher der BILD von heute:
„WM-Fluch über Löw“ und darunter „Roland Koch hört auf“
Mal schaun, wann der WM-Fluch auch noch Merkel und Westerwelle erreicht. :>

Wenn Vasen zerschlagen werden

Was vorher geschah: Prolog, Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11, Teil 12, Teil 13, Teil 14, Teil 15

***

“Du solltest das Zeug nicht trinken.”

Er schaute mich besorgt an und schob das Glas Absinth aus meiner Reichweite.

“Lass mich.”

Ich beugte mich vor und zog das Glas mit seiner grünen Flüssigkeit zu mir rüber. Mit dem Inhalt einer Wasserkaraffe verdünnte ich meinen Absinth, der eine milchig grünliche Trübung annahm.

In einem Anfall von Wahnsinn hatte ich im Februar den Ratschlag eines ehemaligen Arbeitskollegen befolgt und das Erbe meines Vaters in einen amerikanischen Hedge-Fond investiert. Die mir damals präsentierten Zahlen waren berauschend. Der Hedge-Fond hatte bereits vor drei Jahren seine Investoren mit üppigen Gewinnen überschüttet gehabt. Damals hatte der Fond mit Kreditausfallsicherungen aus US-amerikanischen Immobilien, den sogenannten “Credit Default Swaps”, gehandelt und diese in sogenannte “Collateralized Dept Obligations” (CDO) gebündelt. Von Ratingagenturen hatte der Fond diese mit Hilfe einer Wall-Street-Bank mit Bestnoten bewerten lassen. Diese CDOs gingen an europäische Banken und dagegen hatte der Hedge-Fond dann gewettet. Als die CDOs dann reihenweise ihren Wert verloren, sammelte sich der Gewinn im Hedge-Fond an. Die Renditen waren traumhaft. Das Geschrei der europäischen Staaten, die ihre Banken dann finanziell stützen mussten, war gewaltig. Eben aufgrund jener Gewinnberichte hatte ich mein Geld investiert. Wie ich allerdings später erfuhr, war jener Kopf, der damals für den satten Gewinn zuständig war, aus dem Hedge-Fond abgewandert und jemand anders hatte die Führung übernommen. Im Zuge der Griechenland-Euro-Krise hatte dieser neue Besitzer den Fond schließen müssen. Es wird gemunkelt, er habe mit bestimmten Derivaten eine Wette gegen eine deutsche Bank getätigt. Als der Kurs des Euros im Verhältnis zum US-Dollar fiel, war das Geld weg und der Typ – kurz nachdem er seine Email an uns Investoren rausgeschickt hatte – nicht mehr erreichbar.

Ich hatte meinen Rechtsanwalt eingeschaltet, aber der gab mir wenig Aussicht auf Erfolg. Im persönlichen Beratungsgespräch eröffnete er mir, dass er selber einen guten Gewinn aus der Euro-Krise gezogen hat. Und er sähe nicht wirklich, warum ich selber jetzt gegen jemanden klage wolle, der bei einer Börsenwette mein Geld verzockt habe. Börse, so erklärte er mir mit einem Lächeln, sei nun mal nichts für Amateure. An der Börse könne man alles gewinnen oder alles verlieren. Und wer verliere, der solle sich nicht beklagen, die Gewinner täten es auch nicht. Den letzten Satz brachte er mit solch einem zynischen Lächeln über seine Lippen, dass ich ihm wütend ankündigte, mir einen anderen Rechtsanwalt zu suchen.

Einen neuen Rechtsanwalt habe ich mir nicht gesucht. Warum auch. Er hatte ja recht. Ich hatte gezockt und verloren. Andere haben sich mein Geld unter sich aufgeteilt. Und als Verlierer stand ich nun in solch illustrer Reihe von Börsenverlierern wie HRE, IKB, Island und Griechenland. Nur der Unterschied ist, dass sich für meine Situation niemand wirklich interessiert. Bei Recherchen im Internet stieß ich dann auf das Gerücht, dass jener Hedge-Fond-Besitzer Selbstmord begangen haben sollte. Kurz danach war ich zu meiner Bank und hatte mir einen Kredit besorgt, um finanziell nicht gänzlich unter zugehen. Die Bank zögerte anfangs noch, mir Kredit zu geben. Letztendlich aber erhielt ich den Kredit. Als ich die Kreditpapiere in den meinen privaten Ordner verstaute, fiel mir der Satz ein, den mir ein amerikanischer Banker mal sagte: “Wie gibt man Leute das Gefühl, vermögend zu sein, wenn deren Einkünfte stagnieren? Gebe denen billige Kredite.” Nach diesem Prinzip wurde den Amerikanern Immobilienkredite vergeben. Und als immer mehr nicht mehr fähig waren, die Kredite zurück zu bezahlen, setzte die Finanzkrise ein. Jene Kredite waren von den Kreditverleihern verbrieft worden, um damit an der Börse über Kreditausfallversicherungen (CDS) Geld machen zu können.

Jürgen ergriff meine Hand und entwand mir mein Glas.

“Das brauchste nun wirklich nicht.”

Jürgen war zum Ökumenische Kirchentag gekommen. Seine Gemeinde in Remagen hatte einen Bus nach München organisiert und Jürgen hatte die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen. Dafür hatte er sogar einen heftigen Krach mit seiner Frau in Kauf genommen. Wir hatten uns im “Cafe Bleu” verabredet.

Das Cafe war geheizt, trotzdem hatte ich mir schon vor Jürgens Eintreffen einen Absinth zum Aufwärmen genehmigt. Das Wetter draußen war regnerisch und kalt. Es passte zu der Stimmung, die wegen dem milliardenschweren Griechenland-Rettungsschirm überall herrschte: Kater-Stimmung vermischt mit Depressionen.

Die Kellnerin erschien und brachte zwei große Becher Tee vorbei, die Jürgen zuvor bei ihr bestellt hatte.

“Trink lieber das. Grüner Tee. Die haben hier eine echt gute Sorte aus Japan, habe ich beim Reinkommen bemerkt. Und nicht dieser Tee in beuteln aus dem Supermarkt.”

Er stellte mein Glas Absinth auf den leeren Nebentisch und hob seinen dampfenden Becher vorsichtig mit beiden Händen hoch. Mit einem leichten Schlürfen trank er etwas von dem Tee.

“Wow, der ist echt gut! Probiere mal.”

Vorsichtig ergriff ich den Becher. Er war heiß, verdammt heiß. Ich nahm einen schnellen Schluck, aber ich spürte nichts. Der Anis aus dem Absinth lag mir noch auf der Zunge und ließ den Tee eigenartig neutral schmecken.

“Hattest du mein Exemplar der Papiere des PentAgrions erhalten?”

Ich nickte. Ja, das hatte ich, aber ich hatte den Umschlag nie geöffnet. Er wanderte damals in meine Schreibtischschublade. Zumindest glaube ich es. Sicher war ich mir nicht mehr. Zu sehr war ich damals damit beschäftigt, mein Geld zu investieren und mich zuvor mit den Chancen und Risiken der Börse auseinander zu setzen. Und dann war da noch die Affäre mit der Kneipenbekanntschaft. All das raubte mir Zeit und Muße mich mit jenem Thema auseinander zu setzen. Das Thema “PentAgrion” war mir dabei total vom Schirm gerutscht. Es hatte mich auch nicht sonderlich weiter interessiert. Nur knapp eineinhalb Monate später verabschiedete sich meine Kneipenbekanntschaft wieder aus meinem Leben. Dafür zeichnete sich der Totalverlust meiner Investition ab. Und danach war ich erst mal mit allem durch.

Mir erschien mir alles recht sinnlos und ich taumelte recht planlos durch mein Leben. Bis dann mein Telefon klingelte und sich Jürgen meldete. Er würde den Ökumenischen Kirchentag besuchen und ob wir uns nicht treffen könnten. Ich schlug das “Café Bleu” vor, ein kleines Café am Rande vom Münchener Stadtteil Schwabing. Er kam ein wenig verspätet. Ich hatte schon den ersten Absinth hinter mir gebracht und auf seiner Frage, warum ich das grüne Zeug schlucken würde, ihm in knappen Worten über meinen finanziellen Fehlschlag erzählt

“Und wie haben dir die Papiere gefallen?”

“Hm. Ehrlich, ich habe sie noch nicht gelesen.”

“Du warst doch so sehr dahinter her?”

Ich nickte. Mir kam das letzte Telefongespräch mit Jürgen in die Erinnerung zurück. Es ging über Schwarze Löcher und das Internet. Über Schwarze Löcher als Archivschrank des Weltalls und Elefanten als Spaghetti.

“Das stimmt. Aber die ganze Sache mit den Schwarzen Löchern und die Schwarzen Löcher als Informationsspeicher, das war mir zu sehr abgehoben.”

“Zu kompliziert?”

“Absolut. Würde das nicht heißen, ich könnte meine Büchersammlung zu Hause anzünden und trotzdem wäre nichts verloren? So wie es Ethnologen immer behaupten?”

Er beugte sich lächelnd vor. Ein Hauch seines After-Shaves erreichte meine Nase. Er faltete seine Hände und legte sie um seinen Becher Tee. Er schaute kurz konzentriert in seinen Tee und blickte mir dann ins Gesicht.

“Hm. Stell dir jetzt mal das folgende vor:  Nimm dir eine Vase. Eine, die du nicht ausstehen kannst. Packe sie in eine Plastiktüte und nimm einen 500-Gramm-Hammer. Setze jetzt gezielt zwei, drei Schläge. Es klirrt. Kaufe dir Pinzette und Klebstoff. Du wärest jetzt im Stande die Vase zusammen zu setzen. Mit etwas höherwertigem Equipment könntest du die Vase so zusammenpuzzeln, dass man meinen könne, sie wäre nie zerbrochen gewesen. Setze jetzt zweihundert Schläge auf die Tüte. Noch immer wäre es möglich die Vase zusammen zu setzen. Freilich wäre damit ein sehr langer Zeitaufwand verbunden. Inklusive viel Geduld und Hilfsmitteln, die dich mehr als nur der Rettungsschirm der Bundesregierung für europäische Banken kosten würden. Zumindest kann dir niemand widerlegen, dass die Informationen innerhalb der Plastiktüte nicht die Vase darstellen würden. Wäre es jetzt keine Plastiktüte, sondern ein abgeschlossenes System, welches dir sogar die dabei freigesetzt potentiellen, kinetische und mechanische Energien zurückgeben würden, dann wäre die Vase komplett. Alle Informationen wären vorhanden. Es gilt der Energieerhaltungssatz, der besagt, dass nichts verloren geht, selbst wenn es umgewandelt wird. Einstein formulierte dieses prägnant mit der einfachen Formel „E ist gleich M mal C-quadrat“ (E=mc(2)). Das Aufspalten eines Körpers in seine Atome, seine Elektronen, seine Quanten und seine Energieformen wird die Informationen des Körpers nicht vernichten, wenn man alle Puzzleteile zusammenhält. Diese Aufspaltung macht die Problematik und das „Mystische“ – die Wissenschaftler mögen mir diesen ketzerischen Ausdruck verzeihen – von Schrödingers Katze und den Schwarzen Löchern aus. Die Frage der Reproduzierbarkeit in dem Falle der zerschlagenen Vase stellt den Perfektionsgrad der menschlichen Technik im Verhältnis zum Chaos dar. Die Thermodynamik spricht hierbei auch von Entropie, dass heißt vereinfacht, alles strebt dem Chaos entgegen und die Errichtung von Ordnung kostet Energie. Und das Maß der dafür benötigten Energie ist die Entropie. Das ist genau der Stoff aus dem Begehrlichkeiten gemacht sind. Denn wenn in allem die Informationen von zuvor rekonstruierbar sind, dann bedeutet dieses das absolute Wissen. Das Überwissen. Die Ethnologen haben recht. Zweifelsfrei. Denn selbst in einer verbrannten Bibliothek ließe sich theoretisch, das vormalige Wissen zurück gewinnen. Theoretisch. Leider ist der Unterschied zwischen theoretisch und praktisch unsere menschliche Natur. Das Wissen hat einen Zustand angenommen, den wir nicht im Stande sind zu lesen, zu verstehen. Es ist wie mit alten Schriftzeichen aus Machu Pichu: Wir können sie sehen, aber wir verstehen sie nicht. Es fehlt uns der Schlüssel. Meine These: Hätten wir den Schlüssel, die Informationen verbrannter Bibliotheken zu öffnen, wird würden den Inhalt der alten Schriften als langweilig empfinden, denn wir wüssten schon mehr, als darin nachzulesen wäre. Da wir aber den Schlüssel nicht haben, wissen wir verdammt wenig und wir wüssten allzu gerne, was in der Bibliothek in Alexandria alles verbrannte. Wir hätten auch kein Internet. Wir bräuchten es nicht.”

Er verstummte. Ich merkte, dass er auf eine Antwort von mir wartete, aber mir fiel dazu nichts ein. Aber dann fiel mir doch noch was ein:

“Jürgen, um es mal auf den Punkt hzu bringen. Ich habe nicht das geringste verstanden, was du gerade gesagt hast. Was hat diese Vase mit Schwarzen Löchern zu tun? Und wenn all das Wissen der Welt vor uns offen liegt, warum können wir dann mit unserem heutigen Wissen neue Lebewesen erschaffen, aber das alte Wissen nicht erschließen?”

“Weil wir Menschen sind?”

“Wir sind keine Menschen mehr. Wir haben inzwischen Gott-Status. Wir erschaffen Leben aus der Retorte, komplett künstlich erzeugt.”

“Aber wir sind nicht fähig zerstörtes wieder in seinen Ursprung zu versetzen.”

“Toll. Für diesen Satz hättest du jetzt nicht den Vortrag halten müssen.”

“Warum liest du nicht mal das durch, was ich dir geschickt hatte?”

Jürgens Stimme schwang ein ärgerlicher Unterton mit.

“Die Papiere des PentAgrions?”

“Die Papiere des PentAgrions.”

Ich ergriff meinen Teebecher und schlürfte vorsichtig vom Tee. Langsam spürte ich ihn auf meiner Zunge. Er hatte einen leicht zitronig-herben Geschmack. Ich schluckte, die Flüssigkeit lief meine Speiseröhre hinab und zu spät bemerkte ich, dass der Tee dafür noch zu heiß war. Ich hustete, schnappte nach Luft. Zu heiß. versuchte mir Luft zu zu fächeln. Jürgen reichte mir die Wasserkaraffe. Ohne Zögern setzte ich an und trank sie in einem Zug leer.

(Fortsetzung)

Das Versprechen

Kinder, wie die Zeit vergeht. Papas neue Armbanduhr ist grad‘ stehen geblieben …
lebenslaenglich

Übersetzung aus dem Englischen:
„Diese Uhr läuft genau so lange wie Sie. Plus sieben Tage.“

Geht’s bei Euch zu wie am Münchener Stachus?

An der Wand gemeiselt seien, die 8 Gebote am Münchener Stachus in deren Einkaufspassage.

1.) Bedenke du Subjekt unserer Begierde, du werdest gefilmt, gefilmt und nochmals gefilmt!
2.) Wenn wir filmen, brauchst du nicht fotografieren, fotografieren, fotografieren!
3.) Es sei dir geschrieben, dreimal: Du sollst nicht plakatieren!
4.) Deinen Dackel hast du an der Leine zu führen! Auch das sei dir dreimal verkündet!
5.) Inline-Skater sind ebenso dreimal unerwünscht.
6.) Auch Fahrräder sind hier unten unerwünscht!
7.) Und Musik wollen wir hier unten auch dreimal nicht!
8.) Und damit Du potentieller Raudi es ganz deutlich verstehst, wir sagen es Dir an dieser Stelle gleich 7 Mal: Rauchen ist auch verboten!
Amen und Basta!

Den Fotoapparat gezückt und somit wohl gegen das 2. Gebot verstoßend gruselte es mich. Aber ich denke mal, die haben mich bei meinem Vergehen gefilmt, also steh ich bei denen auf der Fahndungsliste und brauche nur noch der gerechten Sühne harren.

Lang lebe die Verbieteritis!

Verbieteritis

Foto aus dem Geschäftsbereich unter dem Münchener Karlsplatz, dem Stachus.

Wenn Heilige enthauptet werden …

Die Katholische Kirche ist momentan ein Sumpf, in dem viele Frösche quaken und sich einer Trockenlegung verweigern, damit keine Leichen auftauchen. Das Bodenpersonal arbeitet momentan emsig wie die Putzerfischchen. Putzerfische sind die Fische in den Gewässern, die größere Fische von Dinge befreien, die jene bedrohen.

Wie schön für die Rotte der Putzerfischchen, wenn es dann was gibt, was ein wenig von diesem Bestreben ablenkt. So geschehen in einer Kirche in Dinkelsbühl. Dort haben Kriminelle den Schrein des Heiligen Aurelius zerstört und dem Heiligen ein Bein ausgerissen, was jener zu Lebzeiten immer schon zu vermeiden wusste.
Die Münchener TZ hatte heute darüber geschrieben (siehe Foto):
Aurelius
Der „Heilige Aurelius“?
Wer das ist?
Auch darüber schreibt die TZ:

Aurelius war römischer Soldat. Im Jahr 63 wurde er unter Kaiser Nero in Rom enthauptet, weil er als Christ als Sündenbock herhalten musste. […]

Aurelius_Text
Soweit die TZ.

Moment.
Wie war das?
Was geschah mit dem „Heiligen Aurelius“?
Enthauptet?
Wow.
Da ziehen hundsgemeine Diebe den Heiligen aus seinem Schrein unachtsam und brutal auf den Boden der Kirche, fliehen dann mit einem Bein als Beute und …
Genau.
Der Kopf bleibt dran. Vom enthaupteten Heiligen.

Und wer jetzt an dem heiligen Wunder der Erneut-Verhauptung eines Enthaupteten trotz obigen Bildes zweifelt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Oder wie schon mein Vater zu sagen pflegte:
„Was Gott trennt, darf der Mensch nicht fügen. Außer mit Uhu.“

Wie schön zu wissen, dass der Enthauptete nicht völlig kopflos am Boden lag. So etwas nennt man auch katholische Dialektik. Womit wir wieder bei den Putzerfischchen wären, …

I love it

Welche Macht macht das? Macht was? Dass es wie bekloppt schneit, wenn ich reisen will? Und welche Macht macht es, dass mein Flug einfach annuliert wird? Kann da mal wer ne Doktorarbeit drüber machen? Einfach mal machen und dann bei SPIEGEL auf Seite 1 machtvoll aufmachen. Geht nicht? Macht auch nichts. Wissen ist Macht und ich bleib lieber ohnmächtig …

Chronik eines angekündigten Betruges – die Lena-Göttmann-Story (Teil 5)

Was vorher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
***

Es hat wieder bis nach Mittag gedauert, bis »lena.gottmann@hotmail.com« antwortete. Offenbar ist »lena.gottmann@hotmail.com« der typische spätaufstehende Mensch.
Die Reaktion ist nicht so wie ich gehofft hatte. »lena.gottmann@hotmail.com« bleibt auf ihrer Spur und lässt sich durch nichts abbringen. »lena.gottmann@hotmail.com« verfolgt die angekündigte Abzockerspur. Kein Abweichen vom Trampelpfad. Werde ich ihm nervig? Keine Begrüßung, keine Abschiedsfloskel:

Antwort Nr6

Die Übersetzung:

Wie ich bereits sagte, ich kann kommen, wann immer Sie wollen, aber zuerst benötige ich eine Garantie. Ich werde nichts verlangen, weil das nicht recht ist. Ich möchte nur sehen, dass Sie Geld für die erste Monatsmiete und für die Kaution haben. Ich weiß nicht, ob Sie sich mit Western Union auskennen, ein Weg Geld schnell zu senden, es ist überall. Sie können Geld im Namen eines Freundes / Verwandten senden, Sie können in Western Union vertrauen und die Quittung senden, ob das Geld im System verfügbar ist. Dann werde ich WU anrufen, um zu sehen, ob alles okay verläuft. Wenn ja, nehme ich ein Ticket und komme nach Deutschland und falls, wird das Haus den Empfänger nach Ihrem Geschmack in meinem Namen ändern.
Wie ich sagte, habe ich Sie nicht gefragt, Geld auf meinem Namen zu schicken, daher habe ich auch keinen Zugriff auf Ihre persönlichen Daten …
Lassen Sie mich wissen, ob Sie mir zustimmen. Ich danke Ihnen und erwarte Ihre Email, um zu erfahren, was ich tun muss

Schnurgerade und ohne Sperenzken steuert »lena.gottmann@hotmail.com« auf ihr Ziel zu. Möglicherweise bin ich durch meine »Lebensbeichte« und den wortreichen Erklärungen auch unglaubwürdig, unattraktiv geworden.
Mir fällt momentan auch nur wenig ein. Von dem, was ich denke, dass es ein attraktiver Köder für Abzocker sei, wirkt nichts und scheint »lena.gottmann@hotmail.com« so kalt zu lassen, wie ein Antipoden einem anderen.
Ich werde nicht antworten, ich werde schweigen. Vielleicht war es dann die letzte Email von »lena.gottmann@hotmail.com«, die ich erhalten haben werde.
Was machen Frauen, wenn sie attraktiver werden wollen? Sie ziehen sich zurück. Vielleicht locke damit ich »lena.gottmann@hotmail.com« dadurch aus der Deckung. Wahrscheinlich aber nicht.

Übrigens, fand ich noch den Ausdruck der Immobilienscout24-Seite von »lena.gottmann@hotmail.com« mit den Bildern des Appartements. So sehen Werbeanzeigen für einen angekündigten Betrug aus.
Zur Warnung an alle Wohnungssuchenden:
Gottmanns Inserat

Nebenbei, ich habe meine Wohnung in München gefunden. Eine hübsche 30-qm-1 1/2-Zimmer-Wohnung für 300 Euro kalt (410 Euro warm; ohne Maklergebühr) gefunden. In Immobilienscout24. Von keinem Abzocker, sondern voll normal und gut. Günstiger geht es im Innern Münchens kaum.

Chronik eines angekündigten Betruges – die Lena-Göttmann-Story (Teil 4)

Was vorher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3
***

Ich hatte gestern um 19:30 Uhr geantwortet. Hatte der Person hinter »lena.gottmann@hotmail.com« meine Antwort verwirrt? Bin ich ihm zu geschwätzig? Oder lag ich einfach falsch?
High Noon. 12 Uhr Mittags. Gary Cooper als »Will Kane« streicht in der Stadt herum auf der Suche nach »Frank Miller«.
»Do Not Forsake Me, Oh My Darling.«

Um 12:02 klingelt es heute wieder in meinem Postfach. »lena.gottmann@hotmail.com« hat geantwortet (zum Vergrößern bitte aufs Bild klicken“):
Antwort Nr4

Die Übersetzung:

Hi,

Ich muss Sie über die Schritte informieren, wie diese Dienstleistung funktioniert und wie wir ihn für uns nutzen können. Sie müssen nur beim FedEx Dienst die Miete für drei Monate (1.000 Euro inklusive allem) deponieren, so können die starten zu liefern und Sie erhalten die Schlüssel und den Vertrag. Wie ich sagte, ich zahle für eine 2-Tages-Lieferung, so dass Sie die Schlüssel und den Kontrakt von mir unterzeichnet erhalten.
Ich werde Ihnen Schritt für Schritt erklären, wie dieses funktioniert:
1 – Um diese Transaktion zu starten, benötige ich Ihren vollen Liefernamen und Lieferadresse, um diesen Handel durchzuführen.
2 – Ich gehe zu dem FedEx Büro und lasse die Schlüssel und den Vertrag unter deinem Namen als den bestimmten Empfänger.
3 – FedEx wird den Umschlag überprüfen, um zu sehen, ob alles mit dem in Ordnung ist, und dass das auch die juristischen Dokumente ist, die zusammen mit den Schlüsseln kommen.
4 – FedEx wird Ihnen eine Lieferbenachrichtigung schicken, um Ihnen mitzuteilen, dass sie die Schlüssel und Papiere in deren Besitz haben.
5 – An diesem Punkt müssen Sie sich in Bewegung setzen und eine Geldüberweisung auf den Namen eines FedEx-Agenten durchführen, der mit dieser transaktion betraut ist.
6 – Nach der Auführung der Überweisung müssen Sie die Informationen über die Überweisung zu FedEx durchführen (MTCN, Name und Adresse des Absenders).
7 – FedEx wird diese Zahlungsinformation überprüfen, und wenn alles in Ordnung ist, werden sie die Schlüssel und den vertrag Ihnen ausliefern.
8 – Nachdem Sie das Paket erhalten haben, gehen Sie und überprüfen das Apartment und binnen zwei Tagen müssen Sie mit ihnen in Kontakt treten und ihnen mitteilen, ob Sie das Apartment behalten wollen oder nicht. Wenn alles in Ordnung ist, geben Sie FedEx die Erlaubnis die Zahlung an mich frei zu geben. Falls Sie das Apartment nicht mögen. werden sie Ihnen das geld zurückschicken und Sie schicken denen die Schlüssel und den Vertrag, um das Packet auf meine Kosten an mich zurück zu schicken.
Jetzt muss ich aber sicher wissen, ob sie zustimmen, weil hier sind viele Leute interessiert, das Apartment zu mieten und ich will sicher sein, was ich denen erzählen muss. Falls Sie einverstanden sind mit dem, was ich vorgeschlagen habe, werde ich denen erzählen, dass das Apartment bereits vermietet ist und ich werde es für Sie reservieren.
Falls Sie einverstanden sind, benötige ich alle Lieferdetail, um alle Angelegenheiten für die FedEx-Lieferung zu regeln.

Danke und auf Neuigkeiten von Ihnen wartend!
Danke Ihnen,

PS: Sie müssen die Zahlung zu dem Namen und zu der Adresse des FedEx-Agenten schicken, und nicht zur der Firma FedEx. FedEx hat nicht das geringste mit Western Union zu tun.

»Western Union« ist mir ein Begriff. Mit »Western Union« ist es möglich Geld in andere Staaten zu schicken. Am »Western Union« erhält man einen Einzahlungsbeleg mit einer Code-Nummer, die man dem Empfänger mitteilt. Der Empfänger weist sich mittels Reisepass oder Personalausweis aus (»ausweisen« im Sinne von »sich identifizieren« und nicht im Sinne einer Grenzregelung) und erhält dann das Geld. Und Tschüss, weg ist das Geld …
Wie gut, dass »lena.gottmann@hotmail.com« den FedEx-Agenten persönlich kennt (oder selber ist), denn dann bleiben die 1.000 Euro in der Familie …

»lena.gottmann@hotmail.com« hat kaum auf meine vorherige Mail reagiert. »lena.gottmann@hotmail.com« spult sein Programm nach »Schema F« ab. Ein angekündigter Betrug ohne große Rücksichtnahme auf Kundenbelange.

Nebenbei habe ich mit meiner letzten Mail, den Mailverlauf manipuliert: Meine Handynummer hatte ich in dem Mailverlauf abgeändert, bei meinem Provider ein neues Email-Konto mit fast identisch aussehender Email-Adresse aufgemacht und dann auf »lena.gottmann@hotmail.com« geantwortet. Nach der Antwort zu urteilen, hat »lena.gottmann@hotmail.com« einstweilen nichts bemerkt. Denn ich werde das Email-Konto in zehn Tagen wieder löschen und dann kann er mich mal, sollte er meine Manipulation nicht bemerkt haben.

Ich versuche es nochmals, die Gier in »lena.gottmann@hotmail.com« zu wecken.
Der Einsatz muss erhöht werden.
Der Speck muss angereichert werden.
Mehr Geld anbieten. Und überhaupt, was soll das heißen, »lena.gottmann@hotmail.com« führt andere Mietinteressenten neben mir! Frechheit! Konkurrenz belebt das Geschäft? Okay, er kann es haben, cih erhöhe einfach die Miete!
Ich weiß, dass an dieser Stelle mir sofort ein paar Makler Angebote machen möchten. Ein Mietkandidat, der von sich aus die Miete erhöht, davon träumt der gesamte Vermietermarkt.
Aber was soll’s? Was muss, das muss. »SOLL« heißt »MUSS« wenn »KANN«. Und »lena.gottmann@hotmail.com« kann mich mal. Der ganze FedEx-Scheiß und das ganze Prozedere interessiert mich doch nicht die Bohne. Mich interessiert nur, ob auch Abzocker gierig sein können.
Ich erhöhe den Einsatz:
Antwort Nr5

Die Übersetzung:

Sehr geehrte Frau Göttmann,

Ich bin ein wenig verwirrt. Sie erzählten mir, dass Sie andere Personen haben, die das Apartment auch haben wollen? Ist mein Angebot zu niedrig? Ich bin bereit mehr als die 380 Euro pro Monat zu zahlen. Bieten die anderen mehr? Sollte ich Ihnen 480 Euro pro Monat füpr die Wohnung bieten, werde ich dann derjenige sein, dem Sie den vertrag anbieten?
Zudem habe ich vergessen Ihnen mitzuteilen, dass ich bei Western Union und auch bei FedEx auf der Schwarzen Liste stehe. Wenn ich mich bei denen identifiziere, werde ich von denen nicht als Kunde akzeptiert. Das ist nicht fair von denen. Entschuldigung, ich hatte vergessen dieses zu erwähnen. Es ist wegen einer aktuellen Ermittelung gegen mich weil eine andere grundgütigschlechte Person mich angeschwärzt hat, nur um meine saubere Reputation zu schädigen. Jedoch hat mir bereits mein Anwalt erklärt, dass ich den Prozess nicht verlieren kann und mich vor nichts fürchten muss.
Ich hoffe, dass ich auf der Schwarzen Liste stehe, ist kein Kriterium, mir das Apartment nicht mehr zur Miete anzubieten. Nichtsdestotrotz habe ich eine 100% Lösung. Es wird perfekt funktionieren und ist mit meinem Bankkonto in der Schweiz (»UBS« in Zürich) verbunden. Und das ist auch besser für mich, dass ich auf Ihre Diskretion zählen kann. Es ist sogar besser als »Western Union« oder »FedEx«. Für diese Art des Transfers haben die für besondere Kunden (wie mich) eine diskrete Dienstleistung, auf die Sie zu 100% vertrauen können.
Bitte teilen Sie mir mit, wie Sie darüber denken.

Beste Grüße

P.S. Wäre es möglich dieses Vorgehen ein wenig mehr zu beschleunigen? Sie haben nichts über mein Angebot geschrieben? Gefiel es Ihnen nicht? Brauchen Sie es nicht?

Bislang herrscht Funkstille. Es kann auch sein, dass »lena.gottmann@hotmail.com« von den ersten erhaltenen 1.000 Euro Parties feiert und dann erst Mittags wieder aufwacht.
Also abwarten.
Vielleicht hab ich den Bogen auch überspannt und »lena.gottmann@hotmail.com« meldet sich nicht mehr.
Vielleicht bis morgen. High Noon. 12 Uhr Mittags. Gary Cooper als »Will Kane« streicht in der Stadt herum auf der Suche nach »Frank Miller«:
»Do Not Forsake Me, Oh My Darling.«

Übrigens hat mir „Immobilienscout24“ geschrieben und mich vor »lena.gottmann@hotmail.com« gewarnt. Das Angebot ist inzwischen deaktiviert. Ich hoffe rechtzeitig, bevor andere drauf reinfallen konnten.

(Fortsetzung hier)

Chronik eines angekündigten Betruges – die Lena-Göttmann-Story (Teil 3)

Was vorher geschah: Teil 1, Teil 2
***

Inzwischen saß ich am heimischen PC, hatte meine Mails aufgerufen und hatte vor nochmals eine Antwort zu schreiben. Denn eine Wohnung zu diesem Preis ist immer ein Schnäppchen. Fleißig tippte ich also, als mir mein Email-Klient anzeigte:
»lena.gottmann@hotmail.com« hatte mir geantwortet!
1 1/2 Stunden später.
Fleißig bemüht um ihre Kunden.
Lobenswert, dachte ich mir und las das folgende (zum Vergrößern bitte anklicken):

Antwort Nr2

Die Übersetzung:

Hallo nochmals,
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Das Apartment wartet auf Sie, Sie brauchen nur noch die Schlüssel und den Vertrag in Empfang zu nehmen und zu überprüfen, und zu sehen, ob es ihnen gefällt. Offensichtlich benötigen wir eine Vorgehensweise, um den Handel zu vollbringen. Eine, welche es uns erlaubt sicherzustellen, dass zu bekommen, was wir wollen. Sie können das Apartment auch mit einem Freund teilen. Zu diesem Zweck habe ich einen Weg für uns gefunden, den Handel sicher und schnell abzuschließen. Auf diesem Weg werden Sie den Schlüssel in weniger als 2 Tagen erhalten, wenn Sie ebenfalls schnell handeln. Diese Lösung wird von einer Firma ermöglicht, die FedEx heißt. Diese unterstützt sowohl Bezahlung als auch die Auslieferung der Schlüssel. Ich habe ein Vorgehen gefunden, die es Ihnen erlaubt, die Miete des Appartements zu zahlen, nachdem Sie die Schlüssel davon erhalten haben. Auf diesem Wege werden Sie das Apartment sehen und entscheiden dann, ob Sie in dem Apartment bleiben wollen oder nicht, bevor ich die Zahlung erhalte.
Lassen Sie mich wissen, ob Sie interessiert sind, denn ich muss diese Sache bis zum Ende der nächsten Woche erledigt haben!
Grüße,

FedEx? Die Firma ist mir keine Unbekannte. FedEx, UPS, DHL, Deutsche Post, all diese Firmen sind Logistikunternehmen, welche Sendungen von A nach B bringen.
Warum sollte FedEx eingeschaltet werden? Mir kam das spanisch vor.
Einer Intuition folgend gab ich den Namen »Lena Gottmann« in Google ein. Das zweite Ergebnis der Suche war schon ein Volltreffer. Der Link führte zu dem Portal vom „Münchener Merkur-Online“:

Sie heißen Paul Kenneth Foltyn, Peter Stan, Fred Wray oder Lena Göttmann – und ihre Namen sind frei erfunden. Ebenso die Abzock-Angebote, die sie zigfach in Immobilienportalen ins Internet stellen …

Lest bitte den Rest hier bei der Originalquelle nach:
www.merkur-online.de

Nun war mir alles klar.
»Lena Göttmann« existiert nicht. Hinter dem Namen »Lena Göttmann« verbirgt sich ein mieser Abzocker.

Wer schon mal ein Auto im Internet kaufen wollte, hatte vielleicht auch schon mit Menschen Email-Kontakt, die in London wohnen und deren Auto verkaufen wollen. Für das Auto-Schnäppchen solle dann aber vorher Geld angezahlt werden, bis es dann über einen »Treuhändler« übergeben werden solle. Wer sich auf so etwas einlässt, der sieht weder den »Treuhändler« noch seine Anzahlung wieder.

Als erstes habe ich dann »Lena Göttmann« bei Immobilienscout24 verpetzt. Ich habe es gerne getan, diese Art der Denunziation.

Aber warum sollte ich auf »Lena Göttmanns« Angebot eingehen?
Und dann kam mir meine Idee.
Mit Speck fängt man doch Mäuse, oder? Und Gier ist doch auch bei Menschen eine Batzen Speck.
Verarschen kann ich auch.
Zumindest kann ich es versuchen. Mit meinem verbesserungswürdigen Englisch inklusive meinen üblichen Rechtschreibfehler (zum Vergößern bitte das Bild anklicken):

Antwort Nr3

Die Übersetzung:

Sehr geehrte Frau Göttmann,

Ich mag Ihren Stil. Ja, Sie haben vollkommen recht, wir sollten keine Zeit vergeuden. Ich habe mir die Fotos nochmals angeschaut. Ein schönes Wohnzimmer (Ich mag diese rote Farbe sehr) und das Badezimmer mit dem Bidet, das ist was unzweifelhaft großartig ist. Ich denke, es ist nicht notwendig, es sich vorher anzuschauen. Ich vertraue Ihnen.

Ja, auch ich bin ein wenig in Eile. ich bin brutal von meiner Ehefrau, die ich so sehr liebe, der ich so sehr vertraute, betrogen worden. Aber sie und ihr neuer geiriger Freund versuchen mich aus meiner eigenen Wohnung zu werfen. Sie können sich sicher sein, ich werde auf ganz legalem Weg zurückfeuern. Wissen Sie, deren Verhalten ist recht teuer. Angesichts eines Gerichts, denke ich, kann ich damit mit einer
Kompensationszahlung über mehr als 1000 Euro rechnen. Ich kenne einen Fall, bei dem die Ehefrau und ihr Geliebter mehr als 5000 Euro zahlen mussten! Ja, es ist nicht so einfach wie manche Leute. Aber um die Situation in einer guten Weise vorzubereiten, ich muss ausziehen, um deren brutalen Druck, den beide auf mich ausüben, zu bestätigen. Das wird dann ein Argument vor Gericht werden.

Was noch hinzukommt, ich habe letztens mit einigen Börsengeschäften Glück gehabt. Jedoch muss ich nun aufpassen, dass das Geld nicht direkt auf meinem Bankkonto erscheint und ich viel Steuern zahlen muss. Sie wissen, die Brise der Banken und eine Menge Leute reden darüber, die Freiheit einzuschränken, entsprechend des eigenen Vermögens Geld zu verdienen. Das ist nicht schön, das ist nicht fair. Aber es gibt Möglichkeiten, wissen Sie.

Gut. Ich möchte die Miete für ein, zwei oder drei Jahre im Voraus bezahlen. Ich denke, wir können eine Vorauszahlung verhandeln. Und wie ich gehört habe, planen Sie nach Griechenland zu gehen, da haben Sie eine sehr gute Gelegenheit eine Rendite von 150% zu erhalten, wenn Sie das Geld dort in die richtigen Anlagen investieren (Griechenland benötigt Geld und bietet deshalb genau jetzt sehr gute Renditen an, aber nur für Leute die keine Feiglinge sind).
Deswegen biete ich Ihnen die folgenden Mietvorauszahlungen an:
Miete für ein Jahr: 4.500 Euro
Miete für zwei Jahre: 8.500 Euro
Miete für drei Jahre: 13.000 Euro

Falls Sie eine Vorauszahlung für vier Jahre haben wollen, muss ich ein wenig genauer nachrechnen.
Sie mögen denken „Hey, worüber redet der Kerl, der nimmt mich auf den Arm. 12 mal 390 Euro sind 4.680 Euro“. Aber bedenken Sie bitte, ich bezahle in einer Zahlung und kann ihnen einen Hinweis geben, der mehr wert ist als 4.680 Euro.

Was denken Sie über meinen Vorschlag? Ich würde ihn nicht machen, wäre ich nicht in einer Notsituation. Wir müssen schnell reagieren, nicht schnecken-langsam. Bitte antworten Sie.

Beste Grüße

Wird er darauf eingehen?
Ist der Speck würzig genug?
Er will Geld? Ich wedle ihm damit vor seiner Nase herum. Schnappt er danach wie der Esel nach der Möhre?

Wie sagte Gordon Gekko in dem Film »Wallstreet«?
»Gier ist eine gute Sache.«
Oder wie meinte heute Guido Westerwelle im Bundestag?
Leistungsgerechtigkeit sei wichtiger als Verteilungsgerechtigkeit.

Wie weit geht »lena.gottmann@hotmail.com«?
Ich versuche der Person hinter »lena.gottmann@hotmail.com«, das Heft aus der Hand zu nehmen, indem ich an das Instinktgefühl »Gier« appelliere. Ein Versuch ist es wert.

(Fortsetzung hier)