Kleiner feiner Unterschied


Horst Köhler im Wortlaut zu seinem Rücktritt:

[…] Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befürwortete Einsätze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wären. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. […]

„… jeder Rechtfertigung …“.
Er sagte nicht “ … jeder Basis …“.
Das heißt, er diskutiert gar nicht die Fragen, die er selber aufgeworfen hat. Er will sie auch gar nicht diskutieren. Er nimmt nicht dazu Stellung, ob er sie befürworte.
Es gibt wenige, die sich bar jeder Kritik fühlten.

„L’État c’est moi!“ („Der Staat bin ich!“), wird der „Sonnenkönig“, der absolutistische Monarch Ludwig XIV., zitiert. Horst Köhler hätte den Satz wohl am liebsten auch gerufen. Aber da gibt es einen Unterschied: Wir leben nicht mehr im Absolutismus. Wir leben in einer kritikoffenen, freiheitlichen Gesellschaft.

„Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung.“
Dieser Rücktritt entbehrt jeder Beschreibung. Heinrich Lübke hielt länger durch, bevor der dann freiwillig seinen Stuhl räumte …

Und tschüß, Herr Köhler.
Der nächste, bitte.
Und bitte: Mit mehr Rückgrat.

Und ganz nebenbei:
Jetzt wissen wir auch, warum Roland Koch zurück getreten ist. Der wollte Bundespräsident werden …

7 Gedanken zu „Kleiner feiner Unterschied

  1. Das mit der richtigen Aussprache ist halt so eine Sache. Wer permanent darauf bedacht sein muss, das Offensichtliche nicht beim Namen nennen zu dürfen, kurz: auf Sprechblasen angewiesen zu sein, der hat es halt schwer mit der Formulierung einer klaren Botschaft.

    Ich hätte jetzt auch nicht damit gerechnet, dass dem ehem. Bundeshorst ein weiteres Mal gelingen würde, nach der richtigen Darstellung der deutschen Außenpolitik.

    Roland Koch wird natürlich nicht Bundespräsident. Das Amt wirft erstens zu wenig Kohle ab und zweitens müsste er dann auch zu Ausländern nett sein.

    Margot Käßmann wurde auch schon genannt. :>>

    Das wäre dann aber eine wahrhaft göttliche Fügung. Der Heiland hätte dann aber den deutschen Comedypreis verdient…

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  2. Der hatte Ärger in seinem Haus und war mit seinen Angestellten über Kreuz. Und dann kam die Kritik an seinen kriegsfreundlichen Aussagen und da war er gänzlich beleidigt. Er empfand den Hofstaat (Encourtage), für ihn der ganze deutsche Staat als häresieverseucht.
    Stimmt. Wenn der Bundespräsident nett zu Ausländern sein muß, dann scheidet auch Stoiber, Öttinger, Rüttgers und Schäuble oder Englisch-Unfreund Westerwelle aus. Das Geld wäre kein Problem. Spannen wir halt nen milliardenschweren Rettungsschirm für notleidende Politiker auf.
    Mit Rettungsschirmen haben wir ja gute Übung gehabt.
    Wenn Käßmann, dann lieber Lothar Dombrowski. Aber dann hätten wir auch noch nen Militärkopp, nen Pharmareferenten und den August mit dabei und das wäre doch heftig. Ich schlage vor, es wird ein Casting veranstaltet. „Deutschland sucht den nächsten Bundespräsidenten Deutschlands“ (DSDNBPD). Pro Anruf nur 49 Cent aus dem Festnetz.

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  3. Nach „Ich kann Kanzler“ jetzt halt „Ich kann Präsident“. Vielleicht kann das auch der Raab übernehmen, der ist grad so erfolgreich. ;)

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