Chronik eines angekündigten Betruges – die Lena-Göttmann-Story (Teil 5)

Was vorher geschah: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
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Es hat wieder bis nach Mittag gedauert, bis »lena.gottmann@hotmail.com« antwortete. Offenbar ist »lena.gottmann@hotmail.com« der typische spätaufstehende Mensch.
Die Reaktion ist nicht so wie ich gehofft hatte. »lena.gottmann@hotmail.com« bleibt auf ihrer Spur und lässt sich durch nichts abbringen. »lena.gottmann@hotmail.com« verfolgt die angekündigte Abzockerspur. Kein Abweichen vom Trampelpfad. Werde ich ihm nervig? Keine Begrüßung, keine Abschiedsfloskel:

Antwort Nr6

Die Übersetzung:

Wie ich bereits sagte, ich kann kommen, wann immer Sie wollen, aber zuerst benötige ich eine Garantie. Ich werde nichts verlangen, weil das nicht recht ist. Ich möchte nur sehen, dass Sie Geld für die erste Monatsmiete und für die Kaution haben. Ich weiß nicht, ob Sie sich mit Western Union auskennen, ein Weg Geld schnell zu senden, es ist überall. Sie können Geld im Namen eines Freundes / Verwandten senden, Sie können in Western Union vertrauen und die Quittung senden, ob das Geld im System verfügbar ist. Dann werde ich WU anrufen, um zu sehen, ob alles okay verläuft. Wenn ja, nehme ich ein Ticket und komme nach Deutschland und falls, wird das Haus den Empfänger nach Ihrem Geschmack in meinem Namen ändern.
Wie ich sagte, habe ich Sie nicht gefragt, Geld auf meinem Namen zu schicken, daher habe ich auch keinen Zugriff auf Ihre persönlichen Daten …
Lassen Sie mich wissen, ob Sie mir zustimmen. Ich danke Ihnen und erwarte Ihre Email, um zu erfahren, was ich tun muss

Schnurgerade und ohne Sperenzken steuert »lena.gottmann@hotmail.com« auf ihr Ziel zu. Möglicherweise bin ich durch meine »Lebensbeichte« und den wortreichen Erklärungen auch unglaubwürdig, unattraktiv geworden.
Mir fällt momentan auch nur wenig ein. Von dem, was ich denke, dass es ein attraktiver Köder für Abzocker sei, wirkt nichts und scheint »lena.gottmann@hotmail.com« so kalt zu lassen, wie ein Antipoden einem anderen.
Ich werde nicht antworten, ich werde schweigen. Vielleicht war es dann die letzte Email von »lena.gottmann@hotmail.com«, die ich erhalten haben werde.
Was machen Frauen, wenn sie attraktiver werden wollen? Sie ziehen sich zurück. Vielleicht locke damit ich »lena.gottmann@hotmail.com« dadurch aus der Deckung. Wahrscheinlich aber nicht.

Übrigens, fand ich noch den Ausdruck der Immobilienscout24-Seite von »lena.gottmann@hotmail.com« mit den Bildern des Appartements. So sehen Werbeanzeigen für einen angekündigten Betrug aus.
Zur Warnung an alle Wohnungssuchenden:
Gottmanns Inserat

Nebenbei, ich habe meine Wohnung in München gefunden. Eine hübsche 30-qm-1 1/2-Zimmer-Wohnung für 300 Euro kalt (410 Euro warm; ohne Maklergebühr) gefunden. In Immobilienscout24. Von keinem Abzocker, sondern voll normal und gut. Günstiger geht es im Innern Münchens kaum.

9 Gedanken zu „Chronik eines angekündigten Betruges – die Lena-Göttmann-Story (Teil 5)

  1. Eigentlich schon. Aber zuerst dachte ich an einen Tippfehler und deshalb hatte ich auch nachgefragt.
    Im Endeffekt sind solche Köder nicht unbedingt an Bewohner der Stadt gerichtet sondern an Zuziehende. Meine neue Wohnung erhielt ich nur durch regelmäßiges Lesen und schnelles Reagieren (frühzeitiger Besichtigungstermin und danach sofortige Kontaktaufnahme zum Anbieter) innerhalb der Woche. Jemand, der außerhalb Münchens lebt, hat diese Chance nicht. Der muss sich übers Wochenende in ein Hotel einquartieren und hoffen, dass alle Wohnungsbesichtigungstermine an solche einem Wochenende auch stattfinden. So etwas kann kostspielig werden. Die Betrüger kalkulieren damit. Jemand, der beispielsweise beruflich von Hamburg nach München ziehen muss, sieht die Wohnung und schlägt zu. Die Wohnungslegende der Betrüger kommt solch einer Person zugute. Er hat eine günstige Wohnung, den Schlüssel für die Wohnungsbesichtigung und das Versprechen der Betrüger, der gewollte Mieter zu sein. Am Ende hat der Interessent noch nicht mal den richtigen Schlüssel (wenn überhaupt) und die Betrüger das Geld für den Schlüssel, die 1.000 Euro. Finden sich pro Woche pro Anzeige zwei Interessenten, die auf den Betrug reinfallen, dann kann innerhalb eines Monats ein persönliches Abendessen mit NRW-Mini-Präser Rüttgers gebucht werden …

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  2. Meine Freundin ist übrigens auch schon über „Lenawieauchimmer“ gestolpert. Sie hatte damals an Immoscout geschrieben, welche auch gleich damit geantwortet haben, dass es sich hierbei um Betrüger handelt.
    Sowas ist halt einfach im Internetzeitalter. Meine Freundin sagt, bei einer Topwohnung mit derart niedriger Mieter müssen in München bei einem sowieso gleich die Alarmglocken schrillen. Und zwar gewaltig.

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