Alles für den Dackel, alles für den Club, unser Leben für den …

Da hatte es mich doch heuer ganz bös erwischt, da herinnen in München, im heimisch zünftigen Paulaner-Garten. Mir war bereits seit langem klar, dass die Drogenpolitik der Ampel-Regierung einem schwer zu denken gibt. Nachdem Herr von und zu Lauterbach seine neusten Drogenkontrollpläne bekannt gab, da schlug der Puls der Aufregung in Bayern auf neue Bluthochdruckwerte.

So hatte die BILD-Zeitung in die bayrische Staatskanzlei hinein ein Dokument als LEAK aus dem Ministerium vom Herrn Lauterbach verteil. Und dieses Dokument, welches ein Namenloser der vielen BILD-Arbeitsdrohnen klandestin und mit eigens installierter Internetverbindung von den öffentlichen Lauterbach-Ministerium-Internetseiten in mühevoller Kleinarbeit heruntergeladen hatte, dabei jenen Download Bit für Bit konsumierend und dann per Träger über die Staatkanzlei-Tiefgarage in die oberen Regierungszimmer vom Söder hochgebracht, also, dieses Dokument sagte etwas darüber, wie die Abgabe von Bier neu geregelt werden könnte: Der Bierkonsum solle entkriminalisiert und aus den Schmuddelecken der anonymen Trinkerhallen herausgeholt werden. Auf die mit Bier regelmäßig eingeleitete schwere Alkoholsucht sollte proaktiv reagiert werden. Proaktiv heißt, eine kontrollierte und gesellschaftlich verantwortungsvolle Abgabe von Bier wurde anvisiert.

Und weil “verantwortungsvoll” der Aufgabenbereich eines Ministerpräsidenten ist und nicht die eines dahergelaufenen, nicht-bayrischen Kölners mit Ministerposten sein kann, daher hat sich sofort der fränkisch Landesvater in seiner oberbayrischen Staatskanzlei per Twitter gemeldet:

Wir lehnen die Bierkontrollpläne der Ampel ab. 90 Bier im Monat, 3 Bier am Tag – das darf es nicht geben. Wir werden alles tun, das zu verhindern. Wir wollen keine Drogen in Bayern. Wir schützen unsere Kinder und Jugendlichen. #csupt23 #miteinander

3 Bier am Tag? Wie hatte der ehemalige bayrische Ministerpräsident Beckstein erklärt: „Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist Autofahren noch möglich“, sagte Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein von der CSU dem Bayerischen Rundfunk in München. Das Trinkprofil eins Oktoberfest’lers ist am Anfang nur an seine Maß zu nippen und dann am Schluss seines Zeitfensters, Gas zu geben und zu schütten. Das ist weltweit bekannt und gehört zum bayrischen Kulturgut. Lediglich Preußen (- jene FDH’ler des Bierkonsums –) nippen ihr Bier schlückchenweise alle dreieinhalb Minuten und prosten sich dabei auch noch zu, was als harmloser einzustufen wäre, ganz im Gegentum zu dem Trinkverhalten eines bayrisch Traditionsverhafteten bei dessen Bierkonsum beim Starkbierfest oder beim Oktoberfest, welches Sprünge auf der zweifelhaften Karriereleiter einer tragischen Alkoholkarriere sein können.

Aber zurück zum jetzigen Landesvater:

90 Maß Bier im Monat, dass ist schon nicht mehr verantwortungsvoll. Selbst bei 60 Maß Bier im Monat (also zwei Maß Bier pro Tag im Monat mit dreißig Tagen), da ist der Alkoholsucht der Weg schon mit Bierleichen gepflastert. Mit kindlichen und jugendlichen Bierleichen. Das geht nicht. Da tritt der bayrischen Schutzinstinkt ein. Wehret den Anfängen, bevor zu spät ist! Hat schon der Strauß, der Franz-Josef, gesagt.

Kinder und Jugendliche gilt es zu schützen. Keine Macht der Liberalisierung von Bier. Daher war es wohlfeil und positiv gesonnen zu lesen, dass unser bayrische Landesvater diesen Schutz über alles stellt. Notfalls lassen sich ja Kinder und Jugendliche nach dem bayrischen Polizeiaufgabengesetz (PAG) genau so behandeln wie sogenannte “Klimabkleber”.

Bei Überprüfung der Sachlage und Feststellung der drohenden Gefahr (u.a.a. bei Selbst-Gefahr-dung) kann mit unbefristeten Sicherungsgewahrsams im Hinblick auf das rechtsstaatliche Bestimmtheitsgebot aus Art. 3 Abs. 1 Satz 1 Bayerische Verfassung reagiert werden.

Einfach mal vier Wochen Vorbeugehaft für diese Biertrinker und potentielle Alkoholmissbrauchsstraftäter. Allgemeine Anlässe des Bierkonsums und daher drohende Gefahren gibt es reichlich: Silvester/Neujahr, Karneval, Karfreitag, Tag des deutschen Bieres, 1. Mai, Muttertag, Vatertag, Geburtstage, Abi-Feiern, Schulschluss, Wochenende generell, Frühlingsfest, Internationale Tag des Bieres, Oktoberfest, Tag des österreichischen Bieres, Weihnachtsmärkte, usw. usf. .

Bei bereits in den Polizeiakten geführten “Klimaklebern” ist es denen verboten mit Kleber in der Tasche angetroffen zu werden. Falls, dann geht es gleich wieder für vier Wochen in Vorbeugehaft. Das gleiche sollte für Kinder und Jugendliche in Sachen Bier und Alkohol gelten. Es ist beruhigend, dass sich unser Landesvater Söder in seinem Tweet dazu eineindeutig klar und ohne Umschweife geäußert hat. Das würde man mal gerne von einem Habeck oder der Ampel an sich lesen.

Wie bitte?

Alles falsch?

Ich habe falsch zitiert?

Es geht gar nicht um Bier oder Alkohol?

Söder hatte in Wahrheit über “Cannabis-Pläne” mit über  “90 Joints im Monat, 3 Joints am Tag” gesprochen, als er sich um den Schutz von Kindern und Jugendlichen sorgte?

Ach so.

Dann habe ich mich wohl verlesen. Gott sei Dank.

Ich hab mich schon wundern getan, warum Söder jetzt von Bier als Einstiegsdroge für Alkoholsucht und Alkoholspätfolgen schrieb. Bier ist natürlich nicht schädlich, sondern hat sogar wohltuende Effekte fürs Haar. Darum sieht man den Söder auch immer wohlfrisiert auf Twitter, wie er biergefüllte Krüge auf diversen bayrischen Bierfesten festhält. Bierkrüge zwischen den Fingern, nicht Joints. Bayrische Kultur und nicht Einstiegsdrogen zu einer Suchtkrankheit.

So. Das wär’s von hier aus’m Paulaner-Garten. Ich trink noch mein Starkbier-Maß, zuzle meine restlichen Fränkischen Bratwürste aus und gehe heim in meine Staatskanzlei, zu meinen Dackel und zu meinen Club. Mei Leb’n für an Hund …

Luhja sog i …

Eine Familie ist ein Elendsverband

Es ist beruhigend, dass KIs den Menschen einfach nicht vollumfänglich ersetzen können. Eine KI kann dem Menschen zeitnah nie das Wasser reichen. Wer am Wochenende sich von diesem alternativen Fakt noch nicht überzeugen hat lassen, … keine Sorge, der neuste Schweiger-Film “Manta Manta – Zwoter Teil” läuft auch noch am nächsten Wochenende.

Der Mensch ist und bleibt ein Unikum. Der Mensch an sich benötigt bei Schweiger-Filmen immer einen Standard erwarten, den ChatGPT wie folgt beschreibt, wenn man die KI fragt, wie denn so ein “Manta Manta”-Sequel in den Schlussszenen aussehen könnte, der erhält dann auch mal folgenden Vorschlag:

Der Zuschauer wird durch die starke Botschaft des Films berührt, dass Familie und Freundschaft die Grundpfeiler des Lebens sind und dass es nie zu spät ist, sich wieder mit seinen Lieben zu versöhnen.

Allerdings erzählt ChatGPT auf Nachfrage auch folgenden Manta-Witz:

Warum haben Mantafahrer immer eine leere Flasche im Kofferraum? Für den Fall, dass sie mal auf eine Tankstelle ohne Bier treffen!

Somit relativiert sich die Intelligenz der KI doch erheblich. Denn am Filmende im Schweiger-Film gibt es nicht irgendein Bier, nein, sondern das Bier, das man aus der Werbung mit dem verstorbenen Rudi Assauer

Nur gucken, nicht anfassen!

kennt. Damit ist eigentlich alles wichtige zum neusten Schweiger-Film erzählt, an dem sieben Köche in dem Drehbuch-Brei mit rumgerührt haben. Einer der Drehbuch-Köche kennt sich in Werbefilme aus. Da darf man am Filmende auch mal mit nem Biercken drauf anstoßen, woll.

Was lange gerührt wurde, das kann einen nichts mehr schütteln. 400.000 Besucher seit fast zwei Wochen haben den Film gesehen und können sich nicht irren. Der Film muss somit auch nicht sofort aus den Kinos verbannt werden, denn es gibt in Deutschland die 0,5 Promillegrenze und mit momentanen 0,47 Promille darf der “Manta”-Film in den Kinos noch weiter gefahren werden. Sollte der Til-Schweiger-Film allerdings die 1,1 Promillegrenze noch überschreiten, denn dann muss man sich drüber unterhalten, ob eine absolute Fahruntüchtigkeit für Manta-Zuschauer gelten muss. Vox populi, vox Rindvieh.

Hm? Den letzten Satz hatte ich bereits im vorherigen Blogeintrag von mir verwendet? Nun, Til Schweiger hat mit dem “Manta Manta – Zwoter Teil” ja auch nichts sonderlich neues geschaffen, sondern sich erneut zitiert, womit er schon dauernd und nicht erst seit den “Zweiohrküken” und dem “Kokowääh” rumspielt: die Familie als Keimzelle der Gesellschaft und Vernunft. Und als gutes Beispiel geht er voran und beschäftigt seine Töchter Luna und Emma auch in seinem “Manta”-Film. Das ist natürlich und nicht zu beanstanden.

Wer allerdings meint, der Schweiger-Clan spielt hier kriminell mit der cineastischen Kunst, und somit das Thema “Clankriminalität” als Assoziation bemüht, der hintertreibt den in Deutschland als Ideal propagierten Leistungsgedanken. Warum darf sich Til Schweiger seine Töchter nicht als Darstellerinnen leisten? Leistung muss sich wieder lohnen. Und 400.000 Besucher bislang können sich nicht irren, dass sich Schweiger mal wieder etwas geleistet hat.

Die Familie ist ein Elendsverband und so etwas verlässt man nicht, hatte bereits Martin Walser erklärt und Til hat es verstanden, dass ein Clan nichts anderes als eine Familie ist. Und die Familie ist gerade in unseren Zeiten das propagierte Ideal: die “family” als safes Band angefüttert aus Blutkonserven und die “family” lost dicker als Wasser aus ner Eiswürfelmaschine. Da darf denn auch geschwisterliche Teilung und brüderliches Betrügen erlaubt sein.

Und wenn man ChatGPT nach dem Zusammenhang von Til Schweigers “Manta Manta – Zwoter Teil” und “Familie” in Form eines Witz fragt kommt auch gleich die Antwort:

Warum fährt die ganze Manta-Familie in einem Auto? Weil sie sonst auseinanderfallen würde!

Und so lehne ich mich mit der Aha-Erkenntnis zurück, warum so viele Leute in den neuen Schweiger-Film gehen: Schweigers “Manta”-Film ist das letzte Refugium für laute, prollige und biertrinkende Menschen, die Angst haben, dass im Zuge der Auferstehungsgedanken Rudi Assauer wieder bei denen auf der Mattscheibe auftaucht und den unschuldigen Zuschauer mit einem

Nur gucken, nicht anfassen!

anblafft. Und das entspreche doch einer Verbotskultur. Und nur gucken, das will doch keiner dieser Schweiger. Obwohl, im Kino gucken sie. Und sie lachen. Lachen bis zum Cringe. Besonders das Lachen mit dem “aus” als Vorsilbe ist derzeit en vogue.

Obwohl, “en vogue”? Ist das nicht erst recht cringe? Weil da würde der Til Schweiger Pickel von bekommen. “En vogue”. Würde Til Schweiger das hören, er würde gleich wieder gegen die Volkskrankheit “Wokeness” und zur Impfung dagegen seine Filme empfehlen. Dabei hält er es doch bekanntlich nichts vom Impfen an sich. Das war ihm bereits damals zu “woke”. Aber ich schätze dass er nicht der einzige wäre, der “en vogue” für Teufelszeug hält  Momentan laufen genau so viele Bedenken-Träger wie Pickel-Träger herum, da hilft auch keine tonnenweise kostenlose Ausgabe von Anti-Pickel-Wasser mehr …

Aber Hauptsache Familie ist und bleibt “en vogue”. Vitamin “F” hilft immer und übertrifft jedes Anti-Pickel-Wasser bei Talentlosigkeit. Möchte irgendwer seine Familie lieber bei Reality-Formaten in der Glotze wiederfinden oder doch viel lieber in Filmen auf Leinwänden?

Egal. Solange KIs es nicht beherrschen, Drehbücher auf “Manta Manta – Zwoter Teil”-Niveau zu schreiben, so lange sind wir jedenfalls im Kino vor KIs sicher. Eine KI kann dem Menschen nie das Wasser reichen. Und den Rest erledigen dann die “Avengers”, nicht wahr. Oder die Wasser- und Eis-Verkäufer im Kino. Und die Schweiger-Familie auf der Leinwand. Für familiengerechte Unterhaltung.

Unterhaltung, das ist das, was man gerade noch unter Haltung ertragen kann. Und das dürfte bei dem “Manta”-Film jederzeit möglich sein, nicht wahr. Wer ein Komma in bedeutenden Äußerungen anderer wichtiger Menschen werden will, der krümmt seine Haltung beizeiten. Und jetzt mal ehrlich: Höret auf zu meckern und seiet froh, denn es könnte noch schlimmer kommen!

Nun, ich bin froh. Und sicherlich wird bald auch noch Film namens “Manta Manta – Dridder Deil” kommen.

Amen.

Warum mir das 6-Monate-KI-Moratorium von wichtigen beruflich erfüllten Persönlichkeiten Probleme bereitete …

Hin und wieder beteilige ich mich an Online-Abstimmungen. Also solchen Dingen, bei denen man eine Unterschrift unter einer Forderung setzen kann, welche dann wichtigen Personen zugestellt wird.

In den 90ern wurde diese Art der Forderungen an Schlüsselpersonen in Deutschland beliebt. Es schwappte sozusagen als Nachbeben des Tian’anmen-Massakers aus Peking (Chinesien) nach Europa. Bevor Panzereinheiten in Peking unangepasste Studenten niederrollten, gab es ein Zeitfenster, in welchem die Chinesen Eingaben an die Staatspartei machen konnten, um deren Systemfehler zu beseitigen, ohne dafür gleich in ein Arbeitslager geschickt zu werden. ´

Das Ganze in China wurde in Europa als so erfolgreich bewertet, dass diese Methode in der EU in Form von “Petitionen” übernommen wurde. Nur mit der generalistischen Antwort, also mittels Panzer wie in Peking 1989, darüber konnte sich die EU mit Orban & Co noch nicht einig werden. Das Thema wurde einstweilen in Deutschland und dessen Internet ge-outsource-ed . Man will schauen, ob solch ein System auch für die EU tauglich sein könnte.

Die Schweiz – ganz am Rande bemerkt – gehört nicht zur EU, also sind Anmerkungen wie “Wer hat’s erfunden” maximal drollig (ohne “t”) und einer Toblerone ohne Montblanc-Gipfel im Hintergrund wert.

Jetzt habe ich mich an solch einer Petition mal beteiligt. Klar, damit komm ich automatisch in den Ruch, ein Anhänger der “Die Linken” oder der “AfD” zu sein. Aber jeder Kleingartenkarnickkelschlachterverein mit temperaturüberwachter Doppelkugelgrilloption hat bereits bewiesen, nackt pinkelnde Gartenzwerge sind keine alleinige Option von Jugendlichen unter 25. Auch wenn diese so etwas bei sich im Regal stehen haben und damit deren Protest am Establishment Kund tun. Denn die Kleingartenkarnickkelschlachterverein-Angehörigen haben eh schon vögelnde Erotikskulpturen in deren Wohnzimmern in exponierter Lage direkt über die hygienisch abwaschbaren Swinger-Matratze für open-minded-People mit Faible für katholischer Lebensweise.

Also. Ich bin letztens aufgefallen. Ich hatte eine Petition auf ein Moratorium für KI-Entwicklung. Richtig. Es war jene, welche auch Elon Musk unterzeichnet hatte (hier). Ich unterzeichnete als besorgter Bürger. Richtig. Besorgter Bürger. Einem Bürger, dem es besorgt wurde.

Die entscheidende Frage der Petition (hier) ist:

Sollten wir alle Arbeitsplätze automatisieren, auch die erfüllenden?

NEIN!

Sollten wir  nicht! Und “soll” heißt “muss”, wenn “kann”.

Denn jedem Menschen mit Hirn sollte bereits klar sein, dass alle “nicht erfüllenden” Jobs bereits im Begriff sind, ersetzt zu werden. Niemand will mehr jemanden in einer Lackierkammer, in der Bleche so lackiert werden. Weill dann das Ergebnis oftmals nicht dem ästhetischem Empfinden des Auto-Käufers entspricht, und niemand ein Fahrzeug mit unregelmäßig aufgebrachtem Lack haben will. Also, gewünscht ist nur das Auto in der Lackfarbe des eigenen Vertrauens. Kein Käufer eines Fahrzeugs (weder in Deutschland, noch Chinesien) wird jemals einen Inhomogenität auf der Lackoberfläche seines 20.000 € Vehikels akzeptieren.

Gleiches gilt für PC-Monitore oder Fernseher. Wer akzeptiert schon einen Pixelfehler, der von einem Menschen verursacht wurde? Falsche Fragestellung! Niemand akzeptiert auf seinem Monitor einen Pixelfehler. Egal ob von Mensch oder Maschine verursacht.

Daher gibt es KI, die versuchen gerade solche Fehler zu verhindern. Reproduzierbar vermeidend. Dass dabei die Jobs der unteren Klasse, der Billiglohnkräfte, durch KI wegrationalisiert werden, das interessiert keine große Seele. Warum?

Sollten wir alle Arbeitsplätze automatisieren, auch die erfüllenden?

Das geht nun mal gar nicht. Die erfüllenden Jobs, welche Leute wie Musk, Bezos, Biden, Scholz, Putin und ich einnehmen, und sich dafür gnadenlos wie ein Trainer vom FC Bayern München bezahlen lassen … Wollen wir, dass solche Jobs von KIs ersetzt  werden?

NEIN!

Richtig, die Diskussion geht nicht mehr um die Arbeitsplätze von Hinz und Kunz und von dir und mir, sondern von denen, die dir und mir sagen, was zu tun sei. Denn Hinz und Kunz werden bereits de facto von KI ersetzt. Sollen auch die anderen durch KIs ersetzt werden?

Ich hatte unterzeichnet. Meine Zukunft war mir wichtig.

Mein Personalbüro meldete sich bei mir. Ob ich etwas gegen die Geschäftsführung meiner Firma hätte? Warum ich denken würde, dass diese durch KIs ersetzt werden könnte? Denn “Sollten wir alle Arbeitsplätze automatisieren, auch die erfüllenden?” bezöge sich direkt auf die GF meiner Firma. Und so etwas zu unterzeichnen, das impliziere, dass ich überhaupt diesen einen Gedanken auch gedacht hätte. Und das wäre bedenklich. Sehr bedenklich. So ein Gedanke an sich wäre illoyal und somit hätte ich meinen Arbeitsvertrag durch meine Unterschrift als “besorgter Bürger” in Frage gestellt. Ich soll am Montag um 9:00 Uhr Stellung beziehen. Ein Nichterscheinen würde als eindeutige Stellungnahme bewertet. Als negative im Sinne meines Arbeitsvertrages.

Ich werde meinen Urlaubstag annullieren und das Missverständnis vor Ort in Büro “No. 9” aufklären. Ich brauche meinen Job. Ich bin jung und brauche das Geld. Ich will nicht für Niedriglohn-Offerten von Bezos oder Musk in Deutschland arbeiten. Mit der Garantie durch KI ersetzt zu werden durch die, die einen erfüllenden Job besetzen und besetzt haben.

Wobei. Ich werde sowieso eh bald durch ne KI ersetzt.

Weil mein Job eh nicht als erfüllend angesehen werden kann …

Hasta la vista, maybe …

Wutrede auf den 1. FC Bayern München und den Headhuntern Europas

Ja, sacht mal zusammen! Seid ihr bescheuert? Echt jetzt total bescheuert? Geht’s noch? Alles knusper, oder was?

Dauernd ruft ihr mich an. Privat. Bei der Füßnägelmaniküre. Beim Nägelkauen. Während beruflichen Besprechungen. Im Puff. Und immer bietet ihr mir in unschuldiger Art und Weise neue Jobs an. Jobs, wie Sachbearbeiter von Sachbearbeiter Abteilungen, die irgendwelche Sachen bearbeiten. Wie Wohnungen putzen. Firmenböden saugen. Bauarbeiter-Toiletten schrubben. Oder als Hilfskraft in klinischen Notaufnahmen.

Und immer muss ich ablehnen, weil ich als Sachbearbeiter für die Formularerstellung zur Sachbearbeiter-Akquise für solche Dinge überqualifiziert bin. Und euer Salär ist immer um 20% niedriger einstuft, als das ich aktuell bekomme. Und dann greint ihr mir heulend ins Telefonhörer-Ohr (immer rechts, weil recht so), dass Fachkräftemangel existiert und kein Mensch euren Headhunter-Angeboten begeistert zustimmt.

Das Problem ist – so erklärt ihr mir – allein meine Anspruchshaltung bezüglich jener Differenz von 20% mehr. Und ihr sagt mir, ich lebe 20% über meine Verhältnisse. Dass ich zu viel verlange. Besonders in München. In denen die Lebenshaltungskosten für Miete und Lebensmittel in diesem Jahr um mehr als 10% gestiegen sind und die restlichen 10% von den Nebenkosten, Inflation und der darbenden Vermieterschaft aufgesaugt werden. Klar, die Vermieterschaft möchte auch gerne von irgend etwas leben und daher auch ein paar Cent extra verdienen, um die brutalste Inflationsauswirkungen in deren Großraumwohnungen abzufangen. Und wer – wenn nicht wir Mieter – versteht nicht deren Ansprüche an billigen Wohnraum.

Wer als Mieter dabei nicht mitspielen oder ausbrechen will, der sollte sich die Schlangen an den Wochenenden vor freien Wohnungen im Münchner Großbezirk anschauen. Und das sind nicht Hinz und Kunz in der Schlange, sondern diejenigen, die nicht durchs Bonitätsraster der Vermieter zuvor ausgesiebt wurden, weil sie nicht fähig sind, die Lebenshaltungskosten der Vermieter zu neutralisieren.

Klar, ich könnt auch in Schongau in Baden-Württemberg wohnen. Da sind viele deutsche Winterspiele-Olympiasieger ansässig gewesen und es ist billiger dort. Selbst wenn ich einen längeren Arbeitsweg zu meiner Stelle in München hätte. Alles gegeneinander aufgerechnet (Wegstrecke, Miete, Lebenshaltungskosten, Preissteigerung etc.) ist billiger als in oder um München zu leben. Mir erzählte jemand, dass im Osten Deutschlands billiger Wohnraum existiert und der Preisdruck aus München nicht existiert. Da brächte man auch nicht streiken. Weil streiken ist mega-super-unsolidarisch der restlichen Bevölkerung gegenüber. Insbesondere den urlaub-affinen Vermietern Münchens gegenüber, nicht wahr.

Statt Schongau Tübingen? Warum nicht? Der Anfahrtsweg allein? Okay. Im Studium wurde mir in den 90ern schon dauernd Mantra mäßig etwas von Flexibilität erklärt. Wer nicht flexibel sei, wäre kein echter Arbeitnehmer. Sondern faule Sau. Das haben wir geschluckt. Die Generationen nach uns haben es kritiklos abgenickt. Die wollten dann alle mit den Geldern der Eltern interkontinental deren Praktika abwickeln. Also die Akademiker in spe, die Azubis waren froh, eine Ausbildungsstelle wohnortsnah zu ergattern, was eh nie gelang.
Darüber hinaus gibt es die Kilometerpauschale. Allerdings kostet jene den Steuerzahlen Unsummen. Und schaufelt zudem jährlich steuerfrei den Nießnutzern Unsummen in deren Tasche. Dabei sollten die doch dankbar sein, einen Job zu haben, der Frau, Kind, Vater und Mutter nährt, während Frau noch den Putzjob hat, bei dem das Kind den Putzeimer hält.

Nun. Den Berechnungen meines Spezls Ulli, dem Lintner nach – wir spielen zusammen immer im Club “Monopoly” jeden Montag Abend südlich der Berliner Lindnerallee – ist es für mich billiger in Albersloh im Münsterland (Westfalen, NRW; no fake-city wie Bielefeld) zu wohnen und jeden morgen per eigenem Diesel-PKW mit Abgas-Abschaltautomatik (© VW) zu meiner Arbeitsstätte in München anzureisen.

Ich hab ihn verschüchtert darauf hingewiesen, dass das Arbeitnehmerschutzgesetz für den Arbeitnehmer eine Ruhezeit von 11 Stunden vorschreibt. Er hat mir dann von der anderen Seite der Berliner Lindnerallee zugerufen, dass er mit seiner grünen-roten FDP-Partei an einer Änderung dieser Vorschrift arbeiten würde. 11 Stunden Schlaf bräuchte nun mal wirklich keine Sau. Sechs müssten locker reichen, Die Pyramiden wurden schließlich auch nicht mittels 11 Stunden Ruhezeiten erbaut. Ruhezeiten bräuchten nur die Uneffektiven, die eh ineffizient arbeiten würden. Ohne klappt es auch mit dem Pilgern zur Arbeitsstätte zwischen Albersloh und München.

Als ich Söder beim Starkbier-Stammtisch im Straußoleum im Hofgarten auf dieses Thema hin anschrieb, erklärte er mir nur, dass Bayern so viele Solar-Panels aufstellen würde, die Energieversorgung meines PKWs zum Pendeln wäre gesichert. Zumindest bis zur nächsten Bayern-Wahl. Falls nicht, dann wäre es Schuld des Finanzausgleichs und der nördlichen Bundesstaaten, die Bayern immer bluten lassen wollen.

Schön. Und nu?

Zurück zum Thema: Warum habt ihr Dödels des Söders mittenmang um den Bayern München herum jenem Bayern-Trainern Nagelsmann (1. FC, soviel Zeit muss sein) gekündigt und eine neuen Abschnitt der “Hänsel und Gretel”-Saga angefügt? Einer Sage mit dem Arbeitstitel: “Gehasst, geschasst und ausgesetzt – warum der nicht-bayrische Wald vor lauter Bäumen angesäuert ist”.

Warum habt ihr verdammten Headhunter mit euren “20% weniger ist gerecht”-Attitüden nicht jetzt zugeschlagen?!? Ihr wisst doch, jedem einzelnen von euch hatte ich zugesagt, dass ihr 10% von meinem monatlichen Netto-Gehalt erhalten würdet, würdet ihr mich als Trainer vom Bayern München (1. FC, soviel zeit muss sein) inthronisieren. 10%! Von meinem Mindestwunschgehalt von 1 Million Netto monatlich. In zwei Monaten hättet ihr eine “Toyota Yaris Hybrid” zusammen und könntet umweltfreundlicher statt eurer “Lombardini”-Flundern in München auf der Leopoldstraße Samstag Abends rumgurken.

Hey, hallo! 1 Million Netto monatlich! Ich wäre der Schnapper am Trainermarkt der 10 Millionen Trainer (als patriarchalisches Land rechne ich nur den männlichen Anteil D-Lands und auch nur jene Männer mit Haare schön).

Ein Schnäppchen! Hallo, kriegt ihr das nicht mit? Meine Forderung ist der Hit. Ist ne Forderung für die Doofen, so ein Trainer wie mich müsst ihr doch koofen!?! 

Und was holen sich die Bayern. Nen Tuchel. Menno. Und der verdient mehr Netto als meine Forderung. In einer Zeit, in der alle den Gürtel enger schnallen sollen, in der alle über den eigenen Verhältnissen leben und zurückstecken sollen, was auch für den FC Bayern München, den Ersten, gelten sollte, nicht wahr.

Weil auch dat Söderle dat so tönt, wenn er wieder auf irgendeinem Fest ein Mäßlein Bier vor den Kameras stemmt. Aber für den Bayern an sich und dem Verein gelten wohl andere Maßstäbe,oder watt? Wobei, Maßstäbe, da ist das Maß schon inkludiert. Würde also passen, woll.

Hey, hallo! 1 Million Netto monatlich! Ich wäre der Schnapper! Gut, nach sechs Monaten wäre ich das Hassobjekt der deutschen Nation (und der Liebling der 1860er), Bayern in der Relegation abgestiegen, während Schlacke 08 sich für die neue Bundesliga-Saison vom Kader bei den Bayern bedienen würde.

Na und?

Hey, ich muss auch mal an mich denken. Wenn vor mir von einem LKW ein Karton runterfällt, dann habe ich doch als Autofahrer das Anrecht zu fordern, dass der Karton mir ausweicht, oder etwa nicht?!? Ich hätte mir ein wenig mehr Kollaboration der Headhunter erwünscht, nicht wahr. Faules Pack. Wenn es um Fachkräftemangel geht, dann hat es sich heute erwiesen, wo der Fachkräftemangel existiert. Und zwar bei den Headhuntern.

Ansonsten hätte mich der Bayern München (der 1. FC, soviel Zeit muss sein) als neuen Übungsleiter für deren Alles-Müller-oder-was-Haufen ausgerufen.

Und wo ich gerade dabei bin, mich über den Fachkräftemangel in Deutschland aufzuregen, und das insbesondere bei den Headhuntern, die es nicht schafften, aus den 80 Millionen mich als qualifizierte Arbeitsfachkraft für den FC Bayern München (1., soviel Zeit muss sein) auszuwählen, also, Fachkräftemangel. Fachkräftemangel, der ja erwiesen und anerkannt ist.

Zudem haben wir in Deutschland generell einen unglaublich verantwortungslosen Mangel. Muss ich mal sagen, weil es sich niemand traut, weil alle Angst haben, dass sie fürs Aussprechen des Fakts eins aufs Maul kriegen könnten. Wir haben einen eklatanten Porschemangel. Einen richtig harten Mangel! Ich versuchte jetzt die sechste Woche in Folge einen Porsche für 10.000 Euro zu kaufen. Und ich fand keinen. Erwiesenermaßen haben wir somit eine Porschemangel. Wer mag das Gegenteil behaupten?

Und das zum zusätzlich anerkannten Fachkräftemangel. Man nimmt lieber jemanden für 10 Millionen Netto, als mich für 1 Millionen Netto. Deutschland schafft sich ab.

Gut. Ich würde den 1. FC Bayern München in die Abstiegszone bringen. Logo. But who cares? Sechs Monate lang würde ich durchhalten, macht 6 Millionen Euro Netto. Dann noch die Abfindungssumme bei der Entlassung en topp. Ich wäre der best gehasste Mensch in Deutschland. Jeder Sportschütze (nicht nur die aus der Zeugen-Yehovas-Überzeugungseigenschaft) würde auf mich anlegen …,

(… nein, nein, nein, nichts gegen Sportschützensportvereine, die sind völlig okay, aber da gibt es immer wieder vereinzelte, rare Individuen, die auch noch durchgeknallt sind und dann als unglaublichen Zufall auch noch Waffen aus deren Sportschützenverein  … Verhältnisse wie bei der Bundeswehr …)

aber ich wäre auf meiner Karibikinsel mit Schirmchen-Cocktail und mit billigen Putten aus der Politik, die mir für jeden Ratschlag einen Marsch oral blasen würden …

… und nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren könnte ich nach Deutschland zurück. In Albersloh leben. Im Münsterland, bei den Westfalen. Und keine münsterländische Sau würde sich an mich je erinnern (… eben weil alle gestorben, wegen der Schweine-Grippe …). Und jeder hätte seine Win-Win-Situation, weil ich unauffällig leben würde und dauernd wie Neymar in Paris Gartenpartis in meinem sechststöckigen Dorfhochhaus feiern würde ….

Aber die verdusseligten Headhunter. Echt jetzt. Kein Verlass auf die Bagage.

Geht doch gen Sommerzeit, ihr Mainstreamlappen, ihr!

Mainstream. Mainstream ist das letzte. Mainstream kann jeder. Der Mainstream hatte es, dass früher alle ein schlechtes Gewissen hatten, hatten sie von “James of Phones” eine Folge verpasst. Oder erfolgreich subversive Comedians frequentiert hatten. Oder bei der Serie über die Zukunft “Jean luggt Bicard” feststellen, dass ein Protagonist Kunststoff-Trinkhalme in ach-so-lustige Brezn verbiegt, während hier der Mainstream Kunststoff-Trinkhalme für Natur-gefährdend erachtet.

Mainstream. Mainstream ist das aller letzte. Wer den Mainstream folgt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Hatte bereits Karl Lagerfeld richtigerweise ausgesprochen. Nur, er machte es dem Menschen-Mainstream gleich und starb. Immer der Mehrheit hinterher laufend. Also diesmal sterben. Früher hieß es noch “Who wants to live forever”, gesungen von der Mainstream-Band der “Queenies” in nem Film, der wo es nur einen zu leben und zu sterben gab.

Mainstream. Pah. Mainstream. Besser kann man das Verachtenswerte dieser Gesellschaft nicht beschreiben. Mainstream ist was für Lappen. Für Loser! Genau. Also jene, die das Wort mit einem “o” schreiben, während der Mainstream das Doppel-“o” bevorzugt. Oder Standard mit “t” am Schluss. Weil es Mainstream ist.

Und dann die ganzen hippen Overachiever. Die immer besser sein wollen, wie alle anderen. So wie wir es aus den Fortsetzungen von Hollywood-Filmen wie “Rocky und seinem Creed” oder in “Jurrasics Dark” oder “In Diana Bones” so kennen. Da taucht der alte, seit langem etablierte Held auf, macht auf gewitzt routiniert und dann kommt so ein junger cool-hipper Overachiever auf und – batsch, klatsch, bumm – schon sieht der alte Held ganz schön alt aus.

Diese Overachiever, die uns alte Helden der Arbeit aus unsere Jobs drängeln, weil sie noch keine “4” oder “5” vor deren Altersangabe nachweisen können, die sind der Mainstream pur. Die für weniger Arbeitszeit mehr verdienen wollen, weil sie meinen, sie hätten das moderne Wissen und wären nicht nur effektiver, sondern gleichzeitig auch noch effizienter. Pah! Effizienz für’n Arsch! Mainstream war noch nie effizient. Geschweige denn effektiv.

Ich wette, all diese ach-so-hippen Overachiever stehen ab nächsten Sonntag (spätestens am Montag) immer eine Stunde früher auf, weil sie mit dem Mainstream gehen. Das nennt man dann verschleiernd: “Sommerzeit”. Damit keiner merkt, wie hipp und Mainstream die alle so sind.

Aber nicht mit mir. Ich bin nicht so wie der Mainstream. Ich werde demonstrativ eine Stunde später aufstehen. Ich lass mir doch nicht vom Mainstream diktieren, dass ich wegen einer sogenannten Pseudo-Zeitumstellung eine Stunde früher aufstehe. Den Ausgeschlafenen dieses Globus gehört die Welt. Nur wer ausgeschlafen anpackt, kann was erreichen. Die im Bett Liegenden dieser Welt haben noch nie einen Krieg angefangen. Das machen nur die Bettflüchtlinge, die auf Stress stehen und blind Leistung fordern. Der Mainstream eben.

Auch wenn es der Mainstream nicht wahrhaben will, dass das so ist, was Fakt ist. Und ich bin nicht alleine damit. Da gibt es über ein Dutzend Millionen hier, die das gleiche wie ich denken und dem Mainstream regelmäßig in die Suppe spucken. Wir sind keine vom Mainstream wegzudiskutierende Minderheit. Wir sind die Mehrheit. Drum fordere ich als deren Vertreter den Mainstream auf: Schafft die Sommerzeit ab! Gebt den Ausgeschlafenen das zurück, was uns in unserem Leben durch euch Mainstreamern geraubt wird:

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p align=“center“>Zeit!

Mainstream. Mainstream ist das letzte. Mit der Meinung bin ich nicht allein. Denn das sagt die Mehrheit: Mainstream ist das letzte. Und jetzt nehme ich mir die Zeit und drehe mich deswegen im Bett nochmal rum. Mainstream am Arsch.

Ertrage die Clowns (16): Kann ich nicht beurteilen, muss ich nackt sehen

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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A: “Anderes Wort für Pink Floyd?”

B: “Anderes Wort? Ich verbinde damit in einem dunklem Raum zu sitzen, die Musik zu hören und meinen Gedanken und Imaginationen freien Lauf zu lassen. Statt Drogen einzupfeifen.”

A: “Schön, du 70-ger Jahre Adept. Hattest wohl kein Taschengeld für LSD oder so gehabt, he? Zu arm gewesen, oder was. Für ne LP hatte es gereicht, für nen ‘Schwarzen Marokkaner’ aber nicht mehr, oder? Trotzdem. Ein anderes Wort für Pink Floyd?”

B: “Roger Waters?”

A: “Hm. Könnte passen. Noch ein Versuch.”

B: “Antisemitismus?”

A: “Der Kandidat hat hundert Punkte!”

B: “Wish you were here.”

A: “Was?”

B: “Wish you were here.”

A: “Money?”

B: “The dark side of the moon.”

A: “The dark side of the wish-you-were-here-money! Hey, Roger Waters will nur Geld scheffeln und Antisemitismus verbreiten.”

B: “Hm.”

A: “Isso.”

B: “Sagt wer?”

A: “Frankfurt. München. Immer regiert mit den Grünen.”

B: “Ist also eine politische Erzählung?”

A: “Quatsch. Es geht um Antisemitismus.”

B: “Wow.”

A: “’Wow’ wieso?”

B: “Another brick in the wall!”

A: “Richtig! Die Grünen mal wieder! Bauen die Mauern der Rechten. Früher schon und heute nicht besser als damals.”

B: “Sagt wer von den politischen Gruppierungen?”

A: “Äh, die Grünen. Und sogar von der SPD.”

B: “Die uns vor Pink Floyd schützen wollen?”

A: “Nein, sondern vor Roger Waters, den Antisemiten.”

B: “Antisemit? Wieso?”

A: “Liest du keine Nachrichten? Internet-Verweigerer? Sagt sogar der Zentralrat.”

B: “Zentralrat. Ist die Erwähnung dieses Gremiums als Argument zu eigenen Argumentationslogiken an sich nicht auch potentiell antisemitisch?”

A: “Hast du Lack gesoffen? Bekloppt oder was?”

B: “Ist es nicht verdächtig, dass Parteispektren von CDU, CSU über FDP bis hin zur AfD als Zeugen für Roger Waters Antisemitismus den Zentralrat zitieren? Jene Söders, Maaßens, Wagenfelds und Höckes, die schon immer gegen das angeblich deutsch-widersprechende wettern? Die nur von zwölf bis mittags denken und die Zeit dazwischen mit Shitstorms füllen?”

A: “Nein, denn wie sagen wir im Deutschen: blinde Hühner finden auch mal ein Korn. Blinde Hühner wie Habeck, Baerbock, Özdemir, Hofreiter oder Aiwanger aber eher nicht.”

B: “Ist es nicht verdächtig, dass sich blinde Hühner immer an jenem Korn besaufen, dass sie sich einschenken, und es dann als Ideal eines Mutterkorns von Vater Staat für ihre Kinder deklarieren? Nur um damit ein ‘Another brick in the wall’ als Widerstandsanführer einer imaginären Opposition zu flöten?”

A: “Ach, hömma! Seit wann ist es überhaupt illegal, blind zu sein und Mutterkorn zu saufen? Wir leben immer in Eigenverantwortung! Das ist das, was jeder zu verantworten hat. Eigenverantwortung, sowas ist nie und nimmer illegal. Somit ist es rechtmäßig.”

B: “Rechtmäßig? Maximal anders ausgesprochen, als ‘recht mäßig’. Und dann besser als ‘rechts’ und ‘mäßig’. So etwas geht nur als Westfale mit der Spezialität, Münsterländer zu sein. Bayer bissu nicht. Bissu?”

A: “Und? Hast du diesen Qualifikationsnachweis?”

B: “Verbrieft. Geburtsurkunde.”

A: “Ah, ein Übermensch. Wir Untergebene der Rest der Welt verneigen uns vor dir.”

B: “Und?”

A: “Du redest Müll, will ich dir damit sagen. Lass uns stattdessen in den rhetorischen Diskurs über ‘Cancel Culture’ einsteigen.”

B: “Niemals. Eher sage ich, dass die Siedlungspolitik des Staates Israels extrem kritisch betrachtet werden muss, als mir mit rechtsradikalem ‘Cancel Culture’ aus der falschen Ecke den Mund verbieten zu lassen.”

A: “Antisemit!”

B: “Echt?”

A: “Genauso wie Roger Waters. Der behauptet auch, dass der Ukrainekrieg nicht ausschließlich zu Lasten des russischen Staates geht.”

B: “Echt? ‘Cancel Culture’? Auf Kosten der Toten?”

A: “Hömma! Jeder Kultur einen Totenkult.”

B: “Und sei es einen mit Fackeln überm Königsplatz in München.”

A: “Machst du jetzt auf Pazifismus-Opportunist a la Schwarzer und Wagenfeld?”

B: “Gebt den Toten eine Stimme. Sie können dagegen nicht protestieren.”

A: “Wer lebt hat immer recht. Wir leben, wir reden.”

B: “Wer überlebt, hat überrecht.”

A: “Jeder Schwachsinn hat seinen Superlativ.”

B: “Und für jeden Starksinn einen Diminutiv.”

A: “O si tacuisses, philosophus mansisses.”

B: “Wie belieben?”

A: “Übersetzt: ‘Fick dich ins Knie, du Genie’. Schweige jetzt, oder rede nimmer!”

image

(screenshot aus einem Youtube-Video vom Auftritt von Roger Waters in Lissabon 2023)

Ertrage die Clowns (15): Gebt mir etwas Wahrheit! Power to the people! … Abspann

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Triggerwarnung:

Der folgende Inhalt der folgenden Serienzusammenfassung wurde von führenden Bloggern Deutschlands und einer weiteren, ungenannten Blogger-Community für einige Zielgruppen als unangemessen oder beleidigend eingestuft. Für jüngere oder sensible Leser ist daher nachfolgendes nicht zum einfachen Konsumieren geeignet. Das gilt im Übrigen nicht nur für Leser, sondern auch für Leserinnen. Das sagte mir gerade mein Obergeschmackskontrolleur, irgend so ein Fritze im März, per SMS, WhatsApp, Telegramm und zusätzlich analoger Flaschenpost.

Gattung: Serie; Kaugummi fürs Großhirn; tägliche Lebensbeschäftigungsgrundlage

Arbeitstitel: Hast du die kleinen Schweinchen gesehen, wie sie sich im Dreck suhlen, den sie sich von den anderen um das Drecksloch Stehende anrühren ließen?

Geplanter Serientitel: Weißhemden in Blue-Jeans

Verwendeter Serientitel: Sauber gestärkt.

Inhalt der Serie: Der Zuschauende einer Serie, monatelang eingeseift von der Seifenoper-Handlung mit einer diffusen Botschaft auf Liebe, dass man die nächste Folge nicht verpassen sollte, auf Glauben, dass alles gut werde, und auf jene unscharfe Hoffnung, dass die nächste Folge die letzte sei.

Hauptdarsteller:

  • Verklemmte, kurzsichtige, engstirnige Heuchler.
  • Engstirnige, herablassende, Mamas kleine Chauvinisten.
  • Neurotischen, psychotische, starrköpfige Politiker.

Nebendarsteller:

  • Kurzhaarige, bärtige, kahle, feige Söhne & Töchter von Tricksern.
  • Schizophrene, egozentrische, paranoide Prima Donnas.
  • Quertreibern ohne bedeutende Anstellung.
  • Genschernde, södernde Menschen im März ihres Lebens …

Spezieller Auftritt: InfluencerIn mit Einfluss; ManipuliererIn zweiten Grades; degradierte Persönlichkeiten des öffentlichen Gebens und Einschenkens; Hitler und Stalin für Arme

Uncredited: Jane and John Doe, Instant Karma, Bugalow Bill, rockiger Waschbär, Gesamtheit der Sexy Sadies aller Religio-Theken-Gemeinschaften

Skripter: Abwechselnd immer einer der Hauptdarsteller; aushilfsweise ErzieherInnen, pensionierte LehrerInnen und ErnährungsberaterInnen mit pädagogischen Fernzielen für eine mündige Gesellschaft auf Basis von deren eigenen Zielen.

Psychologische Beratung: Ehemalige Studierende (Zielgruppe U40) mit akademischem Grad ( Ü4,0) aus dem unscharfen Bereich “Medizin”, welche Hauptdarstellern per Rezept jegliche hirnlich anstrengende Betätigung verboten hatten, um bei denen einen Hirnschlag zu vermeiden;

Show Runner: Hans Dampf in allen Gassen, Kleingeist, Hanswurst, dummer August, Komiker, Schießbudenfiguren, EKG-positive Phrasendreschmaschinen aus garantiert akkreditierten deutschen Freiland-Parlamenten ohne Bodenhaftung oder Straßenkleber, Sackgassenstraßen-begehende Dämlacke der Straße, wenn diese nicht von Straßenkleberterroristen verklebt wurde

Best Girl/Boy: Ob-La-Di, Ob-La-Da (Remastered 2009)

Best Gaffer (= Bester Chefbeleuchter): Immer jene Person mit dem niegelnagelneustem Smartphone von Apple oder Samsung

Kamera und Schnitt: Menschen so wie du und ich … hm. Okay, nicht richtig. War falsch. Menschen eher wie du als wie ich einer, der kein Hirn zum Schreiben von Unsinn hat …

Credits: Copyright liegt eindeutig bei mir; alternativ dann bei derjenigen juristischen Person, die mir 1000 K€ auf mein Bermuda-Dreieck-Konto überweist …

Strange days indeed.

Das Geheimprojekt: die Ausrottung der weißen, grauhaarigen, alten Männer

Agentin A, wie ist Ihr Fortschritt?

Erhabene Meisterin, heute waren es sechsundneunzig.

Sechsundneunzig?

Ich hatte heute Mittag eine kostenlose Filmvorführung von “Ritter der Kokosnuss” organisiert. Jeder erhielt ein Gummischwert mit Eisenkern. Vierundvierzig starben mit dem Satz “Ist doch nur eine Fleischwunde” auf den Lippen. Die Restlichen hielten das für den “Tödlichsten Witz der Menschheitsgeschichte” und erstickten an ihrem Lachen.

Sehr gut, sehr gut.

Zusätzlich organisierte ich noch ausschließlich für Erz-Boomer-Kleriker “Das Leben des Brians”. Die kamen, sahen und regten sich wie erwartet über Gebühr auf und gingen mit Herzinfarkt über die Wupper. Siebenundneunzig. Die Hartnäckigen, die während jenem Film eingeschlafen waren, erhielten noch im Anschluss den Film “The last Temptation of Christ”. Sechs wirklich Hartgesottene überlebten allerdings auch dieses, ich konnte denen noch heimlich iranische Pässe in die Soutane stecken. Am Ausgang wartete bereits die Polizei und hat jene aufgrund Kindesmissbrauchsvergehen einkassiert. Die Priester wurden direkt mit Tatvorwurfsbeschreibung in neun Sprachen in ein Flugzeug nach Teheran abgeschoben.

Agentin A, hört sich gut an, weitermachen. Agent B, was sind Ihre Ergebnisse.

Erhabene Meisterin, ich habe heute eine Vorlesung über das Thema “Haben und Sein” durchgeführt. Inmitten der Vorlesung ließ ich einen Mitverschwörer auf der Bühne den Ausruf “Okay, Boomer” tätigen. Ca. 75% der Zuhörer starben an Schnappatmung. Der Rest lachte anfangs noch, wurde dann aber mit wohldosiertem “Jaja, ihr Baby-Boomer” erledigt.

Agent B, seht gut. Kommt morgen die AKW-Bewegung dran?

Ja, ich habe festgestellt, dass hier die Dichte der Boomer und Baby-Boomer am höchsten ist. Wir werden denen das Gesetz über die Laufzeitverlängerungen vorlesen. Zudem erklären wir denen noch den Nutzen von Braunkohlekraftwerken, Panzern und anderen grünen Entscheidungen. Zu erwartende Herzinfarktrate wird bei 78% liegen. Die restlichen 22 Prozent erledigen wird mittels Unwirksamkeitsstudien von Globuli, Friedensdemos und vegetarischem Veganismus in Zeiten von Weber-Grill-Kugeln. Beim zu erwartenden Handgemenge ist mit Gewalt zwischen Zuhörern zu rechnen, da die sich eh nicht alle grüne sind.

Agent B, Handgemenge sind nicht effizient. Bitte ergänzen Sie die Maßnahmen mit mehr Effektivität. Verteilen Sie vor dem Vortrag noch bitte Brieföffner und Schwiegermütter.

Schwiegermütter?

Wirkt immer, bei diesen Bürokraten, die wissen, was ein Schwiegermuttermörder ist. Agent-etwas C. Ihr Resümee?

Erhabene Meisterin, vierhundertneunundvierzig Menschen konnten wir mit der Titelmelodie “Pat und Patachon” in eine sehr düstere Ecke ihrer Stadt locken und mit Dauerbeschallung mit der Titelmelodie von “Die rote Zora” erledigen. Die Polizei tappt  bislang – wie erwartet – noch immer im Dunkeln. Weitere siebenhundertdreiundsechzig Baby-Boomer lockten wir mit der alten Titelmelodien von “Väter der Klamotten”, “Western von Gestern” und “Dick und Doof” in ein tiefes Gewässer, wo sie unter Klängen von “Hey hey Wickie” elendig ersoffen.

Sehr schön, sehr schön.

Weitere siebenhundertelfundsechzig Baby-Boomer haben wir mit der Melodie “Wer hat an der Uhr gedreht” aus deren Arbeitsplätzen geholt und dann mit “Die schnellste Maus von Mexiko” und Udo Jürgens “Vielen Dank für die Blumen” in ein Tigerkäfig locken können. Exitus. Die Tiger sind gesättigt. Leider aber auch übersättigt. Morgen steht dafür der Löwenkäfig auf den Plan.

Agentin D?

Chefin, ich habe einen Fernsehsender infiltriert. Und niemand hat es gemerkt.

Sehr gut.

Mit Geschick habe ich dort eine Show mit Boomern, Baby-Boomern und paar anderen Normalos organisiert.

Sehr, sehr gut.

Dazu habe ich Tweets über diese dämliche Boomer und deren over-cringe Baby-Boomer verfasst. Diese Tweets gingen gnadenlos viral. Beifall war mir hundertfach. Meine Followerzahl stieg annähernd fünfstellig. Ich organisierte Anruforgien in der Show mit dem Ziel: Diskreditierung der weißen, grauhaarigen, alten Männer, diesen dämlichen Boomer und deren over-cringe Baby-Boomer. Sie sollten demaskiert werden, als das was sie sind: überflüssig und ready to go. Ich erreichte meine Zuschauer in der anvisierten Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen: 1,6 Millionen. Mehr als genug, um Anrufer der Gruppe der weißen, grauhaarigen, alten Männer zu übertrumpfen.

Und?

Tja, Chefin, dann hat so ein dämlicher, weiblicher Boomer mit Schönheitsidealen a la Botox und Schlauchbootlippen abgeräumt und wurde Dschungelkönigin …

WAS?! Unglaublich! Elende Versagerin! Agentin D, du bist gefeuert! Du miese Nulpe, du!

Egal.

Wie bitte?

Der Sender hat mich einen Vertrag angeboten. Als Boomer- und Baby-Boomer-Expertin hätte ich mit meinen 39 Jährchen die passende Einstellung und Erfahrung, hieß es …

RAUS!!!!