Über Careca

Hang zur Satire, zur Ironie und zum Zynismus; Sinn für jeden Unsinn

Dumme Arbeiter, schlaue Journalisten

Na also. Die Zeitung mit den vier blöd-roten Buchstaben hat wieder eine neue Serie eröffnet.

„Wer arbeitet, ist der Dumme“ titelte sie gestern.

Hört sich an wie „Der Ehrliche ist der Dumme“.

Aber im Zeitalter von WestLB, Nokia und IKB ist es nicht gerade opportun über Ehrlichkeit zu sprechen. Wenn woanders aufgrund der Fehlern von Sprücheklopfern, Windeiern und anderen Ahnungsbefreiten die Ehrlichkeit mit dem Bade ausgeschüttet wurde. Dem Bade, in dem diese vorher ihre eigenen Hände in Unschuld gewaschen hatten, dann ist es unklug solch traditionelle Weisheitssprüche zu klopfen. Auf Holz klopfen soll zwar Glück bringen. Nur manchmal dröhnt dann doch der eigene Schädel, wenn mal wieder zu heftig auf dem Brett vor dem eigenen Kopf geklopft wurde.

Und als Zeitung für den niederen Instinkt ist der eigene Kopf generell zu hoch, um sich dauernd auf die eigene Holzbirne zu klopfen. Also wird generell das Bauchgefühl angesprochen. Am besten mit einem gezielten Schlag in Höhe der Magengrube. Entweder geht einem dann der Bauchinhalt nochmal durch den eigenen Kopf oder aber es passiert das, was immer passiert, wenn in übler Laune am Stammtisch zuviel Bier genossen wurde: Diarrhoe am Tag danach.

Statt des Ehrlichen sei jetzt der Arbeitende der Dumme.

Und heute dann die ver-Media-Markt-isierung mit dem Aufmacher:

„Arbeiten? Ich bin doch nicht blöd!“

So weit, so gut.

Die ersten Reaktionen gab es schon.

So sprach der bekannte Lehmann: „Das war’s, jetzt soll das ein anderer machen“

Nein, nicht der Torhüter Jens ist gemeint (zum Leidwesen aller Lehmann-Hasser) sondern der Kardinal Karl (zum Frohwesen aller Lehmann-Hasser).

Oder der Garlich, jener Unicef Dietrich, der ebenfalls aufhörte zu arbeiten, um die Verantwortung für Vertrauensschäden zu übernehmen. Nach Informationen gut unterrichteter Kreise soll er zuvor auch noch die süße Arbeitslast des Veruntreuens von Spendengelder übernommen haben. Aber das steht jetzt auf einem anderen Blatt geschrieben. Dem Blatt der Ermittler …

Der Meyer Hans ist auch schon von seinem Trainerposten beim FC Nürnberg zurück getreten. Gut, der Vorstand hat aktiv nachgeholfen und somit intellektuelle Nachhilfestunden dem Meyer angedeihen lassen.

Berti Vogts dagegen weigert sich noch als Nationaltrainer Nigerias aufzuhören und ebenfalls nicht zu arbeiten. Aber auch hier wird es wohl bald Anti-Blödheit-Schulungsmaßnahmen vom nigerianischen Fußballverband speziell für Bööööörti Vogts geben.
Dummheit schützt vor Aufschlauen nicht.

Erstaunlich, was so ein paar gezielt platzierte Titelschlagzeilen doch bewirken können. Ab nächster Woche werden wohl die Schlangen vor dem Arbeitsamt wieder länger und die Arbeitslosenzahlen ins wilde Kraut schießen.

Oh du süße Last des Schlange-Stehens!

Arbeiten? Ich bin doch nicht blöd!

Will heißen: geistig Unterbemittelte arbeiten, die Klugen unter uns arbeiten nicht.

Das ist fast so schön wie „Dummheit frisst, Intelligenz säuft“.

Womit auch klar wird, dass arbeitslose Straßenpenner mit der 5-Liter-Flasche italienischer Bauerntrunk einfach die Intelligenzia Deutschlands präsentieren, weil sie strategisch geplant sich in deren eigenes Grab saufen. 100 % Zielerfüllung über rentenneutrales Ableben. Und als vereinbarte Incentive gibt es dann auch kein Sterbegeld mehr.

Und damit wird es seit heute jedem Menschen recht klar sein:

Bei der Vier-Buchstaben-Zeitung gibt es keine intelligente (also „keine nicht blöden“) Journalisten. Denn dann hätte die heutige Ausgabe des Blattes nicht erscheinen dürfen. Weil intelligente Menschen ständen schon seit heute morgen mit Antragsbögen auf Hartz IV an irgendwelchen Schaltern des deutschen Behördentums.

Aber die Realität ist härter. Jene exquisite Journalistenschar arbeitet auch noch weiterhin für die BLÖD-Zeitung, weil sie deren eigene Aufmacher nicht verstehen.

Ist das nicht blöd, ne?

Ach ja. Nebenbei: Ich selber bin auch blöd.

Mit vollem Vorsatz und ich fühl mich gut dabei.

Genau!

No brain, no pain.

Da bin ich vollkommen schmerzfrei.

Und blöd.

Weil ich arbeite.

Seelig sind die geistig Armen, denn meiner ist jetzt auch das Himmelreich.
Reich ins Heim mit Arbeit.

Und darauf jetzt ein satt dahin gerotztes:

„Mahlzeit!“

Veröffentlicht unter Privat

Virtueller Ice-Cubismus

Eine 3D-Spielerei.
Einfach mal so.
Mit einer Stunde Renderzeit.
Eiswürfel
Eiskalter trockener Kommentar meines „El Cheffes“:
„Na? Zuviel Zeit am Wochenende gehabt, oder?“

Linux, sex me up!

So ein Mist.

Ich habe es gewusst.

Das war doch mal wieder total ganz klar.

Am Arbeitsplatz hatte ich meine Arbeitskollegin am ersten Tag mit sabbernd lüsternden Blick gemustert und nur einen gelangweilt angewiderten Blick als Quittung bekommen. Mir war dann klar, die Frau ist weder graue Maus noch sonst wie irgendwie sexy.
Meine damalige Chefin fand ich erotisch genau so prickelnd wie den Papst als Unterhosen-Model.
Und dann noch die vom Büro nebenan mit ihrem ausladendem Dekolleté, Körbchengröße 75D.
Völlig unerotisch.
Völlig uninteressant.
Nicht die Bohne.

Und wieso?

Jetzt weiß ich es.
Denn ich hatte mich vorhin auf der britischen „www.lovehoney.co.uk“-Seite verirrt. Einem Internet-Sex-Shop.
Nein, nein! Nicht dass ihr jetzt denkt, ich kaufe Sex-Spielzeug-Sachen übers Internet oder surfe in meiner Nicht-Blog.de-Zeit nur auf solche Seiten. Das ist doch Quatsch. Das ist doch Rufmord. Alles üble Nachrede. Pfui, wer solche Gedanken hat. Ich doch nicht. Ich bin doch nicht so einer. Überhaupt nicht. Da pinkle ich doch eher Weihwasser, als dass ich mir nackte Frauen und Dildos und Sexpuppen …

Nun da das jetzt mal geklärt ist …

Während ich also unschuldig wie die unbekleidete Nacht über die Seiten von LoveHoney.co.uk stolperte, fand ich die Erklärung meiner Lustlosigkeit am Arbeitsplatz. Warum ich am Arbeitsplatz nie den ewig weiblichen Rockzipfeln hinterher jage. Warum ich als Mann nicht alles jage, was nicht bei Drei sofort auf den Bäumen ist. Warum es mich stattdessen selber auf die Baum-Alternative, jene berühmt berüchtigte Palme, bringt, die dort eh nicht abgewedelt wird, wenn ich an Erotik am Arbeitsplatz denke.

Des Rätsels Lösung?
Ich arbeite dort am PC mit dem Microsoft PC-Betreibssystem „Windows“.

LoveHoney.co.uk hat festgestellt, dass zwar knappe 94 Prozent ihrer Besucher mit „Windows“ im Hintergrund auf ihre Seiten zugreifen und bei einem Besuch 9,61 Seiten pro Besuch abgrasen. Aber sie verweilen auf jeder Seite nur knappe 5 Minuten und 16 Sekunden (macht insgesamt eine durchschnittliche Besuchszeit von 50 Minuten und 37 Minuten) und kaufen nur für knappe 35,90 britische Pfund ein (macht 42,56 Pfund pro Stunde).

Wie sieht es jetzt bei Macintosh-Benutzer aus?
Knappe 5% der Besucher hatten dieses Betreibsystem installiert und besuchen weniger Seiten pro Besuch. Nämlich 8,36 Seiten pro Besuch. Dafür studieren diese aber durchschnittlich jede Seite 5 Minuten und 56 Sekunden. Das macht eine durchschnittliche Besuchszeit von 49 Minuten und 36 Sekunden, was kürzer ist als bei „Windows“. Dafür geben aber Macintosh mit 40,38 britische Pfund mehr als die „Windows“-Benutzer aus. Mit 48,38 Pfund pro Stunde sind Macintosh-Nutzer also freigiebiger als die geizigen Windows-Surfer.

Und jetzt zu der Linux-Gemeinde.
Erstens surft nur eine Minderheit von 0,67 % (ein Nutzer von 150 Nutzern) auf solchen Sex-Shop-Seiten herum und schaut sich durchschnittlich nur 7,76 Seiten pro Besuch in jenem Sex-Shop an. Und das auch nur für knappe 5 Minuten und 16 Sekunden (zwei Sekunden länger als Windows-Nutzer). Während der durchschnittlichen Besuchszeit von 40 Minuten und 52 Sekunden geben die Linux-User dafür durchschnittlich 48,55 britische Pfund in jenem Sex-Shop aus. Das sind 71,28 Pfund pro Stunde.

Was sagt uns das?

Nun, Windows-Nutzer sind erstens geiziger und überhaupt nicht zielorientiert. Sie verlieren viel Zeit, weil sie nicht wissen, was sie wollen.
Macintosh-Nutzer dagegen sind ein wenig zielgerichteter. Sie sind im Vergleich zu Windows-Nutzers durchschnittlich eine Minute schneller im Internet. Ob das jetzt mit Intelligenz und Auffassungsgabe zu tun hat oder gar mit der Geschwindigkeit des jeweiligen Betreibsystems, das geht jetzt nicht aus den Zahlen hervor.
Aber dass trotz einer Minute weniger Macintosh-Nutzer für knappe 4 Pfund mehr eingekauft haben als Windows Nutzer, dass lässt doch aufhorchen. Das sind pro Stunde knappe 6 Pfund Wirtschaftsankurbelung mehr als Windows-Nutzer. Satte 13,7 % mehr stündliche Wirtschaftsförderung als von Windows-Nutzern. Mit einer Minute weniger die Wirtschaft stärker anzukurbeln, das sollten sich manche Wirtschaftsnörgler durch den Kopf gehen lassen.

Aber jetzt kommt es erst:
Linux-Nutzer brauchen zehn Minuten weniger und geben aber über 13 Pfund mehr als Windows-Nutzer aus. Immerhin 8 Pfund mehr als Macintosh-Nutzer. Linux-Nutzer sagt das nichts neues. Schließlich haben sie mehr Geld zur Verfügung, weil deren Betreibssystem kostenlos ist.
Über die stündliche Wirtschaftsförderung der Linux-Nutzern lässt sich dann nur noch mit hören und stauen berechnen, dass da ein Mehrwert für die Wirtschaft von zusätzlich 67,5 % im Vergleich zu Windows-Nutzern entsteht.

67,5 % zusätzliche Wirtschaftsförderung erbracht von 1 aus 150 PC Nutzern!
Wenn das mal nicht Potential für Produktivitätssteigerungen aufzeigt …

Und zusätzlich macht die Statistik der LoveHoney.co.uk-Seite eines klar:
Linux-Nutzer wissen sie wollen: Wenig Zeit am PC verbringen und dafür ihr Sex-Vergnügen maximieren. Sie vergeuden nicht soviel Zeit mit Internet, sondern kommen im realen Leben lieber eher zur Sache und haben dann dafür auch mehr Zeit.
Besondere jenen Sex-Shop-Einkäufern mit Linux auf dem Rechner ist wohl zu bescheinigen, dass sie sexuell aktiver sind und somit eindeutig attraktiver sind. Sie verbringen weniger Zeit vor dem PC und mehr dafür mehr woanders: im Bett oder sonstwo, wo das Vergnügen Vergnügen bereitet. Linux-Nutzer sind effektiver und effizienter in Sachen Sex.

Linux macht halt sexy …
Sex-Muffel tendieren eher zu Windows.

Nun, morgen geht es wieder zurück in die Arbeitswoche. An meinem Arbeitsplatz. Mit meinem Windows-Rechner. Und die Frauen dort sehen so begehrenswert wie Windows aus. Und wahrscheinlich habe ich selber die Attraktivität einer 3-Monats-Kartoffel für jene Frauen.
Die Arbeit wird sich so dahinschleppen und ich werde vom PC-Monitor aufgesogen.
Und unser Oberchef macht sich sicherlich wieder dunkle Gedanken wegen Produktivitätssteigerungen.
Und das alles wegen Windows.

Tja, mit Linux würde die Arbeit nicht nur schneller gehen sondern das Arbeitsklima würde auch noch mehr Spaß machen. Gut, wohl möglich wäre es erforderlich Kondomautomaten in den Toiletten zu montieren, würde Linux eingeführt. Hauptsache sollte doch sein, die Dividende der Aktionäre stimmt. …
Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Also?
Eben.
Schuster, bleib bei deinen Leisten. Denn erst die Arbeit, dann das …
… Linux …

Quelle der statistischen Daten: LoveHoney

Logo hüpf!

Diesmal nur ein grafischer Platzhalter. Für ein absolut geniales Post, mit dem ich vorhin richtig Anlauf nahm, um endlich mal große Sprünge zu machen und es hier zu veröffentlichen …

… und dann einfach abstürzte …

… nun, das Leben ist hart, gemein und sprunghaft …

… und manche Stromausfälle sind einfach unberechenbar …

… es wird wohl nichts mit dem Pulitzer-Preis in diesem Jahr für mich …

Logo hüpf

Veröffentlicht unter Privat

Live mal unwitzig

Nun gut.
Ich hab nichts zu tun und verfolge die Live-Sendung von und mit Uri Geller.
Amüsiert.
Irgendwie distanziert.
Aber was ist, wenn sich einer der Mentalisten eine Nagelschuß-Maschine an den Kopf hält und einfach abdrückt? Russisch Roulette live.
Der Mentalist war sich sicher, dass die Maschine nicht geladen war.
Und drückte ab.
Und hätte er sich geirrt?
Dann hätte Pro7 die erste Live-Selbsthinrichtung übertragen gehabt.
Der Mentalist hatte auch mit ungeladener Maschine nen Schuß weg.
Schließlich schauen auch Kinder zu.
Pro7 hat seinen Skandal.
Und wir unsere Sensation.
Morgen in allen Zeitungen …

Es gibt für diese Aktion des Mentalisten zwei Möglichkeiten:
Durchgeknallt oder alles Fake …

Frühling ist’s (der zweite Versuch)

DSC00007
Nicht nur die ersten Krokusse, sondern auch bereits blühende Schneeglöckchen und Weidekätzchen habe ich gesehen.
Ein milder Winter halt.

Zu diesem zweiten Versuch:
Was vorher mittels Mobil-Blogging nicht gelang, jetzt auf dem „zu-Fuß Weg“. Schon ärgerlich, wenn das Mobil-Bloggen mal wieder nicht funktioniert, nachdem es bereits schon einwandfrei lief. Never change a running system, sollte auch für Monoko gelten, aber offenbar müssen die wohl permanent ihr System ändern …

Tja, der Sachzwang ist Schuld …

Fräulein Spears und ihr Gespür für Schnee (Teil 487)

Auch wenn es niemand mehr hören kann und deshalb um so intensiver nachlesen (jau, ich auch), hier der ultimative Härtetest:

Der „traurige Britney Fan“:

http://www.orschlurch.de/video/trauriger-britney-fan.html

Und wer dieses Video durchgehalten hat, der darf nachher auch wieder auf DSDS oder Dschungel-Stars umschalten …

Babylonische Woodway-Erlebnisse

Ein Arbeitskollege hatte vor längerer Zeit einmal einem englischsprachigen Kunden einen Bericht zugeschickt. Und da er nicht allzu gut englisch sprach, griff er auf das Übersetzungsprogramm „Babelfish“ zurück.

In einem Satz jenes Berichtes ging es um die Handhabung von Einstellteile. Jetzt muss man freilich wissen, was „Einstellteile“ sind. Da dieses nicht wirklich ein Begriff aus dem Umgangsdeutsch ist, hier mal die Kurzfassung der Definition: Einstellteile sind Teile, die bei einem Produktionsprozess anfallen, während der Herstellungsprozess noch eingestellt wird. Im normalen Leben wären „Einstellteile“ zum Beispiel jenes Flasch-Bier, welches vor zehn Minuten in den Kühlschrank gestellt wären und somit noch lauwarm wäre, während es nach 60 Minuten Trinktemperatur hätte. Solche „Einstellteile“ werden in der Produktion verschrottet, da sie den Ansprüchen noch nicht genügen.

Nun hatte jener Kollege „Babelfish“ für seinen Bericht bemüht und paar Wochen später rief mich der Kunde an und fragt mich, was mit „over the handling of adjusting hurry“ gemeint sei.
Ich habe es anfangs auch nicht verstanden.
Irgendwann kam mir dann eine Idee was mit „over the handling of adjusting hurry“ gemeint sein sollte.
Klar. „over the handling“ musste einfach wörtlich übersetzt werden und sollte wohl „concerning the handling“ („über die Handhabung“) heißen.
Und „Adjustment“ heißt „Einstellung“.
Und „hurry“? Richtig. „Eile“.
Und bei näherer Betrachtung findet man die Lösung: Das Babelfish-Programm hat das Wort „Einstellteile“ zu „Einstellt Eile“ gemacht. Logisch, dass dann daraus „adjusting hurry“ wurde.

Softwareprogramme sind manchmal brutal hilflos unserer Sprache gegenüber.
So ist beispielsweise das Wort „Montage“ nicht unproblematisch.
Schreibt jemand „Er geht alle Tage auf Montage“, dann ist es recht klar, was damit gemeint ist. Das Programm wird „Montage“ richtigerweise mit „assembly“ übersetzen.
Aber was ist mit „Er geht alle Montage auf Montage“? Weiß das Programm, dass das erste mit „Mondays“ und das zweite mit „assembly“ zu übersetzen ist?
Und wenn das ganze dann wieder zurück übersetzt wird?
Das Ergebnis erinnert an das Kinderspiel „Stille Post“.
Manche Begriffe dieser Welt lassen sich mit solchen Rückübersetzungen genauso spielend übersetzen und erklären.

Angenommen ich habe beruflich einen Montagewagen, also ein dienstliches Montageauto, indem ich mein Montagewerkzeug transportiere.
„Montageauto“ versteht Babelfish. Es wird zu einem „assembly car“. Aber das „assembly car“ wird bei der Rückübersetzung zum „Versammlung Auto“. Knapp vorbei ist auch daneben. Andererseits, wenn Babylon „Montageauto“ mit „Mondays car“ übersetzen würde, dann würde jeder Drittklässler das als „Montagsauto“ übersetzen, dessen Sinn manch Autokäufer bitter gelernt hat.

Solche Worte wie „Montage“ (Mehrzahl von „Montag“) und „Montage“ (Bauarbeiten) sind ausgesprochen (also wenn ausgesprochen) einfach zu erkennen.

Aber allein schon das Wort „Gewaltenteilung“ stellt einen nicht unkomplizierten Inhalt dar.
Diejenigen, die damals oder gestern in der Schule aufgepasst hatten, wissen, dass damit das Prinzip des Rechtsstaats einer Demokratie gemeint ist: Gesetzgebende Macht (Legislative; Parlamente), Gesetzausführende Macht (Exikutive; Polizei, Staatsanwaltschaft) und gesetzbeurteilende Macht (Judiskative; Gericht, Richter). Auf diesen drei Säulen beruht jeder Rechtsstaat.
Die Politiker erlassen folglich Gesetze, Polizei und Staatsanwaltschaft überwachen die Einhaltung und die Gerichte beurteilen Sachverhalte auf Gesetzesverletzungen.
Gewaltenteilung eben.

Genau, sagen da manche Politiker und setzen einfach einen leicht andere Betonung:
Statt „Gewalten-teilung“ einfach „Gewalt-enteilung“. Oder zu deutsch mit einer Hundepfeife unterstützt: „Hundertschaft zieht blank und vor!“ Wie halt letzes Jahr auf Heiligendamm.

Doch zurück zu „Babelfish“.
Denn „Babelfish“ macht aus der Gewaltenteilung die „Division of power“. Und zurück übersetzt wird daraus ein völlig unpolitisches „Abteilung der Energie“ …

„Babelfish“ (babelfish.altavista.com) hat seinen Namen wohl zurecht. Babylonische Sprachverwirrung. Genau wie bei Douglas Adams schon festgestellt …

Und wenn schon Sprachverwirrung, da fällt mir der berühmte Dialog der beiden österreichischen Auswanderer im Film „Casablanca“ von 1943 ein:
„Oh Liebchen, äh … Honey, what watch is it?“
„Ten watch!“
„Oh! Such much!“

Tja, vor „Babelfish“ kann man nur warnen. Besonders all diejenigen, die mit perfektem Englisch glänzen wollen und auf „Babelfish“ ohne Nachzudenken zurück greifen.
Dann fällt mir dazu nur noch eines ein:

„Sitzen machen!“

(aus dem Billy Wilder-Film „1, 2, 3“)

Woran Männer so tragen …

Nein, das ist kein Rudelbums-Foto, sondern nur ein Ausschnitt eines Werbeplakats für Tourismus in der Türkei. Logisch, ne.
DSC00005

Veröffentlicht unter Privat

Wolle mer se rinnlosse?

„Alaaf!“

Er blies mir die Luftschlange knapp am rechten Ohr vorbei. Ich zuckte zurück, aber es half nichts. Sein rechter Arm zog einen Halbkreis und leise rieselte das Konfetti über Zigarette und Kölsch.

„Alaaf!“
„Ja, Sie mich auch! Sie haben mein Kölsch verkonfettiert!“
„Och, es ist ja Karneval!“
„Na und? Ich bestehe auch im Karneval auf das deutsche Reinheitsgebot. Und dass das auch für Kölsch gilt!“
„Ein Reinheitsgebot gilt nur da, wo was wie Rhein ist. Und hier ist maximal Isar. Und sowieso am Aschermittwoch ist …“
„Das ist mir egal. Dann ist mein Kölsch schal und das Konfetti garantiert noch immer drinne.“
„Na, da haben wir aber miese Laune, oder was?“

So gerne ich auch in der Kölsch-Kneipe mein Kölsch trinke, so ungern lasse ich mich bei meinen meditativen Momenten mit Zigarette stören. Insbesondere, da jetzt die Zigarette draußen vor der Kneipentür zu verrauchen ist.
Aus Nichtraucherschutzgründen.
Nichtraucher stehen jetzt EU weit unter Naturschutz.
Sind halt ein aussterbendes Viehzeugs.

„Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, zum Rauchen würde man der Kneipe verwiesen. Ich hätte Wahnsinn gesagt. Waaaaahnsinn. Alaaf!“

Und wieder warf er Konfetti. Ich wühlte in meiner Hosentasche und fingerte eine Kamelle heraus und gab sie ihm.

„Hier. Habe ich vom Karnevallsumzug.“
„Eine Kamelle?! Die haben Kamelle geschmissen?“
„Yep.“
„Waaaahnsinn. Ein dreifaches ‚München Alaaf‘.“

„Ruhe, du Depp, du damischer Preiß da unten!“, schallte es plötzlich von oben. Jemand schloß wütend das Fenster.

Er schaute mich über seine Kölschstange an.

„Wie war der Umzug?“
„Wie das Ungeheuer von Loch Ness. Ich hab den Umzug gesehen und fotografiert. Aber auf den Strassen erinnert fast gar nichts mehr, da wo der entlang gezogen ist. In Köln war an der Zugstrecke selbst nach Ende des Zuges noch was los. Aber hier in München … Tabula rasa. Horror vacui. Wie eine Fata Morgana. Nichts. Nada. Niente. Nullinger.“
„Nichts?“
„Nichts. Absolut nichts. Nicht mal ein Bierstand.“
„Kein Wunder. München ist karnevalistische Diaspora. Straßenkarneval kennen die doch nicht. Rheinischen Frohsinn kennen die doch nur vom Hören-Sagen.“

Ich nicke. So kenn ich es auch. Wenn nicht gerade Karneval im Rheinland ist. Ohne Karneval können Rheinländer schon verdammt Un-Frohsinnig sein.

„Die einzigen Umzüge, die die hier in München kennen sind Fackelmärsche, Fronleichnam und Prozessionen.“
„Prozessionen? Zum Oktoberfest?“
„Wohin sonst? Die Ehrentempel wurden ja schon vor Jahrzehnten gesprengt. Und an irgendwas will sich die Münchener Seele ja besaufen können.“
„Rechts stehen, links gehen.“
„Ja. Wer sich nicht rechts aufstellt, wird links gegangen.“
„Das Leben als Rolltreppenphilosophie.“
„Und sobald man mit der Rolltreppe aus dem Untergrund an die Oberfläche gekommen ist, gilt Rechts vor Links!“
„Alaaf!“
„Helau!“
„Stösscken.“

„Ruhe!“

Es kann der Frömmste nicht in Frieden sein Kölsch saufen, wenn es dem bösen Nachbarn über der Kneipe nicht gefällt. Solche Ruhestörer gibt es überall. Ich nehme eine Kamelle, ziele und werfe sie gegen das Fenster des „Ruhe“-Brüllers.
Dessen zornrotes Gesicht taucht auf und er scheint irgendwas zu sagen. Dank Doppelverglasung sehen wir ihn nur wie ein Fisch, der seinen Mund immer wieder öffnet und schließt. Ein Prosit auf die Gebäude-Energiepässe. Damit werden die Gebäude nicht nur wärme-isolierter, auch Ehekräche versickern in der Isolierung und die Straße bleibt ruhig.

Wir schauen in unsere Kölschgläser. Der Anblick meines Glases in der kalten Winterluft erinnert mich an das Weltall: So kalt und so leer.
Wir schauen uns an. Er nimmt sich eine Luftschlange, greift in seine Tasche und blickt mich auffordernd an. Ich nicke.

„Okay. Gehen wir wieder rein. Frischluft schnuppern.“

Luftschlange und Konfetti werfend öffnet er die Tür.
Während „De Höhner“ gerade bei gedämpfter Lautstärke von der weiter ziehenden Karawane singen, deutet er dem Wirt an, dass wir wie Sultane mit Durst seinen.
Der Wirt stellt zwei Kölsch vor uns hin und wir greifen zu.

„Stösscken!“
„Alaaf!“
„Hau weg!“

Wir nehmen einen tiefen Schluck und schauen aus dem Fenster.
Die Straße ist ruhig.
Vielleicht kommt ja noch wer rein zum Karneval-Feiern.
Zu zweit mit Wirt ist es langweilig.
Erst recht zu Karneval.

Rubbel dir einen … oder: Wieviel Rubbel braucht der Mensch?

Mein privat persönliches Kinheitstrauma ist ein ganz brutales.

Da war damals (und ist noch immer) am ersten August-Wochenende Kirmes in unserem Dorf gewesen. Drei Tage lang hieß es Autoselbstfahrer (der weisse Schimmel unter den Kirmesfortbewegungsmitteln), Hulli Gulli, Raupe und hin und wieder mal die Enterprise oder das Riesenrad. Das nötige Kleingeld kam von den Eltern und mit 20 DM pro Tag waren rein theoretisch immer noch 20 bis 15 Karusselfahrten möglich.

Anfangs.

Inflationistisch wurden die Möglichkeiten mit den Jahren immer weniger. Irgendwann waren es nur noch 10.

Aber eines hat mich immer wieder – verdammt noch eins – wie Hölle fasziniert: Kaum hatte die Kirmes begonnen, stiefelten bereits die ersten stolz wie Oskar mit einem dicken Plüschtier über die Kirmes rund um die Kirche.

Klar, dass ich auch sowas haben wollte. Und ich erinnere mich noch daran wie gestern, dass ich eines Jahres meine 20 Märker komplett in Lose investierte. Vier Asse benötigte ich für den Hauptgewinn, drei Asse hatte ich schon, aber das verdammte Kreuz-Ass wollte und wollte einfach nicht kommen. Egal wieviel Lose ich aufriss.

Meine Eltern konnten sich mein Elend nicht mit ansehen und haben dann mitgekauft.

Aber das verdammte Kreus-Ass.

Das elende.

Warum immer nur die anderen? Warum nicht wir?

Gelb vor Neid war ich, wenn ich dann sah, wie so ein riesig weißer Plüsch-Teddy aus dem Regal gezogen wurde und der Hansel von der Losbude beim Überreichen ein „Und wieder ein Hauptgewinn! Immer nur Hauptgewinne!“ ins Mikrofon trötete.

Nein, ich hatte an jenem Wochenende in einem Asche-Berg voller Kirmes ge- und nicht die Welt verstanden.

Die Kirche blieb im Dorf wie mein Glück jenseits von Eden.

Und mit „Pech im Spiel und Glück in der Liebe“ war da auch nichts.

Zu meinem Pech lief in Liebesglück auch alles wie ein Griff ins Klo.

Ich bin ja eigentlich nicht der Meinung, dass das wirklich ein „Kindheitstrauma“ sei, sondern das schlichtweg persönlich mir anhaftende Nicht-Erfolg-haben-sollen.

Schicksal.

Kismet.

Karma.

Chaos.

Lustverlusmaximierung.

Egal, welchem Namen man dieser Theorie geben möchte.

Da kam ich doch letztens an einer Bäckerei vorbei und irgendwie zog mich der Brötchenduft hinein. Halb trieb es mich, halb sog es mich. Auf dem Tresen sah ich dann die Rubbellose. „Wir verdoppeln ihr Gehalt“ verkündet in schwarzer Fettschrift die Überschrift unter den 28 Rubbelfeldern. In einer Münchener Tageszeitung werden täglich 6 Nummern veröffentlicht. Stimmt eine Nummer auf dem Rubbelschein mit der veröffentlichten überein, darf das Feld aufgerubbelt werden. Solange darunter Euro-Beträge sich wiederfinden, gibt es noch nichts. Erst wenn ein Glückssymbol auftaucht, gibt es die dann zuvor freigerubbelten Beträge.

Jetzt hatte ich mir beim Bäcker acht Scheine mitgenommen und rubbel jetzt fleissig Tag für Tag. Wenn denn was zu rubbeln ist. Manche scheine sind schon recht freigerubbelt, aber unter den letzten veröffentlichen Zahlen finde ich keine Treffer mehr.

Und irgendwie kommt jenes „Kindheitstrauma“ und jener bittere Beigeschmack des „ewigen Losers“ in mir hoch.

Doch die Rubbellose einfach weg zu werfen … das trau ich mich auch nicht. Denn nach Murphy Gesetzen würde ich dann sicherlich den Hauptgewinn …

Aber andererseits, wenn ich die Scheine behalte, dann gelten ebenfalls Murphys Gesetze und ich gewinne ich auch nichts …

Vielleicht enthalten meine Scheine auch kein Glückssymbol. Das könnte ich rausfinden, würde ich gleich alles aufrubbeln, aber dann wären die Scheine ungültig …

Egal, was ich zu tun gedenke, es wird nichts werden. Es wird immer genau das Gegenteil von dem eintreffen, was ich hoffen richtiges zu tun gedenke.

Was tun?, sprach Zeus, schnappte sich zwei Eier und verfiel in dumpfes Brüten.

Und wenn er sie ausgebrütet hat, dann werde ich hoffentlich entweder den Hauptgewinn errubbelt haben oder wissen, was ich mir zu rubbeln habe.

Nebenbei:

Heutzutage kommt man mit 10 Euro nicht wirklich weit. Maximal dreimal Karussel sind das heutzutage. Auf dem Münchener Oktoberfest bedeuten zehn Euro eine Maß Bier plus ein klitzekleines Tütchen gebrannter Mandeln (alternativ ein Hauch von Zuckerwatte).

Und am Glückslosstand besteht nach einer Maß Bier dann eh nun nur eine Chance. Die erste Losziehung muss sitzen …

Veröffentlicht unter Privat

Unbedenklich bedenklich? Bedenklich unbedenklich?

Der 9. Februar ist geschichtlich gesehen ein recht unbedeutender Tag.
Der Schachweltmeister Gari Kasparow hatte sich an jenem Tag im Jahr 1996 auf sein Turnier gegen den von IBM entwickelten Schachcomputer „Deep Blue“ vorbereitet. Am nächsten Tag erst sollte die Weltöffentlichkeit überrascht notieren, dass ab jenem Tag auch Schachgroßmeister und Schachweltmeister nicht davor gefeit sind, von Schach-Computern wie Otto-Normal-Verwutzer geputzt zu werden.
Ansonsten hat jener 9. Februar nicht viel zu bieten. Ausser vielleicht einen eher traurigen Anlass zum Gedenken. Denn der 9. Februar ist der Todestag von dem bayrischen Komiker Karl Valentin („Nenn mich nicht Walentin, du nennst ja auch nicht deinen Vater Water“).

Im Jahr 1991 fiel der 9. Februar auf einen Samstag.
Traurig war der Tag sowieso. Auch ohne Gedenken an den 1948 verstorbenen Valentin. Denn die rheinische Tiefebene schritt mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf den geheiligten 11. Februar zu. Aber nicht, weil ein Jahr zuvor Helmut Kohl und Michael Gorbatschow bei einem Spaziergang an einem sowjetischen Bach darüber sich verständigt hatten, dass sich „Deutschland West“ mit „Deutschland Ost“ wieder vereinigen durfte. Sondern es stand schlicht und ergreifend Rosenmontag vor der Tür.
Der Tag und die Zeit, die jene Gebiete Deutschland eh nicht verstehen, welche nie durch Napoleon Bonapartes Truppen besatzt waren, eben jenes exerzieren die Rheinländer als Parodie auf diese französische Besatzungszeit: mit französisch Uniformen, verkehrt herum auf dem Kopf gesetzten Kulturbeuteln (die sogenannte „Narrenkappe“) und dem „Stippefötsche“ (dem Po-an-Po-Tanz), der damals als eindeutig zweideutiger homoerotischer Gruß an die Besatzer zu verstehen war.

1991 war aber auch das Jahr, in dem der zweite Golfkrieg zwischen den alliierten Truppen und dem Irak ausgetragen wurde. Deutschland – frisch wieder vereinigt – beteiligte sich lediglich mit finanziellen Beihilfen am Krieg. Trotzdem grub der Krieg hier im Lande seine Spuren. Moralischen Instanzen verlangten von der Bevölkerung einen Ernst, der dem Sinn der närrischen Tage total entgegen lief.
„Wenn andere im Krieg sterben, können wir nicht feiern“ war der Leitspruch und die ultimative Keule vom moralischen Zeigefinger geführt, der das ganze karnevalistische Leben Deutschlands zum Erliegen brachte.
Nur die Kölner Bevölkerung quittierte dieses moralisierende Gebrabbel der Karnevaloffiziellen und -Nicht-Offiziellen mit einem „total ejal“ und führte die seit dem Ersten Weltkrieg verbotene Tradition des „Geisterzuges“ wieder ein.

Wider den militärischen Ernst.
Und ganz ohne Ordensverleihung einer Aachener Karnevalsgesellschaft …

Die Erinnerung an diesen offiziell verordneten Ernst wider den ausgelassenen Treiben von 1991 ist mir auch noch 17 Jahren stark in Erinnerung geblieben.
Vielleicht bin ich auch nur zu katholisch, als dass ich die Zeit vor der offiziell römisch-katholischen Lustlosigkeit (auch „Fastenzeit“ genannt) so verinnerlicht habe. Nicht-Katholen kennen dieses so ja nicht, da deren Einstellung wesentlich staatsräson-orientierter ist.
Karneval war (und ist) immer noch die letzte Möglichkeit vor der römisch-katholisch lustbereinigten Zeit die „Sau“ raus zu lassen. Denn einerseits gibt es dann ja den seelischen Fleckentferner in Form der Ohrenbeichte in jenen „Telefonzellen zum Himmel“ (Beichtstuhl). Und dann noch zum anderen die unverhüllt offene Drohung an neue Bekanntschaften, dass am Aschermittwoch eh alles gnadenlos vorbei sei.

Eine Fastenzeit wird erst dann zur gefühlten Fastenzeit, wenn jene Zeit in einem starken Kontrast zur Zeit vorher gesetzt werden kann. Wäre ich – wie die Mehrheit dieser Weltbewohner – arm und hungernd, dann wäre Fastenzeit für mich Normalzustand und nichts besonderes.
Jede Frühjahrsdiät erhält dadurch seinen Sinn, dass an Festtagen richtig geschlemmt und über Normal-Null gelebt wird. Fast wäre man geneigt zu sagen, die Hungernden dieser Welt sollten sich an Wohlstandbürgern mal ein Beispiel nehmen: Durch unsere Diäten haben wir uns Wohlbeleibte garantiert schon dutzendfach weggehungert, aber wir leben trotzdem noch.

Doch zurück zu dem Karneval und den moralischen Keulen unser Zeit.

Dürfen wir feiern, wenn andere von uns trauern?

Im Grunde hätte mit der Argumentation von 1991 jeder Karneval und jegliche Festivitäten in Folgejahren eingestellt werden müssen. Sack und Asche als Kleidung wäre dann unser Standard, wie Blut, Schweiß und Tränen der anderen.

Generell ist der frühest mögliche Termin für Rosenmontag der 2. Februar. Der spätest mögliche ist der 8. März.
Dieses Jahr ist der Rosenmontag der 4. Februar. Und bis dahin wird erstmal auf der Straße helaut und alaaft, was die Kehle zwischen zwei großen Schlucken Bier und Korn so hergibt.

Doch so einfach ist das dieses Jahr nicht.
Insbesondere nicht in München.
Am 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland und seit 2005 weltweit der offizieller Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau). Ein Gedenktag. Kein offizieller Feiertag.
München hat seit 2006 einen Karnevalsumzug und der wurde damals immer auf zwei Sonntage vor Rosenmontag terminiert.
Fatal, fatal.
Da gibt es jetzt ganz heftige Einsprüche.
Karneval und Gedenktage zusammen? Geht das?
Insbesondere in München und dessen historische Vergangenheit in Sachen Nazi-Fackelmärsche, braune Ehrentempel usw.? Darf das sein?
Fatal, fatal.
Darf man lachen, während andere sich mit ernsten Gedanken umgeben? Wer muß auf wen Rücksicht nehmen? Insbesondere im erzkatholischen München? Darf man überhaupt lachen, wenn wer an Hitler denkt?
Nicht erst seit Roberto Benignis Film „La vita é bella“ („Das Leben ist schön“) wird intensiv darüber diskutiert, ob man lachen darf, während anderen überhaupt nicht zum Lachen zumute ist.
Das Leben ist unerbittlich und nimmt kaum Rücksicht auf historische Daten und die Belange Dritter.

Das Ende des deutschen Kaisertums, Hitlers gemeinsame Terroraktion mit Ludendorf, die Reichsprogromnacht, der Fall der DDR-Mauer und der offizielle deutsche Verkaufsstart des iPhones von Apple: Warum all diese Ereignisse auf den 9. November fallen, dass wird mir keiner wirklich schlüssig erklären können. Und warum keiner dafür Sorge getragen hat, dass sich solche wichtigen Ereignisse auf einen Tag türmen …

Warum ist das Schicksal so link und lässt meinen Vater am Hochzeitstag und Geburtstag meines Bruders sterben? Jetzt kann mein Bruder weder Hochzeitstag noch Geburtstag ohne Beigeschmack feiern. Und was mit dem Beigeschmack an jenem Tages bei meiner Mutter ist, da fragt ja eh keiner nach. Und dass an jenem Tag im Jahr 1974 beide deutsche Nationalmannschaften bei der WM ihr Spiel gewannen … hätten die damals überhaupt jubeln dürfen? Nun ja, ich hab’s getan. Dabei wurde an jenem Tag auch das KZ Auschwitz-Birkenau von den Nazis eröffnet.

Und jetzt?

Jetzt ist bald Karneval und es erhebt sich ein Geschrei wegen dem Karnevalsumzug in München. Und die Diskussion, ob man vergnügt sein darf, wenn andere einer ernsten Sache gedenken.

Vielleicht ist es aber auch nur so, dass da so eine Kettenreaktion aus diversen Befindlichkeiten abläuft.
Und sicherlich ist auch noch jemand dabei, der entweder ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom hat oder der das Zeilengeldgeld für einen Artikel braucht.

Eine gute Sache hat diese Diskussion aber allemal:
Demnächst werden sich erheblich mehr Menschen daran erinnern, dass der 27. Januar der Tag ist, an dem die rote Rote Armee die KZ-Häftlinge aus der tödlichen Bedrohung des Nazi-Gases befreit hatte. Und der 27. Januar wird dann als Holocaust-Gedenktag in den Gedanken der Menschen endlich mal verankert.

Karneval wird dann für das Datum zweitrangig bleiben.

C’est la vie …

Eigentümlich

Warum können diese metallenen Zigarren fliegen? Nur weil sie zwei Flügel und darunter Triebwerke haben? Warum können dann jene unförmigen Hummeln fliegen? Ohne Triebwerke?

Hm.

Und wenn ich solch entscheidende Fragen stelle . . .

Eigentlich sind solche Fragen schon fast ketzerisch, wenn man bereits im Flieger sitzt.

Und trotzdem. Da sitz ich im Flieger und warte, dass der Flieger zur Startbahn rollt. Die Stewardess hat sich vom ordnungsgemäßen Sitz meines Gurtes überzeugt und nach den Check den Piloten das Startzeichen gegeben.

Während der Flieger rollt, führt sie für alle nochmals die Verwendung der Gurtes vor. Das Öffnen und Schließen.

Sicher ist sicher.

Nur, warum erst, wenn der Flieger schon rollt? Warum nicht vorher?

Das bleibt mir eine so unbeantwortbare Frage, wie die mit der Hummel ohne Triebwerke. Sie fliegt halt. Genau so wie die Funktionsweise des Gurtes erst nach dem Verwenden erklärt wird.

Unerklärlich eben.

Aber es funktioniert.

Veröffentlicht unter Privat | Verschlagwortet mit

Wenn der Fernseher nur noch "Das Erste" spielt …

Hm.
Mist.
Den ganzen Tag gesucht und dann hab ich es gerade unter der Tastatur meines PCs gefunden. Der Flieger ist jetzt wohl weg.
Flucht misslungen.
Werde mir heute abend doch wieder Aachener Karneval „Wider den tierischen Ernst“ anschauen.
Scheiße, seitdem der Fernseher nur noch „Das Erste“ reinkriegt und ich meine Bücher seit gestern abend ausgelesen hatte …
Das Leben ist sooooo ungerecht …
Ticket

Wenn Clowns klonen: Therapeutisches Klonen auf Englisch

Do clones clone?
Do clowns clone?

Do clones have clones?
Do clowns have clones?
Do clowns have souls?

If clowns have souls do clones have clown souls?
If clowns have clones do clown have clone souls?
If souls of clowns are cloned soul clowns do clown souls clone cloned clown souls?

If cows will be cloned by clowns do cows have clowns or clones?

If human clone cells has been cloned with human clown cells does human cell clones do have souls?

Auf deutsch:
Macht Klonen Spaß?
Machen geklonte Fragen überhaupt Spaß?

Veröffentlicht unter Privat

Es gibt nur einen Lodda Maddeeeeeus, es gibt nur …

Was lesen da meine müden Augen?
Zitat Lothar Matthäus:
„Ich hatte auch ein Gespräch mit Karl-Heinz Rummenigge.“

Nun, der Lothar wollte also den Trainerposten beim FC Hollywood.
Das ist ja nicht wirklich neues. Nachdem er als Trainer in Ungarn, in Brasilien und Österreich Kostproben seines Fußballverständnisses abgab (und dafür als Ersatz Geld kassierte …) und von den jeweiligen Teams in Folge immer nur gehaßt, geschaßt und ausgesetzt wurde, hielt er sich in kühnen Kalkül schon immer im Münchener Raum auf, damit er im Ernstfall dem FC Bayern sich andienen könne.

Mit Rummenigge will der Ex-Trainer von Rapid Wien, FK Partizan Belgrad, der Ungarischen Fußballnationalmannschaft, Clube Atlético Paranaense und dann FC Red Bull Salzburg im Gespräch gestanden haben. Das hat Rummenigge bestätigt. Wobei Rummenigge nur von einem Gespräch sprach. Und das Gespräch fand im November statt. Laut Rummenigge am 20. November 2007. Kurz darauf gab Lodda seine Trennung von Marijana Kostić bekannt.
Nun trainiert er das 20-jährigen Model Kristina Liliana.
Das hatte wohl Rummenigge verstanden.
Wie Rummenigge sagte, es war definitv ein Gespräch.
Ein Privatgespräch.
Ob sich Rummenigge wohl dabei gelangweilt hat, Lodda seine Trennungspläne anzuhören?

Aber warum denkt Lodda, dass er für den Münchener Säbenerstraßen-Verein wertvoll sein könne?
Zitat Lothar Matthäus:
„Ich könnte auch auf Englisch oder Italienisch mit den Spielern reden. Zudem habe ich ebenfalls im Ausland gearbeitet und eigentlich auch ohne Sprachkenntnisse (…) guten Kontakt zu den Spielern und auch die entsprechenden Ergebnisse gehabt.“

Hm.
Was denn nu?
Hat er Sprachkenntnisse oder nicht?
Wahrscheinlich hat er generell Sprachprobleme. Weswegen Trapattoni ihn bei Salzburg abgesägt hat. Denn da spricht man bekanntlich weder Englisch noch Italienisch.
Was meinte sein Ex-Kollege Trapattoni über Lodda?
„Ach, der Lothar, es ist immer dasselbe: viele Worte, wenig Erfolg. Wenn er als Trainer mal einen richtigen Titel gewonnen hat, darf er zu mir kommen und etwas sagen.“

Gut.
Trapattoni ist fies.
Sowas von fies.
Das muss nicht sein.
Nicht mit unserem „Lodda“

Aber was meint der oberste Hausherr des FC Bayern München – „Würstchen Uli“ – zu der Personalie „Lothar Matthäus“?

„Solange Karl-Heinz Rummenigge und ich etwas beim FC Bayern zu sagen haben, wird der bei diesem Verein nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion.“

Tja.
Da wird also „Lodda“ weiterhin Warteschleifen in München und in Deutschland drehen müssen. Denn weder der Trainerplatz beim FC Hollywood noch der Trainerstuhl beim DFB ist frei.
Vielleicht kann er ja bei 1860 oder Unterhaching landen?
Oder bei Wacker05 im Münchener Sendling?

Da bleibt „Lodda“ nu doch noch eines zu wünschen übrig:

Lodda, du darfst den Sand jetzt nicht einfach in den Kopf stecken. Und denkt immer auch an einen weiteren Ausspruch von dir:
„Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es gerade muss.“

Tja, es gibt nur einen „Lodda Maddeeeeeeus“, es gibt nur einen „Lodda Madddeeeeeeeus“.

Alles nur eine Matthäus-Passion eben …

Ein Satz heiße Löffel

Heute abend zärzelt Uri Geller wieder seine Kaffeelöffel, die er sich in der Buisnessklasse diverser Fluggesellschaften eingesackt hat, und versucht Mehrwert durch Wertverlust zu betreiben.
Gewinnverlustmaximierung sozusagen.
Und wie ein Drittel Jahrhundert zuvor wird der Zuschauer aufgefordert, seine kaputten Sachen um die Fernsehröhre zu platzieren, auf dass sie nachher wieder funktionieren sollen.

Ich habe inzwischen meine gesammelte Elektronikschrottsammlung um meinen Fernseher aufgetürmt.
Man kann ja nie wissen.
Und schaden tut’s ja auch nicht.

Direkt auf dem Fernseher habe ich den alten Herzschrittmacher von Opa gelegt. Er hat zwar protestiert, weil wir Opa mit Seilen bereits auf dem Fernseher fixiert haben. Aber da muss er aber durch. Denn das spart uns die Selbstbeteiligung an der Operation für das Auswechseln des Herzschrittmachers in diesem Jahr. Wir haben freilich drauf geachtet, dass er mit dem Herzen direkt auf dem Fernseher liegt. Opa plärrt zwar noch immer auf dem Fernseher ( – er meint die Stricke schneiden ihm das Blut ab – ), aber wenn Uri seine Löffel biegt, dann muss man dem alles unterordnen.

Dann habe ich da noch den alten Wecker unter dem Fernseher paltziert. Jener Wecker, der fünf Sekunden vor Zwölf stehen geblieben ist. Ein Nachbar hatte ihn mir per Post geschenkt. Mit dem Nachbar stehen wir schon jahrelang in einer mörderischen Privatfehde. Als ich das Paket öffnete, tickte der Wecker noch ein wenig und blieb dann stehen. Der Wecker ist ein wenig unförmig, denn der Nachbar hatte unter dem Wecker zwei dicke rote Rohre montiert und diese mit dem Wecker verbunden. Mittels einem roten und einem blauen Draht. Gut verlötet. Meine Oma meinte, es sei ne Rohrbombe. Tja. Werden wir ja sehen, wenn Uri Geller den Wecker durch mentales Löffel-Reiben wieder zum Laufen bringt.

Dann habe ich noch den alten PC mit der „MS Windows 95“-Version drauf. Den habe ich vor dem Bildschirm platziert. Ich schätze, es wird das erste stabile Windows 95 weltweit werden. Vorausgesetzt Oma hat mit der Bombe nicht doch recht.

Meine Frau legte noch ihren zwanzig Jahre alten Vibrator mit in den Haufen vor dem Fernseher. Sie hat in „Welt für die Frau“ gelesen, dass zuviel „Uri Geller sehen“ Männer impotent macht. Und die kluge Frau solle schon mal vorbeugen. Als hat sie ihren alten schwarzen 20-cm-Jelly-Freund rausgekramt, mit Chlorix desinfiziert und an der rechten Seite vom Fernseher mit Tesa festgeklebt.

Unsere Oma hat in Eigenregie den Fernseher auf ihren alten E-Shopper gestellt. Mit dem E-Shopper versuchte sie damals den Münchener Olympia-See zu überqueren. Erfolglos. Sie blieb zwei Meter vom Ufer entfernt im Seeschlamm stecken. Die Feuerwehr war so freundlich und hat sie dort wieder mit der Seilwinde rausgezogen.
Vielleicht läuft der E-Shopper nach der Sendung wieder.
Wenn freilich nicht eben jene Bombe …
Nein, ich nehme die da nicht weg. Die Wahrscheinlichkeit, dass gerade der Wecker die letzten fünf Sekunden schaffen sollte, das ist ja sowas von gering.

Und zudem:
Wir hier glauben sowieso nicht an solchen Humbug.
Außerdem wurde Uri Geller nachgewiesen, dass er mogelt und gar nicht wirklich was durch Löffelreiben verbiegt.
Wissenschaftlich erwiesen ist das.
Alles nur mieser Hokus-Pokus.

So.
Jetzt muss ich in den Keller.
Die alte Truhe hochholen.
Die werden wir hinter dem Fernseher platzieren.
Man kann ja nie wissen.
Und schaden tut’s ja sowieso nicht.

Seltsam – Montags morgen 5:30

Hm.
Habe doch gerade in meinen Briefkasten geschaut und überrascht festgestellt, dass ich am Samstag Post erhalten hatte.
Brigitte hatte mir geschrieben.
Dabei hab ich sie doch gar nicht abonniert …

Schaumschlaging for walk aways

Du Löffelstreichler!
Du Schaumlöffelverbieger!
Du Gedankenleserspion!
Du Next-Pro7-StarForce`ler!
Du Rabenflüsterer!
Du Uri-Geller der unfähigen Uhrmacher!
Du verdeckter Messerdraufhauer!
Du Weichhirn-TV-Glotzer!
Du, du … du Uri-Geller-Glotzer, du!

Veröffentlicht unter Privat