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Graucho Marx

Binsen

Fordere viel von dir selbst und erwarte wenig von den anderen. So wird dir Ärger erspart bleiben.

Konfutius

Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen

Robert Lembke

Bayern befreit sich …

… in Befreiungshallen.

Befreiungshalle

Gesehen in einem Biergarten.
Bier verdunstet nun mal auch in Bayern nicht so einfach. Und irgendwann fleht die Blase nach Befreiung vom Druck auf derselben. Und so geht’s dann im Laufschritt eben zur Befreiungshalle …

"Brasilien im Original" von Peter Reinhold: Eine Buchrezension

Brasilien hat Schönheit.
Brasilien hat Schönheit und Klasse.
Brasilien hat Schönheit, Klasse und Flair.
Brasilien hat Schönheit, Klasse, Flair und am achten Tag der Schöpfung verfügte Gott die erste Ausweisung aus seinem Garten „Eden“, um damit dort die Lebensqualität im Paradies zu steigern. Er siedelte Menschen aus dem Paradies jenseits von „Eden“ in Brasilien an.

Nein, das steht jetzt nicht in der Bibel, aber so erzählen sich die Menschen der ganzen Welt, wenn sie sich über die Situation der Menschen Brasiliens unterhalten.

Brasilien ist nun mal einzigartig. Dessen Land und dessen Leute sucht man in der Welt ein zweites Mal vergebens. Die meisten Menschen, die Brasilien kennen gelernt haben, lässt jenes Land nicht mehr los.
Und so kann es schon passieren, dass dann das ein oder andere Buch darüber geschrieben wird.

Peter Reinhold hat seine Erfahrungen im „Books on demand“-Verlag unter dem Titel „Brasilien im Original“ veröffentlicht.

Der Autor
Wolf Peter Reinhold ist mit 54 Jahren im Jahr 1997 zusammen mit seiner damals 25-jährigen Frau Tina nach Brasilien ausgewandert. Der gebürtige Dresdener kappte seine erfolgreiche Werbetexterkarriere und tauschte seinen damaligen Lebensmittelpunkt Düsseldorf mit dem in Brasilien. Dort lebte er in den zehn Jahren an vier verschiedenen Orten, kehrte dann aber 2007 mit seiner Frau nach Europa zurück. Zuerst zog es ihn nach Lissabon, dann nach Berlin. Seit September 2009 sind Peter und Tina Reinhold wieder nach Brasilien zurück gekehrt: „Nun endgültig“, wie er in seinem im Juli 2009 veröffentlichten Buch „Brasilien im Original“ am Schluss schrieb.

Das Buch
„Meine 10 Jahre auf einem anderen Planeten“ so lautet der Untertitel des Buches. Auf 438 Seiten versucht Peter Reinhold nicht nur spannende Lektüre zu bieten, sondern auch Anregung für Urlaubsplaner und Hilfe für Auswanderer. Höhepunkte des Buches sind nicht nur die Tagebuch-ähnliche Beschreibungen seiner Rundreise durch halb Brasilien (ca. 11.000 km in 26 Tagen) und die diversen Schicksale von deutschen Auswanderern mit Träumen, die von der brasilianischen Realität mehr oder weniger einkassiert werden, sondern auch die Beschreibungen der Umgebung im Nordosten in der Nähe des Amazonas-Deltas.
Peter Reinhold hatte vor seinem Leben in Brasilien bereits Erfahrungen als Camel-Trophy-Fahrer in Papua-Neuguinea sammeln können. Diese konnte er dann in Brasilien entsprechend bei seinen Fahrten über Dünen und unwegsamen Straßen mit seinem Landrover einbringen. In Randbereichen seines Buches geht er auch kurz auf brasilianische Realitäten ein, die ziemlich drastisch und kontrastreich dem zuvor beschriebenem entgegen stehen.

Meine Bewertung
Das Buch ist im Grunde kurzweilig und auch interessant geschrieben. Reiseberichte und Reisebeschreibungen sind lesenswert und detailliert. Das Buch hat zwar die Anwandlungen eines Romans. Es ist aber eher ein Zwitter aus reiner Reiseberichterstattung und Betrachtungen der brasilianischen Realität.
Allerdings liegt hier auch die Schwäche des Buches. Der Autor und seine Frau sind einerseits die Protagonisten des Buches, die als Klammer der Handlung dienen, andererseits bringt der Autor sich nur distanziert in bestimmten Situationen ein und seine Frau taucht eher als Randfigur auf.
Als ich das Buch in meinen Händen hielt und auf dem Buchrücken vom erklärten Ziele des Autors der Aufklärung über das wahre Brasiliens las, steigerten sich meine Ansprüche. Aber ein Buch, welches sowohl als „spannende Lektüre, Urlaubsplaner oder Hilfe für Auswanderer“ dienen soll, muss mehr bieten.
Um es vorweg zu nehmen, Auswanderungswillige nach Brasilien erfahren in diesem Buch zwar einiges detailliertes über Schicksale von Auswanderern, viel mehr als in jeder Doku-Soup der privaten Fernsehprogramme. Aber welche weitreichenden Schwierigkeiten Brasilien einem Einwanderer bietet, das findet sich nicht beschrieben. Dass Brasiliens Bürokratismus organisatorisch alles auf die Verantwortung seiner Bürger abschiebt und somit heftiger ist, als wie man den Bürokratismus aus Deutschland kennt, das wird in einem eigenen Kapitel über die Ummeldung eines Fahrzeugs nach Umzug beschrieben. Aber Tipps, wie man den Bürokratismus Brasiliens erträglicher machen kann, sind nicht beschrieben. Insofern bedient das Buch die Zielgruppe der Auswanderungswilligen nur am Rande. Zudem fehlt auch der eindeutige Hinweis, dass Brasilien längst kein Einwandererland mehr ist und insofern Einwanderer es heute erheblich schwerer haben als noch vor zehn Jahren.

Als „spannende Lektüre“ empfand ich das Buch nicht. Das Buch ist interessant. Das Buch beschreibt Gegenden und gibt merkenswerte Reisetipps.
Nur wenn sich für mich Spannung mal aufgebaut hat, so hat es der Autor geschafft, diese durch seine Ausdrucksweise zu reduzieren. Ich weiß nicht, wie oft ich die Worte „herrlich“, „köstlich“, „schmackhaft“ und „knusprig“ im Zusammenhang mit Essen oder „eisgekühlt“, „eiskalt“ oder „sehr kalt“ in Zusammenhang mit Bier lesen musste. Wie oft er sich Bier oder Kokosnuss-Wasser in den „Schlund geschüttet“ hatte, kann ich jetzt nicht sagen. Es waren viele, viele Male. Und das jedes mal erneut zu lesen, hat doch ermüdet.

Darüber hinaus nervten mich auch noch dann Wiederholungen: Beispielsweise findet sich in dem Buch dreimal an verschiedenen Stellen die Beschreibung, wie der Junge „Pedro“ einem undankbaren Holländer dessen Brille aus dem brauen Wasser eines Flusses gefischt hatte, nachdem jenem Tourist sie ins Wasser fiel. Und diese Beschreibungen waren fast identisch, ohne eine wirkliche Variation. Oder er schreibt über Jürgen Klinsmann in einem Zusammenhang, der in Deutschland schon längst keine Rolle mehr spielt, nachdem Klinsmann zweimal erfolglos Trainerjobs ausgefüllt hat.

Ebenso finden sich in dem Buch Rund-um-Schläge gegen verwöhnte deutsche Europäer, die nur ausgetretene Touristenpfade von Reiseveranstalter betreten möchten, und faule Brasilianer, die zwar höflich bedienen aber ansonsten keine europäische Ethik kennen. Es ist diese Art Überheblichkeit, wie ich sie schon bei anderen Auswanderern beobachten konnte. Eine Überheblichkeit, die die bedingungslose Lufthoheit über jeden Stammtisch sofort für sich einfordert. Ich spreche damit dem Autor nicht seine Kompetenz ab. Nur leidet darunter das Buch, wenn er fast generell kein Einfühlungsvermögen für unterschiedliche Positionen zeigt.

Der Sprachstil des Buches schwankt. Mal anspruchsvoll, dann wieder dahin gerotzt. Schreibt der Autor beispielsweise, wie er sich mit seiner Reisegruppe aufgrund des Fehlens von Trinkhalmen und Bechern „das frische Kokoswasser direkt ins weit geöffnete Maul“ gießt und zwei Sätze später schreibt er von „Reklame mit großmäuligen Qualitätsversprechen“ (bezogen auf ein gebrochenes amerikanischen Bärenmesser), dann ist das ganze nicht nur eine stilistische Blüte. Auf mich machte das eher den Eindruck einer sprachlichen Blutgrätsche als wirklich durchdacht. Solche Dinge mögen vielleicht sogar als Ironie gedacht gewesen sein, aber indirekte Hinweise, dass solche stilistische Blüten vorsätzlich begangen worden sein könnten, fand ich nicht.
Es scheint wohl dem Naturell des 66-jährigen Autors entsprechen.
Der Sprachstil ließ dann auch mehr auf den Autor blicken, als er von sich selber beschreibend frei gab. Aber ich kann mich meines Eindruckes ja auch irren.
Oftmals kratzt das Buch auch nur an der Oberfläche der brasilianischen Realität (jedes persönliche Gespräch mit Brasilianern bringt mehr soziologische Hintergrundinformationen zu Brasilien als dieses Buch).
Verwirrend ist auch, dass der Autor bei der Umrechnung der Landeswährung immer wieder zwischen Euro und D-Mark hin- und herspringt und das obwohl das Buch erst im Juli 2009 rausgebracht wurde.
Das Buch „Brasilien im Original“ von Peter Reinhold ist im Großen und Ganzen schon lesenswert. Der Autor steuert durch den Inhalt seines 10-jährigen Brasilienaufenthalts wie er seine Fahrzeuge durch unwegsames Gelände steuert.
Wer wissen will, welche persönliche Kämpfe der Autor in dem 10-jährigen Brasilienaufenthalt ausfechten musste, der wird nicht fündig.

Die Person „Peter Reinhold“ ist zwar der Motor des Buches, aber nicht Protagonist. Daher kommt das Schlusskapitel „Der Lack ist ab“ mit seiner Erklärung, warum der Autor mit seiner nach Europa zurück kehrte, auch genauso überraschend wie er manche brasilianische Regengüsse beschrieb: Völlig aus dem heiteren Himmel heraus.
In dem ganzen Buch fand sich nicht wirklich ein Hinweis, dass der Autor Probleme in Brasilien nicht souverän bewältigen und lösen könnte. Umso überraschender ist dann im Schlusskapitel die Verkündigung vom Ende des Brasilienaufenthalts.
Im Vergleich zu den ganzen beschriebenen Rückblenden auf des Autors schlechte Erfahrungen mit Deutschland und dessen Nachteile war die Erklärung für die Motivation nach Europa zurück zu kehren schon verdammt dünn.

Und auch hier taucht dann die weitere Schwäche des Buches auf. Seine Frau ging mit. Einfach so. Spannend wäre gewesen, auch von der Position seiner Frau und den Diskussionen zwischen den beiden zu erfahren. Aber in dem ganzen Buch findet ein Dialog zwischen dem Autor und seine Frau nicht statt. Die Frau des Autors taucht nur als beobachtetes Objekt auf.
Und auch die Lebensverhältnisse des Autors werden nie beschrieben. Über die Schicksale anderer deutschen Auswanderer erfährt der Leser mehr Details als über die ökonomischen Wirtschaftsbedingungen des Autors. Es muss nicht sein, aber interessanter wäre es schon gewesen. Denn in jedem Brasilien-Forum findet sich hierzu mehr als in jenem Buch.
Ach ja: Positiv fand ich definitiv, dass Rio de Janeiro in dem Buch nicht existierte. Dieses Reiseziel hat er sich und dem Leser zugunsten anderer guten Detailbeschreibungen erspart.
Wer nach Reise-Alternativen in Brasilien sucht, der wird in dem Buch garantiert fündig. Der Werbetexter Perter Reinhold hat seine Arbeitsprobe mit diesem Buch geleistet. Meine Anerkennung.
Wer Auswanderinformationen und behördliche Details in dem Buch sucht, wird nicht direkt fündig. Als Behörden-Reiseführer Brasiliens ist das Buch absolut ungeeignet.

Zusammenfassung
Auf einer Schulnoten-Skala zwischen 1 und 6 gebe ich dem Buch eine „3“ mit Tendenz zur „2“. Ausschnittsweise werde ich das Buch sicherlich noch lesen, aber sicherlich nicht in seiner Gänze.

Nebenbei:
Das Buch hat der Autor seiner brasilianischen Frau Tina gewidmet. Ob sie überhaupt ein bisschen deutsch? Im Buch erfährt der Leser es jedenfalls nicht.
Das Buch „Brasilien im Original“ findet sich bei Amazon hier.

Die Quintessenz

Je weniger man weiß, um so mehr muß man glauben.
Glauben ist einfacher als denken.

Verboten

Wir schreiben das Jahr 2009. Große Bedrohungen erfordern heroische Taten.
Das Volk zittert, aber die Regierenden handeln.
Das Volk bibbert, aber die Regierenden setzen Verbote.
Es tönt landauf landab ein Heulen und Zähneklappern, und die Regierenden verteilen „Oropax extra stark“.

Es ist Mai 2009.
Genauer gesagt die Woche um „Christi Himmelfahrt“.
Die Woche, in der Teile des Volkes erneut mit einem rigorosen Verbot geschützt werden musste.

Manche Männer feiern in jener Woche des Tages „Christi Himmelfahrt“ ihren „alternativen Vatertag“. Jedoch nicht alle dürfen enthemmt feiern.
Nur ein paar Wissenschaftler bleiben eingeschlossen und bekommen zum Troste von ihren Arbeitgebern ein Erfrischungsgetränk gratis. Ungekühlt und alkoholfrei. Dafür aber klebrig süß. Man ist ja nicht unmenschlich.

Aus purer Boshaftigkeit analysierte dann so ein Wissenschaftler nicht die Unbedenklichkeit der neusten Psychopharmaka in Hinblick auf das Betäubungsmittelgesetz, nein, sondern jener füllte einfach das Getränk in seinen Analysator. Dort gluckerte und blubberte das Getränk vor sich hin und der Wissenschaftler schaute seinem geschenkten Gaul ins Maul. Kurzum, die Alarmlichter gingen an und Sekunden später schützen die Regierenden deren Volk.

Höchste Gefahr im Verzug:
Zum Schutze der Volksgesundheit wurde „Red Bull Cola“ in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Bayern und Rheinland-Pfalz sofort verboten. Jetzt aber nicht, weil da in der Dose eine hohe Zuckerkonzentration geherrscht haben könnte. Nein, viel bedrohlicheres wurde entdeckt: In der Dose Red Bull Cola wurden 0,13 Mikrogramm Kokain gefunden, also 0,13 Millionstel Gramm mehr als nach dem Betäubungsmittelgesetz überhaupt zulässig ist.
Um die Gefährdung dieser Konzentration sich vor Augen zu führen:
Bei dem Verzehr von des Inhalts 7.000 Dosen jener Limonade in kürzestem Zeitraum würde das Kokain seine gefährliche Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem entfalten. Um mit einem mittleren Kokain-Konsumenten mithalten zu können, müssten man allerdings schon 20.000 Dosen in sich rein schütten (Quelle: Bundesinstituts für Risikobewertung am 25. Mai gegenüber dem FOCUS-Magazin).
Andererseits würde der Kokain-Drogenabhängige auf ein gleiches Niveau kommen wollen, wie der Red-Bull-Cola-Säufer, der Drogenabhängige müsste entsprechend 625 Kg Zucker in der gleichen Zeit in sich reinschauffeln.

Nebenbei:
20.000 Dosen entsprechen 2.698.000 kcal. Bei einem angenommenen Umsatz von 1800 kcal täglich pro Erwachsenen hat man zusätzlich zum Kokain-Vollrausch auch noch die nächsten 4 Jahre kalorienmäßig ausgesorgt. 4 Jahre keine Ausgaben mehr für Lebensmittel und das alles nur weil man einmal mutwillig einen Kokain-Vollrausch haben wollte.

Aber es geht ja auch noch anders.
Erheblich kalorien-schonender.

Die Euro-Geldscheine in Deutschland haben einen Kokain-Gehalt von über 50 Mikrogramm. Grob gesagt 400 Mal mehr als eine Dose „Red Bull Cola“. Oder anders ausgedrückt: Wenn man 50 10-Euro-Scheine intensivst abschleckt, müsste das für einen Kokain-Vollrausch völlig ausreichen. Und man hätte sich zusätzlich dann auch noch all die schrecklichen Nebenwirkungen eines Kokain-Abhängigen wie kaputte Nasen-Schleimhaut etc erspart. Gut, man hätte Mundfäule aber dagegen gibt es „Listerine ultra forte“ im praktischen Handtaschenformat. Ein Schluck Mundwasser und schon ist alles wieder im Grünen in Sachen Rausch.

Falls aber jemandem 50 Euro-Scheine zu viel sind, ein kleiner Hinweis:
In Spanien sind die Scheine fünf mal stärker kontaminiert.
Das heißt: Zehn 10-Euro-Scheine am Ballermann auf Malle gründlich abgeschleckt und schon lassen sich die kleinen Explosionen unter Polizeifahrzeuge und Toiletten gleich viel besser ertragen.
Oder man fährt gleich in die USA. Seit der Krise sind dort die 10-Dollar-Scheine noch einen Tick stärker belastet als der Euro. Die Leute leiden unter der Krise mehr als hier und schnupfen daher auch mehr in den dortigen Krisenzentren. Es wurden bereits Dollar-Scheine mit einer fast neun Mal höheren Kokain-Belastung gefunden als bei den lumpigen Euro-Scheine in Spanien.
Das bedeutet: Wenn man nach USA fährt, dann gleich rüber nach Detroit, da wo GM insolvent gegangen ist und Chrysler noch auf der Intensivstation liegt. Dort sich dann zwei krisenbewährte, gebrauchte 10-Dollar-Scheine über die Zunge zergehen lassen und der Tag ist dein Freund.

Dumm ist es jetzt allerdings, wenn man vom Shopping aus New York zurück kommt und noch Dollarnoten bei sich hat und dann der Drogenhund deswegen am Frankfurter Flughafen anschlägt. Dann droht Geldentzug und Knast. Schön ist das nicht.

Allerdings sollte sich jeder im Klaren sein, Kokain ist nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten und wird grundsätzlich von jedem Polizisten eingezogen. Also vorsehen bei der nächsten Personenkontrolle der Polizei, dass man kein Scheingeld dabei hat. Es könnte aufgrund des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingezogen werden. Da wird man schnell arm.

Das einzige, was dagegen hilft, ist sofort zur Bank und seine Bargeldscheinreserven einzahlen. Die Bank wird er einem danken. Bei den nächsten Börsenspekulationen im Kokain-Vollrausch …

Das ARD-Studio Rio de Janeiro grüßt aus der Hängematte …

Mal ein Hinweis auf einen ganz anderen Blog.

Den „Tagesschau“-Blog.

Der behandelt nicht nur Themen rund um die „Tagesschau“-Themen, sondern es schreiben auch noch andere verschiedener ARD-Studios mit.

Seit heute findet sich dort ein Reisebericht, der lesenswert ist. Hinweise auf diesen Bericht finden sich weder in fast arrivierten Foren (wie z.B. brasilienfreunde.net) noch in qualitativ sehr guten Foren (wie z.B. in Brasil-Web, noch in auf Brasilien spezialisierte Blogs (z.B. Brasil-Blog). Aber vielleicht wird es sich ja auch noch bis dahin herum sprechen.

Im Tagesschau-Blog schreibt der ARD-Korrespondent (und ARD-Studioleiter Rio de Janeiros) Tommy Aders den ersten Teil über seine Erfahrungen einer längeren Amazonas-Reise. Der Bericht heißt „Abenteuer Amazonas – Teil 1: Schlafen“ und findet sich

hier.

Link anklicken und mitfiebern. Eine Nacht auf dem Fluss „Rio Negro“ ab Santarem durch das Amazonas Becken.

Viel Spass beim Lesen!

Flieger, grüsst mir die Sonne … für Zwischendurch …

Nur ein kleiner Witz:

Sitzen die Passagiere im Flugzeug und warten auf die Piloten.

Schließlich erscheinen Kapitän und Copilot. Beide scheinen blind zu sein. Der Kapitän benutzt einen Blindenstock und der Copilot einen Blindenhund. Beide tragen riesige Sonnenbrillen, die die Augen verdecken.

Anfangs reagieren die Passagiere gar nicht darauf, da sie denken, es sei ein Witz. Nach einigen Minuten beginnt das Flugzeug auf der Startbahn loszurollen. Es wird immer schneller und die Passagiere beginnen Panik zu bekommen. Als das Flugzeug dem Ende der Bahn näher und näher kommt, fangen die ersten Leute an zu schreien.

Als das Flugzeug schliesslich nur noch wenige Meter vom Ende der Bahn entfernt ist, fangen die Passagiere alle auf einmal zu schreien an. Im allerletzten Moment hebt es ab.

Im Cockpit seufzt der Copilot erleichtert auf und sagt zum Kapitän:
„Weisst du, eines Tages werden die Passagiere mal nicht schreien und wir werden alle sterben.“

Fake der Woche: Finanzkrise trifft Bayern München

Uli Hoeness hat es heute der Presse mitgeteilt, dass die Finanzkrise den Profi-Fussball erreicht hat.

Er hat jetzt für seine Spieler Kurzarbeit verfügt. Pro Halbzeit werden die ab demnächst nur noch 35 Minuten spielen.

Kneipengespräch: Wat mutt, dat mutt

Tresen 1 - klick mich an fuer die Grossansicht

Das Weissweinglas schwitzt. Kondensperlen rennen das beschlagene Glas herunter. So muss es sein. Wäre es nicht so, ich würde den Wein zurück gehen lassen.

– Wie? Kein Kölsch?
– Nein. Der Wirt hat ne Kiste portugiesischen Vinho Verde. Lecker, sag ich dir. Einfach nur lecker.

Ich nehme bedächtig einen Schluck. Nur nicht zu schnell, nur nicht zu langsam, das richtige Timing ist erforderlich, denn sonst hätt ich mir auch nen Riesling hinter die Binde spülen können.

Das goldgelbene Nass fällt auf meine Zunge und …

Jung, spritzig, leicht!, schreien sie jetzt begeistert, die Geschmacksknospen meiner trockenen Zunge. Mein Gehirn meldet La-Ola-Wellen aus dem Mund.
Die Kehle meldet sich empört und erinnert, dass sie nicht den Wein genießen möchte, der dauernd über die Zunge gerollt sei. Der wäre zu warm.

Der Weissweinstrom setz seine Pilgerreise in den hinteren Gaumen fort. Das Zäpfchen jubiliert und der Gaumen wird vor Freude blutrot.
Allenthalben Begeisterungsstürme der Geschmackspapillen.
Der Strom erreicht die Kehle und rennt immer noch kühl gen Magen. Ein berauschendes Gefühl …

– Es geht aber nichts über ein kühles frisch gezapftes Kölsch!

Ich schaue sein Glas an. Auch jenes perlt. Er schließt die Augen, setzt an und …

– Wo warst du eigentlich die letzte Zeit?

Er schluckt langsam und genussvoll und öffnet die Augen.

– Aaaah. Das erfrischt. Nun, ich war in London.
– London? In der Kölsch-Diaspora?
– Wat mutt, dat mutt.
– Wat hasse da jemacht?
– Ich wollte mal wissen, wie man sich so fühlt, wenn man vor Menschenmassen Reden hält.
– In London?
– In London.
– Im Millennium Dome?
– Iwo. Im Hyde Park.
– Im Hyde Park?
– Speakers Corner.
– Ach komm.
– Doch. Da steht man und hält Reden und wen es interessiert, der hört zu.
– Du witzelst. Worüber haste denn geredet?
– Politik. Über die große Politik.
– Der englischen?
– Nö.
– Die der EU?
– Nö. Über die deutsche Politik.
– Du bist betrunken. Die ist nicht groß.
– Doch ist sie. Und sie hat deswegen ja auch ne entsprechende Koalition gebildet.
– Und worüber haste geplaudert?
– Geredet! Über die soziale Marktwirtschaft. Und über den Sinn von Bildung.
– Aha. In England. Sehr sinnvoll. Und haben sie dir aus sozialem Marktwirtschafts-Mitleid freiwillig was von der deutschen Lehman-Brother-Millionen ausgehändigt? Hat dich überhaupt wer verstanden?
– Ich glaub nicht. Die sprechen dort kaum Kölsch, vermute ich.
– Hätt‘ mich auch verwundert. Und du wurdest dort also zum Straßenfeger Londons?
– Läster du nur. Es hielten zwei Limousinen an und haben meine Reden aufgenommen. Eine war eindeutig aus Bayern. Schwarzer 7er BMW, mit getönten Scheiben. Sah mir aus wie eine von der Münchener CSU …
– Quatsch, sicherlich Schlapphüte aus Pullach. BND.
– … und die andere war ein schwarzer Audi A8.
– Okay, hast recht. Der BMW ist ein 750Li, Seehofers erster Dienstwagen. Wahrscheinlich hat er dir aus dem zugehört. Und im Audi A8, Seehofers Zweit-Dienstwagen, saß sein Staatssekretär und hat deine Reden mitschreiben müssen.
– Wie? Was? Der Seehofer hat zwei Dienstwagen? Einen Audi und einen BMW?
– Ein BMW und ein Audi kommen gemeinsam zum Einsatz für den bayrischen Ministerpräsidenten, damit sich keiner der beiden bayerischen Hersteller benachteiligt fühlt, hatte ja bereits damals schon Regierungssprecherin Daniela Philippi erklärt. Klassischer Kölscher-Proporz in München.
– Wie? Das ist ja schlimmer als die Gesundheits-Schmidt.
– Ein Mini-Präser aus Bayern darf das. Dafür hat ihn sich ja das bayerische Volk wahltechnisch übergestülpt. Mach dir keine Gedanken. Die Presse macht sich ja auch keine.
– Richtig. Wir denken nicht, wir geben zu denken.
– Eben. Bayern steht über allem, da werden nicht Positionen überdacht, sondern maximal Stadien.
– Weisste, ich liebe Seehofer, weil er kein zu heikles Gewissen hat. Daheim die Frau schmachtend im Bett am Warten und er zieht sich aus anderen Mäträzen zurück.
– Und ich liebe von Guttenberg, weil der überhaupt kein Gewissen hat und einfach Ideen von anderen kopiert und sie dann als Eigenleistung ausgibt. So wie mit der Zwangsverwaltung insolventer Banken durch die Steuerkasse. Der Schmarrn wurde schon bereits im März auch von der CDU/CSU abgelehnt.
– Das klassische Beispiel. Guttenberg lässt sich von einer Anwaltskanzlei Gesetze vorschlagen. Outsourcing im klassischen Sinne.
– Nur teuer. In Indien geht das billiger.
– Man sagt sich ja, wenn beim von Gutenberg das Telefon klingelt, dann streicht er sich erst mit dem Kamm durch die Haare, bevor er den Hörer abnimmt.
– Er macht Westerwelle Konkurrenz.
– Keine Chance, das „Clearasil“ und „Oil of Olaz“ Forschungslabor erprobt seine Produkte ausschließlich mit Westerwelle. Da droht dem nichts.
– Außer 18%. 18% auf alles. Außer Tiernahrung. Dafür hat sich Möllemann mit dem Gewicht seiner ganzen Person bis zuletzt eingesetzt!
– Hat eigentlich der geschädigte Bauer vom Getreidefeld liberale Entschädigung für den Aufschlag Möllemanns erhalten?
– Ja, einen Gedächtnisstein im Roggenfeld. Die Mähdrescher müssen jetzt aufpassen, dass nicht noch mehr Schaden angerichtet wird.
– Möllemann, the catcher of the rye.
– Es lebe der Zentralfriedhof.
– Du bist ein Zyniker. Einem Bauer ist jeder Acker heilig.
– Nein, ich meinte nicht den von ihm extra spektakulär neu eingeweihten in Marl, sondern den in Münster, dem von Appelhof.
– Jaja, seitdem streicht der Möllemann durch die FDP wie der Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.
– Das waren aber keine Äpfel vom Hof seiner Gemahlin sondern Birnen vom Strand.
– Na und? Er war ja auch Vize-Kanzler vom Kohl, der deutschen Glüh-Birne ohne Glühfaden. Da darf die FDP auch mal fordern, dass Glühbirnen nicht EU-weit verboten werden.

Ich erhob mein Weissweinglas. Wenn einem soviel blödsinniger Quatsch erfährt, das ist ein Vinho Verde wert.
Er erhob sein Kölsch-Glas und drehte sich zu mir.

– Ich hab mir den neusten EULENSPIEGEL gekauft.
– Nicht möglich. Soviel Geld haste zur Verfügung?
– Wat mutt, dat mutt.
– Und?
– Du musst dir den Mittelteil rausfischen!
– Wieso?
– Deutschland sucht den Superkanzler! Demnächst auch in ihrem Wahllokal Ende September!
– Bis dahin wird noch viel Wasser der Berliner Spree runter fließen. Und bis dahin werden von einem auf dem nächsten Tag von SPD, CDU/CSU, FDP, Grüne – und wie sie alle heißen – noch ganz andere Standpunkte vertreten.
– Das mag schon sein, aber schließlich kann keiner die Parteien daran hindern, jeden Tag klüger zu werden.
– Oder die Wähler zu verdummen.
– Hauptsache, die CDU gewinnt und maximal die FDP darf dann mitspielen.

Das Gespräch ist an seinen Endpunkt angekommen. Die Witzeleien verpufft. Die Vorausahnung, dass die Wahl schon jetzt bereits entschieden sein könnte, lähmt jeden weiteren Gedanken.

Die Wasserperlen rannen nicht mehr, der Vinho Verde war getrunken, das Glas jetzt leer.
Kommentarlos stellt mir der Wirt ein kühles Kölsch hin und hält in seiner Linken eine weitere Kölsch-Stange.

– Der Tisch da drüben hat die Restbestände vom Wein aufgekauft. Ich denke, du magst dann sicherlich das Traditionelle. One for you, one for me. Prost.

Der „Tisch da drüben“ feiert offenbar den Sieg von 1860 und die Weingläser klingen in Dur, fast so als ob Podolski zum zweiten Male nach Köln zurück gekehrt sei.

Ich schaue auf mein Kölsch. Es schwitzt.
Im Moment ist mir gar nicht nach Kölsch.
Mein Partner ist in regungsloser Starre vor seinem Kölsch verfallen.
War da was zuvor? Irgendein Gespräch?

Die Boxen spielen ABBA „Chiquitita“ und die prinzipielle Frage am Anfang des Lieds, was denn falsch liefe, Chiquitita.

Ich schaue auf die Uhr.
Zeit für heimwärts, Zeit den Superstars im Internet hinterher zu forschen.

DSDSuperkanzler

Poster abfotografiert aus dem Satiremagazin EULENSPIEGEL Ausgabe 08/09 (56./64. Jahrgang ISSN 0423-5975 86514)

Der Zahn der Zeit

Duro

Anfangs sah es aus wie eine dichte Reihe von Vogelhäuschen.
Ungewöhnlich, dachte ich mir. Es wäre mir neu, dass sich eine Großstadt um ihre Vögel sorgen würde, außer die sind in einem zoologischen Garten beheimatet.
Das Ganze ist eingezäunt, aber nicht sonderlich gesichert.
Am Zaun fand ich dann ein Hinweisschild:

Steinzerfall

Schade, dass sich die Internetseiten des Bochumer Bergbaumuseums nicht öffnen lassen. Seit wann der Versuchsaufbau existiert, fand ich nirgendwo. Leider.

Das ganze aus der Luft betrachtet findet sich auch bei Google Maps hier

Denk-mal

Ein kleines Rätsel:
Beim Schlendern über eine außer Betrieb gesetzten Trambahn-Bus-Verteilerstelle bot sich mir das nachfolgende Bild.

Was ist das?

Duro

Das kleine Banken-Einmaleins

Angenommen ich wär ne Bank. Und ich bräuchte mal eben 50 Millionen Euro. Was mach ich dann?

Gut, ich gehe am besten zu zwei anderen Banken und leihe mir von denen jeweils 25 Millionen Euro.
Somit habe ich meine 50 Millionen. Aber ich habe auch 50 Millionen Euro Schulden.

Also kaufe ich mir von den 50 Millionen mal auf der Schnelle 45 Millionen Euro Wertpapiere.
Von den restlichen 5 Millionen verleihe ich 3 Millionen Euro an eine dritte Bank.
Von den mir verbliebenen 2 Millionen Euro gebe ich jeweils 1 Millionen Euro an die beiden Banken zurück.
Somit habe ich bei den Banken nur noch jeweils 24 Millionen Euro Schulden. Insgesamt also 48 Millionen Euro. Also verkaufe ich dann die Wertpapiere, wenn ich 48 Millionen Euro Inwertstellung erreicht habe.

Von den noch ausstehenden 3 Millionen Euro werde ich die verbliebenen 2 Millionen Euro Schulden bezahlen.
Von der durch die Verleihgeschäfte gewonnenen 1 Millionen Euro kann ich mir dann ein Häusle bauen.

Mache ich 100 solche Geschäfte bis zum 31. Dezember habe ich ein hübsches Sümmchen Rente auf mein Konto, worum mich jeder beneidet, un zwar 99 Millionen Euro (logo, brutto, nicht netto).

So einfach geht das.

Oder doch nicht?

Wo liegt der Fehler?

Oder schreibe ich euch das in tiefer Reue als Ex-Banker der HRE?

Prominente durch Schweinegrippe bedroht (Fake der Woche)

Es ist die Meldung, die die Redaktionen von „Punkt 12“, „total“, „Brisant“, „Prominent“ und „taff“ aufgeschreckt hat:
Wie uns Mitarbeiter, die ihren Namen nicht nennen wollten, mitteilten, bedroht die Schweinegrippe – auch unter dem Namen „H1N1“ bekannt – auf Mallorca nicht nur normale Touristen sondern inzwischen auch schon völlig harmlose, unschuldige Prominente.

„Wenn uns wegen der Schweinegrippe unsere Prominenten wegsterben sollten, dann sind in unserer Redaktion nicht unerheblich wenige Arbeitsplätze bedroht“, erklärte uns Alfred T., ein Leiharbeiter aus der Pro7-Redaktion.

Alfred T.’s Befürchtungen sind nicht unberechtigt. Noch ist kein Prominenter der A-, B- oder C-Klasse erkrankt oder gar gestorben, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es weniger Promis als normale Menschen gibt. Und gerade wegen deren geringen Anteil an der Normalbevölkerung sind Promis besonders durch die Krankheit bedroht.

Auch Petra F., Mitarbeiterin aus einem ARD-Vorabend-Boulevardmagazin, deren Name sie nicht genannt haben wollte, erklärte uns: „Es ist absolut berechtigt, sich darüber Sorgen zu machen. Wenn uns die Promis an der Schweinegrippe wegsterben, dann wird sicherlich darüber diskutiert werden müssen, ob Redaktionsstäbe nicht unerheblich verkleinert werden müssen, ob Mitarbeiter freigesetzt werden müssen. Die Schweinegrippe bedroht unseren Berufsstand.“

High Society-Expertin Klara Denk: „Ja, aufgrund ihres Standes sind auch Adlige und Promis nicht automatisch vor Krankheiten geschützt. Insbesondere herrscht ja hier eine Gefahr, dass die C-Promis den ganz normalen Menschen begegnen wollen, um sich ihren Promi-Status zu versichern, und sich dadurch Krankheiten einfangen und diese dann sukzessive an B-Promis und diese dann an A-Promis und Adlige weitergeben. Insofern herrscht wirklich schon eine Beunruhigung auch in Königshäusern. Denn nicht alle Königshäuser haben ihre Erbangelegenheiten eindeutig geklärt.“

Mittlerweile soll Lorenzo Loriella London – bekennende, bekannte Transe aus den DSDS und dem DschungelCamp – bereiterklärt haben, sich als erster Promi mit der Schweinegrippe anstecken zu lassen, damit ein Kamerateam den Verlauf der Krankheit für deren Fernsehzuschauer dokumentieren kann. Als Bezahlung soll er/sie/es sich eine Silikonaufpolsterung seiner Pobacken ausgehandelt haben.

Wir bleiben für Sie am Ball und berichten sobald Lorenzo Loriella London bei dem Selbstversuch gestorben sein wird.

Guten Tag.

Insolvenz – ein Laden hört auf zu existieren

Ausverkauft

Schluß, aus und am 14. August vorbei. Der Laden sieht geplündert aus.

Verkaufspersonal mit resignierten bis depressiven Mienen. Von Kundenfreundlichkeit nicht den Ansatz einer Spur, aber auch nicht von Arroganz.
Einfach nichts.
Horror vacui.
Greifbare Teilnahmslosigkeit.
Keiner macht unbedingt mehr, als er muss.

Eine Kundin schimpft darüber, und dass sie demnächst woanders einkäuft. Die Verkäuferin hört ihr nur mit halbem Ohr zu und sagt nichts, verzieht keine Miene.

Rabatt auf jeden Artikel von 30 bis 50 Prozent und es gibt beileibe nicht nur Billigramsch, wo es in den Regalen noch was gibt. Ich mache meine zwei, drei Schnäppchen. 50 Prozent gespart.

Die Kosmetikabteilung ist ausverkauft. Nur unter den Regalen auf dem Boden finden sich noch Restposten. Die Verkäuferinnen interessiert es nicht, nur eine Kundin bemerkt das „versteckte“ Lager und ein Kaufhausdetektiv beobachtet die Bodenaktion der Kundin interessiert.

Die Verkäuferin erzählt mir auf meine Nachfrage stockend, dass sie am 15. arbeitslos sein wird. Keine Transfergesellschaft wird sie auffangen. Und kein neuer Job im Anschluss. Nur das undankbare Arbeitslos-Los. Ihren Kollegen wird das gleiche bevorstehen.

Ein Geschäft von HERTIE schließt.
Öffentliches Sterben mit Rabatt und sanfter Kaufhaushintergrundmusik a la Kuschelrock.
Paradox, aber nicht absurd.
Irgendwie nicht wirklich unwirklich, aber trotzdem irgendwie wirklich irreal:

Kaufhaussterben in Deutschland.

Die gepflegte Panik

Von der Leyen: Mir geht es jetzt um den Kampf gegen die ungehinderte Verbreitung von Bildern vergewaltigter Kinder. Der Straftatbestand Kinderpornografie ist klar abgrenzbar. Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten. Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann. Wo die Würde eines anderen verletzt wird, endet die eigene Freiheit. Welche Schritte für den Schutz dieser Grenzen notwendig sind, ist Teil einer unverzichtbaren Debatte, um die die Gesellschaft nicht herumkommt.

Quelle: abendblatt.de

Frau von der Leyen in Höchstform der Gedankenlosigkeit?
Schon heute ist „hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen“ rechtlich verfolgbar (und wird es auch) und „ein rechtsfreier Chaosraum“ existiert so nicht. Vielleicht sollte Frau von der Leyen sich mal ein wenig genauer informieren.

Sicherlich wird nicht jeder Mobber, Beleidiger oder Betrüger rechtlich verurteilt werden können, weil er nicht ermittelbar ist. Aber da steht das RL (= real life) dem VL (=virtual life) im nichts nach.
Obige Aussagen der von der Leyen implizieren einen Handlungsbedarf, den es so nicht gibt. Es erinnert eher an einer zur Zeit viel geliebten, grassierenden „Verbieteritis“.

So wie die Flatrate-Bordelle in Deutschland zu verbieten. Aus moralischen Gründen. Weil unmoralisch. Und dann auch noch weil Zwangsprostituierte drinnen sein sollten. Und die Prostituierte rechnerisch 60% mehr verdienen würden als ein Hartz-IV-Arbeiter. Und auch noch alles machen müssen für den Kunden … so wie vom Arbeitsamt vermittelte Hartz-IV-Arbeiter …

Die Polizei durchsuchte auf Veranlassung von Politikern diese Lokale auf illegale Verhältnisse, wurde aber nicht fündig. Geschlossen wurde diese dann mit Hinweis auf deren hygienischen Verhältnisse. Da dürften jetzt viele Hallen- und Freibäder und Fitness-Studios jetzt auch schon anfangen zu zittern, denn was meine Erfahrungen schon dort waren, das war alles andere als hygienisch. Oder doch nicht zittern, denn moralisch sind Hallen- und Freibäder und Fitness-Studios einwandfrei. Da können Klos und Duschen noch so beschissen sein …

Ach ja, nebenbei hat die Polizei dann noch 200.000 Euro von dem Bordellbesitzer (und rechtlicher Arbeitgeber!) eingezogen wegen dem Verdacht auf Sozialabgabenhinterzieherei. Das nur am Rande. Verdacht reicht ja gegen solche Etablissements. Hat man dem Zumwinkel eigentlich zuvor auch gleich sein ganzes Vermögen eingezogen? Nicht? Okay, Zumwinkel war ja auch kein Bordellbesitzer sondern arbeitete in einem anständigen Betrieb, wo er den Staat betrog …

Aber die Hauptsache in der letzten Zeit ist, es wird verboten, was Politikern nicht passt. Oder wovon die wenig Ahnung haben. Denn dann fällt deren Ahnungslosigkeit nicht auf.

Nur, richtig und fundiert gegen Missstände anzugehen, dass ist dann doch zuviel Arbeit für die Politiker. Da wird es diesen zu kompliziert. Lieber ein Stopp-Schild auf dem Monitor, als den Verbrechern direkt hinterher zu forschen und diese einzubuchten.

Aber ich wette, Frau von der Leyen benötigt noch die ein oder anderen Bildungsdienstreisen nach China. Denn die chinesische Regierung hat schon das voll unter der Kontrolle, was hier den Politikern noch völlig unkontrolliert durchs eigene Land rennt:
Die eigene Bevölkerung.