Zu Ostern, die Unvollendete …

»Ein Ei! Ein Ei! Ein Ei!«

Lang ist’s her. Wenn mein Vater die Eier, Osternester, Osterhasen und Zusatzgeschenke im Garten versteckte, dann mussten wir ins »Beste Zimmer«, in welchem die Rollladen heruntergelassen waren. Die Anzahl der gefärbten Eier waren die einzige bekannte Konstante beim Suchen. Denn am Vortag hatten wir die Eier gefärbt. Wir? Eigentlich nur ich, unter Obacht meiner Mutter. Weil mein Bruder das als Kinderarbeit ansah und er doch schon so erwachsen war.

Und Eier, die wollte er eigentlich nicht suchen, das überließ er im Garten mir. Aber eigentlich doch nicht. Denn uneigentlich fand er immer exakt die Hälfte plus eins. Generell von allem immer die Hälfte plus eins. Und nachher verkündete er am Mittagstisch triumphierend, er habe mehr als ich gefunden, um mich dann mit einem abgrundtief verachtenden Blick zu strafen. Daher war es ihm auch immer wichtig, en passant das spezielle Geschenk meiner Eltern an mich zu finden: »Hey, hier ist deins. Ich hab’s grad gefunden. Vielleicht kannst du den Mist gebrauchen.«

Osterfeste kamen und gingen. Viele sind nicht mehr speziell in meiner Erinnerung. Außer jenes Osterfest, als Schnee lag. Mein Vater verlagerte das Ganze ins Haus. Weil Spuren im Schnee alles verraten hätten. Wir mussten auf unsere Zimmer warten. Die Sucherei erfolgte im Haus. Im Besten Zimmer und in der Küche und im Flur. Das letzte Ei fand mein Bruder. Abends. Er hatte sich drauf gesetzt. Es war aus Schokolade und schmolz dahin, als er es ohne zu wissen ausbrütete. Von hinten sah er aus, als ob er …

Klar, er gab mir die Schuld. Weil ich darüber gelacht hatte. Und wer lacht, ist Schuld. Mein Vater hatte auch gelacht, aber mein Bruder war körperlich noch nicht stark genug und ich war der Schwächste. Er meinte, ich hätte es absichtlich dort versteckt, dort, wo er immer doch saß, um fernzusehen. Dort versteckt, damit er danach aussehen sollte, als ob er sich in die Hose gekackt hätte.

Die Schuld hatte ich freilich abzuzahlen: so wie er es zwischenzeitlich in der Schule von seinen Klassenkameraden gelernt hatte, schlug er mir zur Strafe mehrfach hart auf den Oberarm. Aber erst, als er sich sicher war, dass meine Eltern es nicht sahen. Faustschläge auf den Oberarm schmerzen nachhaltig. Das hatte er in einem Gymnasial-Kurs gelernt. Ein Kurs, der in den großen Pausen auf dem Pausenhof unter den Schülern selber unterrichtet wurde. Kursinhalt: »Wie werde ich bei meinem Geschwistern zum Alpha«. Passender Inhalt für eine christlich humanistischen orientierte Schule …

Eier. Hauptsache Eier. Und irgendwann war dann auch dieser Such-Spaß zu Ostern vorbei. Es wurde nicht mehr gesucht. Weil Bruder mit Kinderkram nichts mehr zu tun haben wollte. Selbst in seiner Klasse mache das eh niemand mehr. Vox populi, vox Rindvieh. Wie in der Schule gelernt, so zu Hause umgesetzt. Zudem fände er bekanntlich doch immer alles, ich hätte mir noch nie Mühe gegeben, überhaupt etwas zu finden.

Abends war es Tradition noch zum Osterfeuer im Dorf zu gehen. Osterfeuer war cool. Auch für ihn. Es war kalt, das Feuer heiß und es knisterte und krachte so schön. Der Rauch dazu kam nebenbei nicht aus dem Weihrauchfässchen vom Priester, der es beim Entzünden segnete, sondern von den Reifen unterm Holz. Gummi brennt halt andauernd und macht schön Rauch. Und weil der Priester den Haufen Reisig-Holz-Papier-Reifen-Sprit geweiht hatte, konnte jener Rauch – als ihn Fackeln in Brand steckten – ohne Probleme als Weihrauch gelten.

Der Herr hat’s gegeben, also Reisig, Holz, Papier, Reifen und Sprit (in Form von steuerlich vergünstigtem Landwirtschaftsdiesel), der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gepriesen. Daher soll er auch mit den Konsequenzen leben, dass Reifen rauchen. Ansonsten kann er dorthin gehen, wo der Pfeffer wächst. Also nach Südindien. Da, wo es so heiß ist, dass es keine Sau ertragen kann, auch noch durch eines der Dörfer dort getrieben zu werden. Genau. So heiß wie in der Hölle. Wo der Pfeffer wächst. Also zum Beelzebub. den Herr der Fliegen, dem Satanas, jenem gefallenen Engel, dem Luzifer. Dahin könnt er sich verziehen, also jener Herr, wenn es ihm nicht passe.

Heute sind alle aufgeklärter und es wird über jene Vorstellung eines Beelzebub oder Satans nur mitleidig gegrinst. Der Teufel ist was für Anfänger und andere Milchbubis. Heute hasst man aufgeklärter. Man weiß, dass die gefallenen Engel sich re-inkarnierten, und zwar in jene Klimakleber, jene Klimaerklärbären, jene Grünen. Jeder weiß, dass kein gewisser ‘Lucifer’ der Hölle vorsteht, sondern man ist aufgeklärt: Klimaprotestler – jawohl – die sind die Vorsteher der Hölle. Das weiß inzwischen auch mein Bruder. Als Grüner gefällt ihm dieser Gedanke zwar ganz und gar nicht. Also wurde er wieder praktizierender Christ und erklärt, dass das Böse personifiziert als Antichrist an allem Schuld ist. Und die Inder in Südindien. Weil, die könnten auch mal CO2 reduzieren, statt den Untergang der Welt zusammen mit den Nordindern, China, USA und Europa heraufzubeschwören. Oder so. Naja, fast so ähnlich.

»Ein Ei! Ein Ei! Ein Ei!«

Vielleicht wäre der Satz irgendwann mal aus meinen Gedanken verschwunden. Aber da war jene Frau am Ostermorgen mit ihren Lippenstift in meinem Bett. Als sie putzmunter aufwachte und gleich wieder auf 180 war.

Aber das ist ne andere Geschichte.

Eine Geschichte von Lust, Laster und Lachen. Nicht wie diese hier. Jene würde ich gerne erzählen. Genau so ausgiebig, wie die Geschichte über das Vollei, welches mein Bruder ist. Nur ist jene Geschichte nicht jugendfrei. Also lass ich’s. Lediglich eine rein technische Bemerkung noch: nicht jeder Lippenstift geht gleich beim ersten Waschen aus Bettwäsche raus und manche sind auch beim Duschen noch der Seife gegenüber resistent…

Inzwischen bin ich älter. Ich krame in österlichen Erinnerungen. Gedanken über Eier, Osternester, Osterhasen und andere süße Dinge.

Tja. Früher war mehr Lametta.

Warum mir das 6-Monate-KI-Moratorium von wichtigen beruflich erfüllten Persönlichkeiten Probleme bereitete …

Hin und wieder beteilige ich mich an Online-Abstimmungen. Also solchen Dingen, bei denen man eine Unterschrift unter einer Forderung setzen kann, welche dann wichtigen Personen zugestellt wird.

In den 90ern wurde diese Art der Forderungen an Schlüsselpersonen in Deutschland beliebt. Es schwappte sozusagen als Nachbeben des Tian’anmen-Massakers aus Peking (Chinesien) nach Europa. Bevor Panzereinheiten in Peking unangepasste Studenten niederrollten, gab es ein Zeitfenster, in welchem die Chinesen Eingaben an die Staatspartei machen konnten, um deren Systemfehler zu beseitigen, ohne dafür gleich in ein Arbeitslager geschickt zu werden. ´

Das Ganze in China wurde in Europa als so erfolgreich bewertet, dass diese Methode in der EU in Form von “Petitionen” übernommen wurde. Nur mit der generalistischen Antwort, also mittels Panzer wie in Peking 1989, darüber konnte sich die EU mit Orban & Co noch nicht einig werden. Das Thema wurde einstweilen in Deutschland und dessen Internet ge-outsource-ed . Man will schauen, ob solch ein System auch für die EU tauglich sein könnte.

Die Schweiz – ganz am Rande bemerkt – gehört nicht zur EU, also sind Anmerkungen wie “Wer hat’s erfunden” maximal drollig (ohne “t”) und einer Toblerone ohne Montblanc-Gipfel im Hintergrund wert.

Jetzt habe ich mich an solch einer Petition mal beteiligt. Klar, damit komm ich automatisch in den Ruch, ein Anhänger der “Die Linken” oder der “AfD” zu sein. Aber jeder Kleingartenkarnickkelschlachterverein mit temperaturüberwachter Doppelkugelgrilloption hat bereits bewiesen, nackt pinkelnde Gartenzwerge sind keine alleinige Option von Jugendlichen unter 25. Auch wenn diese so etwas bei sich im Regal stehen haben und damit deren Protest am Establishment Kund tun. Denn die Kleingartenkarnickkelschlachterverein-Angehörigen haben eh schon vögelnde Erotikskulpturen in deren Wohnzimmern in exponierter Lage direkt über die hygienisch abwaschbaren Swinger-Matratze für open-minded-People mit Faible für katholischer Lebensweise.

Also. Ich bin letztens aufgefallen. Ich hatte eine Petition auf ein Moratorium für KI-Entwicklung. Richtig. Es war jene, welche auch Elon Musk unterzeichnet hatte (hier). Ich unterzeichnete als besorgter Bürger. Richtig. Besorgter Bürger. Einem Bürger, dem es besorgt wurde.

Die entscheidende Frage der Petition (hier) ist:

Sollten wir alle Arbeitsplätze automatisieren, auch die erfüllenden?

NEIN!

Sollten wir  nicht! Und “soll” heißt “muss”, wenn “kann”.

Denn jedem Menschen mit Hirn sollte bereits klar sein, dass alle “nicht erfüllenden” Jobs bereits im Begriff sind, ersetzt zu werden. Niemand will mehr jemanden in einer Lackierkammer, in der Bleche so lackiert werden. Weill dann das Ergebnis oftmals nicht dem ästhetischem Empfinden des Auto-Käufers entspricht, und niemand ein Fahrzeug mit unregelmäßig aufgebrachtem Lack haben will. Also, gewünscht ist nur das Auto in der Lackfarbe des eigenen Vertrauens. Kein Käufer eines Fahrzeugs (weder in Deutschland, noch Chinesien) wird jemals einen Inhomogenität auf der Lackoberfläche seines 20.000 € Vehikels akzeptieren.

Gleiches gilt für PC-Monitore oder Fernseher. Wer akzeptiert schon einen Pixelfehler, der von einem Menschen verursacht wurde? Falsche Fragestellung! Niemand akzeptiert auf seinem Monitor einen Pixelfehler. Egal ob von Mensch oder Maschine verursacht.

Daher gibt es KI, die versuchen gerade solche Fehler zu verhindern. Reproduzierbar vermeidend. Dass dabei die Jobs der unteren Klasse, der Billiglohnkräfte, durch KI wegrationalisiert werden, das interessiert keine große Seele. Warum?

Sollten wir alle Arbeitsplätze automatisieren, auch die erfüllenden?

Das geht nun mal gar nicht. Die erfüllenden Jobs, welche Leute wie Musk, Bezos, Biden, Scholz, Putin und ich einnehmen, und sich dafür gnadenlos wie ein Trainer vom FC Bayern München bezahlen lassen … Wollen wir, dass solche Jobs von KIs ersetzt  werden?

NEIN!

Richtig, die Diskussion geht nicht mehr um die Arbeitsplätze von Hinz und Kunz und von dir und mir, sondern von denen, die dir und mir sagen, was zu tun sei. Denn Hinz und Kunz werden bereits de facto von KI ersetzt. Sollen auch die anderen durch KIs ersetzt werden?

Ich hatte unterzeichnet. Meine Zukunft war mir wichtig.

Mein Personalbüro meldete sich bei mir. Ob ich etwas gegen die Geschäftsführung meiner Firma hätte? Warum ich denken würde, dass diese durch KIs ersetzt werden könnte? Denn “Sollten wir alle Arbeitsplätze automatisieren, auch die erfüllenden?” bezöge sich direkt auf die GF meiner Firma. Und so etwas zu unterzeichnen, das impliziere, dass ich überhaupt diesen einen Gedanken auch gedacht hätte. Und das wäre bedenklich. Sehr bedenklich. So ein Gedanke an sich wäre illoyal und somit hätte ich meinen Arbeitsvertrag durch meine Unterschrift als “besorgter Bürger” in Frage gestellt. Ich soll am Montag um 9:00 Uhr Stellung beziehen. Ein Nichterscheinen würde als eindeutige Stellungnahme bewertet. Als negative im Sinne meines Arbeitsvertrages.

Ich werde meinen Urlaubstag annullieren und das Missverständnis vor Ort in Büro “No. 9” aufklären. Ich brauche meinen Job. Ich bin jung und brauche das Geld. Ich will nicht für Niedriglohn-Offerten von Bezos oder Musk in Deutschland arbeiten. Mit der Garantie durch KI ersetzt zu werden durch die, die einen erfüllenden Job besetzen und besetzt haben.

Wobei. Ich werde sowieso eh bald durch ne KI ersetzt.

Weil mein Job eh nicht als erfüllend angesehen werden kann …

Hasta la vista, maybe …

Wutrede auf den 1. FC Bayern München und den Headhuntern Europas

Ja, sacht mal zusammen! Seid ihr bescheuert? Echt jetzt total bescheuert? Geht’s noch? Alles knusper, oder was?

Dauernd ruft ihr mich an. Privat. Bei der Füßnägelmaniküre. Beim Nägelkauen. Während beruflichen Besprechungen. Im Puff. Und immer bietet ihr mir in unschuldiger Art und Weise neue Jobs an. Jobs, wie Sachbearbeiter von Sachbearbeiter Abteilungen, die irgendwelche Sachen bearbeiten. Wie Wohnungen putzen. Firmenböden saugen. Bauarbeiter-Toiletten schrubben. Oder als Hilfskraft in klinischen Notaufnahmen.

Und immer muss ich ablehnen, weil ich als Sachbearbeiter für die Formularerstellung zur Sachbearbeiter-Akquise für solche Dinge überqualifiziert bin. Und euer Salär ist immer um 20% niedriger einstuft, als das ich aktuell bekomme. Und dann greint ihr mir heulend ins Telefonhörer-Ohr (immer rechts, weil recht so), dass Fachkräftemangel existiert und kein Mensch euren Headhunter-Angeboten begeistert zustimmt.

Das Problem ist – so erklärt ihr mir – allein meine Anspruchshaltung bezüglich jener Differenz von 20% mehr. Und ihr sagt mir, ich lebe 20% über meine Verhältnisse. Dass ich zu viel verlange. Besonders in München. In denen die Lebenshaltungskosten für Miete und Lebensmittel in diesem Jahr um mehr als 10% gestiegen sind und die restlichen 10% von den Nebenkosten, Inflation und der darbenden Vermieterschaft aufgesaugt werden. Klar, die Vermieterschaft möchte auch gerne von irgend etwas leben und daher auch ein paar Cent extra verdienen, um die brutalste Inflationsauswirkungen in deren Großraumwohnungen abzufangen. Und wer – wenn nicht wir Mieter – versteht nicht deren Ansprüche an billigen Wohnraum.

Wer als Mieter dabei nicht mitspielen oder ausbrechen will, der sollte sich die Schlangen an den Wochenenden vor freien Wohnungen im Münchner Großbezirk anschauen. Und das sind nicht Hinz und Kunz in der Schlange, sondern diejenigen, die nicht durchs Bonitätsraster der Vermieter zuvor ausgesiebt wurden, weil sie nicht fähig sind, die Lebenshaltungskosten der Vermieter zu neutralisieren.

Klar, ich könnt auch in Schongau in Baden-Württemberg wohnen. Da sind viele deutsche Winterspiele-Olympiasieger ansässig gewesen und es ist billiger dort. Selbst wenn ich einen längeren Arbeitsweg zu meiner Stelle in München hätte. Alles gegeneinander aufgerechnet (Wegstrecke, Miete, Lebenshaltungskosten, Preissteigerung etc.) ist billiger als in oder um München zu leben. Mir erzählte jemand, dass im Osten Deutschlands billiger Wohnraum existiert und der Preisdruck aus München nicht existiert. Da brächte man auch nicht streiken. Weil streiken ist mega-super-unsolidarisch der restlichen Bevölkerung gegenüber. Insbesondere den urlaub-affinen Vermietern Münchens gegenüber, nicht wahr.

Statt Schongau Tübingen? Warum nicht? Der Anfahrtsweg allein? Okay. Im Studium wurde mir in den 90ern schon dauernd Mantra mäßig etwas von Flexibilität erklärt. Wer nicht flexibel sei, wäre kein echter Arbeitnehmer. Sondern faule Sau. Das haben wir geschluckt. Die Generationen nach uns haben es kritiklos abgenickt. Die wollten dann alle mit den Geldern der Eltern interkontinental deren Praktika abwickeln. Also die Akademiker in spe, die Azubis waren froh, eine Ausbildungsstelle wohnortsnah zu ergattern, was eh nie gelang.
Darüber hinaus gibt es die Kilometerpauschale. Allerdings kostet jene den Steuerzahlen Unsummen. Und schaufelt zudem jährlich steuerfrei den Nießnutzern Unsummen in deren Tasche. Dabei sollten die doch dankbar sein, einen Job zu haben, der Frau, Kind, Vater und Mutter nährt, während Frau noch den Putzjob hat, bei dem das Kind den Putzeimer hält.

Nun. Den Berechnungen meines Spezls Ulli, dem Lintner nach – wir spielen zusammen immer im Club “Monopoly” jeden Montag Abend südlich der Berliner Lindnerallee – ist es für mich billiger in Albersloh im Münsterland (Westfalen, NRW; no fake-city wie Bielefeld) zu wohnen und jeden morgen per eigenem Diesel-PKW mit Abgas-Abschaltautomatik (© VW) zu meiner Arbeitsstätte in München anzureisen.

Ich hab ihn verschüchtert darauf hingewiesen, dass das Arbeitnehmerschutzgesetz für den Arbeitnehmer eine Ruhezeit von 11 Stunden vorschreibt. Er hat mir dann von der anderen Seite der Berliner Lindnerallee zugerufen, dass er mit seiner grünen-roten FDP-Partei an einer Änderung dieser Vorschrift arbeiten würde. 11 Stunden Schlaf bräuchte nun mal wirklich keine Sau. Sechs müssten locker reichen, Die Pyramiden wurden schließlich auch nicht mittels 11 Stunden Ruhezeiten erbaut. Ruhezeiten bräuchten nur die Uneffektiven, die eh ineffizient arbeiten würden. Ohne klappt es auch mit dem Pilgern zur Arbeitsstätte zwischen Albersloh und München.

Als ich Söder beim Starkbier-Stammtisch im Straußoleum im Hofgarten auf dieses Thema hin anschrieb, erklärte er mir nur, dass Bayern so viele Solar-Panels aufstellen würde, die Energieversorgung meines PKWs zum Pendeln wäre gesichert. Zumindest bis zur nächsten Bayern-Wahl. Falls nicht, dann wäre es Schuld des Finanzausgleichs und der nördlichen Bundesstaaten, die Bayern immer bluten lassen wollen.

Schön. Und nu?

Zurück zum Thema: Warum habt ihr Dödels des Söders mittenmang um den Bayern München herum jenem Bayern-Trainern Nagelsmann (1. FC, soviel Zeit muss sein) gekündigt und eine neuen Abschnitt der “Hänsel und Gretel”-Saga angefügt? Einer Sage mit dem Arbeitstitel: “Gehasst, geschasst und ausgesetzt – warum der nicht-bayrische Wald vor lauter Bäumen angesäuert ist”.

Warum habt ihr verdammten Headhunter mit euren “20% weniger ist gerecht”-Attitüden nicht jetzt zugeschlagen?!? Ihr wisst doch, jedem einzelnen von euch hatte ich zugesagt, dass ihr 10% von meinem monatlichen Netto-Gehalt erhalten würdet, würdet ihr mich als Trainer vom Bayern München (1. FC, soviel zeit muss sein) inthronisieren. 10%! Von meinem Mindestwunschgehalt von 1 Million Netto monatlich. In zwei Monaten hättet ihr eine “Toyota Yaris Hybrid” zusammen und könntet umweltfreundlicher statt eurer “Lombardini”-Flundern in München auf der Leopoldstraße Samstag Abends rumgurken.

Hey, hallo! 1 Million Netto monatlich! Ich wäre der Schnapper am Trainermarkt der 10 Millionen Trainer (als patriarchalisches Land rechne ich nur den männlichen Anteil D-Lands und auch nur jene Männer mit Haare schön).

Ein Schnäppchen! Hallo, kriegt ihr das nicht mit? Meine Forderung ist der Hit. Ist ne Forderung für die Doofen, so ein Trainer wie mich müsst ihr doch koofen!?! 

Und was holen sich die Bayern. Nen Tuchel. Menno. Und der verdient mehr Netto als meine Forderung. In einer Zeit, in der alle den Gürtel enger schnallen sollen, in der alle über den eigenen Verhältnissen leben und zurückstecken sollen, was auch für den FC Bayern München, den Ersten, gelten sollte, nicht wahr.

Weil auch dat Söderle dat so tönt, wenn er wieder auf irgendeinem Fest ein Mäßlein Bier vor den Kameras stemmt. Aber für den Bayern an sich und dem Verein gelten wohl andere Maßstäbe,oder watt? Wobei, Maßstäbe, da ist das Maß schon inkludiert. Würde also passen, woll.

Hey, hallo! 1 Million Netto monatlich! Ich wäre der Schnapper! Gut, nach sechs Monaten wäre ich das Hassobjekt der deutschen Nation (und der Liebling der 1860er), Bayern in der Relegation abgestiegen, während Schlacke 08 sich für die neue Bundesliga-Saison vom Kader bei den Bayern bedienen würde.

Na und?

Hey, ich muss auch mal an mich denken. Wenn vor mir von einem LKW ein Karton runterfällt, dann habe ich doch als Autofahrer das Anrecht zu fordern, dass der Karton mir ausweicht, oder etwa nicht?!? Ich hätte mir ein wenig mehr Kollaboration der Headhunter erwünscht, nicht wahr. Faules Pack. Wenn es um Fachkräftemangel geht, dann hat es sich heute erwiesen, wo der Fachkräftemangel existiert. Und zwar bei den Headhuntern.

Ansonsten hätte mich der Bayern München (der 1. FC, soviel Zeit muss sein) als neuen Übungsleiter für deren Alles-Müller-oder-was-Haufen ausgerufen.

Und wo ich gerade dabei bin, mich über den Fachkräftemangel in Deutschland aufzuregen, und das insbesondere bei den Headhuntern, die es nicht schafften, aus den 80 Millionen mich als qualifizierte Arbeitsfachkraft für den FC Bayern München (1., soviel Zeit muss sein) auszuwählen, also, Fachkräftemangel. Fachkräftemangel, der ja erwiesen und anerkannt ist.

Zudem haben wir in Deutschland generell einen unglaublich verantwortungslosen Mangel. Muss ich mal sagen, weil es sich niemand traut, weil alle Angst haben, dass sie fürs Aussprechen des Fakts eins aufs Maul kriegen könnten. Wir haben einen eklatanten Porschemangel. Einen richtig harten Mangel! Ich versuchte jetzt die sechste Woche in Folge einen Porsche für 10.000 Euro zu kaufen. Und ich fand keinen. Erwiesenermaßen haben wir somit eine Porschemangel. Wer mag das Gegenteil behaupten?

Und das zum zusätzlich anerkannten Fachkräftemangel. Man nimmt lieber jemanden für 10 Millionen Netto, als mich für 1 Millionen Netto. Deutschland schafft sich ab.

Gut. Ich würde den 1. FC Bayern München in die Abstiegszone bringen. Logo. But who cares? Sechs Monate lang würde ich durchhalten, macht 6 Millionen Euro Netto. Dann noch die Abfindungssumme bei der Entlassung en topp. Ich wäre der best gehasste Mensch in Deutschland. Jeder Sportschütze (nicht nur die aus der Zeugen-Yehovas-Überzeugungseigenschaft) würde auf mich anlegen …,

(… nein, nein, nein, nichts gegen Sportschützensportvereine, die sind völlig okay, aber da gibt es immer wieder vereinzelte, rare Individuen, die auch noch durchgeknallt sind und dann als unglaublichen Zufall auch noch Waffen aus deren Sportschützenverein  … Verhältnisse wie bei der Bundeswehr …)

aber ich wäre auf meiner Karibikinsel mit Schirmchen-Cocktail und mit billigen Putten aus der Politik, die mir für jeden Ratschlag einen Marsch oral blasen würden …

… und nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren könnte ich nach Deutschland zurück. In Albersloh leben. Im Münsterland, bei den Westfalen. Und keine münsterländische Sau würde sich an mich je erinnern (… eben weil alle gestorben, wegen der Schweine-Grippe …). Und jeder hätte seine Win-Win-Situation, weil ich unauffällig leben würde und dauernd wie Neymar in Paris Gartenpartis in meinem sechststöckigen Dorfhochhaus feiern würde ….

Aber die verdusseligten Headhunter. Echt jetzt. Kein Verlass auf die Bagage.

Geht doch gen Sommerzeit, ihr Mainstreamlappen, ihr!

Mainstream. Mainstream ist das letzte. Mainstream kann jeder. Der Mainstream hatte es, dass früher alle ein schlechtes Gewissen hatten, hatten sie von “James of Phones” eine Folge verpasst. Oder erfolgreich subversive Comedians frequentiert hatten. Oder bei der Serie über die Zukunft “Jean luggt Bicard” feststellen, dass ein Protagonist Kunststoff-Trinkhalme in ach-so-lustige Brezn verbiegt, während hier der Mainstream Kunststoff-Trinkhalme für Natur-gefährdend erachtet.

Mainstream. Mainstream ist das aller letzte. Wer den Mainstream folgt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Hatte bereits Karl Lagerfeld richtigerweise ausgesprochen. Nur, er machte es dem Menschen-Mainstream gleich und starb. Immer der Mehrheit hinterher laufend. Also diesmal sterben. Früher hieß es noch “Who wants to live forever”, gesungen von der Mainstream-Band der “Queenies” in nem Film, der wo es nur einen zu leben und zu sterben gab.

Mainstream. Pah. Mainstream. Besser kann man das Verachtenswerte dieser Gesellschaft nicht beschreiben. Mainstream ist was für Lappen. Für Loser! Genau. Also jene, die das Wort mit einem “o” schreiben, während der Mainstream das Doppel-“o” bevorzugt. Oder Standard mit “t” am Schluss. Weil es Mainstream ist.

Und dann die ganzen hippen Overachiever. Die immer besser sein wollen, wie alle anderen. So wie wir es aus den Fortsetzungen von Hollywood-Filmen wie “Rocky und seinem Creed” oder in “Jurrasics Dark” oder “In Diana Bones” so kennen. Da taucht der alte, seit langem etablierte Held auf, macht auf gewitzt routiniert und dann kommt so ein junger cool-hipper Overachiever auf und – batsch, klatsch, bumm – schon sieht der alte Held ganz schön alt aus.

Diese Overachiever, die uns alte Helden der Arbeit aus unsere Jobs drängeln, weil sie noch keine “4” oder “5” vor deren Altersangabe nachweisen können, die sind der Mainstream pur. Die für weniger Arbeitszeit mehr verdienen wollen, weil sie meinen, sie hätten das moderne Wissen und wären nicht nur effektiver, sondern gleichzeitig auch noch effizienter. Pah! Effizienz für’n Arsch! Mainstream war noch nie effizient. Geschweige denn effektiv.

Ich wette, all diese ach-so-hippen Overachiever stehen ab nächsten Sonntag (spätestens am Montag) immer eine Stunde früher auf, weil sie mit dem Mainstream gehen. Das nennt man dann verschleiernd: “Sommerzeit”. Damit keiner merkt, wie hipp und Mainstream die alle so sind.

Aber nicht mit mir. Ich bin nicht so wie der Mainstream. Ich werde demonstrativ eine Stunde später aufstehen. Ich lass mir doch nicht vom Mainstream diktieren, dass ich wegen einer sogenannten Pseudo-Zeitumstellung eine Stunde früher aufstehe. Den Ausgeschlafenen dieses Globus gehört die Welt. Nur wer ausgeschlafen anpackt, kann was erreichen. Die im Bett Liegenden dieser Welt haben noch nie einen Krieg angefangen. Das machen nur die Bettflüchtlinge, die auf Stress stehen und blind Leistung fordern. Der Mainstream eben.

Auch wenn es der Mainstream nicht wahrhaben will, dass das so ist, was Fakt ist. Und ich bin nicht alleine damit. Da gibt es über ein Dutzend Millionen hier, die das gleiche wie ich denken und dem Mainstream regelmäßig in die Suppe spucken. Wir sind keine vom Mainstream wegzudiskutierende Minderheit. Wir sind die Mehrheit. Drum fordere ich als deren Vertreter den Mainstream auf: Schafft die Sommerzeit ab! Gebt den Ausgeschlafenen das zurück, was uns in unserem Leben durch euch Mainstreamern geraubt wird:

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p align=“center“>Zeit!

Mainstream. Mainstream ist das letzte. Mit der Meinung bin ich nicht allein. Denn das sagt die Mehrheit: Mainstream ist das letzte. Und jetzt nehme ich mir die Zeit und drehe mich deswegen im Bett nochmal rum. Mainstream am Arsch.

Ertrage die Clowns (16): Kann ich nicht beurteilen, muss ich nackt sehen

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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A: “Anderes Wort für Pink Floyd?”

B: “Anderes Wort? Ich verbinde damit in einem dunklem Raum zu sitzen, die Musik zu hören und meinen Gedanken und Imaginationen freien Lauf zu lassen. Statt Drogen einzupfeifen.”

A: “Schön, du 70-ger Jahre Adept. Hattest wohl kein Taschengeld für LSD oder so gehabt, he? Zu arm gewesen, oder was. Für ne LP hatte es gereicht, für nen ‘Schwarzen Marokkaner’ aber nicht mehr, oder? Trotzdem. Ein anderes Wort für Pink Floyd?”

B: “Roger Waters?”

A: “Hm. Könnte passen. Noch ein Versuch.”

B: “Antisemitismus?”

A: “Der Kandidat hat hundert Punkte!”

B: “Wish you were here.”

A: “Was?”

B: “Wish you were here.”

A: “Money?”

B: “The dark side of the moon.”

A: “The dark side of the wish-you-were-here-money! Hey, Roger Waters will nur Geld scheffeln und Antisemitismus verbreiten.”

B: “Hm.”

A: “Isso.”

B: “Sagt wer?”

A: “Frankfurt. München. Immer regiert mit den Grünen.”

B: “Ist also eine politische Erzählung?”

A: “Quatsch. Es geht um Antisemitismus.”

B: “Wow.”

A: “’Wow’ wieso?”

B: “Another brick in the wall!”

A: “Richtig! Die Grünen mal wieder! Bauen die Mauern der Rechten. Früher schon und heute nicht besser als damals.”

B: “Sagt wer von den politischen Gruppierungen?”

A: “Äh, die Grünen. Und sogar von der SPD.”

B: “Die uns vor Pink Floyd schützen wollen?”

A: “Nein, sondern vor Roger Waters, den Antisemiten.”

B: “Antisemit? Wieso?”

A: “Liest du keine Nachrichten? Internet-Verweigerer? Sagt sogar der Zentralrat.”

B: “Zentralrat. Ist die Erwähnung dieses Gremiums als Argument zu eigenen Argumentationslogiken an sich nicht auch potentiell antisemitisch?”

A: “Hast du Lack gesoffen? Bekloppt oder was?”

B: “Ist es nicht verdächtig, dass Parteispektren von CDU, CSU über FDP bis hin zur AfD als Zeugen für Roger Waters Antisemitismus den Zentralrat zitieren? Jene Söders, Maaßens, Wagenfelds und Höckes, die schon immer gegen das angeblich deutsch-widersprechende wettern? Die nur von zwölf bis mittags denken und die Zeit dazwischen mit Shitstorms füllen?”

A: “Nein, denn wie sagen wir im Deutschen: blinde Hühner finden auch mal ein Korn. Blinde Hühner wie Habeck, Baerbock, Özdemir, Hofreiter oder Aiwanger aber eher nicht.”

B: “Ist es nicht verdächtig, dass sich blinde Hühner immer an jenem Korn besaufen, dass sie sich einschenken, und es dann als Ideal eines Mutterkorns von Vater Staat für ihre Kinder deklarieren? Nur um damit ein ‘Another brick in the wall’ als Widerstandsanführer einer imaginären Opposition zu flöten?”

A: “Ach, hömma! Seit wann ist es überhaupt illegal, blind zu sein und Mutterkorn zu saufen? Wir leben immer in Eigenverantwortung! Das ist das, was jeder zu verantworten hat. Eigenverantwortung, sowas ist nie und nimmer illegal. Somit ist es rechtmäßig.”

B: “Rechtmäßig? Maximal anders ausgesprochen, als ‘recht mäßig’. Und dann besser als ‘rechts’ und ‘mäßig’. So etwas geht nur als Westfale mit der Spezialität, Münsterländer zu sein. Bayer bissu nicht. Bissu?”

A: “Und? Hast du diesen Qualifikationsnachweis?”

B: “Verbrieft. Geburtsurkunde.”

A: “Ah, ein Übermensch. Wir Untergebene der Rest der Welt verneigen uns vor dir.”

B: “Und?”

A: “Du redest Müll, will ich dir damit sagen. Lass uns stattdessen in den rhetorischen Diskurs über ‘Cancel Culture’ einsteigen.”

B: “Niemals. Eher sage ich, dass die Siedlungspolitik des Staates Israels extrem kritisch betrachtet werden muss, als mir mit rechtsradikalem ‘Cancel Culture’ aus der falschen Ecke den Mund verbieten zu lassen.”

A: “Antisemit!”

B: “Echt?”

A: “Genauso wie Roger Waters. Der behauptet auch, dass der Ukrainekrieg nicht ausschließlich zu Lasten des russischen Staates geht.”

B: “Echt? ‘Cancel Culture’? Auf Kosten der Toten?”

A: “Hömma! Jeder Kultur einen Totenkult.”

B: “Und sei es einen mit Fackeln überm Königsplatz in München.”

A: “Machst du jetzt auf Pazifismus-Opportunist a la Schwarzer und Wagenfeld?”

B: “Gebt den Toten eine Stimme. Sie können dagegen nicht protestieren.”

A: “Wer lebt hat immer recht. Wir leben, wir reden.”

B: “Wer überlebt, hat überrecht.”

A: “Jeder Schwachsinn hat seinen Superlativ.”

B: “Und für jeden Starksinn einen Diminutiv.”

A: “O si tacuisses, philosophus mansisses.”

B: “Wie belieben?”

A: “Übersetzt: ‘Fick dich ins Knie, du Genie’. Schweige jetzt, oder rede nimmer!”

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(screenshot aus einem Youtube-Video vom Auftritt von Roger Waters in Lissabon 2023)

Ertrage die Clowns (15): Gebt mir etwas Wahrheit! Power to the people! … Abspann

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Triggerwarnung:

Der folgende Inhalt der folgenden Serienzusammenfassung wurde von führenden Bloggern Deutschlands und einer weiteren, ungenannten Blogger-Community für einige Zielgruppen als unangemessen oder beleidigend eingestuft. Für jüngere oder sensible Leser ist daher nachfolgendes nicht zum einfachen Konsumieren geeignet. Das gilt im Übrigen nicht nur für Leser, sondern auch für Leserinnen. Das sagte mir gerade mein Obergeschmackskontrolleur, irgend so ein Fritze im März, per SMS, WhatsApp, Telegramm und zusätzlich analoger Flaschenpost.

Gattung: Serie; Kaugummi fürs Großhirn; tägliche Lebensbeschäftigungsgrundlage

Arbeitstitel: Hast du die kleinen Schweinchen gesehen, wie sie sich im Dreck suhlen, den sie sich von den anderen um das Drecksloch Stehende anrühren ließen?

Geplanter Serientitel: Weißhemden in Blue-Jeans

Verwendeter Serientitel: Sauber gestärkt.

Inhalt der Serie: Der Zuschauende einer Serie, monatelang eingeseift von der Seifenoper-Handlung mit einer diffusen Botschaft auf Liebe, dass man die nächste Folge nicht verpassen sollte, auf Glauben, dass alles gut werde, und auf jene unscharfe Hoffnung, dass die nächste Folge die letzte sei.

Hauptdarsteller:

  • Verklemmte, kurzsichtige, engstirnige Heuchler.
  • Engstirnige, herablassende, Mamas kleine Chauvinisten.
  • Neurotischen, psychotische, starrköpfige Politiker.

Nebendarsteller:

  • Kurzhaarige, bärtige, kahle, feige Söhne & Töchter von Tricksern.
  • Schizophrene, egozentrische, paranoide Prima Donnas.
  • Quertreibern ohne bedeutende Anstellung.
  • Genschernde, södernde Menschen im März ihres Lebens …

Spezieller Auftritt: InfluencerIn mit Einfluss; ManipuliererIn zweiten Grades; degradierte Persönlichkeiten des öffentlichen Gebens und Einschenkens; Hitler und Stalin für Arme

Uncredited: Jane and John Doe, Instant Karma, Bugalow Bill, rockiger Waschbär, Gesamtheit der Sexy Sadies aller Religio-Theken-Gemeinschaften

Skripter: Abwechselnd immer einer der Hauptdarsteller; aushilfsweise ErzieherInnen, pensionierte LehrerInnen und ErnährungsberaterInnen mit pädagogischen Fernzielen für eine mündige Gesellschaft auf Basis von deren eigenen Zielen.

Psychologische Beratung: Ehemalige Studierende (Zielgruppe U40) mit akademischem Grad ( Ü4,0) aus dem unscharfen Bereich “Medizin”, welche Hauptdarstellern per Rezept jegliche hirnlich anstrengende Betätigung verboten hatten, um bei denen einen Hirnschlag zu vermeiden;

Show Runner: Hans Dampf in allen Gassen, Kleingeist, Hanswurst, dummer August, Komiker, Schießbudenfiguren, EKG-positive Phrasendreschmaschinen aus garantiert akkreditierten deutschen Freiland-Parlamenten ohne Bodenhaftung oder Straßenkleber, Sackgassenstraßen-begehende Dämlacke der Straße, wenn diese nicht von Straßenkleberterroristen verklebt wurde

Best Girl/Boy: Ob-La-Di, Ob-La-Da (Remastered 2009)

Best Gaffer (= Bester Chefbeleuchter): Immer jene Person mit dem niegelnagelneustem Smartphone von Apple oder Samsung

Kamera und Schnitt: Menschen so wie du und ich … hm. Okay, nicht richtig. War falsch. Menschen eher wie du als wie ich einer, der kein Hirn zum Schreiben von Unsinn hat …

Credits: Copyright liegt eindeutig bei mir; alternativ dann bei derjenigen juristischen Person, die mir 1000 K€ auf mein Bermuda-Dreieck-Konto überweist …

Strange days indeed.

Das Geheimprojekt: die Ausrottung der weißen, grauhaarigen, alten Männer

Agentin A, wie ist Ihr Fortschritt?

Erhabene Meisterin, heute waren es sechsundneunzig.

Sechsundneunzig?

Ich hatte heute Mittag eine kostenlose Filmvorführung von “Ritter der Kokosnuss” organisiert. Jeder erhielt ein Gummischwert mit Eisenkern. Vierundvierzig starben mit dem Satz “Ist doch nur eine Fleischwunde” auf den Lippen. Die Restlichen hielten das für den “Tödlichsten Witz der Menschheitsgeschichte” und erstickten an ihrem Lachen.

Sehr gut, sehr gut.

Zusätzlich organisierte ich noch ausschließlich für Erz-Boomer-Kleriker “Das Leben des Brians”. Die kamen, sahen und regten sich wie erwartet über Gebühr auf und gingen mit Herzinfarkt über die Wupper. Siebenundneunzig. Die Hartnäckigen, die während jenem Film eingeschlafen waren, erhielten noch im Anschluss den Film “The last Temptation of Christ”. Sechs wirklich Hartgesottene überlebten allerdings auch dieses, ich konnte denen noch heimlich iranische Pässe in die Soutane stecken. Am Ausgang wartete bereits die Polizei und hat jene aufgrund Kindesmissbrauchsvergehen einkassiert. Die Priester wurden direkt mit Tatvorwurfsbeschreibung in neun Sprachen in ein Flugzeug nach Teheran abgeschoben.

Agentin A, hört sich gut an, weitermachen. Agent B, was sind Ihre Ergebnisse.

Erhabene Meisterin, ich habe heute eine Vorlesung über das Thema “Haben und Sein” durchgeführt. Inmitten der Vorlesung ließ ich einen Mitverschwörer auf der Bühne den Ausruf “Okay, Boomer” tätigen. Ca. 75% der Zuhörer starben an Schnappatmung. Der Rest lachte anfangs noch, wurde dann aber mit wohldosiertem “Jaja, ihr Baby-Boomer” erledigt.

Agent B, seht gut. Kommt morgen die AKW-Bewegung dran?

Ja, ich habe festgestellt, dass hier die Dichte der Boomer und Baby-Boomer am höchsten ist. Wir werden denen das Gesetz über die Laufzeitverlängerungen vorlesen. Zudem erklären wir denen noch den Nutzen von Braunkohlekraftwerken, Panzern und anderen grünen Entscheidungen. Zu erwartende Herzinfarktrate wird bei 78% liegen. Die restlichen 22 Prozent erledigen wird mittels Unwirksamkeitsstudien von Globuli, Friedensdemos und vegetarischem Veganismus in Zeiten von Weber-Grill-Kugeln. Beim zu erwartenden Handgemenge ist mit Gewalt zwischen Zuhörern zu rechnen, da die sich eh nicht alle grüne sind.

Agent B, Handgemenge sind nicht effizient. Bitte ergänzen Sie die Maßnahmen mit mehr Effektivität. Verteilen Sie vor dem Vortrag noch bitte Brieföffner und Schwiegermütter.

Schwiegermütter?

Wirkt immer, bei diesen Bürokraten, die wissen, was ein Schwiegermuttermörder ist. Agent-etwas C. Ihr Resümee?

Erhabene Meisterin, vierhundertneunundvierzig Menschen konnten wir mit der Titelmelodie “Pat und Patachon” in eine sehr düstere Ecke ihrer Stadt locken und mit Dauerbeschallung mit der Titelmelodie von “Die rote Zora” erledigen. Die Polizei tappt  bislang – wie erwartet – noch immer im Dunkeln. Weitere siebenhundertdreiundsechzig Baby-Boomer lockten wir mit der alten Titelmelodien von “Väter der Klamotten”, “Western von Gestern” und “Dick und Doof” in ein tiefes Gewässer, wo sie unter Klängen von “Hey hey Wickie” elendig ersoffen.

Sehr schön, sehr schön.

Weitere siebenhundertelfundsechzig Baby-Boomer haben wir mit der Melodie “Wer hat an der Uhr gedreht” aus deren Arbeitsplätzen geholt und dann mit “Die schnellste Maus von Mexiko” und Udo Jürgens “Vielen Dank für die Blumen” in ein Tigerkäfig locken können. Exitus. Die Tiger sind gesättigt. Leider aber auch übersättigt. Morgen steht dafür der Löwenkäfig auf den Plan.

Agentin D?

Chefin, ich habe einen Fernsehsender infiltriert. Und niemand hat es gemerkt.

Sehr gut.

Mit Geschick habe ich dort eine Show mit Boomern, Baby-Boomern und paar anderen Normalos organisiert.

Sehr, sehr gut.

Dazu habe ich Tweets über diese dämliche Boomer und deren over-cringe Baby-Boomer verfasst. Diese Tweets gingen gnadenlos viral. Beifall war mir hundertfach. Meine Followerzahl stieg annähernd fünfstellig. Ich organisierte Anruforgien in der Show mit dem Ziel: Diskreditierung der weißen, grauhaarigen, alten Männer, diesen dämlichen Boomer und deren over-cringe Baby-Boomer. Sie sollten demaskiert werden, als das was sie sind: überflüssig und ready to go. Ich erreichte meine Zuschauer in der anvisierten Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen: 1,6 Millionen. Mehr als genug, um Anrufer der Gruppe der weißen, grauhaarigen, alten Männer zu übertrumpfen.

Und?

Tja, Chefin, dann hat so ein dämlicher, weiblicher Boomer mit Schönheitsidealen a la Botox und Schlauchbootlippen abgeräumt und wurde Dschungelkönigin …

WAS?! Unglaublich! Elende Versagerin! Agentin D, du bist gefeuert! Du miese Nulpe, du!

Egal.

Wie bitte?

Der Sender hat mich einen Vertrag angeboten. Als Boomer- und Baby-Boomer-Expertin hätte ich mit meinen 39 Jährchen die passende Einstellung und Erfahrung, hieß es …

RAUS!!!!

Kneipengespräch: Pflegt die Hände schon beim Spülen

»Hömma, was trinkst du denn da? Kein Kölsch?«

»Amarone.«

»Was soll das sein? Ama-was? Das ist doch ein Rotwein, das riecht doch ein Blinder mit Krückstock!«

»Das ist einer aus Italien.«

»Also doch so ne Art Chianti für Arme. Und kein Kölsch? Biste krank, oder wat?«

»Cheffe meinte, für dreifuffzich das Glas passt der ganz gut. Er will ihn loswerden.«

»Dreifuffzich das Glas? Hat der Grippe? Herr Oberspielleiter, haste Grippe?«

»Nee, der hat keine Grippe. Die Flasche ist von seiner Schwiegermutter, aber seit vorgestern hat er sich von seiner Frau getrennt und will nichts mehr, was an sie erinnert.«

Der Wirt brachte zwei Stangen Kölsch herbei, stellte sie ab und schaute fragend: »Willst auch’n Glas Amarone? Ist das letzte. Ging von nem Gast unangetastet zurück. Passte ihm nicht zu den Riewekooche.«

»Riewekooche und Rotwein? Das geht auch wirklich nicht. Zu Riewekooche nur en Kölsch. Danke ich bleib beim Kölsch.«

Der Neuankömmling schaute mich fragend an: »Und wie isset?«

»Joot isset.«

»Dann isset joot. Freut mich.«

Er nahm einen langen, tiefen Schluck aus seinem Kölsch, musterte den runter rinnenden Restschaum in seiner leeren Kölsch Stange, stellte sie beiseite, ergriff sich das Kölsch vor mir, murmelte: »Tschuldige, aber auf einem Bein kann man nicht stehen«, bäuerte unterdrückt und musterte mich erneut:

»Und haste das Endspiel gesehen?«

»Von der ersten bis zur letzten Minute. Und du?«

»Ich nicht. Mein Chefredakteur hatte mich verdonnert, jemanden zu imitieren, der die Fußball-WM aus moralischen Gründen boykottiert. Ich sollte darüber schreiben, wie das so ist, wenn man ein Endspiel verpasst.«

»Und?«

»Normal. Keine Autotorsos, keine Menschen, welche irgendwelche Hauptstraßen blockieren und Menschen ans Weiterkommen hindern, keine randalierenden Fans, einfach nichts.«

»Und was haste statt dessen dir angeschaut?«

»‘Der Nussknacker und die vier Reiche’, ‘Ich heirate einen Prinzen’ und ‘Jauch gegen 2022‘.«

»Bildungsfernsehen, ich verstehe.«

»Absolut. Wusstest du, dass Günther Jauch damals, also noch bevor er, du weißt schon, also als er …«

»Nein, wusste ich nicht.«

»Siehste! Die Privaten kommen dem Bildungsauftrag nach, die anderen haben nur für teuer Geld Fußball eingekauft!«

»Echt. Wahnsinn. Das wusste ich nicht.«

»Nebenbei habe ich noch getwittert.«

»Was denn so?«

»Paar Boomern den Marsch geblasen und Straßenklebern mit dem Strafgesetzbuch gedroht.«

»Echt? Wie engagiert.«

»Und Elon Musk supportet. Der hat bei Twitter ein bisschen feucht durchgewischt und den linksgrünen faschistischen Mob rausgespült. «

»Feucht durchgewischt? Also Mitarbeiter per E-Mail entlassen. ‘Durchwischen’ hört sich so positiv an.«

»Twitter ist Abschaum. Ein Moloch für Lebensversager.«

»Und daher spielen Sie dort mit?«

»Sie etwa nicht? Oder sind Sie etwa einer derjenigen, die Twitter abschaffen wollen. Das wäre Cancel culture!«

»Cancel culture? Nur weil dann eine Plattform fehlen würde, auf der allerlei Unsinn ablaichbar wäre?«

»Sie gehören wohl auch zu der linksgrünen Siffkultur?«

»Mitnichten.«

»Sondern?«

»Ich bin mehr passiver Twitter-Nutzer, folge einigen Accounts bewusst und versuche mich aus Schlammschlachten und Hetzer-Blasen heraus zu halten. Bei Twitter geht allerdings inzwischen die Deppenquote derjenigen mit ADHS-Symptomen hoch.«

»Deppenquote. Soso. Das ist also ihre Art der Diskussionskultur.«

»Die Vollkaskodesperados sind im Kommen. Twitter verkommt zu einem Lautsprecher, zu einem Hohlkörper, wie ein Eisenfass: es macht besonders viel Krach, wenn man es mit groben Werkzeugen bearbeitet und den Krach dann als verkannte Symphonie deklariert. Unter heftigem Getrommel.«

»Soso.«

»Es gibt einen weisen Satz: Energie folgt der Aufmerksamkeit. Energy flows, where attention goes. Solchen ADHS-Adepten werde ich das nicht geben, wonach sie lechzen: Energie, gesaugt aus einer ihnen gewidmeten Aufmerksamkeit.«

»ADHS-Adepten. Sie sind ja voll gebildet, sie kennen sich wohl voll aus. Abitur im Schnelldurchgang gemacht, he?«

»Bekannt ist, jeder Hahn kräht auf seinen Haufen Mist, den er als Mittelpunkt der Welt erachtet. Und weil es auf seinen Mist gut klappt, will er seinen Mist auch bei anderen aufhäufeln, um dort herum zu krähen. Und seit Wilhelm Busch und seiner Witwe Bolte wissen wir, Hähne legen keine Eier (auweia), machen aber lange Hälse, wenn sie gierig nach Ködern schnappen, geben danach ein feines Mittagessen ab, wenn man sie grillend richtig zubereitet. Twitter verwandelt es sich in einen riesigen Haufen Mist und lockt damit krähendes Federvieh mit Weltenmittelpunktsehnsucht an. Für Twitter bleibt mir nur noch eines zu konstatieren: Twitter ist maximal mittel punkt«

Ich atmete durch und pausierte. Dabei registrierte ich, dass der Neuankömmling nicht mehr neben mir stand. Er hat mich einfach ohne ein Wort sitzen lassen und befand sich nun am anderen Ende der Theke und unterhielt sich mit einem vierschrötigen Kerl.

»Sie reden viel, wenn der Tag lang ist, oder?«

Der Typ auf meiner anderen Seite grinste mich an.

»Vielleicht.«

»Was trinkst Sie denn da? Kein Kölsch?«

»Amarone.«

»Wenn’s schee macht. Prost. Ist Amarone Blubberwasser?«

»Blubber-was? Nicht, dass ich wüsste.«

»Blubberwasser. Wasser mit Blasen. So wie die ganze Social-Media-Sache an sich.«

»Auch eigene leidvolle Erfahrungen gemacht?«

Er grinste leicht, hob sein Kölsch sinnierend vor seine Stirn und fuhr fort:

»Social Media ist die Befriedigung der Suche nach Anerkennung. Das kann auch negative Befriedigung sein. Aber Hauptsache Anerkennung. Es ist eine Blasen-Welt, in der man sich wunderbar verlaufen kann, wenn einem die real existierende äußere Welt nicht das zollt, was man sich eigentlich erhofft, was man erwartet.«

»Zum Beispiel?«

»15-Minuten-Ruhm. Wissen Sie, wenn die äußere real existierende Welt stimmig ist, dann kommt es bei Social-Media-Nutzern zu Erschöpfungssymptomen durchs ewige Kämpfen-Müssen, durch Frustrationen mit einer nachfolgenden „Geht mir am Bobbes vorbei“-Haltung. Was interessiert es schon, wenn sich einzelne Individuen darüber echauffieren, dass sie nirgendwo geliebt werden, so wie sie sich geben. Oder sich genau so aufführen. Solche benehmen sich wie Boxer, die in der sechsten Runde schon schwer angeschlagen sind und dann von Runde sechs bis Runde zwölf torkelnd alles boxen, was sich irgendwie leicht vor deren zugeschwollenem Horizont bewegt. Und das ohne erkennbare Ergebnisse. Außer das sie selber kurz vorm Exitus stehen.«

»Kurz vorm Exitus nennt sich heute Resilienz.«

»Resilienz, ja. Und dafür werden sie wie Helden gefeiert. „Per aspera ad astra“ ist der Leitspruch jener. Durch Ungemach zu den Sternen. Sie meinen, mutmaßlichen Respekt in der Währung »Aufmerksamkeit« einzukassieren, koste, was es wolle. Auch wenn der Preis dazu von ganz anderen gezahlt werden wird. Hauptsache in deren Bilanz taucht dieser Saldo-Punkt nicht als Negativum auf.«

»War das jetzt nicht ne Aussage zum Angriff auf die Ukraine, oder?«

»Vielleicht eher zu den Soldaten darin. Dort werden Helden am laufenden Frontmeter produziert. Und jeder weiß, Soldaten sind Helden, auch wenn deren letzte Minute nur aus irre Schmerzensschreie besteht, weil eine Granate deren Eingeweide frei gelegt hat oder deren Herz offen ausblutet. Oder weil deren Hirn durch ein Loch in die Augen läuft. Oder wenn von der Zivilistin auf der Straße nach dem Raketeneinschlag nur noch die roten Stöckelschuhe mit den Fußstümpfen drin auf der Straße übrig bleiben. Dann sind sie Helden. Für eine Nacht.«

Ich musterte den Kerl. Anfangs war er mit noch sympathisch. Nur nachdem er so bildlich das Sterben im Krieg skizzierte …

»Schau mal. Wenn ein Infantino – man muss ihn nicht mögen, überhaupt nicht -, also wenn ein Infantino sagt, dass die westliche Welt vor Doppelmoral strotzt, und darauf die getroffenen Hunde bellen „Das muss ausgerechnet dieses korrupte Arsch sagen“, dann kann man später beobachten, wie diese Getroffenen ihre Hände in Unschuld waschen, in jener Suppe, die von anderen ausgelöffelt werden muss. Und spätestens dann taucht Tilly auf und flötet: „Nein, das ist keine normale Suppe, das ist Palmolive, das pflegt die Hände schon beim Spülen in Unschuld“.«

Ich versuchte für mich seine Gedanken zu ordnen und dachte laut:

»Und immer wenn jemand seine Hände in Unschuld wäscht, ..«

Er fiel mir ins Wort:

»… dann hält bereits jemand anders eine Packung Toilettenpapier mit der Gravur DANKE zum Abtrocknen bereit.«

Der Wirt brachte mir ein Kölsch und räumte mein leeres Glas Amarone weg. Ich nahm einen Schluck. In dem Moment entdeckte ich das kleine Fläschchen “Kleiner Feigling” vor mir.

Hier endeten meine Erinnerungen. Dafür startete wohl der Filmriss in meinem 4K-Movie mit Dolby-Atmos-Sound. Live sucks.