Über Careca

Hang zur Satire, zur Ironie und zum Zynismus; Sinn für jeden Unsinn

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (6): Abstand

In den sozialen Medien gibt es kein “Social distancing”. Bekannterweise geht es da ganz undistanziert zu Sache. Käme eine Fee vorbei und würde alle dort ausgesprochenen Wünsche und Verwünschungen wahr machen, wir hätten ganz andere Probleme als Corona.

Bei Twitter finden sich momentan die üblen Verwünschungen unter dem Hashtag “Ausgangsperre”. Und der Hashtag steht momentan auf Platz 1. Und somit ist es eigentlich auch nicht verwunderlich, dass sich Rechtschreibvermögen, was den Hashtag angeht, und Hamsterkäufe für Klopapier entsprechen. Hamsterkäufe offenbaren eine Dummheit, welche offenbar mit der generellen Rechtschreibschwäche für bedeutsame Wörter korrespondiert. Ich hoffe nur, dass ich dieses Post ohne Rechtschreibfehler beende, weil ansonsten mich ansonsten nichts von den #Ausgangsperre-Twitterer unterscheiden wird.

Draußen regnet es. Es ist arg schattig. 3 Grad. Kein Biergartenwetter. Vor meinem Fenster zum Hof gehen die Bauarbeiten für den Neubau weiter. Samstagsarbeit. Da brauch ich keinen Wecker, wenn die pünktlich um sieben Uhr anfangen. Mir war gerade danach die Floskel “pünktlich wie die Maurer” zu verwenden. Aber das stimmt nicht. Da wird nicht gemauert. Da wird betoniert, was die zuvor gezogen Stahldrahtkonstrukte hergeben: horizontal, vertikal, diametral, unilateral. Morgen ist Sonntag. Ruhetag. Dann spielen wieder die Krähen mit dem Baustellenmaterial.

 

Wer wissen will, wie sich Deutschland mit den ersten Ausgangsbeschränkungen generell verhält, der kann hier https://pkreissel.github.io/social_distance/ nachschauen. Der Wert für Münchener Hauptbahnhof (also Busse, Trambahn, S-Bahn, U-Bahn, DB-Reiseverkehr und deren Geschäfte dort und unmittelbarer Umgebung; ermittelt über  die Daten der Android Smartphone-Benutzer, die sich mit ihren Einstellungen von Google tracken lassen) lag gestern bei 27 % (100% bedeutet Vollauslastung) und liegt momentan bei 18%. Deutschlandweit war der Wert gestern 25%, momentan liegt er bei 34%.

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (5): Beschränkungen

Jetzt ist es also passiert, wie ich gestern bereits schrieb: ein Art Ausgangssperre ist in Bayern verfügt worden. Ex pressis verbis: “Ausgangsbeschränkung”. Politisch hat der Söder dem Laschet mehr Schneid abgekauft, als es von Bayern aus ein Stoiber, Huber oder Seehofer ihren politischen Gegnern je konnten. Sollte der Söder mit seinem Vorpreschen entscheidenden Erfolg verzeichnen, dann wird er wohl in Zukunft der Erbe des Titels “Der Macher” von Helmut Schmidt werden.

Eigentlich hatte ich erwartet, dass nur den Bayern der Ausgang verwehrt würde. Denn dann könnten die Bayern ihre Schrotflinten heraus holen und vom Fenster aus endlich wieder auf alle Nicht-Bayern, den “Preußen”, schießen. Naja, das war nur meine sarkastische Phantasie. Die Ausgangsbeschränkung ist für alle da. Unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Sprache und Alkoholgehalt im Blut.

Ab jetzt beginnt wohl für mich 35 qm Deutschland. Ohne Balkon und mit nur einer Fensterfront. Die Deckenhöhe liegt bei 2 Meter 20. Ein-Zimmer-Wohnung. Einziger Ausgang stellt Arbeit und Einkaufen dar.

In der Firma wurden inzwischen eindeutige Anweisungen gegeben. Jeder muss eine Farbkodierung offen tragen und darf entsprechend nur bestimmte Wege auf dem Firmengelände nutzen. Zudem werden wir postalisch einen “Passagierschein” erhalten, der uns als Arbeitnehmer mit Berechtigung zur Nutzung der Öffentlichkeit außerhalb der eigenen 4 Wände ausweisen wird.

Heute morgen, auf dem Fußweg zur Arbeit kam mir eine maskierte Frau entgegen. Sie machte wortwörtlich einen großen Bogen um mich. Dafür betrat sie einfach den Fahrradweg. Ohne hinter sich zu schauen, ob der Weg überhaupt frei wäre. Er war frei. Und der Abstand zwischen ihr und mir war immer mindestens drei Meter.

Über die Webcams hatte ich mal die Stadt durchgeschaut. In einem Biergarten konnte ich Rudelbildung erkennen. Wildfremde Personen saßen gemeinsam beim Bier in einem Biergarten. Es waren Ü45iger. Keine Jugendlichen. Die Jugendlichen mussten wohl noch arbeiten, während die Älteren sich noch ordentlich einen in der Frühlingssonne verlöteten.

Der Generationenkonflikt wütet nicht nur durchs Internet, sondern auch quer durchs reale Leben. Was “die anderen” immer so falsch machen, was man “selber” ja nie falsch machen würde, ist dann das gruselige Thema. Besonders gruselig wird es dann, wenn sich fünf wildfremde Menschen als Gruppe darüber unterhalten und ihre Gesten eindeutig auf nicht anwesende Menschen deuten. “Die anderen” halt. Schuld sind dann immer wir anderen, die nicht mitdiskutieren.

Auf einem Nachrichtenkanal wurde berichtet, das durchschnittliche Alter der am Corona-Virus Gestorbenen wäre 47 und dahinter stand in Klammern das Wort „Median“. Kleine mathematische Aufgabe, ich gebe folgende Zahlen vor: 48, 27, 29, 47, 54. Was ist der Median? Zum Lösen muss man die Zahlen in einer aufsteigenden Reihenfolge bringen: 27, 29, 47, 48, 54. Der „Median“ ist der mittlere Wert, hier „47“. Ist die Anzahl der Werte nicht ungradzahlig, dann wird der Median aus den beiden mittleren Werten gemittelt und ist somit der durchschnittliche. Habe ich also die Werte 27, 29, 46, 48, 48, 54 ist der durchschnittliche Median „47“. Der reine gemittelte Wert (arithmetische Durchschnitt) beträgt aber „42“. Wer sich also beim Median „47“ für das Jahresalter der Gestorbenen sicher fühlt, sollte sich nicht verschätzen: der eigentliche Mittelwert könnte erheblich tiefer liegen.

Heute ist – ganz nebenbei angemerkt – Frühlingsanfang. Und das ist daher bemerkenswert, weil ich jemanden in einer Diskussionsrunde rufen hörte: “Man sollte sie zur Strafe zum Spargelernten schicken. Ich will keine horrenden Preise für den Spargel zahlen, nicht wahr, und Strafe muss sein!” Law und order. Fast wäre ich unter Tränen auf den Knieen zu diesem besonderen Menschen hingerobbt und hätte ihm die Schuhe geküsst. Aber das macht man in unserer Firma nicht. Gehört sich nicht. Wir Duzen uns ja alle.

Wahrscheinlich schließt morgen meine Weinhandlung. Es wird wohl heute meine letzte Chance sein, mich zu bevorraten. Ob das so ist, weiß ich allerdings nicht. Ein Online-Blumen-Versender schickt mir eine Email mit der dringlichen Aufforderung noch zu bestellen: “Verschenken Sie Blumen so lange es noch geht!” Das hört sich wie der Slogan der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts an, als es in amerikanischen Reisebüros nach dem damaligen NATO-Doppelbeschluss und dem Wettrüsten hieß: “Besuchen Sie Europa, solange es es noch steht”.

Die nächste Tankstelle mit Bier und Weinvorräten liegt fast zwei Kilometer entfernt, der Telekommunikationsladen mit Internet und Telefonen dagegen ist bei mir fast gegenüber. Aber ich wette, der wird wohl auch schließen müssen. Ich überleg, ob ich nicht doch noch Wein kaufe. Im Keller habe ich ein paar Flaschen gelagert, die dort noch ein paar Jahre lagern sollten. Ob ich sie jetzt trinken sollte? Sollte ich tödlich erkranken, habe ich von den Wein nichts mehr. Also jetzt trinken? Und was ist mit meinem Ersparten? Jetzt verjubeln? Aber wo? Es ist ja ab Mitternacht alles geschlossen …

Thema “Krankschreibung”. Es gilt bis zum 10. April ein vereinfachtes Krankschreibungsverfahren. Der Hausarzt oder die Hausärztin diagnostiziert per Telefon und stellt im Nicht-Corona-Fall die gelben Papiere aus, die dann dem Arbeitnehmer postalisch zugesendet werden. Die Versicherungskarte kann in der Arztpraxis nachgereicht werden, da die eigenen Daten bereits bekannt sind. Das wird allerdings nicht klappen, wenn ein Arzt oder eine Ärztin jemanden zuvor nie in Behandlung hatte. Es wird jetzt also schwierg, den Arzt oder die Ärztin zu wechseln. Ich habe im Internet bei meiner Hausärztin nachgeschaut: aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Telefonisch geht auch nichts. Okay. Aber irgendwie bin ich mehr als nur begeistert. Sie wird einen Klienten verlieren. Sorry her.

Typisches Erste-Welt-Probleme halt, mit was ich mich jetzt beschäftige  …

Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (4): Lockdown is coming up

Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Wenn in der Arbeit immer wieder auf dem Smartphone nachgeschaut wird, oder schnell die Internetseiten bekannter Nachrichtenkanäle nach neuen Nachrichten durchforscht wird, dann geht dort immer mehr Energie rein, als nötig sein sollte. Die eigene Arbeit leidet darunter. Klar, es gibt kein wichtigeres Thema als eben das Thema, wie geht es weiter, was passiert als nächstes, wie viele Menschen sind bereits erkrankt und ist auch keiner bei diesem schönen Biergartenwetter im Biergarten. Letzteres ist schwierig, weil es eine Art bayrische Konditionierung ist. Schönwetter = Biergarten = Geselligkeit. Nur jetzt ist anderes angesagt: Schönwetter = Kein Biergarten = Social distancing (auf deutsch: Deutlicher Abstand, bitte!).

Ein Bekannter zeigte mir das Foto eines offiziellen Dokuments auf seinem Smartphone. Seine Frau hatte es ihm geschickt. Sie arbeitet im Münchener Landratsamt. Das Papier sagt aus, dass sie die Erlaubnis habe, ihre Wohnung zu verlassen, um zum Landratsamt zu gelangen. Es scheint also wohl so dazu zu kommen, dass es eine wie immer geartete Art Ausgehsperre in München und vielleicht auch ganz Bayern geben wird. Wahrscheinlich wäre, dass diese ab dem Wochenende in Kraft tritt. Das Wetter soll eh gräuslich kalt und nass werden. Also kann sich jeder an seine Wohnung als Quarantäne schon mal eingewöhnen. Bei mir werden es dann knappe 35 qm sein, wobei nicht mal ein Drittel begehbar ist. Ich hoffe, mir wird nicht die Decke auf dem Kopf fallen.

In der Schweiz wird gerade darüber nachgedacht, Streaming Dienste zu verbieten, weil deren Netz in die Knie geht und somit geschäftliches Homeoffice-Arbeiten mittels Skype, Teamviewer und so weiter nur noch in schlechter Qualität möglich ist. Ich denke, die Diskussion sorgt für hohen Blutdruck bei Menschen in Quarantäne oder mit Ausgangssperre. Für Deutschland wird es spannend, wenn es zum “Lochdown” kommen sollte und jeder von zu Hause aus arbeiten soll, ob das Netz das durchsteht.

Ein “Lockdown” wird zum Grab aller “Casual Dating”-Seiten.  Keiner möchte sich alle 12 Minuten unglücklich übers Internet verlieben.Tinder-Dates zum “casual sex” oder ONS werden schwierig zu vollziehen sein. Gegen HIV gibt es Kondome, gegen SARS-CoV-2 hilft auch kein Intimspray..

Auf der Straße werden kaum Blicke ausgetauscht. Als ob Blicke töten könnten.

Energie folgt der Aufmerksamkeit. Unsere Energie gilt einstweilen Social distancing.

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (3): Alles fürs Klo

Heute erhielt ich die ersten WhatsApp-Kettenbriefe zum Thema “Corona”. Alle 15 Minuten Wasser trinken und immer wieder mal für drei Minuten die Luft anhalten. Ersteres verhindert die Infektion mit den Viren und zweiteres zeigt an, ob man schon erkrankt ist und bald des Todes sein könnte. Das eine beruft sich darauf, dass Viren keinen Halt finden sollten, wo es feucht ist, und das andere führt die Lungenfibrose als Rechtfertigung für den Test an. Leider konnte ich den Verfasser der Nachrichten nicht finden. Wohlmöglich hat da früher mal “Euer Potus” drunter gestanden, wurde dann aber weggelöscht, um es mehr Seriosität zu verleihen. Das macht diese Kettenbriefe auch nicht besser.

Ein Tipp aus meinem Bekanntenkreis ließ mich heute früh zum nächsten DM gehen. Es stehe eine Lieferung von Toilettenpapier an. Meine vorletzte Rolle war bereits in Nutzung und ich benötigte Nachschub. Also stand ich in der Warteschlange. Vor uns war der Truck und dessen Fahrer lud ab. Und irgendwann kam dort eine Europalette mit Toilettenpapier zum Vorschein. “Jeder nur eine Packung! Und keine Diskussionen!”, schallte der Ruf der Marktleiterin nachher im Geschäft. Alle Kunden, die zuvor in der Schlange gestanden haben, gingen zuerst zur Palette im Geschäft. Auf dem Weg nach Hause fing ich einige Blicke auf. Keine Ahnung, wie viele mich mit meiner Packung als Hamsterkäufer oder Panikmensch oder lächerlich eingestuft haben mögen. Überfallen wurde ich nicht.

Die OEMs machen jetzt der Reihe nach zu. Bislang dürfte jetzt an 75% des Firmenumsatzes wegbrechen. Ich denke, nächste Woche wird von meiner Firma Kurzarbeit angemeldet.

Ein Kollege von mir vom Büro gegenüber haut sich am Arbeitsplatz eine Portion “Virulent” nach der nächsten in den Kopp. “Virulent” ist ein homöopathisches Mittel mit 37% Vol. Alkohol. Er könnte sich alternativ auch eine Halbe nach der nächsten ex und hopp reinhämmern. Dann hätte er den Alkohol, die Homöopathie, die feuchte Kehle, könnte beim Trinken die Luft anhalten und gleich auf Lungenfibrose testen. Ich hab’s nicht gesagt. Denn er könnte auch meckern, dass ich mich stets verweigere, mir meine Hände mit der Pumpflaschenlösung an der Tür zu waschen.

Auf dem Firmenklo hat jemand das Bild eines T-Rex angebracht und da drunter geschrieben: “Hat sich nicht die Hände gewaschen. Ausgestorben.” Ich wollte schon handschriftlich vor dem Wort “Ausgestorben” ergänzen: “Zu viel Panzer, zu wenig Hirn.” Aber es ist unklug, in der Firma in diesen Zeiten sarkastisch zu sein. Zudem jetzt Städte nach dem Einsatz der Bundeswehr im Innern rufen.

NRW hat im Zuge der Corona-Pandemie Demonstrationen generell verboten. Was als recht normal in diesen Zeiten ausschaut, ist rechtlich aber eine ganz üble Sache. Denn die Demonstrationsfreiheit ist eine der basalen Sache unserer Demokratie, des Grundgesetzes. Sie kann und darf nicht verboten werden. Es können Auflagen gemacht werden (z.B. 1,50 Meter zwischen jeden Demonstranten; Vermummung ist verboten, aber Masken für jeden zwingend erforderlich; Plakate vorher eine halbe Stunde in Desinfektions- oder Chlorlösung tauchen; Parolen nur gemurmelt, da ansonsten zu viel Virenfreiheit; Träneneingas nur mit Desinfektionszusatz; usw. usf. ), welche eingehalten werden müssen. Nur etwas von einer Partei verboten zu bekommen, welche sich strickt gegen eine Verbieter-Mentalität positioniert hat (und sich sich demokratisch definiert), ist schon arg seltsam. Da werden zuvor Consulting-Büros beauftragt, um neue Anordnungen und Gesetze rechtlich zu überprüfen, und dann beweisen Partei und Rechtsanwaltsbüros, wessen Geistes Kind sie sind? Ich hatte schon genug Stimmen hören dürfen, die meinten, dass es die Chinesen besser hätten, weil die alles diktatorisch und zentralistisch verbieten könnten. Und wer nicht folge, ab in den Knast oder erschießen. Es geht schließlich um die Volksgesundheit und einen milden Verlauf der Krankheit, was den Unternehmen besser bekommt. Die Demokratie ist aber auch eine hinderliche Sache, nicht wahr? Bauchregentschaft, das ist die neue Staatsform. Am besten geleitet und geführt durch die Hohlblasen der Meinungsgesellschaft des Internets. Aber egal. Es ist, wie es ist.

Es ist eigentlich der Treppenwitz der Geschichte: Erst macht die EU die Außengrenzen dicht und setzt dafür ihre “Frontex”-Soldaten ein. Damit keine ungebetenen Gäste aus Afrika an die Gestaden Europas mit deren Boote landen. Und jetzt macht Afrika die Grenzen zu Europa dicht. Sie wollen keine Gäste aus Europa. Europa findet das nicht okay, schließlich sollen dort weiterhin die EU-Überschüsse der Landwirtschaft hin verkauft werden. Und außerdem ist Afrika Low-Cost-Country für bestimmte Produkte. Und jetzt sperren die einfach deren Grenzen zu Europa? Oder sollten die etwa reiche Gesundheitsflüchtlinge mit kleinen Dingelchen in der Luftröhre befürchten?

Die Großgrundbesitzer werden unruhig. Die Low-Cost-Country-Arbeiter wurden einfach ausgesperrt? Sollen die Landwirte jetzt etwa selbst den Knochenjob des Spargelerntens erledigen? Geht gar nicht. Aber demonstrieren dürfen die auch nicht. Ob die jetzt zum Protest etwa ihre Misthaufen anzünden? Einfach um wieder ein wenig mehr NOx und CO2 in der Luft zu bekommen? Warten wir es mal ab. Zumindest haben die Landwirte sofort eine Vision gehabt: Arbeitslose für paar Euro fuffzig in die Spargelfelder schicken. Mit der Vision gehören solche Landwirte gleich direkt zum Arzt in die Behandlung. Weil, Haluzis sind gefährlich.

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (2): Treffen der Generationen

Die Firma hat eingesehen, dass die gestern eingeführte Idee, alle Türgriffe und so weiter mit Schaumstoff zu umwickeln und dann einfach nur mit Desinfektionsmitteln einzusprühen, weniger Genialität aufweist als Klopapierrollenhamsterkäufe. Sie wurden entfernt. Aber da das Klinkenputzen Geld kostet, taucht die Billiglohnkraft auch nur noch einmal am Tage auf, statt wie zuvor verkündet viermal am Tag. Stattdessen sollen wir es unterlassen, uns an Kaffeeautomaten zu treffen. Maximal immer nur einer und der Rest habe 2 Meter 50 Abstand zu halten. Den Verfasser dieses Verhaltensreglements sah ich heute. Er stand am Kaffeeautomaten und plauderte intensiv in nächster Nähe mit einem Geschäftsführer, der zudem seine Finger im Gesicht hatte. In einer Email hatte eben jener Geschäftsführer gefordert, man solle unter anderem auch einmal seine Finger aus dem Gesicht lassen. Vielleicht sind gerade mal ein Viertel der Angestellten in Homeoffice. Es reichte, dass jener Geschäftsführer dann schrieb, man solle nicht mehr so viel die Telefonleitung nutzen, den telefonischen Kontakt aufs mindeste zu beschränken, da sonst das IT-Netz zerbröseln könne.

Das wird diesen Sommer kein Sommermärchen geben. Die Fußball-EM ist verschoben. Dabei hätten vier Spiele hier in München stattfinden sollen. Mein Beileid an die UEFA für deren Entscheidung hielt sich in Grenzen. Die UEFA wird wohl dafür von den Nationalverbänden einen Rettungschirm einfordern, damit deren Manager nachher nicht an deren goldenen Hungertücher nagen müssen.

Meine Mutter beklagte sich am Telefon, dass die Gottesdienste allesamt verboten wurden. Meine Mutter ist 86. Der tägliche Gottesdienst war ihr einziger Trost. Glaube ist ihr wichtig. Nur ich konnte ihr nicht einfach sagen, dass die Schließungen eigentlich folgerichtig waren. Denn nachweislich interessiert sich keiner der Gottheiten mehr für diesen kleinen Globus in deren All. Denn sonst wären sie mit göttlicher Allmacht hier niedergefahren und hätten jeden einzelnen Virus persönlich zum Platzen gebracht. Aber bislang kam keiner der Allmächtigen, um sich um deren Schäfchen und Lämmer auf diesem Erdenrund zu kümmern. Also kann man deren Gedenkstätten auch gleich schließen.

In der Presse ist jetzt wieder viel über “Krieg” zu lesen. Krieg gegen einen Virus. Begeistert hätte ich fast “na denn mal los, ihr Heeresführer” gerufen. Jeder weiß doch, wie präzis Bomben, Raketen und Drohnen der obersten Heeresführer heute arbeiten. Die Verwender hatten bislang immer deren chirurgischen Präzision gerühmt. Aber die Heerführer sitzen zusammen, schütteln sich die Hände und wissen auch gleich, wer Schuld an dem ganzen Dilemma ist. Schuld sind immer wir anderen. Aber “Krieg” ist immer gut. Es fokussiert die Menschen und lenkt davon ab, dass Viren Armeen und Krieg recht schnuppe sind.

Beim Nachlesen in den sozialen Medien fällt mir ins Auge, dass der Generationenkonflikt verschärft weiter geführt wurde. Stand am Anfang “Friday for future” und die ganze Scharr der Älteren, die den Streik zum Schulschwänzen umgedeutet und damit auf Konfrontation mit den Jüngeren gingen, kam danach das “Okay, Boomer” und “alte grauhaarige Männer” gegen “ihr habt keine Ahnung” und “rotgrün-versifft” und “werdet erst einmal älter”, so kommt jetzt die betonte Lässigkeit der Jüngeren und die pingelige Bevormundung der Älteren. Die Älteren verlangen von den Jüngeren Disziplin und zu-Hause-zu-bleiben. Die Jüngeren machen dabei die Rechnung auf und erklären, der Virus wäre eh nur gefährlich für die Ü40-Boomer-Generation. Und die solle sich nicht so haben, denn sie müsse eh irgendwann sterben. Und so wogt der Generationenkonflikt in all seiner Gehässigkeit hin und her durch Twitter und Facebook. Warum sollten auch aller Hass und jede Hetze in Zeiten der Coronaviren aufhören?

Die Regale in den Supermärkten werden zusehends leerer. Es fällt das Word der „Asozialität” und das Fehlen von “Solidarität”. In den 80ern, zu Zeiten des NATO-Doppelbeschlusses, hat die Jugend damals den Älteren vorgeworfen, würde der Russe in Deutschland mit Panzern einfallen, würden die Deutschen schnell ihre Autos von der Straße in deren Garagen umsetzen, damit die nicht beschädigt werden, statt die eigenen Autos den Eindringlingen als Blockade in den Weg zu stellen. Die Älteren wären nicht fähig, etwas von sich selbst zum Wohle aller aufzugeben, war die damalige Erklärung dazu. Es beruhigt zu wissen, dass sich nichts in der Bevölkerung in den letzten 40 Jahren geändert hat. Brot für die Welt, aber die Butter bleibt hier. Wenn das Volk kein Brot mehr hat, soll es Kuchen essen. Und wenn es an Klopapier und Nudeln fehlt, dann sollen sie mehr Puderzucker essen. Dann ist erstens für Kalorien zum Überleben gesorgt und zweitens muss man auf dem Klo nur abstauben.

Homeoffice. Immer mehr in meiner Umgebung machen Homeoffice. Eigentlich bin ich froh, dass ich nicht dazu verdonnert wurde. Auf 30 qm Wohnung auch noch ablenkungsfrei arbeiten können? Ein unkeuscher Gedanke stieg in mir auf: Was macht eigentlich eine Prostituierte, wenn ihr Homeoffice verordnet wird … ?

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (1): Gegenmaßnahmen

Ein neuer Tag. Die Baustelle vor meinem Fenster erwacht. Der Fluch der Corona ist dort noch nicht angekommen. Im Bad beurteile ich meine letzten beiden Toilettenpapierrollen. Es ist meine Schuld, dass ich nicht sofort auf den Toilettenpapierhype mit aufgesprungen war. Das habe ich jetzt davon.

Es ist, wie es ist. Die Arbeit geht weiter. Der Firmenbesitzer hat wohl seine Freitags-Verfügung umsetzen lassen. Aus seinem selbstgewählten Exil, weil er unbedingt noch Skiurlaub in Südtirol machen musste. Exil? Welch heroisches Wort. Nennen wir es doch so, wie es ist: selbstverordnete Firmenabstinenz eingekleidet in das schöne Wort “Home Office” (besser: “Selbstquarantäne”). Am Freitag gab es die Verkündung, dass Türklinken, Türknäufe und Türdrücker regelmäßig mehrmals am Tag mit Desinfektionsspray gereinigt werden sollten. Ihm muss wohl aufgegangen sein, dass bei den vielen Türen im Gebäudekomplex viel mit Spray und Lappen gearbeitet werden müsse. Und Arbeit ist der Quotient aus Geld pro Stunde. Oder umgekehrt: verdammt viel Geld für einen Tag und die Firma hat doch zu sparen. Also ließ er die Türgriffe mit Schaustoff umwickeln, mit zwei Kabelbinder fixieren und die werden jetzt regelmäßig eingesprüht. Die überstehenden Enden der Kabelbinder wurden freilich abgeschnitten. Die ersten hatten sich bereits an den scharfen Schnittkanten der Kabelbinder geschnitten. Aber kein Corona bekommen. Dafür suppen jetzt die Schaumstoffpuffer. Ob das medizinisch okay ist? Zumindest geht das Einsprayen jetzt schneller vonstatten. Es muss nicht mehr gewischt und poliert werden. Aber beim Händewaschen sollen wir zweimal “Happy Birthday” singen, bevor wir die Hände spülen.

Zwei OEMs (FCA + PSA) haben ihre Produktion runter gefahren. Das wird wie eine Schockwelle die Automobilindustrie treffen. 2008/2009 war dagegen ein Klacks. Denn es kommt bereits ein anderer wirtschaftlicher Tsunami auf die Automobilindustrie zu: Gaststättengewerbe, Reiseindustrie und Fluglinien haben massive Probleme. Lufthansa braucht bereits Geld, SAS hat den Flugbetrieb eingestellt und 10.000 Menschen entlassen. Und die Automobilindustrie ist aufgrund Diesel-Gate geschwächt. Der Tsunami, der da kommt wird brutaler als 2008/2009. Das kommt nicht von den Banken. Sondern von der Präsenz von 150 Nanometer. Wenn die Automobilindustrie Schnupfen hat, bekommt die deutsche Wirtschaft Grippe. Die deutsche Wirtschaft hat bereits die Grippe und die Automobilindustrie hat nicht nur einen Schnupfen. Das wird unlustig.

Bayern fährt runter. Nach dem 09/11 im Jahre 2001 wurde uns bereits erklärt, dass die Spaß-Gesellschafft passé wäre. Heute wird sie gesetzlich reglementiert. Der Virus ist kein Spaß. Aber das Ende der Leichtigkeit? Kein Licht mehr? Keine Weite mehr? Die Kommentare meiner Kollegen sind danach. Rational argumentiert keiner. Alle sehen freilich nur die offensichtlichen Einschränkungen und die damit verbundenen Nachteile. Es gibt keine win-win-Situtaion mehr. Am Samstag brummte neben mir wieder jemand: “Die wollen nur von den kriminellen Ausländern und Flüchtlingen ablenken!” Meine gedankliche Antwort ist nicht zitierbar.

Ein Lied geht mir nicht mehr aus den Kopf. “My Corona”.

Ooh, my little pretty one, my pretty one
When you gonna give me some time, …
Ooh, you make my motor run, my motor run
Got it coming off o‘ the line, …

Nein, der Titel des Lieds ist ein anderer. Es ist das Lied der Gruppe “The Knack” und heißt in Wahrheit “My Sharona”. Einmal etwas anzügliches ohne Bedrohung.

https://www.youtube.com/watch?v=BR2JtsVumFA

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (0): Der Beginn

Ich hatte ordentlich gefeiert. Oder ich sag es mal so: die Differenz zwischen Vorher-Haben und Nachher-Haben im Geldbeutel war deutlich. Für 40 Euro gibt es schon einige Kännchen Bier in Bayern. Auch in München. Und einen Kater gratis.

Früher war es mit dem Aufwachen einfacher: Aufwachen, Fenster auf, Kater floh, Patient gesund. Heute will der Kater kuscheln, um die passende Katerstimmung zu erzeugen. Das Fieberthermometer zeigte 37,1° C. Faules. Fieber. Der Darm unterstrich es auf dem Klo.

Die Nachrichten werden immer dunkler, enger, schwerer. Spanien riegelt sich ab. Viele Deutsche meinten, dass sie eine Quarantäne lieber am Strand unter der herrlichen Sonne der Kanaren verbrächten als im miesepetrigen dunkelgrauen Deutschland und darum unbedingt noch dahin müssten. Sie wurden an den Stränden von Polizisten auf Motorrädern aufgelesen und in deren Hotelquartier geschickt. Die Flieger werden sie in den nächsten Tagen abholen. Zwangsabschiebung. Wetterflucht ist kein Asylgrund. Erst recht nicht für Deutsche, die selber ja noch nicht mal Wirtschaftsprobleme abkönnen. Deutsche können nicht mehr in den Urlaub fliegen. Sie werden ins Hier und Heute zwangsverhaftet. In Geiselhaft eines Virus. Das ist nicht so schlimm wie ein Piloten- oder Bahnstreik, aber nett ist sowas auch nicht. Schön ist das nicht.

Alles Hysterie! Lass uns doch leben, wie wir wollen! Uns doch egal, wenn die Armen, Schwachen und Alten sterben! Wir sind jung, wir sind vital, wir sind die Zukunft. Recht haben sie. Oder hat wer schon Bruce Brenner bei seiner Wandlung in den schrecklich grünen Hulk an einem Virus erkranken sehen? Superhelden erkranken nicht. Und wir jugendliche Menschen sind alle Superhelden. Alle gehören wir zu den Avengers. Okay, die Reservemannschaft der Avengers. Und wer erkrankt, der ist halt kein Superheld. War nie einer. War eh bereits ein Opfer. Survival of the fittest.

Ich schaue um mich. Mein Rucksack sehe ich nicht. Darin hatte ich Weinflaschen. Kein Toilettenpapier. Da waren schon andere schneller. Die Durchfall-Fraktion. Entweder gibt es wirklich viel Durchfall momentan, oder es gibt einfach zu viel dicke Ärsche in dieser Gesellschaft. Beides läuft dann aufs selbe hinaus, wenn Dick und Doof sich paaren.

Die Nachrichten sind wenig erheiternd. Die Wahl zum Bürgermeister lasse ich aus. Einerseits ändert meine Stimme nichts in Relation zu den anderen Stimmen, zum Anderen sind die Braunen eh in München nicht so goutiert, und dann schaffte die Stadt es auch ohne mich sehr gut.

Die Nachricht prasselt rein, dass Spanien dicht macht. Ein Freund lebt dort. In einem Truck. Er wird in der Mausefalle sitzen. Voraussichtlich wird er wohl abgeschoben werden. Das steht zwar nirgend geschrieben, aber warum sollte die spanische Regierung plötzlich ein herz für nicht-sesshafte Deutsche aufmachen wollen? Weil sie gut für Touristen-Euros sind? Maximal wegen den Euronen. Da sind Spanier nicht besser als Deutsche.

Eine Nachricht kommt rein. Ein Bekannter eines Bekannten, der einen Bekannten … hört sich an wie ein Gerücht. Ich werde aber vorsichtiger und sage ein Meeting ab. Als ob ich es mir leisten könnte.

Bilanz auf dem Klo: Doch nur noch zwei Klopapierrollen. Ich werde jetzt wohl dafür bestraft, nicht dem Klopapierwahnsinn verfallen zu sein.

Da fiel mir ein Witz ein: Eine Frau wollte gerne einen größere Busen durch Brustvergrößerung haben. Der Arzt riet ihr zur Verwendung von Toilettenpapier. Die Frau starrte den Arzt fragend an und der antwortete lakonisch: “Bei ihrem Arsch hat es ja auch geholfen.”

Keine Ahnung, ob in Deutschland dieser schlechte Kalauerwitz inzwischen für bare Münze genommen wird. Trotz Lachen werden aus meinen beiden Rollen keine vier.

Morgen ist ein anderer Tag. Dann wird wohl wieder geliefert werden, oder?

Ertrage die Clowns (12): Der Spaß beginnt …

    Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

    „Ertrage die Clowns!“

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  • “Haben Sie zuhause einen Desktop-PC?”, fragte die Chefin gestern ihren Mitarbeiter in der Firma, “Sollten Sie nämlich wegen dem Corona-Virus Home-Office machen müssen, dann können Sie von zu Hause aus arbeiten. Verstehen Sie? Oder wenn Sie am Corona-Virus erkrankt sein sollten, dann können Sie all ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen, dann hat die Firma keinen Schaden.” Der Mitarbeiter nickte stumm. “Gut, also wenn es so kommt, arbeiten Sie von zu Hause.” Und die Chefin drehte ab. Ein anderer Mitarbeiter von ihr hatte eine Fußverletzung und wurde krank geschrieben. Sie hatte ihn immer wieder von zu Hause aus angerufen und ihn gedrängt, doch ein paar Aufgaben zu erledigen, denn obwohl er ja krank geschrieben wäre, so ihre Meinung, dann könne er trotzdem noch arbeiten. Wenn Deutschland etwas aus dem Flug “Germanwings Flug 9525” gelernt hat, dann das Arbeiten trotz medizinisch ausgestellten Krankenscheins. Als vor knapp 5 Jahren (am 24. März 2015) der Airbus A320-211 in die Hänge der Westalpen in Südfrankreich steuerte, starben beim Aufprall alle 150 Insassen. Später fand man heraus, dass der Selbstmordpilot eigentlich krank geschrieben war, aber trotzdem zur Arbeit ging. Dass niemand zu arbeiten habe, wenn so ein Mensch medizinisch krank geschrieben wurde, stand nie zur Debatte. Denn es hätte auf der damaligen Debatte dazu führen können, dass man Erkrankten sehr wohl eine Auszeit von der Arbeit zuzugestehen hat, damit sich der Körper desjenigen schneller und gründlich erholt. Tja, jetzt auch bei der Sache mit dem Corona-Virus. Die Chefin drehte sich nur kurz noch einmal um und bestärkte: “Auch wenn Sie an den Corona-Virus erkranken sollten, heißt das ja nicht, dass Sie nicht doch arbeiten könnten, nicht wahr. Und die Arbeit muss nun mal gemacht werden.” Sie schloss die Tür. Schlechter Rotwein hat im Gegensatz dazu noch immer den besseren Abgang.
  • Ein Arbeitskollege erkundigte sich telefonisch bei einer Apotheke, ob jene noch “Virulent” im Vorrat habe. Drei Packungen, war die Antwort. Er erwiderte, er würde um Viertel nach Neun dort vorbei kommen und alle drei kaufen. “Virulent”? Ich erinnerte mich, das in meinem Kühlschrank zu haben. Am Abend nach der Arbeit schaute ich nach. Stimmt. Da hinten, links hinten in der Ecke, da lag die Packung. Ich holte sie hervor. Ich hatte damals das Datum notiert, wann ich das homöopathische Mittel vom Arzt verschrieben bekam: Januar 2006. Verwendbar bis September 2019. Ich warte noch ein wenig. Auf dem Schwarzmarkt, dürfte die Packung bald Sammlerwert haben. Ach ja, obiger Kollege findet es asozial, dass manche mit gehorteten Atemmaske jetzt mit hohen Preisen fett Kasse machen. Das wäre unmoralisch. Bin ich froh, dass er an der Börse fett Kasse machen will.
  • Der Arbeitskollege stöhnte auf. Die USA hat die Einreise von Europäern verboten. Dabei wollte er übernächste Woche in den USA als Individualurlauber rumreisen. Den Flug – als Schnäppchen in einem Internetportal geschossen – kriegt er zu 100% ersetzt. Aber den Mietwagen? Die Hotels? Er ist sauer und überlegt zu klagen, wenn er nichts zurück erhält. Er ist rechtschutzversichert. Und dann las er die Nachricht, dass die Börse erneut mit über 10% eingebrochen ist. “Kein Problem”, meinte er lakonisch, “in zwei Wochen kaufe ich im großen Stil, wenn die Börse unten ist und dann mach ich fett Kasse.”
  • Ich erhielt auf meiner Arbeit die Anfrage eines Kollegen, ob ich nicht mit ihm den Urlaub tauschen möchte. Ich hatte meinen bereits für September gelegt, er auf April. Und er möchte Erholung mit seiner Familie im Süden. Den kann er im April wohl nicht wegen Corona realisieren. Also soll ich mit ihm tauschen, da ich ja keine Familie habe. Ich sagte ihm, ich sei bestechlich, und das ganz besonders in Zeiten von Corona und zu verlegenden Gardasee-Reisen. Er nannte mich ein kollegiales Arschloch, weil ich nicht im April Urlaub machen wollte.
  • Die Corona-Virus-Pandemie hat das Gebaren der ganzen Gangster-Rapper und Ghetto-Kids zu gesellschaftlich anerkannten Rang verholfen. Die “Ghetto-Faust” ist jetzt der Stil der Corona-Zeit. Die Gangster-Rapper und Ghetto-Kids werden sich neues zur Absonderung überlegen müssen. Vorschlag: Macht das, was die Bussi-Bussi-Gesellschaft Münchens damals immer machte, als jene Gesellschaft damals noch verächtlich auf euch nieder blickte. Sie wird neidisch werden.
  • Xavier Naidoo ist sauer. Warum ist ihm nur das Marketing von Tom Hanks eingefallen? Warum mögen ihn alle Menschen nicht? Nur weil er jetzt verdächtigt wird, doch Reichsbürger mit ausländerfeindlichen Ansichten zu sein? Man munkelt gerüchtemäßigerweis, dass er angeblich erbost aufgeschrien haben sollte, dass “die ganze Corona-Scheiße nur dazu dient, von den Scheiß-Wölfen unter den Flüchtlingen abzulenken”. Sein Pressesprecher hatte angeblich vor einer Stunde noch betont, dass Xavier Naidoo sich christlichen Idealen verpflichtet fühlt. Denen aus dem Mittelalter, müsste der dann wohl vergessen haben zu ergänzen.Denn für Xavier ist nach dem christlichen Kreuzzug wohl immer noch nur vor dem christlichen Kreuzzug. Und Corona wird dann wohl keine Strafe Gottes sein, sondern pures mediales Ablenkungsmanöver jenen Kreuzzug  in aller alternativer Wahrhaftigkeit für Deutschland zu starten.
  • Wer keine Ahnung hat, solle doch mal die Fresse halten. Ich habe keine Ahnung von Corona und sollte mich somit der einzigen Weisheit Dieter Nuhrs fügen. Nur habe ich auch keine Fresse. Aber eine Ladeluke, die sich erstaunt öffnet, wie sich manche an komplett belanglosen Twitter-Tweets von Dieter Nuhr abzuarbeiten. Mit den Gegen-Tweets scheint es, dass bestimmte Leute auf Angsterzeugung stehen. Und Dieter Nuhr ist dann nur ein zusätzliches wohlfeiles Mittel.
  • Panik? Panik ist immer eine Panik. Rückzuführen auf den griechischen Gott Pan, der auch gerne mal die Pan-Flöte spielte. Allerding sollte er auch in größter Mittagestille durch einen lauten Schrei auf einmal ganze Herden zu Massenflucht erregen zu können. Insbesondere zu einer plötzlichen und anscheinend sinnlosen Massenflucht. Panik. Panik? Panik ist intensive Angst. In Zeiten der Panik ist Angst immer ein meinungsbildender Faktor. Eine intensiver Faktor. Angst? Guggst du hier: ANGST!!!! (Autor des mp3-Datei: Voller-Worte-Blog)
  • Eine Firma schrieb in ihren Corona-Richtlinien, dass unnötige Dienstreisen jetzt in Gebiete mit Corona-Risiko nicht mehr genehmigt werden würden. Hm. Lasst uns auf die Post-Corona-Zeiten warten, dann sind unnötige Dienstreisen in ehemaligen Risiko-Gebieten wieder erlaubt. Und danach schauen wir uns gemeinsam die Maßnahmen zum Enger-Schnallen des Gürtels als Reisemitbringsel aus unnötig zu besuchenden Gegenden an …
  • Ein Fotograf besuchte die rote Zone rund um Fukushima und stellte aus seinem hermetisch abgedichteten Schutzanzug heraus fest, dass die Pflanzen so ganz ohne Menscheneinfluß richtig gut gedeihen. Das entspricht der Erfahrung von der roten Zone rund um Tschernobyl. Immer wenn ich Urlaub mache, sehe ich, wie mein Pflanzendschungel sprießt und gedeiht. Nur zwei Wochen nach dem Urlaub, sieht es anders aus. Na, hört mal, ihr Pflanzengesocks, was glaubt ihr eigentlich, wer eigentlich die Wasserrechnung hier bezahlt!?! Passt euch gefälligst an! Und seid glücklich, dass euch Corona und Radioaktivität nicht entscheidend beim Leben stört.
  • Im Traum erschien mir ein alternativer Fieslerstorch, bemerkte bei jeder Gelegenheit nachdrücklich fanatisch: “Fake-News!”, und versuchte nach Lesbos aufzubrechen, um als zukünftiges Vergewaltigungsopfer durch mindestens einen potentiellen Flüchtling, Schlagzeilen zu generieren. Sie wollte endlich, dass in ihren als “Fake-News-Verbreiterer” herabgewürdigte Fernsehsender wieder wichtige Dinge als Nachrichten auftauchen sollten. Sie durfte nicht ausreisen, weil sie kein Gesundheitszeugnis nachweisen konnte. Ihr Psychiater hatte beim Anruf der Grenzbehörden erklärt, derer Gruppengespräche in Berlin wären noch nicht abgeschlossen. Zieldatum dazu wäre wohl Oktober 2021. Demokraten vermuten jedoch, dass es über 2015 hinaus dauern könne, bis sie maximal situativ gesund erklärt werden könne. Ich beschloss, dass mir der Traum für das Happy-End entschieden zu lange dauern würde, und wachte auf.
  • Es wurde bereits nachgewiesen, dass unsere Bargeld-Scheine alle mit Kokain kontaminiert sind. Warnung an alle, die seit langem bereits versuchen mit vielen 5-Euro-Scheinen high zu werden: Ab sofort ist das 5-Euro-Scheinen-Lutschen mit dem gewissen Extra an Risiko versehen. Kauft von euren 5-Euro-Scheinen lieber den echten Stoff. Die Lunge wird es euch danken, was ihr euch zuvor durch die Nasenflügel pfeift.