IAA, damit auch morgen andere Messen wieder kraftvoll gelesen werden können …

Oha. Zwei Menschen zusammen. Nähe Fahrbahnrand.

Protestpotential! Auf einer Parkbank. Nah an der Straße.

Moment, ich notiere mir in meiner Kladde: Parkbank am Stemmer Hof, Kilometer Nullkommazwei, Richtung Kölsch-Kneipe. Er, eins achtzig groß, blond, circa 30. Sie eins fünfundsechzig, 19 oder 20 … hm, eher 24. Halten sich an den Händen. Sie verdeckt zusätzlich einen verdächtig tubenförmigen Gegenstand in der Rechten, sehr verdächtige Tube … .

Lippenstift … hm. Protestpotential negativ. Eher wohl Liebespaar. Hetero. Keine Klimakleber.

Hier in München ist was los. Dabei mögen wir es hier in München doch eher beschaulich. Da hinten, am Hotel, da hat sich schon das “USK Bayern” einquartiert. “USK”, das steht für “Unterstützungskommando” und nicht für “Universitäts- und Stadtbibliothek Köln”, wie so ein Schwurbler in jener Kölschkneipe versuchte, Fake-Nachrichten zu verbreiten.

Nebenbei, Kölschkneipe. Ha. Eine Kneipe mit nicht-Münchner Bier. Das sollte hier nicht erlaubt sein in unserer traditionsreichen Stadt. Dieses pissgelbe Gesöff in Reagenzgläsern ohne Trinkkultur. Da kommt keine Beschaulichkeit auf, weil die Kellner immer rennen müssen, um für ihre Gäste immer neues von diesem Noagerl-Bier herbei zu karren.

Also, wie gesagt, USK heißt Unterstützungskommando und sie bekämpft organisierte Kriminalität, Schwerkriminalität und Drogenkriminalität. Jetzt hier in München.

Also nicht wegen den Biertrinkern, Und auch nicht wegen dem Biertrinker Aiwanger und seinem Flugblatt, an dem sich jener genauso detailliert erinnert wie ein Bundeskanzler Olaf Scholz an seine Cum-Ex-Geschichte mit der Warburg Bank. Oder wegen dem Biertrinker Dr. Markus Söder, der sich inzwischen auch nicht mehr daran erinnert, dass er als bayrischer Umweltminister in 2011 mal mit persönlichen Konsequenzen drohte, sollte der Atomausstieg in Bayern nicht vollzogen werden. Oder wegen der Biertrinker Clan-Tochter. Die aus dem Tandler-Clan. Jene Frau, die ihrem Vater nacheifert und nun ebenfalls es wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung vor Gericht geschafft hat. Oder etwa wegen Akten zu Kindesmissbräuchen vom Freisinger Papst, die eventuell in München zwischen Augustiner-Mönch-Bierfässern gelagert sein könnten. Nein. Ganz und gar nicht.

Die USK ist hier, weil München seit 2021 eine neue Messe hat. Zur Erklärung: Messe, das ist das, wenn etwas Goldenes herumsteht und alle drumherum tanzen. Nicht ein Kalb oder Bierfass, sondern das heiligs Blechle. Eine Blechmarke. Von damals. Mit ihr konnten sich damals städtische Arme eines Ortes als approbierte bestätigte Bettler ausweisen, mit jener Blechmarke. Heiligs Blechle. Heute ist das ein Nummernschild an dem Deutschen seinen unantastbaren Heiligtum.

Bis 2018 hatte Frankfurt zum heiligs Blechle noch die passende Messe dazu. Aber dann strampelte Bayern wie ein trotziges Kleinstkind (“Wir sind mal Papst gewesen!”) und plärrte “Wui I aa Messe!” (auf deutsch: “Will ich auch Messe!”). Frankfurt kapitulierte und seit 2021 hat München die IAA.

Ab morgen wird sie erneut gelesen, die Messe. Zu Ehren dem heiligen Automobil mit der ehernen Sankt-Christophorus-Plakette auf dem Beifahrer-Airbag-Deckel. Wenn der Airbag zündet, dann schützt die dem Beifahrer sich entgegenschleudernde Plakette dessen Seelenheil. Sobald die Münze im Kopfe klingt, die Seele in den Himmel springt. Alte katholische Redensart. Als letzte Segnung sozusagen. Jeder seinem Glauben nach. Nur für mich wäre das nichts, weil so eine Plakette auf dem Cockpit ist für mich ein absoluter höllischer Designfrevel.

Also, zurück zur USK: die USK ist zur IAA hier, um den Kriminellen gewissermaßen die Messe zu lesen. Genauer gesagt, also das heißt, eigentlich will die USK nur Autofahrer vor organisierten Schwerstkriminellen mit Sekundenkleber-Fläschchen schützen.

Mein Nachbar meinte zu mir, man wisse doch, was solch ein technologischen Event wie die IAA an Gesindel anlocken wird: Lehrer, Studenten, vegane Körnerfresser, streikende Schüler, Öko-Hausmänner, queere Tabakdampfer und im Gepäck noch nen Habeck und ähnlich schreckliches Zeug. Und? Wo bleibt dabei die Staatsgewalt? Eben, Fehlanzeige!

Nicht mal der deutsche Geheimdienst wird hier tätig und lässt sich beim Observieren blicken. Kein Wunder, meinte der Schorsch vom Internet-Stammtisch, der wird bereits schon passend auf Englisch übersetzt, als “go home service” bezeichnet. Und recht hatte er. Darum bringe ich mich aktiv ein, helfe aktiv mit. Beim Schützen. Gewissermaßen ehrenamtlich. Unentgeltlich. Schon seit drei Monaten.

In meinem Internet-Stammtisch hatten wir bereits vor den Sommerferien festgestellt, dass es erforderlich ist, eine klare Trennung zu vollziehen, also genau das, was sauber denkende Menschen wie Domenika Gruber, Detlev Nuhr und Hubert Einfanger bereits umgesetzt haben. Eine klare Trennung zwischen Politik und Sachverstand. Wir können doch Klimaklebern nicht die Politik der Straße überlassen und uns von denen bevormunden lassen. Wo kämen wir denn dahin, wenn die uns überall nur am Fortkommen hindern? Wir hätten somit einen Progressionsstau. Und will den wer? Eben.

Also, ich hatte mich danach direkt mit Kladde und Bleistift auf den Weg gemacht, notiere seither jede verdächtige Bewegung zur Straße hin, in allen Details. Notfalls mit Fernglas. Ich hab da keine Scheu, dass ich dabei gesehen werde. Tue Gutes und zeige dich dabei, ist mein Motto.

Und was soll ich Ihnen sagen? Es passiert nichts!

Und warum? Weil der Feind bereits unter uns ist.

Eben! Der weiß seine Klimakleberabsichten zu tarnen! Diese Wölfe getarnt als Schlafschaf, welches sich urplötzlich als stauerzeugendes Klebemonster entpuppt! Da muss man doch aufpassen, den Anfängen wehren!

Drum führe ich Buch über alles und jeden. Dabei gibt es immer interessantes zu notieren.

Beispiel: der Mann von gegenüber, der Herr Niederwörgl, 36, verheiratet, zweieinhalb Kinder, Weißbiertrinker, BMW 5er-Fahrer, Affäre mit einer Frau in Schwabing und einer weiteren in Hasenbergl, Wohnhausbesitzer mit nicht mehr allen Latten am Zaun und einige davon sind sogar geklebt! Also, klar, das ist nun doch zu eindeutig! Wer seinen Gartenzaun nicht in Ordnung hält, das ist doch oberverdächtig. Wer dabei klebt statt ordentlich schreinert, der will wohl auch noch Zeit sparen und das ist ein Risiko. Mit seiner eingesparten Zeit klebt der wohlmöglich nachher in Maxvorstadt auf der Leopoldstraße auf dem Asphalt und hält den Verkehr auf. Vielleicht sogar noch auf dem Zufahrtsweg zur IAA!

Ja, solche Beobachtungen sind eindeutig präventiv zu notieren. Und zu bewerten. Wenn die USK bei so einem die Personalien überprüft, dann kann man die Fakten der eigenen Beobachtung präsentieren und – schwupps – ist die Klebersau für vier Wochen in Präventivhaft. Und mit welchem Recht? Mit allem Recht! Zum Wohle der IAA und der Autofahrer, die auf der Zufahrt zur IAA mit deren heiligs Blechle nicht selbstverschuldet wegen Klimaklebereien im Stau stehen wollen.

Nebenbei, Frau Niederwörgl kenne ich persönlich. Man nennt sie auch das Sendlinger Tageblatt. Der Frau Niederwörgl habe ich im Cafe Schuttner vor einem Monat mal meine Beobachtungen mitgeteilt. Danach war in Sendling der Teufel los. Die Hölle muss wohl das reinste Paradies dagegen gewesen sein. Und schnell hatte ich von interessierten Frauen weitere Termine im Cafe Schuttner.

Das Ergebnis? Fünf Scheidungen, siebzehn außereheliche Beziehungen beendet, vier außereheliche Kinder aufgedeckt, acht Zivilklagen, drei Strafverfahren und ein gebrochenes Nasenbein. Aber das war es mir wert.

Ich mache weiter, so etwas hält mich nicht auf. Denn seitdem herrscht in unserem Viertel wieder Zucht und Ordnung. Alles ist jetzt wieder moralisch gefestigt und Gartenzäune werden auch nicht mehr geklebt, sondern ordentlich geschreinert repariert. Wir sind wieder auf dem Weg zum Vorzeigeviertel.

Und sollte ich in der letzten Zeit auch keine verdächtigen klandestinen Klimakleber auf unseren Sendlinger Straßen beobachten können, so ist doch eines keinesfalls mehr von der Hand zu weisen. Man muss nicht alles gleich schlecht reden:

Die Klimakleber haben für unser Viertel eine ganze Menge Gutes gebracht.

Kleinmachnow Löwin-Rätsel gelöst, MacGuffin gefunden

… und Jesus kam und verwandelte Wasser in Wein und Löwin in Wildschwein. Und worum ging es wirklich bei dieser Sommerloch-2023-Geschichte?

… Nachforschungen ergaben, es ging um den berühmt berüchtigen MacGuffin, aus Schottland importiert und bei Kleinmachnow Nähe Bärlin ausgesetzt … :

Es könnte ein schottischer Name sein aus einer Geschichte über zwei Männer, die Zug fahren. Der eine Mann fragt: ‚Was ist das für ein Päckchen in der Gepäckablage?‘ ‚Nun,‘ sagt der andere Mann, ‚das ist ein MacGuffin.‘ ‚Was ist ein MacGuffin?‘ ‚Ein MacGuffin ist eine Vorrichtung, um im schottischen Hochland Löwen zu fangen.‘ ‚Aber im schottischen Hochland gibt es doch gar keine Löwen.‘ ‚Nun, dann ist es eben auch kein MacGuffin.‘ Sehen Sie, ein MacGuffin ist gar nichts.

(aus einem 1966 von François Truffaut geführten Interview mit Alfred Hitchcock:  https://www.youtube.com/watch?v=mNkPLuBjZRM)

Gut gebrüllt, Löwe! oder: … die einzig wahre, wahre Geschichte im löchrigen Sommer 2023 …

In Bayern ist Wahlkampf.

Aber in Bayern ist nicht nur Wahlkampf. In Bayern werden auch akademische Titel verliehen. Da wird studiert und geschrieben, was die felißigen Finger der Beteiligten so hergeben. Und die Anzahl der Strebenden nach akademischen Titeln ist lang.

So schreibt auch Herr Dr. Söder immer wieder dabei fleißig mit. Mit seinen Kurz-Habilitationschriften bei Twitter, zur Erlangung der Würde des “Doctor habilitatus”. Denn ein “Dr. Dr. habil.” schmückt die Visitenkarte eines jeden Promovierten, so wie das Geweih des Wolpertingers an der Wand eines bayrischen Jägers.

Entsprechend habilitierte letztens unser „nur Dr.” Söder mal wieder mit seiner 661 Zeichen langen Kurzschrift, dass Bayern ein Sehnsuchtsort sei: das Land sei lebensfroh und lebenswert, fortschrittlich und frei, die Leitschnur hieße Leben und Leben lassen. Er wolle dabei alle mitnehmen und motivieren. 90 Prozent der Menschen lebe gern in Bayern, so gab seiner Überzeugung kund. Denn Vielfalt mache sein Land aus: ökonomisch und sozial, wirtschaftlich und technologisch, bei Lebensqualität, Natur, Tradition und Ehrenamt. Familiengeld, Pflegegeld und die kostenfreie Meisterausbildung gäbe es so nur in Bayern – und mit der Hightech-Agenda investiere er und seine CSU wie kein anderes Bundesland in die Zukunft. Bayern halte international jedem Vergleich stand. Er meinte, seine Bayern könnten stolz sein, in Bayern leben zu dürfen.

Betonung – das sei gleich mal vorweg genommen – liegt auf “dürfen”.

Und heute morgen 6 Uhr 58, Hr. Dr. Söder machte sich ausgehfein für seinen morgendlichen Ausritt in der majestätischen, königlichen Kini-Kufenkutsche (… abgekürzt ‘mkKKKkR’; das große “R” mit dem kleinen „m“ voran, weil die Kutsche auf kleinen Rädern freilich, wir haben schließlich Sommer, nicht wahr …). Gezogen wird der Prunk mit dem Gamsfedern geschmückte Achtspänner paar Straßen weiter zum Studio des nüchternen Bayrischen Rundfunk. In dem Moment rief in sein Generalsekret, der Huber-Martin ( Dr. verz.), an: die freilaufenden, mutmaßlichen Löwin von Kleinmachnow (südlich von Bärlin), welche gerade in diesem gelochten Sommer die Titelseiten von BILD, Boulevard und anderen Lügenpressen mit dicken Lettern beherrsche, hätte sich auf den Weg nach Bayern gemacht. Die Löwin soll wohl auf ihren SmartPhone Herr Dr. Söders Twitter-Habilitationsschriften gelesen haben und sei der Meinung, der Bundesstaat mit dem Löwen als Wappentier und dieser freundlichen bayrischen Willkommenskultur solle ihre neue Heimat werden. Der Scheuer-Andi (PhDr. Dr. verz.) hätte sich bei ihm, eben jenem Huber-Martin (Dr. verz.) sehr aufgebracht auch deswegen gemeldet, weil die Löwin ja eventuell auch mautfrei seine bayrischen Autobahnen nutzen könnte. Und das wäre nicht richtig, geschweige denn korrekt.

Söder wurde blass und seine Visagistin legte wortlos augenblicklich mehr braunes Rouge bei ihm auf, damit er wieder von der rechten Sonne des Sehnsuchtlands Bayern wie frisch gebräunt ausschaute.

Derweil schrieb selbst Bayerns Gesundheitsminister höchstselbst, der Holetschek-Klaus (kein “Dr.” oder “Dr. verz.”), dem Dr. Söder eine SMS:

Wir sind der Anwalt der kleinen Krankenhäuser Bayerns. Im Kern ist das richtig, dass wir Medizin anders finanzieren müssen, aber nicht zulasten der ländlichen Räume mittels Löwinnen als nicht zugelassene Heilerinnen und anderen fehlenden Ausweisdokumenten, das lasse ich nicht zu.“

Söder schluckte und rief die Morgenmagazin-Sendungen auf seinem Tablet auf. Als er seinen alten Ego und Juniorpartner, den Aiwanger-Hubert (Dipl. Ing. Agrar), bei dem Sender “Servil TV” auf dem Interview-Stuhl sah, hörte er jenen sagen:

Die Löwin von Berlin wird sicherlich von denjenigen Großstadtökologen richtig gemanagt, die sich in den letzten Wochen für die Akzeptanz von Bären in Bayern stark gemacht haben.”

Der Moderator erwiderte sofort sichtlich begeistert: “Die Wokeness gepaart mit Cancle Culture also mal wieder? Könnte die Löwin nicht sogar Eier legen und somit Nachkommen ausbrüten? Sollte dagegen nicht etwas unternommen werden?

Aiwanger-Hubert, Dipl. Ing. Agrar, erhob mit behänder Leichtigkeit bedeutungsschwer seine rechte Hand und reckte behäbig dessen langen, aufrechten Zeigefinger direkt zur hellgrauen Studiodecke: “Die Grünen entwickeln sich immer mehr zu einer Partei der Tierquäler. Sie wollen die Jagdgesetze dahingehend ändern,dass Muttertiere von den Jungen weggeschossen werden dürfen,so dass der Nachwuchs elend zugrunde geht. Im Namen des Klimaschutzes. Als nächstes? Stoppt die Grünen!

Dr. Söder nickte zustimmend murmelnd: “Wir als CSU sind Anwalt der Mitte, der Normalverdiener und hart arbeitenden Leute. Es braucht Entlastung für die Normalverdiener! Keine Löwenbelastung. Feuer frei.

Seine Sekretärin im Hintergrund hatte aufmerksam zugehört, befand die ersten beiden Sätze für die Nachwelt erhaltenswert, ergriff ihr SmartPhone und schickte diese beiden Sätze sofort als Tweet unter dem CSU-Account (blauer Haken).

Dr. Söder blickte nochmals auf Aiwanger-Hubert (Dipl. Ing. Agrar) in dessen Stuhl und seufzte:

Hubert zitiert auch nur immer sich selbst und seine Twitter-Tweets. Und 177 Zeichen nur. Der sollte sich meine viermal so langen Tweets reinziehen. Dieser Twitter-Hubi für Arme. Den blauen Haken hat der doch nur, weil ich mir meinen gekauft habe und er mich nachäffen will.”

Danach legte er das Tablet beiseite und stand auf, um rauszugehen, der Achtspänner wartete schon, die Pferde ( – acht amtliche Schimmel, handverlesen und wohlgenährt – ) vermeinte er frohgemut wiehern zu hören. Sie würden später noch dem zahlenden Volke dienen dürfen, damit es was im Magen habe.

Doch bevor er die Tür erreichte, öffnete sich diese. Ein Ameisenstrom von Arbeitsbienen unter Anführung des bayrischen Staatsministers für Medien Herman-Florian (Dr. jur. LLM.) flutete Dr. Söders Schminkraum:

“Markus, Alarmstufe 1!”

Die Grünen sind bei den Wahlprognosen wieder zweistellig?

Nein, so schlimm auch wieder nicht.

Die AfD ist jetzt in Bayern vor dem Aiwanger-Hubi dessen Partei bei den Wahlprognosen?

Nein, nein, das wäre halb so schlimm, solange wir die Nummer 1 mit einem Zehntel Prozentpunkt davor liegen. Denn dann sind wir Sieger!

Sondern?

Die Löwen kommen!

Was? 1860 kommt jetzt hier in die Staatskanzlei?!? Weiß der Hoeness-Uli Bescheid?

Nein, die Problemlöwin! Und wenn jene Beispiel macht, kommen mit ihr sicherlich noch viele, viele weitere Löwen!

Wehret den Anfängen!

Genau! Hier ist kein Platz für Löwen; außerhalb des Fußballvereins 1860 München.

Und?

Mein Team hat Übertragungsutensilien dabei. Wir haben eine Direktleitung zum BR …

Was? Keine mkKKKkR? ich hatte mich schon so sehr gefreut, von der Kutsche aus meinem Volke am Straßenrand zu hul …

Nein, Markus. Heute nicht. Ich habe hier deine Rede. Hab sie vom Stoiber damals genommen und umgeschrieben. War damals für Stoiber auch der Hit, totaler PR-Erfolg. Wurde mit absoluter Mehrheit deswegen wiedergewählt.

Beim damaligen Problembär?

Die Kamera steht dort drüben, darunter der Teleprompter mit der Rede. Scheinwerfer an! In drei, zwei, eins …

Dr. Markus Söder schaute mit gebührenden Ernst in die laufende Kamera. Es war mucksmäuschenstill in seiner Make-up-Gaderobe. Eine Frage einer BR-Moderatorin ertönte über einen kleinen Quäker-Lautsprecher:

Herr Dr. Markus Söder, die Löwin – bitte verzeihen Sie mir, nur an dieser Stelle ist das Wort ‘Löwin’ grammatikalisch korrekt verwendet und kein Gendern – Herr Dr. Söder, die Löwin hat um 5:44 Uhr die bayrische Landesgrenze überschritten. Und seit 5:45 Uhr ist Bayern bereit zurückzuschießen, so erklärte vorhin in einer Live-Schalte ihr Verteidigungsexperte Florian Hahn, der gerade berufsbegleitend im Rahmen seines MBA-Studiengangs in Aserbaidschan militärische Studien durchführt. Herr Dr. Markus Söder, wurde seit 5:45 Uhr der Marschbefehl für das Königlich Bayerisches Infanterie-Leib-Regiment, die bayrischen Gebirgsjäger und die bewaffneten bayrischen SEKs der Polizei erteilt?

Alle hielten den Atem an. Nur nicht Dr. Söder, der Luft von sehr tief herholte und dann ohne Atempause mit besorgten Gesicht eines Familienvaters, dessen Sohn gerade zum ersten Mal allein aufs Klo geht, erwiderte :

Natürlich freuen wir uns, das ist gar keine Frage, freuen wir uns, und die Reaktion war völlig richtig. Eine, sich normal verhaltende Löwin – das ist jetzt kein gendern – in Bayern zu haben, ja, das ist gar net zum Lachen. Ja, und die Löwin im Normalfall, ich muss mich ja auch, also, der Andi, mein Scheuer-Andi, hat sich natürlich hier intensiv mit so genannten Experten über die Anwendung von Mautabgaben für Löwen im Allgemeinen und im Speziellen ausgetauscht und austauschen müssen. Nun haben wir, also, die normal verhaltende Löwin lebt in der Savanne, geht niemals raus und reißt vielleicht ein bis zwеi gazellenschlanke bayrische Kälbchen im Jahr, auf den bayrischen Savannen, der bayrischen Alm. Wir haben dann einen Unterschied zwischen die sich verhaltende Löwin, der Schadlöwin, und der Problemlöwin. Und es ist ganz klar, dass diese Löwin eine Problemlöwin ist. Und es ist im Übrigen auch im Grunde genommen durchaus ein gewisses Glück gewesen, sie hat wohl um 5:44 Uhr des Nachts praktisch diese bayrische Staatsgrenzenschranke gerissen, ohne sich auszuweisen. Und Gott sei Dank war in dem Grenzhaus der bayrischen Staatspolizei, also jedenfalls ist der Übertritt wegen dem Schengenabkommen und so nicht bemerkt worden. Auf Grund von, … also es ist nicht bemerkt worden. Stellen Sie sich mal vor, die war ja mittendrin an der Grenzstation, stellen sich mal vor, unsere Grenzer wären aufgewacht und rausgekommen, um das Dubliner Abkommen durchzusetzen, und wären praktisch jetzt der Löwin praktisch begegnet. Was da bei der Ausweiskontrolle hätte passieren können – also, das viele Blut, wer soll denn dass aus unserem schönen Bayern nachher wieder wegmachen? Wir haben leider auch in Bayern Fachkräftemangel – und deswegen, man muss einfach hier sehen, ich habe sehr viel Verständnis für all diejenigen – außer natürlich, wenn sie von unserer rot-grünen Ampelregierung sind, die wie Aiwanger bereits betonte, die Löwin gleich wieder als Schmusetiger gesehen haben wollen – , die jetzt sagen: Um Gottes Willen, ähm, die Löwin und warum muss die gleich jetzt abgeschossen werden, beziehungsweise muss eine Abschusserlaubnis gegeben werden. Nur: Wenn mein Experte, der Scheuer-Andi, sagt, die Löwin zahlt keine Autobahnmaut und hat keine Ausweispapiere, das ist eine be-scheuer-te äh, das ist eine absolute Problemlöwin, da gibt es nur die Lösung, sie zu beseitigen. Weil einfach die Gefahr so groß ist, dann hat auch unser Verteidigungsexperte, der Hahn-Florian, keine andere Möglichkeit als eben so zu handeln, wie er gehandelt hat, jetzt handelt und dann gehandelt haben wird. Bayern muss schön bleiben. In Bayern leben, heißt sicher leben. 45.000 bayerische Polizisten leisten hervorragende Arbeit. Nirgends in Deutschland ist die Kriminalität geringer, nirgends ist die Aufklärungsquote höher. Wir in Bayern stehen für Sicherheit und Ordnung! Und das lassen wir uns in dieser momentanen Verbotskultur Deutschlands für unsere schöne bayrische Heimat nicht verbieten! Auch nicht bei dieser Löwin.”

Atemstille. Nadel. Fallhöhe. Steinfußboden. Aufprall. Im Hintergund versucht die Sekretärin die letzten acht Sätze auf Twitter zu verbreiten, erinnert sich an die letzten beiden nicht mehr und drückt trotzdem auf ‘Senden’…

In Bayern bewahren und fördern wir unsere Traditionen, Brauchtum und Kultur. Auch im Angesicht einer löwengefährlichen Situation. Das ist unzumutbar. Es braucht deshalb die volle Konsequenz des bayrischen Gesetzes. Jeder Bürger bekommt einen Strafzettel, wenn er falsch parkt. Diese Konsequenz muss auch hier gelten. Es gibt in Bayern keinen Rabatt dafür. Wir sagen Ja zum Liberalitas Bavariae, aber Nein zu Löwinnen.”

Weiterhin Stille.

Markus, Markus”, vom bayrischem Staatsminister für Medien Herman-Florian (Dr. jur. LLM.) sprühte aufgeregte Verwirrtheit in den Raum, “Markus, die Leitung ist direkt am Anfang zusammen gebrochen, es wurde nichts übertragen.”

Dann wiederholen wir es einfach, oder?

Ähem, nein, das Ganze wurde jetzt einfach gecancelt.

Macht denn diese woke Cancel Culture-Kultur jetzt nicht mal vor unserm Bayrischen Rundfunk mehr halt?

Ja, scheint so. Die interviewen jetzt stattdessen live den Dr. jur. Stoiber- Edmund-Rüdiger-Rudi zu dem neuen Problembären, der Löwin.

Und was mache ich jetzt mit dem Achtspänner?

Füttern des Volkes, wie geplant. Die Pferdemetzgerei am Viktualienmarkt. Die zahlen momentan Höchstgebote.

Und ich?

Wir hätten da noch eine Bierzeltrede beim Bierfest in Hinterobertrautenbachlauf in der Oberpfalz. Internetanbindung zum Twittern, Bier und Brezn werden gestellt. Und: Fotografen sind auch schon vor Ort.

Geh ma …

Reflektion

Ich rede.

Ich schweige.

Ich rede.

Ich schweige.

Ich rede.

Du sagst, dass ich mehr als nur einmal geschwiegen habe. Ich stimme dem Fakt vorbehaltlos zu.

Du sagst, dass ich hätte nicht schweigen dürfen. Wer etwas zu sagen wichtiges hätte, dessen Prinzip wäre des Schweigens nicht.

Ich schweige.

Deine Argumente sind mehr gewichtiger als mein Schweigen. Du bist mehr als ich.

Ober sticht Unter.

Sowieso. Drum schweig ich. Du hast die Meinungshoheit.

Ich schweig, denn trotz Internet-Suche muss man noch immer nicht alle Infos haben. Die Anzahl der Infos übersteigt die Lebenszeit zum Lesen derer.

Ich bin zu blöde zum Reden. Also habt ihr Recht.

Recht.

Isso

Kneipengespräch: Zukunft

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„Weißt du, was das gefährliche am Älter-werden ist?“

„Was?“

„Es ist nicht das Alter, nein, es ist die Fähigkeit Muster zu erkennen. Wenn du erkennst, das bestimmte Sachen immer nach Schema F laufen, dann ist das desto stärker frustrierender, je mehr Bedeutung es für dich hat oder bekommt. Die Erfahrung ist gewissermaßen das Gift, welches Muster offenlegt und somit alles ungenießbar macht.“

„Das ist doch Quatsch.“

„Ja?“

„Solch einen Quatsch hatte ich zuvor nie gehört. Quätscher geht es nimmer. Um das zu erkennen, muss ich nicht erst so alt werden wie du. Du redest so wie die alten grauhaarigen Männer der Boomer-Generation.“

„Okay. Du hast recht. Lass es uns auf die Diskussion über die Generation Z verlagern.“

„Was geht uns das an? Wir sind zu jung für die Generation Z. Das betrifft uns safe absolut null. Das ist deren Problem.“

„Hm.“

„Jene Generation hat noch das alte PAL-System kennengelernt. Das PAL-System. Weißte, was das war?“

„Ein Fernsehübertragungsstandard?“

„Echt jetzt. Du redest wie ein Baby-Boomer. PAL-System ist das “Problem anderer Leute”-System. Hey, lass doch der Generation Z, den Boomern und den Grufties ihre Sehnsucht nach Tod und Gräbern. Uns ist die Zukunft.“

„Okay. Prost.“

Alles für den Dackel, alles für den Club, unser Leben für den …

Da hatte es mich doch heuer ganz bös erwischt, da herinnen in München, im heimisch zünftigen Paulaner-Garten. Mir war bereits seit langem klar, dass die Drogenpolitik der Ampel-Regierung einem schwer zu denken gibt. Nachdem Herr von und zu Lauterbach seine neusten Drogenkontrollpläne bekannt gab, da schlug der Puls der Aufregung in Bayern auf neue Bluthochdruckwerte.

So hatte die BILD-Zeitung in die bayrische Staatskanzlei hinein ein Dokument als LEAK aus dem Ministerium vom Herrn Lauterbach verteil. Und dieses Dokument, welches ein Namenloser der vielen BILD-Arbeitsdrohnen klandestin und mit eigens installierter Internetverbindung von den öffentlichen Lauterbach-Ministerium-Internetseiten in mühevoller Kleinarbeit heruntergeladen hatte, dabei jenen Download Bit für Bit konsumierend und dann per Träger über die Staatkanzlei-Tiefgarage in die oberen Regierungszimmer vom Söder hochgebracht, also, dieses Dokument sagte etwas darüber, wie die Abgabe von Bier neu geregelt werden könnte: Der Bierkonsum solle entkriminalisiert und aus den Schmuddelecken der anonymen Trinkerhallen herausgeholt werden. Auf die mit Bier regelmäßig eingeleitete schwere Alkoholsucht sollte proaktiv reagiert werden. Proaktiv heißt, eine kontrollierte und gesellschaftlich verantwortungsvolle Abgabe von Bier wurde anvisiert.

Und weil “verantwortungsvoll” der Aufgabenbereich eines Ministerpräsidenten ist und nicht die eines dahergelaufenen, nicht-bayrischen Kölners mit Ministerposten sein kann, daher hat sich sofort der fränkisch Landesvater in seiner oberbayrischen Staatskanzlei per Twitter gemeldet:

Wir lehnen die Bierkontrollpläne der Ampel ab. 90 Bier im Monat, 3 Bier am Tag – das darf es nicht geben. Wir werden alles tun, das zu verhindern. Wir wollen keine Drogen in Bayern. Wir schützen unsere Kinder und Jugendlichen. #csupt23 #miteinander

3 Bier am Tag? Wie hatte der ehemalige bayrische Ministerpräsident Beckstein erklärt: „Wenn man die zwei Maß in sechs, sieben Stunden auf dem Oktoberfest trinkt, ist Autofahren noch möglich“, sagte Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein von der CSU dem Bayerischen Rundfunk in München. Das Trinkprofil eins Oktoberfest’lers ist am Anfang nur an seine Maß zu nippen und dann am Schluss seines Zeitfensters, Gas zu geben und zu schütten. Das ist weltweit bekannt und gehört zum bayrischen Kulturgut. Lediglich Preußen (- jene FDH’ler des Bierkonsums –) nippen ihr Bier schlückchenweise alle dreieinhalb Minuten und prosten sich dabei auch noch zu, was als harmloser einzustufen wäre, ganz im Gegentum zu dem Trinkverhalten eines bayrisch Traditionsverhafteten bei dessen Bierkonsum beim Starkbierfest oder beim Oktoberfest, welches Sprünge auf der zweifelhaften Karriereleiter einer tragischen Alkoholkarriere sein können.

Aber zurück zum jetzigen Landesvater:

90 Maß Bier im Monat, dass ist schon nicht mehr verantwortungsvoll. Selbst bei 60 Maß Bier im Monat (also zwei Maß Bier pro Tag im Monat mit dreißig Tagen), da ist der Alkoholsucht der Weg schon mit Bierleichen gepflastert. Mit kindlichen und jugendlichen Bierleichen. Das geht nicht. Da tritt der bayrischen Schutzinstinkt ein. Wehret den Anfängen, bevor zu spät ist! Hat schon der Strauß, der Franz-Josef, gesagt.

Kinder und Jugendliche gilt es zu schützen. Keine Macht der Liberalisierung von Bier. Daher war es wohlfeil und positiv gesonnen zu lesen, dass unser bayrische Landesvater diesen Schutz über alles stellt. Notfalls lassen sich ja Kinder und Jugendliche nach dem bayrischen Polizeiaufgabengesetz (PAG) genau so behandeln wie sogenannte “Klimabkleber”.

Bei Überprüfung der Sachlage und Feststellung der drohenden Gefahr (u.a.a. bei Selbst-Gefahr-dung) kann mit unbefristeten Sicherungsgewahrsams im Hinblick auf das rechtsstaatliche Bestimmtheitsgebot aus Art. 3 Abs. 1 Satz 1 Bayerische Verfassung reagiert werden.

Einfach mal vier Wochen Vorbeugehaft für diese Biertrinker und potentielle Alkoholmissbrauchsstraftäter. Allgemeine Anlässe des Bierkonsums und daher drohende Gefahren gibt es reichlich: Silvester/Neujahr, Karneval, Karfreitag, Tag des deutschen Bieres, 1. Mai, Muttertag, Vatertag, Geburtstage, Abi-Feiern, Schulschluss, Wochenende generell, Frühlingsfest, Internationale Tag des Bieres, Oktoberfest, Tag des österreichischen Bieres, Weihnachtsmärkte, usw. usf. .

Bei bereits in den Polizeiakten geführten “Klimaklebern” ist es denen verboten mit Kleber in der Tasche angetroffen zu werden. Falls, dann geht es gleich wieder für vier Wochen in Vorbeugehaft. Das gleiche sollte für Kinder und Jugendliche in Sachen Bier und Alkohol gelten. Es ist beruhigend, dass sich unser Landesvater Söder in seinem Tweet dazu eineindeutig klar und ohne Umschweife geäußert hat. Das würde man mal gerne von einem Habeck oder der Ampel an sich lesen.

Wie bitte?

Alles falsch?

Ich habe falsch zitiert?

Es geht gar nicht um Bier oder Alkohol?

Söder hatte in Wahrheit über “Cannabis-Pläne” mit über  “90 Joints im Monat, 3 Joints am Tag” gesprochen, als er sich um den Schutz von Kindern und Jugendlichen sorgte?

Ach so.

Dann habe ich mich wohl verlesen. Gott sei Dank.

Ich hab mich schon wundern getan, warum Söder jetzt von Bier als Einstiegsdroge für Alkoholsucht und Alkoholspätfolgen schrieb. Bier ist natürlich nicht schädlich, sondern hat sogar wohltuende Effekte fürs Haar. Darum sieht man den Söder auch immer wohlfrisiert auf Twitter, wie er biergefüllte Krüge auf diversen bayrischen Bierfesten festhält. Bierkrüge zwischen den Fingern, nicht Joints. Bayrische Kultur und nicht Einstiegsdrogen zu einer Suchtkrankheit.

So. Das wär’s von hier aus’m Paulaner-Garten. Ich trink noch mein Starkbier-Maß, zuzle meine restlichen Fränkischen Bratwürste aus und gehe heim in meine Staatskanzlei, zu meinen Dackel und zu meinen Club. Mei Leb’n für an Hund …

Luhja sog i …

Eine Familie ist ein Elendsverband

Es ist beruhigend, dass KIs den Menschen einfach nicht vollumfänglich ersetzen können. Eine KI kann dem Menschen zeitnah nie das Wasser reichen. Wer am Wochenende sich von diesem alternativen Fakt noch nicht überzeugen hat lassen, … keine Sorge, der neuste Schweiger-Film “Manta Manta – Zwoter Teil” läuft auch noch am nächsten Wochenende.

Der Mensch ist und bleibt ein Unikum. Der Mensch an sich benötigt bei Schweiger-Filmen immer einen Standard erwarten, den ChatGPT wie folgt beschreibt, wenn man die KI fragt, wie denn so ein “Manta Manta”-Sequel in den Schlussszenen aussehen könnte, der erhält dann auch mal folgenden Vorschlag:

Der Zuschauer wird durch die starke Botschaft des Films berührt, dass Familie und Freundschaft die Grundpfeiler des Lebens sind und dass es nie zu spät ist, sich wieder mit seinen Lieben zu versöhnen.

Allerdings erzählt ChatGPT auf Nachfrage auch folgenden Manta-Witz:

Warum haben Mantafahrer immer eine leere Flasche im Kofferraum? Für den Fall, dass sie mal auf eine Tankstelle ohne Bier treffen!

Somit relativiert sich die Intelligenz der KI doch erheblich. Denn am Filmende im Schweiger-Film gibt es nicht irgendein Bier, nein, sondern das Bier, das man aus der Werbung mit dem verstorbenen Rudi Assauer

Nur gucken, nicht anfassen!

kennt. Damit ist eigentlich alles wichtige zum neusten Schweiger-Film erzählt, an dem sieben Köche in dem Drehbuch-Brei mit rumgerührt haben. Einer der Drehbuch-Köche kennt sich in Werbefilme aus. Da darf man am Filmende auch mal mit nem Biercken drauf anstoßen, woll.

Was lange gerührt wurde, das kann einen nichts mehr schütteln. 400.000 Besucher seit fast zwei Wochen haben den Film gesehen und können sich nicht irren. Der Film muss somit auch nicht sofort aus den Kinos verbannt werden, denn es gibt in Deutschland die 0,5 Promillegrenze und mit momentanen 0,47 Promille darf der “Manta”-Film in den Kinos noch weiter gefahren werden. Sollte der Til-Schweiger-Film allerdings die 1,1 Promillegrenze noch überschreiten, denn dann muss man sich drüber unterhalten, ob eine absolute Fahruntüchtigkeit für Manta-Zuschauer gelten muss. Vox populi, vox Rindvieh.

Hm? Den letzten Satz hatte ich bereits im vorherigen Blogeintrag von mir verwendet? Nun, Til Schweiger hat mit dem “Manta Manta – Zwoter Teil” ja auch nichts sonderlich neues geschaffen, sondern sich erneut zitiert, womit er schon dauernd und nicht erst seit den “Zweiohrküken” und dem “Kokowääh” rumspielt: die Familie als Keimzelle der Gesellschaft und Vernunft. Und als gutes Beispiel geht er voran und beschäftigt seine Töchter Luna und Emma auch in seinem “Manta”-Film. Das ist natürlich und nicht zu beanstanden.

Wer allerdings meint, der Schweiger-Clan spielt hier kriminell mit der cineastischen Kunst, und somit das Thema “Clankriminalität” als Assoziation bemüht, der hintertreibt den in Deutschland als Ideal propagierten Leistungsgedanken. Warum darf sich Til Schweiger seine Töchter nicht als Darstellerinnen leisten? Leistung muss sich wieder lohnen. Und 400.000 Besucher bislang können sich nicht irren, dass sich Schweiger mal wieder etwas geleistet hat.

Die Familie ist ein Elendsverband und so etwas verlässt man nicht, hatte bereits Martin Walser erklärt und Til hat es verstanden, dass ein Clan nichts anderes als eine Familie ist. Und die Familie ist gerade in unseren Zeiten das propagierte Ideal: die “family” als safes Band angefüttert aus Blutkonserven und die “family” lost dicker als Wasser aus ner Eiswürfelmaschine. Da darf denn auch geschwisterliche Teilung und brüderliches Betrügen erlaubt sein.

Und wenn man ChatGPT nach dem Zusammenhang von Til Schweigers “Manta Manta – Zwoter Teil” und “Familie” in Form eines Witz fragt kommt auch gleich die Antwort:

Warum fährt die ganze Manta-Familie in einem Auto? Weil sie sonst auseinanderfallen würde!

Und so lehne ich mich mit der Aha-Erkenntnis zurück, warum so viele Leute in den neuen Schweiger-Film gehen: Schweigers “Manta”-Film ist das letzte Refugium für laute, prollige und biertrinkende Menschen, die Angst haben, dass im Zuge der Auferstehungsgedanken Rudi Assauer wieder bei denen auf der Mattscheibe auftaucht und den unschuldigen Zuschauer mit einem

Nur gucken, nicht anfassen!

anblafft. Und das entspreche doch einer Verbotskultur. Und nur gucken, das will doch keiner dieser Schweiger. Obwohl, im Kino gucken sie. Und sie lachen. Lachen bis zum Cringe. Besonders das Lachen mit dem “aus” als Vorsilbe ist derzeit en vogue.

Obwohl, “en vogue”? Ist das nicht erst recht cringe? Weil da würde der Til Schweiger Pickel von bekommen. “En vogue”. Würde Til Schweiger das hören, er würde gleich wieder gegen die Volkskrankheit “Wokeness” und zur Impfung dagegen seine Filme empfehlen. Dabei hält er es doch bekanntlich nichts vom Impfen an sich. Das war ihm bereits damals zu “woke”. Aber ich schätze dass er nicht der einzige wäre, der “en vogue” für Teufelszeug hält  Momentan laufen genau so viele Bedenken-Träger wie Pickel-Träger herum, da hilft auch keine tonnenweise kostenlose Ausgabe von Anti-Pickel-Wasser mehr …

Aber Hauptsache Familie ist und bleibt “en vogue”. Vitamin “F” hilft immer und übertrifft jedes Anti-Pickel-Wasser bei Talentlosigkeit. Möchte irgendwer seine Familie lieber bei Reality-Formaten in der Glotze wiederfinden oder doch viel lieber in Filmen auf Leinwänden?

Egal. Solange KIs es nicht beherrschen, Drehbücher auf “Manta Manta – Zwoter Teil”-Niveau zu schreiben, so lange sind wir jedenfalls im Kino vor KIs sicher. Eine KI kann dem Menschen nie das Wasser reichen. Und den Rest erledigen dann die “Avengers”, nicht wahr. Oder die Wasser- und Eis-Verkäufer im Kino. Und die Schweiger-Familie auf der Leinwand. Für familiengerechte Unterhaltung.

Unterhaltung, das ist das, was man gerade noch unter Haltung ertragen kann. Und das dürfte bei dem “Manta”-Film jederzeit möglich sein, nicht wahr. Wer ein Komma in bedeutenden Äußerungen anderer wichtiger Menschen werden will, der krümmt seine Haltung beizeiten. Und jetzt mal ehrlich: Höret auf zu meckern und seiet froh, denn es könnte noch schlimmer kommen!

Nun, ich bin froh. Und sicherlich wird bald auch noch Film namens “Manta Manta – Dridder Deil” kommen.

Amen.

Ertrage die Clowns (15): Gebt mir etwas Wahrheit! Power to the people! … Abspann

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Triggerwarnung:

Der folgende Inhalt der folgenden Serienzusammenfassung wurde von führenden Bloggern Deutschlands und einer weiteren, ungenannten Blogger-Community für einige Zielgruppen als unangemessen oder beleidigend eingestuft. Für jüngere oder sensible Leser ist daher nachfolgendes nicht zum einfachen Konsumieren geeignet. Das gilt im Übrigen nicht nur für Leser, sondern auch für Leserinnen. Das sagte mir gerade mein Obergeschmackskontrolleur, irgend so ein Fritze im März, per SMS, WhatsApp, Telegramm und zusätzlich analoger Flaschenpost.

Gattung: Serie; Kaugummi fürs Großhirn; tägliche Lebensbeschäftigungsgrundlage

Arbeitstitel: Hast du die kleinen Schweinchen gesehen, wie sie sich im Dreck suhlen, den sie sich von den anderen um das Drecksloch Stehende anrühren ließen?

Geplanter Serientitel: Weißhemden in Blue-Jeans

Verwendeter Serientitel: Sauber gestärkt.

Inhalt der Serie: Der Zuschauende einer Serie, monatelang eingeseift von der Seifenoper-Handlung mit einer diffusen Botschaft auf Liebe, dass man die nächste Folge nicht verpassen sollte, auf Glauben, dass alles gut werde, und auf jene unscharfe Hoffnung, dass die nächste Folge die letzte sei.

Hauptdarsteller:

  • Verklemmte, kurzsichtige, engstirnige Heuchler.
  • Engstirnige, herablassende, Mamas kleine Chauvinisten.
  • Neurotischen, psychotische, starrköpfige Politiker.

Nebendarsteller:

  • Kurzhaarige, bärtige, kahle, feige Söhne & Töchter von Tricksern.
  • Schizophrene, egozentrische, paranoide Prima Donnas.
  • Quertreibern ohne bedeutende Anstellung.
  • Genschernde, södernde Menschen im März ihres Lebens …

Spezieller Auftritt: InfluencerIn mit Einfluss; ManipuliererIn zweiten Grades; degradierte Persönlichkeiten des öffentlichen Gebens und Einschenkens; Hitler und Stalin für Arme

Uncredited: Jane and John Doe, Instant Karma, Bugalow Bill, rockiger Waschbär, Gesamtheit der Sexy Sadies aller Religio-Theken-Gemeinschaften

Skripter: Abwechselnd immer einer der Hauptdarsteller; aushilfsweise ErzieherInnen, pensionierte LehrerInnen und ErnährungsberaterInnen mit pädagogischen Fernzielen für eine mündige Gesellschaft auf Basis von deren eigenen Zielen.

Psychologische Beratung: Ehemalige Studierende (Zielgruppe U40) mit akademischem Grad ( Ü4,0) aus dem unscharfen Bereich “Medizin”, welche Hauptdarstellern per Rezept jegliche hirnlich anstrengende Betätigung verboten hatten, um bei denen einen Hirnschlag zu vermeiden;

Show Runner: Hans Dampf in allen Gassen, Kleingeist, Hanswurst, dummer August, Komiker, Schießbudenfiguren, EKG-positive Phrasendreschmaschinen aus garantiert akkreditierten deutschen Freiland-Parlamenten ohne Bodenhaftung oder Straßenkleber, Sackgassenstraßen-begehende Dämlacke der Straße, wenn diese nicht von Straßenkleberterroristen verklebt wurde

Best Girl/Boy: Ob-La-Di, Ob-La-Da (Remastered 2009)

Best Gaffer (= Bester Chefbeleuchter): Immer jene Person mit dem niegelnagelneustem Smartphone von Apple oder Samsung

Kamera und Schnitt: Menschen so wie du und ich … hm. Okay, nicht richtig. War falsch. Menschen eher wie du als wie ich einer, der kein Hirn zum Schreiben von Unsinn hat …

Credits: Copyright liegt eindeutig bei mir; alternativ dann bei derjenigen juristischen Person, die mir 1000 K€ auf mein Bermuda-Dreieck-Konto überweist …

Strange days indeed.