Expedition afrikanischer Ethnologen: »Das Fest des Huhnes«

Durch die Kommentatorin Eugene Faust (hier) wurde ich auf eine sehr interessante 6-teilige Dokumentation aufmerksam gemacht.

»Das Fest des Huhnes«

Wichtig und informativ!
Anschauen!

Teil 1: http://www.youtube.com/watch?v=ieRaqYq_8FE
Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=xgUlOPL_VEc
Teil 3: http://www.youtube.com/watch?v=4goi6AARnHw
Teil 4: http://www.youtube.com/watch?v=JS4VlNHy7Ow
Teil 5: http://www.youtube.com/watch?v=e7fGWlHukt0
Teil 6: http://www.youtube.com/watch?v=XKkTxD7H2CU

Mein Dank für diesen Hinweis gilt Eugene Faust (http://eugenefaust.twoday.net)

Hautnah statt mittendrin?

Während die deutsche Fußballmannschaft gegen die Weltauswahl aus Aserbaidschan versucht, mit Toren einen gebührenden Abstand zu einer theoretisch machbaren Niederlage herzustellen, reicht es mir nicht.
Einfach nur dabei zu sein? Das reicht mir nicht.
Hautnah den deutschen Fußballern auf den Pelz rücken. Das isses.

Training ist vorbei. Die Spieler verlassen den Rasen, gleich geht’s zurück ins Hotel.

15 Minuten Halbzeitpause.
15 Minuten nachdenken, wie das zu schaffen sein könnte.
Was liegt näher als …

15 Minuten Rückfahrt, die Mannschaft ist zurück im Hotel. Gleich geht’s zum Abendessen.

… nein, doch nicht.
IM ARD … pardon, ich meine: … Im ARD läuft das Spiel zwar live. Kommentator und Co-Kommentator plaudern munter die Zeit der Halbzeitpause tot. Nur, das ist mir noch nicht hautnah genug.
Näher, oh näher zu dir, meine Mannschaft, will ich dir rücken!

Der Bus ist da, die Spieler auch. Philipp Lahm und Co. machen sich gerade warm.

Heureka!
Das isses!
Twitter!
Ich verfolge die Nationalmannschaft über Twitter!
„Näher dran“ gibt es gar nicht, wenn Podolski, Klose, Lahm und Badstuber abwechselnd mit Handy ihre Nachrichten ins WorldWide-SocialWeb abschicken.
Und wenn nicht unsere Stars, dann sicher der Niersbach in Vertretung der Mannschaft.

Die Mannschaften laufen ein. Gleich gehts los…

140 Zeichen Fußballlyrik.
Die Suche unter Twitter spukt mir als Twitter-Teilnehmer „DFB_Team“ aus.
Ich logge mich ein und lese …

Wiederanpfiff in Köln, die zweiten 45 Minuten laufen.

… und schließe die Twitter-Seite wieder.
Soviel spannende DFB-Hochlyrik ist mir zu tiefsinnig.
Das 4:0 fällt und ich lese die letzte Twitter-Prosa vom DFB.

Die Diagnose bei Mertesacker: Platzwunde unter dem linken Auge. Vorsichtshalber wird er zum Röntgen ins Krankenhaus gefahren.

Der ARD-Kommentator plaudert weiter wie ein Duracell-Häschen auf AC/DC in sein Mikrofon.
Hm.
Meine Entscheidung für die zweite Halbzeit ist gefallen:
Lieber ARD-Fußball statt DFB-Twitter.
Lieber mittendrin statt hautnah.

Quelle der Twitter-Zitate: hier

Klaus Peter Schreiner

Er war und ist der Mann der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“, welcher Texte für die verschiedenen Hausensemble der „Lach und Schieß“ von den 50er ab bis in die Gegenwart hinein schrieb und auch noch schreibt. Bis 1998 wirkte er „lediglich“ als Autor der Hausensemble mit. 1999 trat er dann selber mit dem „Lach und Schieß“-Hausensemble auf der Bühne auf. Inzwischen hat er sein eigenes Solo-Programm, in der er u.a.a. die alten (aber nicht minder aktuellen) Texte seines Kabarettlebens präsentiert.
Er ist der unumstrittene Grandseigneur des politischen Kabaretts Deutschlands. Der Mann der leisen Zwischentöne. Ein Meister des feinen sprachlichen Floretts im politischen Kabarett.
Mit Dieter Hildebrandt hat er nicht nur die Vergangenheit als Autor der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“ gemein, sondern auch das hohe Alter. Klaus Peter Schreiner ist 80, Dieter Hildebrandt 82. Und beide stehen noch aktiv auf der Bühne der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“ mit ihren politischen Kabarett-Solo-Programmen.

À la bonne heure!

Klaus_Peter_Schreiner

Klaus Peter Schreiners Internetseite: hier

Wenn Glück zu Unglück wird …

Ein Autogewinn hört sich immer gut an. Jeder würde gerne gewinnen. Doch es gibt Menschen, denen wird ein Autogewinn zum Fluch. So geschehen bei einer Hartz-IV-Empfängerin aus Stolberg bei Aachen. Als die glückliche Gewinnerin der ARGE Stolberg ihren Gewinn meldete, wurde sie gleich zur unglücklichen Verliererin. Die ARGE strich ihr für ein Jahr die Zuschüsse, da der Autogewinn ihr als Einnahme verrechnet wurde. Als Folge davon konnte sie bereits ihre Miete nicht mehr zahlen. Klar, sie solle ihr Auto verkaufen, so die ARGE und von dem Geld leben. Andererseits ist die schwerbehinderte Gewinnerin auf ein Auto angewiesen, um einen Job zu bekommen. Ihr bleibt keine Freude an dem Gewinn. Die Gesetzeslage kennt dort kein „Gönnen“, und die ARGE nur Paragrafen.
Der gesamte Artikel findet sich hier:
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/7432750.php

HOPRECHT: Bei uns nicht! Bei uns in Deutschland, da is ’n fester Boden drunter, da is kein hohler Raum dazwischen, da kann nichts passieren! Anderswo vielleicht, wo det Jebälke faul is – da vielleicht! Sagen wa mal Russland zum Beispiel, da habense die Bestechlichkeit der Behörden, habense da – und denn die Muschiks, det sind nämlich Analphabeten, die wissen noch nich mal wie se heissen – und die Lasterhaftigkeit der höheren Kreise, und dann die Studentinnen, un det ganze schlechte Beispiel! Da kann was passieren, Willem, da is Bruch! Verstehste?! Bei uns is alles jesund, von unten auf – und was jesund is, det is auch richtig, Willem! Det is auf Fels jebaut!

VOIGT: So? Und woher kommt denn det Unrecht? Kommt det janz von selbst?

HOPRECHT: Bei uns gibt’s kein Unrecht! Wenigstens nich von oben runter! Bei uns geht Recht und Ordnung über alles, das weiss jeder Deutsche! […] Ick sag dir zum letztenmal: reinfügen musste dich! Nich mängeln gegen! Und wenn’s dich zerrädert – denn musste det Maul halten, denn jehörste doch noch zu, denn biste ’n Opfer! Und det is ’n Opfer wert!! Mehr kann ich nich sagen, Mensch! Haste denn keine innere Stimme, Willem? Wo sitzt denn bei dir det Pflichtgefühl?!

VOIGT: Vorhin – aufn Friedhof – wie de Brockn aufn Sach runterjekullert sind – da hab ick’s jehört – da war se janz laut, war se –

HOPRECHT: Wer? Was haste jehört?

VOIGT: De innere Stimme.[…]

aus „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer

Umarmungen frei für Jedermann – Free Hugs

Sich von wildfremde Menschen umarmen lassen?
Einfach so, ohne Grund?

Vielleicht sogar noch per Zettel darum bitten?
So einfach.
Warum?
Warum nicht?

Umarmungen frei für Jedermann.
„Free Hugs“ hatte er auf seinem Zettel geschrieben. Mitten auf dem Münchener Marienplatz zwischen den fotografierenden Touristen. Einfach so.

Und er wurde von wildfremden Menschen umarmt.
So einfach. Einfach so.
Geschadet hat es ihm nicht.

Musiktitel „Arrival“ von Sonic Mystery (http://www.myspace.com/sonicmystery).

http://www.youtube.com/watch?v=YxAn-LaIsjM

Doch ein paar Worte zur "Loveparade"

Eigentlich wollte ich nichts dazu schreiben. Weil ich mich nicht bei so etwas richtig ausdrücken kann und der nächste Fettnapf nicht weit ist …

Nur beim persönlichen „Aftermath“ zu dieser Katastrophe las ich vorhin, dass die Stadt Duisburg aufgrund ihrer hohen Verschuldung unter der Verwaltung des Landes NRW steht. Selbst das Land NRW muss im Dienste des Sparzwangs der Bundesregierung mitsparen und hat daher ebenfalls fleißig an den Sparschrauben gedreht.

Duisburg konnte für die „Loveparade“ kein besseres Sicherheitskonzept auf die Füße stellen, weil die Stadt deren Ausgaben zu kontrollieren hatte. Wegen fehlendem Geld im „Stadtsäckl“ war das Sicherheitskonzept, so wie es gestern mit Toten und Verletzten widerlegt wurde.

Das entlastet weder Veranstalter noch Stadt, aber das ganze bekommt ein ganz besonderes Geschmäckle. Ein Geschmäckle von den ersten Opfer des „Wir haben über unsere Verhältnisse gelebt und müssen zu drastischen Sparmaßnahmen greifen“.

Kriegen die 15 Toten der „Loveparade“ jetzt nen Orden, weil sie vielleicht sich mit Haut und Haaren dem Sparen geopfert haben? …

Und noch eins:
Die Beileidsbekundungen von Merkel und Kraft erinnerten mich an die Beileidsbekundungen, die ich schon oft gehört hatte. Floskeln. Phrasen. 08-15-Sätze. Mögen sie ernsthaft gewesen sein, so sollten beide einmal beginnen, nicht so floskelhaft ihre Beileidsbekundungen abzulassen.
Ich bin kein Meister der Beileidsbekundungen. Nur bei den Beileidsbekundungen zu den gefallenen Soldaten am Hindukush hatte ich das Gefühl, bei den kondolierenden PolitikerInnen mehr Anteilnahme in deren Beileidsbekundungen gefühlt zu haben. …
Mein Eindruck …

Die Schlacht am Birkenbaum

„Der Roggen wird vor der Schlacht am Birkenbaum erst eingefahren, der Hafer aber nicht … Wenn die Büdericher ein Mond vor Krautweih (Mariä Himmelfahrt) aus dem Hochamte kommen, steht rund um die Kirche alles voll Balltreter.“
Quelle: absolut unbekannte westfälische Einsicht eines Sehers

Es ist vollbracht.
Die Schlacht ist geschlagen, die Spanier haben gewonnen und die Niederländer machen der deutschen Nationalmannschaft Konkurenz im Erobern des zweiten WM-Platzes.
Was ist mir geblieben?
Nicht viel. Die Herrschaft über das Mittelfeld führt zum Sieg. Das Spielsystem des Mittelfeldes hat den Erfolg gebracht. Das Finale war das „quot eram demonstrandum“ (= „was zu zeigen war“), das „q.e.d.“ der Fußballzukunft.

Zwar verbleiben die drei deutschen Spiele gegen Australien, England und Argentinien in Erinnerung für mitreissendes Offensivfußballspiel. Aber mehr wird nicht verbleiben. Von den Trainer-Strategen wird in Zukunft das Spiel im Mittelfeld vervollkommnet. Maurinho in der Champions League und jetzt del Bosque bei der WM haben gezeigt, wie es geht.

Die deutsche Nationalmannschaft hätte die WM gewinnen müssen, um Grundsteine in der Zukunft für zuschauerfreundliches Spielsysteme zu legen. Haben sie aber nicht. Drum werden die nächsten Spielzeiten im Zeichen der Mittelfeldstrategien stehen.

Andererseits, hätte die deutsche Nationalmannschaft die WM mit begeisterndem Spiel gewonnen, dann wäre Frau Merkel und Herr Wulf quasi per Staatsräson gezwungen gewesen, mit ihrem gesamten schwarz-gelben Hofstaat ein zweites Mal bei der WM auflaufen zu müssen. Das wäre allen Sparanstrengungen der Regierung Merkel/Westerwelle total entgegen gelaufen. Okay, die Spieler wären erneut mit einer halbstündigen Ansprache des balsenabsondernden Hosenanzugs konfrontiert gewesen. Sicher, sie hätten es gemocht: die Spieler im Entmüdungsbad und vor Ihnen Merkel, Westerwelle und Wulf. Nur: Damit wäre dann die deutsche Nationalmannschaft auf Jahre geschlagen gewesen, um es mal in Abwandlung eines bekannten Beckenbauer-Zitats aus dem Jahre 1990 zu formulieren.

Also ist es gut so.

Merkel muss ohne Rückenwind einer WM-Trophäe weiterregieren. Aber sie hat noch immer die Möglichkeit, die Krake „Paul“ ins Kabinett als Regierungsberater zu holen. Denn die Krake hat auch bei den letzten beiden Spielen in ihrer Vorraussage richtig gelegen. Und solches Talent geht der Bundesregierung ja seit November letzten Jahres komplett ab.

Und so bleibt alles in allem nur ein „Bis in vier Jahren“ zu seufzen. Und ich hoffe, dass mein Team dann nicht wieder gegen einen Nicht-Weltmeister verlieren wird. Auch um deren gesundheit willen. Brasilianer können ja so erbarmungslos gegen Selecao-Mitglieder sein, wenn diese nicht gewinnt …

"Bildung für die besten" oder: Hauptsache, Werbung produziert Umsatz …

Lebewesentechnisch bin ich ein kleines Licht. Nicht mit übermäßig viel Intelligenz ausgestattet, dankbar zu leben, biologisch ein XY-Chromosom-Inhaber und auch sonst ein übliches gnadenlos männliches Alphatier, wenn es denn darf, so wie man es lässt.
Und heute durfte ich nicht.
In meinem Postfach befand sich ein Brief vom Verein »Management Circle ®«.
Ja, ich bin nun mal ein hochbezahltes »Manager«-Vieh mit einem sechsstelligen Monatseinkommen (inkl. Kommastellen). Und darum darf ich auch solche Briefe erhalten, mit denen Beratungsfirmen versuchen, Umsatz zu bolzen.
Nur manchmal, aber nur manchmal, vergess ich, dass ich ein geschult männliches Alpha-«Manager«-Tier bin, dann schließ ich mich als Mann in der Bürotoilette ein, falte orthodox deutsch mein Toilettenpapier und schnäuzte dann heftig in das selbige und führ mir solche Briefe nochmals zu Gemüte, wie ich ihn heute vom »Management Circle ®« erhielt:

Werbungsbrueller

(zum Vergrößern anklicken)

Oder ist das eine versteckte Einladung zum Gruppensex mit Team-Assistentinnen (vullgo: Sekretärinnen) und nur ich hab’s nicht kapiert?!?