Würfelfreies Duschen mit Wasser

Ich wurde von Fremdscham durch Franz-Kevin Brezner (http://www.youtube.com/watch?v=w0GPyN88_dc) zur #NPSWarmduscherChallenge nominiert. Diese Challenge soll der narzisstischen Persönlichkeitsstörung als dem leider vorwiegenden Hintergrund des Phänomens #ALSIceBucketChallenge Aufmerksamkeit zukommen lassen.
Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist ein ernstes Thema mit oft sehr belastender Symptomatik für Betroffene und deren Umfeld. Soziale Netzwerke sind als Selbstdarstellungsplattform der ideale Dünger und Katalysator für die Entwicklung bzw. Manifestation des Störungsbildes.
Mehr zur NPS unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Persönlichkeitsstörung#Narzisstische_Pers.C3.B6nlichkeitsst.C3.B6rung

Und jetzt kommt es:
Ich selbst nominiere Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser!!
Es heißt für Sie nun:
Innerhalb von 24h warm duschen oder spenden.
Spenden? Ja! Und zwar Samen für eine neue, wirklich selbstsichere Generation von Menschen, deren Selbstwertgefühl nicht von der ständigen Bestätigung durch andere abhängig ist.

Hier mein Beitrag für die #NPSWarmduscherChallenge:
http://www.youtube.com/watch?v=2R6P4Hmo0es

Kriegsgetrommel

Am 30. August lief die folgende Meldung über die Nachrichtenagenturen:

Litauens Staatschefin Dalia Grybauskaite sieht Russland „praktisch im Krieg gegen Europa“.

Die Medien verbreiteten diese Nachricht und widersprachen dem nicht sehr heftig.
Für alle war diese Nachricht opportun. Ein nachdrückliches Dementi dieser fatalen Ansicht erfolgte bis heute nicht.
Stattdessen die Meldung, dass England eine Eingreiftruppe für die Ukraine zusammenstelle …

Dazu an dieser Stelle das Video zu dem Lied „Krieg“ von Rio Reiser:
http://vimeo.com/51282155

Lebenszeichen

„Belebe mich!“

Mich beschlich das Gefühl, als ob er mich traurig anschauen würde.
So einsam lag er vor mir. Alleingelassen. Vertrocknet klebte noch die Tinte an seiner Spitze.
Ich ergriff mir ein weißes Blatt Papier, schob es in den Drucker und drückte auf „DRUCKEN“.

„Belebe mich!“

Ich blickte auf ihn herab. Ja, da lag er nun.

„Belebe mich!“

Nein. Ich würde es nicht tun und fühlte eine Gänsehaut an meinem Rücken hochklettern ob alter Erinnerungen.
Ich ergriff ihn und legte ihn wieder in die alte Schachtel, zurück zu all den anderen Erinnerungsstücken einer vergangenen Zeit.
Es ging einfach nicht. Es fehlte etwas entscheidendes.
Die Patronen.

Ein letzter Blick auf meinen alten Schulfüller, dann verschloss ich die Schachtel.

Gedanken am Rande der Bedeutungslosigkeit

Ja, ich schreibe noch in meinem Blog Einträge für geneigte Interessierte.
Nein, ich bin nicht weg und lebe auf der Insel der Glückseeligen.
Ja, ich analysiere das nächste Thema für meinen Blogeintrag.
Nein, ich will nicht Dutzenden Eulen nach Athen tragen.
Ja, ich bin in einer individuellen Schaffenskrise.
Nein, ich bin nicht die Schaffenskrise.
Ja, ich bin es trotzdem doch noch.
Nein, ich bin es nicht.
Ja, ich bin es.
Nein, ich bin.
Ja, ich.
Nein.

Hm. Es wird mal wieder Zeit, dass ich eine Fallhöhe für mich und meiner Schreibe schaffe, an deren meine schlechten Blogeinträge gemessen werden können. Und so schreib ich auf meiner mit Zitronensaft gesäuberten Erstklässler-Schultafel mit quietschender Kreide ein
„YES I CAN“
und hoffe, dass das suggestiv genug sein wird.
Für mich.
Nicht für Euch.
Aber für Euch.
Zum Belustigen.

Ich lebe noch.
Aber ein wenig schreibfaul …

Vom schnellen Reichtum komplett überrascht

So, meine Lieben, es ist vollendet. Mein Sargdeckel wird definitiv golden sein. Denn soviel, wie ich jetzt bald haben werde, kann ich einfach nicht ausgeben.
Lindsay schrieb mir.
Ihr kennt Lindsay nicht? Da seht ihr es mal wieder. Ich bin auf der Sonnenseite des Lebens und nicht im Schatten der Tür von Dagobert Ducks Geldspeicher. Lindsay Rogers meine ich und sie schrieb mir heute folgende Email:

Von: „Rogers, Lindsay“ lindsay. rogers ( ) ubc. ca
Datum/Uhrzeit: 24.01.2014 / 09:50(Empfang)
Betreff: Antworten für Details

Es tut mir leid, um Ihre Privatsphäre auf diese Weise stören. Es gibt eine gewisse verstorbenen Kunden von meiner Bank, die hinter US $ 18 Millionen übrig. Ich suche Ihre Partnerschaft in Empfang dieses Fonds. Wenn Sie interessiert sind, sofort zu antworten für detaillierte Informationen.

Danke,

S.L

Schon klar, Lindsay arbeitet wohl in der kannadischen Niederlassung der „Union Bank of California“. Richtig gelesen. Kalifornien. Kennt jeder. Liegt direkt bei Hollywood, da wo alle Reichen und Schönen leben. Demnächst auch ich. Ätsch.
Lindsay ist schon verdammt raffiniert, sie kürzt ihren Namen voll diskret mit „S.L“ ab. Klar, sie will ja nicht wie Snowden enden. Ein wenig die NSA nasführen muss schon sein, nicht wahr? Aber ich hab die Finte sofort erkannt, Lindsay Rogers, du geschicktes Luder! Ich spiel mit, du. Lass uns in finanziellen Kontakt treten, hey. Ich habe noch ne leere Abstellkammer, da kannste das Geld deponieren, woll!
18 Millionen US-Dollar. Das sind über 13 Millionen Euro! Und wie aus der Mail zu entnehmen ist, denke ich, wird das Ganze mir netto angeboten.
Leute, mir scheint die Sonne aus dem Allerwertesten und ich bin demnächst ein Star und rufe bald: „Nehmt mich hier raus! Aus Deutschland, ihr Finanzberater“. Und dann geht’s reich ins Heim statt heim ins Reich. In Geldmünzen werde ich baden, in Geldscheinen tauchen und zwischen all den Säcken mit Geld nicht mehr auffallen.

Endlich.

Jetzt muss ich nur noch auf jenes einmalige Angebot antworten. Wo ist nochmal der Antwort-Knopf des Email-Programms?
Hm.
Frau Oberpflegerin, könnten Sie sich mal wieder um mich kümmern und nicht um die Strickgruppe? Wie antworte ich hier?

Frage des Abends:

Dose aufhebeln und direkt leer löffeln?
Oder doch eher in selbstgemachten Churros abfüllen und dann genüßlich noch warm langsam genießen?

Doce de Leite

Und dann noch:
Wie viel km in wie viel Stunden muss ich dann heute Nacht noch joggen, damit mir niemand diese Leckerei ansieht? …

Brezner is back

Er filmt wieder. Franz-Kevin Brezner. Die dunkle Seite der Wurst.

Vorweihnachtliche Einkaufsliste

Der Bleistift gespitzt, das Blatt Papier flach gestrichen und die Augen auf die ersten Zeilen gerichtet, so saß ich vor meinem Zettel:

»Liebes Christkind. Ich wünsche mir echt nicht viel: Keinen Weltfrieden, keine Armut oder keine Gerechtigkeit, das will ich alles nicht. Aber ich will etwas Einfaches. Eine Tafel Schokolade, einen Sack Marzipankartoffeln und Karamelltaler. Geht das?«

Angestrengt schaute ich auf meine Schreibe und analysierte: eindeutig zu hochmütig. Denn »echt nicht viel« las sich abgehoben an. Es war in Wahrheit schon eher »echt viel«. Also strich ich es.

Und schließlich die zahlreichen Wortwiederholungen. So viel Mal »keine«; das ist schlapper Stil. Also durchkreuzte ich auch diese Worte und fügte als Ausgleich ein »nicht« ein.

Mein nächster Blick galt dem »will ich« und dem »ich will«: Ich will, ich will, ich will. Ich bin doch kein kleines Kind mehr, das immer nur will, warf ich mir leise vor. Das musste weg. Also verschwand das »ich will« unter einem breiten Strich meines Bleistiftes. Es verblieb mir ein »das alles nicht« und ein »etwas Einfaches«. Ein Zusammenhang dieser Worte erschloss sich mir nicht. Sie standen so losgelöst, so allein. Weg damit. Keep it simple.

Und erneut Wiederholungen des Wortes »eine«. Da ich schon mal am Streichen war, gab es nur eine Lösung. Hinfort damit.
Erst »Tafel Schokolade«, aber dann gleich »Sack Marzipankartoffeln und Karamelltaler«? Gleich drei Dinge auf einmal? Die »Marzipankartoffeln« fielen meinem Lektorat zum Opfer.

»Tafel Schokolade und Karamelltaler«. Nein. Zu viel der Wünsche. Bescheidenheit ist etwas anderes. So etwas ziemt sich nicht. Die »Tafel« wurde gestrichen und ich blickte auf »Schokolade und Karamelltaler«. Seufzend strich ich »Karamelltaler«. Das Wort war erstens nun mal zu lang und zweitens schwer zu verstehen.

Erneut las ich den korrigierten Wunschzettel:

»Liebes Christkind. Ich wünsche mir nicht Weltfrieden, Armut oder Gerechtigkeit. Aber Schokolade. Geht das?«

Ich blickte auf und schaute über die Terrasse des Cafés. Jeder Tisch war umringt von Stühlen, auf denen rote Decken lagen. Unter einem Heizpilz ließ es sich momentan mit einer Decke gut aushalten. Viele Besucher hatte das Café zu dieser Uhrzeit noch nicht. Einzig an einem Tisch saßen zwei Verliebte, tranken Kaffee und schauten in den Park hinaus. Dort schlenderten einzelne Menschen auf den Wegen unter den kahlen Bäumen. Deren Hände hatten sie tief in den Manteltaschen versteckt. Nur mühsam drang die Sonne durch den Hochnebel. Wärme konnte die Sonne keine mehr erzeugen. Aber sie zeichnete den Park in einem Stimmungslicht, als ob die gesamte Szenerie mit einem Weichzeichner abgefilmt worden wäre.

Nein, das passte nicht. Überhaupt nicht. Da lag in meinem Wunschzettel eindeutig das Problem. An das Christkind glaubte ich längst nicht mehr. Also ging das nicht. Mit Entschlossenheit strich ich die ersten und die letzten beiden Worte.

»Ich wünsche mir nicht Weltfrieden, Armut oder Gerechtigkeit. Aber Schokolade.«

Schokolade. Schokolade war das Stichwort. Ich wollte noch Schokolade einkaufen.

Ich nahm einen letzten Schluck aus meiner Kaffeetasse, legte passend Kleingeld auf den Tisch, stand auf und ging.