Über Careca

Hang zur Satire, zur Ironie und zum Zynismus; Sinn für jeden Unsinn

Innovationen

Moon over munich

Belesene Leser, verlesene Lesende,
Ihr sitzt mit Sicherheit vor einem Computer und ihr werdet mir mit Freude erklären können, wo bei meinem Computer die Achse ist.
Klar, ich weiß, was eine Achse ist. Sowas ist eine Verbindung zweier rotierender Körper.

Mein Computer hat eine rotierende Festplatte und diverse Ventilatoren und die Verbindung dazu sind Kabel. Ja, ich habe sie vermessen und bin zu keinem Ergebnis gekommen. Welchen Sinn soll das haben?
Und ist eine Achse nicht eher etwas mit einer Mittellinie, um der sich was dreht? Dreht sich nicht alles um die Verkabelung in meinem PC?
Und wenn ich das Ergebnis habe, was sagt es mir?

Ich werde wohl doch zu dem Experten gehen, der an der Straßenecke mit „Computerachsvermessung“ wirbt. Wer weiß wozu das mal wieder gut ist.

Schilda

Ansonsten handelt jener Experte ja mit Autos. Wozu er sich jetzt auch noch auf Computer verlagert?

Ach ja, die Krise in der Automobilindustrie.
Verständlich.

Der Automobilindustrie wird ja inzwischen vorgeworfen, dass sie zu unflexibel sei und daher Schuld an deren jetzigen Niedergang. Es reicht halt nicht den neusten Porsche Cayenne in zig Ausstattungsvarianten dem Käufer anbieten zu können. Und die dann noch mit verschiedensten spritsaufenden Motoren auszustatten.
Solche Fahrzeuge werden auch gerne als SUV (sprich: Ess Ju Wie) bezeichnet. „Saufen und Verbrauchen“ könnte die Abkürzung heißen. Sowas freut jede ölfördernde Nation.

Aber vielleicht hat der Kunde ja auch noch Sonderwünsche. Dann fängt ja die wirkliche Felxibilität an. Und kann der Hersteller diese nicht voll flexibel befriedigen, greift der Käufer zur Selbsthilfe.
So wie der folgende mit seinem Satellitenwagen.
In Eigenbau.

Satellitenwagen

Da freuen sich die Sendeanstalten …

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Gauner, Schieber, Börsianer

Es gibt schon eigenartige Zufälle. Ich gebe die drei Worte in Google ein und schon das zweite Suchergebnis verweist auf meine unbedeutende Geschichte.

Aber im Ernst. Es berührt mich nicht. Das Google-Ergebnis macht mich nicht stolz. Denn Gauner muss man Gauner nennen dürfen. Und für Schieber gilt das Gleiche.

Und für Börsianer?
Eigentlich müsste man die als „Glücksritter“ bezeichnen. Oder auf englisch „Soldiers of fortune“. „Söldner“. Sie handeln zwar im Auftrage eines Auftraggebers, aber zuallererst immer noch auf eigene Rechnung.

Wenn Politiker die Beschränkung der Jahresgehälter der Bankmanager auf 500.000 Euro verlangen, dann ist das reiner Populismus. Da lachen die „Börsianer“. Denn „Börsianer“ machen erheblich mehr Verdienst pro Jahr.
500.000 Euro im Jahr für deren Chefs während jene Glücksritter erheblich mehr verdienen? Okay. Hauptsache die Politiker haben die Manager als Täter ausgemacht und nicht deren „Söldner“, die jahrelang durch ihre Spekulationen und Spekulationsmodelle die letzte Krise ausgelöst haben.

Ja, man könnte fast Mitleid mit den Ackermännern dieser Bankenwelt haben, da diese doch selber nicht vorher gesehen haben, dass das alles so kam.

Nun ja, vorhergesehen habe ich es ja auch nicht wirklich, auch wenn ich die schlechten Nachrichten aus den USA schon das ganze letzte Jahr verfolgte und auf einen Crash wartete. Ich verdiene allerdings auch nicht 500.000 Euro im Jahr. Und somit wird mir keiner der Politiker populistischerweise ein „Mach dich vom Acker, Mann“ vor dem Latz knallen können.

Die Börse arbeitet weiter. Unabhängig vom Getrommel der Politiker. Und erst recht unabhängig von meinem eigenen Getrommel. Die Ackermänner dieser Welt sind freilich nicht das Problem. Das Problem ist vielmehr, dass sich die Ideen, die auch ein Ackermann verkörpert, nicht verändert haben.

Und dann fand ich heute noch folgende kleine Randnotiz in der Zeitung:
Während jetzt bei uns die Rezession ausgerufen wurde, verkaufte neulich in England ein Internet-Online-Autohändler zwei Autos für den Preis von einem.
Oder besser gesagt: als dieser Autohändler Neuwagen mit 50% Rabatt für 12.500 Euro übers Internet verkaufen wollte, interessierte es niemanden. Also verdoppelte er den Preis und die Anzahl des Angebots und propagierte „zwei Fahrzeuge für den Preis von einem“.
Und? Es funktionierte. Er hatte alle rabattierten Fahrzeuge verkauft. Kunden dieser Fahrzeuge waren nach Auskunft des Autohändlers offenbar auch einige ehemalige Angestellte der Lehmann-Brothers.

Tja, tröstlich zu erfahren, dass die Werbestrategien der Banker auch bei deren eigenen Leute verfangen, wenn sie denn mal branchenfremd verwendet werden …

Gier ist gut

„Ich zerstöre keine Unternehmen, ich befreie sie. Der entscheidende Punkt ist doch: Die Gier ist gut, die Gier ist richtig, sie klärt die Dinge.“

Gordon Gecko, aus dem Film „Wall Street“

Wenn Manager ihre Krisenweisheiten auspacken …

Jeder kennt sie. Die Leute unter den Managern, die jetzt unsere Gürtel enger schnallen wollen.
Natürlich wollen die auch ihre eigenen Gürtel enger schnallen. Aber erstens wollen die selber bestimmen, von welche Marke der Gürtel ist und ob er aus Gold oder mit Edelsteinen bestickt ist, und dann wollen die auch nicht, dass die Öffentlichkeit unqualifiziert denen in die Suppe spuckt.

Daher jetzt mal ein paar richtige unternehmerfeindliche Sprüche für deren Suppe:

Zum Thema „Standort Deutschland“

„Landflucht kann ich im Krieg machen, ich werde es nicht wegen des Geldes machen.“

Zum Thema „Problemort Deutschland“

„Wer sagt, er hat ein großes Problem, der ist ein Versager.“

Zur Situation der Manager und deren Managements:

„Wir sind dem Kommunismus näher als der Marktwirtschaft.“
weil „Am Ende zahlt der Arbeitnehmer die Zeche“

Zur Frage, ob Berater die Lösung eines Problems sein können:

„Wer sich einen Unternehmensberater holt, ist ein Versager.“

Hm.
Wer hat es gesagt?
Wolfgang Grupp, 65-jährige Trigema-Chef von 1200 Mitarbeitern. Das enfant terrible der deutschen Managerzunft, weil er durch sein eigenes Unternehmertum Manageransichten widerlegt.
Für solche Aussagen könnte dieser Patriach alten Zuschnittes mir fast schon wieder sympatisch sein …
Die Aussagen machte er 2004 bei einer Podiumsdiskussion des manager magazins …

Wenn Rentenansprüche versorgt werden wollen …

Bei gmx.net gefunden:

„Immer mehr Frauen entscheiden sich für einen jüngeren Partner – und damit für ein ziemlich erfolgreiches Liebesmodell.“

Männer, benutzt endlich mehr Anti-Falten-Cremes.
Die Frauen werden anspruchsvoller!

Ist natürlich Quatsch. Absoluter Quatsch. Als ob Frauen das nötig hätten.
Nein, es geht einfach nur darum, dass in Zeiten der Finanzkrise so manche Renten-Zusatzverträge drohen, über die Wupper zu gehen und somit der Generationsvertrag in die Binsen geht. Also, macht die intelligente Frau von heute gleich die Direktversicherung beim jungen Mann.

Die alten Knacker (männlicherseits) haben da erheblich weniger Chancen.
Wer von den jungen Frauen schätzt schon einen schmerbäuchigen 50-jährigen, der bei einem nur möglich angedachten Gruppensex schon sagen würde „Danke, aber ich hatte schon einmal“ und auch noch real existent im eigenen Bett beim After-Sex asthmatisch pfeift?

Eben.

Die serielle Monogamie bei Männern endet mit Mitte 40, wo sie bei Frauen wieder beginnt.

Deshalb, ihr Männer, auf in die Riester-Rente und weiter geträumt: Reich in Heim statt heim ins Reich der Altersheime …

Dax-Jagdsaison

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.
11,4 Prozent plus!
Wisst ihr, wie viel das ist?
11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.

Genau um diesen Betrag ist der DAX gestiegen. Der DAX ist momentan des Journalisten Jagdvieh. Im Visier einer ganzen Bevölkerung.
Geht’s dem DAX gut? Ist er munter oder leidet er unter stark gebremsten Wachstum?

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.
11,4 Prozent plus und über 5000!
Wahnsinn.

Das war gestern.
Heute ist eine neue DAX-Jagdsaison.
Ich hab mir vorgenommen, wenn der DAX heute erneut über 10 Prozent plus klettert, gehe ich zu meinem Chef ins Büro und verlange 5 Prozent mehr Gehalt. DAX-Steigerungen müssen durch abgemessene gehobene Gehaltsforderungen nach unten abgesichert werden.
Sollte der DAX allerdings unter 0 Prozent fallen, dann werde ich freilich auf 5 Prozent Gehalt verzichten und meinen Chef drängen, den gerade neu erhaltenen Mercedes-Dienstwagen der oberen Klasse gegen einen TWINGO oder SMART einzutauschen. Denn als Chef muss man glänzen. Als Vorbild.
Um den DAX nach unten hin abzustützen.

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.

Ich hab mir dann den Spass gemacht zu schauen, wie sich so die Aktienkurse der Automobilindustrie entwickelt haben, so während der Finanzkrise.

Ford? Abgestürzt.
BMW? Abgestürzt.
Daimler? Abgestürzt.
GM? Abgestürzt.
Toyota? Abgestürzt.
Hyundai? Abgestürzt.
FIAT? Abgestürzt.
Audi? Abgestürzt.
Porsche? Abgestürzt.
Volkswagen ….

Volkswagen?
Volkswagen?!?
Volkswagen!!!
Immer nur im Plus!
Wahnsinn.
Im Januar 2006 bei 43,60 Euro und jetzt bei 353 Euro.
Wahnsinn.
Und kein wirklicher Absturz.
Nicht mal auf den Höhepunkt der Finanzkrise der letzten Tage.
Immer nur im Plus.
Hm. Nicht wirklich. Zwischenzeitlich kostete die Aktie in den letzten fünf Tagen maximal 452 Euro und stürzte dann auf 280 Euro, um sich bei 350 Euro hin zu bewegen. Aber das auch nur für sehr kurze Zeit.

Aber sonst.
Immer nur im Plus.
Volkswagen immer nur im Plus?
Wahnsinn.
Was ist da denn los?

Der nationale und internationale Automobilmarkt glänzt durch Absatzprobleme. Opel will drei Wochen schließen. Skoda hat schon ein Tag geschlossen gehabt. Der asiatische Markt stottert wegen den Rohstoff- und Kraftstoffpreisen.

Aber die Volkswagen-Aktie läuft und läuft und läuft und läuft und …
Und der Wert des Volkswagen-Konzerns steigt und steigt und steigt und …

Mich beschleicht ein ungutes Gefühl.
Irgendwann machen die Herren Aktionäre Kasse. Dann wird die Dividende errechnet und Bruchrechnung betrieben. Die Brüche werden dann gekürzt, wo es nur geht. Der VW-Kurs wird fallen und dann wird man sich aufgrund des Aktienkurses auf den kleinsten gemeinsamen Zähler einigen. Und das wird der Werker sein. Der Werker ist immer der kleinste gemeinsame Zahler.
Ich bin ein verdammter Schwarzseher.

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn. Wahnsinn. Wahnsinn. Wahnsinn.

Anmerkung:
Einen Hinweis, warum sich die VW-Aktie so verhält, wurde mir hier gegeben:
http://www.sharewise.com/news_articles/1633-Volkswagen-DAX-Spekulanten

Sohn des Helios

So ist denn wieder ein bekanntes Gesicht Opfer der Mobilität geworden.
Mit 141 km/h in den Tod, dort wo nur 70 km/h erlaubt sind und wo kurz danach nur noch 50 km/h gefahren werden darf.

Die ersten Vermutungen waren ja, das österreichische Unfallopfer hätte Mercedes gefahren. Aber für das perfekte Understatement wäre ein Mercedes der S-Klasse nicht tauglich gewesen. Der Jörg Haider fuhr einen VW Phaeton.

Phaeton ist der Sohn des griechischen Sonnengottes „Helios“, einem der aus dem Göttergeschlecht der Titanen stammte.

Das Fahrzeug „Phaeton“ der Volkswagen-Schmiede war das Prestige-Projekt des VW-Titanen Ferdinand Piëch, ebenfalls ein Österreicher wie der Haider.
Für Piëch war der „Phaeton“ der Versuch, sich von dem Image des nur-Volks-Auto-bauenden Konzerns zu emanzipieren.

Als 1998 Ferdinand Piëch beim Bieten um „Rolls-Royce Motor Cars“ gegenüber BMW gewann, musste er feststellen, dass ihm zwar Bentley und Rolls-Royce gehörten, aber nicht die Rechte am Namen „Rolls-Royce“. Die gehörten und gehören BMW, welches eh schon immer die Motoren für die Rolls geliefert hatte. So fuhren eine Zeit lang Volkswagen Bentleys mit den Triebwerken von BMW durch die Gegend. Jetzt sind Bentleys Volkswagenfahrzeuge ohne VW-Label.

Ferdinand Piëch persönlich forcierte die Entwicklung des Sohnes der Sonne. Als Projekt „D1“ wurde es voran getrieben. Aber bis zum Verkaufsstart des Fahrzeugs sollte es noch bis zum Mai 2002 dauern.

Viele Sachen verzögerten die Marktreife des Fahrzeugs. Es waren vor allem Unfälle. Nach dem die ersten Prototypen gebaut waren, verunglückten zwei Entwicklungsingenieure mit dem Fahrzeug tödlich. Das Projekt „D1“ schien zum traurigen Rohrkrepierer des VW-Konzerns zu werden.

Aber Piëch trieb es trotz allem weiter. Eine weitere Geschichte besagt, dass Piëch selber mit dem „D1“ einen Unfall hatte, der aber glimpflich ausging. Er kam mit einem verbessertem Prototypen von der Straße ab und flog in einen der niedersächsischen Äcker. Statt jedoch die Polizei zu verständigen, rief er beim Wolfsburger Werksschutz an und ließ von diesen die Unfallstelle sichern.

Der Unfall war von vorbeifahrenden Verkehrsteilnehmern nicht unbemerkt geblieben. Diese verständigten die Polizei. Die eintreffende Polizei fand Sicherheitspersonal vor, welches den Unfallwagen mit Planen abgedeckt hatte und welches sich einer Unfallaufnahme durch die Polizei widersetzte.

Als der erste „D1“ schließlich die gläserne Manufaktur Dresdens Richtung Markt verließ, wurde ernüchtert festgestellt, der Phaeton sähe wie ein luxuriöser Passat aus. Und so muss man schon genauer hinschauen, will man den „Phaeton“ erkennen. Er wurde inzwischen zum beliebten Understatement von Leuten, denen ein Audi A8, ein 7er BMW oder gar ein S-Klasse-Benz zu prahlend erscheint.

Im November 2003 präsentierte VW in einer Kampagne in den USA eine auf dem Dach liegenden Phaeton. Das Motto dazu hieß „How to look at a luxury car“.

Phaeton

Phaeton war in der griechischen Mythologie das, was man heute langläufig als „Chaot“ bezeichnet. Er bedrängte seinen Vater Helios „nur einmal, bitte“ dessen Sonnenwagen lenken zu dürfen. Der Vater sagt zwar „Nein“, aber dem Sohnemann ist es egal und prescht mit dem Sonnenwagen übers Himmelszelt. Er schafft es aber nicht die feurigen Pferdestärken des Sonnenwagens unter Kontrolle zu halten und es kommt zur grandiosen Katastrophe, als er vom Himmel auf die Erde Äthiopiens donnert. Der antike Dichter Ovid beschreibt diesen Verkehrsunfall, was wir aus Schilderungen über die ersten Minuten nach den Bombenexplosionen von Nagasaki und Hiroshima wissen. Zeus hatte das ganze jedenfalls ganz und gar nicht gefallen und schleuderte einen seiner Blitze gegen Phaeton und …

… Phaeton stirbt bei diesem Unfall mit dem Sonnenwagen.
So wie die beiden VW Ingenieure.
So wie Jörg Haider.
So wie viele Menschen auch.

Der Dichter Ovid beendete seine Chronisten-Pflicht über die Geschichte von dem Titanengottsohn Phaeton mit der Inschrift auf dessen Grabstein:

„Hier ruht Phaeton, der Lenker des väterlichen Wagens. Er konnte ihn zwar nicht halten, aber er starb als einer, der Großes gewagt hat.“

Über Haider sagen viele inzwischen auch nichts anderes …

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Kneipengespräch: Sekt oder Selters

– Glaubst du, wir stehen am Abgrund?
– Geh doch mal nen Schritt weiter.

Nicht immer ist es sinnvoll, hemmungslos Kölsch zu trinken. Besonders dann nicht, wenn der eigene Blick gespannt auf dem Kneipenfernsehschirm über den Köpfen der Gäste schaut.
Die Ziehung der Lotto-Zahlen als Strohhalm der eigenen Hoffnung.

– Wenn ich jetzt gewinne, dann kann mich die Börse. Wenn …
– … das Wörtchen „wenn“ nicht wär, wär ich längst schon Millionär.

Aus seine Blicke schießen Pfeile und fliegen mir um die Ohren. Ich sag nichts und nippe an mein Wasser. Nicht nur ich trinke Wasser. Der Wirt meinte spöttisch zu uns beide „Synchronwassertrinker“ und schob uns seinen „Überkinger“ rüber.
Mit dem ersten Schluck hatte ich meine Entscheidung für Wasser bereut. Das Wasser schmeckte eindeutig salzig. Die Wasser-Produzent-Firma nennt ihr Wässerchen „Überkinger Sport“. Mehr Mineralien, mehr Energie, mehr Ausdauer.
Klar.
Erdinger nennt sein alkoholfreies Weißbier auch ihr kühles, isotonisches Alkoholfrei für mehr Leistung und mehr Regeneration.
Auf sowas müssen die Kölsch-Brauereien mal kommen.
Konstruktive Markenmanagement.

– Wenn ich den 6er im Lotto mach, geb ich ne Lokalrunde.

Ja, er scheint heute seinen großzügigen Tag zu haben. Da bleibt nur der Konter.

– Und wenn ich nen 6er plus Zusatzzahl heute mach, dann kriegst du von mir auch Erdnüsse extra. Persönlich.

Wieder diese Blicke.
Na ja.

– Wenn ich daran denke, wie sich momentan die Börse überschlägt. Ich denk nicht gerne dran.
– Die hohe Kunst der Wertvernichtung.
– Meine Firma macht demnächst 14 Tage zu.

Der Satz kam so beiläufig, dass ich ihn prüfend anschaute.

– Die Leute kaufen nicht mehr. Totale Verunsicherung. Die versuchen erstmal deren Geld ins Trockene zu bringen.
– Vielleicht hat die Finanzkrise ja was gutes wenigstens für mich. Sollte meine Bank dabei bankrott gehen, vielleicht muss ich ja meinen Kredit nicht mehr zurück zahlen.

Er schüttelte den Kopf.

– Vor einiger Zeit war mir der Dax-Wert noch das Fieberthermometer der Beschäftigungszahlen. Je höher der Dax, desto weniger Beschäftigte, desto mehr Arbeitslose. Weil bei den Gewinnen immer mehr rationalisiert wurde, um noch mehr Gewinne mit Luftgeschäften zu machen.

Ich nippte nachdenklich an mein Wasser. Salz auf meinen Lippen. Diesmal aber völlig unerotisch.
Er seufzte.
Alles schien zusammenzubrechen. Selbst das produzierende Gewerbe kommt zum Erliegen. Opel macht auch drei Wochen Zwangspause in der Produktion. Skoda hatte vor zehn Tagen den Freitag als Produktionstag ausfallen lassen, um Verbindlichkeiten klein zu halten.

Mein Blick wandert zum Fernseher.
Vorhin liefen wieder Berichte zur Lage der Börse.
Finanzkrise.
Ein Wort wie ein Schicksal.
Vormals erschienen Krisen wie kurze Systemabstürze des Betriebssystems „Wirtschaft“. Doch jetzt gibt es nicht einfach nur einen „Blue Screen“ wie bei Windows. Nein, das System arbeitet weiter und der Zuschauer sieht dabei gleichzeitig zu wie das ganze System abstürzt. Nicht nur an einem Tag, sondern gleich die ganze Woche über.
Wie Dominosteine kippen nun die Luftschlösser um.
Fast ist man versucht bei englischen Wettbüros anzurufen und auf das nächste Luftschloss als nächster Pleitekandidat zu setzen. Nur damit man ein wenig Freude an diesen schlechten Nachrichten haben könnte.

– Hast du Wertpapiere?
– Nein, aber Kredite.
– Hausbau?

War das ein Geschrei, als man im Zuge von „Harz 4“ feststellte, dass eventuell bei verschärfter Arbeitslosigkeit vor irgendwelchen Zahlen erst einmal die eigenen vier Wände verkauft werden müssten.
Einige Anlageversicherungen versuchten diese „Harz-4-Mechanik“ mit Anlageformen auszutricksen. Eine davon hatte sich mir vor vier Wochen noch vorgestellt gehabt. Sie wollten u.a.a. Gelder auf Island ablegen.

– Viele deutschen Sparer zittern nun um ihre Einlagen bei isländischen Banken. Das könnt mir nicht passieren.
– Klar, du hast ja auch keine Ersparnisse, nur Kredite.

Er lachte maliziös.
Der Fernseher schaltet um. Die Lottomaschine erscheint. Mechanisch ziehe ich meinen Lottoschein zum Vergleichen heraus. Der Wirt nimmt mir das Wasser weg.

– Hier trink nen Kölsch. Ich kann’s nicht mehr mit ansehen, wie du am Wasser würgst.

Ich ergreife die Stange und nippe dran.
Ja, es ist Kölsch.
Irgendwie geht mir der Satz durch den Kopf „Wer nichts wird, wird Wirt“. Irgendwie stimmt der Satz nichts mehr. Denn die Stufe darunter muss jetzt wohl eindeutig Banker und Börsianer heißen. Oder wie sagte mir mal einer?
„Die größten Gauner dieses Landes sind Versicherungen, Banken und dann kommen schon die Architekten.“
Die Kugel rollen und ich versinke in Lotto-Anbetung.
Oh, Kugel, roll mal für mich …

Morgentliche Autofahrerpoesie

Selbst Literaturabstinenzler kennen ihn, den in Deutschland bei Autofahrern berühmt berüchtigte Literat:
Dichter Nebel.

Wo ist nochmals die Kalauerkasse?

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Morgendämmerung

Morgenansicht

Er schaut ihn an und spuckt verärgert aus.

„Du sollst meinen Namen nicht nennen.“

Danach ist das Kind tot. Erschossen.

An einer U-Bahn-Station hängt ein Plakat über Ennio Moricones 80. Geburtstag aus. Im Hintergrund seines Kopfportraits das Plakat seiner bekanntesten Filmmusik. ‚Spiel mir das Lied vom Tod.‘

Die Zeitungen verkünden zwei Schlägereien aus dem U-Bahn-Untergrund und dass die Polizei jetzt wegen versuchten Totschlags ermittelt. Die namenlosen Täter werden gesucht.

Von Selbstmorden unter Bankern ist bislang nichts zu lesen. Nur von Abfindungen. Die Monopoli-Spieler machen Kasse. Deren Namen sind vielfach unbekannt oder falls doch, schnell wieder vergessen.

Aber statt jene zwangsweise wegen ihrer Spielsucht zum Psychater zu schicken, zu einer ordentlichen Suchtbehandlung, pudert man denen noch Geld hinten drein. Den Scherbenhaufen dürfen andere wegräumen. Auf eigene Kosten anderer Namenloser.

Suchtausübung für Finanzhaie leicht gemacht. Jede Sucht wird nun mal anders beurteilt. Ein Kriegsherr ist nun mal kein Mörder und darf eben nicht wie ein kleiner Schwerstkrimineller beurteilt werden.

Irgendwer nutzt derzeit meinen Namen in Internet, um für mich Spuren zu hinterlassen.

Prickelnd.

Namen sind Schall und Rauch. Das haben sie mit Pistolenschüsse gemein. Schall und Rauch. Etwas, was in Erinnerung bleibt.

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Entscheidungen

Interessant.
Vor ungefähr einem Jahr wurde mir von einem mir bekannten Mitmenschen die Frage gestellt, ob ich für diese Person sei oder gegen diese. Ich wollte mich nicht in diese Falle schubsen lassen. Da aber meine Antwort nicht „pro“ jener Person hatte, riss der Kontakt mehr oder weniger ab.
Ich hatte wohl die falsche Antwort gegeben.

Heute finde ich genau so eine ähnliche Frage erneut in meinem Postfach.
Super. Da will mich wieder jemand in die Position „Schwarz“ oder „Weiss“ reinzwängen.
Es gibt kein „dazwischen“ oder „halt mich da raus aus deinen Angelegenheiten“. Ich werde mittendrin gedrängt, wo ich nicht rein will.

Mittendrin dazwischen

Der Abspann des Filmes läuft über den vorhin eingeschalteten Fernseher. Eine auf hässlich geschminkte Person gibt sich Mühe am Boden liegend röchelnd zu sterben. HALLOWEEN soll der Film laut Abspann heißen. „Rob Zombie“ hat sich der Regisseur in selbstverleugnerischer Art genannt.
Wie gut, dass ich kein PREMIERE zu Haus abonniert habe. Dort läuft das Machwerk.
Der Kerl an der Hotelbar erklärte mir, wie toll sein Bonner Arbeitgeber wäre. Dass die Telekom wieder mal Probleme hat, ihre gesammelten Daten für deren Kunden verantwortungsvoll zu sichern, wusste er gestern abend noch nicht. Dass Alkohol Schäden anrichtet, weiss ich. Aber dass er soviel ansichtet, würde mir erst gestern Abend vor Augen geführt. So wie der Mann plauderte, so gibt sein Arbeitgeber wohl die Infos weiter. Da kaschiert jetzt auch kein Paul Potts mehr.
Genau wie das Wetter gestern. Strahlender Sonnenschein. Aber kalt war’s trotzdem. Die Bäume werfen ihr Laub trotz Sonne ab.
Herbst is . . .

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Zwischengedanken

Hm. Kaum ist man mal für paar Tage aus seinem Bundesland heraus und schon ist nichts mehr wie es war:
– Parteichef Huber abgetreten.
– Generalsekretärin Haderthauer hat auch das Handtuch geworfen.
– Ministerpräsident Becks(tein) kapitulierte gleich hinterher.
– Bayern München gewinnt noch immer nichts.
– 1860 München will auch nicht, was die so wollen.
– Und das Wetter ist eindeutig zu kalt und sowas von bescheiden, da ist das letztere nu wirklich keine Zierde.

Mir graut’s davor, wenn ich mal Deutschland für ne Woche verlassen müsste …

P.S.: Und gerade les ich, wie sich Leute in einem Forum der destruktiven Selbstzerfleischung hingeben. Mann, mann, mann. Diese Woche ist auch sowas von unnormal …

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Zahlenspiegel

Die Bayern-Wahl ist gelaufen, die Hochrechnungen stabilisieren sich und geraten in die Nähe der wirklichen Wahlergebnisse.

Was für ein Tag!
Die CSU verliert über 17% und braucht jetzt einen Mithelfer beim Regieren.
Bayern, dieses Musterländle eines „50-plus-X-Prozente“-Parteienstaats.

Nun ja.

Was sagt uns dieses Ergebnis?

Die Sendung QUER des Barischen Fernsehens hat da mal nachgehakt. Und zwar vor den Wahlen. Da die Landtagswahl zum „Oktoberfest“ stattfand, hatte die Redaktion der QUER-Sendung sich wahllos Freiwillige aus den Wiesnzelten abgegriffen und diesen der Wahlzettel gereicht. Der Wahlleiter dieser Bierzeltumfrage stellte dann noch den Alkoholzustand des Befragten fest („nüchtern“,“angetrunken“ und „volltrunken“) und wertete dann später aus.

Im angetrunkenen oder volltrunkenen Zustand kam die CSU auf 60% der Stimmen, also soviel wie vor fünf Jahren.
Die SPD erreichte bei den angetrunkenen oder volltrunkenen Wählern eine Gunst von 20%.
Die FDP lag erst im nüchternen Zustand bei einer 27%igen Fangemeinde. Im volltrunkenen Zustand wollte die aber keiner wählen.
Dafür erreichten die Grünen bei volltrunkenen Wählern gerade die 20%-Marke. Nüchtern fanden sich allerdings nur bei 13,6% der Wählern ein Kreuzchen wieder. Und im angetrunkenen Zustand sank der Beliebtheitsgrad sogar auf kümmerliche 6,7 %.

Was sagt uns nun dieses nun verglichen mit der heutigen Wahl?
– Heuer waren die CSU-Wähler alle nüchtern zur Wahlurne gegangen.
– Die SPD-Wähler mussten sich vorher Mut antrinken, um ihr Kreuzchen bei der SPD zu setzen.
– Das gleiche gilt für die Wähler der Grünen. Oder liegt es daran, dass die Supermärkte zuhaben und die ganzen BIONADEntrinker zuhause blieben? Egal.
– Nur die knappen 8% der FDP lassen sich irgendwie nicht zuordnen. Denn angetrunken würden 13% diese Partei gewählt haben und im volltrunkenen Zustand niemand. Die FDP-Wähler müssen wohl in einem Zwischenstadium zwischen angetrunken und volltrunken gewesen sein, sozusagen im Bierhimmel der Glückseeligen.

Und zu guter Letzt erklärt sich nun auch die Becks-(tein)sche List, mit zwei Mass Bier für Autofahrer zu werben. Wären die Bayern mit mindestens zwei Mass Bier angetrunken oder gar volltrunken zur Wahlurne gefahren, dann läg die CSU bei berauschenden 60% vollgesoffen heute abend bei der Wahlparty unterm Tisch.

Aber so?

Kein Vollrausch.
Noch nicht einmal angetrunken.
Aber jetzt schon mit einem riesigen Kater.
So ist die CSU heute Abend aufgewacht.
Mit vier Sitzen an der absoluten Mehrheit vorbei.
Aus ist’s mit der demokratischen Einparteienherrschaft in Bayern …
Was bleibt uns da nur noch? Richtig, traurig über eine MAss die Bayernhymne zu intonieren. Gott mit dir, du Land der Bayern, Gott mit dir, dem Bayernvolke. Und erhalte dir die Farben Seines Himmels, weiß und aber nicht blau, sondern nüchtern.

Und jetzt noch ein echt bayrisches Himmiherrgottzefixallelujascheissglumpvarrecktsdozüpfüklotscher-Prost.
Und gut is.

Ach ja, die denkwürdige Umfrage der QUER-Redaktion findet sich im übrigen hier.

Der Wahl-Fang-Tag

Die CSU bei 47 Prozent prognostiziert, der Bayern München ist Tabellenneunter und seit zwei Spielen geschlagen. 1860 kommt auch nicht aus dem Quark und Franz-Josef Strauß ist immer noch nicht wieder auferstanden.
Am Wahltag dann auch noch strahlend blauer Himmel und die Sonne lacht sich an Himmel schlapp,bis dass sie untergeht.
Was kann da noch schlimmeres kommen? Ach ja, in ein paar Minuten die ersten Hochrechnungen.
Nebenbei: Zur Landtags-Wahl steht auch die ‚Violette Spiritualistenpartei‘. Kandidatin auf meinem Zettel war Frau Blau. Aber zumindest violett . . . .

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Das globale Dorf

Weltbloggertreffen? Die Welt ist nicht genug. Ich komm erst, wenn es nen Universumbloggertreffen gibt. Am besten, wenn dann sowas auf Mars stattfindet. Denn Berliner gibts zu Karneval schon genug zu futtern. Da sind mir Mars-Riegel zur Abwechselung auch ganz lieb … .

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Die Wissenschaft hat festgestellt …

Die amerikanische „Nielsen Norman Group“ hat festgestellt, dass deren Probanten am PC die ersten Zeilen eines Textes folgten, dann aber stark mit dem Lesen nachließen, um dann in der Mitte des Textes nochmals aufmerksam zu werden und dann mit wachsender Unaufmerksamkeit den Rest zu lesen.

Insgesamt folgte die Lesegewohnheit einem F-Muster:
Erste Zeilen lesen, dann nur noch die Anfänge der nächsten Zeilen. In der Mitte vom Text wird erneut gelesen und dann bis zum Schluss wieder nur die Anfänge. So wird das untere linke vom Text noch wahrgenommen, aber das rechte untere Seitenende fast kaum noch.

Das ist auch gut so, werden jetzt einige deutsche Web-Seiten-Besitzer mit Sitz in Dubai, Saudi Arabien, Eritrea oder sonstwo denken. Denn oben befindet sich das Werbeangebot, in der Mitte muss man seine Daten eintragen und links unten ist dann der Knopf auf dem „Senden“ oder „Abschicken“ steht.
Und rechts unten steht dann in Kleinstbuchstaben „Dieses Angebot ist ein Abo und kostet 27,90 Euro im Monat.“
So tappt der unbedarfte Internetnutzer in eine Kostenfalle, auf die er durch eine Rechtsanwaltskanzlei oder ein Inkassobüro aufmerksam gemacht wird.

Dieses Internet-Leseverhalten ist nun wirklich nichts neues. Viele Menschen haben dieses Verhalten. Und bei Computer- und Internetbenutzern findet sich insbesondere dieses ausgeprägte Merkmal des „F-Muster-Querlesens“.

Selbst dieser Eintrag ist zu lang und nur wenige lesen noch diese Zeilen. Der Leser steht auf kurze knackige Einträge wie „Mir geht’s beschissen“ oder „Das Wetter ist ätzend“ oder …

… jetzt wird auch langsam klar, warum die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (KfW) der amerikanischen Lehmann-Brother-Bank nach Bekanntgabe deren Konkurses (nicht „Insolvenz“) 300 Millionen Dollar noch hinterher geschoben hatten. An den PCs der KfW saßen ein extremes Exemplar Mensch von diesen „F-Muster-Querlesern“. Denn dort hatte jener wahrscheinlich folgenden Text vor sich liegen:

Liebe Leute, schöner Tag heute, nicht wahr? Die Nachrichten vom Wochenende mitbekommen? Die Welt ist ja so mies. Oder etwa nicht? Damals war alles besser. Wirklich alles war besser. Da gab es noch eine Schoki gratis, wenn man für 30 D-Mark getankt hatte.
Das Wetter
ist ja nicht
gut. Es könnte
besser sein.
Es wird bald
Winter. Dumm, nicht?
Habt ihr schon
Weihnachtsgeschenke?
Einkaufen ist ein
echt harter Job.
Ganz im Gegensatz
zum Shoppen.
Shoppen ist ja
sowas von geil.
Fast genauso wie Geiz.
Apropos harter Job. Es steht wieder mal eine Überweisung an. Damit der Arbeitgeber was verdient. Ihr müsstet einer Bank in den USA Geld überweisen. Verdammt viel Geld. So an die 300 Millionen Euro. Das ist ne drei mit acht Nullen dahinter.
Was man damit
alles machen
könnte. Shoppen.
Shoppen. Shoppen.
Oder Neuwagen
kaufen. Oder Häuser
bauen. Apropos Häuser
und Immobilienmarkt.
Wegen der Bank.
Da ist da so ne
Sache passiert. Die ist seit heute pleite. Überweisen ist also nicht.

Und schwups, weg war die drei mit den acht Nullen.
Dumm nur, dass die restlichen Nullen mit ihrer Null-Verantwortung für Hirnnutzung vor dem Monitor danach auch nicht mehr greifbar waren.

Die Null an und für sich ist ja auch nur eine künstliche Zahl. Die Umschreibung für das komplette Nichts, wenn sie den anderen Zahlen voran geschoben wird. Daher wird sie dann auch weggelassen. Aber erst hinter anderen Nummern bekommt eine Nullen verdammt viel Gewicht. Denn sie verleiht der Nummer davor immer das zehnfache an Größe.

Nun ja.
F-Muster-Querleser.

Bis hierhin ist jetzt eh keiner gestoßen.
Ich bastel mir jetzt nen Knopf.
Setz ihn hier drunter und vielleicht drückt ja jemand nur so zum Spaß drauf und überweist mir dann ein drei mit acht Nullen … .

F-Muster-Querleser bei der KfW.
So ein Quatsch.
Analphabeten sind das …

Nebenbei: Bei mir steht rechts unten „nach oben“.
Wem ist’s aufgefallen? Wetten, das interessiert mal wieder keine Sau?

F-Muster-Querleser …

Wollt‘ ich nur mal gesagt haben.
Guten Morgen.

Krisenslalom der zweite (Fake der Woche)

Wenn das Postfach zweimal klingelt und der Spamfilter jodelt:

Sehr geehrter Empfänger meiner Email,

bitte löschen Sie meine Mail nicht. Es ist keine Spam, sondern ihre größe Chance in Ihrem kleinem Leben. Ich komme aus den USA und mein Name ist Lehmann. Natürlich nicht Jens, aber ich bin nur einfach einer der „Lehmann Brüder“.
Meine Geschichte ist eine dramatisch tragische. Und absolut wahre, wie sie aus der Presse entnehmen können.
Am Montag morgen war ich und mein Bruder absolut Pleite, weil das ganze Leben gegen uns schien. Doch dann kam da eine Überweisung von 300 Millionen Dollar aus Deutschland.

Alle wissen davon aus Funk und Fernsehen, klar. Und alle haben sich aufgeregt. Und alle meinten, das Geld sei auf immer und ewig verschwunden.

Aber keiner weiß, dass das Geld nicht weg ist. Wir haben nämlich schnell reagiert und all das schöne Geld auf einem kleinen Konto auf den Kaimanninseln zwischen geparkt. Jetzt wollen wir es von dort weg bekommen. Aber die Ermittler sind so habgierig.

Daher brauchen wir jetzt Ihre Hilfe. Sie können uns helfen und ihr Schaden soll es nicht werden.
Wenn Sie dort auf den Kaimanninseln ein Konto mit einem Grundvermögen von 10000 Dollar eröffnen (ihr Kreditinstitut wird Ihnen dabei helfen) und von ihrem Konto auf unser Konto dann nur 5000 US-Dollar überweisen, dann erhalten wir ihr Bankdaten. Danach überweisen wir Ihnen völlig unkompliziert 1 Millionen US-Dollar plus den Transferkosten von 4 Dollar 95 Cent.

Sie brauchen sich das Geld dann auf ihr Privatkonto in Deutschland umbuchen lassen (ihr Kreditinstitut wird Ihnen dabei helfen) und wir lassen es dann von unseren Safety-Guard-Mitarbeitern in großen Scheinen und kleinen Tüten abholen.
Ihnen wird dann exklusiv 10 % von den Inhalt der Tüten überlassen.

So haben wir dann beide was von dem ganzen: Sie die 10% abzüglich den 4 Dollar 95 Cent und wir nachher den kläglichen Rest aus der Überweisung aus Deutschland.

Hier nun unsere Kaimanninsel Konto-Daten: KfW (Kreditanstalt für Wertvernichtung) IBAN 300.000.000 beim vierten Kaimann von hinten links an der Piratenbucht südlich den Goldkästchen des Piraten der Karibik.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Lehmann (der eine der beiden Brüder)

Krisenslalom

„Wir machen den Weg frei“, sprachen die 37 Kontrolleure der Bank KfW (Kreditanstalt für Wertvernichtung).
Sprachen darauf zwei amerikanische „Lehmann Brüder“-Banker: „Das ist nicht mehr normal für eine Bank.“
Tja, Banken.
Wenn es sie nicht gäbe, man müsste extra Öfen anschaffen, um das ganze liebe Geld zu verbrennen.
Peanuts.

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