Wolle mer se rinnlosse?

„Alaaf!“

Er blies mir die Luftschlange knapp am rechten Ohr vorbei. Ich zuckte zurück, aber es half nichts. Sein rechter Arm zog einen Halbkreis und leise rieselte das Konfetti über Zigarette und Kölsch.

„Alaaf!“
„Ja, Sie mich auch! Sie haben mein Kölsch verkonfettiert!“
„Och, es ist ja Karneval!“
„Na und? Ich bestehe auch im Karneval auf das deutsche Reinheitsgebot. Und dass das auch für Kölsch gilt!“
„Ein Reinheitsgebot gilt nur da, wo was wie Rhein ist. Und hier ist maximal Isar. Und sowieso am Aschermittwoch ist …“
„Das ist mir egal. Dann ist mein Kölsch schal und das Konfetti garantiert noch immer drinne.“
„Na, da haben wir aber miese Laune, oder was?“

So gerne ich auch in der Kölsch-Kneipe mein Kölsch trinke, so ungern lasse ich mich bei meinen meditativen Momenten mit Zigarette stören. Insbesondere, da jetzt die Zigarette draußen vor der Kneipentür zu verrauchen ist.
Aus Nichtraucherschutzgründen.
Nichtraucher stehen jetzt EU weit unter Naturschutz.
Sind halt ein aussterbendes Viehzeugs.

„Hätte mir vor einem Jahr jemand gesagt, zum Rauchen würde man der Kneipe verwiesen. Ich hätte Wahnsinn gesagt. Waaaaahnsinn. Alaaf!“

Und wieder warf er Konfetti. Ich wühlte in meiner Hosentasche und fingerte eine Kamelle heraus und gab sie ihm.

„Hier. Habe ich vom Karnevallsumzug.“
„Eine Kamelle?! Die haben Kamelle geschmissen?“
„Yep.“
„Waaaahnsinn. Ein dreifaches ‚München Alaaf‘.“

„Ruhe, du Depp, du damischer Preiß da unten!“, schallte es plötzlich von oben. Jemand schloß wütend das Fenster.

Er schaute mich über seine Kölschstange an.

„Wie war der Umzug?“
„Wie das Ungeheuer von Loch Ness. Ich hab den Umzug gesehen und fotografiert. Aber auf den Strassen erinnert fast gar nichts mehr, da wo der entlang gezogen ist. In Köln war an der Zugstrecke selbst nach Ende des Zuges noch was los. Aber hier in München … Tabula rasa. Horror vacui. Wie eine Fata Morgana. Nichts. Nada. Niente. Nullinger.“
„Nichts?“
„Nichts. Absolut nichts. Nicht mal ein Bierstand.“
„Kein Wunder. München ist karnevalistische Diaspora. Straßenkarneval kennen die doch nicht. Rheinischen Frohsinn kennen die doch nur vom Hören-Sagen.“

Ich nicke. So kenn ich es auch. Wenn nicht gerade Karneval im Rheinland ist. Ohne Karneval können Rheinländer schon verdammt Un-Frohsinnig sein.

„Die einzigen Umzüge, die die hier in München kennen sind Fackelmärsche, Fronleichnam und Prozessionen.“
„Prozessionen? Zum Oktoberfest?“
„Wohin sonst? Die Ehrentempel wurden ja schon vor Jahrzehnten gesprengt. Und an irgendwas will sich die Münchener Seele ja besaufen können.“
„Rechts stehen, links gehen.“
„Ja. Wer sich nicht rechts aufstellt, wird links gegangen.“
„Das Leben als Rolltreppenphilosophie.“
„Und sobald man mit der Rolltreppe aus dem Untergrund an die Oberfläche gekommen ist, gilt Rechts vor Links!“
„Alaaf!“
„Helau!“
„Stösscken.“

„Ruhe!“

Es kann der Frömmste nicht in Frieden sein Kölsch saufen, wenn es dem bösen Nachbarn über der Kneipe nicht gefällt. Solche Ruhestörer gibt es überall. Ich nehme eine Kamelle, ziele und werfe sie gegen das Fenster des „Ruhe“-Brüllers.
Dessen zornrotes Gesicht taucht auf und er scheint irgendwas zu sagen. Dank Doppelverglasung sehen wir ihn nur wie ein Fisch, der seinen Mund immer wieder öffnet und schließt. Ein Prosit auf die Gebäude-Energiepässe. Damit werden die Gebäude nicht nur wärme-isolierter, auch Ehekräche versickern in der Isolierung und die Straße bleibt ruhig.

Wir schauen in unsere Kölschgläser. Der Anblick meines Glases in der kalten Winterluft erinnert mich an das Weltall: So kalt und so leer.
Wir schauen uns an. Er nimmt sich eine Luftschlange, greift in seine Tasche und blickt mich auffordernd an. Ich nicke.

„Okay. Gehen wir wieder rein. Frischluft schnuppern.“

Luftschlange und Konfetti werfend öffnet er die Tür.
Während „De Höhner“ gerade bei gedämpfter Lautstärke von der weiter ziehenden Karawane singen, deutet er dem Wirt an, dass wir wie Sultane mit Durst seinen.
Der Wirt stellt zwei Kölsch vor uns hin und wir greifen zu.

„Stösscken!“
„Alaaf!“
„Hau weg!“

Wir nehmen einen tiefen Schluck und schauen aus dem Fenster.
Die Straße ist ruhig.
Vielleicht kommt ja noch wer rein zum Karneval-Feiern.
Zu zweit mit Wirt ist es langweilig.
Erst recht zu Karneval.

Rubbel dir einen … oder: Wieviel Rubbel braucht der Mensch?

Mein privat persönliches Kinheitstrauma ist ein ganz brutales.

Da war damals (und ist noch immer) am ersten August-Wochenende Kirmes in unserem Dorf gewesen. Drei Tage lang hieß es Autoselbstfahrer (der weisse Schimmel unter den Kirmesfortbewegungsmitteln), Hulli Gulli, Raupe und hin und wieder mal die Enterprise oder das Riesenrad. Das nötige Kleingeld kam von den Eltern und mit 20 DM pro Tag waren rein theoretisch immer noch 20 bis 15 Karusselfahrten möglich.

Anfangs.

Inflationistisch wurden die Möglichkeiten mit den Jahren immer weniger. Irgendwann waren es nur noch 10.

Aber eines hat mich immer wieder – verdammt noch eins – wie Hölle fasziniert: Kaum hatte die Kirmes begonnen, stiefelten bereits die ersten stolz wie Oskar mit einem dicken Plüschtier über die Kirmes rund um die Kirche.

Klar, dass ich auch sowas haben wollte. Und ich erinnere mich noch daran wie gestern, dass ich eines Jahres meine 20 Märker komplett in Lose investierte. Vier Asse benötigte ich für den Hauptgewinn, drei Asse hatte ich schon, aber das verdammte Kreuz-Ass wollte und wollte einfach nicht kommen. Egal wieviel Lose ich aufriss.

Meine Eltern konnten sich mein Elend nicht mit ansehen und haben dann mitgekauft.

Aber das verdammte Kreus-Ass.

Das elende.

Warum immer nur die anderen? Warum nicht wir?

Gelb vor Neid war ich, wenn ich dann sah, wie so ein riesig weißer Plüsch-Teddy aus dem Regal gezogen wurde und der Hansel von der Losbude beim Überreichen ein „Und wieder ein Hauptgewinn! Immer nur Hauptgewinne!“ ins Mikrofon trötete.

Nein, ich hatte an jenem Wochenende in einem Asche-Berg voller Kirmes ge- und nicht die Welt verstanden.

Die Kirche blieb im Dorf wie mein Glück jenseits von Eden.

Und mit „Pech im Spiel und Glück in der Liebe“ war da auch nichts.

Zu meinem Pech lief in Liebesglück auch alles wie ein Griff ins Klo.

Ich bin ja eigentlich nicht der Meinung, dass das wirklich ein „Kindheitstrauma“ sei, sondern das schlichtweg persönlich mir anhaftende Nicht-Erfolg-haben-sollen.

Schicksal.

Kismet.

Karma.

Chaos.

Lustverlusmaximierung.

Egal, welchem Namen man dieser Theorie geben möchte.

Da kam ich doch letztens an einer Bäckerei vorbei und irgendwie zog mich der Brötchenduft hinein. Halb trieb es mich, halb sog es mich. Auf dem Tresen sah ich dann die Rubbellose. „Wir verdoppeln ihr Gehalt“ verkündet in schwarzer Fettschrift die Überschrift unter den 28 Rubbelfeldern. In einer Münchener Tageszeitung werden täglich 6 Nummern veröffentlicht. Stimmt eine Nummer auf dem Rubbelschein mit der veröffentlichten überein, darf das Feld aufgerubbelt werden. Solange darunter Euro-Beträge sich wiederfinden, gibt es noch nichts. Erst wenn ein Glückssymbol auftaucht, gibt es die dann zuvor freigerubbelten Beträge.

Jetzt hatte ich mir beim Bäcker acht Scheine mitgenommen und rubbel jetzt fleissig Tag für Tag. Wenn denn was zu rubbeln ist. Manche scheine sind schon recht freigerubbelt, aber unter den letzten veröffentlichen Zahlen finde ich keine Treffer mehr.

Und irgendwie kommt jenes „Kindheitstrauma“ und jener bittere Beigeschmack des „ewigen Losers“ in mir hoch.

Doch die Rubbellose einfach weg zu werfen … das trau ich mich auch nicht. Denn nach Murphy Gesetzen würde ich dann sicherlich den Hauptgewinn …

Aber andererseits, wenn ich die Scheine behalte, dann gelten ebenfalls Murphys Gesetze und ich gewinne ich auch nichts …

Vielleicht enthalten meine Scheine auch kein Glückssymbol. Das könnte ich rausfinden, würde ich gleich alles aufrubbeln, aber dann wären die Scheine ungültig …

Egal, was ich zu tun gedenke, es wird nichts werden. Es wird immer genau das Gegenteil von dem eintreffen, was ich hoffen richtiges zu tun gedenke.

Was tun?, sprach Zeus, schnappte sich zwei Eier und verfiel in dumpfes Brüten.

Und wenn er sie ausgebrütet hat, dann werde ich hoffentlich entweder den Hauptgewinn errubbelt haben oder wissen, was ich mir zu rubbeln habe.

Nebenbei:

Heutzutage kommt man mit 10 Euro nicht wirklich weit. Maximal dreimal Karussel sind das heutzutage. Auf dem Münchener Oktoberfest bedeuten zehn Euro eine Maß Bier plus ein klitzekleines Tütchen gebrannter Mandeln (alternativ ein Hauch von Zuckerwatte).

Und am Glückslosstand besteht nach einer Maß Bier dann eh nun nur eine Chance. Die erste Losziehung muss sitzen …

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Unbedenklich bedenklich? Bedenklich unbedenklich?

Der 9. Februar ist geschichtlich gesehen ein recht unbedeutender Tag.
Der Schachweltmeister Gari Kasparow hatte sich an jenem Tag im Jahr 1996 auf sein Turnier gegen den von IBM entwickelten Schachcomputer „Deep Blue“ vorbereitet. Am nächsten Tag erst sollte die Weltöffentlichkeit überrascht notieren, dass ab jenem Tag auch Schachgroßmeister und Schachweltmeister nicht davor gefeit sind, von Schach-Computern wie Otto-Normal-Verwutzer geputzt zu werden.
Ansonsten hat jener 9. Februar nicht viel zu bieten. Ausser vielleicht einen eher traurigen Anlass zum Gedenken. Denn der 9. Februar ist der Todestag von dem bayrischen Komiker Karl Valentin („Nenn mich nicht Walentin, du nennst ja auch nicht deinen Vater Water“).

Im Jahr 1991 fiel der 9. Februar auf einen Samstag.
Traurig war der Tag sowieso. Auch ohne Gedenken an den 1948 verstorbenen Valentin. Denn die rheinische Tiefebene schritt mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf den geheiligten 11. Februar zu. Aber nicht, weil ein Jahr zuvor Helmut Kohl und Michael Gorbatschow bei einem Spaziergang an einem sowjetischen Bach darüber sich verständigt hatten, dass sich „Deutschland West“ mit „Deutschland Ost“ wieder vereinigen durfte. Sondern es stand schlicht und ergreifend Rosenmontag vor der Tür.
Der Tag und die Zeit, die jene Gebiete Deutschland eh nicht verstehen, welche nie durch Napoleon Bonapartes Truppen besatzt waren, eben jenes exerzieren die Rheinländer als Parodie auf diese französische Besatzungszeit: mit französisch Uniformen, verkehrt herum auf dem Kopf gesetzten Kulturbeuteln (die sogenannte „Narrenkappe“) und dem „Stippefötsche“ (dem Po-an-Po-Tanz), der damals als eindeutig zweideutiger homoerotischer Gruß an die Besatzer zu verstehen war.

1991 war aber auch das Jahr, in dem der zweite Golfkrieg zwischen den alliierten Truppen und dem Irak ausgetragen wurde. Deutschland – frisch wieder vereinigt – beteiligte sich lediglich mit finanziellen Beihilfen am Krieg. Trotzdem grub der Krieg hier im Lande seine Spuren. Moralischen Instanzen verlangten von der Bevölkerung einen Ernst, der dem Sinn der närrischen Tage total entgegen lief.
„Wenn andere im Krieg sterben, können wir nicht feiern“ war der Leitspruch und die ultimative Keule vom moralischen Zeigefinger geführt, der das ganze karnevalistische Leben Deutschlands zum Erliegen brachte.
Nur die Kölner Bevölkerung quittierte dieses moralisierende Gebrabbel der Karnevaloffiziellen und -Nicht-Offiziellen mit einem „total ejal“ und führte die seit dem Ersten Weltkrieg verbotene Tradition des „Geisterzuges“ wieder ein.

Wider den militärischen Ernst.
Und ganz ohne Ordensverleihung einer Aachener Karnevalsgesellschaft …

Die Erinnerung an diesen offiziell verordneten Ernst wider den ausgelassenen Treiben von 1991 ist mir auch noch 17 Jahren stark in Erinnerung geblieben.
Vielleicht bin ich auch nur zu katholisch, als dass ich die Zeit vor der offiziell römisch-katholischen Lustlosigkeit (auch „Fastenzeit“ genannt) so verinnerlicht habe. Nicht-Katholen kennen dieses so ja nicht, da deren Einstellung wesentlich staatsräson-orientierter ist.
Karneval war (und ist) immer noch die letzte Möglichkeit vor der römisch-katholisch lustbereinigten Zeit die „Sau“ raus zu lassen. Denn einerseits gibt es dann ja den seelischen Fleckentferner in Form der Ohrenbeichte in jenen „Telefonzellen zum Himmel“ (Beichtstuhl). Und dann noch zum anderen die unverhüllt offene Drohung an neue Bekanntschaften, dass am Aschermittwoch eh alles gnadenlos vorbei sei.

Eine Fastenzeit wird erst dann zur gefühlten Fastenzeit, wenn jene Zeit in einem starken Kontrast zur Zeit vorher gesetzt werden kann. Wäre ich – wie die Mehrheit dieser Weltbewohner – arm und hungernd, dann wäre Fastenzeit für mich Normalzustand und nichts besonderes.
Jede Frühjahrsdiät erhält dadurch seinen Sinn, dass an Festtagen richtig geschlemmt und über Normal-Null gelebt wird. Fast wäre man geneigt zu sagen, die Hungernden dieser Welt sollten sich an Wohlstandbürgern mal ein Beispiel nehmen: Durch unsere Diäten haben wir uns Wohlbeleibte garantiert schon dutzendfach weggehungert, aber wir leben trotzdem noch.

Doch zurück zu dem Karneval und den moralischen Keulen unser Zeit.

Dürfen wir feiern, wenn andere von uns trauern?

Im Grunde hätte mit der Argumentation von 1991 jeder Karneval und jegliche Festivitäten in Folgejahren eingestellt werden müssen. Sack und Asche als Kleidung wäre dann unser Standard, wie Blut, Schweiß und Tränen der anderen.

Generell ist der frühest mögliche Termin für Rosenmontag der 2. Februar. Der spätest mögliche ist der 8. März.
Dieses Jahr ist der Rosenmontag der 4. Februar. Und bis dahin wird erstmal auf der Straße helaut und alaaft, was die Kehle zwischen zwei großen Schlucken Bier und Korn so hergibt.

Doch so einfach ist das dieses Jahr nicht.
Insbesondere nicht in München.
Am 27. Januar ist seit 1996 in Deutschland und seit 2005 weltweit der offizieller Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau). Ein Gedenktag. Kein offizieller Feiertag.
München hat seit 2006 einen Karnevalsumzug und der wurde damals immer auf zwei Sonntage vor Rosenmontag terminiert.
Fatal, fatal.
Da gibt es jetzt ganz heftige Einsprüche.
Karneval und Gedenktage zusammen? Geht das?
Insbesondere in München und dessen historische Vergangenheit in Sachen Nazi-Fackelmärsche, braune Ehrentempel usw.? Darf das sein?
Fatal, fatal.
Darf man lachen, während andere sich mit ernsten Gedanken umgeben? Wer muß auf wen Rücksicht nehmen? Insbesondere im erzkatholischen München? Darf man überhaupt lachen, wenn wer an Hitler denkt?
Nicht erst seit Roberto Benignis Film „La vita é bella“ („Das Leben ist schön“) wird intensiv darüber diskutiert, ob man lachen darf, während anderen überhaupt nicht zum Lachen zumute ist.
Das Leben ist unerbittlich und nimmt kaum Rücksicht auf historische Daten und die Belange Dritter.

Das Ende des deutschen Kaisertums, Hitlers gemeinsame Terroraktion mit Ludendorf, die Reichsprogromnacht, der Fall der DDR-Mauer und der offizielle deutsche Verkaufsstart des iPhones von Apple: Warum all diese Ereignisse auf den 9. November fallen, dass wird mir keiner wirklich schlüssig erklären können. Und warum keiner dafür Sorge getragen hat, dass sich solche wichtigen Ereignisse auf einen Tag türmen …

Warum ist das Schicksal so link und lässt meinen Vater am Hochzeitstag und Geburtstag meines Bruders sterben? Jetzt kann mein Bruder weder Hochzeitstag noch Geburtstag ohne Beigeschmack feiern. Und was mit dem Beigeschmack an jenem Tages bei meiner Mutter ist, da fragt ja eh keiner nach. Und dass an jenem Tag im Jahr 1974 beide deutsche Nationalmannschaften bei der WM ihr Spiel gewannen … hätten die damals überhaupt jubeln dürfen? Nun ja, ich hab’s getan. Dabei wurde an jenem Tag auch das KZ Auschwitz-Birkenau von den Nazis eröffnet.

Und jetzt?

Jetzt ist bald Karneval und es erhebt sich ein Geschrei wegen dem Karnevalsumzug in München. Und die Diskussion, ob man vergnügt sein darf, wenn andere einer ernsten Sache gedenken.

Vielleicht ist es aber auch nur so, dass da so eine Kettenreaktion aus diversen Befindlichkeiten abläuft.
Und sicherlich ist auch noch jemand dabei, der entweder ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom hat oder der das Zeilengeldgeld für einen Artikel braucht.

Eine gute Sache hat diese Diskussion aber allemal:
Demnächst werden sich erheblich mehr Menschen daran erinnern, dass der 27. Januar der Tag ist, an dem die rote Rote Armee die KZ-Häftlinge aus der tödlichen Bedrohung des Nazi-Gases befreit hatte. Und der 27. Januar wird dann als Holocaust-Gedenktag in den Gedanken der Menschen endlich mal verankert.

Karneval wird dann für das Datum zweitrangig bleiben.

C’est la vie …

Eigentümlich

Warum können diese metallenen Zigarren fliegen? Nur weil sie zwei Flügel und darunter Triebwerke haben? Warum können dann jene unförmigen Hummeln fliegen? Ohne Triebwerke?

Hm.

Und wenn ich solch entscheidende Fragen stelle . . .

Eigentlich sind solche Fragen schon fast ketzerisch, wenn man bereits im Flieger sitzt.

Und trotzdem. Da sitz ich im Flieger und warte, dass der Flieger zur Startbahn rollt. Die Stewardess hat sich vom ordnungsgemäßen Sitz meines Gurtes überzeugt und nach den Check den Piloten das Startzeichen gegeben.

Während der Flieger rollt, führt sie für alle nochmals die Verwendung der Gurtes vor. Das Öffnen und Schließen.

Sicher ist sicher.

Nur, warum erst, wenn der Flieger schon rollt? Warum nicht vorher?

Das bleibt mir eine so unbeantwortbare Frage, wie die mit der Hummel ohne Triebwerke. Sie fliegt halt. Genau so wie die Funktionsweise des Gurtes erst nach dem Verwenden erklärt wird.

Unerklärlich eben.

Aber es funktioniert.

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Wenn der Fernseher nur noch "Das Erste" spielt …

Hm.
Mist.
Den ganzen Tag gesucht und dann hab ich es gerade unter der Tastatur meines PCs gefunden. Der Flieger ist jetzt wohl weg.
Flucht misslungen.
Werde mir heute abend doch wieder Aachener Karneval „Wider den tierischen Ernst“ anschauen.
Scheiße, seitdem der Fernseher nur noch „Das Erste“ reinkriegt und ich meine Bücher seit gestern abend ausgelesen hatte …
Das Leben ist sooooo ungerecht …
Ticket

Wenn Clowns klonen: Therapeutisches Klonen auf Englisch

Do clones clone?
Do clowns clone?

Do clones have clones?
Do clowns have clones?
Do clowns have souls?

If clowns have souls do clones have clown souls?
If clowns have clones do clown have clone souls?
If souls of clowns are cloned soul clowns do clown souls clone cloned clown souls?

If cows will be cloned by clowns do cows have clowns or clones?

If human clone cells has been cloned with human clown cells does human cell clones do have souls?

Auf deutsch:
Macht Klonen Spaß?
Machen geklonte Fragen überhaupt Spaß?

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Es gibt nur einen Lodda Maddeeeeeus, es gibt nur …

Was lesen da meine müden Augen?
Zitat Lothar Matthäus:
„Ich hatte auch ein Gespräch mit Karl-Heinz Rummenigge.“

Nun, der Lothar wollte also den Trainerposten beim FC Hollywood.
Das ist ja nicht wirklich neues. Nachdem er als Trainer in Ungarn, in Brasilien und Österreich Kostproben seines Fußballverständnisses abgab (und dafür als Ersatz Geld kassierte …) und von den jeweiligen Teams in Folge immer nur gehaßt, geschaßt und ausgesetzt wurde, hielt er sich in kühnen Kalkül schon immer im Münchener Raum auf, damit er im Ernstfall dem FC Bayern sich andienen könne.

Mit Rummenigge will der Ex-Trainer von Rapid Wien, FK Partizan Belgrad, der Ungarischen Fußballnationalmannschaft, Clube Atlético Paranaense und dann FC Red Bull Salzburg im Gespräch gestanden haben. Das hat Rummenigge bestätigt. Wobei Rummenigge nur von einem Gespräch sprach. Und das Gespräch fand im November statt. Laut Rummenigge am 20. November 2007. Kurz darauf gab Lodda seine Trennung von Marijana Kostić bekannt.
Nun trainiert er das 20-jährigen Model Kristina Liliana.
Das hatte wohl Rummenigge verstanden.
Wie Rummenigge sagte, es war definitv ein Gespräch.
Ein Privatgespräch.
Ob sich Rummenigge wohl dabei gelangweilt hat, Lodda seine Trennungspläne anzuhören?

Aber warum denkt Lodda, dass er für den Münchener Säbenerstraßen-Verein wertvoll sein könne?
Zitat Lothar Matthäus:
„Ich könnte auch auf Englisch oder Italienisch mit den Spielern reden. Zudem habe ich ebenfalls im Ausland gearbeitet und eigentlich auch ohne Sprachkenntnisse (…) guten Kontakt zu den Spielern und auch die entsprechenden Ergebnisse gehabt.“

Hm.
Was denn nu?
Hat er Sprachkenntnisse oder nicht?
Wahrscheinlich hat er generell Sprachprobleme. Weswegen Trapattoni ihn bei Salzburg abgesägt hat. Denn da spricht man bekanntlich weder Englisch noch Italienisch.
Was meinte sein Ex-Kollege Trapattoni über Lodda?
„Ach, der Lothar, es ist immer dasselbe: viele Worte, wenig Erfolg. Wenn er als Trainer mal einen richtigen Titel gewonnen hat, darf er zu mir kommen und etwas sagen.“

Gut.
Trapattoni ist fies.
Sowas von fies.
Das muss nicht sein.
Nicht mit unserem „Lodda“

Aber was meint der oberste Hausherr des FC Bayern München – „Würstchen Uli“ – zu der Personalie „Lothar Matthäus“?

„Solange Karl-Heinz Rummenigge und ich etwas beim FC Bayern zu sagen haben, wird der bei diesem Verein nicht mal Greenkeeper im neuen Stadion.“

Tja.
Da wird also „Lodda“ weiterhin Warteschleifen in München und in Deutschland drehen müssen. Denn weder der Trainerplatz beim FC Hollywood noch der Trainerstuhl beim DFB ist frei.
Vielleicht kann er ja bei 1860 oder Unterhaching landen?
Oder bei Wacker05 im Münchener Sendling?

Da bleibt „Lodda“ nu doch noch eines zu wünschen übrig:

Lodda, du darfst den Sand jetzt nicht einfach in den Kopf stecken. Und denkt immer auch an einen weiteren Ausspruch von dir:
„Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es gerade muss.“

Tja, es gibt nur einen „Lodda Maddeeeeeeus“, es gibt nur einen „Lodda Madddeeeeeeeus“.

Alles nur eine Matthäus-Passion eben …

Ein Satz heiße Löffel

Heute abend zärzelt Uri Geller wieder seine Kaffeelöffel, die er sich in der Buisnessklasse diverser Fluggesellschaften eingesackt hat, und versucht Mehrwert durch Wertverlust zu betreiben.
Gewinnverlustmaximierung sozusagen.
Und wie ein Drittel Jahrhundert zuvor wird der Zuschauer aufgefordert, seine kaputten Sachen um die Fernsehröhre zu platzieren, auf dass sie nachher wieder funktionieren sollen.

Ich habe inzwischen meine gesammelte Elektronikschrottsammlung um meinen Fernseher aufgetürmt.
Man kann ja nie wissen.
Und schaden tut’s ja auch nicht.

Direkt auf dem Fernseher habe ich den alten Herzschrittmacher von Opa gelegt. Er hat zwar protestiert, weil wir Opa mit Seilen bereits auf dem Fernseher fixiert haben. Aber da muss er aber durch. Denn das spart uns die Selbstbeteiligung an der Operation für das Auswechseln des Herzschrittmachers in diesem Jahr. Wir haben freilich drauf geachtet, dass er mit dem Herzen direkt auf dem Fernseher liegt. Opa plärrt zwar noch immer auf dem Fernseher ( – er meint die Stricke schneiden ihm das Blut ab – ), aber wenn Uri seine Löffel biegt, dann muss man dem alles unterordnen.

Dann habe ich da noch den alten Wecker unter dem Fernseher paltziert. Jener Wecker, der fünf Sekunden vor Zwölf stehen geblieben ist. Ein Nachbar hatte ihn mir per Post geschenkt. Mit dem Nachbar stehen wir schon jahrelang in einer mörderischen Privatfehde. Als ich das Paket öffnete, tickte der Wecker noch ein wenig und blieb dann stehen. Der Wecker ist ein wenig unförmig, denn der Nachbar hatte unter dem Wecker zwei dicke rote Rohre montiert und diese mit dem Wecker verbunden. Mittels einem roten und einem blauen Draht. Gut verlötet. Meine Oma meinte, es sei ne Rohrbombe. Tja. Werden wir ja sehen, wenn Uri Geller den Wecker durch mentales Löffel-Reiben wieder zum Laufen bringt.

Dann habe ich noch den alten PC mit der „MS Windows 95“-Version drauf. Den habe ich vor dem Bildschirm platziert. Ich schätze, es wird das erste stabile Windows 95 weltweit werden. Vorausgesetzt Oma hat mit der Bombe nicht doch recht.

Meine Frau legte noch ihren zwanzig Jahre alten Vibrator mit in den Haufen vor dem Fernseher. Sie hat in „Welt für die Frau“ gelesen, dass zuviel „Uri Geller sehen“ Männer impotent macht. Und die kluge Frau solle schon mal vorbeugen. Als hat sie ihren alten schwarzen 20-cm-Jelly-Freund rausgekramt, mit Chlorix desinfiziert und an der rechten Seite vom Fernseher mit Tesa festgeklebt.

Unsere Oma hat in Eigenregie den Fernseher auf ihren alten E-Shopper gestellt. Mit dem E-Shopper versuchte sie damals den Münchener Olympia-See zu überqueren. Erfolglos. Sie blieb zwei Meter vom Ufer entfernt im Seeschlamm stecken. Die Feuerwehr war so freundlich und hat sie dort wieder mit der Seilwinde rausgezogen.
Vielleicht läuft der E-Shopper nach der Sendung wieder.
Wenn freilich nicht eben jene Bombe …
Nein, ich nehme die da nicht weg. Die Wahrscheinlichkeit, dass gerade der Wecker die letzten fünf Sekunden schaffen sollte, das ist ja sowas von gering.

Und zudem:
Wir hier glauben sowieso nicht an solchen Humbug.
Außerdem wurde Uri Geller nachgewiesen, dass er mogelt und gar nicht wirklich was durch Löffelreiben verbiegt.
Wissenschaftlich erwiesen ist das.
Alles nur mieser Hokus-Pokus.

So.
Jetzt muss ich in den Keller.
Die alte Truhe hochholen.
Die werden wir hinter dem Fernseher platzieren.
Man kann ja nie wissen.
Und schaden tut’s ja sowieso nicht.