German for runaways – Deutsch zum Fortlaufen

Heute werde ich mal das tun, was andere auch immer so gerne machen.
Eine Lesung halten. Ich lese (besser gesagt: ich schreibe) und ihr hört zu (genauer gesagt: ihr lest).

Hm, wenn ich es mir jetzt recht überlege, müsste es eigentlich „Schreibung“ statt „Lesung“ heißen.

Aber egal.
Ich beginne.

Lesung aus dem literarischen Werk „Digital Video Camera – User’s Manual“.
Anonymer Autor aus China.
Ich beginne auf Seite 99 im Kapitel „DEUTSCH Grundlegende Hinweise“:

Glückwünsche auf Ihrer Wähl unserer Digitaler Videokamera! Diese unmittelbare-Bezugnahme versieht Sie mit den allgemeinen Informationen, die Digitale Videokamera zu verwenden!
Ihr neuer digitaler Kamerarecorder liefert gute Qualität, Auflösung von 4000X3000 Bildern mit einem 3.1 großen pixel CMOS Sensor. Diese digitale Kamerarecorder ist als „Eintritt-Niveau“ handlicher Nocken entworfen.
Sie können diesen kleinen digitalen Kamerarecorder für Aufnahme von Bildern, notierenden Audio, gefangennehmendes Foto und Genießen von mp3 benutzen.
Verwenden Sie den 2.0“ großen farbigen TFT LCD Supermonitor, können Sie die Bilder wiederholen, die Ihnen gefallen. Ein Sensor mit Automobil-Blitz ermittelt automatisch den Abstand des gefangennehmenden Bildes und stellt das Flaschen fest. Diese Eigenschaft machen es sciher, dass Sie wundervolle Bilder leicht nehmen können.

Soweit das erste Kapitel original Buchstabe für Buchstabe und Leerzeichen abgetippt.
Wir sehen also, wir haben es hier mit chinesischer High-Tech-Übersetzung erster Güte zu tun.
Nebenbei zur Erklärung: „Nocken“ heißt auf englisch wirklich „cam“ und „gefangennehmen“ „capture“.
Der Autor bleibt aber nicht hier stehen. Vielmehr steigert er die Dramatik seines Werkes.
Wichtig sind seine „Sicherheitsanweisungen“:

Sie sollten für die Beschädigung der Kamera verantwortlich sein, oder der Materialien durch Ihren unsachgemäßen Betrieb zum Digitalen Kamerarecorder!

Oder auch folgende Warung steigert die Dramatik.

Legen Sie den digitalen Kamerarecorder nicht in eine instabile Position auf eine unstabile Tabelle oder eine schräge Oberfläche.

Unstabile Tabellen sind jedem ein Greul, das ist verständlich, dass unser Au-Tor davor warnt.
Und ebenfalls feinsinnigen, amerikanisch justiziablen Bedienungsanweisungshumor durch Wortspiele beweist der Au-Tor:

Lassen Sie den digitalen Kamerarecorder nicht laufen, wenn Sie fahren.

Doch verlassen wir dieses Kapitel und überschlagen auch das Kapitel „Daumennagel Menü“. Gehen wir zu stattdessen zum Kapitel „Massenspeicher-Menü“:

Funktion: Grasen Sie und redigieren Sie die Akten in der Kamera über Ihren Computer.

Was will uns der werte Autor damit sagen? Machen wir doch einen Sprung in den englisch-sprachigen Teil seines Werkes:

USB Mode
Function: Browse and edit the files in the Camera via your computer.

Aha.
Jetzt hat es wohl auch der geneigte Leser verstanden.
Allzu viel möchte ich von der weiteren Handlung nicht verraten.
Doch einen letzten Blick sollte man sich doch noch ins letzte Kapitel gönnen.

Spielen des Films in PC
Das Format des Films, der durch diese Videokamera notiert wird, ist MPEG4, Es braucht, Sie installieren die Software, die in die CD-ROM zusammengerollt wird, bevor es sie in Ihrem Computer spielt.
Installieren von XVID Software
A. Stellen Sie die zusammengerollte Software CD-Rom in den CD-ROM Treiber Ihres Computers ein.
B. Öffnen Sie das Heft von Xvid, doppeltes Klicken Xvid.exe. Installieren Sie die Software nach Der Anzeige.
C. Wenn Sie Windows- 98benutzer sind, werden Sie angefordert, den Computer neu zu laden.
Spielen des Films
Laden Sie die Filme von der Videokamer zum Computer auf. Öffnen Sie den Film über Multimediaspiel-Software, um den Film zu spielen.

An dieser Stelle endet das Buch leider unvermittelt.
Ich werde versuchen, die Fortsetzung dieses Buches aufzustöbern.
Und dann werde ich wieder eine „Schreibung“ hier „aufladen“.
Ergebenst grüßt die Leser dieser Schreibung

Careca

Hey, du Spießer, du hast da ne Falte in der Markise!

Wie bekannt, gab es da den Moped-Fahrer, der vom Opel-Fahrer ausgestochen wurde, aber später dann dem Eigenhausbesitzer gestehen muß, er wohne noch bei Mutti.

Dann war da der Bauwagenbewohner, dem ein Mädchen namens LENA vorschwärmt, dass ihre Freunde in einem eigenem Haus in ihrem eigenen Zimmer leben. Dazu hat der kaffeetrinkende Bauwagenbewohner nur ein trockenes SPIEßER auf den Lippen. Worauf das Mädchen LENA ihm ein „Wenn ich groß bin, will ich auch Spießer werden.“ in die Kaffeetasse spukt.

Und jetzt gibt es wieder was neues von der LBS im Fernsehen:
FaltenHarleyWährend der alte Rocker mit Rauschebart in seinem eigenem Garten vor seinem eigenen Haus eigens herumwerkelt, kommt eine Gruppe Easy Rider auf ihren Harleys vorbei, halten an und schauen grimmig. Während der Alt-Rocker erschrocken ängstlich zusammenzuckt, dringt es aus einen der haarigen Harley-Gestalten ein

„Du hast da ne Falte in der Markise!“

hervor.
Und nun hat diesen Werbespot ein Hauptkommissar gesehen. Beim Anblick stand er senkrecht im Fernsehsessel. Da fuhr doch einer der Harley-Gestalten seine liebevoll zusammengebaute Harley, die ihm vor drei Jahren aus seiner eigenen Garage von seinem eigenem Haus geklaut worden war!

Die LBS hatte damit nichts zu tun. Sie beauftragte für einen Werbespot eine deutsche Firma, die die Verfilmung des Werbespots einer Firma in Riga/Rußland vergab. Und diese Firma trommelte einige Harley-Fahrer zusammen …

Dem Hauptkommissar kam der Kommissar Zufall zu Hilfe.

Da sage noch wer, Werbung taugt für nichts.

Der Hauptkommissar versucht jetzt per Rechtsanwalt seine Maschine zurück zu erhalten …

Tja, da hat wer jener Harley-Zukunft ein Zuhause gegeben. Irgendwo bei Riga …

Quelle: WDR-Fernsehen

Die japanische Weiterentwicklung von "Karaoke": "Air Sex"

Die Japaner sind erfinderisch.
Sie erfanden die Möglichkeit zu Musik zu singen und sich lächerlich zu machen, noch bevor RTL DSDS-Casting-Shows 1:1 abfilmte und als Abendprogramm uns verkauft hat.

Und jetzt haben sie auch noch eine andere Sache weiter entwickelt. Durch eine Email eines Bekannten, stieß ich auf eine neue Freizeitbeschäftigung mit Wettbewerbsgitarre.
Was dem jugendlichen Headbanger seine „Luftgitarre“ ist, das ist dem Japaner jetzt sein „Air Sex“.

Seht selbst:

P.S.:
Für diejenigen, die nicht so viel Englisch verstehen, der „Air Sex“-Wettbewerbsieger hatte nach eigenem Bekunden noch nie wirklichen Sex mit einer Frau …

P.P.S.:
Was denkt sich Frau nur jetzt dazu? …

Nette Stilblüte eines Internet-Live-Tickers

Gerade gelesen in einem „Live-Ticker“ von gestern abend zu dem CL-Spiel Manchester United gegen AS Rom, welches für Manchester 7:1 endete:
Anmerkung: Es steht bereits 5:0

59. Min. Rom hat schon seit zehn Minuten kein Gegentor mehr kassiert. Das ist ihnen in dieser Partie noch nicht oft gelungen….

Quelle

Ein Blick auf Dafur

Über HEISE wurde ich drauf aufmerksam:
In Google Earth wurde auf die Zerstörung der sudanesischen Krisenregion Dafur ein besonderer Augenmerk gelegt.
Zusammen mit dem Holocaust-Museum in Washington hat Google jetzt die Zerstörungen in Zentralafrika dargestellt.

Von außen fällt die besondere Kennzeichnung auf dem Afikanischen Kontinent auf.
'Dafur in Afrika' von Careca

Ein paar Klicks später und ein paar Modifikationen weiter zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe des Bürgerkriegs:
'Fluechtlingslaeger' von Careca
Die Flammen zeigen teilweise oder gänzlich zerstörte Dörfer. Die hellblauen Säulen Flüchtlingsläger im Ausland, die dunkelblauen die im Inland (im Hintergrund: der Sudan)
Die ganze Region erscheint als verbranntes Land.

Ein Zoom in einen Landstrich zeigt wie systematisch das Land zerstört wird und bringt die ersten Details (Stand der Bilder Januar dieses Jahres):
'zerstoertes Dorf' von Careca

Ein zerstörtes Dorf (Anka) betrachtet 380 Meter über den Boden vom Satelliten aus:
'zerstoertes Dorf Anka' von Careca

Ein Flughafen in der näheren Umgebung mit entsprechenden Fliegzeugen und deren Beschreibung:
'Militaer Flughafen' von Careca

Ein Klick auf die Links zeigt eine Maschine (ANTONOV) im Großformat und erklärt, dass diese zur Zerstörung der Landstriche verwendet werden.
'Flughafen mit Erklaerung' von Careca

Das für uns in Deutschland so abstrakte Grauen hat ein Gesicht. Dank „Google Earth“.
Das Grauen dort ist mehr als nur eine zweiminütige Nachricht der Spätnachrichten im Fernsehen.

Für mich ein ohnmächtiges Grauen.

Ich denke, die obige HEISE-Nachricht verdient ihre Verbreitung.

Vielleicht hilft eine Verbreiterung dieser Information den vom Bürgerkrieg geplagten Menschen in Dafur schneller als eine weitere Nachricht in Funk und Fernsehen …

Sollten Priester heiraten dürfen?

Es ist eines der best gehütesten Geheimnisse der Moderne:

Wen wird Harry Potter wann wo heiraten und wenn nein, wird dann Dumbledore mit dem „Unaussprechlichen“ in einem Irishen Pub ein Guiness zwitschern?
Filmisch käme eine Hochzeit von Harry Potter sicherlich besonders intensiv rüber, wenn dann Madonna „Like a virgin“ dazu singen würde …

Nur, niemand weiss es und es findet sich auch niemand, der es sofort dementieren würde.
Bislang jedenfalls nicht.
Hochzeiten für Kunstfiguren sind so eine Sache. Denn dadurch weden diese richtig erst sexualisiert.

So passiert es jedenfalls momentan mit unserem allseits bekannten PUMUCKL.
Ein Fernsehsender und die grafische Schöpferin des Pumuckls haben einen Malwettbewerb ausgerufen. Kinder sollen die Freundin von Pumuckl zeichnen.
Die geistige Schöpferin des Pumuckls, Ellis Kaut, wehrt sich gerichtlich gegen dieses Ansinnen. Für sie ist der Pumuckl ein Nachfahre der Klabauter und somit ein Geistwesen. Aus diesem Grunde ist der Pumuckl irgendwie geschlechtslos und ganz ohne Sexualität. Also brauch er auch keine Freundin.

Irgendwie erinnert das ganze an die Diskussion über das Geschlecht der Engel. Weder irgendwie männlich noch irgendwie weiblich. Und wenn männlich, dann auch gleichzeitig gefallen.

Da ist die oben gestellte aktuelle und gesellschaftspolitische Frage schon erheblich einfacher zu beantworten:

Sollten Priester heiraten dürfen?

Ja, wenn sie sich lieben …

Veröffentlicht unter Privat

Impressionen

Ein Glas halbtrockenen bis lieblichen Riesling, der Geschmack von frischen Aprikosen auf der Zunge, die untergehende Sonne und ein Kater, der mir schnurrend um die Beine streicht …
Ich liebe es …

Veröffentlicht unter Privat

Ohrwurm

Da isses wieder.
Das Lied, was mir immer wieder im Kopf rumgeistert.
Frisch im Radio gehört.

Rein physiologisch müssen die Schallwellen der Musik beim Passieren der Ohrmuschel, beim Eintritt in den Gehörgang, durch das Trommelfell hindurch, in der Paukenhhöhle entweder über den Hammer oder den Ambos gestolpert sein, sich dann im Steigbügel verhakt und an der Schnecke herabstürzend in die Ohrtrompete geblasen haben …

Und jetzt hab ich dieses Art Nachecho im Kopf:

„Mädchen, Mädchen, oh tres bien“


Das Lied war in den späten 80ern ein Sommerhit.
Genauer gesagt 1987.
Gesungen von einer Frau.
Auf französisch.

Erst dachte ich ja immer, die Sängerin wäre France Gall.
Bei mir sind ja alle Sänger oder Sängerinnen aus Frankreich irgendwie Gilbert Bécaud, Charles Aznavour, Edith Piaf oder eben jene France Gall.

Aber die französische Sängerin dieses Liedes hieß Guesch Patti.
Und das Lied hieß auch gar nicht „Mädchen, Mädchen“ … was auch naheliegend ist, weil es kein französisch ist … .
Das Lied heißt in Wirklichkeit „Étienne“.
Einfach nur „Étienne“.

Étienne, Étienne Oh ! Tiens-le bien


Nebenbei war ich damals nicht der einzige, der 1987 den Refrain des Liedes begeistert mit „Mädchen, Mädchen, oh tres bien“ mitsang …
Viele meinten wirklich, das Lied hieß „Mädchen, Mädchen“.

Und so wurde damals ein weiteres Kapitel deutsch-französischer Verständigung musiktechnischerseits geschrieben …

Und das ganz ohne Französisch-Kenntnisse …

Mädchen, Mädchen, tres bien …

Veröffentlicht unter Privat | Verschlagwortet mit