Ein Blick auf Dafur

Über HEISE wurde ich drauf aufmerksam:
In Google Earth wurde auf die Zerstörung der sudanesischen Krisenregion Dafur ein besonderer Augenmerk gelegt.
Zusammen mit dem Holocaust-Museum in Washington hat Google jetzt die Zerstörungen in Zentralafrika dargestellt.

Von außen fällt die besondere Kennzeichnung auf dem Afikanischen Kontinent auf.
'Dafur in Afrika' von Careca

Ein paar Klicks später und ein paar Modifikationen weiter zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe des Bürgerkriegs:
'Fluechtlingslaeger' von Careca
Die Flammen zeigen teilweise oder gänzlich zerstörte Dörfer. Die hellblauen Säulen Flüchtlingsläger im Ausland, die dunkelblauen die im Inland (im Hintergrund: der Sudan)
Die ganze Region erscheint als verbranntes Land.

Ein Zoom in einen Landstrich zeigt wie systematisch das Land zerstört wird und bringt die ersten Details (Stand der Bilder Januar dieses Jahres):
'zerstoertes Dorf' von Careca

Ein zerstörtes Dorf (Anka) betrachtet 380 Meter über den Boden vom Satelliten aus:
'zerstoertes Dorf Anka' von Careca

Ein Flughafen in der näheren Umgebung mit entsprechenden Fliegzeugen und deren Beschreibung:
'Militaer Flughafen' von Careca

Ein Klick auf die Links zeigt eine Maschine (ANTONOV) im Großformat und erklärt, dass diese zur Zerstörung der Landstriche verwendet werden.
'Flughafen mit Erklaerung' von Careca

Das für uns in Deutschland so abstrakte Grauen hat ein Gesicht. Dank „Google Earth“.
Das Grauen dort ist mehr als nur eine zweiminütige Nachricht der Spätnachrichten im Fernsehen.

Für mich ein ohnmächtiges Grauen.

Ich denke, die obige HEISE-Nachricht verdient ihre Verbreitung.

Vielleicht hilft eine Verbreiterung dieser Information den vom Bürgerkrieg geplagten Menschen in Dafur schneller als eine weitere Nachricht in Funk und Fernsehen …

5 Gedanken zu „Ein Blick auf Dafur

  1. Die Meldungen haben sowas wie „schiksalhaftes“: „Passiert halt, na und?“
    Und dabei ist Dafur ja nicht die einzige Region, in der Krieg, Mord und Totschlag das Leben dahinrafft …
    Aber Google Earth schafft in dieser Region sowohl plakatives Bewußtsein im Zeitalter des Feulleitons, der Medien als auch Ohnmacht …
    Google Earth = ein Fenster in unserem eurozentristischen Horizontweltbild …

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  2. Das frage ich manchmal auch. Was aber bleibt, sind die Aussagen „Ich konnt vom Hauptbahnhof aus den Dom sehen“ und der Dom liegt ca 4 Kilometer im Stadtzentrum Münsters …
    Oder die Bilder um den Kölner Dom herum.
    Aus Dresden, aus Berlin, aus Hamburg, aus Würzburg.
    Nur die Bilder von Dörfern, die finden sich seltener …

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  3. Seit Jahren wundere ich mich darüber, wie selten unsere Medien über die Kriege und Völkermorde in Afrika berichten. Da muss erst Google kommen und den Redaktionen auf die Sprünge helfen.
    Ein ähnlicher Beitrag zum Thema jetzt bei Spiegel-Online.

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