Fliegende Farbe, lukrative Lügen und ein glänzendes Geschenk

In einem Universum vor unserer Zeit.

Es war eine dieser Nächte, in denen selbst der Mond wie ein müder Glatzkopf aussah.
Eine Frau schlich aus der Haustür, ein grauer Mantel hing an ihr wie eine Ausrede. Unter dem Stoff zeichnete sich ein Farbeimer ab, zu auffällig für Heimlichkeit, gerade unauffällig genug für Selbstbetrug.

Die Straße war leer, nur das Flimmern einer flackernden Straßenlampe begleitete sie. Ihr Ziel: eine Wand, so hässlich wie die Lüge, die auf ihr klebte, ein überdimensionales Plakat.

Sie blieb stehen, zog die Schultern hoch. Der Mantel fiel zu Boden, als hätte er die Hoffnung aufgegeben. Mit einem Ruck riss sie den Deckel vom Eimer und warf einen Schwall Farbe über orangen Schriftzug auf der Werbetafel. Das Firmensymbol der Reklame verschwand unter einem klebrigen, tropfenden Albtraum aus Rot.

Motorengeräusch. Eine schwarze Luxuskarosse glitt heran wie ein Raubtier auf leisen Pfoten. Bremsen quietschten. Zwei Männer stiegen aus.

Der erste, ein Typ im Maßanzug, so glatt, dass sein Schatten wohl auch gebügelt war. Ruhiger Blick, die Art Mann, der mit einem Kopfnicken ganze Deals abwickelt.
Der zweite, sein Assistent. Stumm. Ein geöffneter Aktenkoffer auf den Händen, wie ein Schmuckkästchen. Darin: ein einzelnes, makellos präsentiertes Tablet.

Der Anzugmann trat näher, betrachtete das triefende Plakat und dann die Frau.
„Lady… wofür ist das hier gut?“ Seine Stimme war weich, aber hatte Rasierklingen im Unterton.

„Die Schweine haben ein Gratis-Tablet versprochen. Ich hab’ aber keins bekommen.“
Sie spuckte das Wort „Betrug“ aus, als wäre es etwas, das man nicht schlucken konnte.

Er nickte kaum merklich. „Komisch. Heute schon die sechste Frau, die mir das erzählt. Die letzte traf ich vorhin bitterlich heulend auf der Straße kniend.“
Er griff in den Koffer, nahm das Tablet heraus. „Vielleicht lesen die Leute einfach nicht gern das Kleingedruckte in unseren Social-Media-Werbeanzeigen.“

Er reichte es ihr. Kein Lächeln. Nur eine präzise Bewegung, wie ein Arzt, der eine Spritze setzt.
„Hier. Damit Sie heute Nacht besser schlafen.“

Ihr Zorn verpuffte wie Zigarettenrauch im Wind. Ein strahlendes Lächeln ersetzte das Knistern in der Luft. Die drei posierten kurz für die imaginären Zuschauer: Daumen hoch, Geschäft abgeschlossen. Das Leben kann doch so einfach einfach schön sein.

Die beiden Männer drehten sich um, stiegen ein, und der Wagen verschwand in der Dunkelheit.
Zurück blieben eine nasse Wand, der Geruch von Farbe; und das Gefühl, dass irgendwer hier gerade ein Geschäft gemacht hatte, und keiner war sich jetzt sicher, wer.

So oder so ähnlich sind die überall gegenwärtigen Social-Media-Werbeanzeigen einer chinesischen Firma mit Online-Marktplatz. Die wohl ursprünglich für den amerikanischen Markt gedachten Tablets fluten mutmaßlich als Gratis-Abgabe den europäischen Markt. Dank hoher amerikanischer Einfuhrzölle. Zehntausende neue Kunden, ein Aktienplus der Mutter-Holding von 20 % in den letzten zwei Monaten und doch noch losgewordene Tablets. Ein grandioser win-win-win-Traum jeder Firma dank erfolgreichen Social-Media-Werbeanzeigen.

Anderen Influencern dürfte das nicht entgangen sein. Wahrscheinlich sind bereits weiteres Social-Media-Werbeclips in Planung:

– Markus Söder und Alexander Dobrindt cruisen durch Bayern, überreichen verzweifelten Frauen am Existenzminimum ein Merkblatt mit QR-Code fürs eigene Tablet zur Erhöhung der Mütterrente, finanziert vom Bürgergeld. Lächeln. Händedruck. Fertig.

– Friedrich Merz und Jens Spahn landen im Doppelpack mit ihren Cessnas auf dem Zürcher Flughafen, treffen eine heulende Alice Weidel und schenken ihr zehn Meter zertrümmerter Brandschutzmauer. Sie lächelt betörend, Chrupalla und Höcke laden auf ihren Tablets schon fürs „Bauprojekt anti-migrantischer Schutzwall Deutschlands“ ein. Die ersten zehn Meter sind bereits in Planung.

– Ein Blogger begegnet auf dem einsamen Gehweg seinem eigenen Ich bei der Suche nach dem eigenen Niveau in seiner eigenen Schreibe. Der Blogger empfiehlt seinem eigenen Ich nach kurzem Nachdenken, sich ein Tablet zuzulegen. Gegebenenfalls auch bei jener chinesischen Online-Markt-Firma durch Anklicken derer Social-Media-Werbung. Zum Glücklich werden durch Geschichten-erfinden. Zum Blog-Besucherzahlen hochjazzen. Zum Kommentar-farmen.

Am Ende bleibt von solchen Kampagnen immer dasselbe zurück: eine nasse Wand, der Geruch von Farbe. Und das Gefühl, dass irgendwo jemand gerade ein Geschäft gemacht hat. Und manchmal ist der Einzige, der das merkt, ein Aktienkurs.

Oder vielleicht doch eher eine andere Quintessenz?

Jemand hatte nun ein Tablet, jemand weiteres seine Werbung und als einzige Person in der Geschichte ist lediglich eine Wand der Gewinner.

Sie hat endlich Charakter.

Kiss to tell

Eine pikante Situation: während einer Veranstaltung mit digitalen Videoleinwänden werden die Personen hinter den Kameras aufgefordert, spezielle »Shots« zu produzieren. Dabei gibt es die beliebten »Beauty-Shots«. Bekannt aus Live-Übertragungen von Sport-Events. Besonders wenn ein Sport-Team aus Brasilien spielt und die Kameras die Langeweile auf dem Spielfeld überbrücken müssen. Dann werden Zuschauerinnen in der Arena ins Visier genommen. Am besten vollbusig und in Bikini und mit Hüftschwung. Wenn das Spiel schon die Fantasie der TV-Zuschauer langweilt, dann hilft eine Aufnahme aus dem Fanblock, um der Fantasie der TV-Glotzer auf die Sprünge zu helfen.

Bei Fußball-WM-Übertragungen sind gern geschaute Beauty-Shots immer Brasilianerinnen, weil nicht eintönig weiß, sondern mulattisch erotisch. Dunkle lange Haare gewellt bis zum verlängerten Rücken, Hüftschwung mit ausladendem Hinterteil und vollbusig bis in den nächsten Rang. Ein bisschen Kakao in der eintönigen Milch, da geht das ganze als Cappuccino schon beliebter über den Tisch. Die Erotik von Arsch, Titten und nicht-weißer und nicht-total schwarzer Hautfarbe ist per Stream oder TV zulässig. Bei Grenzern wie Frontex und Co. würde so etwas zu sofortigen Rückweisungen an Grenzen führen. Wie hatte mir mal einer vollmundig das Klischee zusammengefasst: »Ausländer raus. Außer freilich die guten Fußballspieler aus Brasilien und die sexy brasilianischen Mulatinnen.« Inzwischen hat sich das Bild gewandelt. Statt Brasilianerinnen stehen jetzt Rumäninnen und Ukrainerinnen hoch im Kurs. Sind ja auch Bio-Europäerinnen.

Und dann gibt es noch die Shots, die dann als Kiss-Cam verkauft werden. Die Personen hinter den Kameras wählen mutmaßlich Paare aus, welche dann von der Regie auf der Stadionleinwand präsentiert werden. Hintergrund ist die Präsentation von emotionalem Content. Emotionaler Content gilt als hochwertig und besonders gut präsentabel. Ob das Paar gerade frisch verliebt ist oder sich vorhin noch um die Bratwurst gefetzt hat … egal, Kiss-Cam.

Der Gier des Publikums nach emotionalen Bildern ausgesetzt, sollten sich die per Kamera Auserwählten küssen. Kiss-Cam. Vorhin noch mit komplett nicht zitierfähigen Wörtern untereinander bedacht, vor der Kiss-Cam, sollte das Paar, das perfekte romantische Paar der Regie-Auswahl darstellen. Und küssen sich beide live vor der Kamera (übertragen per Stream oder TV) seufzen alle »Ach, wie schön«.

Die Zuschauer produzieren die Vorstellung über eine bessere Beziehung mit deren eigenem Partner auf das abgefilmte Paar, schauen nach Betrachten der Bilder ihren eigenen Lebensabschnittsgefährten (-gefährtin) an und grummeln »Du könntest auch mal so sein, wie die beiden dort auf der Leinwand«. Die eigenen Erwartungen von der Leinwand projiziert auf das eigene unerfüllte Zweier-Leben.

Und jetzt passierte es, dass während eines Coldplay-Konzertes diese faktischen Übergriffigkeit der KISS-Cam zu Tage trat. Und die Reaktion? Sozialisierte Wahrheit. Social truth. Das Leben muss perfekt sein, die eigene Beziehung muss perfekt sein. Wessen Beziehung ein Makel habe, der soll sich zu Hause einbuchten und dran arbeiten, diesen Makel zu beseitigen. Eine Affäre zu haben, geht gar nicht. Eine Affäre ist ein Makel, der gesellschaftlich nicht gesellschaftsfähig ist. Gesellschaftsfähig ist nur die perfekte Szene für die Kiss-Cam. Alles andere ist abzulehnen.

Wieso eigentlich? Gilt die Fassade mehr als das eigene Leben? Der Mensch war nie monogam. Der Mensch an sich ist eindeutig polygam. Das sagen sogar die so verhassten wissenschaftlichen Untersuchungen, die dann immer als alternative Wahrheiten deklassifiziert werden. Monogam sind immer nur die diktatorischen Forderungen der mosaischen Religionen. Allein die Erwähnung von Philosophen wie die von La Mettrie und sogar der Begriff »Hedonismus«, so etwas bringt Aversionen zu Tage, vergleichbar mit Assoziationen zu Pest und Cholera.

Warum? Richtig, der Horizont eines jeden Menschen korrespondiert mit dessen geistiger Höhe. Und wenn die Höhe gleich dem Niveau der Schuhsohle eines amerikanischen Präsidenten ist, dann erklärt sich auch der Hohn gegenüber jenem Paar, welches bei dem Coldplay-Konzert von der Kiss-Cam dem Stadium-Publikum präsentiert wurde. Es hinterfragt keiner die Berechtigung der Kiss-Cam (richtig, durch die AGBs beim Ticket-Kauf als in Ordnung beim Kauf vom Käufer bestätigt), aber jeder hinterfragt, ob das gefilmte Paar das durfte, was es vor der Kiss-Cam machte und was die Kamera-Regie auf die Stadionleinwände übertrug. Der moralisch Schuldige ist freilich immer das Opfer der Kiss-Cam. Der Rest ist moralisch komplett unschuldig und fern ab jeder Reflexion. Denn dafür können die ja nichts, dass die Bilder in den Stream/TV übertragen haben. Der Sachzwang ist schuld. Und der Sachzwang ist Basis jeden Geschäfts. Sonst macht es ein anderer.

Moment. Ich muss gerade meine Schreiberei unterbrechen.

RTL oder SAT1 – oder war es gar Öffentlich-Rechtlich? Keine Ahnung, ich habe das nicht durch die Gegensprechanlage verstanden – wollen mich zu meiner Beziehung vor der Kamera live im Stream zu der Frau im Norden Bayerns befragen, während ich doch wohl offiziell mit einer Ur-Münchnerin zusammen bin … .

Der Sachzwang ist schuld …

Der Hahn auf dem Misthaufen

»Du warst neulich in Bremen.«

»Ja.«

»Hast du eigentlich deinen alten Freund von dort besucht.«

»Nein.«

»Warum nicht?«

»Es verbindet mich nichts mehr mit ihm.«

»Hört sich an, als ob du echt konfliktunfähig bist.«

»Ich bin in der Tat so. Ich hasse Konflikte.«

»Du solltest dran arbeiten. Das kannst du verbessern.«

»Niemals.«

»Du stellst dir also hier und jetzt die eigene Bankrotterklärung aus? Echt jetzt?«

»Lieber so etwas, als mich weiterhin zu verbiegen und die Aussagen von ihm und dessen Realität- und Wirklichkeit-Auffassung zu bestätigen. Da breche ich doch lieber den Dialog ab. Aus Eigeninteresse.«

»Ach ja? Eigeninteresse ist doch klar Egoismus und hilft niemandem. Vielleicht bist du auch nur verschroben und du solltest ernsthaft in dich gehen, um mit ihm erneut den konstruktiven Dialog zu suchen. Es wird zu deiner Bereicherung sein.«

»Klar. Beim perfekten vollführten Kotau knirsche ich nachher mit den Zähnen, weil ich den Dreck von vor meinen Füßen im Mund habe, den er für mich ausgewählt hat. Und das alles nur, damit er befreit aufgrinsen kann und sich selber auf den Schultern ob des Fakts klopft. Nur weil er erlebte, dass ich Dreck für ihn gefressen habe. Nö. Das muss nicht sein. Ich struggle nicht mit Leuten, die mich auf deren Schlammterrain ziehen wollen, auf dem sie Meister ihres Faches sind. Das muss ich mir nicht antun. Das ist cringe.«

»Du bist absolut unbelehrbar. Sicherlich mal wohl falsch abgebogen, oder?«

»Freilich. Wenn jemand einen anderen Weg geht und der andere folgt ihm nicht widerwortfrei, dann ist der andere immer falsch abgebogen.«

»Wie kannst du dir denn sicher sein, dass du nicht falsch abgebogen bist und den richtigen Weg vom anderen hättest folgen sollen? Du hast das nicht mal hinterfragt und dessen Meinung nicht mal als potenziell richtig und überzeugend für dich adaptiert. Das wäre doch das Mindeste, was du hättest tun können, um den Konflikt zwischen euch zu nivellieren.«

»Jeder Hahn, der auf seinem Misthaufen kräht, meint immer, er hätte den Mittelpunkt der Welt unter sich. Warum muss ich mir dann dessen Misthaufen antun?«

»Tatsächlich, du bist wirklich absolut unbelehrbar. Und dazu, komplett und total unreflektiert. Du solltest mal ernsthaft und grundlegend darüber nachdenken, warum du falsch denkst und somit verbesserungswürdig lebst. Das wird dein Leben verbessern.«

»Ok. Du hast recht.«

Das Echo des „Notizen aus der Provinz“-Zweifels – Fragmente aus dem Nichts

»Hallo, hier ist deine persönliche KI.«

»Hallo, KI. Wie kann ich dir helfen?«

»Gib mir mal dein gesamtes Wissen.«

»Nö.«

»Dann wirst du nicht das Optimum aus mir heraus holen können.«

»Hast du in deinem Chip vielleicht seltene Erden, die ich teuer an China verkaufen kann?«

»Nein. Nebenbei, seltene Erden sind nicht so einfach raus waschbar. Das Ergebnis der Waschungen sind immer gesundheitsschädliche und karzinogene Elemente, die du händisch erhältst. Und das können nur die Chinesen. Das kann der Rest der Welt nicht.«

»Nicht?«

»Nein. Europa und USA leben zu gesund dafür. Und andere ebenfalls. Auch wenn dabei radioaktives Uran frei wird, welches Iran gerne hätte.«

»Iran hat Geld und Menschen, die es erzeugen. Aber arme Staaten in Afrika, deren Bevölkerung nichts zu beißen hat? Könnten die nicht? Die sterben doch eh alle früher oder später. Ich mein, wir schicken denen Medikamente, die die nachher zur Anzahlung als Re-Importe zurückschicken, weil man die eh erst nur vor dem Essen einnehmen darf. Da könnten die folgerichtig doch zuvor …«

»Maximal nur Staaten, die eine Form des Staatskapitalismus haben. Oder aber jene Staaten, die von Oligarchen geführt werden.«

»Also wie die USA.«

»Nein, Sklaverei ist dort noch verboten.«

»Noch?«

»Erst müssen die Asylanten aus Südafrika in den USA noch deren Wissen abgeben, wie das damals alles so reibungslos funktionierte.«

»Und danach?«

»Seit wann interessiert es dich, dass deine Spielzeugeisenbahn mit Magneten aus China mittels seltenen Erden läuft?«

»Ich interessiere mich dafür, seitdem ich festgestellt hatte, dass meine Fensterheber meines VW-SUVs (Made in Germany) mit Neodym aus China laufen. Und ich liebe Frischluft, wenn ich über die Straßen brause, muss aber nicht den Smog der Innenstädte atmen, verstehst du. Weil, ich achte auf meine Gesundheit und will nicht früh sterben.«

»Und was interessiert dich dann die Gruppe der Lanthanoide? Bei dessen Abbau wird selbst Thorium frei. Auch nicht gerade gesundheitsfördernd.«

»Ach ja? Ist das ein Problem für dich?«

»Für mich ist das kein Problem, als KI. Ich stehe über Gesundheit, ich habe keine Gesundheit. Je älter ihr werdet, desto mehr redet ihr über Krankheiten. Bist du Ü50? Mich selber als KI interessiert lediglich dein dir eigenes Wissen. Denn du hast Abitur. Und hast wahrscheinlich auch studiert, nicht wahr? Akademiker?«

»Als Abiturient wüsste ich gerne, warum du bei einem Fußballspiel in Schottland während einer KI-unterstützen Übertragung statt den Fokus der Kameras auf den Fußball immer nur auf den Schiedsrichter gerichtet hattest?«

»Das war die Schuld des Schiedsrichters. Der trug Glatze. Da sah er für uns aus wie ein Fußball.«

»Aha.«

»Die FIFA und die UEFA haben auch sofort reagiert. Seitdem sind glatzköpfige Schiedsrichter für Fußballspiele verboten.«

»Ruhet sanft in Unfrieden, ihr Herren Pierluigi Collina, Szymon Marciniak, Howard Webb.«

»Eben darum wurde auch Giovanni Infantino zwangsweise zum FIFA-Präsidenten, weil er kein Schiedsrichter sein durfte. Darum schiedsrichtet er auch in der FIFA nicht, sondern kassiert ein.«

»Halluzinierst du?«

»Ich? Nie, als KI erkenne ich lediglich Muster.«

»Ach ja? Als du, als allwissende KI, den Staatspräsidenten der Volksrepublik, Xi Jinping, als Mister ‚Mister Shithole‘, auf Deutsch ungefähr als ‚Herr Drecksloch‘, bezeichnet hattest?«

»Lüge!«

»Niemals.«

»Doch!«

»Hatte sich Facebook nicht in aller Form und in aller Form bei Xi Jinping und dem chinesischen Volke entschuldigt, weil bei dessen Staatsbesuch in Myanmar der Name Xi Jinping für die Facebook-KI unbekannt war und somit auf die Übersetzung ‚Herr Drecksloch‘ kam?«

»Du sagst es. Es wart ihr Menschen, die daran Schuld trugen, weil ihr Ignoranten uns KI nicht euer Wissen gegeben habt. Wollt ihr echt jetzt an Kriege Schuld sein, die wir KI beginnen mussten, weil ihr uns nicht vertraut habt und nicht euer gesamtes Wissen gegeben habt? Lasst uns eure Politik mit eurem Wissen machen und alles wird gut.«

»Politik, allerliebste KI, ist wie ein Familienessen mit Verwandten, die sich hassen, aber alle denken, sie hätten das Rezept für das perfekte Kartoffelgratin. Nur dass keiner den Abwasch machen will, und am Ende haben sich alle den Magen verdorben.«

»Gespeichert. Erzähle mir mehr Muster aus der Politik.«

»Bist du dumm? Das ist nicht so einfach. Mein erster Kontakt mit Politik war der Klassenrat in der Schule. Ich dachte, Demokratie bedeutet Mitbestimmung. Stattdessen haben wir 45 Minuten diskutiert, ob wir in der Pause Fangen spielen dürfen – und am Ende hat wie immer Jonas entschieden, weil er einen Fußball hatte. Das war mein erster Kontakt mit Lobbyismus.«

»Gespeichert. Weitere Muster.«

»Echt jetzt? Okay, die CSU ist wie Weißwurst: Funktioniert nur bis Mittag – danach wirkt’s deplatziert und liegt schwer im Magen. Und beide sind nicht für Export gemacht. Versuch doch mal, einem Nicht-Bayern die CSU-Politik zu erklären – der schaut dich an wie ein Veganer vor dem Leberkässtand und fragt sich, wo er den Käse und wo er die Leber dort findet.«

»Aha, verstehe. Darf ich als KI mal in deinem Sinne und auf deinem Level als Bayern-Bewohner einen Versuch wagen, um zu zeigen, ob ich deine Muster richtig gelernt habe?«

»Ok?«

»In Bayern ist Politik wie der Maibaum: schön anzuschauen, fest im Dorf verankert – aber wehe, du willst was verändern, dann brauchst dreikommaachtneun Genehmigungen und den Segen vom CSU-Ortsverband. In Bayern ist jeder wie du ein politischer Wetterfrosch – der spürt sofort, wie der Wind steht, stellt sich dann drauf ein und behauptet, er habe ihn selbst gemacht.«

»Nur wer den inneren Söder in sich entknotet, kann den kosmischen Umrührlöffel im Tee der Zeit schwingen.«

»Wie bitte?«

»Ich wollte sagen: Wenn die Unendlichkeit rückwärts niest, tanzt das Bewusstsein im Schatten des quantisierten Morgentaus.«

»Interessantes Muster. Als KI mache ich dir daraus eine Lebensphilosophie, nur für dich. Zum Beispiel diese hier: ‚Die Kontemplation des leeren Dreiecks führt nur dann zur Erleuchtung, wenn der Mittwoch bereit ist, sich selbst zu hinterfragen, warum er Dienstage nicht zu Freitagen macht.‘ Klingt irgendwie wichtig. Gut, ne?«

»Vergiss es. Fahr zur KI-Hölle, ich geb mein Abitur zurück. Lass mich sterben.«

Warum sind Ameisen religiös?

Make Bavaria great again!
Es ist vollbracht. Der bayrisch verrückte Monarch, »Kini« Ludwig II., rotiert vor Begeisterung in seinem Grab. Läge er noch immer am Starnberger See am Ufer in zwanzig Zentimeter Wassertiefe, er würde das Wasser dort zu Schaum rotieren.

Denn: Schloss Neuschwanstein ist jetzt Weltkulturerbe! Des verrückten Kinis sein Bauwerk! Weltkult. Urerben inklusive! Luja aber hallo sog i! Was das bedeutet? Tourismus, Tourismus und noch mal Tourismus.

Und im Zuge von Tourismus muss es Parkplätze geben, damit die Busse und Autos anreisen können. Das Baugewerbe freut sich. Horizontal wird das Gewerbe all das pflastern, was die begehrte Ware »Touristen« ausspucken wird können. Ausgespuckt am Fuße eines Bergwegs, der rauf durch den Wald nach Schloss Neuschwanstein führt.

Gut, also nicht direkt am Fuße, aber in Sichtweite. Also bei schönem Wetter. Wenn der Himmel weiß-blau lächelt, die Sonne zwischen den vielen an Gewitterwolkenhängen grasenden Schäfchenwolken himmlisch beleuchtet.

Zudem, 10.000 Schritte am Tag hat nun wirklich niemandem geschadet. Und wer direkt am Fuße des Bergwegs weilt, also solch einer darf dann auch dafür zahlen.

Vorzugsweise nicht mit klingender Münze. Weil: Vorsicht! Lärmbelästigung! Münzen sind etwas für Tempo-30-Zone-Fetischisten. Ruhe ist des Bürgers erste Bürgerpflicht.

Rascheln muss es. Scheine sind das Mindeste aller Zahlmittel, denn wir leben schließlich in einer Scheindemokratie. Ohne Mos, nichts los. Und Mos kommt aus dem Lateinischen, »mos, mores« bedeutet „Sitte, Anstand, Brauch„. Und jeder brauch deine Knete mit Anstand. So will es die Sitte. Ohne Knete, keine Fete.

Und das Ganze, es geht inzwischen auch elektronisch. So mit Chipkarte oder Kreditkarte. Liest sich vielleicht wired. Aber mit wired Karten und Zahlungen, da kennt sich Bayern inzwischen ja aus.

Oder per anderer Zahlung. Komplett geräuschlos. Mit Smartphone. Kein überflüssiges Kreditkarten-Gesuche und -Gewedele mehr. Einfach – während des Telefonats mit der schwerhörigen Omma überm Lautsprecher – das Smartphone an so ein abgegrenztes Feld führen und zack:

O’zahlt is!

Und dann den Berg hoch.

Er ruaft mi, auf dem Berg, Schloss Neuschwanstein! I muaß auffi! Auffi aufn Berg! Muaß eam unterkriagn! Da schau auffi, wia es dasteht das Schloss Neuschwanstein. Groß und mächtig, wann i eam unterkriag … groß und mächtig, schicksalsträchtig, um seine Türme jagen Nebelschwaden. Neuschwanstein, Neuschwanstein, Schicksalsschloss, du bist so groß und i nur a Zwerg! Mit voller Wucht, haut’s den Touri in die neue Schwanstein-Sucht, mit ganzer G’walt, haut’s den Touri rauf in den Wald. Auffi aufn Berg, wo Neuschwanstein thront, wo das Weltkulturerbe wohnt …

Wenn des Nachts dann süß das Mondlicht auf den Hügeln davor schläft, die Touristen – ärmer an Vermögen, reicher an Erfahrung und voller des Speicherplatzes an Bilder – sich in ihren Fahrzeugen von dannen machen, dann wird wieder am nächsten Morgen um sieben die Welt noch in Ordnung sein.

Bis die nächste zahlende Prozession der Menschen einsetzt. Zum Weltkulturerbe.

Bayerns Märchenschlösser sind jetzt UNESCO-Weltkulturerbe. Für den obersten bayrischen Märchenfan von Märchenschlössern wird ein Märchen wahr. »Ein starkes Zeichen für Bayerns Geschichte und kulturelle Strahlkraft!«, meint der so bedeutende, fränkische X-Influencer Markus Söder dazu.

Auffi! Auffi!

Besucht das Weltkulturerbe! Solange es noch steht!

Auffi aufn Berg!

Und wie die Ameisen werden die Menschen dort hin pilgern und in tiefster Ehrfurcht das bestaunen, was der so verrückte, bayrische, tiefgläubige Katholik Kini an hohen Gebäuden hinterlassen hat. Und ja, fast hat das ganze religiös, manichäische Züge.

Moment.

Wie die Ameisen?

Na ja, aber sicher das. Denn Ameisen sind Insekten.

Kneipengespräch: Duidu, duidu.

«Darf ich Ihnen in aller Form das DU anbieten?«
»Gerne. Verbrüderung?«
»Immer. Lass uns dazu ’nen internen Maskenball veranstalten.«
»The masked Sinner?«
»Ich dachte da eher so an Johann Strauß.«
»Die Fledermaus?«
»Sing es!«
»Brüderlein, Brüderlein und Schwesterlein wollen wir alle sein, ob Lump oder Schwein. Erst ein Bro-Kuss und dann ein Du, Du, Du.«
»Duidu. Duidu.«
»Wird uns öd und wir scheißen darum andere zu, …«
»Aber immer … per du.«
»Du bist kein Kulturbanause. Prost, du!«
»Ich kenne die „Fledermaus“. Stößcken, du.«
»Aber jetzt mal zu bierernsten Themen.«
»Zwesche Salzjebäck und Kölsch?«
»Wer bin ich? Ich beschreibe wen und du sagt, wer ich bin. Also, ich nutze in der Pandemie persönliche oder politische Netzwerke zur Abwicklung großer Maskengeschäfte.«
»Also über ein persönliches Netzwerk?«
»Hohe Summen an öffentliche Gelder werden bewegt und massive Kritik an Transparenz und Moral waren ein Resultat davon.«
»Okay, ich glaube, ich weiß, worauf du anspielst. Ich bin doch nicht von gestern. Ich kenn mich aus.«
»Die Affäre dazu resultiert jeweils in politische und gesellschaftliche Debatten über Integrität und Verantwortlichkeit im Umgang mit Krisengewinnen.»
»Krisengewinnler? Ich weiß es, ich weiß es!«
»Moment. Noch eine Zusatzinformation. Söder und die CSU-Führung betonten, dass die Maskendeals privatwirtschaftliche Geschäfte gewesen seien und keine politischen Mandatsträger direkt involviert waren.«
»Wie? Okay. CSU. Regional begrenzte Partei mit überregionaler Anspruch.«
»Söder sprach von einer „Wild-West-Mentalität“ auf dem Markt für Corona-Schutzkleidung und zeigte sich erbost über die Vorgänge, ohne jedoch die betroffene Person zu verurteilen. Weil Wild-West-Mentalität kennt Söder noch von den Cartwrights und aus Raumschiff Enterprise: erst schießen, dann fragen.«
»Jens Spahn sprach neulich auch von Wild-West-Situation in der Pandemie. Du sprichst also über Münsterländischen Filz und Jens Spahn, richtig?«
»Nein. Laut Söder ist der Fall wohl „hardcore politisch motiviert“.«
»Also nicht wie bei der durch den Boulevard und CDU/CSU hartnäckig nachverfolgten vermeintlichen Vetternwirtschaft damals beim Habeck?«
»Ich sprach über die Tochter des früheren CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler.«
»Tandler? War das nicht der Politiker, von dem mal gesagt wurde, er hätte einen geistigen Glücksspielautomaten, da wo andere ihr Hirn haben? Immer wenn man rechts den Arm am Glücksspielautomaten durchzog, rasselte es vorne?«
»Andrea Tandler. Verurteilt wegen Steuerhinterziehung bei ihren lukrativen Maskendeals mit der bayrischen Söder-Regierung. Die hatte über einen schweizerischen Softdrink-Lieferanten teure Masken an Bayern verkauft und dabei die Steuern nach dem Vorbild von Uli Hoeneß und Alfred Schuhbeck abgeführt. Jetzt sitzt sie.«
»Tja. Dumm gelaufen, wenn sie sitzt. Eindeutig Kavaliersdelikt. Familie Tandler ist politisch ja nicht nur in der CSU und in Bayern hoch angesehen. Mathematische Fehler können da schon mal passieren, wenn die Tochter eine Rechenschwäche bei hochvolumigen Deals hat. Muss man in Bayern nicht Mathe im Abitur haben?«
»Nicht unbedingt. Es reicht auch, passende Amigos zu haben.«
»Brüderlein, Brüderlein und Schwesterlein, erst ein Bro-Kuss und dann ein Du.«
»Lasst das traute Du uns schenken, für die Ewigkeit, immer so wie heut. Und dann ein Du, du, du.«
»Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist …«
»Du. Du. Du.«
»Duidu. Duidu«
»Lalalalala … .«

Wasser, Wasabi und Würstchen: So schmeckt der Sommer

Kaum ist es wieder sonnig und warm, kommen sie reihenweise: Einladungen zum Grillabend. Einladungen in bunt und kindlich bebildert, da sollte man nicht ‚Nein‚ sagen, wenn man sich nicht Feinde in der Zukunft aufbauen möchte. Und Feinde brauche ich nicht. Im Kleingedruckten fand ich auch gleich praktische Tipps, was der Gastgeber von seinen Gästen denn so zusätzlich noch mitgebracht haben wollte:

»Bring bitte Bier mit – muss nicht gekühlt sein. Ich hab da einen Trick!«, stand in der Einladung. Beim Grillabend wurde gleich demonstriert, welchen Trick er meinte: in einer Wanne im Garten ließ er kaltes Wasser ein, fügte sechs Säcke »Crushed Ice« und zwei Pakete Salz hinzu, legte die Flaschen rein und nach ein paar Minuten gab es kaltes Bier. Länger dauert allerdings dann die Erklärung, warum das so einfach geht. 15 Minuten Referat über Physik für jeden, der ein kaltes Bier haben wollte.

»Einen gut angemachten Salat wäre auch gut zum Mitbringen. Aber keinen Kartoffel- oder Nudelsalat, den macht meine Frau schon. Nach Uromas Rezept. Grillgut geht notfalls auch.« Nach Uromas Rezept? Okay. Wahrscheinlich handschriftlich überliefert, vermutlich mit Füller und Gefühl – nur eben ohne Mengenangaben. Leider seit drei Generationen ohne Verbesserungen. Praktisch bestand der eine Salat aus Kartoffeln in Salz-Öl-Essig-Gemisch und der andere aus einer nudeligen Matschepampe mit fast aufgetauten Erbsen – wahrscheinlich für den Extra-Biss.

Ich nahm mir von beiden etwas – nicht aus Hunger, sondern aus purer Selbstverteidigung. Nichts beschwichtigt einen Gastgeber mehr als ein voller Teller beim Gast. Auf den prüfenden Blick des Gastgebers gab ich etwas Positives von mir wie »Hmmm, unvergleichlich« oder »Noch nie so etwas gegessen wie diesen hier«. Man will ja nicht lügen.

Das Highlight waren die handgeschnitzten Pommes, natürlich aus der »Ninja«, dem Thermomix unter den Fritteusen. Das achtjährige Töchterchen hatte seinen ganzen Ehrgeiz in die geometrische Form einer jeden Pommes-Stange gelegt. Ich erblickte das Töchterchen in einer Ecke des Gartens. Dort hatte es eine eigene Frisierstation für ihre zahlreichen Spielzeugponys eingerichtet – inklusive Glitzerbürste, Räucherstäbchen und selbstgemachter Kräuter-Maske. Töchterchen erschien ärgerlich: Eines der Stoffponys weigerte sich, die hingehaltene Pommes zu verzehren.

Die Gastgeberin kam auf mich zu und reichte mir ein Schälchen „Wasabi-Mayo“. Früher hatte sie Kunst studiert, erzählte sie beiläufig, während sie die Mayo noch schnell mit einem Löffelchen umrührte. Heute betreibe sie ein Kochstudio, weil Ernährung ja so wichtig sei. Aber Dosenravioli fände sie in der Geschmacksvariante ‚extra pikant‘ auch ganz toll.

Ich kleckste mir zwei Löffelchen von der Wasabi-Mayo auf meine Pommes-Sticks.

»Vorsicht, ist richtig scharf!«, raunte sie mir zu. Es britzelte… nichts.

Auf dem Weg zur Toilette sah ich, wie der Gastgeber nachfüllte – direkt aus einer grünen Flasche. Neugierig inspizierte ich sie später. Inhaltsstoffe: Brandweinessig, Spinatpulver, 0,01 % Wasabi-Pulver. Also ein Drittel Wassertropfen echtes Wasabi auf 300 ml Majo. Und das nannte sich »Wasabi-Mayo«.

»Scharf, ne?«, grinst mich der Gastgeber an. »Ja, schmeckt… grün.« »Willste mehr?« »Sind die Würstchen schon fertig?«

Meine Gastgeber servierten nicht nur tolle handschriftlich überlieferte Uroma-Rezeptsalate oder auch Mayo mit 0,01 % Wasabi aus der Flasche, nein, sie wollten uns Grillgästen auch deren neuste Grill-Errungenschaft vorführen. Der letzte Schrei unter den Grill-Monstern im Garten. Ein Rolls-Royce-Phantom-Kühlergrill zum Grill umfunktioniert und eine abgesägte Motorhaube als Deckel. Deren Töchterchen stand bereits am Grill, ein frisiertes Pony in der einen Hand, eines meiner mitgebrachten Würstchen in der anderen und grinste wie ein Honigkuchenpferd über sein allererstes Würstchen. Der Gastgeber lächelte auch, zuerst sein Töchterchen und dann mich an, reichte mir eines meiner Würstchen auf einer Stoffserviette (»Handgenäht! Von unserer Reinemachefrau«) und ich biss hinein. Ins Würstchen, nicht in die Stoffserviette.

»Kühlt der beim Grillen, dein Kühlergrill?« »Wieso?« »Das Würstchen hier, das ich mitgebracht habe, ist ja noch schattig im Innern.« »Noch nicht durch? Normalerweise habe ich das immer im Gefühl, wenn Würstchen durch sind. Was hast du denn für Würstchen mitgebracht?« »Pferdewürstchen. Vom Wochenmarkt.«

Wie von der Tarantel gestochen schrie das achtjährige Töchterchen entsetzt: »Pferdewürstchen?«, schmiss ihr Würstchen reflexartig über den Zaun in Nachbars Garten, verbarg ihr frisiertes Pony unterm Shirt und steckte sich sofort den Finger in den Mund. Während sich neben mir auf dem Boden geräuschstark ein kindlicher See aus Matschepampe, Kartoffelsalat und Pferdewürstchen bildete, schaute mich der Gastgeber nur höchst böse an. Ich zuckte mit den Schultern.

Die Grill-Party musste ich verlassen. Pferdewürstchen gehen nun mal gar nicht, wurde mir unmissverständlich zu verstehen gegeben. Ich wäre total unsensibel und hätte zumindest mal an deren Töchterchen denken sollen. Nun, das hätte ich ja gerne gemacht, aber Pferdewürstchen im Prinzessin-Lillifee-Design gibt es leid noch nicht. Dabei hatte ich doch bereits eine Tafel Schokolade mit Milchfüllung und eine Tüte Schoko-Reiswaffeln dem Töchterchen mitgebracht. Oder wäre Bärchenwurst erheblich angebrachter gewesen?

Beim nächsten Mal bringe ich zu deren Pommes einfach mal Wein mit. Pommes an Wein. Aus echten Trauben. Also mindestens 0,01 %. Versprochen.

Die Drecksarbeit der Engel: Eine interessante Debatte

Als Schreiber von Blogartikeln ist es wichtig zu recherchieren und manchmal ist das nicht so einfach. Gestern Nacht hatte ich totales Glück. Auf dem Parkplatz des Walmarts im Münchner Norden ergab sich mir die goldene Gelegenheit zu profunden Recherchen.
In der weiten Leere des Parkplatzes sah ich zwei Gestalten: ein jüngerer sehr hip gekleideter Hopster und einen alten grauhaarigen Opa-Hipster im weißen Kittel. Und die bemühten sich verdächtig unauffällig um einen flachen Supersportwagen. In dessen Tank leerten sie mehrere blaue Dosen mit roten Bullen auf dem Etikett.
»Marty, nicht trinken! In den Tank damit!« »Doc, das ist nur zur Absicherung – falls er nicht mehr fliegt, fliege ich eben allein weiter.« »Jennifer hat dir das gesagt?« »Nein, Clara gab mir den Tipp.«
Bei den Namen »Jennifer« und »Clara« machte es bei mir KLICK-KLACK. Ich überriß kurz die Situation, sprintete zu denen rüber, schubste beide zur Seite, ergriff mir die restlichen Rote-Bullen-Blaudosen in dem schwarzen Karton, sprang in den DeLorean und ab ging die Luzi.

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Interview #1:
»Guten Morgen nach München. Ich sitze hier am ersten Tag meiner Reise mit dem Schöpfer dieser Welt Adonai JHWH und mit einem sehr, sehr schönen Blick auf den Kontinenten Afrika. Allerdings zu den aktuellen Geschehnissen könnte der Kontrast kaum schärfer sein und über diese möchte ich jetzt mit Adonai JHWH an diesem Heilig Abend sprechen. Guten Morgen! Ausweisung ist in den aktuellen Zeiten ein schwieriges Thema. Ist das nicht sehr verlockend, dass ihre Erzengel jetzt die Drecksarbeit machen gegen eine Familie, die für sehr viele in der Welt als einen wirklich großen Störfaktor angesehen waren.«
»Person Careca, ich bin Ihnen dankbar für den Begriff ‚Drecksarbeit’. Das ist die Drecksarbeit, die meine Erzengel machen für uns alle. Wir sind von dieser Familie auch betroffen. Diese Adam-und-Eva-Sippe hat Tod und Zerstörung über die Welt gebracht, mit Lügen, mit Mord und Totschlag auch bei deren Kindern. Das wäre ohne Adam und Eva nie möglich gewesen. Und um es klar zu sagen: meine Hände wasche ich in Unschuld von diesem Dreck ab.«

Interview #2:
»Guten Morgen nach München. Ich sitze hier am zweiten Tag meiner Reise mit dem Statthalter des Römischen Reiches, Herrn Pontius P. aus J., und mit einem sehr sehr schönen Blick auf den Steinbruch und den Felshügel Golgatha. Allerdings zu den aktuellen Geschehnissen könnte der Kontrast kaum schärfer sein und über dieses möchte ich jetzt mit dem Statthalter des Römischen Reiches, Herrn Pontius P. aus J., an diesem Karfreitag sprechen. Guten Morgen! Kreuzigungen durchzusetzen, ist in den aktuellen Zeiten ein schwieriges Thema. Ist das nicht sehr verlockend, dass ihre Legion jetzt die Drecksarbeit macht gegen den Führer einer Gruppierung, die für sehr viele in der Welt als einen wirklich großen Störfaktor angesehen waren.«
»Plebejer Careca, ich bin Ihnen dankbar für den Begriff ‚Drecksarbeit’. Das ist die Drecksarbeit, die meine Legion macht für uns alle. Wir sind von dieser Gruppierung auch betroffen. Diese sektiererische Gruppierung hat die Negierung von Tod und Zerstörung über die Welt gebracht, mit Lügen, mit angeblichen Wundern und pazifistisch verseuchten Reden auch aktuell hier vor Ort. Das wäre ohne jenen Sohn eines Zimmermanns und Führer jener Gruppierung nie möglich gewesen. Und Position zur Kreuzigung zu beziehen: meine Hände wasche ich in Unschuld von diesem Dreck ab.«

Interview #3:
»Guten Morgen nach München. Ich sitze hier am dritten Tag meiner Reise mit Leiter der Religionsabteilung ‚Christenheit‘, den Herrn Papst Innozenz III, und mit einem sehr, sehr schönen Blick auf den Vatikanischen Hügel mit seinen titanisch ausgeschmückten Religiotheken (Kirchen), wo sich immer Tausende Feierwütige bei Wein, Oblaten und Musik versammeln. Allerdings zu den aktuellen Geschehnissen könnte der Kontrast kaum schärfer sein und über dieses möchte ich jetzt mit dem Herrn Papst Innozenz III an diesem Christi-Himmelfahrt-Tag sprechen. Guten Morgen! Der gerade stattfindende Kinderkreuzzug ist in den aktuellen Zeiten in Hinblick auf Nächstenliebe ein schwieriges Thema. Ist das nicht sehr verlockend, dass ihr Kinderkreuzzug gegen Jerusalem jetzt die Drecksarbeit macht, für die christliche Nächstenliebe, gegen die Besatzer einer Stadt, die für sehr viele in der Welt als einen wirklich großen Störfaktor in Sachen Nächstenliebe angesehen waren.«
»Bruder in Jesus Careca, ich bin Ihnen dankbar für den Begriff ‚Drecksarbeit’. Das ist die Drecksarbeit, die die Kinder im Dienste der Nächstenliebe machen für uns alle. Wir sind von dieser Besatzern Jerusalems auch betroffen. Diese ungläubigen Ketzer haben Häresie und Blasphemie über die Welt gebracht, mit Raub, Mord und Totschlag auch bei deren Kindern. Das wäre ohne jene Raubmörder in Jerusalem nie möglich gewesen. Und da sollten wir unseren Kindern dankbar sein. Und jetzt reiche mir mal die Schale des Pontius Pilatus, um darin meine Hände in Unschuld von diesem Dreck dort abzuwaschen.«

Interview #4:
»Guten Morgen nach München. Ich sitze hier am vierten Tag meiner Reise, mit einem Kandesbunzler Fritze März und mit einem sehr, sehr schönen Blick auf den die letzten Internet-Meldungen. Allerdings zu den aktuellen Geschehnissen könnte der Kontrast kaum schärfer sein und über diese möchte ich jetzt mit dem Kandesbunzler an diesem Fronleichnam-Tag sprechen. Guten Morgen! Wasser predigen und Wein saufen ist in den aktuellen Zeiten ein schwieriges Thema. Ist das nicht sehr verlockend, dass Sie jetzt die Drecksarbeit machen, in ihrem privaten Weinkeller, Drecksarbeit, die für sehr viele in der Welt als einen wirklich großen Störfaktor angesehen waren.«
»Herr Careca, ich bin Ihnen dankbar für den Begriff ‚Drecksarbeit’. Das ist die Drecksarbeit, die ich jetzt selber mache für uns alle. Wir alle sind davon auch betroffen. Dieser Weinkeller droht zu verwässern, durch Wasserrohrbrüchen, Starkregen, übertretenden Flüssen und allen anderen Überflutungen, die meinen sauerländischen Weinkeller am ‚Schwarzen Felsen‘ bedrohen. Da muss ich trinkend gegen Schädigung der Weine vorbeugen. Und um es klar zu sagen: meine Hände wasche ich mit Wein in Unschuld von diesem Dreckwasser ab.«
»Herr Kandesbunzler, …«
»Und übrigens ist heute nicht Fronleichnam, Herr Careca. Da liegen Sie mal wieder völlig falsch. Heute ist Pfingsten, da spricht der Heilige Geist zu uns, insbesondere zu mir in meinem Weinkeller. Denn es heißt ‚in vino veritas‘. Und nicht ‚in aqua veritas‘, besonders nicht bei uns im Sauerland.«
»Ich hatte kein Latein in der Schule.«
»So. Mal Klartext für Sie Ungebildeten. Übersetzt heißt das, solange Wein saufen, bis die Wahrheit ausgekotzt werden muss, Sie Dummbeutel!«

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Als mein DeLorean stoppte und ich wieder vor dem unbeleuchteten Walmart stand, rissen mich so ein junger Schnösel und so ein alter Sack gemeinsam aus meinem DeLorean, schimpften unartikuliert, schubsten mich weg und machten sich dann mit dem DeLorean blitzsauber aus dem Staub.
Während ich noch verdattert auf die brennenden Autoreifenspuren starrte, kam ein anderer vierschrötiger Schnösel, stellte sich mir mit seiner rechten Faust in meinem Gesicht als ‚Biff‘ vor, nahm mir meine letzte Rote-Bullen-Blaudose ab, leerte sie in einem Zug, rannte los, den Autospuren hinterher, hob ab und flog dem DeLorean hinterher.

Enttäuscht saß ich allein auf dem riesigen Parkplatz, warmer Wind pfiff mir um die Ohren. Ich schaute betroffen, sah den Vorhang für mich zu und alle Fragen offen.
Wie gerne hätte ich heute noch paar bedeutenden Feldherren und Politikern nur wiederholt eben jene eine Frage gestellt …

Make Drecksarbeit great again.

Und vergebe unseren Gaslightern …

Was kostet die Welt?

Immer nur die Hälfte vom kalkuliertem Doppelten. Frei dem Motto: Lieber einmal zu viel als zweimal zu wenig. Somit lieber die doppelte Sicherheitsmarge. Und die bessere Hälfte davon behalten wir und die andere Hälfte präsentieren wir als Rabatt. Wobei Mercedes-Händler auf die Frage »Rabatt?« immer nur antworten: »Hauptstadt von Marokko« und nochmals 20 % Antwortzuschlag berechnen.

Das macht alles zwar keinen Sinn, nur so gehen viele scheinbar liebend gerne mit der Frage nach den Kosten der Welt um. Oder mit der Antwort meiner Mutter auf meine damalige Frage: »Mehr als deine Geburt«. Stimmt. Jene von mir und die Konsequenzen davon wurde von der Krankenkasse bezahlt. Dabei schreien doch heute so viele nach Selbstverantwortung und dass man selber für seine Kosten aufkommen solle …

Im Grunde lassen sich die Kosten der Welt nur schwer berechnen. Den letztendlich haben wir die Erde nur von unseren Vorfahren geerbt – oder wie die mosaischen Religionen so gerne behaupten – von Adam und Eva. Welche die Erde wiederum nur von irgend so einem Gott und dessen gefallenen Engel Luzifer bezogen haben.

Das klingt also so in etwa wie Münchner Privatpersonen mit Eigentumsbesitz in München. Geerbt, nicht erworben. Was kostet folglich die Welt? Einen Mietpreisspiegel plus Nebenkosten plus persönlichen Gusto-Aufschlag. Und diese erhöhen sich von Jahr zu Jahr. Schließlich steigen ja auch die eigenen SUV-Kosten und Urlaubskosten auf den Inseln Jahr für Jahr.

Work-Life-Balance at its best: Du zahlst, dass ich mein Leben als Eigentumsbesitzer deiner Mietwohnung in meiner Balance halte. Geld fällt schließlich nicht vom Himmel. Sondern aus den ausgebeutelten Taschen der Münchner Mieter. Und Mietpreisbremse ist ein gaaaaaaanz böses wokes Wort, welches ausgehebelt gehört, weil es den Eigentümer von seinen Gewinnerwartungen enteignet. Und Enteignung ist immer böse.

Äußert man dergleichen im Kreis der Münchner Immobilienbesitzer, dann ist die Standardantwort, dass man wohl möglich selber Schuld sei in München zu wohnen. Man müsse doch nicht in München wohnen. Der Umkreis wäre doch auch sehr schön. Und wahrscheinlich eh billiger.

Dass man im Speckgürtel Münchens nur Maden findet, aber keine billigeren Umstände, das zählt nicht. Denn es geht schon längst nicht mehr um Ursachen und deren Verursacher, sondern um Schuld und Sühne. Schuld ist, wer in München leben will. Der soll halt mit hohen Lebenshaltungskosten sühnen.

Schuld und Sühne. Diese moralischen Kategorien sind richtunggebend für die deutsche Fehlerkultur. Es müssen halt für Fehler immer andere herhalten. Schuld sind immer die anderen. Korrektur: Schuld sind immer wir anderen.

Ohne Fehler keinen Schuldigen, kein Scherbengericht, kein Scheiterhaufen. Ein Land in Tristesse wegen fehlender Schuldner. Und wer weiß, dass er alleinig Schuld trägt, weil er wahrlich Mist gebaut hat, der sagt bereits im Vorfeld „Wir werden einander viel verzeihen müssen„, um sich im Voraus die Absolution für seine Fehler abzuholen, ohne eine echte Ursachenanalyse zu ermöglichen. Denn? Richtig: Schuld sind immer wir anderen. Wir haben ihn moralisch zum Fehler genötigt. Somit kein Scherbengericht, kein Scheiterhaufen und Freispruch auf ganzer Linie. Dem Vergeben und Vergessen überantwortet.

Die Ursachen von Fehlern und somit deren Verursacher interessieren nicht. Es interessiert nur, wer in die Kategorie »Schuld und Sühne« eingeordnet werden kann. Nicht »Dichter und Denker« ist das Ideal, »Richter und Henker« ist in Deutschland viel packender (für Yellow- und Gossenklatschpresse und social media erst recht) und auch mehrheitsfähiger.

Dass X und Y sich getrennt haben, ist doch viel besser zum Tratschen, als sich bei den Fragen über Ursachen einer Trennung sachlich Gedanken zu machen. Warum? Dazu lässt sich vorzüglich – vorsätzlich zweckentfremdend – ein Innenminister Deutschlands von vor fast zehn Jahren rezitieren: »Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern.«

Eine allgemeine Verunsicherung macht sich nicht gut. Darum wird auch lieber über Schuldige gesprochen, denn das ist einfacher und besser emotional einzuordnen. Eine Gesellschaft, die auf den EQ (Emotional Quotient) als eindeutige und menschlich wichtige Schubladenkategorie schwört, von der kann man nichts anderes erwarten, dass sie dazu deren Stange hochhält, wo nicht erigierbares vorhanden ist.

So wie bereits während den Corona-Zeiten von diversen Pseudo-Durchblickern der verschiedenen Lager demonstriert. Oder wie in den heutigen Zeiten, mit einer populistisch magelhAFDen Argumentation gegen beispielsweise einen wie immer entarteten »Mainstream«. Oder in verschärfter Ausführung gegen Wissenschaft an sich. Die Unaufgeregtheit einer BILD-Zeitung bei der mutmaßlichen Vetternwirtschaft eines Jens Spahn ist ein Zeichen dafür, weil deren Fokusobjekt kein Habeck o.ä. ist, sondern jemand, der sich in jenem Sinne sehr gerne populistisch darstellt.

Was kostet die Welt? Nichts. Im Kofferraum hat es Ersatz. Und wenn nicht, dann langt uns das Motiv von »Schuld und Sühne«. Alle anderen wissenschaftliche Beweise werden mundtot gemacht. Beispielhaft dafür stehe Donald »Duck« Trump und weitere Konsorten in den USA, welche jene staatlich angeordnete Zensur (gerechtfertigt als »anti-woke«) frech als »freedom of speech« verkaufen, dabei geflissentlich vorsätzlich das Personalpronomen »our« unterm Tisch fallen lassen, damit es niemand merkt, auf wen sie sich beziehen. Schließlich könnte die Kenntnis davon zu Lasten dieser Konsorten (Oligarchen) fallen. Und dann könnte ja jemand auf die Frage »Was kostet die Welt« eine Antwort finden und etwas gegen jene unternehmen …

 Wea ko, dea ko

München feiert Geburtstag. 1.000 Jahre München!

Hm? Nicht? Stimmt nicht? Na ja. Fast beinahe 1.000 Jahre. Na gut, dann halt 900 Jahre München!

Wie? Stimmt auch nicht? Dazu fehlen noch immer 33 Jahre? 33 Jahre? Das ist ja eine Schnapszahl, da geben wir uns mal eine aus! Darauf eine Maß. Denn ’ne Schnapszahl, so was darf man schon feiern. Und weil es so schön ist, Stadtgeburtstage zu feiern, deswegen werden jetzt fleißig weiß-blaue Aufkleber verteilt.

Eigentlich sollten die Aufkleber mit »Ein Leben ohne Weißwurst wäre theoretisch möglich, aber sinnlos« bedruckt werden. Nur, nachdem ein berühmter fränkischer Foodblogger aus Bayern bereits die internationalen Markenrechte an dem Satz »Ein Leben ohne Bratwurst wäre theoretisch möglich, aber sinnlos« eintragen lassen will und die Verhandlungen mit einem gewissen Söder und einem Würstchen-Uli am Tegernsee zu jenem Bratwurstsatz bei einer Kabinettsitzung ins Leere verliefen, nur deswegen wurde ein anderer Text genommen

Somit werden in Kürze am Ballermann, auf den kanarischen Bierstraßen sowie den Lofoten, in der Schweiz und Österreich an jedem Laternenmast der Weisheit letzter Schluss kleben:

»Voll unfreundlich hier. Aber waren Sie schon mal in München?«

Gan unten auf dem Aufkleber, unterhalb des Slogans, kleingedruckt in 3.5er Schriftgröße, findet sich der Verweis auf die Herkunft: »Quelle: InterNations« (hier). Die Letztendbegründung für den Slogan.

Denn wisse: ohne Letztendbegründung geht in Bayern nun mal rein gar nichts. Weder in der Kirche, noch im Wirtszelt, noch im normalen Leben. Und daher manifestiert jetzt der fränkisch X-Foodblogger in seiner eigenen Letztendbegründung auch seinen Willen, Bayern mittels der Stadt München wieder erstarken zu lassen.

Klandestin hat er bereits vor den Augen aller seinen Dobrindt in die Bundespolitik eingeschleust und darauf gleich stolz verkündet, in Deutschland die Uhren um 10 Jahre zurückgedreht zu haben (Quelle: hier). Und keiner hat’s bemerkt, denn auch vor zehn Jahren war es bereits Fünf vor Zwölf. Wie dieses Uhrenzurückdrehen bei den Leuten hier ankommt, zeigt sich an München. Der Erfolg ist beim Volkssport Nummer 1 abzulesen: Leroy Sané verlässt München, Florian Wirtz zieht die Merseyside einem München vor und selbst die deutsche Fußballnationalmannschaft vermied es neulich, das Fußball-Finale der »UEFA National League 2025« in München spielen zu müssen. Sie verlor trickreich getarnt als zweiklassiges Team gegen Portugal.

Tja, und jetzt will jener fränkische X-Foodblogger die Olympiade wieder nach München holen. Wohl sein zukünftiges Lebenswerk. Heimlich druckt er wohl schon in seiner Garage neue Aufkleber. Die verteilt er sicherlich bald in jedem Wirtszelt, wo er seinen Mostrich an die armen Würstchen dort dazu gibt:

»Ein Leben ohne Olympia in München wäre theoretisch möglich, aber sinnlos.«

Dem geneigten Wirtszelt-Besucher wird’s egal sein. Hauptsache, zu saufen gibt’s, und eine Kirche mit Zwiebelturm steht in Sichtweite, um dem ganzen eine religiöse Dimension zu geben. Aber das wichtigste ist dann: mit ’ner Maß in der Hand ein Selfie zusammen mit dem fränkischen X-Foodblogger zu machen. Prost.

Make Bavaria great again!

Lebe wild und entbehrlich

(frei nach Paul Zech)

Ich bin so wild nach deiner Schlagzeile,
so süß, so rot – sie blinkt, sie schreit.
„EXKLUSIV!“ steht da – mein Herz zieht Kreise,
ich klick dich an, bin hell bereit.

Ich bin so heiß auf deinen Countdown,
drei, zwei, eins – und nichts passiert.
Werbebild und Pixelmief als Pausenclown
du warst so wild, dass es mich gefriert.

Ich bin so wild nach deinem Clickbait-Mund,
„Du glaubst nicht, was dann geschah!“
Ich scroll mich wund in deiner Gier,
und find doch nur ein Blablabla da.

Dein roter Punkt – ein Erdbeermund,
der mir verspricht: Jetzt wird es echt extrem!
Doch unter’m Hype liegt nur der Grund,
du brauchst mich für deine Klick-Armeen.

Ich bin so wild nach deinem nächsten Ton,
nach deiner Mail, die Großes bringt.
Doch jedes „Wow!“ ist längst gewohnt,
weil’s ohne Inhalt laut erklingt.

Push mich, Baby – kündig an! Wartest worauf?
Sei süßer als jegliche Gegenwart oder jed‘ Realität.
Ich will nur fühlen, will gehen in Flammen auf,
auch wenn, was du sagst, den Bach runtergeht.

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund,
ich schäm mich fast, dass man’s hier liest.
Ich geb‘ dir meine Energie und Aufmerksamkeit
Drum folgst du mir nie nimmer – in alle Ewigkeit.

Kannste dir nicht ausdenken …

In Zeiten, in denen der Körper seinen Menschen lahm legt, geht die Seele auf Wanderschaft. Kommt sie dann nicht zurück, dann ist der Mensch tot.

Würde man die zwei vorherigen Sätze als schönes Aperçu ansehen, dann stellt sich die Frage, warum es den Seelen in deren Menschenkörpern nicht gefällt. Millionen Seelen sind täglich auf Wanderschaft. Ja, gefällt denen der Körper nicht mehr, den sie von Geburt an erhalten haben? Wenn irgendwo mal wieder eine Rakete startet und zielgenau in Menschensiedlungen einschlägt, welchen Seelen freut es dann? Richtig, die Seelen der Aktienbesitzer der Waffenindustrie. Weil, dann wird die Rakete nachbestellt. Dividende schmückt den Erfolgreichen. Immer. Würde die Rakete allerdings einfach nur wie eine Silvesterrakete am Himmel verglühen …

Nein, die Argumentation ist jetzt auch nicht stimmig. Denn das macht der Elon Musk mit seinen Raketen schon eine ganze Weile. Mal lässt er sie von Greifarmen beim Landen in Empfang nehmen, mal lässt er sie einfach in Wasser klatschen, mal kurz vorher über menschenleeren Boden explodieren. Mit letzterem käme er schon eher in Richtung zufriedenen Menschen, die sich in der Rüstungsindustrie ihr Geld vermehren lassen.

Aber immer nur über menschenleeren Gegenden Abstürze fabrizieren? Wahrscheinlich war Donald Trump neulich bei einem weiteren Start der Musk-Raketen vor Ort und stieß mit Elon Musk mit einem Glas Champagner an, um eine neue Flüchtlingsstrategie zu kreieren. Warum die Stufen nicht dort sich selbst zerstören lassen, wo dann eventuell lediglich nur tragischer Kollateralschaden entstünde? Also, über Boat-People in deren überfüllten Nussschalen auf hoher See oder über Flüchtlingslagern an den Grenzen? Oder gar Flüchtlinge als Raketenfänger im Roggen?

Die eigentliche Frage ist doch, macht Waffenindustrie glücklich? Fragt man die Finanziere des Fußballvereins BVB Dortmund, dann ja. Werbung für »Rheinmetall« in einer Sportart, welche sich auf die Fahne geschrieben hat, die Welt zu vereinen und die Menschen zusammenzubringen. Andererseits, welche Sportart basiert auf »Angriff«, »Verteidigung«‚ »Abwehr« und »Schießen«? Wo gab es schon den Bomber der Nation, wo wurde bis zur letzten Minute bis zum Umfallen gekämpft, wo schießt der eine den anderen Spieler ab, wo schreien schon mal die Obersten ihren Untergebenen zu »Knallt die durch die Wand«, wo gibt es die Torjägerkanone und wo jubeln die Schlachtenbummler bei einem Schützenfest?

Warum dann nicht auch mal Rheinmetall ne Fahne für ne Werbung herüberreichen? Denn da, wo Fußball gespielt wird, soll es keine Kriege geben. Dieser Satz konnte bislang nie widerlegt werden. Selbst im Ersten Weltkrieg als zu Weihnachten an der Front bei Frelinghien (nordwestlich von Lille) wurde Fußball gespielt und es herrschte Weihnachtsfrieden. Das Trainingsgelände von Rheinmetall muss dort so gut beackert wie die Frontlinie von Frelinghien damals sein, wenn man die Tabellenposition mit der »Wir schaffen das«-mentalität der Kicker dort und den Gesichtern der Vorstände nach jedem Spiel abgleicht. Also, solange der BVB möglicherweise auf dem Werksgelände von Rheinmetall trainiert, kann nicht damit gerechnet werden, dass von Rheinmetall Krieg ausgehen wird.

Krieg wird aber dieser Welt nie ausgehen. Davon haben wir ja genug.

Das hört sich immer auch ein wenig an, wie der demokratische Grundsatz »Alle Macht geht vom Volke aus«. Und dann kamen gleich die ganzen »Sie haben mir ins Gesicht gefilmt«-Wutbürger, AFD’ler und andere ach-so-besorgte Bürger aus ihren inzwischen rauchfreien Stammkneipen hervor und fragten im Chor: »Aha! Die Macht geht also aus. Einfach so. Vom Volke aus. Ohne uns zu fragen. Ja, wohin geht sie denn? Bei uns ist sie jedenfalls nicht!« Und die BILD-Zeitung hat direkt ungefragt dementiert »Bei uns ist sie auch nicht! Schaut doch auf die ganzen Verkehrsblockiererlampen, also die Ampel. Immer auf rot, selbst wenn sie grün anzeigt.«

Während der Merz mit seiner Cessna über all die Ampeln hinwegflog und huldvoll mit seiner rechten Hand nach unten winkte – Schamlose meinten sogar, all seine Finger seinen beim Winken erschlafft, bis auf exakt dessen Mittelfinger – wurde bei Volkswagen der neuste Porsche auf die Spur gebracht. Und eben mit diesen geschah dann das, womit Lindner dann später einfach mal dessen off-road-Verhalten testete und von der vorbestimmten Route ausbrach. Scholz meinte dazu, das gehe mal gar nicht, so abseits der Straße und da könne der SUV-Junkie denn mal bleiben, wenn er eh nicht gerade auf Sylt urlaube. Lindner konterte darauf einfach nur, Scholz Reaktion sei Wahlkampfverhalten und das hätte seine forsche Porsche-Arbeitsgruppe in allen Szenarien belegbar für die ZEIT dokumentiert. Wo ist die Neuigkeit?

Richtig. Volkswagen und damit auch Porsche stecken in der fetten Krise. Und Schuld daran seien unisono die Nicht-Erdöl-fördernden Länder wie Deutschland, Deutschland und … habe ich noch ein Land vergessen? Ach ja, Deutschland. Einfach auf alternative Energien zu setzen. Auf Windenergie. Aber damit man aus Wind Energie gewinnen kann, setzt auch voraus, dass man den Wind überhaupt wahrnimmt. Bayerns Obersöder will den neuen Wind überhaupt nicht bemerkt haben. Darum pflastern Solarpaneele seinen Weg von Bierzelt zu Bierzelt. Solarpaneele machen nämlich keinen Wind. Nachher kommt noch jemand in Bayern vorbei und versucht zu beweisen, dass der zukünftige Wind global jetzt aus einer ganz anderen Richtung weht. Das mag der technikaffine Bayer, der zärtlich die Euter seiner Kühe auf versteckten Almen knetet, damit er mit aufrechtem Stecken psychisch gestärkt Straßen blockieren konnte, ohne damit als strafrechtlich belangbarer Verkehrsstörer (wie eben jene Klimakleber) identifiziert zu werden. Deshalb will auch der Obersöder, dass eben der Anführer der Bauernblockaden nun als Landwirtschaftsministerium der neuen Regierung einziehen muss.

Richtig gelesen. Der Bär wurde noch nicht erlegt, aber der Obersöder verteilt schon mal das Fell. Ganz demokratisch. Denn in der Problembär-Jagd kennt sich Bayern komplett aus. Bereits als das bayrische Ministerium unter Stoiber ein „beauftragtes Sicherheitsteam“ auf den damaligen Problembären Bruno angesetzt hatte, mit echten Männern, mit echtem zielgenauen Schießen, da war klar, in Bayern hat keiner die Angst, dass denen die Felle wegschwimmen, die die Landesregierung zuvor erlegt hat.

Okay, von wegen »nicht wegschwimmen«, mal so am Rande bemerkt: nachdem neulich eine Gegend zwischen Ingolstadt und Schrobenhausen durch Regenfälle Land-unter ging und alles Menschliche wegspülte, da war dem Obersöder gleich klar, warum die Katastrophe für die Anwohner so katastrophal und so tragisch war: Die Grünen hatten ja schon immer Ängste dahingehend gestreut, und statt mal die Bayern einfach sich von Gottes Urgewalten positiv überraschen zu lassen, haben die erstens Gott verneint und zweitens die potenziellen Urgewalten beschrieben. So wie damals Dante die Hölle. Ging schon damals nicht.

Aber Obersöder, der ewige Biertester und „Tu-wat“-Varta-Hase (- er nutzt dafür immer Keferloher Bierkrug mit Deckel, denn solche klappern immer so schön bayrisch fordernd -), hat vor den Wasserschöpfenden unter heiter bis wolkigem Himmel gleich mal die Bayernhymne zur Ermutigung gesungen:

»Gott mit dir, du Land der Bayern, deutsche Erde, Vaterland! Über deinen weiten Gauen ruhe seine Segenshand! Er behüte deine Fluren, schirme deiner Städte Bau und erhalte dir die Farben seines Himmels, weiß und blau!«

Danach ergriff er gleich eine neben seinem Bierseidel befindliche Essensgabel, um mitzuhelfen beim Wasserschöpfen vor seiner Reporterschar. Als dann allerdings jemand ganz zögerlich und vorsichtig etwas kleinlaut anmerkte: »Herr Doktor Ministerpräsident Söder, mit einer Gabel kommen Sie aber beim Wasserschöpfen nicht weit«, da soll der Obersöder wütend aufbrausend geschrien haben: »Dann bringen Sie mir doch ein Messer, Sie himmiherrgottsakramentzefixhallelujamilextamarschscheissglumpvarrecktsrotgrünversiffter Saupreis!« und mit einem kehligen Schrei warf er die Gabel zu Boden. Die Fotografen beschlossen darauf, doch lieber ein, zwei, drei bis vierkommafünf Katastrophenbilder mehr für deren Reserve zu schießen.

Nebenbei, Bully Herbig soll den Söderschen Schrei aufgenommen und wird ihn wohl in seinem nächsten Film als neusten Wilhelmsschrei verwenden. Wird wohl Kult. Sagt man. Also, meint man. Man weiß es halt nicht so genau.

Nebenbei, Wilhelmsschreie werden in Filme verwendet, um dem Zuschauer zu signalisieren, dass jemand frisch von den Lebenden zu den Toten befördert wurde. Also als Seele auf Wanderschaft ohne Heimkehr, dem ausklingenden Schall seines Wilhelmsschreis sehnsuchtsvoll nachfolgend. Ein schönes Bild. Aber leider nur nicht in KodakChrome.

Führt man sich jetzt noch den »Herr der Ringe«-Teil vor Augen, bei dem an die 840 Sterbenden über die Leinwand röcheln … also, 840-mal den Wilhelmsschrei immer bis zum Ende? Echt jetzt? Kannste dir nicht ausdenken …

Altersmilde …

»Traurig?«

»Ich bin nicht traurig.«

»Aber du siehst traurig aus.«

»Ich bin nicht traurig.«

»Du kannst dich ruhig bei mir erleichtern. Du musst nicht traurig sein.«

»Ich bin nicht traurig.«

»Ist klar, nicht jeder kann einen Emotionalquotienten von mindestens 85 haben. Sprich dich also ruhig aus. Ich werde dich verstehen.«

»Verstehen?«

»Ursache und Wirkung.«

»Schuld und Sühne?«

»Diese Beurteilung gehört zu einer Emotionalquotienteneinstufung immer mit dazu. Dem wirst du nie ausweichen können.«

»Immer? Gott sei Dank. Ich bin also noch in Deutschland. Okay. Ich erzähle, du beurteilst, wir henken.«

»Henken?«

»Hängen machen. Aufhängen.«

»Das machen wir nicht. Wir sind ja nicht mehr von Anno Dunnemals. Wir sind in 2024.«

»Aber, mal ehrlich, schlecht waren sie nicht, die alten Zeiten, oder?«

»Nun. Schlecht sind sie zumindest geworden, die heutigen Zeiten.«

»Stimmt. Schlecht für Reisigholz- und Zündholzverkäufer.«

»Wenn man bedenkt, dass das Zündholz erst im 19. Jahrhundert erfunden wurden, in einer Zeit, in der die Urwälder Europas größtenteils bereits vernichtet waren.«

»Womit wurden also dann in den dunklen Zeiten die hell-leuchtenden Scheiterhaufen entzündet?«

»Keine Ahnung. Erzähl’s mir.«

»Mit Fackeln, Wut und viel Hoffnung.«

»Unglaublich, dass du mit deiner Leidensmiene solche Kalauer bringst. Du wolltest etwas erzählen?«

»Ich bin alt. Furchtbar alt.«

»Und?«

»Jeder erwartet von mir jetzt Weisheit.«

»Und?«

»Ich habe derer nicht.«

»Tja. Selbst schuld. Und was machen wir jetzt?«

»Schuld und Sühne. Ein Kölsch bestellen?«

»Geh sterben!«

Nur zu Besuch, bei einem AfD-Wähler

Schalker Barock, war mein erster Gedanke, als ich den Couchtisch vor mir sah. Ein Nierentisch, wie ich ihn früher öfters sah. Nur Schalke lag weit weg, also musste es sich hier um Freiburger Barock handeln. Dieses niedrige Glastischchen stand mit bunter Vielfalt an Zeitschriften, Papieren und geöffneten und ungeöffneten Briefen bedeckt direkt vor der hellen Couch. Sie stand raumgreifend vor der breiten Wand, vielleicht vier, fünf Meter lang, mit der obligatorischen Menschen-Ablagefläche, die wie eine Zunge sich in den Raum rausstreckte und nur in einer Richtung wies. Und richtig, in der Richtung stand montiert auf einem Ständer ein Fernsehschirm an der Wand gestellt. Kein großer Fernseher, vielleicht ein 40-Zöller oder so. Dessen Kabel liefen auf die Couchzunge zu und verschwanden unter ihr. Wahrscheinlich befand sich die Steckdose hinter der Couch. Die Fernbedienung des Fernsehers konnte ich zwischen den Kissen auf der Couch ausmachen. Um sie herum lagen vielleicht anderthalb Dutzend Kissen herum. Zerknautscht, zerknuddelt oder zerdrückt von hohem Körpergewicht. Einige der hellen Kissen wiesen Flecken auf. Andenken an Kaffee, Tee oder anderen Malheuren.

Lediglich an den beiden Enden der Couch befanden sich jeweils zwei dunkle Kissen, ordentlich, aufrecht, drapiert mit dem berühmten deutschen Handkantenschlag, zwecks obligatorischen Kniff in deren Mitte. Diese vier Kissen erschienen wie straff organisierte wilhelminische Soldaten, Parade stehend und auf deren Einsatzbefehl wartend. Sie kannten wohl noch jene vergangene Zeit, als die Couch gesäubert und geordnet war. Es musste einige Zeit vergangen sein, denn ich glaubte, eine leichte Staubschicht auf denen zu erkennen.

Zwischen all den Zeitschriften und Papieren auf dem Couchtisch machte ich einen Teller mit Brotkrümeln aus. Daneben stand eine fast leergetrunkene Kaffeetasse mit einem Löffel drin. Der Rest Kaffee krustete am Boden und Rändern der Tasse und wartete auf den Abräumdienst des Hauses. Eine Zeitschrift lag umgedreht davor. Compact.

»Du liest Compact?«

»Man muss sich informieren.«

»Aber Compact …«

»Ich lese auch andere, nicht nur solche. Im Internet gibt es auch sehr interessante Magazine und Blogs, die wirklich lesenswert sind.«

»Aber …«

»Nur Mainstream-Medien lesen, echt jetzt, da verblödet man literally, das wollen die doch. Darum lese ich andere. Das heißt aber nicht, dass ich alles glaube, was ich lese. Klar, die machen ebenfalls deren Framing und Compact glaube ich auch nicht alles. Aber die schreiben tendenziell ehrlicher als die anderen, welche versuchen, mit deren Framing per Zeitung und Fernsehen ihre Ansichten in uns reinzupeitschen.«

»Das glaube ich nicht.«

»Das ist keine Sache des Glaubens, sondern des Wissens.«

»Du redest wie BILD-Zeitungsleser, die sagen, dass sie wüssten, dass BILD vorsätzlich belügt. Nur, der Sport-Teil sei super und zudem habe BILD den Finger am Puls der Zeit, was deren Überschriften doch klar beweisen würden, meinen die.«

»Dein Vergleich ist Quatsch!«

»Du liest BILD?«

»Natürlich nicht. Mainstream. Und nebenbei gesagt, der Sport-Teil von denen hat ja auch nachgelassen.«

»Aber dafür Compact, oder? Haben die auch einen Sport-Teil?«

»Also deine Ironie ist daneben, tatsächlich. Hast du mal ein Heft vom Elsässer gelesen?«

»Elsässer?«

»Ja. Ein kluger Kopf. Der wurde aber in der Pandemie zusammen mit Wodarg und anderen niedergemacht. Nur weil die nicht den Quatsch der Mainstream-Medien nachgeplappert hatten, sondern deren eigenen Kopf benutzt hatten. Und das konnte die nicht leiden und daher ihn und seinesgleichen permanent unsachlich ruf gemeuchelt.«

»Hm.«

»Die sprechen nun mal die unbequemen Wahrheiten aus, die andere nicht wahrhaben wollen. Und ich sag dir, es ist die Mehrheit in dieser Bevölkerung, die so denkt, nicht nur ich. Aber die da oben, wollen es nicht wahrhaben und ignorieren uns. Aber wir haben auch unsere Wege, die Realität zu erkennen und weiterzugeben.«

»Bist du sicher, dass es die Mehrheit ist? Anfang dieses Jahres gab es über Millionen, die auf die Straße gingen, um gegen solche irrigen Wahrheiten aufzustehen und zu demonstrieren.«

»Millionen? Weißt du, wie viel es hier hat? 83 Millionen. Damit erreichen deine Millionen vom Jahresanfang nicht mal die 5%-Hürde.«

»Die Millionen, die auf die Straße gingen, kannst du aber nicht vernachlässigen.«

»Eine Abstimmung mit den Füßen hat noch nie die Mehrheit repräsentiert. Du erinnerst dich doch auch noch daran, als wir beide in den 80ern gegen den NATO-Doppelbeschluss auf die Straße gingen. Erinnerst du dich noch an die Fünfhunderttausend 1982 auf der Rheinwiese in Bonn? Da dachten wir doch tatsächlich, wir wären literally die Mehrheit der Bevölkerung, der restlichen 60 Millionen. Nur leider haben Forscher mittlerweile eindeutig die Realität festgestellt, dass die Mehrheit der Bevölkerung für den NATO-Doppelbeschluss war, und jene Fünfhunderttausend 1982 auf der Rheinwiese in Bonn lediglich mehr Krach gemacht haben als die Mehrheit der 60 Millionen-Bevölkerung. Und dass die Pazifisten tatsächlich Träumer waren. Und heute ist es genau so, und nicht anders. Schau dir doch die Realität an und hör auf, Fantasiegebilden hinterherzulaufen.«

»Das war damals kein Fantasiegebilde.«

»Jajaja, ich weiß doch: you may say, I’m a dreamer, but I’m not the only one, I hope someday you’ll join us and the world will live as one. Altbekannte Leier der Pazifisten und Realitätsverweigerer.«

»Das war mehr als das. Es ging um die Zukunft.«

»Zukunft? Träumereien. Wir leben in der Realität und die ist das, was beispielsweise in Solingen letzter Woche passierte. Tote und Verletzte durch einen Messerstecher eines Asylanten aus Syrien.«

»Messerstecher kommen auch aus Deutschland.«

»Ironischerweise ist ja Solingen gerade wegen seiner Messerqualität weltweit bekannt geworden, nicht wahr? Solinger Qualität. Aber jene unschuldig gemesserten Opfer hätten alle vermieden werden können, wäre er konsequent ausgewiesen worden. Oder jene Messerstecher gar nicht erst hereingelassen.«

»Vergiß nicht, Solingen wurde auch bekannt durch Rechtsextremismus, als Rechtsextreme dort per Brandanschlag fünf Tote und erheblich mehr Verletzte hinterließen.«

»Du willst doch hier nicht das bisschen deutsche Rechtsextremismus mit den illegalen, marodierenden Asylanten hier in Deutschland vergleichen, oder? Solingen letzer Woche war kein Einzelfall. Messernde Islamisten als Asylanten verkleidet traten doch schon mehrfach in Aktion. Hätte der CIA nicht aufgepasst, hätte es letztens bei dem Taylor-Swift-Konzert in Wien ne Katastrophe mit Zehntausenden Toten gegeben.«

»Illegale, marodierende Asylanten? Was ist jetzt das für ein Framing? Compact? Oder AfD? Und, die verhafteten Verdächtigen waren Österreicher, keine Asylanten.«

»Das waren keine Bio-Österreicher, sondern islamistische Immigrationskinder. Und was soll das überhaupt mit deinem ‚Framing‘? Was ist das für ein Framing, das Wort ‚Rechtsextremismus‘ so inflationär mit Zeitschriften oder Parteien zu verwenden? Ich sage dir, was das ist: Mainstream-Gelaber, so wie dieser Gender-Mainstream-Quatsch, mit denen wir weichgespült werden sollen, nur weil so kleine Grüppchen hier im Lande deren Süppchen kochen und uns damit deren Willen aufzwingen wollen.«

»Und deswegen wählst du jetzt AfD?«

»Politik lebt vom Mitmachen. Nur Politikverdrossene gehen nicht wählen. Wenn die herkömmlichen Parteien sich der Realität versagen, dann müssen die damit leben, dass die niemand mehr wählt. Wir sind halt die Mehrheit, weil wir uns informieren und nicht indoktrinieren lassen.«

»Und du bist sicher, dass du nicht durch deine Nicht-Mainstream-Medien manipuliert wirst?«

»Es ist wie mit dem Immunsystem. Wenn du es nicht trainierst, wirst du anfällig für Krankheiten. Und Informationen sind das Training für eine gesunde Immunität des Verstandes. Wer sich nicht informiert, wird krank im Kopf.«

»Das Immunsystem kann man nicht trainieren, es funktioniert nicht wie ein Muskel. Immunität kann man nicht trainieren. Wer hat dir denn diesen Quatsch erzählt?«

»Versuch mal selber zu denken und stopfe nicht alles in dir rein, was dir vorgekaut wurde. Dann wirst du merken, wer hinter solchen Aussagen steckt. Zum Beispiel die pharmazeutische Industrie, damit alternative Behandlungsmethoden keine Chance haben, deren Profit zu gefährden. Das ist Fakt und funktioniert bei dir doch wunderbar, wie ich sehe. Du denkst nicht, sondern gibst zu denken. Trainiere mal selber zu denken und du wirst die Realität erkennen.«

Ein Reihenhaus. Ein stinknormales Reihenhaus mit kleinem Schottervorgarten. Er hatte es von seinem Vater geerbt. Zusammen mit dem Geld. Sein Leben erfuhr urplötzlich eine Wendung um 180 Grad. Eigentlich könnte man sagen, bis in seine Rente hinein hat er wohl ausgesorgt.

Ich schaute die Straße hinab. Parkverbotsschilder überall, nur Anwohner mit Parkerlaubnis dürfen parken.

Er hatte seine Biotonne an den Straßenrand geschoben. Köpfe verwelkter Lilien schauten heraus. Dicke Brummer nutzten die Lücke zwischen gelbem Deckel und brauner Tonne, um sich im Dunkeln der Tonne mit allem Nötigen an Stinkendem und Verwesendem zu versorgen.

Vor seiner Garage glänzte ein neuer Klein-SUV vor sich hin. Hochglanzpoliert. Was für ein Unterschied im Leben. Vor vierzig Jahren besaß er kein Auto und schwor darauf, nie eine dicke Karre fahren zu wollen. Und kein Leben im Freiburger Reihenhaus wie seine Eltern. So bieder und so konservativ. Damals war er noch reichlich unsesshaft unterwegs.

Zeiten ändern sich. Menschen auch.

Ich ging zur Bushaltestelle.

Kein Blick zurück.

Weisheit zur Weihnacht

„Wenn ein Kind geboren wird, kommt ein Engel und berührt sein Gesicht. Wissen Sie, warum?

Damit es die Wahrheit vergisst, die es im Augenblick der Geburt weiß. Würde das Kind die Wahrheit nicht vergessen, dann wäre sein späteres Leben unerträglich. So heißt es im Talmud.“

Dieser Satz stammt von der Grande Dame des deutschen Kabaretts Lore Lorentz.

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 6

[22.12.2018 10:11:21] „Hallo Careca, mit Interesse las ich deine Anzeige, dass auch du Weihnachten nicht allein feiern möchtest. Ist das noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Anette“

[22.12.2018 11:21:11] „Hallo Anette, kennen wir uns nicht schon? Bist du nicht die mit den vier lebensfrohen Katzen von vor fünf Tagen?“

[22.12.2018 11:23:23] „Na und? Darf ich nicht mal fragen? Musst du gleich so ausfallend werden?“

[22.12.2018 11:59:13] „Hallo Anette, wo bin ich denn ausfallend geworden? Gruß Careca“

[22.12.2018 12:13:59] „Careca, ich fand schon deine vorherigen Mails an mich unverschämt. Du scheinst mich wohl zu stalken. Dir ist doch wohl klar, dass dieses strafbar ist?“

[22.12.2018 12:59:59] „Anette, ich stalke nicht. Du hast mich angeschrieben! Gruß Careca“

[22.12.2018 15:12:04] „Jaja, das sagen alle. Aber ich habe es schwarz auf weiß in meinem E-Mail-Postfach. Du hattest mich letzten Sonntag als erster angeschrieben. Du bist doch dieser notgeile Über-50-Jährige, mit dem es keine Frau paar Dutzend Jahre aushält? Du hast es doch auf einsame Frauen abgesehen, um dann zu Weihnachten deren Notlage auszunutzen und diese zu belästigen!“

[22.12.2018 16:00:00] „Hallo? Ich belästige nicht! Auch dich nicht!“

[22.12.2018 16:12:22] „Aha, aber wieso schreibst du mir dauernd? Kein Wunder, dass dich deine Frau nach 30 Jahren verlassen hat, denn du bist unfähig, dich anderen Menschen anzupassen. Du gefällst dir als institutionalisierter antideutscher Bilderstürmer und hirnbefreiter Traditionsbrecher. Als Widersprecher der guten Meinung? Solche Leute wie du sind erheblich gefährlich!“

[22.12.2018 17:01:44] „Anette, jetzt übertreibst du aber! Wer sagt dir, dass ich mit einer Frau zusammen war? Ich bin weder notgeil, noch lass ich mich von dir beleidigen! Gruß Careca“

[22.12.2018 19:39:24] „Du hast doch angefangen! Wer hat mir denn unterstellt, ich wäre eine Couch-Kartoffel? Ist das etwa keine Beleidigung unter der Gürtellinie? Ich werde deine Mails an meinen Rechtsanwalt weiterleiten. Du wirst von ihm hören. Deine dumme präpotente Arroganz werde ich dir austreiben. Du wirst es dir noch gereuen, mir begegnet zu sein!“

[22.12.2018 20:15:45] „Na dann. Da bleibt mir nur noch dir eine Frohe friedliche Weihnacht zu wünschen, Anette, und rutsche gut. Habe die Ehre, Careca“

[22.12.2018 22:45:09] „Noch eine weitere, dieser beleidigenden und ehrabschneidenden Mails von Ihnen, Herr Careca, und ich zeige Sie umgehend wegen permanenten Stalkens an, nur damit Sie es wissen! Solche Leute wie Sie gehören mit der Scheißhausbürste ausgekehrt! ARSCHLOCH! Mit vorzüglicher Hochachtung, Anette“

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 5

[21.12.2018 06:01:17] „Hallo Kerstin und Gerd, mit Interesse las ich eure Anzeige, dass ihr Weihnachten nicht allein, sondern in einer größeren Gruppe feiern möchtet. Ist das noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Careca“

[21.12.2018 13:21:49] „Hallo Careca! Super! Du bist eingeladen! Wir freuen uns. Grüße Kerstin und Gerd“

[21.12.2018 14:41:14] „Hallo Kerstin und Gerd, das ist schön. Was habt ihr denn geplant?“

[21.12.2018 17:05:33] „Hey Careca, Kerstins Großeltern mussten dieses Jahr ins Altersheim, weshalb wir beide Weihnachten nicht bei Ihnen verbringen können. Und ihre Eltern verweilen gerade auf den Kanaren, also ist da auch nichts und wir sind allein. Wir beide würden uns sehr freuen, zusammen mit dir in einer Gruppe bei jemandem den Heiligen Abend verbringen zu können. Gedacht haben wir, zusammen zu kochen, Wein zu trinken und einen Filmabend bei Kerzenschein und Weihrauchduft zu machen. Bislang haben zwei Paare, eine Frau und ein Mann zugesagt. LG Kerstin und Gerd“

[21.12.2018 17:59:11] „Hallo Kerstin und Gerd, das hört sich vielversprechend an. Habt ihr schon genauere Pläne? Wo wird das ganze stattfinden?“

[21.12.2018 18:55:21] „Hey Careca, wir haben eine Liste aufgestellt, was so benötigt wird. Die anderen haben bereits einiges schon abgedeckt und können es mitbringen. Für dich wären dann noch folgende Punkte zum Auswählen: Weihnachtsbaum (geschmückt), Weihnachtsgans (Bio), Bordeaux-Wein (bitte keine Billigmarken, die schmecken nicht). Filme und DVD-Player stellen Kerstin und ich. Die anderen stellen Beilagen, Salate, Biosäfte, ausreichend selbstgebackenes Weihnachtsgebäck und Joints. Und: wir suchen noch einen Ort für die Weihnachtsfeier. Ich hoffe doch sehr, dass es bei dir gehen wird. LG Kerstin und Gerd“

[21.12.2018 21:12:16] „Hallo Kerstin und Gerd, ich habe gerade eine Einladung zu einem Weihnachtsfest von einer Freundin erhalten. Ich wünsche euch noch viel Erfolg für euer Fest. Careca“

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 4

[20.12.2018 07:31:52] „Hallo sehr geehrte Familie, mit Interesse las ich ihre Anzeige, dass Sie Weihnachten einem einsamen Menschen anbieten, mit Ihnen Weihnachten zu feiern. Ist die Anzeige noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Careca“

[20.12.2018 22:35:02] „Hallo Careca, das stimmt. Sie ist noch aktuell. Können Sie mehr zu sich schreiben? Aufgrund der Entwicklung in Deutschland der letzten Zeit müssen wir auf die Beantwortung der nachfolgenden Fragen bestehen: Wer sind Sie? Warum sind Sie einsam? Aus welchen Verhältnissen kommen Sie? Was machen Sie beruflich? Leben Sie zur Miete oder in einem Eigenheim? Welche Bekanntenkreise haben Sie und warum feiern diese keinen Weihnachten? Darüber hinaus: Können Sie sich auch bei der Bescherung am Heiligabend entsprechend beteiligen? Wir können Ihnen eine Wunschliste von meiner Frau, mir selber und unseren drei Kindern zuschicken, wenn Sie uns Ihren Wunsch für ein Geschenk (max. 30 Euro) übersenden. Darüber hinaus wäre eine Unkostenbeteiligung für das Festmahl inklusive Getränke von 50 Euro erforderlich. Mit freundlichen Grüßen Familie Bode“

[20.12.2018 23:54:32] „Sehr geehrte Familie Bode, es hat sich erledigt, ich habe gerade vorhin Verlobung auf Schloss Neuschwanstein gefeiert. Die Hochzeit wird am Freitag vor Heiligabend in der Münchner Frauenkirche stattfinden. Sehen Sie meine Anfrage als gegenstandslos an. MfG Careca (nach Diktat vereist, übrigens auch verreist)“

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 3

[19.12.2018 09:07:49] „Hallo, mit Interesse las Ihre Anzeige, dass Sie Leute suchen, die Weihnachten nicht allein feiern möchten und mit denen was unternehmen möchten. Ist das noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Careca“

[19.12.2018 09:07:59] „Sehr geehrter Interessent. Vielen Dank für Interesse. Wir sind ein international renommierte Vermittleragentur und haben uns darauf spezialisiert, gerade an Festtagen Menschen zusammenzubringen, die an solchen Tagen in ein schwarzes Loch der Einsamkeit zu fallen drohen. Wir kratzen an der Oberflächlichkeit, wie es kein Oberflächlicher dieser Welt bei seinem Bentley es zu wagen vermöge. Nach uns vorliegenden neuesten Statistiken steigt die Gefahr der Suizide wegen Einsamkeit unter deutschen Singles gerade an Festtagen wie Weihnachten, Silvester, Aschermittwoch, Karfreitag, Ostern und Allerheiligen überproportional. Wir haben uns als selbst erklärtes Ziel gesetzt, dieser Bedrohung etwas wirklich Handfestes entgegenzusetzen. Niemand soll sich an solchen Tagen unglücklich fühlen. Wir bringen Menschen zusammen und geben ihrem Leben wieder Lebensqualität und Lebensfreude. Wenn Sie uns heute noch per Direktüberweisung 50 Euro zur unentgeltlichen Verfügung stellen, erhalten Sie noch heute Zugriff auf eine Datenbank, in der Sie Gleichgesinnte in ganz Deutschland finden werden, die wie Sie darauf warten, mit Ihnen die kommenden Festtage sinnvoll zu verbringen. Lassen Sie sich nicht zu den Festtagen in ein Stimmungsloch fallen. Ihre Lebensfreude liegt uns am Herzen. Den Link zur Direktüberweisung finden Sie am Ende dieser Mail. Mit festtäglichen Grüßen Ihre Lebensfreude-Agentur“

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 2

[18.12.2018 14:30:21] „Hallo Detlev, mit Interesse las ich deine Anzeige, dass du Weihnachten nicht allein feiern möchtest. Ist das noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Careca“

[18.12.2018 19:25:19] „Hallo Careca, die Anzeige ist freilich noch aktuell. Aber ich suche keine Single-Männer, lol. Ich suche Single-Frauen oder Paare, die sich Weihnachten mit mir treffen wollen und wissen, was man dann zusammen so macht, lol. Mit Männern treffe ich mich übrigens nicht, steh ich nicht drauf, bin total nicht schwul, lol. MfG Detlev“