Wenn der Wind weht

“Ich kann heute nicht erkennen, dass unsere Kernkraftwerke nicht sicher sind, sonst müsste ich ja mit meinem Amtseid sie sofort abschalten,” sagte heute die Kanzlerin Angela Merkel.

Wie versprach sie noch den Bürgern am 6.9.2010, nachdem die Laufzeitverlängerung als mit dem absurden Begriff dieser als „Revolution in der Energieversorgung“ den Medien verkauft wurde:
„… dass die Unternehmen auch in den nächsten Jahren noch erhebliche Summen in die Sicherheit investieren müssen. Denn Sicherheit geht vor und wir haben heute schon die sichersten Kernkraftwerke der Welt.“

Die WDR-Sendung Monitor berichtete am 9.9.2010 unter dem Titel „Bundesregierung will Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke senken“ folgendes:
„Denn laut Bund-Länder-Liste müssen wichtige Nachrüstungen erst mittel- bis langfristig erfolgen. Beispiele: Die Vergrößerung der Flutbehälter, wichtig, für den Fall, dass das Kühlsystem des Reaktors ausfällt. Auf die lange Bank geschoben, ebenso die Trennung redundanter Sicherheitseinrichtungen. Also Systeme, die im Notfall unabhängig voneinander funktionieren sollen. Später vielleicht. Und auch der Austausch der Rohrleitungen. Laut Papier nicht so dringlich.“

Wie gut, dass die Flutbehälter nicht groß genug sind, dass Notsysteme offensichtlich voneinander abhängig sind und dass die Rohrleitungen auch nicht mehr dem aktuellen Standard entsprechen.

Wetten, dass Frau Merkel auch morgen mit ihrem Amtseid die AKWs nicht abschalten wird?
Denn an sich ist das ja nicht wichtig. Angesichts der sich materialisierten „worst case“-Szenarien im japanischen AKW „Fukushima-1“. Denn der Wind bläst ja momentan gen Pazifik.
Und alles ist gut …

… ob ich noch meine bereits geplante Dienstreise nach Japan antreten darf? …

Rauchzeichen

shot_1298441528734

Ein Tag im Blog

Wie erkennt man einen Terroristen?

Was man schon immer wissen wollte, aber nie zu fragen wagte.
Politiker wissen jetzt schon ganz genau, wie man Terroristen erkennen kann:

http://www.youtube.com/watch?v=mSaNMDLrd04 :

Also, Leute, im Winter nur in Badehose ungebräunt sich einem Bahnhof nähern, denn dann ist man unverdächtig …

Expedition afrikanischer Ethnologen: »Das Fest des Huhnes«

Durch die Kommentatorin Eugene Faust (hier) wurde ich auf eine sehr interessante 6-teilige Dokumentation aufmerksam gemacht.

»Das Fest des Huhnes«

Wichtig und informativ!
Anschauen!

Teil 1: http://www.youtube.com/watch?v=ieRaqYq_8FE
Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=xgUlOPL_VEc
Teil 3: http://www.youtube.com/watch?v=4goi6AARnHw
Teil 4: http://www.youtube.com/watch?v=JS4VlNHy7Ow
Teil 5: http://www.youtube.com/watch?v=e7fGWlHukt0
Teil 6: http://www.youtube.com/watch?v=XKkTxD7H2CU

Mein Dank für diesen Hinweis gilt Eugene Faust (http://eugenefaust.twoday.net)

Hautnah statt mittendrin?

Während die deutsche Fußballmannschaft gegen die Weltauswahl aus Aserbaidschan versucht, mit Toren einen gebührenden Abstand zu einer theoretisch machbaren Niederlage herzustellen, reicht es mir nicht.
Einfach nur dabei zu sein? Das reicht mir nicht.
Hautnah den deutschen Fußballern auf den Pelz rücken. Das isses.

Training ist vorbei. Die Spieler verlassen den Rasen, gleich geht’s zurück ins Hotel.

15 Minuten Halbzeitpause.
15 Minuten nachdenken, wie das zu schaffen sein könnte.
Was liegt näher als …

15 Minuten Rückfahrt, die Mannschaft ist zurück im Hotel. Gleich geht’s zum Abendessen.

… nein, doch nicht.
IM ARD … pardon, ich meine: … Im ARD läuft das Spiel zwar live. Kommentator und Co-Kommentator plaudern munter die Zeit der Halbzeitpause tot. Nur, das ist mir noch nicht hautnah genug.
Näher, oh näher zu dir, meine Mannschaft, will ich dir rücken!

Der Bus ist da, die Spieler auch. Philipp Lahm und Co. machen sich gerade warm.

Heureka!
Das isses!
Twitter!
Ich verfolge die Nationalmannschaft über Twitter!
„Näher dran“ gibt es gar nicht, wenn Podolski, Klose, Lahm und Badstuber abwechselnd mit Handy ihre Nachrichten ins WorldWide-SocialWeb abschicken.
Und wenn nicht unsere Stars, dann sicher der Niersbach in Vertretung der Mannschaft.

Die Mannschaften laufen ein. Gleich gehts los…

140 Zeichen Fußballlyrik.
Die Suche unter Twitter spukt mir als Twitter-Teilnehmer „DFB_Team“ aus.
Ich logge mich ein und lese …

Wiederanpfiff in Köln, die zweiten 45 Minuten laufen.

… und schließe die Twitter-Seite wieder.
Soviel spannende DFB-Hochlyrik ist mir zu tiefsinnig.
Das 4:0 fällt und ich lese die letzte Twitter-Prosa vom DFB.

Die Diagnose bei Mertesacker: Platzwunde unter dem linken Auge. Vorsichtshalber wird er zum Röntgen ins Krankenhaus gefahren.

Der ARD-Kommentator plaudert weiter wie ein Duracell-Häschen auf AC/DC in sein Mikrofon.
Hm.
Meine Entscheidung für die zweite Halbzeit ist gefallen:
Lieber ARD-Fußball statt DFB-Twitter.
Lieber mittendrin statt hautnah.

Quelle der Twitter-Zitate: hier

Klaus Peter Schreiner

Er war und ist der Mann der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“, welcher Texte für die verschiedenen Hausensemble der „Lach und Schieß“ von den 50er ab bis in die Gegenwart hinein schrieb und auch noch schreibt. Bis 1998 wirkte er „lediglich“ als Autor der Hausensemble mit. 1999 trat er dann selber mit dem „Lach und Schieß“-Hausensemble auf der Bühne auf. Inzwischen hat er sein eigenes Solo-Programm, in der er u.a.a. die alten (aber nicht minder aktuellen) Texte seines Kabarettlebens präsentiert.
Er ist der unumstrittene Grandseigneur des politischen Kabaretts Deutschlands. Der Mann der leisen Zwischentöne. Ein Meister des feinen sprachlichen Floretts im politischen Kabarett.
Mit Dieter Hildebrandt hat er nicht nur die Vergangenheit als Autor der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“ gemein, sondern auch das hohe Alter. Klaus Peter Schreiner ist 80, Dieter Hildebrandt 82. Und beide stehen noch aktiv auf der Bühne der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“ mit ihren politischen Kabarett-Solo-Programmen.

À la bonne heure!

Klaus_Peter_Schreiner

Klaus Peter Schreiners Internetseite: hier

Wenn Glück zu Unglück wird …

Ein Autogewinn hört sich immer gut an. Jeder würde gerne gewinnen. Doch es gibt Menschen, denen wird ein Autogewinn zum Fluch. So geschehen bei einer Hartz-IV-Empfängerin aus Stolberg bei Aachen. Als die glückliche Gewinnerin der ARGE Stolberg ihren Gewinn meldete, wurde sie gleich zur unglücklichen Verliererin. Die ARGE strich ihr für ein Jahr die Zuschüsse, da der Autogewinn ihr als Einnahme verrechnet wurde. Als Folge davon konnte sie bereits ihre Miete nicht mehr zahlen. Klar, sie solle ihr Auto verkaufen, so die ARGE und von dem Geld leben. Andererseits ist die schwerbehinderte Gewinnerin auf ein Auto angewiesen, um einen Job zu bekommen. Ihr bleibt keine Freude an dem Gewinn. Die Gesetzeslage kennt dort kein „Gönnen“, und die ARGE nur Paragrafen.
Der gesamte Artikel findet sich hier:
http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/THEMA_DES_TAGES_REGIONAL/7432750.php

HOPRECHT: Bei uns nicht! Bei uns in Deutschland, da is ’n fester Boden drunter, da is kein hohler Raum dazwischen, da kann nichts passieren! Anderswo vielleicht, wo det Jebälke faul is – da vielleicht! Sagen wa mal Russland zum Beispiel, da habense die Bestechlichkeit der Behörden, habense da – und denn die Muschiks, det sind nämlich Analphabeten, die wissen noch nich mal wie se heissen – und die Lasterhaftigkeit der höheren Kreise, und dann die Studentinnen, un det ganze schlechte Beispiel! Da kann was passieren, Willem, da is Bruch! Verstehste?! Bei uns is alles jesund, von unten auf – und was jesund is, det is auch richtig, Willem! Det is auf Fels jebaut!

VOIGT: So? Und woher kommt denn det Unrecht? Kommt det janz von selbst?

HOPRECHT: Bei uns gibt’s kein Unrecht! Wenigstens nich von oben runter! Bei uns geht Recht und Ordnung über alles, das weiss jeder Deutsche! […] Ick sag dir zum letztenmal: reinfügen musste dich! Nich mängeln gegen! Und wenn’s dich zerrädert – denn musste det Maul halten, denn jehörste doch noch zu, denn biste ’n Opfer! Und det is ’n Opfer wert!! Mehr kann ich nich sagen, Mensch! Haste denn keine innere Stimme, Willem? Wo sitzt denn bei dir det Pflichtgefühl?!

VOIGT: Vorhin – aufn Friedhof – wie de Brockn aufn Sach runterjekullert sind – da hab ick’s jehört – da war se janz laut, war se –

HOPRECHT: Wer? Was haste jehört?

VOIGT: De innere Stimme.[…]

aus „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer

Umarmungen frei für Jedermann – Free Hugs

Sich von wildfremde Menschen umarmen lassen?
Einfach so, ohne Grund?

Vielleicht sogar noch per Zettel darum bitten?
So einfach.
Warum?
Warum nicht?

Umarmungen frei für Jedermann.
„Free Hugs“ hatte er auf seinem Zettel geschrieben. Mitten auf dem Münchener Marienplatz zwischen den fotografierenden Touristen. Einfach so.

Und er wurde von wildfremden Menschen umarmt.
So einfach. Einfach so.
Geschadet hat es ihm nicht.

Musiktitel „Arrival“ von Sonic Mystery (http://www.myspace.com/sonicmystery).

http://www.youtube.com/watch?v=YxAn-LaIsjM