Catch me, if you can … (1)

Zeitung aufgeschlagen. Klagen über den Preis je Barrel Öl gelesen. Weinende Autofahrer an meiner Tanke an der Ecke gesehen.
Von den Erdölfunden vor den Küsten Brasiliens gelesen.
Plan steht. Niemand ist eingeweiht. Werde gen Brasilien und nach Erdöl bohren.
Will auch mal im weißen Kaftan zwischen eigenem Bugatti Veyron, Lamborghini Gallardo, Ferrari 599 GTB Fiorano und Bentley Arnage vor irgendwelchen verkommenen Favelas mit hübschen Ghetto-Frau wie ein Gangsta-Räpper dann posieren können.
Koffer gepackt, Weinmesser eingesteckt und Reisepass mit neuem fälschungssicherem Drucker verlängert.
Brasilien, ich komme.

Klimaversündiger "Dicke"

Na also! Jetzt ist es auch in der Presse! Dicke haben einen Anteil an der schlechten Klimabilanz:
Sie essen zuviel, sie schwitzen zuviel, sie furzen zuviel, sie verbrauchen zuviel Energie, sie sind schlichtweg einfach zuviel.
Das Weltklima kann sie als massive CO2-Produzenten nicht verkraften!
Und wo hab ich’s gelesen?
Na, hier! Bei der Netzeitung, die immer mehr gen Boulevard schlingert.

Wobei, mir fällt da eine Szene ein, die ich in Brasilien miterlebt hatte:
In der südbrasilianischen Küstenstadt Balneário Camboriú, ein Mekka der argentinischen Strandtouristen:
Ein Mercedes Straßenkreuzer kommt angerauscht und hält vor einem Restaurant, einer Churrascaria, einer Art „All-meat-you-can-eat“-Restaurant. Die Tür des Wagens öffnet sich und ein unheimlich fettleibiger Mensch quillt heraus. Ein Restaurant-Page übernimmt den dann lässig zugeworfenen Fahrzeugschlüssel und die Masse Mensch wogt gen Eingangstür. Und als der Mercedes mit dem Pagen weg fuhr, merkte ich, der Wagen war ja gar nicht tiefer gelegt.
„Das ist der Besitzer der Churrascaria“, raunte mir mein Begleiter zu.
Der Koloss verschwand ohne Probleme durch die Tür in sein Restaurant. Rechtzeitig zum Abendessen.
Ich wette, wenn jener Mensch flog, dann buchte der gleich immer drei Sitze nebeneinander …

Alles klar.
Dick-sein ist klimaschädigend. Bei der saumäßigen Umweltbilanz, die solche dickleibigen Menschen vorweisen können.

Aber es gibt ja auch den staatlich legitimierten Ablasshandel in Sachen Klima. Die einen Länder kaufen den anderen CO2-Emissionsscheine ab und dürfen dafür mehr CO2 rauspusten.

Und so machen wir es auch bei fettleibigkeit. Wenn wir hier zu dick werden, dann sterben halt woanders ein paar Menschen mehr an Hunger.
Somit passt’s schon wieder in der Öko-Bilanz.
Man sieht, Dicke können nun wirklich nicht für das schlechte Klima haftbar gemacht werden.

Selbst Caesar wollte schon als Staatsmann Dicke um sich haben. Sie kamen, die Dicken. Und wer starb dafür? Eben. Der Hungerhaken Caesar und danach auch er, sein nicht minder Magermodell Sohn Brutus. Die waren zu dünn. Das hatte die Natur passend nun mal so eingerichtet.

Da brauch also niemand über Dicke als „Klimaverschandler“ aufregen, solange wir hier nicht noch paar Verhungernde in der sogenannten Dritten Welt in petto haben.
Wir lassen uns doch unseren Hunger nicht vermiesen!
Auch nicht von der Netzeitung mit ihren Boulevard-Artikeln.

Mahlzeit.

Wenn der Fernseher nur noch "Das Erste" spielt …

Hm.
Mist.
Den ganzen Tag gesucht und dann hab ich es gerade unter der Tastatur meines PCs gefunden. Der Flieger ist jetzt wohl weg.
Flucht misslungen.
Werde mir heute abend doch wieder Aachener Karneval „Wider den tierischen Ernst“ anschauen.
Scheiße, seitdem der Fernseher nur noch „Das Erste“ reinkriegt und ich meine Bücher seit gestern abend ausgelesen hatte …
Das Leben ist sooooo ungerecht …
Ticket

Seiten einer wertvoll klingenden Münze: Heirat und Scheidung

Irgendwie lief mir wieder eine Geschichte über den Weg, dass eine Frau einen Mann ausgenommen hat, indem sie ihn heiratete. Die Frau soll eine Frau aus einem anderen Land sein. Ein exotisches Land. Eines mit nicht viel Geld. Und die Bewohnerinnen dieses Land seien typisch für solche Heiraten mit der Absicht auf Scheidung, um damit gut Asche zu machen.

Dazu fiel mir eine andere Geschichte ein, die ich vor nicht allzu langer Zeit gehört hatte.

Er (Ingenieur) lebte mit ihr (arbeitslos) fünf Jahren unverheiratet zusammen. Im sechsten Jahr heirateten sie.
Zwei weitere Jahre stellten beide fest, dass sie zusammen lebten, aber das da sonst nichts mehr war.
Er bat um Scheidung.
Sie lehnte ab.
Er insistierte bei ihr deswegen. Es kam zu den ersten heftigen Streitereien.
Sie wollte um keinen Preis in die Scheidung einwilligen. Fehlende Liebe sei für sie kein grund zur Scheidung. Man könne auch gut miteinander leben, wenn man nebeneinander her lebt.
Er versuchte es auf einer anderen Weise. Er kündigte er den Mietvertrag der gemeinsamen Wohnung fristgerecht (drei Monate im voraus). Sie reagierte darauf in keiner Weise.
Er besorgte sich in der Zwischenzeit eine neue Wohnung und legte ihr ebenfalls ein großzügiges akzeptables Wohnangebot vor. Sie reagierte immer noch nicht.
Er zog aus und in seine neue Wohnung ein. Danach fuhr er für vierzehn Tage in Urlaub und hoffte, dass sie dann wohl aus der alten ausgezogen sein dürfte.
14 Tage vor Ende des alten Mietvertrages (nach dem Ende seines Urlaubs) musste er feststellen, dass sie weiterhin in der Wohnung lebte und keine Anstalten machte auszuziehen.
Seine Panik wuchs. Denn die alte Wohnung war inzwischen schon weitervermietet worden und wie es ausschaute, würde es zu einem Clash zwischen seiner Frau, dem Vermieter und der nachfolgenden Mietpartei kommen. Ein Clash drohte, dessen Leittragender als Vormieter er sein würde.
Zudem fand er ein Anschreiben eines Rechtsanwaltes vor, indem sie für 150.000 Euro plus Unterhaltskosten in eine Scheidung einwilligen würde. Zudem wollte sie alle während der Ehe gemeinschaftlich erwirtschaftetetn Güter haben.
Grund: Sie müsse auch noch ihre Mutter weiter versorgen, sei aufgrund der Beziehung arbeitslos geblieben und wäre somit mittellos. Er hätte einen gesicherten Job bis zur Rente und deshalb müsse sie für ihre Zukunft sorgen.
Er ging ebenfalls sofort mit der Forderung zu einem eigenen Rechtsanwalt.
Mit seiner Frau einigte er sich über die Rechtsanwälte vier Tage vor Ende des Mietvertrages auf eine Abstandszahlung von 50.000 Euro und sie dürfte ihre eigenen Sachen und bestimmte vereinbarte Dinge aus der alten Wohnung mitnehmen. Die Unterhaltsforderungen waren damit abgegolten. Und sie würde damit in einer sofortigen Scheidung einwilligen.
Er nahm sofort einen mühsam ausgehandelten Kredit wegen jenen 50.000 Euro Abstandszahlung (Ablösesumme, Freistellsumme, oder wie man das so nennt) auf.
Als er dann zwei Tage wieder in seiner alten Wohnung auftauchte, fand er diese komplett ausgeräumt vor. Sie hatte alles mitgenommen. Ein Freund meinte dazu nur:
„Sei froh, dann müssen wir nicht soviel schleppen.“

Zumindest konnte er die Wohnung besenrein übergeben. Im nachhinein fand er es sogar positiv, dass sie sich alles unter dem Nagel gerissen hatte, denn so erinnerte in seiner neuen Wohnung nichts mehr an diese Zeit.

Auf meine Frage, ob er jemals wieder heiraten würde nach diesen grauenhaften Erlebnis, kam offen und ohne Umschweife ein spontanes:
„Aber immer wieder!“

Er ist übrigens Deutscher. Sie ist Deutsche.

Was ich damit sagen will:
Das Problem sind nicht die Frauen, sondern eine deutsche Gesetzgebung, die die Männer aufgrund deren Heirat immer benachteiligt. Wer als Mann heiratet, geht immer ein erhöhtes Risiko nachher ein, sich dumm und dämlich zu bezahlen.

Bei dem letzen Spiel Deutschland-Brasilien kam ich mit einer Brasilianerin ins Gespräch, die mir offen sagte, dass die deutschen Männer dumm seien, sich von dem Staate so ein Gesetz verordnen zu lassen.
Und wenn sie es akzeptieren würden, dann seien sie überhaupt dumm, wenn sie dann noch heiraten würden. Sie meinte ganz frech zu mir: „Wenn wir Frauen wollen, habt ihr deutschen Männer hier keine Chance. Wir können sogar nachher bis zur Hälfte von eurem Verdienst bekommen. Wir brauchen euch nur zu heiraten.“

Die deutsche Frau aus der Geschichte oben war da wesentlich intelligenter und wurde mit erheblich mehr Geld belohnt als viele Frauen aus deutsch-internationalen Beziehungen. Deutsche Frauen sind wesentlich gewiefter, wenn es darum geht, die deutsche Rechtsprechung der Scheidungsgesetze zu verstehen und gewinnbringend anzuwenden!
Die deutschen Scheidungsgesetze sind die Rache der Frauen an den Männern für deren allgemein berufliche Diskriminierung (Lohn, Stellung, etc.).

Warum also heiraten?

Entweder man tut es oder lässt es generell bleiben …

Wir sind …

… Frauen-Fußball-WM …

Ja, super.

Deutschland darf 2011 die Frauen-Fußball-WM ausrichten.

Das wird eine harte Zeit. Immer wenn „Verbotene Liebe“, „Marienhof“ oder sonstige Telenovelas laufen, werden die Frauen sicherlich vehement und diktatorisch die Fernbedienung an sich reißen und auf Fußball umschalten.

Statt den Diskussionen über andere Themen wie „Kindererziehung“, „Kochrezepte“ und der Freund der Freundin des Freundes und dessen Ar*** werden die Frauen sicher nur über Abseits, Stürmern und Elfmetern reden.

Unerträglich wird die Zeit hier werden.
Kann da jemand uns Männer überhaupt verstehen?

Viel wichtiger als 2011 finde ich das Jahr 2014!

Da findet die Weltmeisterschaft der männlichen Balltreter in Brasilien statt. Dann lässt es sich unter Männern wieder vorzüglich über Abseits, Stürmern und Elfmetern reden.

Und über brasilianische Frauen im Allgemeinen und Speziellen sowieso.

Denn man merke:
In Brasilien gibt es bekanntermaßen nur Nutten und Fußballer …

Lufttaxi Fortaleza

Beim Rumstöbern im Internet nach Fluglinien, welche brasilianische Flughäfen anfliegen, fand ich eine interessante Taxi-Linie:
Die Táxi Aéreo Fortaleza, oder kurz TAF abgekürzt.
Richtig heißt sie TAF Linhas Aéreas S/A und besitzt auch eine Homepage.
Sie fliegt aber nur Regional innerhalb Brasiliens, am liebsten die nordöstlichen Rennstrecken Brasiliens:
Fortaleza, São Luis, Belém, Manus, Salvador, Recife etc..
Insgesamt 16 Flughäfen will sie dieses Jahr im Portfolio nachweisen können (2006: 9 Flughäfen). Und transportiern will die TAF im Jahr 2007 an die 434000 Passagiere (2006: 142.000 Passagiere).
Die TAF verfügt offenbar auch über diverse Fliegzeugtypen. Vorzugsweise Kleinstfliegzeuge wie Learjet C 24 D (6 Passagiere) oder Caravan C 208 (9 Passagiere). Für den kleinen Zwischenhandeltransport (no drugs, please!) gibt es auch ein „Eichhörnchen“ der Firma Eurocopter: den Esquilo.
Und wenn man sich so die Generation der Flugzeuge anschaut, so sind es sicherlich nicht die neusten Fliegzeuge, die die TAF besitzt. Dafür war sie aber im Jahr 2006 pünktlicher und flugausfallsicherer als die VARIG (knapp an einer Pleite vorbei geflogen), die TAM oder GOL.

Wieso schreib ich das?

Die TAF besitzt nämlich auch noch drei Fliegzeuge der Marke Boeing 737 für ca. 115 Passagiere.
Aber auch das ist nicht wirklich interessant.

Interessant finde ich dabei eher, dass ich entdeckte, dass die TAF über einen Frachtflieger der Marke Boeing 737-230 C mit der Seriennummer 20254-230 verfügt.
Genau dieses Flugzeug hatte vor 30 Jahren als Passagierflugzeug eine historische Rolle gespielt hat. Bei der Boeing 737-230 C mit der Seriennummer 20254-230 handelt sich um die „Landshut„, welche 1977 im Zuge der Schleyer-Entführung in Mogadischu von der GSG9 befreit wurde.
Auf diesen Fakt stieß ich über Wikipedia, als ich mich über die TAF informieren wollte.
Allerdings wird es wohl den Wikipediaeintrag nicht mehr allzu lange geben. Er wurde bereits zur Löschung vorgeschlagen.
Argument: „kaum relevant“.
So wird auch diese interessante Historie wohl bald in den Bits und Bytes des Internetnirvanas verschwinden.
Also anschauen, solange es den Beitrag noch gibt:
Die TAF bei Wikipedia

Rio de Janeiro: Jeden Tag eine neue Ansicht

(c) Ivo Korytowski


Aufgrund meiner Artikel zum Weltwunder in Rio de Janeiro hat mir Ivo Korytowski den Link zu seinem Blog geschickt.
Jeden Tag hat er ein neues Foto aus Rio de Janeiro dort drin. Sein Blog steht jetzt bei mir Sage-Feedreader.
Seinem Blog einen Besuch abzustatten lohnt sich.

Ergänzung zu: Die harte Realität unterhalb eines Weltwunders

Was hältst Du von der Theorie, dass dieser wahnsinnige Drogenkrieg seine Geschäftsgrundlage verliert, wenn die USA ihre Drogenpolitik liberalisieren würde?

Diese Frage kam von Prinz Rupi auf mein vorheriges Post.
Die eigentliche Frage ist freilich. Haben die Vereinigten Staaten maßgeblichen Einfluss auf den durch die Drogenmafia hervorgerufenen Bürgerkrieg?

Viele Theorien habe ich bislang dazu gehört. Und jedes Mal spielte die USA nur eine untergeordnete Rolle. Eine Theorie hat mich dabei schon am meisten überzeugt, weil sie in die Historie Brasiliens passt:

Wie alle Länder Südamerika, so erlebte auch Brasilien die Zeiten der Militärdiktatur, welche durch den „Kalten Krieg“ der Supermächte USA-UDSSR bedingt wurden. Die USA betrachtete Südamerika als seinen Hinterhof und so war den Amerikaner jegliche Regierungsform okay, wenn deren Prämisse die Ablehnung der UDSSR und Kubas darstellten.

Maßgeblich hatte die USA ihre CIA-Finger im Spiel, als die Regierung Allende in Chile gestürzt wurde und die Diktatur unter Pinochet ihre Gegner in das Fußballstadion von Santiago de Chile zusammen trieb, bevor die Gefangenen mißhandelt oder gleich erschossen wurden.

Ebenfalls in Argentinien putschten sich die Militärs an der Macht und marodierten in ihrem eigenen Land von 1976 bis nach der Niederlage im Krieg um die Ilhas Malvinas 1983. Wie in Chile verschwanden Menschen spurlos. Die „Madres de Plaza de Mayo“ wurden für ihren Kampf um Aufklärung des Verschwindens ihrer Söhne über Buenos Aires und Argentinien hinaus weltweit bekannt. Inzwischen weiß man bereits, dass dieses Verschwinden durch Hubschrauberflüge über den Atlantik erreicht wurde …

In Paraguay herrschte der deutschstämmige Diktator Alfredo Stroessner von 1954 bis 1989. Bekannt wurden die paraguayanischen Militärs, weil sie die Folter der Nazis „verbessert“ hatten und dafür in ganz Südamerika als berater gesucht waren.

Uruguay hatte von 1973 bis 1985 eine Militärdikatatur.

Und auch Brasilien hatte seine Militärdiktatoren von 1969 bis 1985.

Alle Dikaturen legitimierten sich mit dem Anspruch linksextremen, pro-sowjetischen bzw. pro-kubaischen Strömungen zu bekämpfen. Dieser „Kampf“ wurde auf brutalster Weise auf dem Rücken der Zivilbevölkerung durchgeführt.

In Brasilien war die Dktatur nicht „so“ blutig wie in Chile unter Pinochet oder in Argentinien unter Jorge Rafael Videla (seit März 2004 läuft gegen ihn das deutsche Auslieferungsbegehren wegen Ermordung deutscher Staatsbürger).
Aber Brasilien hatte auch ihre Opfer, welche einfach verschwanden. Berühmt berüchtigt hierfür war die Zeit unter dem Militär Emílio Garrastazu Médici von 1969-1974. Die darauf folgende Dikaturzeiten unter Ernesto Beckmann Geisel bis 1979 und João Baptista de Oliveira Figueiredo bis 1985 waren schon ein wenig gemäßigter.

Jedoch war den Militärs Brasiliens eines immer gemein. Für sie gab es keine Unterscheidung zwischen politischen Gefangenen und normalen Strafgefangenen. Zwischen beide wurde gefängniszellenmäßig nicht unterschieden. Die Militärs erhofften sich durch die normalen Strafgefangenen weitere Informationen über politische Hintermänner der politischen Gefangenen zu erhalten.

Hector Babenco hat diesen Sachverhalt in seinem Film „Der Kuß der Spinnenfrau“ (nach dem Roman von Manoel Puig) 1985 nachgezeichnet.

Als 1985 die brasilianischen Militärs ihre Macht abgaben und die Diktatur durch die demokratische Wahl Trancedo Neves beendet wurde, erhielten viele politische Strafgefangene und auch normale Strafgefangene die Freiheit.
In den Gefängnissen hatte nun die normalen Strafgefangenen nicht nur ihre Strafen verbüßt und die Polititschen bespitzelt sondern auch gelernt, dass die Strukturen der „Politischen“ ebenfalls hilfreich für den Aufbau eigener Strukturen sein würden. Und die „Normalen“ haben dann die Logistik der Politischen in ihren Favelas aufgebaut, um dort ihre Macht zu etablieren.

War anfangs der Drogenhandel (insbesondere Kokain) ein Geschäft, welches nur mit den sehr Reichen gemacht wurde, so erkannten die Drogenhändler das Potential, wenn sie die Basis der Drogenkonsumenten verbreitern würden. Somit wurden Drogen auch für die breite Masse konsumierbarer, da die Drogen billiger wurden. War die Drogenmafia am Anfang noch ein „gemächlicher“ Haufen, der im übrigen auch mit den Militärs zusammen arbeitete, so brachte die Verbreiterung des Geschäftes eine verstärkte Brutalisierung des Drogenmarktes und hierachische Straffung der Drogenmafia mit sich. Gab es am Anfang noch relative Patenverhältnisse mit Clans, so gibt es in der heutigen Zeit nur noch Bandenstrukturen, wo derjenige überlebt, wer am schnellsten mit seiner Waffe reagiert. Und mitten drin sitzen die Militärs und wollen aufgrund ihrer schlechten Bezahlung ebenfalls mit verdienen.

Als vor einem Jahr eine Bande in Rio Waffen aus einem Militärcamp geklaut haben sollte, rückte das Militär aus und belagerte die mutmaßliche Favela der Bande. Es ging dabei nicht drum, den Drogenbaronen habhaft zu werden, sondern die Waffen zurück zu erhalten. Sie erhielten die Waffen zurück und zogen wieder ab. Interessant war dabei ein wenig später, dass Ermittler heraus fanden, dass Offiziere die Waffen an die Drogenbarone der Favela verkauft und damit ein gutes Geschäft gemacht hatten. Ironischerweise „beklagten“ sich die Drogenbarone also nicht zu „unrecht“, dass die Belagerung unrecht sei, weil eben alles völlig „legal“ beim Kauf der Waffen abgelaufen sei.

Die Verquickung der Militärs Brasiliens (insbesondere von Rio de Janeiro) und der Drogenbarone ist nur auf ein Ziel ausgerichtet: Maximalen Profit. Dafür gehen beide Seiten über Leichen (auch unschuldigen).

Der Drogenhandel in den letzten 20 Jahren hat sich erheblich gewandelt. Es ist wesentlich mehr Geld mit den Drogen zu erzielen. Zugleich hat sich die Schere zwischen den Armen und Reichen weiter geöffnet und die Karriere als Traficante (Drogenkurier) ist lukrativer als ein normaler Job geworden. Allerdings ist die Lebenserwartung als Traficante auch nicht sehr hoch. Das wissen diese und somit produzieren sie all ihre Lebenshoffung auf die Waffen, die sie dabei haben.
Waffen sind einfach cool und Statussymbol. Wer die bessere Waffen vorweisen kann, kriegt mehr Frauen ab (kein Klischee!), hat mehr gesellschaftliches Prestige in seiner Umgebung, lebt dafür aber wohl möglich nicht mehr so lange, weil er bei einem Fehler entweder von der Militärpolizei oder anderen Bandenmitgliedern erschossen wird.

Das, was in Rio de Janeiro immer wieder in Berichten oder auch dem beeindruckendem Film „Cidade de Deus“ („City of Gott“) gezeigt wird, ist nicht nur in Rio ein Fakt. Sao Paulo oder Fortalezza oder Salvador de Bahia leiden unter dem gleichen Krebsgeschwür.
Nur fällt es bei Rio de Janeiro erheblich stärker auf, da die Stadt von Touristen lebt und eben weil sie so schön gelegen ist. Rio erscheint wie Himmel und Hölle in einer geografischen Landschaft vereint.

Will man den in Rio herrschenden Bürgerkrieg beenden, so muss man zweifelsohne auch innerhalb des Militärs und derer Militärpolizei brutal reinen Tisch machen und entsprechende aus ihren Positionen entfernen. Solange dieses nicht geschieht, solange werden die Militärs ihre Brut weiter aufziehen, die sie nachher bekämpfen wird. Und das alles zum einzigen Zwecke, um weiter mit Drogen Geld verdienen zu können. Um die Macht der Drogenbarone zu brechen, muss zuerst das Militär gesäubert werden. Ohne diese Säuberung kann der Teufelskreis nicht durchbrochen werden.
Es geht hier ja inzwischen nicht nur um solche Dinge wie Kokain, es geht inzwischen ja um wesentlich brutalere Sachen wie Crack oder chemische Drogen, welche nicht mehr auf Feldern gezüchtet werden, sondern aus Labors kommen.

Aber der Kreislauf wird nicht durchbrochen. Und so geht aber weiterhin der Krieg und das Sterben dort weiter.

Und das völlig unabhängig davon, ob die USA drogenliberal wird oder die Prohibition erneut ausruft.

Leider.

P.S.:
Wie ich bereits oben erwähnte, handelt es sich hierbei bezüglich der Entstehung der Drogenmafia um eine Theorie, warum sie so wurde, wie sie jetzt so ist. Diese Theorie muß nicht stimmen. Ich habe sie aber inzwischen mehrfach gehört. Sollte sie absoluter Quatsch sein, so bitte ich im Kommentarbereich um entsprechende Stellungnahme mit entsprechender Richtigstellung.
Besten Dank.

Die harte Realität unterhalb eines Weltwunders

Wie ich hier bereits schrieb, wurden letztes Wochenende sieben neue Weltwunder ausgerufen. Eines davon war der „Christo Redentor“ in Rio de Janeiro.

Im Kommentar-Bereich meines „Weltwunder“-Posts hatte ich bereits geschrieben, welche Bedeutungen die Statue in Rio hat:
Christo_Redentor

„Man sagt, wenn man in die ausgebreiteten Arme Jesu sieht, dann ist man auf der sicheren Seite. Sieht man seinen Rücken, sollte man schleunigst wieder zusehen, auf die sichere Seite zu kommen. In der Zwischenzeit haben sich die favelas und die Armutsviertel auch vor dem Christo entwickelt. Aber im Grunde ist er noch der einzige, der trotz dem was unter ihm so abgeht, milde auf die Stadt schaut.
Eine andere Weissagung behauptet, wenn ein Arm von Christo abbricht, wird Rio in den Fluten des Meeres versinken.

Ob es Spökenkikereiei ist oder einfach nur fatalistisch zugespitzt bedeutet, dass es zur Klimaerwärmung kommt und niemand mehr Geld aufbringt, wichtige Arbeiten zur Restaurierung des Christo in der Zukunft durchzuführen, das kann jeder für sich selber entscheiden.“

Insbesondere das mit der Vorder- und der Rück-Seite und mit der Kriminalität ist so eine Sache.

Das Konzert „Live-Earth“ vom letzten Wochenende wurde in Rio zuerst abgesagt, weil die Stadt nicht für die Sicherheit der Konzertbesucher garantieren wollte. Letztendlich wurde es am Strand der Copacabana für die Besucher (als einzigstes Konzert der „Live-Earth-Reihe ohne Eintrittsgelder) durchgeführt. Es geschah nicht mehr und auch nicht weniger als zuvor.

Dieses „nicht mehr und auch nicht weniger“ ist ambivalent zu sehen. Denn was in Rio schon Standard ist, dass lässt die Christus-Statue als „Weltwunder“-Reisetipp zur Nebensächlichkeit werden. In Rio herrscht im Grunde ein Bürgerkrieg zwischen den Drogenbanden (insbesondere dem „Comando Vermelho“) und der Polizei.
Ein Krieg der mit brutaler Gnadenlosigkeit geführt wird. Die Anzahl der unschuldig Getöteten durch Querschläger und Schußwechsel über deren Köpfe hinweg ist schon unübersehbar hoch pro Tag.

Was geht ab in Rio?
Anbei eine Dokumentation über die Zustände einer riesigen Metropole, die dann gar nicht mehr so sehr an ein „Weltwunder“ erinnert sondern eher an ein Bürgerkriegssumpf unter tropischen Palmen …

Die weiteren Teile und auch andere Dokumentationen finden sich hier.

Christo Redentor in Rio: Eines der neuen 7 Weltwunder!

Ich habe es vorhin gerade beim Brasilblogger in einem Post von ihm gelesen:
In Lissabon wurden gestern bei einer Galaveranstaltung im “Stadion des Lichts” folgende neuen 7 Weltwunder bekanntgegeben.

Taj Mahal Mausoleum (Indien)
Kolosseum in Rom (Italien)
Chichén Itzá Pyramide (Mexiko)
Machu Picchu (Peru)
Ruinen von Petra (Jordanien)
Chinesische Mauer (China)
Cristo Redentor (Brasilien)

Dass der Christo aus Rio de Janeiro dabei ebenfalls als Weltwunder aufgenommen wurde, freut mich richtig stark. Es ist eine beeindruckende Figur mit Charisma. Ohne Christo Redentor wäre Rio de Janeiro nicht Rio de Janeiro.
Zumindestens ist einer sehr deutlich in jener Stadt zu sehen, der mit wunderbarer Geduld auf die wunderbare Stadt blicken kann, trotz der brutalen Scheiße die dort tagtäglich geschieht …

Ein Bild von meiner letzten Begegnung mit ihm vor knapp 18 Monaten.
Christo_Redentor

Ertappt … Teil 2 zum politischen Blogkarneval

Mein 2. Beitrag zum

Meine Frau fand mehrere Überweisungen von mir im Wohnzimmer. Vom so genannten Wanderlandwirt (einem Geh-Bauer) des „Publikumsauto“-Herstellers.
Waren Überweisungen zu der Zeit, als ich in Brasilien dienstreiste. 40.000 Euros. Hörte von meiner Frau gemeine Verdächtigungen.
Habe sofort alles per Anwalt bei ihr dementiert. Jedoch Quittung von Andriana Barros im Schlafzimmer vergessen. Bösen Anruf von ihr erhalten. Auch von ihrem Scheidungsanwalt. Habe meiner Frau 39.200 Euro Scheidungskosten zugezahlt.
In beliebter Gastronomie im Industriegebiet ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Uhl getroffen. Erzählte mir unter Tränen eine Geschichte von Richtern, Meineiden, Gebauer, Adriana Barros, Liebesdiensten und 39.200 Euro. Eine Runde zusammen mit ihm geheult. Hat gut getan. Danach mit Entschlossenheit gemeinsam bei Adrianna Barros angerufen und zwei Mädels fürs Separé bestellt. …

Bilderrätsel

In einer Großstadt wurde auf einer Strasse musiziert. Freilich wurde auch die Samba an einer Bühne zelebriert.
Hier seht ihr ein Bild davon.
Meine Preisfrage nun:
Von den Musikanten der getrommelten Samba auf dem Bild, wo verbirgt sich der Brasilianer oder die Brasilianerin?
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Zu schwer?
Dann das nächste Bild. Mal andersherum gefragt:
Wo verbirgt sich der Deutsche auf dem Foto?
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Tja, das sind schon eindeutig brasilianisch-deutsche Verhältnisse. Die Deutschen trommeln die Erfahrungen aus ihren Trommel-Workshop und die Brasilianer machen das, was man gemeinhin so annimmt, was die so machen: Hübsch ausschauen und Caipis mixen …

Was Schüler in Brasilien so antworten, wenn ihnen der Tag zu lang wird (2)

Drohung

Die Frage betrifft die Einordnung der obigen mathematischen Gleichung in deren mathematischen Grundzusammenhang.

Übersetzung der Antworten unter dem Gesicht:

„Sie haben sich eine Ruhepause verdient. Los, korrigieren Sie die nächste Klausur.“
„Danke! Im nächsten Semester werde ich deine Klausur wieder korrigieren.“

Was Schüler in Brasilien so antworten, wenn ihnen der Tag zu lang wird …

Fundstück aus einem brasilianischem Schülerheft:

Übersetzung:
„5) Welches ist die grundlegende Funktion des Skeletts?“
„Antwort: Das Schloss von Greyscow einzunehmen!!!“

[aus Brasilien] Haben Männer Angst vor Spinnen, wenn sie Sex haben wollen?

Was haben Spinnen mit Sex zu tun?
Nun, etwa so viel wie Viagra mit Sex.

Wenn zweimal über das gleiche geredet wird, muss es nicht um das gleiche gehen, oder?

Doch hierbei schon.
Denn es geht um natürliches Viagra.
Und um eine langanhaltende Erektion!

Also den neuen „Spiderman III“ im Kino anschauen?
Mitnichten.

Es geht hier um Spinnen, besser gesagt um eine brasilianischer Spinnenart.
Der brasilianischen Wanderspinne.
Trivialer auch „Kammspinne“ gerufen.
Oder wissenschaftlicher auch: „Phoneutria nigriventer“
Sie gehört zu den drei giftigsten Spinnenarten der Welt.
Soweit der Nachteil.

Und wer davon gebissen wird, …

In brasilianischen Notaufnahmen kann das Notaufnahmepersonal bei Männern den Biss der Phoneutria nigriventer sehr leicht diagnostizieren.
Opfer haben nicht nur überall Schmerzen und einen steigenden Blutdruck.
Soweit noch die zwei, drei Nachteile.

Nein, denn jetzt der entscheidende Vorteil:
die Opfer dieser Spinne haben auch eine unangenehme, aber gewaltige Erektion ! … ?? … !!!

Wissenschaftler in Georgia-USA haben das Gift der Spinne extrahiert, einige Peptide entnommen und dann Ratten injiziert.
Die Ratten bekamen prompt eine Erektion. Mittels Mini-Elektroden konnten die wissbegierigen Schaftler einen erhöhten Druck im Penis der Ratten feststellen. Und dann staunten sie noch zusätzlich, dass dieser erhöhte Druck anhielt, also dass die Erektion anhielt. So wie im Prinzip Viagra, Cialis und auch Levtra wirken.

Nun arbeiten die Forscher an einem Raffinieren der Wirkstoffe.

Ich denke, dass wird dann so aussehen, dass die Frau dem impotenten Mann mit einem Säckchen voller Spinnen zuwinkt, ihn provokativ lasziv zuruft
„Willste poppen?“

Tja, liebe Männer, wer hat Angst vor Spinnen?

Schließlich kommen statistisch gesehen auf 2320 Bisse nur ein Toter.
Das heißt, rein statistisch gesehen kann die Frau somit mit einem Mann 2320 Mal voll Spaß im Bett haben, bis sie einen neuen Mann braucht.

Und wenn man(n) es genau nimmt, kann der eine Tote auch eine Frau sein, und somit ist es für Männer absolut ungefährlich.

Also für Männer heißt es dann wieder einmal:

No risc, no fun.

gefunden (Quelle): hier