Auf 3SAT laufen inzwischen Konzertmitschnitte. U.a.a. kommen noch The Boss, Ricky Martin, Robbie Williams, Simply Red, Pink Floyed, U2, Coldplay, The Black Eyed Peas und dann noch um 22:00 Uhr
das legendäre Maracana-Konzert von Tina Turner „Live in Rio ’88“
Da tanz ich doch ein drauf.
Passend zum 1. Mai.
Unten links wird die Animation gestartet.
Lautsprecher einschalten nicht vergessen!
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Schlagwort-Archive: brasilien
Sprachlos
Ein kleiner Bummel durch die Innenstadt.
Naja, eher war es ein schneller Schritt in einer Parallelstraße der Fußgängerzone, um schneller von A nach B zu gelangen und nicht Passanten-Slalom zu betreiben.
Ich kam an einem Schaufenster vorbei. Das gehörte zu einem vierstöckigen Jeansgeschäft.
Damals.
Heute nicht mehr.
Und hinter diesem Schaufenster hatte ein neuer Surf-Shop aufgemacht.
Aber was mich erheblich stutzen ließ, war die Schaufensterdekoration. Drin standen völlig leere Guaraná-Dosen aus Brasilien!
Ich also nix wie rein und dem ersten, der mir sein freundliches „Kann ich Dir weiterhelfen?“ entgegen schleuderte, dem stellte ich gleich die Frage:
„Wo habt Ihr denn die Guaraná her?!? Wo gibt’s die zu kaufen?“
Es stellte sich heraus, dass der Laden erst seit Donnerstag geöffnet hatte und als Eröffnungsgeschenke originale Guaraná aus Brasilien der Marke ANTARTICA geordert hatten. An der Wand stand die meterhohe Palette mit dem Getränk.
Ich habe mir gleich vier Dosen schenken lassen.
Montag schicke ich wen anders dort vorbei, um mir weitere organisieren zu lassen.
Guaraná von ANTARTICA ist die Champagnerlimonade in Brasilien schlechthin. Andere Marken bringen es nicht. Selbst die von Coca-Cola 1997 extra in Brasilien aufgebaute Marke KUAT Guaraná.
KUAT kommt aus der Tupi-guarani-Sprache der Ureinwohner Brasiliens und heißt „Zwillingsbruder des Mondes“) bleibt geschmacklich auf der Strecke gegenüber Guaraná von ANTARTICA und hat auch nicht so viel Popularität.
Sodele.
Genug geschwafelt.
Jetzt kommt ein Foto meiner Beute.
Für alle die es kennen und mögen, kann ich jetzt nur noch eines sagen:
Super hat’s geschmeckt.
Dafür lass ich jedes Kölsch stehen!
Die Lunge wird zum Skelett der Erde …
Besuchen Sie die Erde, solang es sie so schön noch gibt …
Eine 4000 Jahre alte Siedlung in der USA muss umgesiedelt werden.
Kostenpunkt 200 Millionen Dollar.
Der Grund? Wasser, was da kommt.
Nein, in der USA wird kein Dorf wegen eines Staudammprojekts umgesiedelt. Der Grund ist der Klimawandel. Das kleine Dorf in Alaska muss aufs Festland umgesiedelt werden, weil das Meer immer höher steigt. Das Dorf heißt Shishmaref und wird als Beleg der schon vor 20 Jahren Prophezeiung des Klimawandels angesehen.
Nicht nur die Stürme in Mitteleuropa werden immer häufiger.
Steigen die weltweiten Temperaturen um drei bis vier Grad ist damit zu rechnen, dass beispielsweise der riesige Fluss des Amazonas und all seine Nebenflüsse vertrocknen. Die Verdunstungsrate wird dort höher werden als die Niederschlagsrate. Der größte Regenwald der Welt benötigt dann keine zweibeinigen Brandroder mehr, um als Wald zu verschwinden. Der Regenwald wird dann aufgrund des klimatischen Umschwungs versteppen. Die sauerstoffproduzierenden Lunge dieser Welt wird gnadenlos absterben und mit ihr eine Beschleunigung im CO2-Aufbau herbei führen.
Heute im Fernsehen gab es eine Dokumentation über die größten Wasserfälle dieser Welt, den grandiosen Wasserfällen Iguaçu.
Ein von den Guaraní-Indianer abstammender Bewohner der Gegend sprach die Einstellung der Guaraní zur Natur an: Dass wir die Erde nur für unsere Kinder geerbt haben und dementsprechend leben sollen. Und dabei sprach er nicht über den Klimawandel sondern lediglich über die Verantwortung zur Natur.
Vor mehr als zwanzig Jahren wurde dieser Sinnspruch der Guaraní von Umweltaktivisten geführt. Hierzu ernteten sie von den Etablierten nur Hohn, Spott, Hass und Verachtung. Es wurde ihnen vorgeworfen, keine Ahnung zu haben. Heute sitzen einige dieser Umweltaktivisten nicht nur hier in Deutschland in verantwortlichen Positionen und reden die gleichen Killerphrasen der Etablierten von damals nach.
In den letzten 20 Jahren hat sich weltweit nichts entscheidendes geändert. Was damals schon als klimabedrohend ausgemacht wurde, ist es heute noch immer. Und die Auswege aus der Katastrophe werden national und international als nicht praktikabel und weltfremd gebranntmarkt.
Wir leben so, als ob wir noch eine zweite Erde in unserem Kofferraum haben.
Nun, so lasst uns schon mal bald den Schlüssel für den Kofferraum suchen.
Oder statt gen Mars eine Weltraummission zur Erde schicken, so lang es sie so noch gibt.
Quelle zur Geschichte des Dorfes Shishmaref und des Schicksals des Amazonas:
Hier klicken.
Ich sehe was, was ihr nicht seht, liebe Bewohner in Brasilien …
Inder nett?
Inder gar nicht nett!
Inder wirklich nett sauer!
Internet Sperrung in Brasilien …
Wie ich hier schon berichtete, kann es nicht ungefährlich sein zu bloggen. Gerichte können regionales Recht sprechen und im ungünstigsten Fall per internationaler Verfügung, Geldstrafen einziehen. Es muss sich hierbei nur jemand auf den Schlips getreten fühlen und das vor einem Gericht einklagen.
Internet ist wirklich kein rechtsfreier Raum mehr. Und nicht erst durch die Paparazzihatz auf Prinzessin Diana wissen wir, wohin es führen kann, wenn von anderen geglaubt wird, jemanden ins Rampenlicht stellen zu müssen.
In Brasilien hat jetzt das gerichtlich durchgesetzte Recht auf Privatsphäre voll durchgeschlagen:
Daniella Cicarelli war mal Freundin von dem brasilianischen pühänomenalen Dicken und Fußballtreter Ronaldo und ist jetzt in Brasilien MTV-Moderatorin und Modell. Nu hat es sich ereignet, dass diese Frau mit jemanden ins Meer spazierte und mit ihm dann fröhlich poppte. Dummerweise war auch jemand in den Dünen, der das Pärchen belauerte und die action im Wasser mitfilmte und dann nachher das Video auch noch im Internet veröffentlichte. Und das ausgerechnet auf YouTube.com. So vermehrte sich das Video und die Zugriffszahlen auf dieses Softporno stiegen.
Wie das Video aussieht?
Auf YouTube.com findet sich ein Video, welches wohl als offizieller Warner vor der tropischen Krankheit Dengue von dem brasiliansichen Bundesstaat Rio Grande do Sul produziert wurde.
Dieser Moskitostreifen gegen die Verbreitung der Krankheit orientiert sich an dem Originalvideo, eben welches jemand von Daniella Cicarelli aufnahm und welches nun im Fadenkreuz des Interesses steht …
Daniella Cicarelli ging vor Gericht, klagte YouTube.com an und forderte YouTube.com auf, das Video dort zu sperren …
Sollte YouTube.com dem nicht nachkommen, so würde sie drauf klagen, dass Brasilien (!) von YouTube.com abgekoppelt wird. So dass deren Seite in Brasilien nicht zu erreichen sind.
YouTube.com konnte freilich nicht sicherstellen, dass das Video von Daniella Cicarelli nicht auf deren Server eingestellt wurde.
Somit nahm die Rechtssprechung ihren Lauf …
Inzwischen ist es offiziell: Brasilianische Provider schalten aufgrund gerichtlicher Verfügung Sperren in ihr Netz, so dass die Seite von YouTube.com nicht mehr zu erreichen sind.
Nochmals kurz zusammengefasst:
Eine Person klagt auf Schutz ihrer Persönlichkeit und erhält recht und erreicht, dass ein Server in einem riesigen Land nicht mehr zu erreichen ist.
Man kann sich jetzt herrlich darüber streiten, ob wer am Tage im Wasser mit wem bumst, das Recht am eigenen Bild generell verlieren muss.
Interessanter ist dabei allerdings, dass zwei Filme auf YouTube.com richtig Karriere gemacht haben: Die Tötung per Strang von Saddam Hussein und das Softsex-Streifchen einer Privatperson (okay, man sieht irgenwann den Schwanz von ihm seinen Freischwimmer auf dem Wasser machen … also doch nicht so softie für die Männer …)
Angesichts der Forderung vom Innenminister Schäuble, das Internet verstärkt polizeilich zu überwachen, muss ich konstatieren, dass das Internet sich zu einem „Web 3.0“ wandelt.
Ein Web, welches sich immer verstärkter Überwachungsinstrumentarien beugen wird und sich von „Web 2.0“ ins „Web 3.0“ wandeln wird …
Nachdem vorgestern ein Kinderpornoring eben durch polizeilicher Überwachung im Internet ausgehoben wurde, versteht man, dass Internet und Rechtsfreiheit keine Synonyme mehr bleiben können, dürfen und werden.
Nebenbei wurden nicht Millionen von Kreditkartedaten von der Polizei überprüft, wie die Polizei mit stolz geschwellter Brust zuerst verkündete, sondern lediglich einige Hundert von Verdächtigen Personen. Den Betreiber der Kinderpornoseite haben sie allerdings noch immer nicht aufgegriffen …
Zum einem muss man feststellen, …
… dass die Länder, die so auf deren Freiheit als Grundwert stolz sind (u.a.a. Brasilien), dieses voll konterkarieren. Das ist aber nicht verwunderlich. Seit 1109 ist das Kesseltreiben mit der Angst eh das beste Instrumentarium auch in Deutschland Rechte schnellstens einzudämmen oder abzuschaffen … im Namen der Freiheit … die Freiheit ist halt ein kostbares Gut, weswegen man sie sorgfältig wegschliessen muss, damit sie nicht abhaut …
Und zum anderen, …
… dass im Grunde auch für’s Internet gelten muss, dass die Freiheit des einen dort aufhört, wo die Freiheit des anderen beginnt. Und das wird von den vielen Möchtegern- und Profi-Paparazzi gerne missachtet.
Wobei hier liegt die Betonung eindeutig auf die Einzelperson an sich, denn Publikationsorgane interessieren sich herzlichst wenig, wen sie öffentlich am Pranger stellen und nieder machen. Die dürfen das im Namen des Informationsbedürfnisses des einzelnen … und im Namen der Pressefreiheit sowieso …
Gerade für die Meinungsäusserung in einem Blog wird das Abwägen der Interessen anderer und deren Geldbeutel immer wichtiger: Entweder die Schere im Kopf oder ein Leben im permanenten Konjunktiv oder Konditional.
Ich bin gespannt wie diese Entwicklung weiter geht …
Vielleicht wie jetzt?
Wer mehr Hintergründe über die Sperrung von YouTube.com im Brasilien erfahren will, der erhält Informationen aus erster Hand von einem Deutschen, der in Brasilien lebt und einen Blog darüber führt:
Digdiggers Blog „www.brasilblog.de“
Und wer weiß, vielleicht findet sich dort auch Hinweise für das anrüchige Video, welches zur Sperrung des Servers von YouTube.com geführt hat.
Der treffende Kommentar Digdiggers zu der Internet-Sperrung:
Sollte die Sperre nun wirklich offiziell bestätigt werden, stehen Kunden der Brasiltelecom somit auf der gleichen Stufe wie Internetnutzer im Iran. Dort blockiert das Regime ebenfalls den Zugang zu YouTube um die Verbreitung regimefeindlicher Videos zu verhindern.
Inder nett?
Inder gar nicht nett!
Inder wirklich nett sauer!
Internet Sperrung in Brasilien …
Wir warten aufs Christkind
Wir schreiben heute den 24. November 2006.
Ab jetzt gilt es.
Das Rennen in die Kaufhäuser ist eröffnet.
Und jeder muss sich die tendenziell tadelnd bedrohende Frage gefallen lassen:
„Hast Du schon Geschenke für Weihnachten?“
Nur noch 29 Tage und der Rest von heute …
Macht hoch die Tür die Tor macht weit, der Stress ist allzeit bereit.
Die Häuser oder die Wohnungen müssen noch weihnachtlich geschmückt werden.
Lichterketten in Fenster, auf Balkonen und um Bäume verteilt werden.
Wälder ausgekundschaftet werden, um heimlich – immer bereit zur Flucht vorm Förster – eine Tanne zu schlagen.
Ecken für den Weihnachtsbaum freigeräumt werden, Lametta gebügelt und Kugeln mit Buttenfett zu neuem Glanz erstrahlen lassend geputzt werden.
Atzventzkrantzkertzen (… das Wort mit den vier „TeZets“ …) in Atzventzkräntze (… nur drei „TeZets“ …) gesteckt werden.
Krippen hervorgekramt werden und die Krippenfiguren schon mal abgestaubt werden.
So steht dann alles bereit.
Wir warten aufs Christkind …
Wie jene „heilige Familie“ der Kathedrale in Rio de Janeiro.
Die wartet auch dieses Jahr vor Weihnachten wieder brav in Leinen und Papier gehüllt in einem Raum, auf dass sie bald wieder in den Kircheninnenraum zu ihren angestammten Plätzen dürfen.
Die warten halt auch aufs Christkind …
Gespendet …
Belinda hat in ihrem eigenen Bereich einen Blog aufgemacht. In diesem Blog versteigert Belinda „Dinge“. Im Grunde ist es auch keine „Versteigerung“, sondern vielmehr vergibt sie dort Dinge gegen eine Spende. Die Spendengelder gehen gehen direkt an das brasilianische Kinderhilfsprojekt GAC.
Bei Belinda wurde inzwischendie ersten ersten Artikel in ihrem Trödel-Blog eingestellt.
Weitere Erklärungen finden sich im Header des Blogs oder ihr fragt Belinda persönlich. Sie wird euch gerne eure Fragen zu ihrer Aktion beantworten.
Einfach bei Belinda in Trödel-Blog reinklicken.
Schaut mal rein und/oder beteiligt Euch.
Und informiert euch über das brasilianische Kinderhilfsprojekt GAC.
Es gibt auch hier bei blog.de einen Blog zu diesem Projekt:
Kinderhorizonte Blog. Einfach hier klicken.
Bongo Bong/Je Ne T’Aime Plus
Mama was queen of the mambo
Papa was king of the Congo
Deep down in the jungle
I started bangin‘ my first bongo
Every monkey’d like to be
In my place instead of me
Cause I’m the king of bongo
… Eigentlich hätte der Thread doch eher
Kulturschock
heissen können / sollen / müssen / dürfen / usw., aber warum einfach, wenn es auch komplizierter geht? Eben drum …
Es ist mittlerweile fast 20 Jahre her .
Mein IBERIA-Flieger brachte mich von fast fünf Wochen des Kennenlernens von Südbrasilien zurück.
War es noch strahlend blauer Himmel am Flughafen von Rio und eine gesunde Wärme, sah es in Madrid bei der Zwischenlandung schon grauer und regnerischer aus. Aber wen interessiert schon Madrid, wenn Erinnerungen von 34 Tagen lebendig in den Erinnerungen herumstromerten.
Ich kam zurück von Brasilien nach Deuschland.
Der Blick durchs Flugzeugbullauge klärte mich darüber auf, dass ich doch ein paar Sachen extra anziehen würde müssen. Unter mir erstreckte sich also meine Heimat. Wie leicht gezuckert lag leichter Schnee auf den Feldern. Die Resultate der landwirtschaftlichen Herbstbewirtschaftung trat jetzt deutlich zu Tage. Jedes Feld ein Quadrat, ordentlich gescheitelt und gekämt. Ich bin zwar ein Landei, aber nie war mir dieses so deutlich geworden wie damals im Flieger zurück nach Deutschland. Klar, dass Felder so aussehen mussten. Die traditionelle konventionelle Landwirtschaft kannte nur harken, säen und ernten. Ach ja und Jauche ausfahren. Ein Lieblingssport im Sommer, wenn es heiss war.
In knapp fünf Wochen hatte ich mich an einem verwalteten Chaos gewohnt gehabt: Bushaltestellen ohne Fahrpläne; Leute mit dem genauen Zeitgefühl einer relativen speziellen Relativitättheorie; Schlangen vor bestimmten Geschäften und trotzdem irgendwie keine wütende oder hetzende Ungeduld; Telefone, die in erster Linie fleissig fichas schluckten, um dann eine bescheidene Verbindung zu bringen; paramilitärisch ausschauende Polizisten mit grauen Stahlhelmen, auf denen ein PM prangte; Fahrzeuge, die irgendwie aus dem europäischen Jahrzehnt zuvor erschienen, aber trotzdem voll in Schuss schienen; an jeder Ecke ein Käfer („fusca“); fliegende Kakerlaken; leckere Bananen; dutzende fruchtige Früchte, die ich noch nicht mal im Supermarkt in D-Land kannte; spontane Besuche und nirgendwo war man wirklich unerwünscht; Feten, die auch ohne Bier durchstarteten (obwohl meistens Bier dann später kam, es herrschte eine konjunkturelle Bierflaute verursacht durch die Brauereien); aufrichtiges Lachen und trotzdem Gemauschele; Gott musste wirklich Brasilianer sein.
Im grossen Ganzen lernte ich einen unverkrampften Pragmatismus kennen, der natürlich auf mich abfärbte wie Rotwein auf weisser Kleidung. Ja, lieber Rotwein trinken und lustig sein, als Tee trinken und abwarten. Lieber locker vom Hocker als hektisch überm Ecktisch. Abgegriffene Sponti-Sprüche der 80er, jedoch treffend.
So landete ich also wieder in Frankfurt (… und bei jeder Landung – ob in Madrid, Rio oder Frankfurt – gab’s noch einen riesen Applaus des fliegenden Publikums …).
Koffer fassen, die BGSler prüfend anschauen, ob die was von mir wollten, dann raus und rüber zum alten Untergrundbahnhof der DB. Fahrplan abchecken (kein Ticket ziehen, da ich auf Bundeskosten fahren durfte) und der sagte, dass der nächste Zug in 34 Minuten käme. Und so war es dann auch. Pünktlich wie die Maurer (damals!).
Rauf in den Norden ins westfälische Kuhkaff (altbekannter Witz: Wisst ihr warum der Bahnhof von XY so weit draussen vor dem Dorf liegt? Damit das Dorf auch noch nen Bahnanschluss hat …) , Begrüssung der Eltern in der eisigen Kälte. Die Tage danach Akklimatisierung und jet-lag-Bekämpfung. Und dann zwei Tage später „Heilig Abend“. Kirchgang. Nach der Christmette auf dem Kirchhof weihnachtlich besinnliches Rumhüpfen in der Kälte, um noch den ein oder andern Small-Talk (auf alt-deutsch: „Klatsch und Tratsch“) zu führen. Dort bin ich Freunden wiederbegegnet.
Und einer (Karlchen) sagte mir dann wörtlich: „Mensch, komm doch mal vorbei. Erzähl mal von Brasilien hört sich ja spannend an. Du hast ja sicher mächtig was zu erzählen.“
Und damit begann ein Verhängnis, was nachhaltig zum Kulturschock beitragen sollte:
1. Weihnachtstag. Es wurde abend so gegen 17:00 Uhr. Ich rief noch meinen Eltern zu: „Ich radle noch mal eben zu Karlchen. Der hat mich eingeladen von Brasilien zu erzählen.“ Die seltsamen Blicke meiner Eltern hatte ich nicht verstanden. Fünf Wochen Brasilien hatten mir den deutschen Instinkt für Formelhaftigkeiten und Etiketten eingeschläfert.
Ich kam bei Karlchen ne Viertelstunde später an und fing an fleissig zu erzählen. Was ich seltsam fand, dass seine Eltern nicht auftauchten und nur einer seiner beiden geschwister mal für ne kurze Zeit reinschaute. Aber ich machte mir keine Gedanken und erzählte und erzählte und erzählte und Karlchen fragte sichtlich interessiert und hielt somit das Gespräch in Gange.
Die Zeit verflog und das gleiche sollte auch mit meiner Unbekümmertheit recht schnell geschehen.
Es war so gegen 19:30 Uhr, als plötzlich die Wohnzimmertür aufflog und die Eltern von Karlchen das Räumkommando spielten. Die beide strömten gleichzeitig in das Zimmer und deren Gesichter sahen alles andere als freundlich aus.
„Herr Careca, haben Sie kein Zuhause?“ knallte es mir von ihr entgegen.
„Jo. Stimmt“, kam es vom Mann zurück.
Die Geschwindigkeit, mit der sie sich mir näherten, war alles andere als vertrauenserweckend.
„Herr Careca, Heilig Abend und der erste Weihnachtstag gehören der Familie und der zweite der Verwandschaft!“ blaffte sie mich wie aus einem Maschinengewehr an und rief mir mein Vergehen gegenüber der deutschen Tradition knallhart ins Gedächtnis zurück.
„Jawohl!“ kam es vom Mann.
Ich versuchte mich stotternd zu entschuldigen. Aber es kam nichts vernünftiges heraus. Der Kontrast von brasilianischer und deutscher Gesellschaft und die sich daraus ergebenen zwei unterschiedlichen Realitäten blockierten mein Hirn.
Und beide näherten sich mit hoher Geschwindigkeit, so dass ich instinktiv nur noch an FLUCHT dachte, wie um mein Leben zu retten.
„Sie haben unser Weihnachten verdorben, Herr Careca! Das ist unser Haus! Nicht Ihres! Das ist unser Fest! Suchen Sie sich doch Ihr eigenes und nicht bei uns!“
„Sie haben es verdorben!“ echote es von ihm.
Sie war schon auf Greifweite nah und ich fand meine Jacke, riss sie an mich, stemmte mich aus dem weichen Sessel und sprang Entschuldigungen stammelnd Richtung Ausgang. FLUCHTartig. Adrenalin pur in den Adern. Ob die Fra
u mich geschlagen hätte, wäre sie meiner habhaft geworden? Ich weiss es nicht, aber ich befürchtete es damals und auch noch heute.
Mein Freund selber stand entsetzt im Raum und brachte selber kein Wort heraus.
Zwei Jahre später trafen wir uns zufällig und redeten nochmals über jene Szene zum „Fest der Liebe“. Ihm war die Szene hochnot peinlich und war zutiefst beschämt, so drückte er sich selber aus. Meine Erzählungen über das Erlebte in Brasilien (POA und Umgebung) waren für ihn faszinierend und er spürte, dass da was war, was es vorher in mir nicht gab. Er sprach von einer Lebendigkeit und Lebensfreude, die er total klasse und passend zum Weihnachtsfest empfand. Jedoch als seine Eltern reinstürmten, sei es wieder kalt im Raum geworden. Die ganze Zeit war er mir ausgewichen, da er mir nicht in die Augen sehen konnte. Das war übrigens wechselseitig: Ich war auch ihm ausgewichen, weil ich ja die erklärte Ursache dafür war, dass einer Familie das Weihnachtsfest verdorben worden war. Das steckte in mir.
Jenen Abend legte ich die drei Kilometer-Strecke in weniger als zehn Minuten bei Schnee und Eis zurück, um die eisige Lähmung des Geschehenen weg zu strampeln. Es gelang allerdings nie mehr. Seit jenem Abend ist meine private Meinung über das deutsche Weihnachten bei mir eingebrannt wie damaligen Sklaven das Brandeisen.
Weihnachten sind drei langweilige Tage mit Friedhofsruhecharakter, obwohl verdammt viele Menschen bei der Geburt deren eigenen Kinder viel mehr Begeisterung aufkommen lassen (und über jeden Besuch sich freuen), als bei der Geburtstagsfeier für jenes Menschen, von dem sie ihr Seelenheil erwarten. Wo sind die Feten und Feiern? Ist das Fest der Liebe nur was für die eigenen vier Wände? Die weihnachtlichen Gottesdienste als Cat-Walks der Eitelkeiten und der Präsentation der Geschenke? Sehen und gesehen werden? Ist das wirklich alles?
(*Häresiemodus on*) Wenn wundert es, dass viele nach vier, fünf Monaten wieder aufatmen und sagen „Nu isser wieder angenagelt und alles hat wieder seine Ruh! Jetzt können wir wieder weitermachen.“ Damit diese Zeit nicht allzu öde wird (“ Wir warten aufs Kreuzigen ! „), hat man in gewissen Regionen gleich noch ein wenig karnevalistisches in den Zeitraum reingelegt. Manche können halt nicht dauernd nur warten stattdessen als Ventil organisiertes Feiern mit Narhalla-Marsch und roter Schnapps-Nase … dann aber lieber „ALAAF mit“ als nur ein trockenes dreifaches „Helau ohne“ … das ganze als Abwechselung zur erwarteten Bunny-Zeit … (*Häresiemodus off*)
Meine Eltern waren über meinen Bericht gleichfalls nicht begeistert, sagten aber nichts, da es sich bei den Eltern beides um sogenannten „graue Eminenzen“ der Dorfgemeinschaft zählten.
Weihnachten ist schön für die, die es noch er-leben können …
Später war ich zu Weihnachten mal in Rio. Und da wurde mir schon klar, dass diese Feiertage allein den Familien vorbehalten bleiben. Singles haben an solchen Tagen immer so ne Art Arschkarte gezogen. Es wurde mir klar, dass mein obiges Verständnis von Feten und Feiern wohl nirgendwo auf der ganzen christlichen Welt entsprochen werden kann. Jedes Land – egal ob Deutschland oder Brasilien – hat seine Einstellung zu so einem Fest und das muss ich berücksichten (Häresiemodus von vorhin hin oder her). Das ist halt so.
In Rio war es zur Weihnacht zwar auch still, aber beileibe nicht so friedhofsstill wie in D-Land es immer ist. Aber das ist eine andere Geschichte …
Je ne t´aime plus mon amour
Je ne t´aime plus tout le jour
Je ne t´aime plus mon amour
Je ne t´aime plus tout le jour
Summertime
This is how we feel in the summertime
This is how we feel in the summer
Sie sah mich an und schüttelte den Kopf.
“ Du bist nicht nur unvernünftig, du scheinst ja auch noch verrückt zu sein.“
Ich lachte sie an.
Sie schüttelte nur den Kopf und sah mich ungläubig an.
“ Du wirst diese Nacht nicht schlafen können!“
Ich konnte jene Nacht nicht schlafen.
Wir konnten beide jene Nacht nicht schlafen.
Wir wollten nicht.
“ Du bist verrückt!“
Got my my glass of shandy
Now I feel fine
This is how I pray in the summer
“ Du wirst Dich ärgern, wenn du älter wirst. Deine Haut wird älter ausschauen, als du selber sein wirst!“
Ihre feinen Gesichtszüge umrahmt von einem gelockten Mahagoni-Schopf, der im Wind wiegend schwebte.
“ Du wirst Hautkrebs bekommen.“
Sie reichte mir eine Zigarette.
Mit nichts bekleidet ausser einer Zigarette, bedeckt mit dem Salz der wärmenden Luft und entspannt liegend auf einer Matraze aus weichem Sand.
If the more you pray
The more you stay
The less it’s gettin you down
“ Du solltest aus der Sonne rausgehen, du riskierst sonst einen Sonnenstich.“
Verbrannte Haut.
Haut mit Blasen.
Blasse Winterhaut unter der Sonne des normalen Sommers.
“ Du solltest dich abkühlen. Dort am Posto gibt es Duschen.“
Sie reichte mir den Metallbecher mit dem gekühltem Rotwein.
Mit einer natürlichen Leichtigkeit stiess sie an.
Ihre roten Lippen umschlossen den Rand des Metallbechers, ihre Augen drangen in den meinen und ihre Blicke unter meiner Haut.
Ihre Hand umschloss spielerisch den silbernen Metallbecher, als sie ihren Schluck nahm.
Der kühle Wein rannte mir durch die Kehle und zeitgleich ihre grünen Augen in mein offenes Herz.
Take a break from the strain
Get out your card
And drink a glass of wine
Admit it you feel great
“ Ich dachte, du wärest einer von uns.“
Sie ging formvollendet runter in die Hocke, raffte ihren Kanga mit der riesigen Landesflagge aus dem weissen Sand und verstaute das Tuch in ihrer flache Basttasche.
Einen Moment verblieb sie in der Hocke.
Einen Moment zu lange.
Ihr entwaffnendes Lachen umhüllte mich wie ein Schutzschild.
Sie verlor ihr Gleichgewicht.
Sie fiel.
Sie fiel mir entgegen.
Unsere Arme umarmten sich.
Unsere Herzen kamen uns näher.
Haut auf Haut.
Zahn zu Zahn.
Gefühl zu Gefühl.
Warm und zart sich den Weg dazwischen hindurch suchend.
What’s mine is yours
What’s yours is mine
This is how I play, yeah
“ Du musst dich eincremen. Du wirst nicht schlafen können.“
Die Nacht kam gelindert durch ihre Creme.
Zarte, kräftige Hände Zeugnis ihre Handlungsfähigkeit.
Ihre Creme, einzigartig heilend.
Perfekte Handarbeit.
Da wo die Hitze der Nacht uns umgab.
In der Hitze der Nacht.
Wo die warme Sommerbrise uns auf dem Balkon umfangen hielt.
Erhitzte Körper, gekühlt durch den leichten Windhauch, der unseren Schweiss mitnahm.
Das Rauschen des Meeres, unseren gemeinsamen Kanon untermalend hinaustragend in die ozeanischen Weiten des Meeres.
Auf und davon.
Das, was endlich zusammen gehörte, kam zusammen.
Clash zweier Kulturen in Harmonie
This is how we feel in the summertime
This is how we feel in the summer
Take it back to the summer of 89
This is how I play, yeah, oh
Später im Flieger.
Den Rücken halb vernarbt.
Andenken der Sonne des Landes und ihrer Fingernägel auf meiner Kehrseite.
Von nichts, kommt nichts.
Die Kladde auf meinen Knien, das Glas Rotwein in meiner Hand, auf den Kugelschreiber kauend.
Suchend nach Worten.
Suchend nach ihren Atem in meinem Ohr.
Ihrem Geschmack auf meiner Zunge.
Ihrem Geruch in meiner Erinnerung.
Ihrer Stimme als Echo in meinem Körper.
Ein Herz schlagend und rufend.
Eine Seele im Gleichklang schwingend und kompromisslos fordernd.
Ein Geist, beharrlich gleich dem eines Mantras, der mir stetig das Gleiche vortrug.
Das Geheimnis, welches sie mir in jener Nacht als Rezept des Lebens in mein offenes Ohr hauchte:
.
.
.
.
.
.
Autumn time leaves fallin‘ all around
Wintertime follows suit
Little bunnies freezin‘ in the snow
Winter’s such an ugly brute
She’s Madonna
I love you baby
But face it she’s Madonna
There was no chance for dying
And no chance for living
Just one chance for loving
And then you came and crossed my road
Now I’m loving, living and dying
All the time, every day
All things together
Untill I’m gone
I’m sorry, love
Madonna’s calling me
Von Meisterfotografen, Filmaufnahmen und Aufprälle auf harter Oberfläche …
Es war eine feucht-fröhliche Nacht.
Veltins in Strömen und für die Mädels heiße Träume in kühler Cola.
Toll, dass du an die Kamera gedacht hast!
Die Kamera klickte, der Blitz blitzte, der manuelle Transportmechanismus transportierte.
Wie viel Filme haste dabei?
Drei á 36 Bilder.
Sauber.
Etwas später.
Wie viel Bilder haste jetzt? Was zeigt der Zähler?
30.
Dann haste noch sechs. Wennste Glück hast, auch noch bis zu acht.
Jetzt kam das schlüpfrige Spiel zwischen Mädels und Jungs dran. Die Hemmungen schwanden, es wurde mehr als nur eindeutig.
Die Kamera klickte und klickte.
35.
36.
37.
38.
39 …
Wow! Der Film packt sogar noch 39 Bilder!
40?
41??
42???
Die Auflösung dieses Phänomens war grausam. In der Kamera war kein Film und der Fotograf versank vor den entsetzten Augen aller in den Boden …
Aber ein anderer hatte mitfotografiert. Unbemerkt und ohne Blitz. Die versauten Fotos wollte nachher der erste Fotograf aber nie sehen.
So in etwa muss sich wohl die NASA neulich gefühlt haben. Da fliegt sie zum Mond, filmt und filmt und filmt …
Und dann verlegen die ihre Filmchen.
Zwar meldet sich die Bochumer Sternwarte und erklärt, sie habe Kopien der Filme. Aber wer will schon von einer winzigen Sternwarte aus einem kleinen mitteleuropäischen Land Filmaufnahmen, die außerdem noch mögliche Raubkopien sein könnten? Es könnte sich ja die RIAA einmischen und dann wäre es offiziell, was Verschwörungstheoretiker jetzt schon kolportieren: Die Filmaufnahmen wären Studioaufnahmen aus Hollywood …
Nun, nachdem zuerst der Pluto letztens zum Nicht-Planeten deklariert wurde, wandeln die Teleskope der Hobbyastronomen nun wieder Richtung Mond. Die einen suchen noch immer dort die amerikanische Flaggen und Mondfahrzeuge auf dessen Oberfläche.
Und die anderen?
Die wollen es kommen sehen. Mit ungefähr 2 Kilometer pro Sekunde.
Oder für die Autofahrer unter uns: mit 7200 km/h.
Und es wird die Autofahrer noch mehr erfreuen, wenn sie hören, dass die europäische Weltraumorganisation ESA einen SMART auf die Mondoberfläche donnern lassen wird.
Naja, fast.
Es ist eine Sonde und die heißt SMART-1. Sie soll am nächsten Sonntag um 7:41 MESZ Staub auf dem Mond aufwirbeln. Indem sie auf demselbigen aufschlägt.
Die Forscher wollen mit diesem kontrollierten Aufprall Erkenntnisse über die chemische Zusammensetzung der Mondoberfläche erzielen …
Wie bitte?
Was wollen die ermitteln?
Die chemische Zusammensetzung der Mondoberfläche?
Hatten denn die NASA-Astronauten nichts von dort oben mitgebracht? Kein Mondgestein? Kein Mondstaub? Kein gar nichts? Niente? Nada? Null? Nullinger? Nichts?
Unglaublich.
Heute griff ich gedankenverloren in die Jackentasche meiner Regenjacke und hatte plötzlich Sand in meinen Fingern. Ich erinnerte mich. Es ist Sand vom Strand im Stadtviertel Copacabana von Rio de Janeiro. Dort war ich im Dezember letzten Jahres. Sollte irgendwann mal der Strand der Copacabana verschwinden, dann werde ich für Rio de Janeiro das werden, was die Bochumer Sternwarte für die NASA wurde.
Und die NASA?
Die sucht immer noch nach ihren Filmchen. Sie sollen ja nach eigenen Aussagen auf einem Planeten dieses Sonnensystems sein.
Wie gut, dass inzwischen ein Planet aus unserem Sonnensystem gestrichen wurde. Da muss die NASA nicht mehr so viel suchen …
Brigadeiros für die Kollegen …
… hm …
Das Dumme bei den Brigadeiros (also dem Rezept von gestern nacht) war, dass sie heute nie bei meinen Kollegen angekommen sind.
Was soll ich machen?
Ich bin doch auch nur ein Mensch.
Und wer kann dazu schon Nööö sagen … .
Und außerdem musste ich an meinen Zahnarzt denken. Vielleicht muß er ja noch sein Häuschen abzahlen. Da wird er mir dankbar sein, wenn ich demnächst wieder mit Löchern in den Zähnen bei ihm vorbei schaue.
Also, hab ich sie alle seit gestern bis heut früh vernascht …
So ist das Leben … ;)
Arbeitserhaltende, kalorienreiche Maßnahme
Es gibt da so einen alten Ritus. Jeder der aus dem Urlaub zurück kommt, muss allen in der Abteilung was mitbringen. Somit lassen sich die gestapelten Aufgaben eventuell wieder ein wenig verteilen …
Also hab ich mich in die Küche gestellt und losgelegt.
Brigadeiros
Brigadeiros sind eine brasilianische Süßspeisenspezialität und einmal zugelangt haben die ein Suchtpotential von Salzlakritz. Zumindest aber sind die brigadeiros die Kalorienbombe schlechthin …
Hier das Rezept für ca. 30 Stück davon:
1 Dose gezuckerte Kondensmilch (z.B. „Milchmädchen“ von Nestle)
1 Ei
1 Eßlöffel Butter
4 Eßlöffel Instant-Kakao
zum Bestreuen: Schokoladenstreusel oder Hagelzucker
Alle Zutaten gut vermischen und bei schwacher Hitze unter ständigem Rühren so lange kochen, bis die Masse beginnt, sich vom Topfboden zu lösen. In eine Porzellanschüssel umfüllen, erkalten lassen und Bällchen in der Größe von Marzipanbällchen formen. Diese dann in Schokoladenstreusel oder Hagelzucker wälzen.
Guten Appetit.
[nur für Männer] Sexy Platz für Fußballphrasen
Jaaaaa.
Es ist wieder soweit.
Unser wöchentlich Fussball gib uns heute.
Nach über einem Monat Zwangsentzug haben Mayer-Vorfelder und Theo Zwanziger mit uns armen Coach-Potatoes Erbarmen und die Bundesliga-Saison eröffnet.
Zwar sind die Bundesliga-Rechte inzwischen wieder mal gewechselt (von Pay-TV zu Pay-TV), aber das ist egal. Hauptsache der Ball kullert auch in der Nachbetrachtung wieder von rechts nach links oder umgekehrt über die HDTV-Flimmerkiste.
HDTV.
Das ist das, was bei dieser WM unser Fernsehbild mit Streifen oben und unten versehen hat. Das sogenannte hochauflösende Fernsehen. Damit wir den ganzen Scheiss noch deutlicher sehen.
Der Kopfstoß von Zidane hat beim Endspiel in HDTV ja noch mehr Spass gebracht, weil dieser so klar zu sehen war. Andererseits sah man dadurch aber auch überaus hoch aufgelöst wie Thorsten Frings den Argentinier … .
Immerhin, nur ein gestochen scharfes Bild bringt das Plastikleder so richtig beim Kullern zur Geltung.
Und wie der jetzt kullert.
Dreimal jedenfalls kullerte er in das Tor der Öchener Prente, die ihr Tor eigens mit nach Leverkusen brachten, um es dort gefüllt zu bekommen. Nach jahrzehnterlange erster Bundesliga-Abstinenz ein Einstand nach Maß. So schlecht wie Tasmania Berlin, so schlecht kann Aachen ja nie werden. So als fußballspielender Platzhalter für den 1. FC Köln, der sich wieder mal in der zweiten Liga für die erste Liga warmboxt. Ohne Lukas Podolski. Aber mit dem Elan einer Fahrstuhlmannschaft …
Egal.
Aber das schönste am Fußball ist ja nicht das Fußballspiel auf dem Platz sondern neben dem Platz.
So huschte mir heute eine neue Meldung über „Il Fenomeno“ über den Schirm. „Il Fenomeno“ ist jener, der „kleines dickes Müller“ die Torjägerkrone bei der WM abnahm. Er ist auch unter den Namen „Ronaldo“ bekannt und spielt bei Real Madrid.
Seit der WM in Deutschland hat er sich erst recht den Namen „Il Fenomeno“ verdient. Trotz massiver, gewichtiger Präsenz bei den Brasilien-Spielen schaffte er es, den Rasen extrem sanft zu schonen. Die Platzwarte waren stolz auf „Il Fenomeno“.
Dieses 90-Kilo-fleischgewordene Phänomen namens Ronaldo spielt noch bei Real Madrid mit. Aber es steht zu vermuten, dass er dort wohl eher sein Gnadenbrot zusammenspielt, als dass er dort schlemmt wie ein königlicher Madrilene … obwohl bei seiner Körperfülle … weiss man’s? …
Der abgehalfterte Club Real Madrid würde Ronaldo nur liebend gerne irgendwie loswerden. Als er nach der WM wohlbehalten, gut genährt und vollkommen erholt wieder in Madrid auftauchte …
Nur, Ronaldo hat noch einen Vertrag bis 2008.
Wie also das Pummelchen abstoßen?
Real Madrid will den Stürmer Ronaldo beim AC Mailand gegen den brasilianischen Mittelfeldspieler Kaká eintauschen. Oder auch austauschen. Kein Agentenaustausch aber wohl einen Spieleraustausch. Möglicherweise auch nicht auf der Glinicker Brücke sondern wohl eher an der Luftbrücke zwischen Mailand und Madrid …
Aber Mailand will nicht so wie Madrid halt will. Offenbar verlangt Mailand Gewichtsausgleichszahlungen. So paar Tonnen bocadillos con calamare, um Ronaldo anfangs durchfüttern zu können …
Lothar Matthäus hat unterdessen weiterhin auch kein Problem mit Kollege Trapattoni den ein oder anderen RED BULL in Salzburg zu trinken.
Oder auch im Supermarkt nen Joghurt cremig zu rühren.
Solange Salzburg mindestens immer unter den ersten zehn der österreichischen Bundeliga spielt. Matthäus hofft ja im Grunde noch immer darauf irgendwann man Trainer bei den Münchener Bayern werden zu können, darum treibt er sich auch in Salzburg herum. So schnell steckt ein Matthäus halt nicht den Sand in den Kopf. Beim letzten Spiel war das Chancenplus seiner Kicker in der letzten Minute noch knapp ausgeglichen. Ansonsten passt die fränkische Matthäus-Passion in Österreich auf, dass die Schuhe immer noch zum Gürtel passen.
Wie sagte schon Oliver Kahn damals über Lothar Matthäus: „Der soll ruhig sein, den mussten wir doch zwei Jahre lang durchschleppen!“
A propos Oliver Kahn:
Während die BILD-Zeitung mit Oliver Kahns Freundin gemeinsam einem jugendlichen Hauptmann von Köpenick seines Zeichens griechischer Reederer aufsitzt, zeigt Oliver Kahn, dass Sex vor einem Bundesliga-Spiel ihn nichts anhaben kann. Auch wenn er nicht dabei ist, wenn ihn seine Freundin hat und die BILD-Zeitung live im HDTV-Journalismus davon berichtet.
Und unser aller Lukas? Der Ex-Kölner?
Unser Prinz von und zu Poldi?
Der Lukas Podolski?
Unser Lukas sitzt im ersten Bundesliga-Spiel gedankenverloren auf der Münchener Ersatzbank, träumt von einer Insel mit zwei Bergen, Emma, Jim Knopf und Lummerland und hofft wohl insgeheim, dass der Holländer Roy Makaay klassisch an ner Käsevergiftung in seinem Wohnwagen sterben möge.
Ach ja.
Experten meinten, Podolski hat nur deswegen mit nem Flunsch wie 10 Tage Regenwetter (- nebenbei, es sind schon 13 Tage Mistwetter! -) auf der Ersatzbank gesessen, weil er wegen Makaay nicht spielen durfte.
Das ist natürlich Quatsch.
Denn in Wahrheit bevölkert Lukas Podolski einen der 43 Haushalten, die das Internet-Fernsehen der Telekom über die schnellen Glasfasernetze VDSL gebucht hatten. In dieses Netz wurden nämlich die Bundesligaspiele ebenfalls live eingespeist.
Fußball-Internet-TV.
So sieht die neue Zukunft aus.
Die Bundesliga als Anwendungsprogramm in einem Windowsfenster geregelt durch das digital-rights-management vom Windows-Media-Player.
Und wenn Windows mal wieder abstürzt, reisst es die Telekom-Aktie wieder in den Keller … :>
Tja. Und nu saß also der liebe Lukas Podolski auf der Bank der Münchener „Allianz Arena“ und durfte nach einem Verbot von Magath auf der Bank das Eröffnungsspiel zwischen Bayern und Dortmund nicht über Internet am Notebook-Monitor verfolgen.
Vielleicht hat er auch nur nicht den letzten Patch von World of Warcraft eingespielt bekommen.
Oder er schaute auch nur deswegen so traurig, weil er im Pre-Casting von POPSTARS rausgeflogen ist … weiss man’s? …
Übrigens, am Dienstag geht es wieder weiter.
Deutschland spielt nochmals gegen Schweden und unser aller Horsti, der Bundespräsi Köhler, will zuschauen. Nachdem ihm seine Untergebene Angela, die Merkel, während der WM die meisten Tickets abgeluchst hat, weil sie gekonnt dem Mayer-Vorfelder vorgaukelt hatte, sie sei die unbekannte Tochter vom legendären Max Merkel …
Im Spiel „1“ nach Klinsmann erwartet die Fernsehzuschauerschaft natürlich nichts besonderes.Denn es ist ja nur ein Freundschaftsspiel. Nur eine nützliche Brücke zum nächsten Fußballwochenende. Eigentlich ist es auch nur ein Vorbereitungsspiel auf den Papst-Besuch in Bayern. Daher sollte die Nationalmannschaft mit der schwedischen Mannschaft passend zum bayrischen Feiertag „Maria Himmelfahrt“ durchexerzieren. Prinz auf-und-davon-nach-München Poldi darf auch beim Jogi Löw Himmelfahrtskommando mitrennen …
Ansonsten:
Nächstes Wochenende spielen dann wieder die Profis.
So, ich hör jetzt mal auf.
Der DFB will Luftpumpen einsparen und hat mir die ehrenamtliche Aufgabe als Luftpumper übertragen, all die Fußbälle des letzten Spieltags wieder aufzublasen. Ausserdem müssen die 23 gefallenen Tore vom Wochenende wieder aufgerichtet werden. Gibt viel zu tun …
Tschö, wa!
:wave:
Aufgespießt …
Im Netz unter Yahoo-Nachrichten gelesen:
Riesengroße Alkohol-Wolke im All entdeckt
Paris (AFP) – Britische Astronomen haben eine 463 Milliarden Kilometer lange Alkohol-Wolke im All entdeckt. Die Riesen-Wolke befinde sich in einem Teil der Milchstraße mit dem Namen W3(OH), in dem Sterne durch die Zusammenballung von Gas und Staub entstünden, teilte das Jodrell Bank Observatory der Universität von Manchester mit. …
Wird auf der internationalen Raumstation wieder gesoffen?
Russen wieder im Weltraum? …
Oder hat der Brasilianer Cachaça mit in den Weltraum genommen?
Mixt er vielleicht Caipirinha?
Fragen über Fragen
fragt sich sinnloserweis zu später Stunde
Careca :wave:
Fundstücke (Flashback)
Hotel União – Rio de Janeiro
Auf der Suche nach dem ultimativen Budget-Hotel muss man auch bereit sein ungewöhnliche Wege zu gehen.
Warum immer gleich im Zentrum?
Es ist bekannt, dass man dort mit erhöhtem Touristenaufkommen rechnen muss.
Wo viele Touristen, da wenig Einheimische.
Diese Rechnung geht immer auf und enttäuscht manche Manager immer wieder bei deren Suche nach dem ultimativen Survival-Erlebnis-Anti-Stress-Trip.
Also raus aus dem Altbekannten ausgetrampelten Pfaden Rios, raus in den Schutz der Policia Militar der unmittelbaren Nachbarschaft, hin zu dem Flair von Militär in mittelbarer Umgebung, ab zur „Avenida Brasil“.
Wenn nicht beim nächsten Urlaub, wann denn dann sonst?
Hotel União – das ultimative Off-Roader-Hotel für Aussteiger der Aufstiegsgesellschaft, die erstmal ein paar Meter abseits der Avenida Brasil dem Duft der Millionenstadt hinterher schnuppern wollen.
Das gnadenlose Programm für den gestressten Manager, der eine Woche mal was anderes will, als organisierten Luxus, aber trotzdem auf gute Verkehrsanbindung nicht verzichten wollen.
Auf der Avenida Brasil ist man sowohl recht schnell am Sambadromo als auch bei den vielen Drill-Master-Übungsplätze der Brülloffiziere der Militärs.
Das Hören des Lärms der Strasse garantiert dem Bewohner, dass erstens sein Gehörsinn noch funktioniert und zweitens er lebendig ist.
Hier weht im Hotel der Wind noch, wie er will.
Die Wärme des Tages und die Kühle mancher Nacht dringt ungefiltert in das eigene Reich der vier Hotelwände.
Denn die Klimaanlagen wurden vorsorglich demontiert, da es vereinzelt vorkam, dass russische Human-Resources-Manager diese einfach abmontierten, um sie in ihren sibirischen High-Tech-Datschas als Erinnerung an schlechte Zeiten einzubauen.
Dieses fünfgeschossige Hotel bietet für alle etwas und für andere unbedarfte noch weniger.
Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug.
Und wer entsprechende Real-Scheine mitbringt, kann sich bei den vielen engagierten Automobil-Einzelteilhändlern der Umgebung sogar das ein oder andere Vehikel selber zusammenkaufen.
Telefonanschluss gibt es freilich auch.
Aber im Sinne der Philosophie „NO STRESS“ wurde dieser ausgelagert und findet sich als Orelhão der Telemar direkt vor dem Hotel.
Karten gibt es bei Bedarf von jedem ambulante.
Und auch des nachts steht dem geneigten Besucher auch noch eine Unterhaltung zur Verfügung:
Im Baissement befindet der „Strip Club 13“ diskret aber eindeutig deutlich auf einem weissen Pappschild ausgeschildert.
Hier wird gestrippt, was der Büstenhalter hergibt.
Bis der letzte Fetzen Stoff in der Ecke liegt.
Bis die Mädels ausgepumpt sind.
Bis der Zuschauer in seiner Verzweifelung zu den Eiswürfeln greift.
Bis dass es dem Morgen graut.
Da sowas für manchen Besucher recht schnell geht – nicht jeder gehört zu der schnellen Sorte – wird das ganze auch als Slow Motion für entsprechenden Gegenwert angeboten.
Hierzu kann das Objekt der Begierde auch mitgenommen werden.
Leider steigen aber die Preise proportional mit der Höhe des Stockwerkes, in dem man wohnt, wenn man eines der Mädels in sein Zimmer darüber mitnehmen möchte.
Insider raten indes dazu die gute infrastrukturelle Anbindung des Hotels an der Avenida Brasil zu einem zusätzlichen Motelbesuch zu nutzen.
Also raus aus dem Altbekannten ausgetrampelten Pfaden Rios, rein ins Hotel União an der „Avenida Brasil“.
Wenn nicht beim nächsten Urlaub, wann denn dann sonst?
Aber vertut euch nicht, das Hotel ist möglicherweise belebter, als es wirkt.
Ich selber durfte nicht einchecken, da ich öffentlich bekennender Anhänger der Anti-Kakerlaken-Liga und Anti-Ratten-Liga bin, pingelig und versnobt auf klinisch saubere Umgebung achte, mich nicht auf jede ausgelutschte Matraze lege und generell alles tip-top in Ordnung haben muss und mich somit völlig für den Aufenthalt dequalifizierte …
… bin halt ein verwöhntes Balg und ansonsten ein Schisser, um mich in solch gut infrastrukturell ausgebauten Gegenden aufzuhalten …
Erinnerungen an meinen letzten Rio-Aufenthalt in 2005
Aufregende Begegnung mit brasilianischer "Dame" … einmal anders …
… und da war noch die seltsame Begegnung der dritten Art, die ein Brasilienreisender in seiner kleinen westlichen deutschen printenbackenden Heimatstadt hatte …
… zu Karneval gab es dort im Schutze der Kirche immer eine öffentliche Karnevalsfete. Nicht nur die Musik sondern auch das Essen wurde von Brasilianern organisiert. Die Räumlichkeiten wurden kirchlich verliehen.
Die kleine brasilianische Community hatte Zuwachs bekommen. Eine Frau aus Recife weilte seit neuestem in der Stadt (ich nenn sie mal „Tüdelkirchen“; ich meinte mit „sie“ die Stadt! nicht die Frau!!!), wohnte bei einer anderen Bekannte aus Recife und mischte mit, wenn auch ein wenig scheu und zurückhaltend.
Mein Geschmack war sie nicht. Sie war eher eine recht herbe Schönheit, Mulatta von ca. 25 Jahren, mit langen schwarzen wehenden Haaren und mit Augen wie stechend klare Scheinwerfer. Ihr Lächeln war selten und aber dann immer ein wenig schief.
Das Fest startete und der Brasilienreisende (ich nenn ihn mal „Dietrich“) war gerade wieder mal von seinem viermonatigen Rundtrip durch Brasilien zurück. Während wir so bei Caipi und Bier seinen Geschichten lauschte, kam dann die neue (ich nenn sie mal „Adriana“) vorbei geschlichen. Der Brasilienreisende hatte sie nicht bemerkt, aber dafür ein anderer Brasilianer.
Und der hatte sogleich Dietrich auf Adriana aufmerksam gemacht:
„Hey Dietrich, kennst du schon die neuste Brasilianerin hier in Tüdelkirchen? Die wohnt bei der Clara seit knapp zwei Wochen!“
und deutete auf Adriana.
„Oi Adriana, vem cá!“ (=“Hey, Adriana, komm her!“)
Aber Adriana schien nicht unbedingt interessiert.
Dietrich schaute ihn Richtung Adriana und bemerkte laut und trocken:
„Sei ela! Ela é da praia de Recife!“
Und direkt zu ihr gewendet:
„Você não é uma mulher, você é um homen.“
Und für die umstehenden ohne Portugiesisch-Kenntnisse wiederholte er im breitesten Heimatslang:
„Die kenn isch! Die kommst vom Strand von Recife! Das is keene Frau. Dat isse ne Mann!“
Der Tumult danach ist unbeschreiblich und war von Verwünschungen und Flüchen seitens dem Adriana („Sou mulher sim!“ „Ich bin eine Frau!“) geprägt und weiteren Enthüllungen seitens Dietrich auf Deutsch („Ach hürens doch opp! Ich han dich doch da an Recifes Strand rumposieren sehen! Du bisse ja ne janz billige Transe!“ usw.).
Beide sind sich auf dem Fest nicht mehr begegnet und auch später mied der Adriana die Gegenwart von dem Dietrich …
erfuhr
Careca :wave:
Der Gast ist immer König …
In einem brasilianischen Imbiss (von zwei Deutschen betrieben) in Deutschland (sic!) kamen irgendwann mal Herr Schicki und Frau Micki, um sich an so tollen Sachen wie Bolinhos de Bacalhau, Kibe, Pao de Queijo tot zu futtern. Klar, dass die beiden dann deren begleitendes Pärchen jeweils einen Caipirinha spendierten.
Der Imbissbesitzer ging dann nach hinten und vollführte die Zermonie des Caipirinha-Machens auf höchstem Niveau: alles frisch, weisser Zucker und keine Lime-Verschnitte.
Als er dann die vier Caipis nach einiger Zeit fertig gemacht hatte und den vieren brachte, meinte Frau Micki schnippisch:
„Mit dem Schnell-Sein habt ihr es wohl nicht so, oder?“
Der Mann blaffte nur zurück:
„Wenn Sie einen schnellen Caipirinha haben möchten, der drei Stunden schon vorbereitet offen rumsteht mit Limetten-Lime gestreckt wird, damit er nicht mehr so bitter schmeckt, dann gehn Sie doch in eine ihrer Kneipen. Hier gibt es nur Gutes.“
Sagte es und machte auf den Absatz kehrt und liess eine unangenehm berührte Micki zurück.
Die nahm ein Schlückchen und dann sah man an ihrem freudig überraschten Gesichtsausdruck, dass er ihr offenbar super schmeckte.
Als nach weiteren zehn Minuten die brasilianischen Häppchen für die vier kamen, waren die Gäste schon wesentlich freundlicher …
Tja, das habe ich in Köln erlebt.
Gute Nacht an die Normalos unter uns,
wünscht
Careca :wave:
Betont unauffällig (3)
Betont unauffällig wollten auch Bekannte von mir auf ihrem ersten Brasilienurlaub sein. :roll:
So saßen wir in einem Cafe und beide wollten von mir und meinem Freund wissen (der aus dem zweiten Teil), wie es denn mit der Kriminalität in Rio de Janeiro sei.
So erzählte ich Ihnen meine Geschichte vom extra unauffällig verhalten und wie das die Blicke wie Motten das Licht auf mich zog. Sie grinsten über das, was mir wiederfuhr und wussten sofort, woran es lag. Klar, ich war halt auch zu blöd, war deren Reaktion. Wer den Schaden hat, spottet halt jeder Beschreibung … >:-(
Und dann erzählte mein Freund seine Geschichte, wie ihm seine Kamera geklaut wurde. Beide hörten interessiert zu und dann sagte sie am Ende der Geschichte in ihrer Aachener Tränigkeit: „Also, wie Careca so erzählte, erschien Rio richtig harmlos. Aber wie er das so erzählt, dann scheint es ja richtig gefährlich.“ XX(
Ich grummelte.
Mein Freund und ich gaben den beiden somit am Vorabend vor dem Abflug noch ein paar Verhaltenstipps, damit sie Rio ohne grössere Probleme geniessen könnten:
So wenig wie möglich mitnehmen. Am besten nur das, was in den Hosentaschen passt. Rucksack oder Tasche immer gesichert festhalten. Keine weissen Socken und keine Hawaihemden und so. Klar, das kannten sie offenbar alles schon und meinten es sicher zu vermeiden. Das waren die ersten Tipps. Und dann kamen noch paar andere hinzu.
Sie meinten zum Schluss noch, sie hätten eine Diebstahlversicherung und würden so etwas gelassen entgegen sehen. Sollte jemand ihnen was klauen wollen, dann würden sie sich locker zurück lehnen. Denn schliesslich würden sie alles in Deutschland ersetzt bekommen. |-|
So flogen sie also Richtung Brasilien.
Und nach drei Wochen waren sie wieder zurück.
Und sie waren prompt in Rio de Janeiro ausgeraubt worden.
Beide waren in der legendären „bonde“ (ausgeschrochen „bondschi“) eingestiegen und dort ausgeraubt worden.

Bonde in Rio de Janeiro
Die Geschichte der „bonde“ ist recht interessant:
Die „bonde“ sollte eigentlich Ende der Fünfziger Jahre abgeschafft werden. Doch dann kam der brasilianische Film „Orfeu Negro“ in die Kinos. In diesem Film spielte die „bonde“ Rio de Janeiros eine tragende Rolle. 1959 erhielt der Film in Cannes die „Goldene Palme“ und brachte der „bonde“ einen ungemein starken Popularitätsschub bei den Touristen. Schliesslich rang die Stadt sich durch, die „bonde“ bestehen zu lassen. Als Touristenattraktion und Bevörderungsmittel der eigenen Bevölkerung.
So fuhren also meine beiden Bekannten in der „bonde“ zum Künstlerviertel „Santa Theresa“ hoch. Sie hatten einen Rucksack mitgenommen. Darin befanden sich die normale Brille von ihm (er trug seine stark getönte), die Stadtkarte, ein dicker Reiseführer, eine Kleinbildkamera und ein Regenschirm. Der Rucksack lag locker und ungesichert über sein Knie. Er hatte dabei extra versucht keine Aufmerksamkeit mit dem Rucksack zu erregen. Unauffällig halt. ;D
Aber nicht lange. Schon bald standen beide ungewollt im Mittelpunkt.
Ein Dieb entriss ihm den Rucksack und sprang von der fahrenden „bonde“ ab und rannte den Weg der „bonde“ zurück. Während seine Freundin sauer dem Dieb hinterherbrüllte, sprang ihr Freund ebenfalls ab. Aber in die falsche Richtung (in Fahrtrichtung) und überschlug sich erstmal auf dem Aspalt. Dann sprintete er dem 100 Meter entfernten Mann hinter her. Vergeblich. Der Dieb war weg. :roll:
So trafen wir uns also nach deren Urlaub wieder.
Die Versicherung zahlte. Das war klar. Der Fall war ja aktenkundig.
Nur die verstauchte Hand von ihm tat noch immer weh. Und den ganzen Urlaub über musste er mit der getönten Brille verbringen. Bei Sonnenschein war das ja nicht das Problem. Nur des Nachts war alles dunkler als normal. :))
Was sie am meisten jedoch wurmte, war, dass gerade sie überfallen wurden, obwohl sie versuchten unauffällig zu bleiben, dass der Fotoapparat im Rucksack war und sie keine guten Fotos mehr machen konnten, dass sie ihren Reiseführer nicht mehr hatten, und dass trotz Versicherung sie nicht locker geblieben waren … :. :**:
Naja, betont unauffällig U-(
Betont unauffällig (2)
Die eigentliche Frage, die man sich als Tourist stellt, könnte freilich heissen:
Sind wir Touristen eigentlich besonders blöde? Das wir immer so leicht zu plündern sind, auf dem heissen Asphalt Brasiliens?
Die Antwort kann nicht gegeben werden, da das Wort „blöd“ mit der ganzen Sache nichts zu tun hat. Sie kann nur fallweise gegeben werden.
Ein brasilianischer Freund von mir ist in Rio de Janeiro (Stadt) ausgeraubt worden. Das ging ganz einfach und auch unauffällig.
Mein Freund hatte zu der damaligen Zeit einen Job als Fotografen jener bekannten Blutzeitung, die man sich an jeder „banca de jornais“ (Kiosk) in Rio kaufen kann. Sein Job war es einen Reporter zu begleiten und all jene Opfer von Vergewaltigungen, Erschiessungen und Verstümmelungen in Szene zu setzten.
Nachdem mal wieder ein Job beendet war, lies er sich in einem Strassencafe nieder, um ein Chopp (ein Glas Bier) zu trinken.
Nach kurzer Zeit rempelte ihn in seinem Stuhl ein peruanisch aussehender Mann mit Anzug (billig, aber nicht alt). Zudem ergoss sich eine Ladung Batata fritas (Pommes) mit Ketchup über dessen Schulter. mein Freund sprang auf und versuchte instinktiv zu verhindern, dass die ketchup-getränkte Masse auch noch seine Hose versaute. Der Mann muss wohl sehr kooperativ reagiert haben. Er hatte ein Taschentuch und versuchte damit Schaden zu verringern.
Mein Freund war verständlicherweise sauer, aber der Mann beschwichtigte ihn und gab ihm eine Visitenkarte und bat meinen Freund, die Reinigungsquittung an ihm zu schicken. Er würde dann umgehend ihm das Geld zu schicken (?; überweisen?).
Der Mann verabschiedete sich von meinem Freund und mein Freund setzte sich hin und nahme einen Schluck aus seinem Chopp.
Als er zu seinen Füssen schaute, war seine Kameraausrüstung im damaligen Werte von ca. 2000 DM (1000 Euro) weg.
Er kannte diesen Trick, Menschen zu berauben, indem man deren Aufmerksamkeit stark ablenkt und er war sich sicher, darauf nie reinzufallen.
An jenem Tag fiel er darauf rein. Er verlor infolgedessen seinen Job bei jener Zeitung.
Seitdem hat er Vorurteile gegen jeden der peruanisch ausschaut (und er weiss den Grund dafür).


