Sprachkonvention

Wie heißt denn dieses Jahr nun korrekt?
Traditionell „Zweitausendzehn“ oder Politik-Agenda-mäßig „Zwanzigzehn“?
Oder ganz im Sinne der kommenden Fußballweltmeisterschaft „Zwei Null Eins Null“?

Das Wichtigste vom Tage: Cheerio, Miss Sophie, me gal…

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, … Ohne den Mauerfall … völlig anders verlaufen … Herausforderungen der Wiedervereinigung … Kraft der Freiheit … Mut für das neue Jahr und das nächste Jahrzehnt … fern von ihren Lieben … unter Einsatz ihres Lebens … dieser Auftrag … Soldaten, Polizisten und zivilen Aufbauhelfer … nie wieder Gefahr … unsere Sicherheit … unser Wohlergehen … Verantwortung … kein Silvester wie jedes andere. … Gerechtigkeit und Menschlichkeit … die schwerste Wirtschaftskrise … Verantwortung für die nächsten Generationen … Wohlstand erhalten … Krise meistern … neue Regeln … Maßlosigkeit und Verantwortungslosigkeit … Sicherung der Arbeitsplätze … Wachstum … mit mehr Wachstum klug aus der Krise … Ausrede … mehr denn je … Willen … Bereitschaft … Klimakonferenz … Zögern … Eigensinn … globale Probleme … eigene Wirtschaftsweise … mehr Nachhaltigkeit … Umbau … Nachhaltigkeit … gute Geist des Zusammenhalts … Jahr der Krise … freuen … Fußballweltmeisterschaft … Kraft der Freiheit … Erfahrung des Miteinanders … ganz andere Herausforderungen … Herausforderungen unserer Generation meistern … ein glückliches und ein gesegnetes Jahr 2010.“

Miss Sophie: As I was saying, I’ll retire…
James: Ya… ya. By the way, the same procedure as last year, Miss Sophie?
Miss Sophie: The same procedure as every year James!
James: Well, I’ll do my very best!

Das unheimliche Hasen-Wunder

Inzwischen geistert zur Weihnachtszeit eine spezielle Hasengeschichte durchs Internet. Die Kurzhandlung der Geschichte ist in etwa so, dass des Nachbarn Hasen stirbt. Dieser vergräbt den toten Hasen heimlich und findet ihn dann später sauber gefönt in seinem Hasenstall wieder.
So oder so ähnlich lautet die Geschichte momentan im Internet und jeder will die Geschichte von seinem Nachbarn erfahren haben.

Manche Cineasten werden sicherlich sofort reagieren und sagen, der Gag käme ihnen bekannt vor. Er sei aus dem Film »Nach Fünf im Urwald« (1995 mit Franka Potente; sie drehte drei Jahre später den Erfolg Tom Tykwers »Lola rennt«). Als ich den Film damals sah, erinnerte ich mich an den Zeitungsartikel, den ich einige Jahre zuvor ausgeschnitten und aufbewahrt hatte.

Ich denke, er passt jetzt ganz gut als Weihnachtsgeschichte. Die Geschichte erschien in der Wochenendausgabe der »Süddeutschen Zeitung« vom 25./26. März 1989 (SZ Nr. 70).

Viel Spaß beim Lesen.
Zum Vergrößern des Bildes dieses anklicken:

Hasenwunder

Frohes Fest allerseits,

wünscht Euch

Careca

Weiße Flächen und eine S-Bahnstation

Was vorher geschah:
Prolog, Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11, Teil 12, Teil 13

***

Durch die Fenster des Wohnzimmers drang das fahle Dämmerungslicht des endenden Tages. Die dunkelbraune Schrankwand des Wohnzimmers schien das gedämpfte Licht der Tütenständerlampe in der Wohnzimmerecke aufzusaugen. Bereits unten von der Straße aus war die alles dominierende Schrankwand des Wohnzimmers sichtbar.

Mein Gastgeber war ein fast 60-jähriger, grauhaariger Herr. Sein Name war Aloisius Küfer. Dessen Adresse hatte ich von dem Ehepaar aus Remagen per Email geschickt bekommen.

Oder besser gesagt, mein alter Arbeitgeber hatte mein Email-Postfach eingesehen, jene Mail ausgedruckt und sie mir mit meinem Entlassungsschreiben zugeschickt. Die private Nutzung meiner Firmen-Email-Adresse wäre mir per Arbeitsvertrag nicht erlaubt. Und nachdem ich bereits eine erste Abmahnung wegen privater Nutzung von Firmeneigentum erhalten hatte, kam jetzt die fristlose Kündigung.
Mein Rechtsanwalt ist inzwischen mein bester Freund und meine Rechtsschutzversicherung sein Liebling. Nachdem meine Frau die Scheidung gefordert hat, ich darauf in eine eigene 1 1/2-Zimmer-Wohnung umzogen bin, hatte sie über ihren Rechtsanwalt 30% meiner Einkünfte für sich als Lebensunterhalt gefordert. Sie argumentierte damit, dass ich wegen meines Umzugs erheblich geringere Lebenshaltungskosten hätte und ich dementsprechend die Zahlung problemlos leisten könne.

Der Duft von Kaffee riss mich aus meiner Betrachtung der Schrankwand. 13 Türen und sieben Schubladen hatte ich gezählt. Alle waren geschlossen. Die gesamte Schrankwand wirkte auf mich erdrückend, monolithisch. Der Ausdruck »Schalker Barock« kam mir in den Sinn.

Aloisius Küfers hatte mir einen Kaffee hingestellt. In seinem dunkelgrauen Pullunder mit jenen Bürokraten-Ärmelschoner, dem darunter getragenen weißen Hemd mit der grau-gemusterten Krawatte wirkte er auf mich wie aus dem Heinz-Erhard-Zeitalter. Eine Kopie der Lieblingsfigur von Heinz Erhard, jenem Büroangestelltem ›Willy Winzigs‹. Küfers hellgraue Stoffhose war einwandfrei gebügelt. Die haarscharfe Bügelfalten in der Mitte der Hosenbeine ließen keinen Zweifel aufkommen: Küfer wollte ein ordentlicher Mensch sein. Als er sich in dem Cocktailsessel neben dem Sofa niederließ, zupfte er seine Hosenbeine hoch. Lange dunkelgraue Socken in seinen Filzpantoffeln kamen zum Vorschein.

Bis auf seine Schrankwand schien der Mann ein Faible für Grautöne zu haben. Seine Haare waren sauber gescheitelt und mittels Haarpomade auf seinem Kopf enganliegend, aber sie waren ebenfalls grau und deshalb machte Herr Küfer nicht wirklich einen strengen Eindruck. Trotz seines sauberen Scheitels und der grauen Hosenbügelfalten. Selbst sein Cocktailsessel und das Sofa, auf dem ich saß, waren grau. Und ebenso der Aktenordner, den er aus einem Nebenraum geholt hatte, er war grau. Herr Küüfer hatte ihn mir auf dem Nierentisch geöffnet hingelegt. Das niedrige Sofa machte es mir schwierig, in den geöffneten Ordner zu schauen.

»Sind das jetzt die Papiere des PentAgrion?«, wollte ich wissen.
»Nicht ganz.«
»Was heißt ›nicht ganz‹?«
»Es sind Ausschnitte. Wenn Sie sich vor Augen führen, dass der Ethnologe PentAgrion zehn Jahre in seinen Aufzeichnungen niedergeschrieben hatte, dann wird Ihnen klar sein, dass dies nicht das Gesamtwerk ist.«

Ich schaute mir die Seiten im Ordner an. Es waren zweifelsohne Ausdrucke aus dem Internet, versehen mit dem Druckdatum und der Quelle, also der Internet-Adresse.

»Das Ehepaar aus Remagen meinte, dass Sie eine komplette Kopie aller Papiere des PentAgrion vorliegen hätten.«
»Nicht ganz. Sie hatten mir zwar alle Papiere kopiert zugeschickt, aber es gab wohl einen Transportschaden bei der Post. Die an mich gerichtete Sendung war jedenfalls in Unordnung. Mein Paket war aufgerissen und viele Papiere sind in Folge des Transportschadens verloren gegangen.«
»Warum haben Sie es nicht nochmals aus Remagen schicken lassen?«
»Eine komplizierte Geschichte. Ich bin mit dem Ehepaar in Streit geraten. Wegen einer Kleinigkeit.«
»Geld? Ging es um Geld für die Papiere?«
»So in etwa. Aber darüber möchte ich jetzt nicht reden. Wichtig ist erst einmal, dass die hier vorliegenden Kopien eh schon verdammt umfangreich sind. Und das ganze ist nicht einfach zu lesen.«

Ich blätterte in dem Ordner und überflog ein paar der Seiten sehr grob. »Der Gottesbeweis durch vollständige Induktion« hieß die Überschrift eines Kapitels:

»Es gilt zu beweisen, dass aus der Menge der natürlichen Zahlen für die Zahl n erst einmal n=1 gilt und dass damit die Eins-Existenz Gottes belegt wird. Auf dieser Basis hin ist dann lediglich noch zu zeigen, dass Gott für alle Zahlen n auch mit n+1 existiert. Denn existiert immer eine um eins größere Menge Gottes, dann ist einwandfrei mathematisch bewiesen, dass Gott existiert und gegen unendlich strebt. Somit wäre bewiesen, dass Gott allumfassend und größenunabhängig sein würde.«

Es folgten eine Reihe mathematischer Konvergenzkriterien und Formeln. Ich las nicht mehr, sondern versuchte das Ende dieser vollständigen mathematischen Induktion zu finden. Eine mathematische Antwort auf die einfache Frage des Gottesbeweises. Wie verführerisch.

»Hm. Ich finde das Ende der vollständigen Induktion nicht. Haben Sie das zufälligerweise irgendwo?«
Aloisius zuckte mit den Achseln.
»Ich bedaure. Leider gehört das Ende des Beweises zu den Seiten, die verloren gingen.«
»Hatten Sie mal in Remagen nachgefragt, ob der Gottesbeweis mit der vollständigen Induktion geglückt ist?«
Er schüttelte wortlos den Kopf. Offenbar hatte auch er keine Information dazu. Vielleicht auch wegen dem Streit zwischen ihm und den beiden aus Remagen. Der Streit war wohl wichtiger als die Antwort auf die Gottesbeweisfrage, sonst wäre die Antwort im Ordner abgeheftet gewesen.

Ich blätterte weiter. Auf einer Seite stach mir die Überschrift »Unter dem Pflaster liegt der Strand« ins Auge. Hieß nicht mal so eine Zeitschrift von dem jetzigen EU-Abgeordneten Daniel Kohn-Bendit und dem ehemaligen Außenminister Joschka Fischer?

Seiten später fiel mir unvermittelt ein Satz auf: »Auf Usjh gab es das nicht« Usjh? War das nicht der Planet, von dem PentAgrion stammen sollte? Ich las mir den Absatz quer. Er handelte über die Sucht von Ski-Fahrer, sich im Winter einer besonders verhassten menschlichen Tätigkeit hinzugeben: dem Sich-anstellen in Warteschlangen. Gerade im Winter erfreuten sich Menschen daran, lange Zeit in Warteschlangen zu verharren, nur um nachher einen Hügel oder Berg hochgezogen zu werden, um dem dann noch schneller wieder herunter zu kommen. PentAgrion hatte den Eindruck, der Mensch wolle das Weiße der Hügel auf diese Weise abtragen. Denn einen tieferen Sinn in dieser Handlung konnte er nicht erkennen. Auf ›Usjh‹ war ihm dieses irrationale Verhalten unbekannt. Weiß erschien PentAgrion als eine für die Menschheit verhasste Farbe. So verbannten die Menschen täglich unzählige Mengen weißer Stengel, ja sie entfachten die Glut der Stengel zielgerichtet durch das tiefe Luftholen der Menschen. Sie nutzten sogar zum eigenen Schutz Filter, um die Gefährlichkeit des inhalierten Rauches zu mindern.

RasenschildAndererseits fand PentAgrion heraus, dass auch die Farbe ›grün‹ als Bedrohung der Menschheit angesehen wird. Denn er traf oft Schilder, die das Betreten von Grünflächen gemeinhin als unerwünscht erklärten. Was PentAgrion dann allerdings überhaupt nicht verstand, war, dass die Ski-Fahrer solange ihrer Tätigkeit nachgingen, bis dass das ›weiߋ durch ›grün‹ weggefahren worden war. Kam ›grün‹ zum Vorschein hörten die Ski-Fahrer sofort auf zu fahren und betraten die grüne Fläche mit ihren Brettern nicht mehr. Andererseits streben die Menschen auf die höchsten Berge dieser Welt, um dort im tödlichen Weiß der Berggipfel als Eissäulen zu verenden. Das Betreten weißer Flächen ist bei den Menschen aber gemeinhin nicht unerwünscht. »Auf Usjh gab es das alles so etwas nicht« schrieb PentAgrion dazu noch einmal als Quintessenz.

»Was hat es eigentlich mit dem Planeten ›Usjh‹ auf sich?«
»Nun, es ist der Planet, von dem PentAgrion gekommen sein soll.«
»Ja, das weiß ich. Nur was bedeutet es? Steht zu diesem Planeten genaueres in den Papieren drin?«
Der Mann schüttelte verneinend seinen Kopf.
»Die Papiere geben nicht viel Informationen dazu. Der Planet ›Usjh‹ wird immer wieder erwähnt, mehr nicht.«
»Kein einziger Hinweis?«
»Nicht direkt. PentAgrion erwähnt, dass die Erde schon in früheren Zeiten von Bewohnern des Planeten ›Usjh‹ Besuch erhalten hat.«
»Wann früher?«
»Er gibt keine genauen Zeiten dazu an. Aber er erwähnt immer wieder das Volk der ›Nuru‹.«
»›Nuru‹? Etwa Sarah Nuru?«
Der Mann lachte.
»Immer wenn der Name ›Nuru‹ fällt, denken jetzt alle an das letzte ›Germans Next Topmodel‹ Sarah Nuru. Nein. Das Wort ›Nuru‹ kommt eigentlich aus dem Japanischen und heißt soviel wie ›schlüpfrig, glitschig‹. In Japan gibt es eine Form der Massage, die ›Nuru‹-Massage. Die Massierende ölt den Klientel ein und massiert ihn dann mit ihrem ganzen nackten Körper.«
»Also sind die ›Nuru‹ die Erfinder der erotischen Ganzkörpermassage?«
»Nein, nein. Überhaupt nicht. Das Volk der ›Nuru‹ erhielt seinen Namen vielmehr wegen ihrer Fähigkeit sich anzupassen. Unter Dicken waren sie dick, unter Dünnen dünn, unter Intelligenten intelligent und unter Dummen dumm. Die perfekten Chamäleons. Einige sollen den Inkas von Machu Picchu und Choquequirão angehört haben, andere sollen an den Kulthandlungen bei Stonehenge beteiligt gewesen sein. PentAgrion hat aber auch Hinweise gefunden, dass ›Nuru‹ bei den alten Germanen gelebt haben sollen.«
»Wer sagt das? Gibt es dafür Beweise?«
»Nein. Nur äußerst schwache Indizien, die PentAgrion zusammen getragen hatte.«
»Welche?«
»Die Einbeziehung der Astronomie in Kulthandlungen, Kultur und Philosophie.«
»Das soll spezifisch für die ›Nuru‹ sein?«
»Nein. Aber ›Nuru‹ waren wohl meistzeit darin involviert.«
»Die Spuren der ›Nuru‹ finden sich nur im Altertum?«
»Indizien, nicht Spuren. Denn jene Kulturen haben keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen. Jedenfalls keine, die in der heutigen Zeit dechiffrierbar sind. Nein, nicht nur im Altertum. PentAgrion fand Hinweise, dass die ›Nuru‹ auch in unserer Zeit noch leben. Selbst hier in Deutschland.«

Bei mir stellte sich ein hohles Gefühl in der Magengegend ein. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass diese Geschichte zu absonderlich wurde. Die Papiere des PentAgrions erschienen mir anfangs wie ein philosophisches Werk, aber jetzt erschien mir das ganze eher wie die Geschichte von Sektierern. ›Usjh‹. ›Nuru‹.

»Ich wette, Sie glauben, dass ich anfange zu phantasieren, nicht wahr.«

Ich schüttelte hastig verneinend meinen Kopf. Nur nicht unhöflich werden, dachte ich zu mir selber und versuchte interessiert drein zu schauen. Herr Küfer fuhr fort:

»Es wirkt alles recht unwirklich. Gerade wir Deutsche sind doch in Sachen Völkerfragen immer so sensibel. Das ist ja auch kein Wunder, denn wir sind ein ziemlich pluralistisches Volk: Bayern, Preußen, Schwaben, Badenser, Schlesier, Sudeten, Sachsen, Westfalen, Rheinländer, Ostfriesen und so weiter und so fort. Jedes deutsches Völkchen beruft sich offen auf seine Traditionen und das Recht, diese leben zu müssen und zu dürfen. Die ›Nuru‹ lassen sich aber nicht so offensichtlich in solchen Forderungen wiederfinden. Wie ich bereits schrieb, sie sind Chamäleons.«
»Sie meinen die ›Nuru‹ sind ein Volk nicht im Sinne eines Volksstammes sondern im Sinne einer Abstammung?«
»So in etwa. Sie sind ein Volk mehr in geistiger Hinsicht. Sie verstehen?«
»So wie das Volk der Dichter und Denker?«
»So in etwa.«
»Haben Sie Beweise?«
»Nein.«

Herr Küfer zuckte bedauernd mit den Schultern, während ich den Ordner weiter durchblätterte. Beim Blättern stieß ich auf Fotos. Eines zeigte eine alte Betonkonstruktion, es erschien mir wie eine alte trostlose Bahnstation. In der Bildunterschrift stand »S-Bahn Station ›Oberwiesenfeld‹« geschrieben.

»S-Bahn Station ›Oberwiesenfeld‹? Ist das hier in München?«
Herr Küfer nickte.
»Jene S-Bahn Station ›Oberwiesenfeld‹ ist besser bekannt unter dem Namen ›Olympiastadion‹. Sie war zwischen 1972 und 1988 in Betrieb. Seit der Fußball-EM 1988 verfällt sie. Inzwischen ist sie eine Ruine.«

Oberwiesenfeld

»Die Fotos sind aber nicht von PentAgrion.«
»Nein, sie sind von mir. Ich habe sie in den letzten Wochen gemacht. Die Bahnstation ist nicht so leer wie sie ausschaut. Schauen Sie mal hier.«
Er deutete auf das unterste Foto. Es zeigte eine Seite der mit Graffitis besprühten Wand des Betongebäudes.

Bahnhof

»Sehen Sie das? Da waren nicht nur Obdachlose, da existiert eine intelligente Untergrundkultur.«

Er erzählte mir darauf, dass er selber der Spurensuche des PentAgrions verfallen sei. Und er meinte inzwischen auch Spuren der ›Nuru‹ gefunden zu haben. Die Plakate an den un-einsehbaren Wänden der verfallenen S-Bahnstation stellten für ihn so ein Indiz dar.

Ich wusste nicht, wie ich auf dieses reagieren sollte. Innerlich spottete ich über den heiligen Ernst des Herrn Küfers. Nicht nur die haarscharfen Bügelfalten seiner Hose auch die ausgeprägten Kniffe in den grauen Sofakissen zeigten mir, dass Herr Küfer pedantischer Natur sein müsse. Was seine Lebensweise als auch seinen Forschungsdrang anbetrafen. ›Nuru‹. ›Usjh‹. Das erschien mir eher wie ein Auswuchs der Phantasie. Eine Manie. Der Versuch in allem ›PentAgrion‹ zu sehen, wo PentAgrion nicht drin war.

Ich fragte Herrn Küfer, ob ich eine Kopie seiner PentAgrion-Traktats erhalten könne. Die Kopierkosten würde ich ihm auch im Voraus auslegen. Die Papiere des PentAgrion waren es, weswegen ich den Herrn Küfer aufgesucht hatte. Nicht mehr und nicht weniger. Herrn Küfer stimmte mir zu, meinte aber, dass er es in diesem Jahr nicht mehr schaffen würde. Im Januar könne er mir sicherlich die Kopie aushändigen. Ich war einverstanden und reichte ihm 50 Euro mit einen Zettel meiner Telefonnummer. Herr Küfer nickte bedächtig, als ich den Ordner wieder schloss und ihm überreichte. Mit seinem Ärmelschoner wischte er sorgsam über den Ordner, als ob er Fingerabdrücke von mir wegwischen wollte.

»Also dann bis im Januar, Herr Küfer?«
»Bis im Januar. Es hat mich gefreut, ihre Bekanntschaft gemacht zu haben.«

Draußen auf der Straße war es regnerisch kalt. Ich schlug meinen Jackenkragen hoch und stapfte durch den Schneematsch zur Bushaltestelle. Bis zum Januar, dachte ich mir und ich warf nochmals einen Blick zurück auf das Gebäude und die erste Etage, wo Herr Küfer wohnte.

Das Fenster schimmerte in der Dunkelheit. Es war mir, als ob der monolithische Schrankwandblock durch die Dunkelheit hindurch mir nachstarren würde. Aber in Wahrheit war da nichts.
Überhaupt nichts.
Nichts außer meine Einbildung.

(Fortsetzung)

Ist das auch Ihr Laden?

In der Schlange an der Kasse stand er vor mir. Er erinnerte mich ein wenig an Hermes Phettberg. In seinen Händen hielt er einen 50-Euro-Schein und eine DVD. Weil er die DVD in seiner rechten Hand ohne Unterlass drehte, konnte ich frühzeitig den Titel lesen: „Mondo Topless“.

Ich erinnerte mich daran, dass es in der kleinen Nachbarstadt, in der ich zur Schule ging, ein altes Kino-Gebäude gab. Der Gedanke an das Kino ruft in mir Erinnerungen a la „Cinema Paradiso“ wach, an jenen Film, der auf unvergleichlicherweise dem Kino huldigt. In jenem Kleinstadt-Kino liefen immer die aktuellsten Filme. Aber das Kinosterben der 80er Jahre hatte auch jenes Kino erfasst. Die Leute gingen nicht mehr ins Kino und so versuchte sich der Kinobesitzer mit billigen Filmen über Wasser zu halten. Exploitationfilme stellten den Unterbau des wöchentlichen Programms dar. Die „Mondo“-Filme gehörten zu dieser Strategie.
„Mondo“, das war für mich gleichbedeutend mit „frei ab 18 Jahre“. „Mondo Topless“, „Mondo Nude“, „Mondo Cannibale“, „Mondo Cane“ und wie sie alle hießen. Sie liefen in jenem Kino länger als mancher James-Bond-Film. Ob sie mehr Zuschauer hatten, weiß ich nicht, aber sicherlich weniger Lizensgebühren für das Vorführen.

„Mondo Topless“ ist nebenbei nicht wirklich ein brutaler Film im Vergleich zu „Mondo Cane“. „Mondo Topless“ ist ein Film von Russ Mayer und inzwischen schon fast 44 Jahre alt.

Die Schlange an der Kasse schob sich vorwärts und das „Hermes Phettberg“-Double war an der Reihe zu zahlen. Der Mann übergab die DVD und den 50-Euro-Schein. Die Kassiererin hielt den Scanner auf den Barcode und schaute den Mann an.

„Ich brauch ihren Personalausweis.“
„Wie bitte?“
„Ich brauch noch ihren Personalausweis. Ich muss die Nummer ihres Personalausweises notieren.“
„Wozu?“
„Es ist wegen dem Jugendschutz.“
„Denken Sie ich bin unter 18?“
„Das ist egal. Ich brauch ihren Personalausweis.“
„Ich hab ihn nicht dabei.“
„Ich brauch aber ihren Personalausweis, um die Nummer zu notieren.“
„So ein Scheiß.“

Der Mann machte eine abwehrende Handbewegung, drehte sich ab und verließ die Kasse mit schnellen Schritten.

„Wollen Sie nicht mehr? Hey, ihre 50 Euro!“

Der Mann drehte sich nicht um, ging ohne Zögern auf einen Aufzug zu, dessen Türe öffnete sich in dem Moment, er stieg ein und die Türe schlossen sich. Für einen Moment konnte ich dabei sein Gesicht sehen. Er warf einen Blick auf den Ausgang des Media-Marktes.
Die Kassiererin schrieb etwas auf einen Notizzettel und legte den 50-Euro-Schein in die Kasse

An der Kasse erblickte ich dann die Aushangzettel. Auf ihnen wurde erklärt, dass der Laden bei „FSK 18“-Produkten von jedem Käufer die PA-Nummern registrieren werde. Dieses geschehe im Sinne des Jugendschutz. Diesen würden die Leitung des Media-Marktes sehr ernst nehmen.

Sehr ernst. Datenerfassung ohne Sinn und Verstand.

Ist sowas wirklich sein Laden? Passen würde es ja zu Mario Barth. Bei ihm bezahlen ja auch Menschen Eintrittspreise für nichts und wieder nichts.

Der ganz normale Wahnsinn

Das Ziel ist nahe. 50 Feinde soll ich gemäß meines Auftrages töten. Und aber maximal nur 3 Zivilisten.

Ausgerüstet mit der israelischen Tavor Tar-21 und 420 Schuss Munition hatte ich mich auf die stattliche Anzahl von 48 erschossenen Feinden herangekämpft. Der Feind ist gnadenlos, selbst schwer verwundet feuert dieser auf mich. Ich befinde mich in permanenter Gefahr für Leib und Leben. Mehrere musste ich deshalb einen Fangschuss setzen. Nichts bleibt mir erspart. Der Feind besitzt auch noch arg bissige Schäferhunde. Sechs dieser treuen Gesellen musste ich erschießen, zweien habe ich einfach mit bloßen Händen das Genick gebrochen. Das Leben ist gnadenlos.

Der Kampf unter dem blauen Himmel Rio de Janeiros zieht sich hin. Christo Redentor
Noch zwei Feinde. Vom Corcovado lacht mir mit ausgebreiteten Armen der Christo Redentor entgegen. Auf der rechten Seite kann ich sogar den Zuckerhut erkennen. Mein Kampfgebiet ist eine Favela im Süden der Metropole Rio de Janeiro. Bewaffneten Feinde rufen mir immer wieder zu, dass ich gefälligst aus deren angestammten Zuhause abhauen soll, dass ich hier nichts zu suchen habe. Aber ich tue ihnen den Gefallen nicht. Auftrag ist Auftrag. Und es ist ein heherer Auftrag. Es geht nicht bloß ums Töten. Es geht um Frieden, Freiheit und Demokratie. Gegen die Diktatur einzelner Warlords.

Noch zwei Feinde. An der Munitionskiste versorge ich mich nochmals mit Munition und Handgranaten. Der Herzschlagsensor zeigt mir Feindaktivität hinter einer der Favela-Hütten an. Oder sind es Zivilisten? Der Sensor zeigt keinen Unterschied. Ich muss es riskieren. Nur ein toter Feind ist ein guter Feind. Handgranate entsichert und blind geworfen, drei hintereinander. Explosionen und Rauchwolken hinter der Favela-Hütte. Der Zähler der vernichteten Feinde erhöht sich um eins: 49 tote Feinde. Dummerweise auch Kollateralschaden: zwei Zivilisten hat es auch erwischt.

Pao de AcucarEgal. Auftrag ist Auftrag. Wir leben im Krieg. Entweder der Feind oder ich. Der Feind kennt kein Erbarmen. Wieso sollte ich?

Der 50. Feind wird auch noch dran glauben müssen. Wie seine 49 Kameraden zuvor. Das ist mein fester Wille. Erneut werfe ich Granaten Richtung Zuckerhut. Explosionen erschüttern die Umgebung. Und dann die Stimme: „Glückwunsch. Sie haben ihren Auftrag erfolgreich erfüllt.“

Der 50. Feind ist vernichtet, die Favela die reinste Leichenstätte. Zufrieden lehne ich mich zurück.

Der Feind ist vernichtet.
„Vernichtet“.
Was für ein schönes, beruhigendes, entspannendes Wort.

Die nächsten Aufgaben warten. Mit einem Sniper-Gewehr. Das Töten der infamen Feinde auf Distanz. Die Kugel aus der Entfernung in den Kopf des Feindes. Und wenn die dann noch zucken, gleich noch eine Kugel. So ist das PC-Spiel „Modern Warfare 2“. Ein Spiel um Leben und Tod. Auch unter der Sonne Rio de Janeiros, im Angesichts des huldvoll lächelnden Christo direkt am Zuckerhut.

Wie bitte?
Das Spiel ist brutal?
Es gehöre verboten?

Aber nie und nimmer, lieber Leser! Solange wir in der Realität im Auftrage der Bundesregierung am Hindukusch den Feind der Freiheit bekämpfen, solange wir zusammen mit unserer James-Bond-Inkarnation, dem Kriegsminister zu Guttenberg, in der realen Welt Krieg machen dürfen, solange darf ich in „Modern Warfare 2“ die Feinde der Demokratie und Freiheit auch virtuell mit allen waffentechnischen Mitteln bekämpfen. Denn um nichts anderes geht es in „Modern Warfare 2“.

Und kommt nun mir keiner, ich wäre ein potentieller Amok-Läufer. All die deutschen Afghanistan-Veteranen mit ihren physischen und psychischen Schäden werden noch weit bedrohlicher, wenn die erstmal feststellen, was die Bundesregierung bei den Pflegebedürftigen an Leistungen gestrichen haben wird. Da ist meine Frustration, wenn ich in „Modern Warfare 2“ wieder mal in einem Hinterhalt gerate und die Landschaft auf dem Bildschirm rot verschwimmt, diese Frustration ist dagegen noch ein schöner Erfolgsmoment.

Was ich persönlich als perverser empfinde?
„Modern Warfare 2“ oder die deutsche Kriegsbeteiligung in Afghanistan?
Die Antwort ist klar: Nicht das eine ist perverser als das andere. Denn beides liegt voll im Trend des Zeitgeistes. Militär ist wieder in. Noch nie war Verteidigung unserer deutschen Demokratie am Hindukusch so schmuck und gut angezogen wie zu Guttenbergs Zeiten.

Viva la destruction!
Viva le plaisir en déclin!
Viva la mort!

Bücher zum Selberbasteln – Softwareunterstützung bei der Bucherstellung (5)

Der Link zu den Teilen zuvor:
Bücher zum Selberbasteln – BoD und Lulu im Vergleich (1)
Bücher zum Selberbasteln – Preisvergleich Produktionskosten (2)
Bücher zum Selberbasteln – Drei Verlage, drei Druckergebnisse (3)
Bücher zum Selberbasteln – Sein eigenes Buch veröffentlichen (4)

***

Jetzt komme ich zum letzen Teil und Schluss dieser langen Serie, versprochen.

(… wer eingeschlafen ist, bitte jetzt schon mal die Hand heben! Hm? Niemand hebt die Hand? Gut. Und weiter geht’s …):

Die Frage nach Software, die bei der Bucherstellung sinnvoll den Autor unterstützten könnte, wird häufig im Internet gestellt. Basis für die eigene Schreibarbeit ist ein Programm, welches bei Rechtschreibung und Grammatik helfen kann. Hier ist das kostenfreie OpenOffice-Paket zu nennen, welches ohne Probleme mit dem MS-Office mithalten kann.
Derjenige, dem ein Office-Programm „zuviel drumherum“ ist und sich ganz auf das reine Schreiben fokussieren will, der sollte das Programm „Q10“ (Freeware; http://www.baara.com/q10/ ) ausprobieren. Es kann auf der angegebenen Internetseite mit deutscher Rechtschreibprüfung herunter geladen werden.

„Q10“ als auch die Textverarbeitung eines Office-Pakets taugen sicherlich, um konzentriert an Kapiteln oder Szenen zu arbeiten und dann entsprechend abzuspeichern. Aber um ein Werk in seiner Gesamtheit zu überblicken und zu organisieren, sind beide nicht wirklich die richtigen Programme. Ein Werkzeug speziell zu diesem Zweck ist beispielsweise Software „yWriter5“ (Freeware; umschaltbar auf deutsch; http://www.spacejock.com/yWriter5_Download.html ). Es hilft dem Autor, das zu schreibende Werk auf vielfältiger Weise bis ins letzte Detail zu organisieren. Mit „yWriter5“ läßt sich das gesamte Projekt mit seinen einzelnen Dateien verwalten.
Mit „yWriter5“ lässt sich das Projekt jedoch nicht in die passende Buchform bringen, um es bei einem Druckverlag wie BoD, Lulu, Shaker-Media, etc. hochzuladen. Entweder verwendet man hierfür wieder ein Office-Programm (in welchem alle Kapitel der Reihenfolge entsprechend hineingebracht werden).
Oder der Autor verwendet ein Layout-Programm. Solch ein Programm empfiehlt es sich immer dann zu verwenden, wenn Text gestaltet werden soll, wenn Grafiken und Fotos in dem Text eingearbeitet werden sollen. Ein Office-Programm kann das zwar auch, aber wer schon einmal ein Werk versucht hat, mit mehreren Abbildungen in einem Office-Programm sein Werk in vernünftige Bahnen zu lenken, der weiß, dass dieses oft zwar kein Blut, aber dafür umso mehr Schweiß und Tränen kosten kann.

Auf Unix/Linux-Seite gibt es hierfür das berühmt berüchtigte, aber recht geniale LaTEX-Programm (Freeware). Leider ist das Programm recht einarbeitungsintensiv.
Wesentlich einfacher lässt sich ein anderes Layout-Programm verwenden: Scribus (Open Source Freeware; http://www.scribus.net ). Scribus läuft nicht nur auf Unix/Linux-Plattformen, sondern auch auf WINDOWS, OS/2 Warp und 4/eComStationen. Selbst den Apfel-Jüngern wird eine entsprechende Version für das Betriebssystem Mac OS angeboten.
Mit Scribus lassen sich nicht nur Flyer, Visitenkarten, Faltblätter und Zeitschriften erstellen. Mit Scribus wird auch die Erstellung eines Buches erheblich vereinfacht. Grafiken innerhalb eines Textes sind handzahm, statt wie es bei Office-Programmen der Fall ist, dass diese erst einmal mit diversen Tricks auf Format getrimmt werden müssen. Die Gestaltungsmöglichkeiten, die Scribus bietet, sind professionell. Die einfachste Aufgabe für Scribus ist Textgestaltung. Aber selbst Farbmanagement (CMYK-Farben) lässt sich mit Scribus durchführen.

Hauptaufgabe von Scribus ist freilich eine für Druckereien und Medien weiterverarbeitbare pdf-Datei zu erstellen. In Hinblick auf die Gestaltung des Inhalts eines Buches mag die Verwendung von „Scribus“ zu aufwändig erscheinen. Für die Buchcover-Gestaltung ist Scribus allerdings genau das Programm, was einem hilft, den 08/15-Vorschlägen der Druckverlage und ihren Internetseiten auszuweichen. Hiermit lässt sich das Buchcover nach eigenen Wünschen gestalten. In Zusammenarbeit mit dem Bildbearbeitungprogramm GIMP (Freeware; http://www.gimp.org; ebenbürtig zu Adobe Photoshop) und dem Vektorgrafikeditor Inkscape (Freeware; inkscape.org; vergleichbar mit den kostenpflichtigen Programmen Illustrator, Freehand, CorelDraw oder Xara X) besitzt man alle Werkzeuge, um das Buchcover-Design selber zu gestalten.
Eine gute Anleitung und diverse Hilfen zur Bucherstellung finden sich einerseits auf den scribus-Seiten selber, aber ebenfalls verweise ich auf die höchst hilfreichen Seiten von leibi.de. Die dort herunterladbaren Hilfedateien sind wohl das beste mit, was man für den Schnelleinstieg in „Scribus“ bekommen kann.

Bislang habe ich nur jene Softwaren erwähnt, die kostenfrei sind und meiner Meinung nach konstruktiv und unterstützend Autoren beim Schreiben und Gestalten ihres Buches helfen. Das schwierigste bleibt somit (direkt nach dem Schreiben), das Lektorat des eigenen Werkes. Denn eine sprachliche Analyse ist schwierig mit Software zu bewältigen. Zwar gibt es statistische Werkzeuge wie z.B. TextSTAT (Freeware; http://neon.niederlandistik.fu-berlin.de/textstat ), welche schon mal den ersten Hinweis geben können, wo eine Schwäche liegen könnte (z.B. zu häufige Verwendung bestimmter Wörter), aber das „echte“ Sprachgefühl können diese Werkzeuge nicht ersetzen.

Noch ein Wort zu Software, die einem hilft, ein Buch noch einfacher zu schreiben.
Gibt es überhaupt so etwas?
Ja, es gibt sie. Schreiben wie einem der Schnabel gewachsen ist. Sprechen statt mühsam mittippen, was man sich gerade denkt:
Für Windows-Plattformen verweise ich hierbei auf „Dragon NaturallySpeaking Professsional“ („Preferred“: 199 €; „Professional“: ca. 1.000 €) und „Linguatec Voice Pro 12“ („Standard“: 69 €; „Professional“: 169€). Für Mac-OS-X-Benutzer gibt es „MacSpeech Dictate“.
Einen Test- und Erfahrungsbericht von Prinz Rupi findet sich hier:
http://computer-software.suite101.de/article.cfm/spracherkennung_auf_dem_mac

Aber da soll es ja noch eine Software geben, die von Profis benutzt wird, die TV-Serien-Drehbücher damit schreiben oder immer Bestseller damit landen?
Stimmt das?
Da muss es doch noch was anderes geben!
Stimmt.
Es handelt sich hierbei um das sagenumwobene Programm „Dramatica Pro“ (ca.180 €; http://www.dramatica.com ), mit dem schon in der Tat Filmdrehbücher geschrieben worden sind, die sich auf dem Markt als „Renner“ erwiesen. „Dramatica Pro“ bietet einerseits Funktionen wie „yWriter5“ an. Darüber hinaus aber treibt „Dramatica Pro“ den Autoren und dessen Geschichte durch entsprechende Fragen voran (allerdings auf Englisch). Das kann sich hilfreich erweisen in Zusammenarbeit mit der Software seine Geschichte auf logische Fehler oder mögliche Entwicklungen hin abzuklopfen.
Aber es sollte auch klar sein: Das beste Programm nützt nichts, wenn der Autor sich beharrlich weigert, kreativ Schreiben zu lernen. Programme sind immer nur so gut, wie deren Anwender. Es nützt mir der schnellste Ferrari nichts, wenn ich nicht weiß, wie Fahren an sich überhaupt geht. Aber lernbar ist es.

So.
Und das ist jetzt das endgültige

ENDE

meiner (*hüstel*) „Kurzserie“.

Wer auf der Suche nach weiteren Hinweisen ist, oder Zusatzfragen an mich hat (auch Kritiken positiv wie negativ), der Kommentarbereich unter jedem Teil dieser Serie steht offen und bietet inzwischen auch einige Zusatzinformationen an.