Wenn der Löw die Meinung des Volkes repräsentiert

Ich grinse. Ich grinse altersdebil. Muss so sein. Ich bin nun mal alt. Zu alt. Ü50. Gnadenlos alt. Arbeitstechnisch den Abstellgleisen zugedacht.

Als ich 20 war, habe ich übelst über die 50-jährigen gelästert. Ahl Männer, aalglatt. Vielleicht war es damals ein Bonus gegenüber den Jüngeren, den U20, um zu zeigen, dass man mit Ü20 besser wäre.

Und heute? Das gleiche. Immer. Insbesondere, wenn man m eigenen Leben bewusst zwölf Weltmeisterschaften der Fußballabtreter miterlebt hat. Damit meine ich mich selber und zwar nur mich immer vor mir der Fernseher (analog bis digital).

Jogi Löw. Der erfolgreiche Weltmeistertrainer. Damals vor vier Jahren im Maracana. Jenem Stadion, Tempel des Fußballs, Gotteshaus des Fußballs. Dort, wo bereits Tina Turner ihren legendäre Rock’n-Roll-Gottesdienst als hingebungsvolle Hymne an die Rock-Musik abhielt. Damals in jenem vergangenen 20. Jahrhundert. Sex, Drugs and Rock’n Roll. Bis es im 21. Jahrhundert wiederentdeckt wurde: als Wein, Weib und Gesang. In der weichgespülten Version, reinkarniert mittels Helene Fischer. Und dann vor vier Jahren die WM in Brasilien: das Hochamt der ehrfürchtigen Fußball-Jünger, atemlos, durch die Nacht begleitet vom Dickicht der TV-Verträge verschiedener Fernsehstationen. Weiterlesen

Ertrage die Clown (9): Über Grautiere, Mohrrüben und wer den Karren aus dem Dreck ziehen soll …

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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In einem Land vor unserer Zeit – und das sagten mir wissende Leute im ehrlichen Brusttone der felsenfesten Überzeugung – muss es wohl geklappt haben, dass man eine an einem Stecken gebundene Mohrrübe dem einfachen Esel vor der Nase hielt und das Grautier dadurch animierte, den Karren aus dem Dreck zu ziehen, welchen der Kutscher vorher angerührt hatte, um andere zuvor durch selbigen zu ziehen.

Heute soll das ja nicht mehr funktionieren. So sagt man. Oder zumindest jeder von sich und über sich. Denn niemand lasse sich mehr vor einem Karren anderer spannen. Solle doch jeder selber zusehen, aus den Dreck zu kommen, in dem er bis zum Halse drin sitze. Eigenverantwortung. Und dabei ist es auch komplett egal, ob Dreck in der eher appetitlicheren Farbe wie “braun” angerührt wurde und ob der Dreck jemandem anderen als Schokolade mit 85% Kakaoanteil … also, Kakao gestreckt mit 15% Schokoladen … wohl angemerkt, der besser-als-andere-seiende-Bürger rümpft beim Wort “Verschnittwein” aristokratisch das feine Näschen, verlangt es ihm doch lieber nach einem guten “Cuvee”, was er sich auch gerne teuer zu stehen kommen lassen mag … also, um zu den angefangenen Satz von vorher zurück zu kommen, dass es also komplett egal ist, ob sich jemand durch den Kakao ziehen lässt, wenn er sich dabei nur das Recht ausbittten lassen darf, aus selbigen auch noch zu trinken.

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Haarige Angelegenheit

“Der Rudi is a Saukerl! Der Rudi is a Saukerl!”

“Wieso? Was hat er denn gemacht?”

“Er hat meiner Nachbarin die Haare verfärbt. Total verfärbt. Der Rudi, der Saukerl!”

“Sieht Sie jetzt aus wie ein Wellensittich?”

“Naaa, eher wie die Brigitte Bardot. Und all die Schnitten vom Dorf stehen bei der Schlampe nu Schlange.”

“Auch der GTI-Günther?”

“Der auch.”

“Der Porsche-Heinz?”

“Nicht nur dieser Depp.”

“Na, das ist aber blöd.”

“Eben. Gestern hat der Ferrari-Luigi mich noch zum Briefkasten chauffiert und jetzt? Jetzt parkt der heute Vormittag bei meiner Nachbarin!”

“Ja, so ein Arsch!”

“Unglaublich! Und wie soll ich jetzt zum Tenniskurs? Mit meinem Fahrrad?”

“Leg doch deinen Kurs auf den Abend, dann kann dich nach dem Feierabend doch dein Mann fahren.”

“Naaa, das geht nicht, da muss ich meinem Beruf als Hausfrau doch nachgehen, sonst wird mein Mann wieder fuchsteufelswild und ich habe wieder blaue Flecken und kann nicht Tennis spielen. Der Rudi is a Saukerl! Der Rudi ist einfach a Saukerl!”

Ertrage die Clown (8): Zur Lage der Nation

Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

„Ertrage die Clowns!“

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Die beiden letzten Fußballspiele der deutschen Nationalmannschaft vor der WM? Und das ohne deutschen Bundespräsidenten? Und wen kümmert’s? Egal.

 

Danke für das Weglesen dieses meines Blogeintrages.

Herzlichst

Careca

Kneipengespräch: Der Sabbernde gärt voll Odium.

Tresen 0

“Doris sagt: ‘Geh voraus, Otto’.”

“Wie?”

“Du siehst grundsätzlich vögelnde Organe.”

“Häh?”

“Donnerstag schreibt Günther versaute Orthografie.”

“Herr Oberspielleiter! Nehmen Sie dem Knilch mal das Kölsch weg! Der dreht hier unrund!”

“Diese Sachlage gibt verdammte Ordnung.”

“Tickst du nicht mehr ganz sauber?”

“Ich versuche nur diese dusselige Abkürzung zu entschlüsseln. ‘DSDS’ musste ich vier Wochen lernen, ‘GNTM’ einen ganzen Monat und für ‘IBESHMHR’ brauchte ich zweimal vierzehn Tage. Und dann erst ‘MUSIDWNIOUISIDIMW’, das war hart.” Weiterlesen

T-Shirt gesucht

Zum Muttertag (zwei Tage nach dem Freitag, dem diesjährigen 13. Mai) will ich ein spezielles T-Shirt an eine Bekannte verschenken.

Bei dem T-Shirt handelt es sich um jenes, welches Gerburg Jahnke im nachfolgenden Video trägt.

Für sachdienliche Hinweise in den Kommentaren bin ich sehr dankbar. Weiterlesen

Kneipengespräch: Postfaktische Ostereier

Tresen 0

“Und?”

“Genau.”

“Aber?”

“Ich habe es noch nicht verstanden.”

“Dem Manne kann geholfen werden. Herr Oberspielleiter, ein Kölsch für den Grübler an meiner Seite!”

Der Wirt blickte nur kurz auf, polierte eine Kölsch-Stange, füllte sie und schob sie neben dem anderen halbvollem Kölsch und widmete sich danach einer anderen Stange.

“Bassemauff. Da ist auf der einen Seite der US-Milliardär Robert Mercer”, er schob das volle Kölsch direkt neben dem halbvollem, “und da ist Cambridge Analytica und so”, er nahm das volle Glas, schüttete etwas in das halbvolle. Von dem nun aufschäumenden fast vollem Glas schüttete er wieder etwas in das jetzt dreiviertel Volle. Beide schüttelte er noch vorsichtig und schon schauten die Kölsch wie frisch gezapft aus, “und beide sollen die amerikanische Wahl beeinflusst haben?”

“Ja”, der andere schaute auf die beiden schäumenden Kölsch-Stangen, “die haben über Facebook die Wähler manipuliert.”

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Wenn am Karfreitag die rote Sonne nie mehr versinkt …

“Könnten Sie bitte mal aus meinem WLAN rausgehen?”

“Wie bitte?”

“Sie stehen in meinem WLAN. Ich habe keinen Empfang und warte auf eine wichtige Nachricht von meiner Familie.”

“Ich stehe in Ihrem WLAN? Wie soll das denn bitteschön gehen?”

”Da! Sie haben gerade einen Schritt zur Seite gemacht und jetzt hab ich wieder WLAN. Könnten Sie bitte so stehen bleiben?”

“Ich glaube, Sie sind wohl ein wenig verpeilt, oder?”

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