Über Careca

Hang zur Satire, zur Ironie und zum Zynismus; Sinn für jeden Unsinn

Drama, Drama, Drama

Warum soll ich derjenige sein, den du als neuen Feind haben möchtest? Nur weil ich nicht mitspiele, wenn du aus deinem Feind meinen Feind machen möchtest? Was hat er, was ich nicht habe, was ich nie erreichen darf?

Rechne nicht mit mir, wenn du denkst „Mein Freund sei auch dein Freund und mein Feind sei erst recht auch deiner“.

Loyalität ist sicherlich eine Sache.
Kadavergehorsam darf niemand von mir erwarten.
Warum darf ich mir keine dritte Position zwischen Euch gönnen?
Warum muss ich Opfer eures Schwarz-Weiß-Denkens sein?
Nur weil ich deine Position ohne „Wenn“ und „Aber“ nicht übernehme?

Immer diese hausgemachten Dramen . . .

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Seiten einer wertvoll klingenden Münze: Heirat und Scheidung

Irgendwie lief mir wieder eine Geschichte über den Weg, dass eine Frau einen Mann ausgenommen hat, indem sie ihn heiratete. Die Frau soll eine Frau aus einem anderen Land sein. Ein exotisches Land. Eines mit nicht viel Geld. Und die Bewohnerinnen dieses Land seien typisch für solche Heiraten mit der Absicht auf Scheidung, um damit gut Asche zu machen.

Dazu fiel mir eine andere Geschichte ein, die ich vor nicht allzu langer Zeit gehört hatte.

Er (Ingenieur) lebte mit ihr (arbeitslos) fünf Jahren unverheiratet zusammen. Im sechsten Jahr heirateten sie.
Zwei weitere Jahre stellten beide fest, dass sie zusammen lebten, aber das da sonst nichts mehr war.
Er bat um Scheidung.
Sie lehnte ab.
Er insistierte bei ihr deswegen. Es kam zu den ersten heftigen Streitereien.
Sie wollte um keinen Preis in die Scheidung einwilligen. Fehlende Liebe sei für sie kein grund zur Scheidung. Man könne auch gut miteinander leben, wenn man nebeneinander her lebt.
Er versuchte es auf einer anderen Weise. Er kündigte er den Mietvertrag der gemeinsamen Wohnung fristgerecht (drei Monate im voraus). Sie reagierte darauf in keiner Weise.
Er besorgte sich in der Zwischenzeit eine neue Wohnung und legte ihr ebenfalls ein großzügiges akzeptables Wohnangebot vor. Sie reagierte immer noch nicht.
Er zog aus und in seine neue Wohnung ein. Danach fuhr er für vierzehn Tage in Urlaub und hoffte, dass sie dann wohl aus der alten ausgezogen sein dürfte.
14 Tage vor Ende des alten Mietvertrages (nach dem Ende seines Urlaubs) musste er feststellen, dass sie weiterhin in der Wohnung lebte und keine Anstalten machte auszuziehen.
Seine Panik wuchs. Denn die alte Wohnung war inzwischen schon weitervermietet worden und wie es ausschaute, würde es zu einem Clash zwischen seiner Frau, dem Vermieter und der nachfolgenden Mietpartei kommen. Ein Clash drohte, dessen Leittragender als Vormieter er sein würde.
Zudem fand er ein Anschreiben eines Rechtsanwaltes vor, indem sie für 150.000 Euro plus Unterhaltskosten in eine Scheidung einwilligen würde. Zudem wollte sie alle während der Ehe gemeinschaftlich erwirtschaftetetn Güter haben.
Grund: Sie müsse auch noch ihre Mutter weiter versorgen, sei aufgrund der Beziehung arbeitslos geblieben und wäre somit mittellos. Er hätte einen gesicherten Job bis zur Rente und deshalb müsse sie für ihre Zukunft sorgen.
Er ging ebenfalls sofort mit der Forderung zu einem eigenen Rechtsanwalt.
Mit seiner Frau einigte er sich über die Rechtsanwälte vier Tage vor Ende des Mietvertrages auf eine Abstandszahlung von 50.000 Euro und sie dürfte ihre eigenen Sachen und bestimmte vereinbarte Dinge aus der alten Wohnung mitnehmen. Die Unterhaltsforderungen waren damit abgegolten. Und sie würde damit in einer sofortigen Scheidung einwilligen.
Er nahm sofort einen mühsam ausgehandelten Kredit wegen jenen 50.000 Euro Abstandszahlung (Ablösesumme, Freistellsumme, oder wie man das so nennt) auf.
Als er dann zwei Tage wieder in seiner alten Wohnung auftauchte, fand er diese komplett ausgeräumt vor. Sie hatte alles mitgenommen. Ein Freund meinte dazu nur:
„Sei froh, dann müssen wir nicht soviel schleppen.“

Zumindest konnte er die Wohnung besenrein übergeben. Im nachhinein fand er es sogar positiv, dass sie sich alles unter dem Nagel gerissen hatte, denn so erinnerte in seiner neuen Wohnung nichts mehr an diese Zeit.

Auf meine Frage, ob er jemals wieder heiraten würde nach diesen grauenhaften Erlebnis, kam offen und ohne Umschweife ein spontanes:
„Aber immer wieder!“

Er ist übrigens Deutscher. Sie ist Deutsche.

Was ich damit sagen will:
Das Problem sind nicht die Frauen, sondern eine deutsche Gesetzgebung, die die Männer aufgrund deren Heirat immer benachteiligt. Wer als Mann heiratet, geht immer ein erhöhtes Risiko nachher ein, sich dumm und dämlich zu bezahlen.

Bei dem letzen Spiel Deutschland-Brasilien kam ich mit einer Brasilianerin ins Gespräch, die mir offen sagte, dass die deutschen Männer dumm seien, sich von dem Staate so ein Gesetz verordnen zu lassen.
Und wenn sie es akzeptieren würden, dann seien sie überhaupt dumm, wenn sie dann noch heiraten würden. Sie meinte ganz frech zu mir: „Wenn wir Frauen wollen, habt ihr deutschen Männer hier keine Chance. Wir können sogar nachher bis zur Hälfte von eurem Verdienst bekommen. Wir brauchen euch nur zu heiraten.“

Die deutsche Frau aus der Geschichte oben war da wesentlich intelligenter und wurde mit erheblich mehr Geld belohnt als viele Frauen aus deutsch-internationalen Beziehungen. Deutsche Frauen sind wesentlich gewiefter, wenn es darum geht, die deutsche Rechtsprechung der Scheidungsgesetze zu verstehen und gewinnbringend anzuwenden!
Die deutschen Scheidungsgesetze sind die Rache der Frauen an den Männern für deren allgemein berufliche Diskriminierung (Lohn, Stellung, etc.).

Warum also heiraten?

Entweder man tut es oder lässt es generell bleiben …

Erinnerungen

Vor ein paar Monaten saß ich einer Peruanerin gegenüber, die frisch aus dem FJS-Flughafen kam.
Ich kam mit ihr ins Gespräch und sie zog ihre Jacke aus. Dabei offenbarte sich eine goldene Kette über ihren Pullover. Und daran hing ein Hakenkreuzsymbol aus Gold.
Auf meiner Frage, woher sie das Teil hätte, sagte sie, dass es ein Geschenk ihrer Oma aus Lima gewesen sei.
Ich fragte sie, ob sie wüsste was das Zeichen hier in Deutschland bedeuten würde. Sicherlich, so meinte sie, das gleiche wie bei ihr: ein Glückssymbol, welches den Lauf der Sonne symbolisiert …
Auf meine Nachfrage antwortete sie, dass sie schon von den Nazis und dem Dritten Reich gehört hätte.
Eine weitere Erklärung später schüttelte sie den Kopf und sagte „Für mich bedeutet es Glück.“ …
Sie versteckte es auf mein Anraten hin unter ihrem Pullover. …

Liebe und Wahnsinn

Verfassser unbekannt, Geschichte vial Email erhalten.

Die Geschichte vom Wahnsinn und der Liebe

Der Wahnsinn hatte sich entschlossen, seine Freunde zum Kaffee einzuladen. Alle Gäste gingen hin und nach dem Dessert schlug der Wahnsinn vor:
„Lasst uns verstecken spielen!“
„Verstecken? Was ist das?“ fragte die Neugier.
„Verstecken ist ein Spiel. Ich zähle bis hundert und Ihr versteckt Euch. Wenn ich dann fertig gezählt habe, muss ich euch suchen und der erste, den ich finde, ist als nächstes mit zählen dran.“
Alle akzeptierten, außer der Furcht und der Faulheit.
„1, 2, 3,…“ – fing der Wahnsinn zu zählen an.
Die Eile versteckte sich als erste – irgendwo, irgendwie.
Die Schüchternheit, schüchtern wie üblich, versteckte sich in einer Baumkrone.
Die Freude rannte durch den Garten.
Die Traurigkeit fing zu weinen an, da sie keinen richtigen Platz zum Verstecken fand.
Der Neid ging mit dem Triumph und versteckte sich ganz nahe bei ihm hinter einem Felsen.

Der Wahnsinn zählte immer weiter, während seine Freunde sich versteckten.
Die Verzweiflung war verzweifelt, als sie feststellte, dass der Wahnsinn schon bei 99 angekommen war.

„HUNDERT!“ schrie der Wahnsinn, „ich fange jetzt an zu suchen!“
Die erste, die gefunden wurde war die Neugier, denn sie konnte es sich nicht verkneifen, aus ihrem Versteck zu kommen, um zu sehen, wer als erstes geschnappt würde.
Als sich der Wahnsinn etwas umsah, entdeckte er den Zweifel auf einer Mauer – der wusste nicht, ob es besser sei, sich davor oder dahinter zu verstecken.
So ging es dann weiter: er entdeckte die Freude, die Traurigkeit, die Schüchternheit …
Als sie wieder beisammen waren, fragte die Neugier:
„Wo ist denn die Liebe?“
Niemand hatte sie gesehen. Der Wahnsinn fing an, sie zu suchen. Er suchte in den Bergen, Flüssen und unter den Felsen – ohne Erfolg.
Er sah einen Rosenbusch und ging mit Hilfe eines Holzstöckchens zwischen den Zweigen auf die Suche. Da hörte er plötzlich einen Schrei. Es war die Liebe. Sie schrie, weil ein Dorn ihr Auge verletzt hatte. Der Wahnsinn wusste nicht, was er tun sollte. Er bat um Verzeihung, flehte um Vergebung und versprach der Liebe, für immer ihre Sehkraft zu werden.
Die Liebe akzeptierte die Entschuldigungen … und …..
Deshalb ist bis heute die Liebe blind und wird ständig vom Wahnsinn begleitet …

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Zitat des Tages

Greta Garbo (1905-1990), Schauspielerin:

„Das schwächere Geschlecht ist das stärkere wegen der Schwäche des stärkeren für das schwächere.“

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Rauchen gegen Terrorismus

Im Jahr 2002 wurde jede Zigarette um zwei Cent extra versteuert. Der Versicherungssteuersatz bei Schaden- und Unfallversicherung stiegt von 15 auf 16 Prozent an, bei Feuerversicherungen von 10 auf 11 Prozent.
Die Anhebung der Tabak- sowie der Versicherungssteuer diente/dient der Finanzierung des Kampfes gegen den Terrorismus.

Jetzt wird sich die Bundeswehr der seit sechs Jahren dauernden US-geführten Anti-Terror-Einsatz „Operation Enduring Freedom“ in Afghanistan am Hindukusch nach dem Willen der Regierung ein weiteres Jahr an der Mission beteiligen.

Die Bundesregierung dankt allen Rauchern und Versicherten für deren Beiträge zur Aufrechterhaltung dieser Mission.

Nebenbei:
Das Rauchen in Restaurant und Gaststätten ist ab nächstes Jahr bundeseinheitlich verboten. Friedenspfeifen in geschlossenen Räumen sind somit auch tabu, soweit diese Pfeifen nicht diplomatische Handlungspersonen sind.
Bußgelder, die aufgrund von Verstößen gegen dieses Rauchverbot erlassen werden, wandern gleich in den Hindukusch. Um eifriges Ignorieren des Rauchverbotes im Sinne einer erfolgreichen Terrorbekämpfung wird somit gebeten.

Alles vergiftet …

Unser Tennisball-Prügler, der Tommy Haas, soll beim Daviscup-Duell gegen Russland vergiftet worden sein.
In „Laibschsssigg“ wurden 19 Kiffer beim Marihuana-Genuss mit einer gefährlichen Bleikonzentration belastet.
In Georgien wurde einem Polizeioberst vorgeworfen, regierungskritische Demonstranten mit gepanschten Wein vergiftet zu haben.
Heute wurde bei „Richterin Barbara Salesch“ dem eingelullten Zuschauer vorgespielt, dass bei einem arrangierten Candle-Light-Dinner Bianca den Fotografen Kai mit Rizinsamen vergiftet haben soll.
Morgen (Donnerstag) jährte sich der Tag von Alexander Litwinenkos tödlicher Vergiftung mit radioaktiven Polonium zum ersten Mal.
Der Kölner Stadtanzeiger berichtete unlängst, dass in den Bibliotheken im Kreis Euskirchen erstochen, erschlagen, vergiftet und erwürgt wurde, und zwar bei Lesungen in der zweiten „Nacht der Bibliotheken“.
Nachdem die GDL über Streik im Güterverkehr redet, empfindet Mehdorn die Gesprächslage zwischen Gewerkschaft und Bahn als vergiftet.
Duftbäume in Autos vergiften bei gleichzeitigem Rauchen auch die Atmosphäre im Auto und erhöhen die Krebsgefahr.
Andererseits hilft in der Schweiz auch die Sterbehilfe DIGNITAS gekonnt und effizient Autoinsassen auf einem Parkplatz sich selbst zu vergiften.
In der Stadt Vlotho gibt es dagegen derzeit eine Rattenplage, der man bislang auch mit Gift nicht Herr geworden ist.
Die „Ratten der Lüfte“, die Tauben, werden beispielsweise in Aachen schon längst nicht mehr vergiftet. Man schiebt denen stattdessen Gipseier in Nestern unter und die Tauben brüten sich dumm und dämlich (aber nicht zu Tode …).
Ein Landwirt in China hat vor einem Jahr 37 Schwäne vergiftet und dann deren Fleisch gekauft. In einer chinesischen Hirnwaschanlage darf er jetzt ein Jahr drüber grübeln, warum vergiften von Schwänen böse ist.
In Österreich graust es momentan den mit ihren Hund Gassi-gehenden Herrchen genauso wie bei Bonn: Unbekannter setzen vergiftete Köder für Hunde aus.

Alles vergiftet.
Immer nur Gift.
Immer so blutlose Tatorte.
Dabei weiß doch jeder seit Agatha Christie und ihrer Miss Marple , Gift ist die Waffe des schwachen Geschlechts.
Nun denn.

Die Herzen sind schwach und die Liebe ist stark
Beim Tauben vergiften im Park!
Nimm für uns was zu naschen
In der andern Taschen,
Geh mer Tauben vergiften im Park!

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Warten mit Schleifchen (Teil 3 und Schluß)

Diesmal kein Anruf bei meinem DSL-Provider.
Diesmal nur ein Anruf bei meinem Rechtsschutz.
Eine normale Nummer, keine Sonderwahlnummer.
Ich wähle und ein Menü wird mir vorgelesen. Mit bösen Erinnerungen tippe ich die „1“.

Warteschleifenmusik.
Genervt halte ich den Hörer vom Ohr weg.

Genau in dem Augenblick bricht die Musik ab, eine männliche Stimme meldet sich und fragt, was ich wünsche. Ich gebe ihm meine Kundennummer durch und das ganze ist binnen 3 Minuten geklärt. Als ich das Gespräch trenne, sind weniger als 5 Minuten vergangen.

Ich hoffe, sowas macht nicht Schule. Sonst geht das nachher über all so schnell.

Was soll ich denn dann mit meiner Freizeit anfangen, wenn ich diese nicht mehr in Warteschleifen verpulvern kann … ?

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Warten mit Schleifchen (Teil 1)

Irgendwann war meine Analyse gestern beendet und es stand für mich zweifelsfrei fest: Der DSL-Provider akzeptierte mein Login nicht mehr.

Also erstmal die letzte Rechnung herausgekramt und im Briefkopf nachgelesen.
„… 0180… 49 Ct./Min. …“
Schön.
Ich bin begeistert. Mein Provider verlangt für seine Dienstleistung der Beratung auch noch Geld. Reicht ihm wohl nicht, dass ich eh schon Grundgebühren zahle?

Trotzdem angerufen.

„Hallo. Hier ist Ihre Blubber-Hotline. Um sich für die Beratung zu registrieren, geben Sie bitte Ihre Kundenummer oder Ihre Telefonnummer ein.“ Piep.

Kundennummer? Gut. Dann mal auf die Schnelle mal die Telefonnummer.

„Danke. Um Sie noch besser bedienen zu können, geben Sie bitte ihr Geburtsdatum ein.“

Wie? Mein was?
Egal.
Und nun mein neues Problem: Dicke Finger bei kleinem Tastenbedienfeld.

„Ihr Geburtsdatum ist falsch. Ihre Registrierung wurde abgebrochen. Bitte …“

Der Satz war noch nicht mal zu Ende, da hatte ich schon aufgelegt.

Gut. Auf ein neues.

„Hallo. Hier ist Ihre Blubber-Hotline. …“

Diesmal nehme ich die Kundennummer, die ich irgendwo im Kleingedruckten des Briefkopfes ausgemacht hatte.

„Danke. Um Sie noch besser bedienen zu können, geben Sie bitte ihr Geburtsdatum ein.“

Mein Geburtsdatum. Null Probleme. Nehm ich halt meinen kleinen Finger für den groben Klotz in meiner Hand.

„Ihr Geburtsdatum ist falsch. Ihre …“

Ich gerate ins grübeln. Ich kenn mein Geburtsdatum nicht? Ich wühl in meinen Unterlagen und finde die Anmeldebestätigung.
Aha. Wahrscheinlich wollen die das Datum in dem Format wie dort angegeben.

„Hallo. Hier ist Ihre Blubber-Hotline. …“

Routinemässig wickel ich jetzt die Eingaben ab. Im Telefon gurrt man meinen Namen.

„Für Schulungszwecke kann das Gespräch aufgezeichnet werden. Wenn Sie dem zustimmen, sagen sie ‚Ja‘.“

Ich sage zielstrebig NEIN.
Ein Menü wird mir vorgelesen, was ich zur Auswahl habe. Nirgendwo eine Möglichkeit für Störungsmeldungen.
Dann der Schock.
Da steht doch im Brief extra das Wort Störungsannahme. Telefonnummer „0800“ …
Aufgelegt.
Zufriedenheit ist jetzt maximal nur noch zufriedenstellend.
Die 0800-Nummer gewählt.

„Hallo. Hier ist Ihre Blubber-Hotline. …“

Okay. Das altbekannte Prozedere. Tippen, bis der kleine Finger krumm ist.
Geschafft. Im Telefon gurrt man meinen Namen und liest mir ein Menü vor.

„Wählen Sie ‚1‘ für Probleme mit Ihrer Telefonleitung. Wählen Sie ‚2‘ für Probleme mit dem Internet. Oder wählen Sie ‚3‘ für Probleme mit Telefon und Internet.“

Ich wähle „2“.

„Für Schulungszwecke kann das Gespräch aufgezeichnet werden. Wenn Sie dem zustimmen, sagen sie ‚Ja‘.“

Ich warte und sage genervt NEIN.

Um es mal kurz zu machen.
Nach 5 Minuten hatte ich mich aus der Leitung geschmissen. Ein leichtsinniges Spielen mit der Anruftaste und Tschüssikowski.
Erneute Einwahl in die Warteschleife für Internetprobleme.
Mein NEIN zu den Schulungszwecken war wohl ein wenig zu gereizt. Die alte Nachbarin von oben klopft an die Heizung.
Die jazzige Klimpermusik nervt ein klitzekeleinwenig zu viel.

Eine Stimme verkündet, man solle bei Problemen doch auch die Kundenbetreuung im Internet unter „weeweewee.leckmich.de“ aufsuchen.
Ja wie denn? Ohne Internet?
Diese Scherzkekse.
Erinnert mich an eine DV-Betreuung bei einer Firma, als ich anrief und denen sagte: „Mein Email geht nicht.“ Als Antwort erhielt ich gesagt: „Wir schicken Ihnen ne Email, sobald Ihr Email wieder geht.“

Die jazzige Klimpermusik nervt.
Um es kurz zu machen: Nach 20 Minuten bin ich drin.

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Warten mit Schleifchen (Teil 2)

„Mein Name ist Knallinger-Schnallinger. Was kann ich für Sie tun?“
„Na? Heute wohl ein wenig unterbesetzt in der Störungsannahme wie? Seid Ihr nur zu zweit da?“
„Äh, ja, äh, wie, äh, wir sind vier, äh, … Nein. Wir sind hier sehr viele und alle haben zu tun.“
„Na, ich hoffe ihr ersauft nicht in Stress.“
„Nein, nein, es geht.“
„Wie schön. 20 Minuten eurer Warteschleife, das ist eine Tortur.“
„Oh, das tut mir leid.“
„Vielleicht sollten Sie mal als Verbesserungsvorschlag weitergeben, dass man bei Internetstörungen nicht in der Ansage sagen sollte, man solle im Internet nachschauen.“
„Danke für den Hinweis. Ich werde es weitergeben.“

Danach folgen sach-un-dienliche Fragen wie „Kommt das WLAN-Gerät von uns?“ oder „Welches Betriebssystem nutzen Sie?“ oder „Wieviel PCs haben Sie?“
Und zu guter Letzt:

„Könnten Sie bitte morgen vormittag nochmals anrufen, damit unserer Analytiker sich … blablubb.“

Wie jetzt? Wollen die nicht?

„Nein, das geht nicht. Ich arbeite von morgens früh bis abends. Ich habe nur abends Zeit. Sie verstehn? Ich kann mir für Ihre Probleme doch keinen urlaubstag nehmen.“
„Ist es auch nicht nachmittags möglich?“
„Hallo? Müssen Sie nicht arbeiten? Hab ich gesagt, ich wäre arbeitslos? NAI-EN! Ich kann nicht.“

Pause.

„Könnten Sie bitte in einer halben Stunde nochmals anrufen. Sagen Sie dann bitte, Sie hätten bereits hier angerufen.“
„Also um 21 Uhr?“
„Ja, bitte.“
„Nochmals Ihre Warteschleife?“
„Ja, tut mir leid, es geht nicht anders.“
„Ja, ja, Sie müssen ihre Warteschleife ja nicht ertragen.“

Gesprächsende.
Nach knapp 6 Minuten Beratung ohne Ergebnis.
Ich bin begeistert. Aufs heftigste.
Aber ich kann auch hartnäckig sein.
Ich fixiere die Uhr.
21 Uhr ist für mich in 20 Minuten.
Rein rechnerisch freilich erst in 30 Minuten.
Aber bei mir jetzt in 20 Minuten.

19 Minuten später.

„Für Schulungszwecke kann das Gespräch …“

Die Nachbarin klopft erneut, heftiger und länger als zuvor.
Vielleicht hätte es auch ein normales NEIN getan statt zu Brüllen.
Wieder in der Warteschleife.
Die Pausenmusik und deren Zwischenhinweise auf das Internet nerven mich aufs heftigste.
Inzwischen maniküre ich schon meine Fingernägel mit den eigenen Zähnen im Takt des Warteschleifengedudels.

Um es wiederum kurz zu machen:
Nach 25 Minuten häng ich bei Frau Ich-lächle-dich-durchs-Telefon-an.
Erleichtert, aber auch abgenervt schildere ihr mein Leiden über Warteschleifen, Ansagen und fehlendes Internet.
Punkt 1 und 2 lächelt die Frau gnadenlos weg.
Ist gar kein Thema. Warteschleife ist für sie wohl wie Wetter. Gibt es jeden Tag. Immer wieder.

Und Punkt 3?
Der DSL-Provider hat offenbar zentrale Serverprobleme in einigen Städten, sagt sie. Man arbeite mit Hochdruck dran, das Problem zu lösen. Sie versprach mir, dass das Internet bis um 5 Uhr morgens wieder gehen solle.

Gesprächsende.
Knappe drei Minuten kurz und bündig mit Ergebnis.
Um Mitternacht ist das Problem behoben.
Ich bin wieder drin.
Im Internet.

Ich liebe Warteschleifen.
Man gönnt sich ja sonst nichts.

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No pasarán! Wenn Hotels NEIN sagen …

Ein Beispiel für Zivilcourage.
Am 18. Oktober schrieb ein Hotel in Dresden einer der „NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag“ einen Brief als Reaktion auf deren Buchung.
(gefunden hier; Originalquelle hier):

„NPD Fraktion im Sächsischen Landtag
Herren H. Apfel und A. Delle
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden

Dresden, 18. Oktober 2007

Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über http://www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7. November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde. Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.

In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr Besuch erspart bleibt verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG

Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer

No pasarán!

Was Jupiter darf, steht einem Ochsen nicht zu.

smiley Uuuuh.
Da ist die englische SUN aber richtig böse geworden.
Da hat die TITANIC sich mal im Fall „Madeleine“ über die sensations- und auflagenzahlenheischende Berichterstattung lustig gemacht, da wittert das unter BILD-Niveau anzusiedelnde Blatt SUN den geistig-moralischen Weltuntergang.

Deswegen wurde auch gleich der Anwalt von Gerry und Kate McCann, den Eltern der verschwundenen „Madeleine“, eingeschaltet.
Aber nicht wegen einer geistig-moralischen Fehlleistung des Satiremagazins TITANIC.
Nö.
Nicht wirklich.
Sondern um zu prüfen, ob keine Urheberschaftsverletzung wegen den Fotos vorläge. Denn die Familie soll der TITANIC keine Erlaubnis für die Verwendung des Abbildes der Vierjährigen gegeben haben.

Tja, so ist das.
Ohne Royality (Tantiemen) hat man sofort den Anwalt an den Haxen.

Unterdessen heulen andere auf (ob in der Blogosphäre oder draußen in der Journaille), lamentieren darüber, dass es Satire überhaupt geben darf oder was sie überhaupt sein darf, und sorgen sich im aktiven Meinungskampf über die Stammtisch-Lufthoheiten rührend um das Seelenheil der Eltern.

Aber diese Eltern prüfen noch potentielle Urheberrechtsverletzungen durch die TITANIC. Denn sowas könnte vor Gericht Geld einbringen.
Zum Beispiel zur Abbezahlung der Hypotheken, welche von den Eltern möglicherweise aus dem Madeleine-Fonds zuvor bezahlt wurden. Bis es dann den englischen Medien auffiel. Übrigens arbeitet der Vater Gerry McCann seit heute wieder. Das hat aber nichts mit den Hypotheken-Raten zu tun …

Ach ja.

Verletzend den Gefühlen der Eltern gegenüber ist übrigens überhaupt nicht, dass eine andere englische Zeitung („Daily Mirror“) darüber spekuliert, dass Madeleine eine marokkanische Kindersklavin geworden sein könnte …
Denn diese Vermutung lässt sich wunderbar im deutschen Journalismus auf Seite 1 platzieren …

Gerechtigkeit siegt! Basta!

Vorhin las ich, dass es im neuen Airbus A380 der Singapore Airlines mehrere Doppelbetten gibt.
Da fließt dann der Champagner in Strömen, bis die Flugbegleiter Blasen an den Füssen haben. Da werden Austern geschlürft, dass es eine wahre Freude ist, was den Eiweiß-Kick angeht. Da gibt es Flachbildfernseher mit allerlei Programm und doch …

Aber:
Warum sollte es den Passagieren in den Doppelbetten der First Class besser gehen als denen der Holz-Klasse?
Das hat sich die Singapore Airlines zurecht gefragt.
Darum ist denen im Doppelbett ebenso wie auf den Holzbänken der Sex an Board des Großraumfliegers verboten.
Soviel Gerechtigkeit muss sein.
Und selbst wenn die Pärchen der ersten Klasse nach dem vielen Champagner und den massenhaft verschlürften Austern bei gedimmerten Licht spitz wie Nachbars Lumpi sind, Singapore Airlines kennt da keine Ausnahme von der Regel.

No Sex.
Weder beim Abheben noch über Wolke 7.
Über den Wolken scheint die Freiheit doch wohl nicht so grenzenlos zu sein …

Nebenbei:
Sollte sich wer von den Stewardessen bei paarweisen Aufenthalt in den Bordtoiletten erwischen lassen, der sollte mit einem staatlich verordneten Hetero-Sex-Entzug kalkulieren. Ein britisches Pärchen hatte zweimal Sex auf einer Bordtoilette. Der Richter schickte den Mann für ein Jahr in den Knast und die Frau kriegte im Zuge der Gleichberechtigung drei Monate auf Bewährung …

Wir sind … (der 2te Teil)

Erhielt gerade einen bösen Anruf.
Solle nie wieder so einen Schwachsinn schreiben wie heute.
Schließlich kämen endlich im Jahre 2011 auch Frauen nach Deutschland, mit denen deutsche Männer endlich fachgerecht fachsimpeln könnten. Die etwas von den Bedürfnissen der Männer verstehen werden.
Selbst im Bett.

Meinen Schandmaul solle ich lieber bedeckt halten und die vielen Fußballtouristinnen für 2011 nicht abschrecken.

Der Anrufer hatte recht.
Erwächst den hier fußball-verkaterten Frauen somit endlich wieder fußball-leidenschaftliche Konkurrenz durch fußball-begeisterten Touristinnen auf dem Heiratsmarkt …

Na denn.
Wenn das so ist, kann es für Männer im Jahr 2011 nur ein Motto geben:
„Auf zum public viewing area, hin zu den Frauen. Gucken gehen.“

Wir sind …

… Frauen-Fußball-WM …

Ja, super.

Deutschland darf 2011 die Frauen-Fußball-WM ausrichten.

Das wird eine harte Zeit. Immer wenn „Verbotene Liebe“, „Marienhof“ oder sonstige Telenovelas laufen, werden die Frauen sicherlich vehement und diktatorisch die Fernbedienung an sich reißen und auf Fußball umschalten.

Statt den Diskussionen über andere Themen wie „Kindererziehung“, „Kochrezepte“ und der Freund der Freundin des Freundes und dessen Ar*** werden die Frauen sicher nur über Abseits, Stürmern und Elfmetern reden.

Unerträglich wird die Zeit hier werden.
Kann da jemand uns Männer überhaupt verstehen?

Viel wichtiger als 2011 finde ich das Jahr 2014!

Da findet die Weltmeisterschaft der männlichen Balltreter in Brasilien statt. Dann lässt es sich unter Männern wieder vorzüglich über Abseits, Stürmern und Elfmetern reden.

Und über brasilianische Frauen im Allgemeinen und Speziellen sowieso.

Denn man merke:
In Brasilien gibt es bekanntermaßen nur Nutten und Fußballer …

Das Wort zur guten Nacht

„Es genügt nicht, keine Meinung zu haben. Man muss auch unfähig sein, sie auszudrücken.“

von Wolfgang Neuss

Que passa, Blogosphäre? No pasaran?

Hallo und Halali.
Heute bereiten wir uns ein Wildbret.
Wildbret gilt es bekanntermaßen zu erlegen. Über Kimme und Korn. Und wenn Kimme fehlt, dann kann man das Korn auch so schlucken.
Hauptsache es macht besoffen und dröhnt.

Desweiteren benötigen wir einen rammelnden Wildhasen, ein heimtückisches Reh oder ein absolut dreckiges Wildschwein. Einen kapitalen Elch findet man in diesen Breitengraden nicht so häufig. Aber wenn man so einen dann trifft und jagen will, dann gibt es Ärger mit den Zoowärtern. Aber statt eines kapitalen Elchs kann man auch notfalls mit einem Oberhirschen vorlieb nehmen.
Aber bitte dann nicht mit dem Hirsch von Ober aus meiner Kneipe, okay? Ich möcht mich auch mal wie Jagende zu dröhnen dürfen. Halali.

Generell sollte es schon freilebendes Wild sein. Denn Gatterwild kann jeder stinknormale Blogger erlegen. Gatterwild kann schließlich jeder abknallen. Selbst wenn man den Jäger zuvor mit Baldrian beruhigt einen halben Meter nahe an das mit Valium betäubte Wild herangeführt hat.
Wild schmückt eben ungemein.

Halali.

Und Wild muss es sein.
Eine wilde Kreatur.
Eine von der Straße.
Mit bleckenden Zähnen und Baseballschläger. Umgeben von einer applaudierenden Meute …

Hm.
Zu wild?
Nun gut.
Dann also doch Gatterwild.
Aus dem eigenen zoologischen Garten.

Dann darf es auch ein kapitaler Elch sein. Oder ein echte Wildsau. Oder ein bunter verzweifelt flatterndes Wildfedervieh a la Fasan.

Hauptsache wild!
Alles ist gut, solange es wild ist!
Und nicht nur für wilde Kerle zum Jagen. Sondern auch für wilde Weiber. Aber so genau will es niemand wissen.

Wichtig beim Jagen – das sagt jeder Jäger – ist es, das Wild auf offenes Terrain zu treiben. Oder zumindestens in ein Nachbargatter.
Manchmal klappt aber das auch nicht wirklich so ganz. Denn vielleicht gefällt es dem zu jagenden Wild in dessen Gatter zu bleiben und weiter zahnlos zu lächeln.

Dann muss das wilde Gatterwild aufgescheucht werden. Am besten mit einem riesigen
Trommel
Wirbel
Pauken
Ballyhoo
Gedröhne. Dann werden noch diverse Schilder deutlich sichtbar auf jede erreichbare Lichtung eingeschlagen. Und weil das sich zahnlos gerierende Wild sich zum Erlegen noch immer nicht vor die Flinte bewegt, wird fleißig lautstark gedroht, einen professionellen staatlichen Jäger an jenes Gatter zu schicken, um es dann offiziell erledigen zu lassen.

Halali.

Ein wenig später wird dann festgestellt, dass der Gatterbesitzer wohl genau so schlimm sei wie das Gatterwild. Denn schließlich könne ja der Gatterbesitzer das Gatterwild locker selber erlegen. Und täte er es nicht, wird jener öffentlich vergattert, auch der nicht viel besser als dessen Gatterinhalt zu sein. Und das Schreiben an den professionellen staatlichen Jäger sei ja auch schon seit Jagdbeginn fertig im Couvert.

Halali.

Hat dann aber der Besitzer des zoologischen Gartens das Gatter des zu erledigenden Wilds aufgelöst und das darin hüpfende Wild rausgeschmissen, dann freut sich die Jägermeute. In jubelnden Arien wird glorifiziert, über deren eigenen Androhungen, offiziellen Jägern Bescheid gegeben haben zu können, aber nicht gemacht zu haben sondern deren eigenes Jagdsystem durchgesetzt zu haben. … Scheiß-Satz mit Scheiß-Grammatik, ich weiß …

Ziel erreicht, Klappe zu, Affe tot.

Das Wildbret ist den Jägern zwar durch die Lappen gegangen, weil denen schon lange zuvor die Kimme abhanden gekommen war. Und somit besäuft man sich an deren eigenem Korn.

Halali.

Hallo?
Halali?
Hallihallohallöle!

Sowas klappt einmal, sowas klappt zweimal, sowas klappt dreimal. Wenn man es eben nur nach jener Systematik treibt. Das Jagdvieh ist austauschbar.
Es muss ja nicht unbedingt ungenießbares und krankes Wild sein. Und es kommt ja auch nicht wirklich auf das Wild an sondern eher auf den Jagd-Reflex und das, was bei anderen dabei auch noch aktiviert werden kann.

Nur das dumme dabei ist:
Sollte das Wild nur auf zahnlos gemacht haben und in Wahrheit eine echte Ratte sein, dann würde nachher wirklich jeder drüber trauern, dass man nicht einen offiziellen staatlichen Rattenjäger mit der Jagdaufgabe betraut habe und jetzt die Ratte sich weiterhin rattig vermehrt.

Nun ja.

Eine wilde Ratte ist ja kein Wildbret sondern eine wirkliche Bedrohung. Aber das wird den Jagenden wohl egal sein. Denn solange bei fehlender Kimme und massenhaft Korn ein Rausch möglich ist, werden solche Rattentheorien ins Reich der puren Kaffeesatzleserei verbannt. Systematisch verbannt.

Und die Moral von der Geschicht?
Wildbret kauft man besser tiefgekühlt im Supermarkt ihres Vertrauens.
Und bitte auf das Haltbarkeitsdatum achten. Nicht dass es schon Gammelfleisch ist, bevor man es vor dem eigenen Flintenlauf zurecht drapiert hat.
Wild drapiert, versteht sich.

Hauptsache wild!
Alles ist gut, solange man wild ist!

Halali.

Tacheles gesprochen

„Wir können hier richtig deutsch diskutieren, wir haben Verbandszeug im Hause.“

Wolfgang Neuss, 1923–1989

Talk, Talk, Talk

smileyIch hab mich überzeugt.
Ja, er lebt noch, er lebt noch, er lebt noch!
Der alte Holzmichel mit klingendem „B“ in der Mitte.
Der Johannes „Bee“ Kerner eben.
In der Woche jagt er Quasselquoten und am folgenden Wochenende vergnügt er als Fußballkommentator von Länderspielen das Fernsehpublikum und tritt in den Fußstapfen des „Guten-Abend-allerseits“-Heribert Faßbenders.
Hat der Kerner letztens doch noch wacker seine Herman-Schlacht posthum verloren, so ficht ihn solche nachträgliche Niederlage nicht an. Einen großen Geist ficht halt sowas nie an. Wie halt immer auch schon Astrid Lindgrens Karlson vom Dach.
Und so denkt denn auch die Fernsehnation und die Meinungsmacher des Boulevards. Da können die Neonazis schon mit Panzer auf deutschen Straßen üben, das ist sowas von egal.
Hauptsache das Wort „Autobahn“ wird geschichtsbewußt verwendet. Und der Bildschirm bleibt neonazifrei.
Ansonsten gibt es verbal von uns einen auf die Zwölf und wir fechten emotional mit. In jeder Neuauflage der Herman-Schlacht.
Solange halt diese Rechten mit ihren Baseballschlägern nicht gerade in unserem eigenen Vorgärten üben.
Und das Bier weiterhin nach dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wird.

Während Kerner quoten- und niveauberuhigt vor sich hinquasselt, geht man in den etablierten Medien wieder zu den Rückblick auf die brutale Geschichte vor 30 Jahren über. Die Schleyer-Entführung. Auch hier in diversen Blogs geschieht das.

Aber was wurde eigentlich damals vor 30 Jahren so im historischen Rückblick betrachtet?

Im Januar 1979 traten die dritten Fernsehprogramme aus dem Schatten der großen ARD und dem ZDF. Eine Fernsehsendung führt zu einer Einschaltquote von 20 Millionen Zuschauern und zu gesellschaftlichen Verwerfungen. Ich erinnere mich sogar noch daran, dass ein Fernsehturm mutwillig sabotiert wurde, um die Ausstrahlung in einem Regionalgebiet zu unterbinden. In den Dritten lief die vierteilige Fernsehserie „Holocaust“, welches die Geschichte der jüdischen Familie Weiss und die Geschichte der Karriere des SS-Obersturmbandführers Erik Dorf erzählt.
30 Jahre nach Nazi-Deutschland. Kerners Hermans-Schlacht war demgegenüber ein laues Lüftchen, was damals los brach. Nun, auch dieser Sturm hatte sich beruhigt.
Geändert haben all die Diskussionen kaum was. Das rechte Gedankengut der ewig Gestrigen verbreitet sich weiterhin wie Schimmel in feuchten Wohnungen. Trockenlegen will es nicht wirklich jemand.

Ich frage mich, warum ich das hier schreibe. Eulen nach Athen tragen kann jeder und ist immer irgendwie opportun. Es ist ruhig geworden um die Herman und ihre eigenen Frauenthesen.
Dafür wird die Schlacht um die Familie auf anderem Felde weitergeführt. Diesmal bekriegen sich ein katholischer Bischof und eine Politikerin.
Ob sowas zielführend ist?
Ich möchte wetten, es dauert auch hier nicht lange und es werden Vergleiche zum Nationalsozialismus gezogen. Als Mittel der eigenen Waffen. Roth gegen Mixa. Wir haben auf einen Kerner-Ersatz dringend schon gewartet.
Dann doch lieber Retroperspektiven auf die Historie Deutschlands.
Vielleicht lernen wir ja noch mal was aus der blutigen deutschen Vergangenheit …