Wichtige Tagesthemen: heute und morgen und in Zukunft

Herr Ströbele! Wollen Sie das wirklich?!?

Ja, er will. Und er meint es ernst.

Da war der CSU-Herr, ein Mann, der war richtig baff, als er bei seiner morgentlichen Fortbildungslektüre in der BILD als Aufmacher den Ströbele las, der Ströbele wolle doch glatt Inzestliebe legalisieren. Der Herr Mann fand das gar nicht lustig: Inzest müsse in Deutschland verboten bleiben. Die Gesundheit der Bevölkerung müsse geschützt bleiben, um die Möglichkeit auf ein physisches und vor allem psychisches unversehrte Leben zu ermöglichen. Und bei Kindern aus Inzest-Beziehungen stehen gesundheitliche Störungen zu erwarten. Darum gehe Sex nicht. Und der Herr Mann – seines Zeichens Innenminister Bayerns, also Experte in innere Angelegenheiten – warnt gleich davor, dass Inzest immer Abhängigkeit bei einem Partnern bedeutet und somit Familienverhältnisse verkompliziere.

Nun, ich möchte diesem weisen Herr und Mann der hingehaltenen Mikrofone da mal nicht widersprechen. Das letztere kennt man ja aus Scheidungen und so. Nur bei Inzest, da hat der Mann da wohl so sein Wissen, das mir eindeutig fehlt. Und ich lobe ihn ausdrücklich, dass es ihm vor allem auch um das physisches und vor allem psychisches unversehrte Leben seiner Untergebenen bedacht ist. Das ist äußerst löblich. Wirklich! Summa com laude!

Und Herr Ströbele, Sie wollen das nicht?
Das versteh ich nicht.
Als GRÜNER wollen Sie das nicht?
Wenn jetzt der Super-Gau eintritt und der Herr Mann ihrer Meinung jetzt NICHT folgt (zum Beispiel aus reinem boshaften Fundamentaloppositionismus den GRÜNEN gegenüber oder weil ihm wieder jemand ein Mikro unter die Nase hält), dann wird er nachher auch noch die gentechnische Forschung mit ihren starken Risiken auf das unversehrte Leben verbieten! Oder der fährt nachher noch handstreichartig höchstselbst alle bayrischen Atomreaktoren runter und schießt die Brennstäbe eigenhändig ins Weltall, hinterm Mond, da wo er alle anderen der Opposition wähnt. Und dann schafft der noch die ganze bayrische Rüstungsindustrie mit all ihren Explosivwaffen ab. Polizisten rennen dann in Bayern mit Wattebäuschchen und Nelken zu den Demonstrationen statt mit Pfefferspray und Schlagstöcke.
Ja, geht’s noch?
Herr Ströbele! Wollen Sie das wirklich?

Oh, bitte, bitte, Herr Ströbele, machen Sie doch weiter mit Ihrer Forderung! Dann wird der Herr Mann der CSU Deutschland zu einem lebenswerten Flecken Erde machen, und das wollen wir doch beide insgeheim.

Nebenbei, fern ab der Ersthaftigkeit eines Ströbeles: Ihr politischen Kenner der Inzest-Szene – wenn Ihr mal wieder die Köpfe aus eurer Porno-DVD-Sammlung herauszieht – Liebe und Sex sind zwei verschiedene Dinge. Davon hat die BILD keine Ahnung. Das nur so nebenbei.
Liebe ist eh kein echtes juristisches Thema. Denn der § 173 StGB (»Beischlaf zwischen Verwandten«) wurde bei jenem 7:1-Urteil von Karlsruhe in Hinblick auf Nachwuchs (also eugenistisch) gesehen. So wie neulich auch von unserem Herr Mann.

Hallo Leute, kleiner Tipp am Rande, wenn ihr euch liebt:
Entweder ihr seid noch unter 18 Jahre, dann ist § 173 StGB wegen Absatz 3 nicht auf euch anwendbar und ihr könnt schwanger werden, so oft, wie ihr lustig seid. Oder ihr verkehrt einfach nur noch anal oder oral. Dann ist dem Gesetze genüge getan und ihr habt trotzdem euren Spaß. Denn schwanger werden, das geht auch anders, auch ohne den gesetzlich verbotenen Beischlaf. Das hatte uns schon damals die BILD-Zeitung von Boris Beckers berühmten Fall, dem „Samenraub“, in allen Details berichtet gehabt. Und jener Vorfall war ja auch kein Beischlaf, wie es das Gesetz oder die BILD gerne vorsieht …

Nun ja.
Es wird in Deutschland mal wieder Zeit für ein ernsthaftes und wichtiges und bedeutendes Thema: die Online-Abstimmung im Internet beim „Zukunftsdialog“ der Bundesregierung (www.dialog-ueber-deutschland.de). Drei Rubriken haben verschiedene Themen bis Sonntag Abend noch zur Abstimmung.
Und momentan in der Rubrik »Wie wollen wir zusammen leben?« auf Platz 9 (- noch nicht dreimal dabei, bitte, also per Skripte wieder wählen! -) das absolut wichtige Thema, über das sich ganz Deutschland demnächst Gedanken machen sollte:

»das Gesetz das den sexuellen Missbrauch von Tieren zulässt abzuschaffen.«

Oh, Daisy!!!! … was ich schon immer über Sex wissen wollte, aber nie zu fragen wagte …
… wozu hat es „Woolite®“ im Regal?

BILD und Herr Mann, übernehmen Sie!

Verkehrte Welt?

Sie verteilen Bücher auf den Straßen für umme. An Leute, die sie annehmen. Die Salafisten, eine Kategorie von Moslems, denen nachgesagt wird, sie betreiben Haßpredigten und von denen es auch welche tun. Immer wieder Freitags. Die Druckerei des Korans überlegt, ob sie den Druckauftrag für den Koran stornieren soll. Darüberhinaus sind Politiker besorgt. Der Verfassungsschutz ebenfalls. Und der beobachtet die Salafisten intensiv. Zudem auch noch vielleicht jene, welche eine Ausgabe des Korans freiwillig auf der Straße annehmen? Buchgeschenke völlig außerhalb der staatlichen und christlichen Kontrolle.

Die BILD-Zeitung wird am 24. Juni 2012 60 Jahre alt. Und zu ihrem Geburtstag hat sich Kai Diekmann auf die Fahne geschrieben, dass jeder Haushalt eine BILD-Zeitung kostenlos bekommen soll. In den Briefkasten. Ob der Haushalt es will oder nicht. Am 23. Juni. Aber dafür wird keiner die BILD-Zeitung beobachten, wenn sie mal wieder ihre Haßpredigten gegen Hartz-4-Empfänger oder Liebe zwischen Geschwister auf die Bevölkerung loslässt. Weder Politiker. Noch Verfassungsschutz. Da BILD auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Und für Bodenverschmutzungen sind aber eindeutig Herr Röttgen als Umweltminister und Die GRÜNEN zuständig. Aber der Röttgen ist momentan mit der NRW-Wahl („Norbert Röttgen wählen“) am 13. Mai beschäftigt. Die GRÜNEN sowieso dauernd.
Andererseits, jeder Politiker beobachtet die BILD. Sie lesen die als ihre morgentliche Lektüre und bauen ihre Argumentation darauf. Alles unter Kontrolle. Seitens der BILD.

Auf Münchener Straßen stehen fleißig wie immer die Ron Hubbards Jünger der „Scientology Kirche“. Kein Risiko. Weder für den Boden des Grundgesetzes noch für die CSU. In Bayern dürfen die das. Erstens weil nicht links und zweitens „Mir san Mir“. In jedem anderen Bundesland regt sich erheblicher Widerstand gegen solche Stände. Nur nicht in Bayern. Hauptsache klare Politik gegen Linksradikale. Seehofer hat alles unter Kontrolle.

Die Rechtsradikalen stellen weiterhin kein Bedrohung für das Grundgesetz dar, auch wenn sie es mit Füssen am Boden treten. Dumm, dass da drei marodierend durchs Land zogen und dann alles aufflog. Aber keine Gefahr. Wir können beruhigt sein. Der Verfassungsschutz hat alle infiltriert, mit eigenen V-Leuten, Überzeugungstätern, als Informanten. Kein Grund zur Panik. Auch nicht, wenn die ihre Schriften bei unseren Kindern an den Schulen verteilen. Die halten linkes Gedankengut von den Schulen fern. Da muss denen Dankbarkeit gezeigt werden, dass sie viele Schulhöfe unter ihre Kontrolle haben. Keine Bedrohung.

Aber die Salafisten.
Außer Kontrolle.
Eindeutig.

Verkehrte Welt?

Gebet zum Morgen: Sei ein netter Mensch

Nenne deine Begabung, bei anderen Herzinfarkte hervorzurufen, „Führungstalent“, dein Gewinnstreben „Energie“ und den Einsatz deiner Ellbogen „Initiative“.
Sage, wenn du deinem Konkurrenten den Hals zudrehst, seine Atemnot bereite dir Kummer.
Sei ein netter Mensch

von Martin Morlock, 1969

Osterei der Osterwoche: Tatort Urheberrecht – Tatort Doppelfolge

Jeder Sender der »Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland« (auch bekannt unter der Abkürzung »ARD«) hat ihr Recht auf Sonntag-Abend-Unterhaltung. Da ist der bayrische ARD-Sender mit den Multi-Kulti-Herren Batić  und Leitmayr. Oder da gibt es die pragmatische Lena Odenthal und ihr italiensisiert agierender Assistent Mario Koppe. Oder es ermitteln kongenial die Münsteraner Herren, bestehend aus dem konträr laxen Hamburgischen Kommisar Thiel und dem pseudo-preussisch korrekten Boerner. Oder dem Leipziger Duo Saalfeld-Wuttke mit Ex-Ehe-Verhältnis. Oder es ermittelt das Kölner Dreigestirn aus König (Max Ballauf), Bauer (Alfred Schenk) und Jungfrau (Franziska Lüttgenjohann) herum.

Den Ermittlern, bei denen es bislang das meiste Vergnügen beim Zuschauen gibt, sind einwandfrei die des Münsteraner Tatorts: Thiel und Boerner (geniales Zusammenspiel von Axel Prahl und Jan Josef Liefers, seit 2002). Dagegen dümpelt das Kölner Dreigestirn (Bär, Behrendt und Mittelstaedt, seit 1997) und das Leipziger Ermittlungsduo (Thomalla und Wuttke, seit 2008) den eigenen Anfangsfolgen und dessen ersten beachtlichen Tatort-Drehbüchern hinterher.
Leipziger und Kölner Tatort-Teams und die jeweiligen Drehbuch-Schreiber verfolgen deren eigene Philosophie, was die Beschreibung der Täter, Tatorte und deren Auflösungen angeht. In Leipzig stehen den beiden Ermittlern immer wieder deren ehemalige Ehe im Weg, im Kölner Tatort spricht das klassische Dreigestirn (s.o.), welches am Büdchen am Kölner Rhein vor Dom-Panorama ihre Curry-Wurst mit Köln vernichtet, allerdings selten zu dritt, sondern meist nur zu zweit vor dem Dom mit dem ewigen Ermittlerehepaar Ehemann Balauf und Single Schenk. Die Leipziger eher sachbezogen, die Kölner mit Emotionen.

Was beiden gemein ist, sind die schlechten Drehbücher der letzten Zeit. Was lag also für die ARD also näher, als mal beide ordentlich ein gemeinschaftliches Doping zu verordnen:
Ein Double-Feature zu Ostern.
Ostern hat zwei Feiertage und für den gerontologisch veranlagten Sender ARD heißt das zwei wichtige Sendeplätze nach der Tagesschau. Da momentan wohl Schreibflaute bei den Hera-Lind-Herz-Schmerz-Adepten der ARD herrscht, muss wohl irgendwer im Supermarkt ein Ü-Ei freigelegt haben. Eingedenk einer Rocky-Horror-Picture-Show-Wiederholung im privaten Freundeskreis vorm servilen Computer mit Dresscode »Hart bis Smart« hat wohl jemand bei der wöchentlichen ARD-Konferenz »Double-Picture-Show« in die Runde geworfen. Und WDR und MDR waren die ersten die freudig HIER riefen.
Und somit stand fest: Zu Ostern 2012 wird das Tatort-Publikum mit einer Double-Picture-Feature-Tatort-Show gemeuchelt.

Zuvor traten dann noch die Drehbuch-Schreiber mit einem »Offener Brief von 51 Tatort-Autoren« (u.a.a. Der bekannte Felix Huby) am 29. März in Erscheinung und erklärten, dass das Urheberrecht der Tatort der Moderne sei und vergleichbar mit Schwarzfahrern und Steuerhinterziehern sei. Dass damit belegt worden ist, dass Schwarzfahren (40 Euro plus staatsanwaltschaftliche Ermittlungen) und Steuerhinterziehungen (55 Cent Porto und Freispruch-Winkeladvogaten-Argumentation durch eigene Rechtsanwaltschaft a la Zumwinkel) gleich zu setzen sein könnten, entging wohl den meisten 08-15-Lesern. Denn die 51 Aufrechten der ARD-Drehbuchschreiber haben wohl auch Recht.
Denn wer schwarz fährt, hinterzieht eindeutig Mehrwertsteuer. Das ist brutal und moralisch nicht vertretbar. Unglaublich ist es, dass hierauf noch nicht die »Rübe-ab«-Strafe besteht. In Münchens Nahverkehrsmittel mit normalen Ticket zu 2,50 Euro für eine einfache, limitierte Innenstadtfahrt besteht die Steuerhinterziehung beispielsweise auf unglaubliche 47 Cent. Wenn das jeder Münchener (von Harz-4’ler bis Stadtviertelbesitzer in Luxuslimousine mit Chauffeur) einmal am Tage machen würde, dem Staate würde somit unglaubliche 47 Tausend Europro Tag entgehen! Das sind doch umgerechnet 17 Millionen Euro im Jahr! Solch potentiell mögliche Steuerhinterziehung sollte uns einwandfrei zu denken geben. Was sind da einzelne Steuerhinterzieher wert, die dann in Kitzbühel oder in der Schweiz oder Monaco leben?
Eben! NÜSCHT!

Und wenn dann 51 Tatort-Autoren klagen, auf ganz Deutschland umgerechnet … 81 Millionen … das wären 1,4 Milliarden Euro (damit wäre unsere so arg notleidende Bankerwirtschaft wieder wettbewerbsfähig!) …

Also gut.
Irgendwelche der 51 Tatort-Autoren hatten sich also an diesem Ostern geklumpt und dem Kölner Dreigestirn und dem Leipziger-Allerlei ein Double-Feature verpasst. Die Leipziger mit den Kölnern am Oster-Sonntag, die Kölner mit den Leipzigern am Ostermontag.

Ich – in meiner jugendlichen Unschuld – dachte mir »Menno, das wird ein Fest!«, ich gedachte mir also beide heute dank ARD-Mediathek direkt hintereinander anzuschauen.

Ich tat es und muss sagen, manche Dialogfetzen waren richtig gut:

„Schon mal mit Abnehmen versucht?“ „Schon mal von Hartz 4 gelebt?“ aus dem Leipziger Tatort;
„Neue Wohnung, neuer 1 Euro Job.“ aus dem Kölner Tatort

.
Und es gab auch die Verbindungsglieder zwischen den beiden Tatorten

„Seit diesen amerikanischen Serien rennen alle Mörder mit scharfen Putzmitteln rum.“ Freddy Schenk im Leipziger Tatort
„Hier stinkt’s nach Putzmittel wie im Klo auf dem Präsidium.“ Freddy Schenk im Kölner Tatort

Auch eingedeutscht waren beide Tatort-Sendungen. Statt »DNA« wurde generell über »DNS« geredet (zur Erklärung: »DNA« bedeutet das gleiche wie »DNS«; das erstere ist lediglich eine englische Abkürzung, das zweitere die deutsche)
Und es wurde gerne dem Lokalkolorit gefolgt. Aber wer weiß schon in Leipzig, dass »Halve Hahn« lediglich ein Käsebrötchen ist. Daher auch die langen Blicke als Kriminalhauptkommissar Keppler Kriminalhauptkommissar Freddy Schenk den Broiler verzehren sah und selber auf sein nüchternes Käsedingens blickte.

Trotz diesen Sachen fiel auf, dass die beiden Tatorte nicht wirklich verzahnt waren. Es war eher ein Wettkampf der Kameraführung und der Drehbuchschreiber. WDR Kölner-Tatort-Philosophie gegen MDR Tatort-Philosophie
WDR gegen MDR?
Das ist freilich Quatsch. Denn im Abspann beider Folgen war folgendes zu lesen:
Buch: Jürgen Werner; Regie: Thomas Jauch; Leitung: Jens Laukner; Musik: Karim Sebastian Elias; Kamera: Clens Messow; Produzenten: Sonja Goslicki, Jan Kruse; Redaktion: Frank Tösmann, Sven Döbler
Namen sind hier erstmal Schall und Rauch. Jedoch für dieses Double-Feature galt:
Alle Beteiligte hinter der Kamera waren identisch für beide Produktionen. Es handelte sich also nur hinsichtlich der Einbindung der Schauspieler um einen Cross-Over-Tatort.
Im direkten Vergleich konnten primär nur die Darsteller gewinnen und verlieren. Gewinner in schauspielerischer Hinsicht war eindeutig Martin Wuttke. Nur das beste Tatort-Paar, war das Kölner Dreigestirn (geschuldet der Leistung von Fr. Thomalla hinsichtlich der für sie zugeschriebenen Rolle). Ansonsten versuchten die Leute hinter der Kamera, die jeweiligen Tatortverhältnisse zu IMITIEREN!
In welchem Verhältnis steht nun also das gesamte Produktionsteam zu dem Brief der 25 oben erwähnten Autoren? In keinem. Denn keiner des Double-Features war an jenem Brief beteiligt.
Erfreulich?
Vielleicht. Aber wenn der Leipziger Tatort sich an einer Konfrontation zweier Ermittlungsteams »Köln« und »Leipzig« versucht, dann aber in den letzten zehn Minuten schnell in WHODUNIT-Fahrwasser abgleitet, um den Tatort-Erfordernissen gerecht zu werden (Mörder gesteht unter bösen Blicken der Ermittler, betont aber, er hätte lediglich nur zu fest den Hals des Opfers gedrückt … nichts neues unter der Krimi-Sonne …), dann ist es die erste Bankrott-Erklärung für ein löbliches Vorhaben. Wenn zudem der Kölner Tatort gezielt auf das abzielt, was gerade bei der WDR-Oberredaktion angesagt ist, dann wird es zuschauervergewaltigend.
Beispielhaft steht hierfür der folgende Dialogfetzen des »Kölner Tatorts«:

„Lassen Sie es, Herr Ballauf, Sie haben nicht die geringste Ahnung wie man sich fühlt, wenn sie eigene Tochter plötzlich wie vom Erdboden verschluckt ist und die Leute einem sagen, man solle zur Tageordnung über gehen.“
[…]
„Was – Herr Gott nochmal – tut Ihnen eigentlich Leid?“

Gekünstelt gekochte Emotionen. Das, wovon der Zuschauer der nachmittäglichen »scripted reality« permanent ertränkt wird. Voraussetzt, sollte der Zuschauer es denn ertragen, und durchblicken, die Phantasie arbeitsloser Drehbuchschreiber aus besseren Pseudo-Gesellschaften mit sterilisiertem und homogenisiertem Redaktionsa-Analphabetenwissen zugeschmissen zu werden.
Es ist das, was momentan beim WDR-Fernsehen so hoch im Kurs steht: Den Zuschauer mit Emotionen zuschütten, aber Wissen zu verweigern. Hauptsache Emotionen, Emotionen, Emotionen (s.a. »Occupy WDR« bei den http://www.nachdenkseiten.de; leider keine Fiktion, sondern komplett nachvollziehbar für Seher und Hörer der WDR-Programme).

Vordergründig bleibt am Ende vom Double-Feature die Frage: Warum umarmen sich diejenigen im Tatort, die sich vorher nie gesehen hatten, während die eigentlichen Retter atemlos daneben stehen? Klar, es ist auch logisch: umarmen tun sich immer nur Frauen im Tatort (hier die Kommissarin, dort das Opfer, welche sich nicht kannten).
Emotionen, Emotionen, Emotionen.
Alles andere würde innerhalb der Tatort-Logik einen neuen Plot heraufbeschwören. So a la Kommissar und Täterin oder so. Diskussionen, Diskussionen, Diskussionen. Und das ist beim WDR wie beim MDR nicht wirklich erwünscht.

Doch zurück zu den 51 Autoren und deren Wunsch nach Schutz:
Gerade die beiden Oster-Folgen sprachen eine andere Sprache. Sie waren NICHT schützenswert im Sinne der 51 Autoren. Vielmehr sollte da jemand (d.h. Die Rechtsabteilung) aufpassen, dass nicht wer meinen könnte, die beiden Folgen wären dramaturgisch abgeschrieben. Insbesondere der »Kölner Tatort« erinnerte vom Verlauf her doch verdammt an den Film »The Cell« mit Jennifer Lopez (vom Verlauf der Rahmenhandlung nicht vom Inhalt!). Nein, ich behaupte nicht, er wäre 1:1 abgekupfert. Aber wer »The Cell« gesehen hatte, der wusste schon am Anfang was am Ende geschehen würde und die Spannung war für die vier Buchstaben (= verlängerter Rücken). Auch der Leipziger Plot war mir nicht unbekannt und wenn ich mich wieder erinnere, wo er zum ersten Male gespielt wurde, werde ich es hier anfügen. Der Plot war keine Neu-Nummer, sondern eher das ganze im Gegentum.

Dass der Kölner Teil »Ihr Kinderlein kommet« hieß, muss wohl der Patschnasse eines aufstrebenden WDR-Comedians entsprungen sein (wahrscheinlich zur Weihnachszeit 2011) und hatte mit dem Plot so viel gemein wie Glühwein im Sommer. Da war der Leipziger Titel »Kinderland« erheblich besser. Beiden Titel ist gemein, dass sie keine rechtlich geschützten Titel sind und somit nicht diametral den Forderungen der 51 entgegen stehen.

Trotzdem, dieses Double-Feature war alles in allem kein Ruhmesblatt und wirft Fragen auf, was die 51 Autoren zu dem Double-Feature gedacht haben. Vielleicht kamen denen ein wenig Dolchstoß-Gedanken. Vielleicht haben aber auch einige der 51 Autoren erschrocken gezuckt, als sie feststellten, was sie selber bereits geschrieben hatten. Aber da war es vielleicht eher der zuckende Gedanke des vollzogenene Ideen-Recyclings statt des eigentlichen Urheberschutzgedankens …

Notwendige Grasswurzeldiskussion: Was steckt hinter der Großpolitik und was hinter einem eher schlechten Gedicht?

Ist alles was gegen Israel spricht gleichzeitig für den Iran? Wer Israel sagt meint automatisch „Juden“?
Ist jeder der vor Rüstungswahnsinn warnt, gleich ein Nachfolger der deutschen SS?
Was interessieren da noch Israelitis?
Hauptsache, es gibt wen zum Draufschlagen. Hauptsache, man muss sich keine Kriegsvermeidungsgedanken machen.
Benjamin Netanjahu ist nicht das Alpha und das Omega seines Landes.
Genauso wenig wie der Breitmaulfrosch Ahmadinedschad.
Und was sagen Juden dazu? Shalom, sagen die. Und das ganz ohne Säbelrasseln.
Darüber wäre mal Zeit nachzudenken und nicht in jedes Mikro zu schnattern, welches Journalisten hervorkramen, um deren Seiten zu füllen.

Israels Premier Benjamin Netanjahu spricht nicht für alle Bewohner seines Landes!
Ebenso wenig, wie das iranische Großmaul Präsident Ahmadinedschad seine Bevölkerung vertritt!
Stoppt den Rüstungswahnsinn!
Stoppt den geplanten Krieg!
Stoppt die Aufrüstung!

War is over, if you want it!

Verbreitet dieses Video!
Entrüstet Euch!

War is over, if you want it!

Ei, ei, ei, ei…

Hier wird gerade fleißig an Ostern gearbeitet. Eier-Verbuddeln mal mit HighTech.

Ostereierverstecken mit Bagger

Zum ECHO-2012 für sein Lebenswerk

Dem Niedecken zum Lebenswerk der ECHO – entdeckt in der „Ständige Vertretung“ Berlins am Tage nach der ECHO-Verleihung
von Kölsch-Trinker zum Kölsch-Trinker:

Ming Jlöckwunsch, Wolfgang Niedecken!

Echo-Gewinn

(Foto aufgenommen am 23.3.2012 in der „Ständige Vertretung Berlin“)

Der kleine, kulturelle Unterschied

Currywurst in Berlin:
„Einmal Currywurst, bitte.“
„Mit oder ohne Darm?“

Currywurst in München:
„Einmal Currywurst, bitte.“
„Mit Senf oder mit Ketchup? Curry steht neben Ihnen.“