Die erste Million … und was danach noch kommt

Nee, was ist das wieder schön.
Das Stellensicherungsprogramm für Hebammen (weiblich) und Geburtshelfer (männlich) wurde wieder eröffnet. Was dem Rheinländer zur (biologisch beiläufigen) Vermehrung der Karneval ist, dass ist dem Bayern das Oktoberfest. Der Bayer lästert zwar gen Rheinland, dass der Bayer sich nicht Verkleiden müsse, um Sex zu haben. Nur schaut man sich die Bayern in deren Trachtengefummel an, dann bin ich mir dessen nicht wirklich sicher. Wahrscheinlich müssten die Bayern ohne Oktoberfest paar Österreicherinnen importieren, um als kulturelle Eigenart Deutschlands zu überleben.

Die erste Millionen Besucher soll auf dem Oktoberfest 2010 gewesen sein, schreiben heute bereits die Medien. Eine Million? Also 500 Tausend jeweils an den ersten beiden Tagen.
Eine Million? Das war die Zahl der Besucher der „Love Parade 2010“ in Duisburg. Anfangs sollten dort auch über 1 Millionen Besucher gewesen sein. Als die Katastrophe dann aber seinen Lauf genommen hatte, gestanden Veranstalter und Stadt Duisburg kleinlaut ein, es wären nur 300 Tausend und weniger Besucher gewesen. Die „1 Million“ sei nur eine Marketing-Zahl gewesen. Und genau so funktioniert das ganze Zeitung-Gejubel auf die „eine Millionen Besucher“ vom Oktoberfest.

Marketing, reines Marketing.

Gerne schreiben die Medien dann mitten in der Woche, dass die Zelte bereits am Nachmittag wegen den vielen Besuchern geschlossen werden müssten. Besucher, die allerdings an solchen Nachmittagen auf dem Oktoberfest waren, konnten mir dann aber das nicht wirklich bezeugen.

Über 6 Millionen Besucher sind für die 17 Tage Oktoberfest zum 200. Jubiläum prognostiziert worden, rein rechnerisch circa 350 Tausend Besucher pro Tag. Es soll eine „Rekord-Wiesn“ werden, ist der überall verstreute Optimismus. Das folgt einer jährlichen Tradition. Die Mär von „1 Millionen Besucher“ binnen zwei Tage klingt dem potentielle Besuchswilligen wie eine Verlockung, etwas verpassen zu können. Perfektes Marketing eben.

Selbst die ersten Fernsehbilder vom Fassanstich („O’zapft is“) folgten dieser Vorgabe. Die Kameras verfolgen, wie der Oberbürgermeister Ude dem Ministerpräsidenten Seehofer und dessen Frau die erste gezapfte Maß überreicht. Mit der Maß in den Händen wandten sich beide, der Seehofer und der Ude, samt Ehefrauen von links nach rechts immer wieder den Fotografen zu. Tapfer lächelten sie und unermüdlich prosteten sich dabei immer wieder für die Fotogallerie zu. Dazu kommentierte der Fernseh-Moderator, dass der Seehofer und der Ude als die Allerersten die Wiesn-Maß genießen würden. Nur die Fernsehbilder dokumentierten das Gegenteil. Die kamen gar nicht erst dazu, überhaupt einen Schluck zu nehmen, geschweige denn zu genießen.

Dafür war aber schon eindeutig im Hintergrund zu erkennen, wie die ersten Besucher fleißig ihre Maß kübelten, während Seehofer und Ude weiterhin für die Fotografen um die Wette lächelten und noch immer sich zuprosteten. Und hätte die Kamera nicht von schräg oben gefilmt, es wäre auch nicht entdeckbar gewesen, wie schlecht dem CSU-Seehofer vom SPD-Ude die Maß eingeschenkt worden war. Aber das muss nun wirklich niemanden von den Besuchern abschrecken. Schlecht eingeschenkte Bierkrüge gehören zu jedem Oktoberfest wie das „O’zapft is“ vom Oberbürgermeister und die erste „1 Million Besucher am ersten Wiesn-Wochenende“.

Beides ist genau so sicher, wie die Vollbeschäftigung der Hebammen und Geburtshelfer im Mai/Juni nächsten Jahres, wenn dann die Babys ihr persönliches „O’zapft is“ feiern.
Prost.

Wenn die Vuvuzuela viermal trötet …

Liebe Leser, liebe Leserinnen,

diese WM ist grottenschlecht, so etwas von grottenschlecht, ein Spiel langweiliger als das andere. Wundert es, warum der englische Torhüter Green, den Ball gegen die USA durchließ? Warum der algerische Torhüter Chaouchi am Ball vorbei griff? Die waren eingepennt. Mitten während dem langweiligen Spiel. Und als dann der Ball aufs Tor zu trudelte …
„Hey, aufwachen! Balli kommt!“ …
Verduzt geguckt. Aber zu spät. Da war der Ball auch schon drin.
Und das trotz der Warn- und Weckrufe der Zuschauer mit den Vuvuzuelas.
Die Franzosen und Argentinier haben sich beschwert, die hätten vor Vuvuzuelas ihr eigenes Wort nicht mehr verstanden. Quatsch. Die fühlten sich in ihrem Schlafwagenfußball gestört. Das ist die Wahrheit.

Vuvuzuelas.

Das ist jetzt das Stichwort bei uns in meiner Nachbarschaft.
Vor der Beginn hatte ich sie alle gesehen, wie sie am Kiosk gegenüber sich die Fantüte mit Vuvuzuelas und Mini-Deutschland-Fähnchen besorgten. Alle. Sei ja WM, meinten die. Der miese Spießer aus dem ersten Stock, der sein Toilettenfenster außen mit zehn Deutschland-Fähnchen geschmückt hat. Oder dieser gestrenge Alt-89-er, der seine Tür mit einer Deutschlandfahne aus Seide dekoriert hat. Oder diese linke Type aus dem Dachgeschoss, die sich seinen knatschroten SMART mit zwei Fähnchen bestückt hat.

Denen haben wir es gezeigt. Wir lassen uns nicht nachsagen, wir seien nicht für Deutschland. Wir nicht!

Karl hatte letzte Woche drei Vuvuzulea sich beim EDEKA errubelt, Heiner zwei am Kiosk gegenüber für 10 Euro die Deutschland-Fan-Tüte gekauft und ich, ich habe mir eine im BILD-Shop online bestellt. Genau. Dort, bei der BILD-Zeitung. Die im deutschen Fan-Paket. 3 Stück! Man weiß ja nicht, wie lang die halten.

Man will ja schließlich mitfeiern und nicht am Rande stehen.
Und was jetzt? Jetzt haben die hier alle die Vuvuzuelas beim Public Viewing verboten. Und gerade die BILD-Zeitung stänkert wütend gegen die Vuvuzulas. Aber selber im Shop online Vuvuzulas für gutes Geld verhökern. Geschäfte machen, ist wohl okay. Aber das Gekaufte nutzen? Verboten.
Deutsche Verbieteritis. Typisch. Einfach feierfeindlich. Was hat das mit Einigkeit, was mit Recht, was mit Freiheit zu tun?
Jetzt reden die Wichtigtuer sogar in den Zeitungen, den Internet-Foren, den Blogs und bei Twitter davon, die Südafrikaner sollten den Gästen Toleranz gegenüber zeigen und die Vuvuzulas verbieten. Schließlich seinen wir ja Gast in deren Land und man hätte uns auch so zu behandeln! Als Gäste eben. Haben wir die nicht so behandelt vor vier Jahren und denen gesagt wo unsere No-Go-Areas sind? Also! Sollen die mal unser No-Go-Area im deutschen Fernseher respektieren und ihre Vuvuzulas wegschmeissen. Meinen diese Internet-Nerds. Diese Fuzzis können meinen, sie seinen das Maß der Dinge, wenn sie den Süd-Afrikanern vorschreiben wollen, was Fußball-Kultur sei und was nicht. Aber nicht uns. Nicht mit uns, haben wir uns gesagt. Nicht mit uns.

Wir haben schließlich für die Fan-Pakete bezahlt und wollen feiern. Will man uns jetzt vorschreiben, wie wir lustig zu sein haben?

Bei mir haben wir uns gestern eingerichtet. Zwei Kästen Bier, eine Flasche Vodka Black Label und fünfzehn Dosen Red Bull. Wir haben uns versprochen, bei jedem deutschen Tor mit unseren Vuvuzuelas Deutschland hochleben zu lassen.

Der Polizist an der Türe meinte später, unsere Feierei sei Ruhestörung. Nur weil Deutschland viermal getroffen hat und wir viermal fünf Minuten feierlich getrötet haben? Schweinerei. Die Anzeige werden wir anfechten. Wir gehen in Berufung. Wir lassen uns doch von so miesepetrigen Deutschland-Abstinenzlern hier im Haus doch nicht unsere WM vermiesen. Soll uns schließlich niemand nachsagen, wir würden Deutschland nicht mit jedem Atemzug unterstützen.

Gestern vor dem Schlafengehen – Grün-Weiß-München war schon längst weg – haben wir dann noch zu dritt mit einer Siegesfanfare den Sieg Deutschlands gefeiert. Am offenen Fenster! In den erhabenen Nachthimmel hinein! Deutschland hat 4:0 gewonnen!
Die Klingel hatten wir vorsichtshalber abgestellt. Damit nicht – wie schon bei den vier Toren zuvor – uns dahergelaufene Hobby-Talibans im Hause mit hintervotzigen Klingelterror ärgern.

So.
Wir haben jetzt ausgeschlafen.
Gleich spielt Italien. Wir werden Paraguay unterstützen.
Heiner holt noch nen Kasten Bier. Wenn er erst mal aus meiner Wohnung rausgekommen ist. Irgendwelche dieser Hobby-Terroristen fanden es offenbar toll, unsere Eingangstür mit vier Schichten Eierkartons komplett zuzukleben. Wenn wir die erwischen. Den tröten wir was auf unseren Vuvus im Choral, diesen Spassbremsen!

Törrrrrröööööööööööööööööööööööööööööö!

Google und die Suche nach "Bombe Oktoberfest 2009"

Es ist auf meinem Blog in dieser Woche was seltsames geschehen.

Normalerweise habe ich so täglich immer zwei bis drei Dutzend Besucher. Doch seit vergangenem Dienstag ist meine Besucherzahl mir regelrecht explodiert. Mit einem Male habe ich dreistellige Seitenaufrufe.
Woran liegt das? Womit habe ich das verdient?

Nun, der Suchdienst „Google“ schickt mir auf meinem Blog zu meinem Post „Festung Oktoberfest 2009“ viele Besucher, die nach den Stichworten „Oktoberfest 2009 Bombe“ oder „Bombenfund auf dem Oktoberfest 2009“ suchen. Und das nur eben weil mein obiges Post jene Begriffe enthält.
Wie dieses Post hier jetzt auch, ne. ;)

Nebenbei:

Hier in München laufen ja inzwischen massenhaft Araber herum, die andauernd Geldbündel aus deren Hosentaschen verlieren und den Findern dankbar statt dem gesetzlich geregelten Finderlohn lediglich den Tipp geben, am „Tage der deutschen Einheit“ dem 3. Oktober 2009 nicht auf das Oktoberfest zu gehen.
Gut, man sieht diese Araber nicht auf den Straße Münchens, aber zumindest gibt es massenhaft Münchener die massenhaft Bekannte haben, die wiederum massenhaft Arabern deren verlorenen Geldbündeln hinterher tragen.
Ja, ja, die Münchener sind schon eine massenhaft ehrliche Haut, gelle? Tragen einem immer das Geld hinterher …

Und noch ein „Nebenbei“, gelesen in der FAZ:

Vier Kinder im Frankfurter Stadtteil Griesheim haben auf dem Schulweg 15.000 Euro in einem Briefumschlag gefunden und diese auf dem Schulhof großzügig verteilt. Irgendwann regte sich bei denen das Gewissen, das Geld wurde wieder eingesammelt (bis auf fehlende 950 Euro) und dann der Polizei übergeben. In dem Briefumschlag waren die Daten des Besitzers. Der sagte aus, dass er mit den 15000 Euro nach Moskau reisen wollte. Der Besitzer war ein Afghane. Es ist nicht überliefert, ob der sich nachher bei der Polizei bedankt hat und denen dann empfahl, NICHT auf das Münchener Oktoberfest zu gehen …

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht. Gehts voran?

Genossen und Genossinnen …
(Jubel, Applaus)
… wir haben einen grandiosen Wahlkampf geführt …
(lauter Jubel, stärkerer Applaus)
… wir haben den, äh, die Wähler von uns begeistert …
(lautstarker Jubel, rhythmischer Applaus)
… wir sind eindeutig die zweitstärkste Partei im Lande.
(Jubel und Applaus werden rhythmisch, begeisterte Zwischenrufe)
Genossen und Genossinnen …
(Jubel und Applaus sind ohrenbetäubend, eine La-Ola-Welle geht durchs Willy-Brandt-Haus)
… jeder vierte Wähler dieses Landes mag und unterstützt uns mit seiner Stimme. …
(„We are the Champions“-Gesänge, rhythmisches Fußgetrampel)
Das ist aber nicht genug! Wir müssen wieder zu einer Volkspartei werden!
(Jubelrufe, andächtige „Brüder zur Sonne“-Gesänge, starker Beifall)
Genossen und Genossinnen …
(erneut stark aufbrandender Applaus und massenhaft „Bravo“-Rufe)
… und weil wir eine Arbeiterpartei sind …
(etwas weniger Applaus und vereinzelte „Bravo“-Rufe)
müssen wir dafür jetzt, Genossen und Genossinnen, als Arbeiterpartei …
(mittelstarker Applaus und einige „Glück-auf“-Zwischenrufe)
… auch intensiv um Vermehrung der Wählerstimmen …
(Kunstpause, plötzliche Stille, vereinzeltes warnendes Räuspern)
… arbeiten!
(Buhrufe, Handgemenge, wütende „Nestbeschmutzer“-Rufe, fliegende Stühle, der Redner wird raus geprügelt)

Zur Beruhigung der Genossen und Genossinnen verkünden ein Heilchen und ein Munterführing deren Rücktritte.
Als Substitute werden eine Luftpumpe und eine Heißluft-Produzentin der Partei verordnet.

Na, dann ist ja alles wieder beim Alten, Verdummte dieser Erden.

Die Festung Oktoberfest 2009

Nach der Haager Landkriegsordnung dürfen gegnerische Truppen eine zur „Festung“ deklarierte Stadt angreifen. Eine Stadt wird als „Festung“ bezeichnet, wenn in ihr entsprechend militärische Mittel zur Verteidigung vorhanden sind. Ob tatsächliche militärische Mittel vorhanden sind, ist unerheblich, wenn der Verteidiger eine Stadt zur Festung erklärt hat. Der Gegner ist nicht dazu verpflichtet, dieses vor einem Angriff zu überprüfen. Es gilt das Wort des Verteidigers.
Kampfhandlungen gegenüber einer Festung werden entweder durch Einnahme oder durch Kapitulation beendet.

Im Gegensatz dazu steht im Kriege eine „offene Stadt“. Eine solche Stadt gibt dadurch zu erkennen, dass sie wehrlos ist und dem Gegner offen steht. Entsprechend der Haager Landkriegsordnung darf so eine Stadt in keiner Weise angegriffen werden.

Aus strategischen Gründen können im Krieg bestimmte Städte zu „Festungen“ erklärt werden, um den Gegner aufzuhalten. Ein weiterer Hintergedanke, eigene Städte zu „Festungen“ zu erklären kann auch sein, jene Städte zu „bestrafen“, zum Beispiel weil die Stadtoberen nicht den Wünschen des Kriegsherren entsprechen.

Sonntag.
Bundestagswahl.
Montag.
Die Wahl ist gelaufen. Das Wahlergebnis entspricht nicht dem Wunsch eines Terroristen einer Terrorgruppe.
Dienstag.
Die vier Münchener Tageszeitungen AZ, TZ, SZ und BILD schreiben über die neu errichtete Festung „Oktoberfest“.

Bereits zuvor war klar, dass nach der Wahl die Sicherheitsbedingungen verschärft werden würden. Auch die auf dem Münchener Oktoberfest. Insbesondere nachdem ein Werbeflugzeug die Wiesn am Samstag überflogen hatte und einige schon an eine terroristische Attacke dachten.

Bei mir auf der Arbeit hat sich am Montag gegen 11:00 Uhr folgende Szene entwickelt:

A: Ein Kollege hat mich angerufen. Etwas stimmt mit dem Oktoberfest nicht.
B: Was soll denn sein?
A: Der meinte, es könnte eine Bombe explodiert sein.
B: Eine Bombe?
A: Oder eine Bombendrohung.
C: Die Terroristen?
A: Es soll alles voller Polizei sein.
C: Auf dem Oktoberfest?
A: Die sollen alles abgeriegelt haben.
B: Das ganze Gelände.
A: Sogar die direkte U-Bahn zur Wiesn soll gesperrt sein, die Züge sollen einfach durchfahren.
C: Oje, das heißt nichts gutes.

A kam zu mir.

A: Kannst du mal im Internet nachschauen, ob da irgendwas passiert ist?

Wir riefen die Seiten der Süddeutschen auf, die der FAZ, N-TV, N24, News-Google. Nichts. Rein gar nichts. AZ, TZ, TAZ. Nichts. Nullinger. Nada. Niente. Und bei BILD surf ich prinzipiell nicht vorbei.

A: Im Internet steht nichts.
B: Ja, wenn was passiert ist, dann werden die es nicht gleich verbreiten.
A: Meinst du?
B: Als 1980 der Nazi die Bombe gezündet hatte, kam auch erst nichts im Radio.
A: Die dürfen auch erst nichts verbreiten. Um Panik zu vermeiden.
C: Oh Gott, hoffentlich hat es jetzt nicht viele Tote gegeben.

Meine Suche nach einer WebCam vom Oktoberfest zeigte feiernde Leute in einem Bierzelt. Eine WebCam der Umgebung der Wiesn zeigte leere Straßen aber ein recht gut besuchtes Oktoberfest.

Ich: Die feiern dort alle ungehemmt.
B: Ja, wenn die nichts wissen.
A: Ich könnte ja mal den Rudi anrufen. Der hat mir gestern gesagt, der wolle heute früh auf die Wiesn.
B: Ja, ruf mal an. Ich bin jetzt auch beunruhigt.
C: Man ist nirgendwo mehr sicher.

A holt sein Handy raus und wählt. Warten.

A: Der nimmt nicht ab. Hoffentlich ist ihm nichts passiert.
C: Wenn der verletzt ist, dann kann der …
B: Oftmals hat es auf der Wiesn auch kein Netz.
A: Normal nimmt der immer sofort ab. Das ist schon seltsam.

Erneutes Wählen.

A: Der nimmt nicht ab.
C: Hoffentlich …
A: Rudi? Rudi? Bist du es?

Gespannte Stille.

A: Du Rudi, da hat wer hier gemeint, auf der Wiesn sei ne Bombe hoch gegangen. Stimmt das? Ja? Was? Ihr seid gemütlich am feiern? Aber ist da überall Polizei? Nicht? Nichts? Rudi, ich bin ja so froh, dass nichts passiert ist. Aber bist nicht ans Handy gegangen. Da dachten wir … Was? Die Musik war vorhin so laut? Jetzt ist Spielpause?
C: Gott, sei Dank.
B: Für einen Moment …
A: Rudi, noch viel Spass, ja. Servus, bis später!

In allen vier Münchener Zeitungen stand als Aufmacher, dass das Oktoberfest in eine „Festung“ verwandelt worden sei. Ein scharf überwachter Sperrgürtel ist um das Oktoberfest gebildet worden. Darin herrscht Parkverbot und Durchfahrverbot für Nicht-Anwohner. An den Polizeisperren solle es zu riesigen Menschenansammlungen kommen – so die Zeitungen – und man müsse damit rechnen, dass man länger brauche auf die Wiesn zu kommen. Zusätzlich würde man an den Eingängen der Bierzelte auf Wafffen abgetastet werden.

Gegen 18:00 kam mir die Idee, diese Menschensammlungen zu fotografieren. Ich wollte mich an den Zelteingängen abtasten lassen.
Aber nichts von alldem, rein gar nichts ist passiert bei meinem ersten Wiesnbesuch in diesem Jahr.

Die Polizisten behielten unaufgeregt und freundlich die Übersicht, patrouillierten wie Jahre zuvor über die Wiesn, schauten sich die Karussells an, fachsimpelten über Lebkuchenherzen oder dienten als Fotostaffage für Touristen.

Auch an den Zelteingängen war nichts ungewöhnliches. Die üblichen Sicherheitskontrollen des Sicherheitspersonals. Nicht nur beim reingehen wurden Rucksäcke überprüft. Auch beim verlassen. Und ein den Rücksäcken versteckte Bierkrüge einbehalten. Einige Münchener Diskotheken haben eine schärfere Tür als an den Wiesnzelten heute.

Ich war schnell auf der Wiesn und auch schnell wieder runter. Skandalträchtige Fotos waren nicht möglich. Schade. Und auch gut so. Die Presse kocht nun mal heißer als üblicherweise gegessen wird.

Zumindest die Zeitungen konnten auf ihren Titelseiten den alten Kriegsbegriff der „Festung“ wieder reaktiviert.
Für die Zeitungen befinden wir uns also im Kriegszustand. Das Oktoberfest wurde von Polizei und Medien unisono zur „Festung“ erklärt. Eine Heimatfront sozusagen.

Die Wirte der Bierzelte hoffen weiterhin, dass es eine friedliche Wiesn bleibt. Im alten Rom hätten das Wort „pazifisiert“ Verwendung gefunden.

Dax-Jagdsaison

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.
11,4 Prozent plus!
Wisst ihr, wie viel das ist?
11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.

Genau um diesen Betrag ist der DAX gestiegen. Der DAX ist momentan des Journalisten Jagdvieh. Im Visier einer ganzen Bevölkerung.
Geht’s dem DAX gut? Ist er munter oder leidet er unter stark gebremsten Wachstum?

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.
11,4 Prozent plus und über 5000!
Wahnsinn.

Das war gestern.
Heute ist eine neue DAX-Jagdsaison.
Ich hab mir vorgenommen, wenn der DAX heute erneut über 10 Prozent plus klettert, gehe ich zu meinem Chef ins Büro und verlange 5 Prozent mehr Gehalt. DAX-Steigerungen müssen durch abgemessene gehobene Gehaltsforderungen nach unten abgesichert werden.
Sollte der DAX allerdings unter 0 Prozent fallen, dann werde ich freilich auf 5 Prozent Gehalt verzichten und meinen Chef drängen, den gerade neu erhaltenen Mercedes-Dienstwagen der oberen Klasse gegen einen TWINGO oder SMART einzutauschen. Denn als Chef muss man glänzen. Als Vorbild.
Um den DAX nach unten hin abzustützen.

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn.

Ich hab mir dann den Spass gemacht zu schauen, wie sich so die Aktienkurse der Automobilindustrie entwickelt haben, so während der Finanzkrise.

Ford? Abgestürzt.
BMW? Abgestürzt.
Daimler? Abgestürzt.
GM? Abgestürzt.
Toyota? Abgestürzt.
Hyundai? Abgestürzt.
FIAT? Abgestürzt.
Audi? Abgestürzt.
Porsche? Abgestürzt.
Volkswagen ….

Volkswagen?
Volkswagen?!?
Volkswagen!!!
Immer nur im Plus!
Wahnsinn.
Im Januar 2006 bei 43,60 Euro und jetzt bei 353 Euro.
Wahnsinn.
Und kein wirklicher Absturz.
Nicht mal auf den Höhepunkt der Finanzkrise der letzten Tage.
Immer nur im Plus.
Hm. Nicht wirklich. Zwischenzeitlich kostete die Aktie in den letzten fünf Tagen maximal 452 Euro und stürzte dann auf 280 Euro, um sich bei 350 Euro hin zu bewegen. Aber das auch nur für sehr kurze Zeit.

Aber sonst.
Immer nur im Plus.
Volkswagen immer nur im Plus?
Wahnsinn.
Was ist da denn los?

Der nationale und internationale Automobilmarkt glänzt durch Absatzprobleme. Opel will drei Wochen schließen. Skoda hat schon ein Tag geschlossen gehabt. Der asiatische Markt stottert wegen den Rohstoff- und Kraftstoffpreisen.

Aber die Volkswagen-Aktie läuft und läuft und läuft und läuft und …
Und der Wert des Volkswagen-Konzerns steigt und steigt und steigt und …

Mich beschleicht ein ungutes Gefühl.
Irgendwann machen die Herren Aktionäre Kasse. Dann wird die Dividende errechnet und Bruchrechnung betrieben. Die Brüche werden dann gekürzt, wo es nur geht. Der VW-Kurs wird fallen und dann wird man sich aufgrund des Aktienkurses auf den kleinsten gemeinsamen Zähler einigen. Und das wird der Werker sein. Der Werker ist immer der kleinste gemeinsame Zahler.
Ich bin ein verdammter Schwarzseher.

11,4 Prozent plus!
Wahnsinn. Wahnsinn. Wahnsinn. Wahnsinn.

Anmerkung:
Einen Hinweis, warum sich die VW-Aktie so verhält, wurde mir hier gegeben:
http://www.sharewise.com/news_articles/1633-Volkswagen-DAX-Spekulanten

Grüsse aus Brasilien

Prost! Und Musik ab dafür!
Computern in Brasilien

Ein Lied für Europa

HURRA!

Platz 23!
Und das vor solchen unmusikalischen Ländern wie Polen und England!
12 Punkte aus Bulgarien und zwei aus der Schweiz!
Da habt ihr es, ihr dämlichen Österreicher! Ihr ward noch nicht mal letzter!
Die Alpen-Connection hat uns mal wieder – wie üblich – die verdienten 24 Punkte verweigert.
Nur, die Ost-Connection hat natürlich mal wieder unberechtigterweise die Russen auf Platz 1 gewählt.
Immer die Ost-Connection!
Immer!
Immer die!
Hm. Liebe EurovisionSongContest-Fans, dreht die Tabelle doch einfach um und feiert die ‚No Angels‘ als Drittplazierte.

Da werden die homosexuellen Männer und Frauen – Schwule und Lesben – nächstes Jahr in Moskau noch schwereren Stand beim EurovisionSongContest haben. Die Russen stehen auf Homosexualität noch weniger als die Belgrader. Die werden wohl schon mal deren Mob organisieren, um diese Homos in deren heterogene Sexualverhalten zu vergewaltigen.

Und ansonsten?
Wir rächen uns wie üblich. Beim Fußball. Diesmal bei der EM. Denn wer nicht singen kann, der muß ja nicht unbedingt den schweigsamsten 13ten Mann im Stadion haben …