Wenn das Fernsehvolk Kunst- und Handgriffe erfährt

Die Raute der Macht

Die Hände sind zu einer Raute geformt, die Daumen stützen die Unterarme gegeneinander ab, die aneinander gelegten Finger deuten verhalten auf den Betrachter. Auch wenn sie leicht nach unten gerichtet sind, so sprechen sie den Betrachter offensiv an. Diese Geste ist inzwischen schon all bekannt, von der Kanzlerin Merkel eingeführt (s.a. hier und hier), nach ihren eigenen Worten, um nicht gebuckelt herumzustehen. Das obige Bild sind die Hände vom Bundespräsident Wulff. Zum ersten Mal hielt ein Bundespräsident seine Weihnachtsansprache stehend und umgeben von Menschen. Die WELT schrieb bereits applaudierend, dass Wulff damit bei der Bevölkerung gewonnen habe und seine Sympathie gesteigert hätte.

Weihnachtsansprache Screenshot #1

Ein Bild fast wie bei einer privaten Traueransprache: Der Pfarrer spricht zu der Gemeinde, die wortlos dabei steht. Fast. Denn vor den Füßen von Wulff hocken Kinder, die andächtig seinen Worten lauschen. Das Ganze hat etwas von den Votivbildern, die es vor dreißig Jahren zu Kommunion, Firmung oder Konfirmation gab: Jesus hält Ansprache vor seinen Zuhörern und die Kinder durften zu ihm kommen, während die Erwachsenen andächtig lauschten.
Ja, die Rede hatte ich mir angeschaut. So etwas kann bei mir keine Weihnachtsfeststimmung versauen, das haben bislang immer schon die vier Wochen zuvor geschafft (wie dieses Mal). Aber ich musste mir die Rede nicht nur einmal anschauen. Nicht wegen dem Gerede vom Wulff, sondern weil ich ein Déjà-vu-Erlebnis hatte. Als die laufenden Bilder noch nicht digital korrigiert wurden und Leia Organa in Star Wars von 1979 noch jene bescheuerte Schneckenfrisur hatte, da war es ein Sport festzustellen, welche Unstimmigkeiten es in den Filmen gab. „Goofs“ werden diese Fehler in den Filmen genannt. Mikrofongalgen im Bild (z.B. „Willkommen, Mister Chance“) oder schneller Schuhwechsel von einer Szene zur nächsten („Romancing the Stone“). Ein „Goof“ wird erst dann zu einem richtig guten „Goof“, je perfekter der Film ist. Auch zu den Festtagen liefen wieder diverse Meisterwerke im Fernsehen. Wenn Henry Fonda Charles Bronson im Zug gefesselt zurück lässt und sich dann mit seiner Gangsterbande buchstäblich aus dem Staube macht, dann erscheinen nach 85 Minuten „Spiel mir das Lied vom Tode“ bei der Kamerafahrt in den Hintergrund im Vordergrund die Reifenspuren des Kamerawagens.

Screenshot Once upon a time in the west

Auf dem Fernseher wirkt das nicht mehr so wie damals noch im Kino auf der Riesenleinwand, wo ich tief im Sessel gedrückt diesen genialen Höhepunkt des „Western“-Genres sah. Nun, auch bei der Weihnachtsansprache vom Bundespräsidenten Wulff finden sich „Goofs“. Der Regisseur der Rede hatte versucht, einen Querschnitt durch die deutsche Bevölkerung herzu stellen. Fast – aber auch nur fast – hatte ich den Eindruck aus jedem Sektor des deutschen Lebens hätten die Verantwortlichen ein Paar ausgewählt. So wie damals Noah auf der Arche. Fast so. Denn in Wahrheit waren es entweder drei oder eine Person einer Bevölkerungsgruppe. Fast ein jeder Bevölkerungsgruppe. Denn Gangsta-Rapper und Strauchdiebe fanden sich ebenso wenig wie Banker und Priester. Böse Stimmen könnten zwar behaupten, der Vertreter der letzteren Gruppe der beiden von mir Genannten wäre der Wulff sowieso und die letztere Gruppe versuchte er durch seine salbungsvollen Rede zu repräsentieren. Andererseits wurden diverse Bevölkerungsgruppen geschickt in Stereotypen verpackt um den Bundespräsidenten herum drapiert. So fanden sich in weißer Burka gesteckte Frauen wieder, welche sowohl das Christentum in seiner Asexualität wie die des Islams präsentierten. Soldaten als Repräsentanten der waffengläubigen Gewalt. Multikulti – was doch bereits Frau Merkel als für gescheitert erklärt hatte – repräsentiert durch entsprechende Alibi-Menschen. Und gerade diese Weihnachtsansprachen-Multikulti-Präsentation ließ mir die Goofs ins Auge springen. Schaut einfach mal die nächsten Bilder an:
Weihnachtsansprache Screenie #3 Weihnachtsansprache Screenie #2

 

 

 

 

Weihnachtsansprache Screenie #5

 

Weihnachtsansprache Screenie #4

 

 

 

 

Während der Rede herrschte also ein reger Positionswechsel und keiner hat es im Bild gesehen. Das ist doch mal ein Applaus an den Regisseur vom Wulff fällig, nicht wahr? Ehre, wem Ehre gebührt.
Weihnachtsansprache Screenie #6

Und dann war noch der fromme Wunsch eines 7-jährigen Mädchens: „Mer Zeit mit den Eltern“. Dem Kinde kann geholfen werden. Nicht nur bei der Rechtschreibung, auf welche der Regisseur und der Wulff garantiert geachtet hatten.
Bei momentan de facto mehr als 7,5 Millionen Arbeitslosen, da sollte es doch möglich sein, den Eltern des Kindes ebenfalls ein Platz im Heer der Arbeitslosen zu vermitteln. Und dann können die Eltern in deren Arbeitslosenzeit, dem Kind beibringen, dass ein „Mer“ nicht immer mehr ist, sondern das ein „weniger“ von allem unser aller Zukunft ist, was Hilfe durch den Staat angeht. Das glaubte ich zumindest vom Gesicht unseres Bundespräsidenten ablesen zu können. Oder ich habe es zumindest hinein projiziert. Oder sollte Wulff sich im nächsten Jahr an die Spitze der Gewerkschaften setzen wollen und die 35-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich zur Ankurbelung der Binnennachfrage und der Wirtschaft fordern?
Aber sicherlich wird es nur so sein wie immer: Die Kinder werden gerne in den Mittelpunkt der Gesellschaft hinein gesetzt, um dann über ihre Köpfe hinweg zu reden. Und die Kinder langweilen sich, schneiden Weihnachtssterne aus und schreiben ihr „Mer Zeit“ drauf. So wie bei dieser Weihnachtsansprache.
Oder lernen von der Straße. So wie im wahren Leben. Und dürfen dafür auch an der nächsten Weihnachtsansprache in der Mitte stimmlos auf dem Boden hocken. Oder auch nicht. Dafür sorgen die Hände der Macht. Und das nicht nur die vom Wulff.

 

Die Raute der Macht

Kunst- und Handgriffe werden durch Hände geführt. Durch eine „Be hand lung“. „Eine Hand voll“. Die entsprechende lateinische Übersetzung dazu heißt „manipulus“. Im Deutschen entstand daraus das Wort „Manipulation“. Uns behandeln derzeit die „Hände der Macht“ auf allen Ebenen. Nicht nur im Fernsehen …

Quellennachweis: Bei allen Bildern handelt es sich ausschließlich um Screenshots aus den entsprechenden Video-Materialien.

Die E-Mail, das Bild, die Allegorie und die ultimative Schlussfolgerung

Stilleben_mit_Blockfloete

Schaut es euch an.
Das Bild der Harmonie.

Es soll mir Glück bringen, heißt es in meiner E-Mail. Und das, ganz im Gegensatz zu anderen. Wie bleistiftsweise den folgenden: Ein argentinischer Staatspräsident hatte die Email ungelesen gelöscht und acht Tage später starb sein Sohn. Ein anderer leitete die Mail an an 20 anderen Menschen binnen 13 Tagen weiter und gewann im Lotto, obwohl er in der inneren Mongolei gen Peking in einem 120 Kilometer Stau an seine Nägel kaute …

(Der Autor empfiehlt an dieser Stelle dem geneigten Leser, die innere Mongolei großzügig zu umfahren, um dem Stau auszuweichen. Und bei dieser Gelegenheit auch liebe Grüße an die Stauteilnehmer am Kamener Kreuz – Hallo, Stauer, ihr seid nicht vergessen – und nicht vergessen: Jeder immer nur ein Kreuz am Kamener Kreuz …)

… . Eine Sekretärin erhielt von Alberto Martinez den Auftrag, das Foto weiterzuleiten. Sie tat es nicht und wurde wegen Arbeitsverweigerung entlassen. Ihre Familie wollte danach auch nichts mehr mit ihr zu tun haben, da sie denen nur noch auf deren Tasche lag. Alberto Martinez jedoch merkte nichts von ihrem Unglück.

Nun, um zu verhindern, dass ich argentinischer Staatspräsident, Stauteilnehmer bei Peking oder gar Sekretärin werden muss, habe ich mir das Bild jener Email zwangsweise angeschaut. Und das auch meiner alten Bekannten zuliebe, die sich von diesem Mail-Hoax Glück erhofft.

Was zeigt es mir?

Es zeigt eindeutig die karnevalistische Version vom Rattenfänger zu Hameln zur Karnevalszeit.
Deutlich im Vordergrund zu erkennen, kreisförmig um die Hauptdarsteller des Bildes angeordnet, sehen wir die Ratten, die sich als Blumen verkleidet haben. Ja, und diese Ratten sind schon begeistert auf die beiden Hauptdarsteller hinaufgeklettert ob des tonlosen Flötenspiels. In Harmonie in Kreisform. Wie hübsch anzuschauen. Und ihre langen grauen Schwänze haben die auch diszipliniert eingerollt, damit niemand die sieht (wie hinterhältig!).

Doch den Blick lassen wir nun von den Ratten abschweifen. Abschweifen in den Hintergrund hinein. Ab, hinein die Ferne.
Was fällt auf?
Richtig. Da oben in der Mitte im Hintergrund oberhalb der Flöte ist eine Lampe kaputt! Beim genauen Hinschauen sind es sogar derer zwei!!! Eine Schweinerei sondergleichen. Ich wette, auch der Hausmeister wird Job und in Folge Familie verlieren ob seiner eigenwilliger Energiesparmaßnahme.
Ansonsten erfreut sich das Auge an lieblichem Grün, Bäumen und Seen, die wie gemalt in der Landschaft stehen. Es befällt einem die Sehnsucht, in das Bild zu treten und mit roher Hand die geschwungenen Vorhänge brutalst möglich am jungfräulich weißen Pavillon aufzureißen, um ganz im besten Sinne vom alten Goethe „Mehr Licht!“ zu brüllen (spart die Lampen oben an der Decke), um dann vor dem von Arbeitslosigkeit bedrohten Hausmeister zu fliehen.

Doch schauen wir uns die beiden Hauptdarsteller an.
Beide tragen die für die Karnevalssession üblichen Offiziershelme der „Goldenen Funken an der Inde“. Jedoch sind ihre Jacken ein wenig aus der Art geschlagen, um nicht zu sagen, äußerst liederlich und unoffiziersmännisch gebunden. Dafür ist die Armhaltung des Linken bei der Querflöte einfach nur vorbildlich zu nennen. Die Hände greifen anmutig das Instrument, Lippen über dem Instrument auf Distanz, leicht gespitzt, der konkrete Blick in die unkonkrete Unendlichkeit gerichtet und der rechte Fuß locker um den linken Standfuß gewickelt.
Um wie viel weniger anmutig ist dagegen der Rechte der beiden Hauptdarsteller. Leicht debil lächelnd, Lippen komplett überschminkt, Pickel auf der Stirn (ja, hat der denn kein Clearasil?!?), Hände untätig runter hängend, mit beiden Füßen auf dem Boden und auch sonst nur untätig, dient diese Person als ideales Klettergerüst für die als Blumen verkleideten Ratten.

Nun, was will uns dieses Bild sagen?
Flötenspieler werden inzwischen so schlecht bezahlt, dass sie sich schon als lebende Denkmäler verdingen müssen, um nachher als Foto in einer Email auf Tournee gehen zu können. Das ist ein wenig bisschen zu wenig um den Grundstein für eine großartige Musiker-Karriere zu legen. Hätten beide etwas ordentliches gelernt, wie Banker, Versicherer oder Politiker, müssten diese nicht in der Vorkarnevalszeit mit als Blumen verkleidete Ratten posieren. Sie würden sich das Geld zur Verkleidung der Ratten locker einsparen können, könnten Bücher oder Biografien oder minderwertige Wertpapiere in den Umlauf bringen und definieren, wer Ratte ist und wer nicht. Aber so?

Ich wünsche den beiden noch viel Erfolg, dem Hausmeister, dass er schnellstens die Glühbirne austauscht und dafür seine Anstellung behält und mir, ja, mir Egoist, mir wünsche ich allein das Beste. Denn ich werde jetzt das Glück herausfordern und die Mail-Hoax löschen. Amen.

Tschö, wa.

Was bedeuten diese Bilder?

Stufen

Wolle

generiert via http://zxing.appspot.com/generator

Umarmungen frei für Jedermann – Free Hugs

Sich von wildfremde Menschen umarmen lassen?
Einfach so, ohne Grund?

Vielleicht sogar noch per Zettel darum bitten?
So einfach.
Warum?
Warum nicht?

Umarmungen frei für Jedermann.
„Free Hugs“ hatte er auf seinem Zettel geschrieben. Mitten auf dem Münchener Marienplatz zwischen den fotografierenden Touristen. Einfach so.

Und er wurde von wildfremden Menschen umarmt.
So einfach. Einfach so.
Geschadet hat es ihm nicht.

Musiktitel „Arrival“ von Sonic Mystery (http://www.myspace.com/sonicmystery).

http://www.youtube.com/watch?v=YxAn-LaIsjM

"Bildung für die besten" oder: Hauptsache, Werbung produziert Umsatz …

Lebewesentechnisch bin ich ein kleines Licht. Nicht mit übermäßig viel Intelligenz ausgestattet, dankbar zu leben, biologisch ein XY-Chromosom-Inhaber und auch sonst ein übliches gnadenlos männliches Alphatier, wenn es denn darf, so wie man es lässt.
Und heute durfte ich nicht.
In meinem Postfach befand sich ein Brief vom Verein »Management Circle ®«.
Ja, ich bin nun mal ein hochbezahltes »Manager«-Vieh mit einem sechsstelligen Monatseinkommen (inkl. Kommastellen). Und darum darf ich auch solche Briefe erhalten, mit denen Beratungsfirmen versuchen, Umsatz zu bolzen.
Nur manchmal, aber nur manchmal, vergess ich, dass ich ein geschult männliches Alpha-«Manager«-Tier bin, dann schließ ich mich als Mann in der Bürotoilette ein, falte orthodox deutsch mein Toilettenpapier und schnäuzte dann heftig in das selbige und führ mir solche Briefe nochmals zu Gemüte, wie ich ihn heute vom »Management Circle ®« erhielt:

Werbungsbrueller

(zum Vergrößern anklicken)

Oder ist das eine versteckte Einladung zum Gruppensex mit Team-Assistentinnen (vullgo: Sekretärinnen) und nur ich hab’s nicht kapiert?!?

Freunde des Französischen

Französisch ist toll, französisch ist schön, französisch macht träumend beim Zuhören.
Wer diese Sprache aber leider – wie ich – in der Schule abgewählt hatte, weil ein paar Vollpfosten im Kurs denselbigen schnell ruinierten, der wird den folgenden Text leider so nicht direkt verstehen:

http://fichtre.net/yop.html

Aber alle Firefox-Browser-Nutzer haben eine geniale Möglichkeit sich eine schnelle Übersetzung hin zu zaubern:
Einfach den Text mit der Tastaturkombination „Strg“+“A“ oder mit der Maus alles markieren und träumen …

Die Büchse der Pandorra (Lebe wild und gefährlich Teil 29)

Zeus wies Pandora an, die Büchse den Menschen zu schenken und ihnen mitzuteilen, dass sie sie unter keinen Umständen öffnen dürften (Prometheus warnte seinen Bruder zudem davor, Geschenke von Zeus anzunehmen) doch – von Neugier übermannt – ließen die Menschen die Büchse trotzdem öffnen. Daraufhin entwichen aus ihr alle Laster und Untugenden. Als einzig Positives entwich auch die Hoffnung.

Text entnommen aus „Wikipedia – Büchse der Pandorra

Und wer es live sehen möchte, was als Screenshot unter diesem Text dargestellt ist, der klicke das Bild an:
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