
Philosoph zurück vom Urlaub
Bild


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Geschichte ist immer so eine weitere Geschichte in Berlin.
Oder wie soll ich das nachfolgende Bild verstehen aus einem Berliner Museum.
Besonders wenn man in der Bildunterschrift liest, dass die Person hinter Strauss
Barzel sein soll

Wenn Kohl wie Barschel ausschauen soll, und Strauß wie Strauß …
Ich habe das dort mal erwähnt, wo dann der für die Ausstellung zuständige Angesprochene pikiert feststellte,
dass Barschel doch ein wenig anders ausschaute. Und dass das Foto eher aus den Anfängen der Kohl-Ära ist als
Strauss noch lebte. Die Macht der Fotografie und deren Untertitel schreiben Geschichte. Zum Dranglauben.
Bei anderen Geschichten ist bereits der Lack ab.
Dabei hängt das Leben manches Mal nur an zwei Seilen
zum Glanze von Organisationen mit glanzvollem Namen.
Hier zwei Fensterputzer, die wohl möglich verhindern sollen,
dass „Ernst und Young“ auf Sichtweite regiert.

Wisch, wasch. Wisch, wasch. Klare Sicht für klare Ratschläge.
Wenn Firmen abdanken und Arbeiter ihre Arbeit los werden …
.. dann schauen manche hinter die Mauern ihre Existenz und stellen fest,
weit können sie trotzdem nicht schauen.

Wenn ein Teil der Mauer weg ist …
Und wo ist jenes Mauerstück hin?
Hierhin!
Okay, ein wenig warten, ein wenig Muße, dann taucht es schon auf.
Nur keine Hektik.
Manche Mauerstücke versperren eh nicht den Blick auf das Wesentliche.
Und sollte alles nichts helfen. Nur nicht aufregen.
Und dazu ein Blick auf ein Berliner Kindl an der Spree.
Der Abschlussblick des Bahnreisenden ist eh auf das
Zentrum der Macht durch die Fenster des Hauptbahnhofs.

Fensterblick aus dem Berliner Hauptbahnhof
Servus Berlin.
Es bleiben die Fotos und die Erinnerung an eine hier zusammengereimte Geschichte,
die so nie stattgefunden hat.
Allein geschuldet meiner Phantasie.

Im Abendrot zur magischen Stunde
Und es bleibt der Text des Liedes „Schwarz zu Blau“,
während vor dem Zugfenster die Hälfte Deutschlands
auf den Weg in die blasse Stadt München vorbei zieht.
Guten Morgen Berlin
du kannst so häßlich sein
so dreckig und grau
Du kannst so schön schrecklich sein
deine Nächte fressen mich auf
es wird für mich wohl das Beste sein
ich geh nach Hause und schlaf mich aus
Und während ich durch die Straßen laufe
wird langsam schwarz zu blauaus „Schwarz zu Blau“ von Peter Fox
ENDE
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Hab ich grade das magische Wort mit vier Buchstaben geschrieben?
B-I-E-R?!?
Berlin ist nicht nur der Ort sondern auch der klaren Worte.
„Bus endet hier“. Ohne diese Worte, wer hätte gedacht, dass
es so sein könnte?
Dabei ist die Stadt in Frühlingslaune
Trotz all derer steineren Brücken über die Spree ..
.. und all den Schiffen, da wo man am liebsten hinten
reintreten würde, nur des Namens wegen, wäre man nicht
so dussliger Nichtschwimmer derer, die immer zu neuen
Ufern aufbrechen sollen, weil sie es so will …

Da ist sie, eine Angie! Aber ich hatte es nicht geschafft, ihr in den Hintern zu trampeln …
Kultur bleibt Kultur. Auch in Berlin, wo die einen
damals versuchten, die andere auszurotten
Oder wo andere vorher lebten, bevor die Nazis ihre Kultur
dort verbreiterten.
Wilhelminisch.

Ganz wilhelminisch. Bei Kaiserwetter fotografiert.
Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 8)
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Habe ich gerade geschrieben „Lasst uns den Sockel sprengen“?
Echt?
Penitenciae! Penitenciae! Penitenciae!
Kaum diesen reuigen Gedanken gedacht, versuchte ein Flieger der „Air Berlin“ sich auf die
Berliner Charité stürzen. Es hatte nicht geklappt.
Der Pilot verfehlte um Dutzende oder Tausende Meter (je nachdem, was zuerst kommt) sein Ziel
und musste die reguläre Landung einleiten.
Beleg?
Siehe nachfolgendes Bild!

Flieger, grüß mir die Sonne, grüß mir die Sterne und grüß mir die Charitè
Dabei sollte es doch klar sein, dass in Berlin jeder Weg Höhen und Tiefen hat,
bevor das Ziel erreicht werden kann.

Stelen aus Beton zum Gedenken an eine Sonne, unter der sich Deutschland damals unrühmlich bräunte …
Berlin hat viele Gesichter.
Von unten am Straßenrand …

Hochhäuser in Berlin von unten
… von unten Mitten auf der Straße …

Hochhäuser in Berlin nochmals von unten
… ein wenig aus erhöhter Sicht …
… und mal aus 200 Metern Höhe …
In Berlin lauert eh an jeder Ecke Geschichte. Entweder hier …
… oder hier …

„Little Steven and his Desciples of Sould“ (Gittarist bei Bruce „The Boss“ Springsteen) hatten zu dieser Ecke schon ein Lied geschrieben gehabt
Auch wenn manch dieser Ecke eher an Folklore erinnern.
Aber besser Folklore als Bierernst.

Ehemaliger Berliner Grenzübertritt BRD-DDR: „Checkpoint Charlie“
Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 7)
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Dabei befinden sich Graffities wesentlich romantischer Art auf den Boden genagelt.
Ich konnte es nicht nachweisen, dass es sich hierbei um UFO-Kreise handelte.
Es muss sich wohl um etwas aus türkischen Kulturkreisen handeln …

Kornkreise? Heiratwahnsinn? Alles Happyness, oder was?
Letztendlich wird man auch in Berlin eine andere Form des „Graffitis“ finden:

Na? Wer kann weiss, wohin einen der Smartphone-Barcode-Scanner hinbringt?!? ;)
Dabei kann man auch vor und trotz Graffitis locker entspannen

Konzentriert gespielte Musik vor bunter Kulisse
Oder man schaut sich offizielle Skulpturen an

Umarmung über den Dächern Berlins
Dabei gibt es allerdings auch Skulturen, die manche säuerlich aufstossen lassen

Trage die Last der Welt auf deine Schultern!
Da kommen dann Gedanken an die verachteten Autoren des näheren Rheinlands
und des ferneren Wo-weiß-ich hoch

Pat und Pattachon in der deutschen Ausgabe, bevor es noch überhaupt den Stummfilm gab
In Berlin gibt es eine Prachtstraße, die seltsam amnämisch wirkt.
Nein, nicht der blutleer werdende „Kuhrfürstener Damm“ oder
die wirklich unattraktive Strasse „Klowinkel“,
welche in keinen Karten dieser Welt verzeichnet ist, weil sie
verachtet wird. Nein, jene inzwischen nicht mehr so bedeutende
Prachtstraße ist die „Karl-Marx-Straße“ (ehemals „Stalin-Allee“),
in welcher die Trümmerfrauen nach den Berliner Aufräumarbeiten des
2. Weltkriegs für damalige Zeiten sehr geräumige Wohnungen in der
DDR erhielten.

Karl-Marx-Straße in Berlin (Gesamt)
Dass ich dann aber in dieser Strasse von Karl und Marx ein
rückwärtsgewendetes Verkehrschild wiederfinde, lässt mich nachdenken

„Back to the future“, oder was?
Meine Vermutung ist ganzn eindeutig und unwiderlegbar. Die dicke Kugel
am Himmel strahlt auf jedes Hirn. Noch immer.
Lasst uns endlich deren Sockel sprengen.

Diese Kugel hat uns letztens Franz Beckenbauer geschenkt.
Als Andenken an die Fussball-WM 2006, bei der Deutschland ruhmreich den Platz unter den besten Drei belegte.
Ja.
Und der Franzl war es, der die Kugel eigenhändig dort in den Himmel geschwatzt hatte ….
So isses.
Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 6)
Dabei gibt es auch andere Graffitis. Wesentlich aggressiver sich über Häuserzeilen erstreckend

Lesbar sogar für ETs, wenn sie ihre Teleskope auf uns richten
Größenwahnsinnig ist nicht jedermanns Sache. Es geht auch kleiner:
Brutaler werden dann die bodennahen Be-schriftungen/-schmierungen, die sich gegen
eine Verteuerung der eigenen Lebensumstände wehren. Ob gerechtfertigt oder nicht,
das muss sich jeder selber überlegen.

Der Kiez „Kreuzberg“ wehrt sich der finanziell erzeugbaren Marginalisierung im Kernbereich Berlins
Und nicht wenige Male endet es in kernige Sätze gegenüber die Mächtigen

Was?!? Jeden ficken? Ist das nicht STRESS pur?!?
Dabei ist philosophisches nicht weit weg von den Gehirnwindungen, die sofort anfangen
zu rotieren, lesen sie Sätze wie folgende:
Das obige Foto wurde Nähe der Innenstadt aufgenommen, wo es das alternative Kulturzentrum „Tacheles“ gibt.
Bei meinem Besuch war es von der Polizei abgesperrt (belagert). Sowohl von vorne als auch von hinten.
Eine Ausschnittsvergrößerung (ist natürlich quatsch, ist freilich eine Ausschnittsfotografier) lässt mehr
zum Denken hochkommen:

Wanzen, Wanzen, Wanzen. Von Stalin lernen, heisst, siegen lernen.
Dabei findet sich hinter dem Gebäude
(ACHTUNG! Warnung für Leute mit einer momentanen temporären EM-Allergie: FUßBALLBEZUG!)
ein geniales Graffiti:
Dabei gibt es auch wesentlich harmloserer Gebäudebeschriftungen,
die manchen vor gerechtfertigten Schadensersatzforderungen bewahren:

Kopf einziehen, ihr Basketballspieler!!!
Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 5)
Dabei sind die Gebäude in Berlin nicht das Beste.
Eher deren Projektionsfläche eigener Gedanken. So wie bei ihm hier:
Graffitis sind nicht gern gesehen. Sie versauen Oberflächen, so sagen die meisten.
Entstehen kann dann auch etwas gesellschaftskritisches.

Gefangener der Zeit. Momo läßt grüßen.
Mal auch erheblich verzerrter:
Andere werden vorsätzlich bemalt:

Der Zug der Zeit auf dem Abstellgleis
In einer tiefen Kuhle finden sich aber auch hilfreiche Artefakte des modernen Lebens:
Stadtkarte und Couch

Praktisch. Erholung und Orientierung in den Tiefen Berlins
Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 4)
zu Teil 1
In Berlin gibt es aus dem obigen Motiven heraus gefolgert freilich auch noch andere.
Neugierige.
Touristen.
Einheimische.
Glotzer.
Spanner.
Leute mit 500-mm-Objektiven, die mittels einem Telekonverter und dem DSL-Crop-Faktor zu 1800-mm-Objektiv aufgepimmt werden.
Und gaaaaaaaaaanz wichtige Personen.
Zum Beispiel die Touristen in nem Ausflug-Hubschrabb-schrabb-schrabb …

Auch die Polizei hat ein Herz für Touristen aus eigenen Reihen …
Verwunderlich ist das nicht. Letztendlich schaut jeder gerne:

Guck mal, wer da arbeitet.
oder auch hier
Selbst kleinste Gestalten ergötzen sich an Berlin
Dabei gibt es einiges in Berlin zu gucken.
Architekturmäßig ist Berlin ein gelebtes Schisma. Da gibt es neu-modische Glasarchitektur:
Oder alte Backsteingebäude

Keine Archektur-Hoch-Zeit aber trotzdem faszinierend
Nur vereint, da sieht es doch ein wenig aus wie …
Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 3)
Berlin?
Was’n das?
Vorweg, als Eye-catcher, gleich mal das erste Bild,
um die Götter der Schweiz mir milde zu stimmen.
Und überhaupt, Internationalität ist der Genuß
im Stile der Zeit dieser globalisierten Finanzwelt.

Meine Referenz ans Käse-Fondue-Land der Armbrustschiesser
Das obige Foto ist freilich nicht irgendwoher,
sondern direkt aus dem Zentrum der Macht.
Direkt rechts davon, auf der einen Seite das
„Wir sind das Volk“ der Reichstagskuppelbesucher …

Jogging für Vorangemeldete. Spontan-Besucher müssen draußen bleiben!
… und links davon, die Spaziergänger vom Pseudo-Sanssouci, …

Irgend ein Promi aus dem Kanzleramt. Aber mit Sicherheit ein Promi. *doppelschwör*
… okay, gegenüber dem Kanzleramt beim
Schweizerischen Konsulat liegt eigentlich die
Plenarsäle, da wo die Schlipsträger arbeiten, …

Hier wird gearbeitet! Transparent für alle Leute ohne Arbeit oder so!
Nebenbei, im Kanzleramt gibt es eine Arche.
Wenn alles untergeht, die haben dort ein Modell
der Arche ausgestellt. Mit nem passenden
30-Euro-Objektiv kommt es deutlicher rüber

Es fährt ein Schiff nach Nirgendwo …
Es gibt aber erheblich mehr als nur das politische Berlin.
Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 2)
Es ist die Zeit, in der das Wünschen wieder Konjunktur hat. 423 Menschen in Polen und der Ukraine dürfen versuchen ihren Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen. Die einen wollen nur einmal ein Spiel gewinnen, die anderen die Vorrunde überstehen und noch andere wollen vielleicht auch einmal Fußball-Europameister werden.
Während der deutsche Bundestrainer weiter seine Stärken-Schwächen-Chancen-Bedrohungen-Analysen (Fachbegriff: SWOT-Analyse) fährt, jazzen die Medien die nominell schlechteste Mannschaft der EM-Gruppe B zum stärksten Gegner der deutschen Mannschaft hoch. Man wünscht sich einen unbedingten Sieg und selbst mit dem Preis, dass es dazu „Stahlhelme“ benötigen würde. Natürlich war die Erwähnung von „Stahlhelmen“ des Assistenten vom Bundestrainers Löw ein Versprecher. Denn eigentlich wollte der Assistent über „Papierhütchen, Wattebäuschchen und Wattestäbchen“ reden. So wie halt normal in der Sprache der Fußballer.
Über erheblich Wichtigeres grübelt derweil Joachim Löw nach. Ob das Bumsen mit einer Blondine der richtige moralische Umgang für seine Spieler ist? „Vögeln“ vor einem Turnier? Darf ein moralisch gefestigter, deutscher Fußballspieler in seinen jungen Jahren so etwas einfach tun? Jerome Boatengs Einsatz bestimmen also nicht seine fußballerischen Qualitäten sondern maximal die moralische Beurteilung von potentieller sexuellem Wohlverhalten. Ein Verhalten, worüber der Bundestrainer Joachim Löw wohl nur über seine morgentliche Frühstück-Bildung erfuhr.
Wie sangen schon „Die Ärzte“?
Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild.
Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht,
aus: Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht!
Dem Löw kann bei seinen Aufstellungen nach moralischen Gesichtspunkten keiner so leicht reinreden. Dafür ist er inzwischen deutsche Leistungsinstanz. Leistungsinstanz, die darüber befindet, was das korrekte Wohlverhalten seiner Angestellten ist.
Und das wünscht sich wohl auch ein deutscher Innenminister: Die Umwandlung des „Sozialgesetzbuches“ in ein moralisches „Strafgesetzbuch“. Man solle doch denjenigen die Sozialleistungen kürzen, die Haßprediger seien. Dass das Sozialgesetzbuch, welches die Sozialleistungen nach Ansprüchen verwaltet, und das Strafgesetzbuch, welches Verstöße gegen geltende Gesetze sanktioniert, zwei völlig verschiedene paar Schuhe sind, dieses Wissen sollte zu der Kompetenz eines Innenministers gehören. Wer gegen Gesetze verstößt, kann bereits jetzt empfindlich bestraft werden. Wer aber die Umwandlung von „Sozialgesetzen“ in „Strafgesetzen“ fordert, der fordert implizit das Wohlverhalten der Bevölkerung der Politik gegenüber. Das Wohlverhalten als einzige gesetzeskonforme Äußerung der eigenen Meinungsfreiheit. Mit dieser Logik hat Rußland übrigens deren geltendes Demonstrationsstrafrecht verschärft und den Widerspruch der nicht-russischen Regierungen erhalten.
Nebenbei, Rußland, wenn ich gerade beim Thema „Rußland“ bin:
Als gestern Rußland gegen Tschechien spielte, drückte der Reporter Bewunderung für die Anreise der tschechischen Fans aus. Über die russischen Fans erklärte er, dass viele der Angereisten ihre Tickets von Putin erhalten haben sollten. Als Belohnung dafür, dass sie ihn gewählt hätten.
Ich hoffe, weder Frau Schröder noch Frau von der Leyen haben zugeschaut. Deren Ideen sind berühmt berüchtigt gefürchtet. Und eine Idee aus der Reporter-Bemerkung könnte ja in analoger Innenminister-Logik nun werden: Warum könnte man die vielen Schlecker-Frauen nicht als Jubelperser zu den Spielen unserer Nationalmannschaft schicken? Wenn wir denen zu den Arbeitslosengeldern und die dazu fälligen Aufstockungsgelder entsprechend dem Sozialgesetzbuch zahlen sollen, dann sollen die Frauen uns wenigstens jubelnd zur Europameisterschaft peitschen. Durch Jobcenter-eigene Beobachter auf 1-Euro-Basis könnten die Frauen dann beim Anfeuern unserer Elf beobachtet werden. In einem Dosier könnte dann notiert sein, wer pädagogisch richtig jubelt: fehlerfreies Mitsingen der Nationalhymne und keine Bengalos oder Besäufnisse mit alkoholfreiem Bier. Und den korrekten Schlecker-Frauen könnte man dann eine Fortbildung zur korrekten Kindererziehung geben.
Wie hatte bereits unsere Ministerin Schröder auf den Leyen-Vorschlag gejubelt? Es gäbe sicherlich zehntausende Schlecker-Frauen, die in ihrem Leben hinter der Schlecker-Kasse und als Schlecker-Regal-Einräumerin nur davon träumten, die Kinder ihrer Kunden zu betreuen. Warum sagt Frau Schröder nicht gleich, die Schlecker-Frauen hätten schon immer von der Arbeitslosigkeit als Fortbildungsmaßnahme geträumt?
Korrekterweise hat die Regierung unter der aktiven Beihilfe von Frau Schröder aber gleich den Träumen und Wünschen der Schlecker-Frauen als KITA-Erzieherin einen Riegel vorgeschoben: Betreuungsgeld für die, welche ihre Kinder nicht in die KITA geben. Schlecker-Frauen als Erzieherinnen? Zu leicht sollte man es den Schlecker-Frauen auch nicht machen, einfach so Sozialleistungen zu beziehen. Denn korrekte Leistung sollte sich wieder lohnen. Sagt ja schon immer die FDP. Und, die Frauen sollten mit ihren Wünschen auf dem Teppich bleiben, den andere vielleicht gar mit Kinderfingern knüpfen.
So wie beispielsweise unser leicht rundliche Entwicklungsminister Niebel. Der wollte auch auf seinem eckigen afghanischen Teppich bleiben. Seinen fliegenden Teppich, mit den er die FDP über die 5%-Hürde fliegen lassen wollte. Nur das wollten andere aber nicht …
Gut. Das ist jetzt platt opportunistisch von mir. Platt wie Niebels roter Teppich, auf dem jetzt alle dem Niebel herzlos herum trampeln. Dabei hat Merkel den Niebel doch bereits öffentlich gerügt. Über ihren Sprecher Steffen Seibert. Der sagte nämlich in der Pressekonferenz, ein anderes Vorgehen Niebels beim Importieren des Teppichs von Afghanistan nach Deutschland wäre „noch korrekter und deshalb vorzuzuziehen gewesen.“
Noch korrekter.
Es gibt also eine Steigerungsform von „korrekt“: korrekter. So wie der äußerste periphere Rand eines Striches, auf den durch kundige Politikermünder die deutsche Sprache geschickt wird. Korrekter Politikermund tut korrektere Weisheit kund. Niebels Verhalten war also schon zuvor eindeutig korrekt.
Wer regt sich über so etwas korrektes auf?
Richtig. „Spiegel Online“.
Immer die gleichen.
Wenn es wenigstens die beiden Preisträger des Henry-Nannen-Preises für investigativen Journalismus, die beiden Journalisten der BILD-Zeitung gewesen wäre. Aber SPON? Immer die gleichen. Immer.
Und dass der BND-Chef Gerhard Schindler nicht wusste, dass der korrekte Teppich-Transport ein korrekte Niebel’sche Privatsache war, das kann als Treppenwitz dieser Affäre gelten. Der Chef des deutschen Geheimdienstes „Wir wissen alles dank V-Leute und Trojaner“-Gesellschaft, jener BND-Chef gab sich komplett als unwissend.
Was bitte, Herr Schindler, war nochmals ihre Aufgabe? Verbrechensbekämpfung? Insbesondere nach dem Strafgesetzbuch, dem StGB §129?
(1) Wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Straftaten zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt, für sie um Mitglieder oder Unterstützer wirbt oder sie unterstützt, […]
NEIN! Herr Niebel hat sich „korrekt“ verhalten. Keine Straftat. Eindeutig ein Versehen. Ernsthaft korrekt. Auch wenn es noch „korrekter“ gegangen werde. Oder gar am korrektesten. Aber das verlangt ja auch niemand vom BND. Darum wusste Herr Schindler auch nichts und seine jetzige Empörung sollte auch keine andere Empörung auslösen. Auch wenn die Unwissenheit des BND-Chefs bei der Teppich-Geschichte jener BND-Unwissenheit bezüglich der NSU-Morde ähnelt.
Denn die alleinige Wahrheit ist: Herr Niebel ist Entwicklungsminister! Jawohl!
Und den Teppich hatte er aus Afghanistan nur als Benchmarking-Objekt mitgebracht. Sein Plan war, neue Arbeitsplätze in dem Entwicklungs- und europäischem Niedriglohnland Deutschland zu gründen. Eine Teppichknüpfer-Manufaktur als zukünftige Auffanggesellschaft für die Schlecker-Frauen. Von der Leyen hätte die schon zu Knüpferinnen fortgebildet und Schröder – begeistert wie Kermit, der Frosch – „Applaus, Applaus“ gejubelt. Auch wenn jetzt die Zeit des Wünschens ist, vergesst nie, Arbeitslosigkeit ist kein Wunschkonzert.
Tja, aber SPON hatte alles verdorben. Fiese Möp, die! Die sollten sich lieber mal wie die BILD-Zeitung über das sexuelle Balzverhalten von Fußballspielern berichten. Davon hängt die Fußball-Europameisterschaft ab. Wenn so etwas beim Lesen den Joachim Löw sexuell erregt und er deshalb bei der Aufstellung noch vor dem Sommeranfang keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, dann ist das staatstragend. Dann kann fast schon das Licht beim deutschen Wunschkonzert dunkler werden:
„Und wenn sie Beleuchtung dimmen
Eine Nation im Stangerlfieber
Im Frühling ist´s besonders schlimm
Darum ist mir der Winter einfach lieber“
Die Ärzte in „M&F“
Also, konzentrieren wir uns bis zum 1. Juli auf das Wesentliche:
Das Runde muss in Eckige und der Rundliche darf dafür auf sein Eckiges.
Korrekt, korrekter, am korrektesten.
Verstanden?
Und dann nach dem finalen Fussballspiel in Kiew, dann werden Leute berichten, sie hätten gesehen, wie der Herr Niebel im ersten Stock seiner Privatwohnung den afghanischen Teppich ausschüttelte und ein Sicherheitsbeamter von unten provokant hochrief:
„Na? Spring er nicht an?“
===================================================
P.S.:
Gerade erhielt ich eine Meldung meines rechnerinternen Bundestrojaners von den Schlapphüten aus Pullach. Der klärte mich über einen entscheidenen Irrtum im obigen Text auf:
Es ist korrekter, dass, wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Straftaten zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt, für sie um Mitglieder oder Unterstützer wirbt oder sie unterstützt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Aber für die FDP gilt das nicht, denn der StGB § 129 „Bildung krimineller Vereinigungen“ ist nicht anzuwenden, wenn die Vereinigung eine politische Partei ist, die das Bundesverfassungsgericht nicht für verfassungswidrig erklärt hat. …
Sollte der Eindruck entstanden sein, ich halte die FDP für eine kriminelle Vereinigung …
honi soit qui mal y pense!!!
8. Juni 2012.
Freitag.
8 1/2 Stunden nach „halb zehn in Deutschlands“. Die Frühstückchen sind verspeist, die gepflegte Bierpulle steht auf dem Nierentisch, die Nase ist schwarz-rot-gold gepudert und die Fernbedienung vor der eigenen Ehefrau in Sicherheit gebracht.
Die EM 2012 beginnt.
Und wie wird sie, die Fussball-Eurpameisterschaft?
Ich tippe mal auf eine langweilige EM. Alle spielen sie betont defensiv (4:5:1), warten auf Konter, die Reporter an den Monitoren referieren über die heimische Hooligan-Szene Polens und der Ukraine.
Und was sonst noch passieren wird?
– Beim Eröffnungsspiel Polen-Griechenland wird der Ball gestohlen. Nein, nicht von Polen, sondern von Griechen. Später finden Ermittler den Ball bei Ebay im Angebot des Accounts der griechischen Regierung.
– Ronaldo demonstriert seinen neusten eingeübten 20-Meter-Freistoss-Trick: er nimmt jetzt vom Anpfiffpunkt Anlauf.
– Spanien reagiert erst kurz nach dem Eröffnungsspiel auf deren Austragungsorte. Sie wollen lieber posen statt Danzig.
– Ribery und Robben schlagen sich im Halbfinale mal wieder (wenn nicht auf dem Platz, dann vorher oder nachher in nem Hotel oder ner Disko).
– Italiens Fußballspieler werden vor dem Spiel kontrolliert, ob auch keine EM-Wettscheine in deren Gepäck sind
– Gruppe C wird mittels Münzwurf entschieden, nachdem alle Spiele 0:0 endeten.
– Die Schiedsrichter kriegen heuer besonders gelbe und rote Karten extra auf Hochglanz poliert.
– Beckenbauer und Dieter Nuhr bilden das Duo-Infernale der Experten mit Expertenwissen aus eigener Expertenerfahrung beim Experten-Bezahlsender Sky und interviewen gemeinsam Greenkeeper aller EURO-Stadien, treffen bei deren bezahlten Interview-Rundreisen in Tschechien aber keine Euro-Greenkeeper-Experten an, worauf SKY sofort das Experten-Fußballspiel der Tiere aus Walt Disneys „Die Tollkühne Hexe in Ihrem fliegendem Bett“ zeigt, um den Experten Beckenbauer und Nuhr mehr Zeit zum Auffinden von Experten zu geben.
– Delling und Scholl kommentieren ihre Bügelwäsche
– Poschmann kommentiert die Kommentare von Delling und Scholl über deren Bügelwäsche.
– Deutschlands Zeitungen nehmen kritisch Stellung zu den Bügelwäsche-Kommentare.
– Gauck verteidigt die Freiheit der Kommentare zu Bügelwäsche und der Bügelwäsche-Kommentare samt deren Kommentatoren.
– Merkel fragt bei Gauck nach, ob sie ihn mit seiner freiheitlichen Bügelwäsche auch entlassen könnte …
Zurück zur EURO 2012.
Der deutschen Mannschaft wird bei der EM eine Kernrolle bei den interessantesten und fernsehtauglichen Spielen zukommen:
– Beim Spiel „Wohnwagen-Schlepper gegen Moffen-Sausen“: Robben wird vier Elfmeter gegen Deutschland schießen, Schweinsteiger drei gegen Holland, und das Spiel endet trotzdem 0:0.
– Loew raucht permanent vor Aufregung im Sichtschatten der Kameras heimlich hinter der Trainerbank
– Jeder Nationalspieler wird beim Reporterinterview seine Antwort mit der DFB-abgesegneten Standardeinleitung „Äh, ja sicher, aber …“ anfangen.
– Lukas Podolski wird sich aufregen, dass seine PS3 nicht im EM-Modus läuft
– Dortmunds Spieler sieht man auf der Tribüne Doppelkopf (mit einem Pilsken dazu) spielen
– Bayerns Spieler spielen Schnick-Schnack-Schnuck, wer den Elfer schießen soll, und Schweinsteiger gewinnt dauernd (… ach ja, schrieb ich oben bereits …)
Alles in Allem:
Aber eines ist schon jetzt sicher. Das Endspiel findet statt.
Auch ohne deutsche Politikerdienstreisenbesuche auf den Haupttribünen.
Nur eine gemeine Frage, warum 110 km nördlich von Kiew, in Prypjat, kaum jemand den Fernseher für die Europameister-Fussballmeisterschaft einschalten wird, diese Frage wird einstweilen niemand beantworten wollen. Schließlich sollen potentielle, reisende Schlachtenbummler ja nicht auf panische Gedanken kommen …