Kneipengespräch: Zwischen Salzgebäck und Bier (1)

DSC00267“Sach mal du, bei all der Begeisterung für unser Kölschgespräche hier, die du hemmungslos im Internet veröffentlichst, ich muss dich mal was fragen: Findest du nicht auch, dass man in deinem Blog nicht mal auch so aktuellere Themen bearbeiten sollte? So wie die ‘Friday for Future’-Schülerdemos zum Beispiel.”

“Ja, genau, oder so was wie Dingsda, sowas wie der Humor in Deutschland.”

“Wo siehst du jetzt den Unterschied jetzt?”

“Na, also, na, im Unterschied zum Humor in Deutschland sind die jetzigen ‘Friday for Future’-Schülerdemos … wie soll ich das jetzt auch sagen. Du stellst mir aber auch Fragen. Herrgottnochmal, so zwischen Salzgebäck und Bier, also ehrlich …”

“Aber jetzt mal ne persönliche Frage: wovon fühlst du dich mehr bedroht? Vom Artikel 13 und seinen Upload-Filtern oder von der Datenschutzgrundverordnung?”

“Ja, von der Rechtschreibereform. Denn, schau mal, wie schreibt man jetzt eigentlich Upload-Filter, DSVGO, ‘Friday for Future’ oder Humor?”

“Klein, mein Liebster. Ganz klein.”

“Ja, gut, klein. Aber wie klein? Bernd-Stelter-klein. Oder wie Annegret Kramp-Karrenbauer.”

“Noch weiterer solcher Internetverordnungen und die Generation nach mir kann sich das Arbeiten im Internet ganz abschreiben. Und die Steuer-CDs aus der Schweiz werden endlich als geklaute Daten bewertet, der Kauf als Handel mit Kriminellen. So wie die Adressen von Prominenten und Politikern. Da war ein Aufschrei Anfang dieses Jahres.”

“Jaja, aber meine Postings im Internet sind sicher, das sag ich dir aber.”

“Wer sagt das denn?”

“Annegret Kramp-Karrenbauer.”

“Hähähähä, soso, also die Annegret Kramp-Karrenbauer hat dir persönlich gesagt, dass eigens von dir verfasste Postings im Internet nicht gelöscht werden? Weil keiner einen eigenen Upload-Filter verwendet? Eine eigene hoheitliche Geschmackskontrolle?”

“Naja, nein, nicht so direkt, aber sie hat gesagt, das musst du zugegeben, dass das Internet gesichert ist.”

“Hat sie gesagt. Aber an deiner Stelle wäre ich beruhigter, hätte sie gesagt, die Postenden im Internet sind sicher.”

“Vor wem?”

“Vor der Geschmackskontrolle einer wie Annegret Kramp-Karrenbauer.”

“Nun frage ich dich, was ist überhaupt noch sicher?”

“Ja, die Postings von der Annegret Kramp-Karrenbauer. Wie deren Humor. Weil wir das verkrampfteste Volk sind, das auf der ganzen Welt herumläuft. Hat sie gesagt, die Annegret Kramp-Karrenbauer, als man sie für deren dümmlichen Witz kritisierte. Der Bernd Stelter hat sich angeschlossen.”

“Meinst du, dieser Comedy-Vertreter, dieser Bernd Stelter, dürfte der eigentlich auch auf Schüler-Demos klampfen und singen?”

“Wenn er keine Doppelnamen dabei verwendet. Oder ‘Friday for Future’ nicht als ‘Effeffeff’ abkürzt.”

“Ja, keine Sorge, das machen doch sicher schon bald andere. Dem Kind den Namen nehmen, damit es harmloser wird. Oder einfach mal nicht auf Argumente eingehen, sondern sich lediglich über Formen entrüsten.”

“Der NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat ja auch eine Meinung zu den Schülerdemonstrationen. Diese ‘Fridays for Future’-Demos kritisiert er, weil die Kinder und Jugendlichen während der Schulzeit und nicht in ihrer Freizeit protestieren. Für ihn sei es glaubwürdiger, wenn Schülerinnen und Schüler sich erst nach Schulschluss zu den Demos versammeln und somit ein persönliches Opfer in ihrer Freizeit bringen würden.”

“Naja, immerhin, jedenfalls müssen wir jetzt alle Opfer bringen.”

“Ja, das höre ich immer überall, wir müssen alle Opfer bringen. Kannst du mir mal erklären, wie dieser gequirlter Quark funktionieren soll? Zu einem Opfer gehören doch immer mindestens zwei.”

“Ja, vollkommen richtig, ja, ganz richtig.”

“Einer muss schließlich das Opfer annehmen, sonst hilft die Opferei doch gar nichts. Das Wort ‘Opfer’ stammt doch aus dem Kirchenlatein. Gerade du als alter Humanist müsstest dich doch auskennen. Das Wort entstammt dem Kirchenlateinwort ‘operari’.”

“Jaja, ‘operari’ kenn ich, das heißt so viel wie ‘werktätig sein‘, ‘beschäftigt sein‘, ‘arbeiten‘, ‘wirken‘, ‘verrichten’ , ‘der Gottheit ein Opfer bringen’, ‘dem Gott Almosen spenden’.”

“Da siehst du schon, ‘opfern’ ist von Altersher nur etwas für Werktätige und Arbeiter gewesen. Der Laschet verkennt doch vollkommen die Lage der Schülerinnen und Schüler. Jene können ihm doch noch nichts opfern. Was folgt daraus für NRW und bundesweit? Eben. Hunderschaften vor, Wasserwerfer marsch. Warten wir noch ein Weilchen, dann hören wir auch bald schon wieder jene Sprache, jenes hessische Welsch, das Kauder-Welsch, in der den Anne-Will-Fernsehern wieder der Blutdruck gerade gerückt wird.”

“Vollkommen richtig. Formen waren schon immer wichtiger als der Inhalt. Deshalb regen sich auch so viele so gerne über die niveaulosen Witze des Karnevals auf. Da haben sie was zu erzählen in ihrer stilistischen Leere. Immer eine Meinung. Fishing for compliments.”

“Ja, dass Witze beim Karneval kaum das Niveau vom Fußpilz erreichen, ist doch allgemein bekannt. Da kann man mit derben Verbal-Rundumschläge nicht verlieren.”

“War dir bekannt, dass der verstorbene Großmeister des Deutschen Kabaretts, der Dieter Hildebrand, bereits damals die Tendenz, Karnevals- und Comedywitze zum Zwecke des Witzelns zu analysieren, mit Kaugummi für das unfähige eigene Großhirn verglich? Bestimmte Vertreter davon hat er danach aus seinem ‘Scheibenwischer’ raus gehalten. Nuhr mal so am Rande, falls es dich interessiert. Solches Niveau wollte er nicht.”

“Nein, das war mir nicht bekannt. Wann soll er das denn gesagt haben? Oder hast du dir das aus den Finger gesogen? Aber das stimmt schon. Wer derartige Witze versucht für eigene Witzigkeit zu nutzen, der muss wohl bereits damals in seiner Freizeit für Frieden und Klima demonstriert haben, weil gerade nichts gescheites im Fernseher lief. Kein eigenen Humor, aber anderer Leute Humor Gassi führen wollen. Wer während der Schulzeit demonstriert, macht sowas nicht. Und deswegen wollen die jetzt auch den Schuleschwänzer hurmorlos Strafe aufgebrummen.”

“Nicht nur denen. Das ist doch normal. Denn jetzt werden doch alle zur Kasse gebeten.”

“Jaja, entscheidend ist aber nur, ob man abhebt oder einzahlt.”

“Naja, nächstes Jahr nach Karneval ist wieder Aschermittwoch und dann wird ja alles anders, nicht wahr.”

“Hehehehehe, wovon träumst du eigentlich nachts, mein Bester?”

“Von meinen Postings im Internet.”

“Na, dann Gute Nacht.”

“Gute Nacht.”

Kneipengespräch: Kinderspiel

»Daten sind wichtig, Daten und Informationen sind die neue Währung. Ich kann Ihnen ein attraktives Angebot machen. Der DataFilius 2020, die Geheimwaffe, um endlich in Frieden zu leben. Sind Sie fromm?«

Er schaute von seinem Kölsch auf.

»Lammfromm.«

»Es kann der frömmste Mensch nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen …«

»Nachbarn?«

»… nicht gefällt. Genau. Und genau dort setzt unser DataFilius 2020 an. Wir wollen doch alle in Frieden leben, oder etwa nicht?«

»Aber immer. Ich jedenfalls. Auch ein Kölsch?«

»Gerne. Da sind wir doch einer Meinung. Nichts schmeckt besser, als ein Kölsch unter sympathischen Menschen in netter Runde.«

»Nicht Nachbarn?«

»Sie müssen das mal pragmatisch sehen, mein Lieber. Jesus sagte bereits, liebe deinen Nächsten. Redete er dabei über Nachbarn? Ihre Nachbarn? Wer sind ihre Nachbarn? Es sind doch auch nur Menschen. Und als solche Subjekte können die einem das Leben schon ganz schön schwierig machen, nicht wahr? Menschen können furchtbar gefährlich sein. Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf und somit sollten Sie sich ebenfalls vorsehen, dass Sie nicht unter Wölfe fallen. Wölfe sind nicht ihre Nächsten, das hat Jesus jedenfalls nie gesagt.«

»Der rechte Nachbar von mir, dessen Dackel hatte mir neulich vor der Garage geschissen und meine Frau wäre fast mit dem rechten Vorderrad ihres SUVs voll rein in die Kacke und die ganze Garage hätte eklig gestunken. Der Nachbar hatte uns nur den Stinkefinger gezeigt, als wir uns wegen dessen Mist-Töle beschweren wollten.«

Angewidert ob seines Erlebnisses nahm er einen Schluck aus seinem Kölsch und verzog sein Gesicht.

»Sehen Sie, und genau da setzt unser DataFilius 2020 ein. Zur Befriedung Ihrer Nachbarschaft. Wir installieren Ihnen an ihren neuralgischen Positionen Ihres Hauses kleinste, höchstauflösende Minikameras, welche jede Änderung und Bewegung registrieren, mit 256-bit-Verschlüsselung an den Server in ihrem Haus senden, und wird dort mittels der von uns mitgelieferten Software diese Daten per Akustik-, Objekt- und Gesichtserkennung auswertet.«

»Echt?«

»In Echtzeit. Darüber hinaus sammelt der DataFilius 2020 alle wichtige Daten ihrer Nachbarn ein, sowohl deren Internetsurfprofile, deren Bewegungsprofile über deren Handys, wenn die sich in verschiedene Sendemasten einloggen, und mittels deren Bankkarteneinsätze. Wir haben sogar eine Softwareroutine in dem Datenpaket eingesetzt, welche es ermöglicht festzustellen, ob auf deren Handys oder Computer bereits der Staatstrojaner installiert wurde. Falls ja, lässt sich dieser Vorteil zu ihren Nutzen verwenden. Sie werden herausfinden, ob der nerdige Sohn des Nachbarn im Internet Daten von Prominenten, Politikern und Schauspielern sammelt und zwecks Aufmerksamkeitsdefizit dann zur Adventszeit veröffentlicht. Selbst die Datensammlungen von Microsoft, Google, Apple, Amazon und anderen Online-Shops werden Ihnen offen stehen. Natürlich alles strengstens vertraulich nur. Denn jeder muss die DSGVO beachten, nicht wahr, ohne Ausnahme. Und wir auch. Wir sehen es als unsere höchste Aufgabe an, sicher zu stellen, dass Ihnen kein Unrecht widerfährt.«

»Ich will kein Ärger.«

»Werden Sie nicht haben. Ganz im Gegenteil. Sie werden erfahren, mit wem die Nachbarsfrau verkehrt, wenn der Mann arbeitet ist. Und ob der Mann auch ihrer Nachbarsfrau auch wirklich arbeite oder mit einer Mitarbeiterin in einem Münchner Motel Überstunden schnackselt. Und ob deren Tochter promisk ist und deren Sohn außer Computerhackereien noch andere Talente hat. Vielleicht spricht er gar russisch und steckt als Hacker mit Putin unter einer Decke.«

»Hacker sind alle von Russland gesteuert. Das weiß doch jedes Kind.«

»Sogar Prognosen sind mit unserem DataFilius 2020 möglich. Und das nicht nur zu Wetter, Börse und dem Ausgang von Serien wie IBES oder DSDS oder …«

»Lottozahlen?«

»Nein, Lottozahlen nicht. Lottokugeln haben kein Gedächtnis und verhalten sich daher irrational. Aber über das Verhalten von Menschen, Tiere und andere Naturgewalten. Alles lässt sich bequem auf ihr Smartphone senden, so dass Sie den Überblick über alle Informationen und Daten immer griffbereit in Ihrer Jackentasche haben. Und das alles schafft unsere hochpotente Software, welche wir auf dem ‘Raspberry Pi 3 B+’ als Server. Den können Sie sogar auf den Wohnzimmerschrank platzieren, da findet es niemals eine SEK mit Hausdurchsuchungsbeschluss.«

»Ich will aber nichts illegales.«

»Wer sagt denn, dass das illegal ist? Sie? Sie sollten sich selber nicht so wichtig nehmen, denn ansonsten kann unser DataFilius 2020 nicht für ihren Frieden in Freiheit garantieren. Denken Sie immer dran, es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, …«

»… wenn der Nachbar eine vierbeinige Kotmaschine vor unserer Garage austreten lässt.«

»So isses. Sie haben es verstanden. Ihr Nachbar hat – nebenbei erwähnt – auch den DataFilius 2020 erworben, um mehr Frieden in Freiheit zu haben. Da sollten Sie nicht zurück stehen. Wäre irgendwie uncool, der einzige in der Reihenhaussiedlung zu sein, der zwar zwei SUVs hat, aber keinen DataFilius 2020.«

»Hm, ich muss doch nicht jeden Quatsch mitmachen. Allerdings will ich auch nicht mit der Nachbarschaft fremdeln, Außenseiter werden. Ich will doch nur meinen Frieden.«

»Schauen Sie mal hier auf mein Smartphone. Ich habe während unseres Gesprächs nebenbei ihre Daten an unseren ‘Raspberry Pi 3 B+’-Server bei uns im Office eingegeben. Und wissen Sie, unser Server hat sofort eine Alarmmeldung an mich geschickt, die ich Ihnen ausrichten soll.«

»Eine Alarmmeldung?«

»Höchster Dringlichkeitsstufe!«

»Und was ist die Botschaft ihres DataFilius 2020 an Sie für mich?«

»Ihr Nachbarsdackel hat wieder vor Ihrer Garage geschissen.«

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Zitat Aldous Huxley:

Der Glaube an eine größere und bessere Zukunft ist einer der mächtigsten Feinde gegenwärtiger Freiheit.

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Weisheit zur Weihnacht

„Wenn ein Kind geboren wird, kommt ein Engel und berührt sein Gesicht. Wissen Sie, warum?

Damit es die Wahrheit vergisst, die es im Augenblick der Geburt weiß. Würde das Kind die Wahrheit nicht vergessen, dann wäre sein späteres Leben unerträglich. So heißt es im Talmud.“

Dieser Satz stammt von der Grande Dame des deutschen Kabaretts Lore Lorentz.

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 6

[22.12.2018 10:11:21] „Hallo Careca, mit Interesse las ich deine Anzeige, dass auch du Weihnachten nicht allein feiern möchtest. Ist das noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Anette“

[22.12.2018 11:21:11] „Hallo Anette, kennen wir uns nicht schon? Bist du nicht die mit den vier lebensfrohen Katzen von vor fünf Tagen?“

[22.12.2018 11:23:23] „Na und? Darf ich nicht mal fragen? Musst du gleich so ausfallend werden?“

[22.12.2018 11:59:13] „Hallo Anette, wo bin ich denn ausfallend geworden? Gruß Careca“

[22.12.2018 12:13:59] „Careca, ich fand schon deine vorherigen Mails an mich unverschämt. Du scheinst mich wohl zu stalken. Dir ist doch wohl klar, dass dieses strafbar ist?“

[22.12.2018 12:59:59] „Anette, ich stalke nicht. Du hast mich angeschrieben! Gruß Careca“

[22.12.2018 15:12:04] „Jaja, das sagen alle. Aber ich habe es schwarz auf weiß in meinem E-Mail-Postfach. Du hattest mich letzten Sonntag als erster angeschrieben. Du bist doch dieser notgeile Über-50-Jährige, mit dem es keine Frau paar Dutzend Jahre aushält? Du hast es doch auf einsame Frauen abgesehen, um dann zu Weihnachten deren Notlage auszunutzen und diese zu belästigen!“

[22.12.2018 16:00:00] „Hallo? Ich belästige nicht! Auch dich nicht!“

[22.12.2018 16:12:22] „Aha, aber wieso schreibst du mir dauernd? Kein Wunder, dass dich deine Frau nach 30 Jahren verlassen hat, denn du bist unfähig, dich anderen Menschen anzupassen. Du gefällst dir als institutionalisierter antideutscher Bilderstürmer und hirnbefreiter Traditionsbrecher. Als Widersprecher der guten Meinung? Solche Leute wie du sind erheblich gefährlich!“

[22.12.2018 17:01:44] „Anette, jetzt übertreibst du aber! Wer sagt dir, dass ich mit einer Frau zusammen war? Ich bin weder notgeil, noch lass ich mich von dir beleidigen! Gruß Careca“

[22.12.2018 19:39:24] „Du hast doch angefangen! Wer hat mir denn unterstellt, ich wäre eine Couch-Kartoffel? Ist das etwa keine Beleidigung unter der Gürtellinie? Ich werde deine Mails an meinen Rechtsanwalt weiterleiten. Du wirst von ihm hören. Deine dumme präpotente Arroganz werde ich dir austreiben. Du wirst es dir noch gereuen, mir begegnet zu sein!“

[22.12.2018 20:15:45] „Na dann. Da bleibt mir nur noch dir eine Frohe friedliche Weihnacht zu wünschen, Anette, und rutsche gut. Habe die Ehre, Careca“

[22.12.2018 22:45:09] „Noch eine weitere, dieser beleidigenden und ehrabschneidenden Mails von Ihnen, Herr Careca, und ich zeige Sie umgehend wegen permanenten Stalkens an, nur damit Sie es wissen! Solche Leute wie Sie gehören mit der Scheißhausbürste ausgekehrt! ARSCHLOCH! Mit vorzüglicher Hochachtung, Anette“

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 5

[21.12.2018 06:01:17] „Hallo Kerstin und Gerd, mit Interesse las ich eure Anzeige, dass ihr Weihnachten nicht allein, sondern in einer größeren Gruppe feiern möchtet. Ist das noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Careca“

[21.12.2018 13:21:49] „Hallo Careca! Super! Du bist eingeladen! Wir freuen uns. Grüße Kerstin und Gerd“

[21.12.2018 14:41:14] „Hallo Kerstin und Gerd, das ist schön. Was habt ihr denn geplant?“

[21.12.2018 17:05:33] „Hey Careca, Kerstins Großeltern mussten dieses Jahr ins Altersheim, weshalb wir beide Weihnachten nicht bei Ihnen verbringen können. Und ihre Eltern verweilen gerade auf den Kanaren, also ist da auch nichts und wir sind allein. Wir beide würden uns sehr freuen, zusammen mit dir in einer Gruppe bei jemandem den Heiligen Abend verbringen zu können. Gedacht haben wir, zusammen zu kochen, Wein zu trinken und einen Filmabend bei Kerzenschein und Weihrauchduft zu machen. Bislang haben zwei Paare, eine Frau und ein Mann zugesagt. LG Kerstin und Gerd“

[21.12.2018 17:59:11] „Hallo Kerstin und Gerd, das hört sich vielversprechend an. Habt ihr schon genauere Pläne? Wo wird das ganze stattfinden?“

[21.12.2018 18:55:21] „Hey Careca, wir haben eine Liste aufgestellt, was so benötigt wird. Die anderen haben bereits einiges schon abgedeckt und können es mitbringen. Für dich wären dann noch folgende Punkte zum Auswählen: Weihnachtsbaum (geschmückt), Weihnachtsgans (Bio), Bordeaux-Wein (bitte keine Billigmarken, die schmecken nicht). Filme und DVD-Player stellen Kerstin und ich. Die anderen stellen Beilagen, Salate, Biosäfte, ausreichend selbstgebackenes Weihnachtsgebäck und Joints. Und: wir suchen noch einen Ort für die Weihnachtsfeier. Ich hoffe doch sehr, dass es bei dir gehen wird. LG Kerstin und Gerd“

[21.12.2018 21:12:16] „Hallo Kerstin und Gerd, ich habe gerade eine Einladung zu einem Weihnachtsfest von einer Freundin erhalten. Ich wünsche euch noch viel Erfolg für euer Fest. Careca“

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 4

[20.12.2018 07:31:52] „Hallo sehr geehrte Familie, mit Interesse las ich ihre Anzeige, dass Sie Weihnachten einem einsamen Menschen anbieten, mit Ihnen Weihnachten zu feiern. Ist die Anzeige noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Careca“

[20.12.2018 22:35:02] „Hallo Careca, das stimmt. Sie ist noch aktuell. Können Sie mehr zu sich schreiben? Aufgrund der Entwicklung in Deutschland der letzten Zeit müssen wir auf die Beantwortung der nachfolgenden Fragen bestehen: Wer sind Sie? Warum sind Sie einsam? Aus welchen Verhältnissen kommen Sie? Was machen Sie beruflich? Leben Sie zur Miete oder in einem Eigenheim? Welche Bekanntenkreise haben Sie und warum feiern diese keinen Weihnachten? Darüber hinaus: Können Sie sich auch bei der Bescherung am Heiligabend entsprechend beteiligen? Wir können Ihnen eine Wunschliste von meiner Frau, mir selber und unseren drei Kindern zuschicken, wenn Sie uns Ihren Wunsch für ein Geschenk (max. 30 Euro) übersenden. Darüber hinaus wäre eine Unkostenbeteiligung für das Festmahl inklusive Getränke von 50 Euro erforderlich. Mit freundlichen Grüßen Familie Bode“

[20.12.2018 23:54:32] „Sehr geehrte Familie Bode, es hat sich erledigt, ich habe gerade vorhin Verlobung auf Schloss Neuschwanstein gefeiert. Die Hochzeit wird am Freitag vor Heiligabend in der Münchner Frauenkirche stattfinden. Sehen Sie meine Anfrage als gegenstandslos an. MfG Careca (nach Diktat vereist, übrigens auch verreist)“

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 3

[19.12.2018 09:07:49] „Hallo, mit Interesse las Ihre Anzeige, dass Sie Leute suchen, die Weihnachten nicht allein feiern möchten und mit denen was unternehmen möchten. Ist das noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Careca“

[19.12.2018 09:07:59] „Sehr geehrter Interessent. Vielen Dank für Interesse. Wir sind ein international renommierte Vermittleragentur und haben uns darauf spezialisiert, gerade an Festtagen Menschen zusammenzubringen, die an solchen Tagen in ein schwarzes Loch der Einsamkeit zu fallen drohen. Wir kratzen an der Oberflächlichkeit, wie es kein Oberflächlicher dieser Welt bei seinem Bentley es zu wagen vermöge. Nach uns vorliegenden neuesten Statistiken steigt die Gefahr der Suizide wegen Einsamkeit unter deutschen Singles gerade an Festtagen wie Weihnachten, Silvester, Aschermittwoch, Karfreitag, Ostern und Allerheiligen überproportional. Wir haben uns als selbst erklärtes Ziel gesetzt, dieser Bedrohung etwas wirklich Handfestes entgegenzusetzen. Niemand soll sich an solchen Tagen unglücklich fühlen. Wir bringen Menschen zusammen und geben ihrem Leben wieder Lebensqualität und Lebensfreude. Wenn Sie uns heute noch per Direktüberweisung 50 Euro zur unentgeltlichen Verfügung stellen, erhalten Sie noch heute Zugriff auf eine Datenbank, in der Sie Gleichgesinnte in ganz Deutschland finden werden, die wie Sie darauf warten, mit Ihnen die kommenden Festtage sinnvoll zu verbringen. Lassen Sie sich nicht zu den Festtagen in ein Stimmungsloch fallen. Ihre Lebensfreude liegt uns am Herzen. Den Link zur Direktüberweisung finden Sie am Ende dieser Mail. Mit festtäglichen Grüßen Ihre Lebensfreude-Agentur“

Da uns schlägt die rettende Stund, Teil 2

[18.12.2018 14:30:21] „Hallo Detlev, mit Interesse las ich deine Anzeige, dass du Weihnachten nicht allein feiern möchtest. Ist das noch aktuell? Frohe vorweihnachtliche Grüße, Careca“

[18.12.2018 19:25:19] „Hallo Careca, die Anzeige ist freilich noch aktuell. Aber ich suche keine Single-Männer, lol. Ich suche Single-Frauen oder Paare, die sich Weihnachten mit mir treffen wollen und wissen, was man dann zusammen so macht, lol. Mit Männern treffe ich mich übrigens nicht, steh ich nicht drauf, bin total nicht schwul, lol. MfG Detlev“