Über Careca

Hang zur Satire, zur Ironie und zum Zynismus; Sinn für jeden Unsinn

Über das Lachen … (3)


Nach dem zweiten Weltkrieg gewinnt die zehnte Muse vorsichtig, aber beständig wieder an Lebenskraft. Zwar liebt das Volk anfangs nur harmlos, unverfängliche Späße, aber im Düsseldorfer „Kom(m)ödchen“ beginnt das Kabarett dank Kai und Lore Lorentz Maßstäbe für seinen politisch-literarischen Anspruch zu setzen und mit den „Insulaner“ (u.a. mit der großartigen Kabarettistin Hanelore Kaub) swingt es in den kalten Krieg.

Es trommelt mit dem Kabarettduo Wolfgang Müller/Wolfgang Neuss in den Fünfzigern und mit Wolfgang Neuss allein („Das Neuste vom Aufschwung: Mutti, über uns wird ‘ne Kellerwohnung frei.“ W. Neuss) in den Sechzigern die Folgen der Wirtschaftswunderjahre ins bundesdeutsche Bewußtsein und feiert mit der „Münchener Lach- und Schießgesellschaft“ bald telegen Silvester. Neben „Väterchen Franz“ (Josef Degenhardt), Dieter Süverkrüpp und Hans Dieter Hüsch (jeweils alleine und später zusammen mit Wolfgang Neuss im legendären „Quartett ’67“) singt es in den späten Sechzigern immer schärfer gegen das Wiederaufkommen der Neonazis an und agiert mit der Apo – teilweise im vollkommen kritiklosen Dienste der Apo – in den wilden siebziger Jahre hinein, in denen es aber dann auch deutlich an Boden verliert.

Die Ernsthaftigkeit der Baader-Meinhoff-Bande und der RAF nimmt Deutschland die Toleranz gegenüber Systemkritischen. Wer versucht, öffentlich über die Reaktion seitens des Staates und der Medien auf den Terrorismus nachzudenken, wird als Sympathisant der Terroristen und somit als Staatsfeind eingestuft. Das Publikum zieht harmlosere Unterhaltung á la Otto Waalkes, Dieter Hallervorden oder „Klimbim“ vor. Kleinkünstler wie Jürgen von Manger in der Rolle des „Adolf Tegtmeier“ oder des Schweizers Emil Steinberger gehören hierbei schon zum höheren Unterhaltungsniveau. Da vergnügte sich der gemeine Bürger lieber anders: Auf einem CDU-Parteitag tanzen zum ersten (und letzten) Mal nackte Frauen auf der Bühne, um die CDU-Partei-Mit-Glieder-Angehöriger trotz Regierungsabstinenz bei Laune zu halten.

Ende der 70er und Anfang der 80er entdeckt das Publikum wieder seinen Anspruch nach kabarettistischen Tiefsinn. Das Kabarettduo „Schneyder/Hildebrandt“ und die Berliner Kabarett-Gruppe „Die 3 Tornados“ prägen diese Zeit der zehnten Muse. Die Veränderung der politischen Landschaft mit dem Postulat der „geistig moralischen Wende“ bringt den ersten Einschnitt. Beliebt sind Politikerparodien, aber nach einiger Zeit ist auch hier der Bedarf gedeckt.

Hans Dieter Hüsch „Hagenbuch“ erklärt alle(s) für krank und verrückt, derweil das Kabarett mit dem aufkommenden Privatfernsehen zunehmend seinen Marktwert entdeckt.

Über das Lachen … (2): Was ist Kabarett?

Kabarett ist Spiel mit dem erworbenen Wissenszusammenhang des Publikums. Der erworbene Wissenszusammenhang ist die sprachlich erschlossene Erfahrung. Ist Kabarett Spiel mit dem erworbenen Wissenszusammenhang des Publikums, dann sind seine möglichen Gegenstände die Bruchstellen dieses Wissenszusammenhangs. Es purzelt das zusammen, was scheinbar nicht zusammengehört: Terroristen und Staatsmänner, Polit-Ganoven und Profit-Gauner, Opfer und Täter, Verfolger und Verfolgte, Mörder und Ermordete, Oppositionelle und Opportunisten. Soweit die trockene Theorie.

Am 18. Januar 1901, zur Kaiserzeit, wurde das erste Kabarett in Deutschland mit dem Programm Bunter Abend des Über-Brettl genannten Ensembles (in Anlehnung an Nietzsches Über-Mensch) in Berlin vom vornehmen Baron Ernst von Wolzogen aus der Taufe gehoben. Abgeguckt hatte man die große Kunst der kleinen Form in Paris, wo 20 Jahre zuvor das erste Cabaret in der Künstlerkaschemme Chat Noir am Monmatre das Licht der Welt erblickte. Bohèmiens prägten das Erscheinungsbild der ersten Stunde, literarisches Cabaret war „en vogue“. Bald eingedeutscht, mit harten K und zwei T, geriet es zum Experimentierfeld von Caféhaus-Literaten, Dadaisten und Expressionisten, Jakob von Hoddis sei hier stellvertretend genannt.

Kurt Tucholsky und Walter Mehring ragen als Kabarettisten aus den zwanziger Jahren heraus: Wortführer kämpferischer Satire, die daneben aber auch hinreißend Poetisches oder rein Komisches zur Unterhaltung ihres Publikums schrieben.

Die Mischung machte es. Nicht umsonst stammt der Name Cabaret von der in Fächern eingeteilten Salatplatte ab: immer bereit zum bunten Durch-, Gegen- und Nebeneinander verschiedener Stile für verschiedene Geschmäcker. In der Plattenmitte befand sich das Fach für die alles verbindende Soße. Diese Rolle kam den Présentateur oder Conférencier zu. Rodophe Salis, Gründer des Chat Noir, war der erste seiner Zunft.

Kabarett reifte in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts und entwuchs als ein reiner Gegenstand des Amüsements. So wurde die zehnte Muse für wenige Kabarettisten wie Werner Fink in den dreißiger Jahren zum Überlebensmittel und -risiko zugleich. In Karl Valentin verkörperte sich volkstümlich-absurd der entwurzelte Komiker von der traurigen Gestalt.

Über das Lachen … (1)

„Ich lache Tränen, heule Heiterkeit.
Ich schöpfe Trost aus mancher Leute Traurigkeit.“
Wolfgang Neuss

Ein Weiser von Chelm (Chelm liegt in Polen, südöstlich von Lublin und war vom zwölften Jahrhundert bis zur Shoa Sitz einer jüdischen Gemeinde) kam mit einer Frage zum Rabbi.
„Wie kommt es“, fragt er, „das ein Butterbrot immer mit der Butterseite nach unten fällt?“
„Ist das so?“ fragte der Rabbi. „Wir wollen sehen, ob das stimmt.“
Der Rabbi strich Butter auf eine Scheibe Brot und ließ sie fallen. Diesmal zeigte die Butterseite nach oben.
„Nu, was sagst du jetzt?“ fragte der Rabbi.
„Aber, Rabbi“, kam die Antwort, „du hast die Butter offensichtlich auf die falsche Seite geschmiert.“


Eine gute Abhandlung über das Lachen findet sich bei Umbertos Ecos Roman „Der Name der Rose“

Darf man über Hitler lachen? …

Heute las ich ein Post beim Blogger „limited„:
Darf man über Hitler lachen?

Darf man einfach so lachen?
Über Hitler? Über Ausschwitz?
Über Stalin? Über die Guklags?
Über die USA? Über My Lai in Vietnam?
Über die Serben? Über Srebrenica?
Über Ruanda? Über Tutsi und Hutu?
Darf man das?
Einfach so?

Was jetzt kommt wird eine mehrteilige Auslassung über das Lachen …

Ich kann nicht anders …

Lebe wild und gefährlich (Teil 13) … oder: Bloggen kann kostenintensiv werden

Etwas aus dem realen Leben, wo Blog-Schreiber von dem virtuellen erbarmungslos eingeholt wurden …

Ein deutscher Blog-Schreiber namens Ron Hillmann schreibt am 22. Oktober 2006 in seinem Blog über Nachrichten, die zwei große Firmen betreffen. Die eine hat ihren Sitz in Deutschland, die andere in China. Beide Firmen klären momentan einen Sachverhalt, welchen den Vorwurf der chinesischen Urheberschutzverletzung verifizieren oder widerlegen soll.

Der Blogger schreibt nur einen Kurzkommentar dazu zusätzlich in seinem Blog, wobei er negative Attribute für die Chinesen verwendete.
Einen verhängnisvoller Kurzkommentar, der seine Meinung verdeutlichen soll.
Einen verhängnisvoller Kurzkommentar, der aber in der deutschen Industrie Konsens ist und so auch schon sinngemäß in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war …

Und prompt erhält der Blogger Post aus China.
Ein Schreiben aus der Provinz der chinesischen Justiz. Der Blogger wird darin angeklagt und zugleich zu einer Gerichtsverhandlung nach China vorgeladen.
Verhandlungsgegenstand sollen seitens des Bloggers geäußerte, ungerechtfertigte Vorwürfe über die Verletzung der Urheberrechte sein. Verhandlungsgegenstand sind somit auch Ansprüche auf hohe Schadensersatzforderung seitens der chinesischen Firma …

Geht so etwas?
Natürlich geht so etwas.

Macht so etwas überhaupt Sinn?
Für die chinesische Firma auf alle Fälle.
Denn sollte das chinesische Gericht der Klage stattgeben, kann über ein internationales Rechtshilfegesuchen das Geld von der Privatperson eingetrieben werden.

Und dass das klappen wird, dafür stehen die guten bilateralen Beziehungen der chinesischen Regierungsform und den ertragreichen Handelsbeziehungen jenes Landes mit diesem unserem Lande. Also erscheint es erforderlich für den Blogger die Reise nach China im Juni zwecks eigener Verteidigung anzutreten, um zumindest zu versuchen, die Unkosten niedrig zu halten …

Moral aus der Geschicht?
Bloggers Meinung kommt jetzt auch international vor Gericht …

Wer näheres dazu lesen möchte, der findet unter Spiegel Online den ganzen Artikel dazu:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,458039,00.html

Und was sagt der betroffene Blogger dazu?
www.autoregional.de/autonews/2006/10/22/
man-reisebusse-werden-in-china-kopiert/

Wer hat’s gesagt?!? (oder erfunden? …)

Zitat eines Menschen mit Fernsehpuderquasterfahrung, gefunden bei Wikipedia …

 Ich gehöre nicht zu den Menschen, die warten müssen, entdeckt zu werden. Ich brauche jemand, der das Potenzial hat, mich zu entdecken. Und die Rede ist natürlich für mich. Ich habe mich selber entdeckt. Deshalb verdiene ich einen Nobelpreis. Aber daraus besteht ja auch das Potenzial: Dass man anders ist als die anderen, dass man Ecken und Kanten hat.

 
Wer hat’s gesagt?

Veröffentlicht unter Privat

! Die Lottozahlen für die nächste Samstagsziehung … !

findet der findige Gooogier

hier!!!!
(Link anklicken!)
(via The Generator Blog)

Happy Sadismus für Nachmacher

Ein Freund hat mich vorhin auf eine öffentliche Beichte unter http://www.beichthaus.com.
Es handelt sich um beichte #00019736:

Ich habe beim PC meines Kumpels einen Screenshot vom Desktop (also mit allen Symbolen) als Hintergrundbild eingestellt. Danach habe ich die Desktopsymbole ausgeblendet, die Start-Leiste nach oben verschoben und auch ausgeblendet. Nachdem er stundenlang nicht weiter wusste und auch ich ihm „leider“ nicht helfen konnte, musste er Windows neu installieren. Ich bereue nichts und kann es nur weiterempfehlen.

:DD
nachmachen bringt Freu(n)de … :>>
Technorati Profile

Veröffentlicht unter Privat

Das Ereignis im letzten Jahr – Nachlese 2006

… unvertilgter Jahresrest vom 30-Dez-2006, gespeichert hier als Entwurf und noch nicht gepostet …
… eine kleine verschwörungstheoretische Nachlese auf 2006 …
… just for fun …

Der wichtigste Monat in 2006 war für mich Verschwörungstheoretiker eindeutig der Oktober.

Nein, es war nicht der 1. Juli in Frankfurt als die World-All-Stars von den World-Alt-Stars verdient mit 1:0 geschuhriegelt wurden. Das war kein Sommermärchen, das war wohl eher ein Märchensommer, den die Diven um Ronaldo und Ronaldinho boten. So war vor der WM das National-T-Shirt für 60 Euro noch eine Verlockung für mich, danach war das Sonderangebot für 20 Euro nach dem Ausscheiden keine Verlockung mehr. Zudem: was heißt hier „Made in Marocco“ in jenem T-Shirt, wenn darauf stolz in portugiesisch „Nascido para jogar futebol“ (=“Geboren um Fußball zu spielen“) auf dem Hemdsaum steht … ?

Okay, die glorreiche brasilianische Loser-Mannschaft fuhr auch nicht nach Hause nach Brasilien, schließlich wohnten von dem abgehalfterten All-Stars nur die wenigsten in Brasilien. Nach dem Grottenkick gegen Zinedine und Co war für mich die WM vorbei und absolut uninteressant.

Dass meine Nationpräferierung Anfeindungen diverser Staatsangehöriger (deutsche, serbischer, kroatischer und türkischer) zur Folge hatte („Hey, warum trägst du nicht die Farben deines Landes? Du bist wohl ein Landesverräter, oder was?!“), war für mich das wohltuende Gefühl „zu Gast bei Freunden“ sein zu dürfen.
… was den Spruch „Zu Gast bei Freunden“ erst recht mit Inhalt für mich füllte …

Nein, der bedeutsamste Monat war definitiv der Oktober.
Das Highlight für Verschwörungstheoretiker.

Am 9. Oktober verkündet die Nordkoreanische Regierung erfolgreich eine Atombombe gezündet zu haben. Die Ausläufer der Erschütterungen dieser Explosion erschüttern verschiedene diplomatische Diplomaten und alles rätselt, seit wann hat der „Luxus-lieb-ich-sehr“-Fanatiker Kim Jong-il für Atombomben noch Geld übrig hat, wo der doch jede Geldmünze in seinen Wohlstand steckt und für anderes nichts übrig hat …

Ausläufer dieser Erschütterungen erreichten wohl am 23. Oktober südliche Ausläufer eines deutschen Staates. Es muss sich hierbei wohl mit Sicherheit um Bayern gehandelt haben. Genauer gesagt um das bayerische Örtchen Plattling. Denn dort wohnte Frau Doris Hrda und fiel anscheinend aus ihrem Bett und direkt auf ihrem Kopf. Denn sie beschloss: „Jetzt ist Zeit für mein Comeback!“

So erklärte am 24. Oktober Frau Doris Hrda ihren Comeback.

Frau Doris Hrda?

Wer zur Hölle ist „Frau Doris Hrda“?

Eben Frau Doris Hrda.

Häh?

Gut.

Frau Doris Hrda legte sich vor 20 Jahren den Künstlernamen „Nicki“ zu.

Und „Nicki“ war vor 20 Jahren der Startschuss für Thomas Gottschalk beim bayrischen Rundfunk zusammen mit Günther Jauch den Aufstand zu proben.

Aufstand?

Ausgerechnet beim Bayrischen Rundfunk (BR)?

Yep!

Ihm ging es einfach auf den Sack, dass sich beim BR Peter Gabriel und Deep Purpel mit Schlagersängern wie „Nicki“ musikalisch direkt hintereinander die Klinke am Turntable in die Hand gaben.

Die Playlist hörte sich dann so an:

„Sledgehammer“

„I bin a bayrisches Cowgirl“

„Smoke on the water“

„Zwicks Me“

„Black Betty“

„Wenn I mit dir tanz“

„Satisfaction“

„Schifoan“

„Paranoid“

„Wenn d`Sehnsucht brennt“

usw. usf.

Immer bayrisch öffentlich rechtlich ausgewogen.

Supernase Gottschalk ging damals kurzerhand am Herrn Öller (Obermac vom BR) vorbei direkt zur BILD-Zeitung und forderte eine öffentliche Boulevardzeitung-Geschmacksabstimmung über das Programm vom BR3.

Kurze Zeit später heulte Herr Öller (im gleichen Jahr auch zuständig für die berühmt berüchtigte Zensur des damaligen „Scheibenwischers“ vom Dieter Hildebrandt im Fernsehen) einsam in seinem Chefsessel, während Thomas Gottschalk munter und unbehelligt, vom Political-Correctness-Schwachsinn anderer Kollegen sein Musikprogramm nachmittags von 14 bis 16 fahren konnte.

Nun, also jene „Nicki“ aus den Mitte der 80er, in der das aufgedrehte Schlagerstar-Twen erwachsen wurde, jene „Nicki“ erklärte am 24. Oktober ihren Rücktritt von ihrem Rücktritt des Jahres 1999 und erklärte, sie würde wieder Schlager singen wollen.

Und?

Was will uns das sagen?

Am 25. Oktober geschah die große nationale Tragödie.

Nein, es war nicht die Veröffentlichung der Bilder aus dem Archiv der Bundeswehr, wo deren Angehörige in Afghanistan die Totenköpfe mit Begeisterung geil und gierig ableckten. Der Tod ist halt schon immer das beste Aphrodisiakum. Und Männer in Uniform machen Männer und Frauen erst so richtig geil … YMCA …

Nein, bei dem vermeintlichen Skandal in der BW, der überhaupt keiner war, handelte es sich um ein plumpes Ablenkungsmanöver.

Denn es fand am 25. Oktober etwas wesentlich erschütterndes statt. Eine Tragödie unermesslichen Ausmaßes.

Am 25. Oktober verstarb Daisy.

Daisy?

Wer ist das denn schon wieder?
Nein, nicht das Schaf aus dem Woody-Allen-Film „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten „.

Daisy ist die hechelnde Yorkshireterrier-Dame, welche vorher von einem Kaplan betreut wurde. Natürlich keinem beruflichen Kaplan aus der römisch-katholischen Kirche, sondern einem Kaplan aus der Riege der weltweiten Chauffeure der Exklusiven, Reichen und Mächtigen. Und jener Kaplan war damals Fahrer von Rudolph Mosshammer.

Na?

Läutet es?

Klingelt es?

Rudolph Mosshammer war jener Anal-yst der Münchener Bussi-Bussi-Society, die sonst nur Herrn Schicki und Frau Micki interessiert.

Wie ja bereits international bekannt wurde, hatte damals Rudolph Mosshammer einem Gast die Benutzung von schnurlosen Telefonen untersagt gehabt. Darüber war sein Gast so erzürnt, dass er kurzerhand dem Mosi die Vorteile von schnurlosen Telefonen zeigte. Dass er dazu ein normales Stromkabel nahm, interessierte nachher eh kein Schwein mehr. Interessanter war vielmehr dann dessen Beerdigung und die Beerbungen.

Klar, an die Einschaltquoten vom Papst-Begräbnis kam Mosi zwar nicht ganz ran, als der Leichenzug live im ARD übertragen wurde, aber dem Dackel Daisy war die ungeteilte Aufmerksamkeit und das Mitgefühl der Fernsehgemeinschaft garantiert.

Und nun starb am 25. Oktober der Dackel.

Herr Stoiber soll sofort im Verteidigungsministerium angerufen haben und den ultimativen Einsatz der BW im Innern gefordert haben, um erneute Aufläufe von Tausenden bei einer Beerdigung zu verhindern. Hatte er doch schon noch den italienischen Bruno …

Bruno?

Häh?

Kann ich nicht mal einmal beim Thema bleiben?!?

Ein kleiner Exkurs:

Bruno, erledigt rechtzeitig vor der WM, am 26. Juni dieses Jahres durch deutsche Jäger frei dem Motto „Zu Gast bei Freunden“; Bruno, gefolgt von der seiner italienischen Nachhut, die paar Wochen später darauf als Rache den Pokal in WM-Berlin einsackte …

Hatte Herr Stoiber doch schon noch den italienischen Bruno …

… in unangenehmer Erinnerung. Wäre denn der Problembär Bruno bis zum Münchener Hauptbahnhof vorgedrungen, dann hätte der nämlich gleich dort wie am Flughafen eingecheckt und wäre dann nach Berlin geflogen, hätte sich mit dem Berliner Bären gepaart und Berliner-Schulden und den WM-Pokal …

Gut, das hat jetzt nicht geklappt. Das hat der Stoibersche Schnappauf verhindern können …

So hatte also der Dackel Daisy München urplötzlich in seine Klauen und das Verteidigungsministerium reagierte auf Bitten Stoibers spontan und veröffentlichte zur Ablenkung Bilder, über die sich die Eichenlaubbehängten schon längst amüsiert hatten …

Die deutsche Bevölkerung hatte ihr emotionales Entrüstungsobjekt und der Tod des bayrischen Zamperls Daisy war fast aus den Gazetten heraus gedrängt.
Aber jetzt der eigentliche Skandal:

Was Stoiber vertuschen wollte, war, dass der Herr Kaplan in seinem Schellackarchiv rumwühlte, als er von dem Comeback von Nicki erfuhr und dann 24 Stunden lang „I bin a bayrisches Cowgirl“ in Gegenwart des besten Freundes der Menschheit, dem kläffenend hechelnden Dackel, abnudelte. Infolge dieser durch die Genfer Folterkonventionen abgelehnten Maßnahmen („Beschallung eines Individuums mit permanenten gleichförmiger atonaler Klangfolge“) starb die Yorkshireterrier-Dame Daisy und Herr Kaplan kam nun in Besitz der gesammelten Hundefuttersammlung (Dino-Knochen, diverser bayrischen Kini-Knochen und PAL-Hundefutterdosen, eben jene mit dem freundlich lächelndem Rottweiler drauf).

Was Herr Kaplan mit der Knochensammlung machte (- nein, keine Spenden für unausgelastete BW-Leute in Afghanistan -), das ging völlig in dem massiven, kollateralen Beschuss des Verteidigungsministeriums BILD im Boulevardjournalismus unter.

Am 2. November wurde übrigens verkündet, dass die Erwerblosenquote zum ersten Mal seit langem unter 10 Prozent gesunken sei.

Na?

Fällt da niemandem ein Zusammenhang zwischen „bayrischen Cowgirl“-Nicki, dem Tode Daisy und den Arbeitslosenzahlen auf?

Wie gesagt eine einzige Verschwörung!

Nebenbei.

„Nicki“ (oder besser gesagt Frau Doris Hrda) gab dann ihr Rücktritts-Comeback im Dezember bekannt. Will heißen, in diesem Dezember hat sie wohl jemand drauf hingewiesen, dass bei Fortsetzung ihrer Gesangslaufbahn man sie in Genf anschwärzen würde und sie dann mit anderen internationalen Kriegsverbrechern interniert würde …

Ob es sich hierbei um den Bayrischen Rundfunk handelte, der „Nicki“ Doris Hrda zur Aufgabe bewegte, ist nicht zu ermitteln. Vereinzelnte Stimmen glauben aber zu wissen, dass Thomas Gottschalk in Kalifornieren drohte, über die BILD-Zeitung wieder zum BR zurück zu kehren und mit deren BR3-Musikzusammenstellung erneut aufzuräumen …

Schade, dass es dazu nicht kam. Der BR3 hätte es sich mal wieder richtig verdient, auch ohne BR-Intendant Öller …

Demnächst auch hier die neue Rubrik:

„Der Fake der Woche“


Verrückt bleiben, bitte!

Regelmäßig schallt dieser Ruf durch Münchens unterirdischem U-Bahn-Geflecht.
Eine Stadt bestehend aus tiefer gelegten Röhren.
Ein geografische Zusammenballung von Dörfern, sich damals zur Autonomie einer Stadt ausgerufen und sich als Großkoffertenkonglomerat bezeichnenderweise selbst als „Minga“ bezichtigt, Austragungsstätte diverser Eröffnungen einiger unbedeutender Hauptereignisse (WM, Olympia, Tour de Skilanglauf), mit einer Aufbewahrungsstätte des eigenhändigen Erbauers der bayerischen Alpen, dem Herrn Straußl Sepp-Jupp, was jeder als „Bayrische Staatskanzlei“ kennt, was ehemals das „Kriegsmuseum“ war, …

„Verrückt bleiben, bitte!“ so schallt es durch die Haltebahnhöfe der Münchener U-Bahnen, bevor ein blau-weißer Zug hinter sich leere Gleise zurück lässt. Auch in dieser Nacht macht die Münchener-Verkehrsgesellschaft Überstunden, damit den Silvesterfeiernde außer eigenen PKWs, Fahrrädern und Taxen noch andere Transportmöglichkeiten im Vollrausch zur Verfügung stehen.

Ja wohl. Mein Computer funktioniert wieder. Nachdem die Elkos (= Elektrokondensatoren) meiner alten Hauptplatine (auch fachmännisch „Motherboard“ genannt) geborsten waren und ich mir über EBay ein Bastlerbrett („für Bastler“) ersteigerte und dort drauf Ersatzmaterialien für meine altgediente Hauptplatine fand …

Ist eigentlich überhaupt wem bewusst, dass ein Rechner nach 4 1/2 Jahren zum alten Eisen gehört, wo der damals noch in der unteren Oberliga mitspielen konnte?!?

Egal. So was sind nicht die einzigen Unwägbarkeiten eines PC-Systems. Wie viel Notebooks werden eigentlich weggeworfen weil dort ein simples elektronisches Bauteil seinen materiellen Geist aufgegeben hat?!?

Und wieder ist Silvester und pünktlich sitze ich vor einem Rechner.
Déjà-vu.
Wie vor einem Jahr.
Als ich anfing zu bloggen. Interessiert es wen?
Hey, ihr ihr Psychologen, daraus ließe sich doch wohl ein prima Profiling erstellen.

Heute ist Silvester.
Das eine Jahr geht (… und Tschüss …) und das andere kommt (… Tagchen auch! …).
Hänge dein Herz nicht an besonderen allgemein beliebten Tagen oder du wirst jedes Jahr an jenem Tag erinnert werden.
Andererseits kann gerade das nicht schlecht sein. Kommt halt auf den Beigeschmack an.

An Silvester sollte man einen Rückblick auf das vergangene Jahr wagen.
Das wird immer so gehändelt. In jedem Blog.

Drum will auch ich hier jetzt und sofort den gewissenlosen Rückblick wagen …

Hm, hab gerade hinter mich geschaut und da stand es wieder.
Mein Gewissen.
In seiner ganzen Mächtigkeit.
Also wird es nichts aus meinem gewissenlosen Rückblick auf 2006.

Ich hab ja schon einen für Plumpaquatsch geschrieben und warte nur darauf, dass er das ganze irgendwie (vertont?) veröffentlicht, damit ich meinen Trackback setzen kann (*hechelhechel*).

Nachdem ich ja letztes Weihnachten meinen neuen, speziellen Geburtstag (weil eine ernsthaft lebensgefährliche anonyme Krankheit überlebt) erleben durfte und mich gesundheitlich restrukturieren musste, stehe ich nach einem Jahr vor einem gesundheitlichen Auf.
Auch wenn ich jetzt mit leichtem Fieber, verstopfter Nase und flüchtigen Kopfschmerzen vor dem PC hocke ….

Miss Sophie habe ich dieses Jahr doch glatt verpasst. Das macht aber nichts. Dann schau ich es mir halt nächstes Jahr einfach an.

Hinter mir zeigt gerade 3SAT den für mich eigentlichen und unumstößlichen Höhepunkt dieses Jahres. Darüber hatte ich auch schon berichtet gehabt. Außerdem habe ich das Leeds-Konzert in seiner totalen ungeschnittenen Länge schon längst von einem Engländer auf DVD geschenkt bekommen … *Ätsch*

Mist, ich wollte doch gar nicht dem Blogger-Trend des Jahresrückblicks folgen.
Darum an dieser Stelle meine Aufforderung an demjenigen der es besser kann:
Plumpa, übernehmen Sie!

Morgen geht es weiter.
Und der Unterschied zwischen 2006 heute und 2007 morgen wird sein, dass ich übermorgen wieder mal eine Zeitlang unter irgendwelchen Dokumenten das falsche Jahr zeichnen werde …

Sodele (… Orgasmus auf Schwäbisch …).
Viel Freude beim Jahreswechsel euch allen und grüßt mir Eure Sektflaschen, die ihr leeren oder wegwerfen werdet.

Meint

Careca :wave:

Veröffentlicht unter Privat

Begegnung mit Claudia Bertani

„Wissen Sie“, er dreht sein Kölschglas zwischen Daumen und Zeigefinger, „ich habe eine neue Traumfrau.“
„Ach ja?“

Ich horchte mäßig interessiert auf. Wieder stand er neben mir. Wie schon bei unserem ersten Kneipengespräch.

„Wer isses?“
„Claudia Bertani.“
„Claudia Bertani? So, so.“
„Ja. Die Claudia Bertani. Die hat echt ein Traumleben. Sie lacht und freut sich des Lebens und kriegt immer die süßesten Kirschen. Aber die kriegen immer nur die großen Tiere.“
„… nur weil die Bäume hoch sind und diese Tiere groß sind. Die süßesten Früchte schmecken dir und mir genauso, doch weil wir beide klein sind, erreichen wir sie nicht.“
„Wie bitte?“

Er schaut mich irritiert an, greift sein Kölschglas und nimmt einen leichten Schluck daraus, während er mich abschätzend mustert.

„Das Lied von Peter Alexander und Olivia Molina.“
„Die beiden haben aber von Früchten gesungen. Nicht von Kirschen. Und zudem auch wesentlich harmonischer als Sie jetzt.“
„Stimmt. Dieter Bohlen hätte seine rhetorische Freude an mir.“
„Claudia lacht immer so toll. Richtig unbeschwert. Richtig voller Unschuld. So müsste meine Frau sein. Nicht so was griesgrämiges, nörgelndes, permanent kritisches.“
„Jaja, die Claudia Bertani. Die ist in ihrer Jugend garantiert auch schon in einem Kirschgarten herum gesprungen. Die Pralinen wären übrigens ein interessantes Studienobjekt: Der Einfluss von Kirschgärten auf den gesellschaftlichen Alkoholkonsum …“

Er nahm einen tiefen Schluck aus seinem Kölschglas und sah irgendwie unglücklich aus.
Ich schaute auf meine Cola-Licht. Dunkel blubbert sie mir ihre feuchten Blasen ins Gesicht.
Hm. Falscher Film. Das mit dem Blubbern war ne andere Limo.
Er antwortete nicht. War wohl nicht sooooo lustig.
Ich versuchte, das Gespräch aufrecht zu halten:

„Was meinen Sie mit dem griesgrämigen, nörgelndem? Reden Sie von ihrer Frau? Ich wette, die Claudia hat garantiert viele Fans. Wahrscheinlich so viele wie jene Alice. Ich kannte da mal in den 80er Jahren die Lätta-Frau …“

Er hörte mir offenbar nicht zu, denn er redete nach seiner Kölschmeditationspause weiter:

„Ich bin heute von Frankfurt nach Köln gefahren. Mit der Bahn. Mit dem Hochgeschwindigkeitszug. Wissen Sie, der Zug ist so schnell, ich komme gar nicht mehr dazu mit den Frauen zu flirten.“
„Wieso? Hochgeschwindigkeitsflirten bei knappe 300 km/h? So schnell kommt man doch nie ans Ziel …“
„Früher war die Zugfahrt ein gesellschaftliches Ereignis, wissen Sie. Man saß in Sechser-Abteils und sprach miteinander, ließ die anderen an seinen Rotwein teilhaben, ließ die Chipstüten kreisen, bot Zigaretten an …“

Der Wirt reichte uns ein Glas Salzstangen rüber. Salzstangen sind immer ein gute Idee in einer Kneipe. Mein Gesprächspartner griff gedankenverloren zu.

„… . Man unterhielt sich über Politik und das Fernsehprogramm von gestern abend. Aber mit den 80ern, den Young Urban Professionals, den Yuppies, änderte sich alles. Die geistigen Ärmelschoner der 50er fanden ihre Erben, welche die Ärmelschoner in Ellenbogenschützer für den gekonnten individuellen Body-Check verwendeten. Heute sitzen alle paarweise in den Zügen und die Armlehne zwischen den Sitzen dient zur Revierabgrenzung. Nur an den Plätzen mit den Tischen sitzt man sich noch gegenüber.“
„Ich schätze, ich weiß, wer an solchen Tischen sitzt.“
„Ja, das ist einfach zu raten, nicht wahr? Es ist die Notebook-Generation. Sie sitzt dort und hackt wichtige Informationen in ihre PCs ein. Oder schaut Filme. Hört Musik. Liesst wichtige Emails. Oder spielt. Aber immer mit Kopfhörer.“

Ich bestellte mir eine neue Cola. Nach diesem Süßstoffaroma kann man süchtig werden.

„Ich habe dort gesessen und eine Frau angelächelt, wollte mit ihr flirten. Erst hat sie sich hinter ihrem Display versteckt. Dann fragte sie mich, was das solle. Ob ich sie anmachen wolle. Ich kam mir vor wie ein Verbrecher, so hat die mich angefaucht. Aber dann kamen wir ins Gespräch und gerade als ich ihr Mon Chéri anbieten wollte, lief der Zug am Frankfurter Flughafen ein. Sie schien vor mir fliehen zu wollen, so wie sie ihre Sachen packte.“

Er grummelte etwas vor sich hin.

„Sie sah ein wenig wie Claudia Bertani aus. Ehrlich. Aber sie lachte nicht so wie sie. Sie bewegte sich auch nicht so wie sie. Sie war überhaupt nicht so wie sie. Kein bisschen mon chéri. Claudia wäre anders gewesen.“

Der Rest verlor sich im Gebrummel. Er nahm ein erneuten Schluck aus seinem Kölschglas und leerte es. Danach starrte er dem Wettlauf des Schaums am Glasrand Richtung Kölschglasboden zu.
Der Wirt stellte ihm ein neues Kölsch hin. Wie im Reflex ergriff der Mann sein Kölsch mit Dauen und Zeigefinger und fing an, es dazwischen routiniert zu drehen.
„Pissjääl und Kackbrung“ ging es mir durch den Kopf, als ich sein schäumendes Kölsch so auf dem Tresen stehen sah.
Ich leerte meine Cola, zahlte und ging in die milde Winternacht hinaus.
Die leichte Kühle nahm mich zügig gefangen.
Ohne Zug und Zweiersitzgruppen.

20 Meter bis zur Platine

Boah ey, wat für nen Scheiss. Da hat mich der DHL-Type wohl knapp um 20 Minuten verpasst. Meine bei ebay ersteigerte lagert jetzt 20 Meter von mir entfernt … 20 Meter unter mir und die machen erst Montag wieder auf … daher nur I-Net-Cafe in einer fremden Stadt …
By the way: Hab hier mal ein wenig aufgeräumt. Mein Blog schien ja Heimat zweier Spezial-Flamer geworden zu sein. Haben die keinen eigenen Blog, um sich dort mit ihrer eigens verstandenen Kreativität mal richtig auszutoben?

Veröffentlicht unter Privat

Ankündigungsformular für Amokläufer und die Reaktion darauf …

  Das Satire-Magazin TITANIC hat vorgestern sich Gedanken darüber gemacht, was man so als Amokläufer so braucht und hat ein Amoklaufankündigungsformular zum Ankreuzen herausgebracht. Alles was man so als Amokläufer so braucht. Gestern beschwerte sich der erste Leser mittels Leserbrief. Ein Vater von drei Jugendlichen fand das ganze wohl nicht satirisch, forderte mehr Sensibilität vor Weihnachten ein und erwartet nun von TITANIC, das Formular wieder offline zu stellen.
Tja, eine Realsatire wie sie im Buche steht … :DD *rotfl* :DD …  

Veröffentlicht unter Privat

Schnee fällt …

Let it snow?   Samstag morgen. Ich schaue aus dem Fenster. Regenwetter. Mein Außenthermometer liegt bei klammen 1,5 Grad.
Eine Stunde später. Schneeregen. Eigentlich unglaublich, nachdem gestern mein Außenthermometer noch locker +16° Grad C erreichte und in der Stadt viele schon wieder demonstrativ in T-Shirts durch die Sonne liefen. Jetzt schneit es nur noch. Ohne Regen. Kalt ist’s …
Bislang hatte ich keine Probleme mit dem milden Winter, aber mit Schnee? Wahrscheinlich sieht’s bald wieder verschneit aus …  

Guten Tag, Amigo …

Ein Lied zum Gänsehhaut-Bekommen.
Ein Lied zum Immer-und-immer-wieder-anhören.
Ein traurig ernstes Lied mit heftigst zynischer Pointe.

Eine klare Konzertgitarre im Hintergrund im Drei-Viertel-Takt.
Eine Stimmung wie Marquez.
Eine rauhe tiefe und kühle Stimme gesellt sich zu der Gitarre.

Guten Tag, Amigo
Hallo, mein guter Freund
Fünfter Mai, an einem Dienstag
Und ich hoffte, dass wir uns wiedersehen würden.

Du hast letzten Winter meinen Bruder getötet
Dreimal hast du ihm in den Rücken geschossen
Nachts höre ich meine Mama immer noch weinen
Oh, Mama, sie trägt immer noch schwarz

Ich habe auf jedem Fest
Nach dir gesucht, um Dich zu grüssen
Vielleicht würde ich dir ein Hühnchen verkaufen
Bespickt mit Gift in dem Fleisch

Du … du siehst aus wie mein Bruder
Mama hat ihn immer viel Liebe gegeben
Er war hoch angesehen bei den Ladies
Mama sagte immer, er sei gesegnet

Das Dorf hat sich um ihn herum versammelt
Sie konnten es nicht glauben, was sie sahen
Ich habe gesagt, du warst es, der ihn umgebracht hat
Und dass ich dich finden werde und dem Gesetz Genüge leisten werde

Die Leute aus dem Dorf haben mir geglaubt
Mama … sie wollte Rache
Ich sagte ihr, dass ich ihre Ehre wieder herstellen würde.
Ich würde dich finden und dich töten.

Eine elektrische Gitarre fällt ein und ein schrecklich genial schräges Solo zerschneidet den Walzerrythmus der Konzertgitarre …

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Privat | Verschlagwortet mit

Lebe wild und gefährlich (Teil 12) … oder: In einem Cafe ohne Kaffee …

Hey, hast du keine Eier, oder was?

Er legt seine Pumpgun nieder und hat ein langes Messer mit Widerhaken in seiner Linken. Er befindet sich in einem verwinkelten Hallenbad. Aber niemand badet im Pool. Als er am Pool vorbei schleicht, richtet er einen kurzen Blick in den Pool. Offenbar liegen dort Granaten am Grund.

Gleich hab ich Dich!

Er schleicht sich an den Mann mit der Rückenaufschrift POLIZEI an und stosst blitzschnell zu. Einmal. Zweimal. Dreimal. Viermal. Der Polizist vor ihm klappt zusammen und fällt nieder. In dem Moment wird der Monitor mehrfach rot. Das Rot flackert wie ein Stroboskoplicht. Die Kamera fährt zurück und eine grau angezogene Person fällt flach zu Boden.

Scheisse!

Muahahaha. Du musst schon auf deinen Rücken achten, wenn du meinen Kumpel abstichst. Geschieht dir Recht!

Warte, Dich hol ich mir.

Mein Nebenmann drückt entschieden auf eine der Tasten seiner Tastatur und er ist wieder in der Rolle der grau angezogenen Person, die eine Waffe aufhebt und diese läd.

Nein.
Das war keine Szene aus einem Bürgerkrieg. Sondern ich saß in einem Internet-Cafe und neben mir spielte ein vielleicht 18-jähriger Counter-Strike im Netz. An vielen anderen PCs des Cafes saßen andere Jugendliche, die sich ebenso auf dem gleichen Server sich in dem virtuellen Hallenbad von Ecke zu Ecke durchkämpften und dabei lachten und quer durch den Raum quatschten.

Hm.

Saß ich jetzt unter potentiellen Amok-Läufern?
Oder waren es einfach nur welche der homo ludens, der menschlichen Gattung des spielenden Menschens?

Eines war mir aber sicher: Die hier hatten ihren mörderischen Spaß auf dem Counter-Strike-Server …

Lebe wild und gefährlich (Teil 11) … oder: Sushi-to-go

Sonntag 3. Dezember
Reiseproviant gekauft beim ASIA-Laden im Bahnhof. Will Sushi in vollen Zügen genießen. Schnell gegessen, vermutlich bei 160 km/h. Sushi hinkt folglich jeglichen Ansprüchen hinterher. Ist auch nur Sushi-to-go, nicht Sushi-on-the-run, wenn auch Run-of-the-mill-Sushi. Schmeckte daher eigenartig. Vermute, dass Poloniuim 210 drüber gesprüht worden ist. Würde gern sehen, ob ich strahle. Leider scheint Sonne noch zu stark.
Beim Flanieren durch den Zug strahlten mich dann alle an. Offensichtlich ist hier jeder Polonium 210 verstrahlt.
Auf Toilette festgestellt, dass Hosenschlitz weit offen. Verstehe nun Gegrinse der Frauen und Gelächter der Männer. Sehe jetzt wie ne strahlende, aber untergehende Sonne aus.
Werde demnächst wieder Unterhosen tragen.
Oder mir ne Vakuum-Pumpe bei Orion bestellen.

Game over – Spiel ohne Grenzen

Heute abend auf dem Fernsehsender „arte“ über die Auswirkungen von Endlos-Computerspielen ….

Hardcore-Fans von Computerspielen verbringen zwischen 40 und 80 Stunden pro Woche in virtuellen Fantasielandschaften. Der Film zeigt anhand von vier Lebensgeschichten, wie die Scheinwelt der Spiele und die Lebenswirklichkeit derer, die sie nutzen, immer mehr verschwimmen. So wurde der 20-jährige Kanadier Guillaume Patry dank seiner Spielleidenschaft zum Popstar. Er lebt seit drei Jahren als Profi-Gamer in Südkorea und verdient mit Spiel-Turnieren, die live im Fernsehen übertragen werden, 80.000 Dollar pro Jahr. Süd-Korea ist eines der wenigen Länder, in denen Profi-Gamer als Sportler anerkannt sind. Der Rummel um die jungen Champions hat eine wahre Spielbesessenheit im Land ausgelöst. Weltweit zeigen immer mehr Game-Fans Symptome von ernsthafter Spielsucht. Zu ihnen gehören auch Brandon Whitehead und Shawn Woolley, der vor zwei Jahren Selbstmord beging. Während Brandon anhand eines Videotagebuchs schildert, wie Computerspiele ihm geholfen haben, seine Unsicherheit und Depression zu überwinden, ist Shawns Mutter überzeugt, dass manche Games ihre Spieler bewusst gefangen nehmen wollen. Sie hat einen Kreuzzug gegen die Spiele-Industrie begonnen. Die Entwickler solcher Role-Playing-Games haben freilich ein ganz anderes Selbstverständnis: Spiele-Guru Peter Molyneux aus London möchte vor allem die Kreativität der Spieler herausfordern. In der Tat nimmt „Fable“, das jüngste Produkt seiner Talentschmiede, auf eindrucksvolle Weise die Zukunft der interaktiven Unterhaltung vorweg. Das Spiel konfrontiert Benutzer mit ihren geheimen Sehnsüchten und nutzt das Medium Computerspiel für eine ebenso amüsante wie intelligente Form der Selbstreflexion.

„Es war mir sehr wichtig, die Spieleentwickler und die Fans gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen“, sagt Filmemacherin Monika Halkort. „Computerspiele pauschal zu verteufeln wäre genau so falsch wie die Risiken zu ignorieren.“ Ihr Film zeichnet das Zukunftsszenario einer globalisierten Mediengesellschaft – doch die Zukunft hat schon begonnen.

siehe auch hier

Wie geil ist das denn? (Teil 2) … oder: Verbrechen zahlt sich nicht aus …

von der Internetseite der Polizei Bochum:

29.11.2006 – 09:19 Uhr, Polizei Bochum Pressemappe [Pressemappe]

Bochum (ots) – Am gestrigen Dienstag, gegen 13.35 Uhr,
kontrollierten Beamte der Polizeiinspektion Mitte im Bereich des
Hauptbahnhofes zwei 40 und 45 Jahre alte Frauen sowie ihren
22-jährigen männlichen Begleiter. Bei der Überprüfung der
mutmaßlichen Taschendiebe entdeckten die Polizisten größere
Bargeldbeträge, deren Herkunft die Gruppe nicht erklären konnte.
Daraufhin wurden die aus Serbien/Montenegro und Frankreich stammenden
Verdächtigen festgenommen. Sie wurden nach Abschluss der
polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.
Notiz am Rande: Eigentlich hätte die 45-Jährige ihre Bekannten vor
dem polizeilichen Zugriff warnen müssen. Auf die Frage nach ihrem
ausgeübten Beruf antwortete sie nämlich: „Wahrsagerin“!

Wer gerne mehr über die Wahrsage-Künste der Frau wissen möchte, Rückfragen bitte an die Pressestelle der Polizei Bochum.
Gefunden: hier

Und dann stolperte ich noch über folgende Pressemeldung:

53-Jähriger stiehlt mehr als 80 Arbeits- und Werkzeugmaschinen

Hm.
Wieder ein typischer Fall, dass Maschinen einfach leistungsfähiger sind als Menschen über 50? Wobei sich mir dann die Frage stellt, wie und was die Maschinen mehr geklaut haben als jener 53-jährige …
Oder hat der 53-jährige eventuell nur jene Maschinen geklaut?

Es war doch wohl eher das letztere.
Gefunden hier