blog.de arbeitet mit Hochdruck an der Betriebstemperatur seiner Mitglieder …


Vorwort 27.01.2011:
Der beschriebene, verärgernde Missstand wurde von blog.de kurz danach behoben.

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Mein Bad wurde renoviert.
Mein Vermieter hatte es nicht angekündigt.
Aber er hatte es direkt gemacht. Ohne viel Federlesen und von langer Hand vorbereitet.

Als ich nach Hause kam, war ich überrascht. Die Eingang in meinem Wohnblock war verschlossen. Ein mehrfach kopierter Zettel klebte an alle Eingangstüren und verkündete unisono:
Wartungsarbeiten.
Gut, dachte ich mir. Wenn es sein muss.
Ich bin eh der mehr gutmütige Mensch.

Nach ein paar Stunden – ich vertrat mir die Beine auf der Straße – kam ich schließlich rein. So fuhr ich direkt zu meiner Wohnung hoch, schloss auf und wollte direkt ins Bad. Es pressierte mir.
Aber das Bad war abgeschlossen.
Die Küche war auch nicht betretbar.
Gleichfalls abgeschlossen. Ich kam nicht rein.
Telefonisch war der Vermieter nicht zu erreichen.
Bis auf seinen Anrufbeantworter: Ich solle mich gedulden. Man habe im gesamten Häuserblock alle Bäder renoviert. Jedes Bad habe jetzt ein ganz niegelnagelneues Bad-System. Einfach vom feinsten. Nur könne es jetzt vorkommen, dass in bestimmten Wohnungen das Bad nicht betreten werde könne. Bei bestimmten Fällen sei sogar die Küche nicht erreichbar sei. Die Techniker würden mit Hochdruck an der Behebung dieses Missstandes arbeiten.
Als ich wütend den Hausflur durchstampfte, begegnete ich vielen anderen Mietern, denen es so ergangen war wie mir. Auf einen kleinen Zettel neben dem Aufzug las ich, dass dem Vermieter das von ihm verursachte Ungemach wirklich sehr Leid täte. Nur, er hätte es ja bereits angekündigt gehabt: Am Hausmeisterbrett unten bei den Kellerfächern.
Ich prüfte es nach.
Stimmt.
Er hatte nicht gelogen.
Das stand es: „Demnächst werden wir die Bäder renovieren.“
So sitze ich noch immer in meiner Wohnung und warte darauf, dass Techniker Bad und Küche mir aufschließen.

Gelogen?
Meine Geschichte ist erstunken und erlogen?

Stimmt.

Aber trotzdem fühle ich mich entsprechend hier bei „blog.de“, der Einführung eines niegelnagelneuen Bezahlsystems bei „blog.de“, dem Verlust meiner PRO-Mitgliedschaft trotz Überweisung der Dienstleistungsgebühr an „blog.de“ und dem Statement von blog.de

Leider können wir aber noch keinen konkreten Zeitpunkt benennen, ab dem alle Nutzer wieder ihren Pro-Status zurück haben. Wir bitten daher um eure Geduld, bis wir das Problem behoben haben.

Sollte es für diesen Ausfall nur die üblichen paar warme Worte geben, dieser Vorfall wäre nicht wirklich einfach verschmerzbar.

Geduld? Die bitten um meine Geduld? Mir scheint, die haben bald davon mehr als genug, eben weil wir PROs diese Geduld an blog.de peu à peu abgeben. Und was machen die mit unserer Geduld? Einlagern? Damit an der redaktionseigenen Börse spekulieren?

blog.de arbeite mit Hochdruck an dem Problem? Haben die Druck? Aber zumindest kommen aus deren Hochdruckkessel ein paar warme Worte für uns.

Nur, bei diesen üblichen Warmen Worten sollte sich blog.de nicht wundern, wenn bei manchen aufgrund solcher verbalen Wärmezufuhr letztendlich der Kessel platzt …

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Lebe wild und gefährlich (Teil 13) … oder: Bloggen kann kostenintensiv werden


Etwas aus dem realen Leben, wo Blog-Schreiber von dem virtuellen erbarmungslos eingeholt wurden …

Ein deutscher Blog-Schreiber namens Ron Hillmann schreibt am 22. Oktober 2006 in seinem Blog über Nachrichten, die zwei große Firmen betreffen. Die eine hat ihren Sitz in Deutschland, die andere in China. Beide Firmen klären momentan einen Sachverhalt, welchen den Vorwurf der chinesischen Urheberschutzverletzung verifizieren oder widerlegen soll.

Der Blogger schreibt nur einen Kurzkommentar dazu zusätzlich in seinem Blog, wobei er negative Attribute für die Chinesen verwendete.
Einen verhängnisvoller Kurzkommentar, der seine Meinung verdeutlichen soll.
Einen verhängnisvoller Kurzkommentar, der aber in der deutschen Industrie Konsens ist und so auch schon sinngemäß in der Süddeutschen Zeitung zu lesen war …

Und prompt erhält der Blogger Post aus China.
Ein Schreiben aus der Provinz der chinesischen Justiz. Der Blogger wird darin angeklagt und zugleich zu einer Gerichtsverhandlung nach China vorgeladen.
Verhandlungsgegenstand sollen seitens des Bloggers geäußerte, ungerechtfertigte Vorwürfe über die Verletzung der Urheberrechte sein. Verhandlungsgegenstand sind somit auch Ansprüche auf hohe Schadensersatzforderung seitens der chinesischen Firma …

Geht so etwas?
Natürlich geht so etwas.

Macht so etwas überhaupt Sinn?
Für die chinesische Firma auf alle Fälle.
Denn sollte das chinesische Gericht der Klage stattgeben, kann über ein internationales Rechtshilfegesuchen das Geld von der Privatperson eingetrieben werden.

Und dass das klappen wird, dafür stehen die guten bilateralen Beziehungen der chinesischen Regierungsform und den ertragreichen Handelsbeziehungen jenes Landes mit diesem unserem Lande. Also erscheint es erforderlich für den Blogger die Reise nach China im Juni zwecks eigener Verteidigung anzutreten, um zumindest zu versuchen, die Unkosten niedrig zu halten …

Moral aus der Geschicht?
Bloggers Meinung kommt jetzt auch international vor Gericht …

Wer näheres dazu lesen möchte, der findet unter Spiegel Online den ganzen Artikel dazu:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,458039,00.html

Und was sagt der betroffene Blogger dazu?
http://www.autoregional.de/autonews/2006/10/22/
man-reisebusse-werden-in-china-kopiert/