Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (3): Alles fürs Klo

Heute erhielt ich die ersten WhatsApp-Kettenbriefe zum Thema “Corona”. Alle 15 Minuten Wasser trinken und immer wieder mal für drei Minuten die Luft anhalten. Ersteres verhindert die Infektion mit den Viren und zweiteres zeigt an, ob man schon erkrankt ist und bald des Todes sein könnte. Das eine beruft sich darauf, dass Viren keinen Halt finden sollten, wo es feucht ist, und das andere führt die Lungenfibrose als Rechtfertigung für den Test an. Leider konnte ich den Verfasser der Nachrichten nicht finden. Wohlmöglich hat da früher mal “Euer Potus” drunter gestanden, wurde dann aber weggelöscht, um es mehr Seriosität zu verleihen. Das macht diese Kettenbriefe auch nicht besser.

Ein Tipp aus meinem Bekanntenkreis ließ mich heute früh zum nächsten DM gehen. Es stehe eine Lieferung von Toilettenpapier an. Meine vorletzte Rolle war bereits in Nutzung und ich benötigte Nachschub. Also stand ich in der Warteschlange. Vor uns war der Truck und dessen Fahrer lud ab. Und irgendwann kam dort eine Europalette mit Toilettenpapier zum Vorschein. “Jeder nur eine Packung! Und keine Diskussionen!”, schallte der Ruf der Marktleiterin nachher im Geschäft. Alle Kunden, die zuvor in der Schlange gestanden haben, gingen zuerst zur Palette im Geschäft. Auf dem Weg nach Hause fing ich einige Blicke auf. Keine Ahnung, wie viele mich mit meiner Packung als Hamsterkäufer oder Panikmensch oder lächerlich eingestuft haben mögen. Überfallen wurde ich nicht.

Die OEMs machen jetzt der Reihe nach zu. Bislang dürfte jetzt an 75% des Firmenumsatzes wegbrechen. Ich denke, nächste Woche wird von meiner Firma Kurzarbeit angemeldet.

Ein Kollege von mir vom Büro gegenüber haut sich am Arbeitsplatz eine Portion “Virulent” nach der nächsten in den Kopp. “Virulent” ist ein homöopathisches Mittel mit 37% Vol. Alkohol. Er könnte sich alternativ auch eine Halbe nach der nächsten ex und hopp reinhämmern. Dann hätte er den Alkohol, die Homöopathie, die feuchte Kehle, könnte beim Trinken die Luft anhalten und gleich auf Lungenfibrose testen. Ich hab’s nicht gesagt. Denn er könnte auch meckern, dass ich mich stets verweigere, mir meine Hände mit der Pumpflaschenlösung an der Tür zu waschen.

Auf dem Firmenklo hat jemand das Bild eines T-Rex angebracht und da drunter geschrieben: “Hat sich nicht die Hände gewaschen. Ausgestorben.” Ich wollte schon handschriftlich vor dem Wort “Ausgestorben” ergänzen: “Zu viel Panzer, zu wenig Hirn.” Aber es ist unklug, in der Firma in diesen Zeiten sarkastisch zu sein. Zudem jetzt Städte nach dem Einsatz der Bundeswehr im Innern rufen.

NRW hat im Zuge der Corona-Pandemie Demonstrationen generell verboten. Was als recht normal in diesen Zeiten ausschaut, ist rechtlich aber eine ganz üble Sache. Denn die Demonstrationsfreiheit ist eine der basalen Sache unserer Demokratie, des Grundgesetzes. Sie kann und darf nicht verboten werden. Es können Auflagen gemacht werden (z.B. 1,50 Meter zwischen jeden Demonstranten; Vermummung ist verboten, aber Masken für jeden zwingend erforderlich; Plakate vorher eine halbe Stunde in Desinfektions- oder Chlorlösung tauchen; Parolen nur gemurmelt, da ansonsten zu viel Virenfreiheit; Träneneingas nur mit Desinfektionszusatz; usw. usf. ), welche eingehalten werden müssen. Nur etwas von einer Partei verboten zu bekommen, welche sich strickt gegen eine Verbieter-Mentalität positioniert hat (und sich sich demokratisch definiert), ist schon arg seltsam. Da werden zuvor Consulting-Büros beauftragt, um neue Anordnungen und Gesetze rechtlich zu überprüfen, und dann beweisen Partei und Rechtsanwaltsbüros, wessen Geistes Kind sie sind? Ich hatte schon genug Stimmen hören dürfen, die meinten, dass es die Chinesen besser hätten, weil die alles diktatorisch und zentralistisch verbieten könnten. Und wer nicht folge, ab in den Knast oder erschießen. Es geht schließlich um die Volksgesundheit und einen milden Verlauf der Krankheit, was den Unternehmen besser bekommt. Die Demokratie ist aber auch eine hinderliche Sache, nicht wahr? Bauchregentschaft, das ist die neue Staatsform. Am besten geleitet und geführt durch die Hohlblasen der Meinungsgesellschaft des Internets. Aber egal. Es ist, wie es ist.

Es ist eigentlich der Treppenwitz der Geschichte: Erst macht die EU die Außengrenzen dicht und setzt dafür ihre “Frontex”-Soldaten ein. Damit keine ungebetenen Gäste aus Afrika an die Gestaden Europas mit deren Boote landen. Und jetzt macht Afrika die Grenzen zu Europa dicht. Sie wollen keine Gäste aus Europa. Europa findet das nicht okay, schließlich sollen dort weiterhin die EU-Überschüsse der Landwirtschaft hin verkauft werden. Und außerdem ist Afrika Low-Cost-Country für bestimmte Produkte. Und jetzt sperren die einfach deren Grenzen zu Europa? Oder sollten die etwa reiche Gesundheitsflüchtlinge mit kleinen Dingelchen in der Luftröhre befürchten?

Die Großgrundbesitzer werden unruhig. Die Low-Cost-Country-Arbeiter wurden einfach ausgesperrt? Sollen die Landwirte jetzt etwa selbst den Knochenjob des Spargelerntens erledigen? Geht gar nicht. Aber demonstrieren dürfen die auch nicht. Ob die jetzt zum Protest etwa ihre Misthaufen anzünden? Einfach um wieder ein wenig mehr NOx und CO2 in der Luft zu bekommen? Warten wir es mal ab. Zumindest haben die Landwirte sofort eine Vision gehabt: Arbeitslose für paar Euro fuffzig in die Spargelfelder schicken. Mit der Vision gehören solche Landwirte gleich direkt zum Arzt in die Behandlung. Weil, Haluzis sind gefährlich.

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (2): Treffen der Generationen

Die Firma hat eingesehen, dass die gestern eingeführte Idee, alle Türgriffe und so weiter mit Schaumstoff zu umwickeln und dann einfach nur mit Desinfektionsmitteln einzusprühen, weniger Genialität aufweist als Klopapierrollenhamsterkäufe. Sie wurden entfernt. Aber da das Klinkenputzen Geld kostet, taucht die Billiglohnkraft auch nur noch einmal am Tage auf, statt wie zuvor verkündet viermal am Tag. Stattdessen sollen wir es unterlassen, uns an Kaffeeautomaten zu treffen. Maximal immer nur einer und der Rest habe 2 Meter 50 Abstand zu halten. Den Verfasser dieses Verhaltensreglements sah ich heute. Er stand am Kaffeeautomaten und plauderte intensiv in nächster Nähe mit einem Geschäftsführer, der zudem seine Finger im Gesicht hatte. In einer Email hatte eben jener Geschäftsführer gefordert, man solle unter anderem auch einmal seine Finger aus dem Gesicht lassen. Vielleicht sind gerade mal ein Viertel der Angestellten in Homeoffice. Es reichte, dass jener Geschäftsführer dann schrieb, man solle nicht mehr so viel die Telefonleitung nutzen, den telefonischen Kontakt aufs mindeste zu beschränken, da sonst das IT-Netz zerbröseln könne.

Das wird diesen Sommer kein Sommermärchen geben. Die Fußball-EM ist verschoben. Dabei hätten vier Spiele hier in München stattfinden sollen. Mein Beileid an die UEFA für deren Entscheidung hielt sich in Grenzen. Die UEFA wird wohl dafür von den Nationalverbänden einen Rettungschirm einfordern, damit deren Manager nachher nicht an deren goldenen Hungertücher nagen müssen.

Meine Mutter beklagte sich am Telefon, dass die Gottesdienste allesamt verboten wurden. Meine Mutter ist 86. Der tägliche Gottesdienst war ihr einziger Trost. Glaube ist ihr wichtig. Nur ich konnte ihr nicht einfach sagen, dass die Schließungen eigentlich folgerichtig waren. Denn nachweislich interessiert sich keiner der Gottheiten mehr für diesen kleinen Globus in deren All. Denn sonst wären sie mit göttlicher Allmacht hier niedergefahren und hätten jeden einzelnen Virus persönlich zum Platzen gebracht. Aber bislang kam keiner der Allmächtigen, um sich um deren Schäfchen und Lämmer auf diesem Erdenrund zu kümmern. Also kann man deren Gedenkstätten auch gleich schließen.

In der Presse ist jetzt wieder viel über “Krieg” zu lesen. Krieg gegen einen Virus. Begeistert hätte ich fast “na denn mal los, ihr Heeresführer” gerufen. Jeder weiß doch, wie präzis Bomben, Raketen und Drohnen der obersten Heeresführer heute arbeiten. Die Verwender hatten bislang immer deren chirurgischen Präzision gerühmt. Aber die Heerführer sitzen zusammen, schütteln sich die Hände und wissen auch gleich, wer Schuld an dem ganzen Dilemma ist. Schuld sind immer wir anderen. Aber “Krieg” ist immer gut. Es fokussiert die Menschen und lenkt davon ab, dass Viren Armeen und Krieg recht schnuppe sind.

Beim Nachlesen in den sozialen Medien fällt mir ins Auge, dass der Generationenkonflikt verschärft weiter geführt wurde. Stand am Anfang “Friday for future” und die ganze Scharr der Älteren, die den Streik zum Schulschwänzen umgedeutet und damit auf Konfrontation mit den Jüngeren gingen, kam danach das “Okay, Boomer” und “alte grauhaarige Männer” gegen “ihr habt keine Ahnung” und “rotgrün-versifft” und “werdet erst einmal älter”, so kommt jetzt die betonte Lässigkeit der Jüngeren und die pingelige Bevormundung der Älteren. Die Älteren verlangen von den Jüngeren Disziplin und zu-Hause-zu-bleiben. Die Jüngeren machen dabei die Rechnung auf und erklären, der Virus wäre eh nur gefährlich für die Ü40-Boomer-Generation. Und die solle sich nicht so haben, denn sie müsse eh irgendwann sterben. Und so wogt der Generationenkonflikt in all seiner Gehässigkeit hin und her durch Twitter und Facebook. Warum sollten auch aller Hass und jede Hetze in Zeiten der Coronaviren aufhören?

Die Regale in den Supermärkten werden zusehends leerer. Es fällt das Word der „Asozialität” und das Fehlen von “Solidarität”. In den 80ern, zu Zeiten des NATO-Doppelbeschlusses, hat die Jugend damals den Älteren vorgeworfen, würde der Russe in Deutschland mit Panzern einfallen, würden die Deutschen schnell ihre Autos von der Straße in deren Garagen umsetzen, damit die nicht beschädigt werden, statt die eigenen Autos den Eindringlingen als Blockade in den Weg zu stellen. Die Älteren wären nicht fähig, etwas von sich selbst zum Wohle aller aufzugeben, war die damalige Erklärung dazu. Es beruhigt zu wissen, dass sich nichts in der Bevölkerung in den letzten 40 Jahren geändert hat. Brot für die Welt, aber die Butter bleibt hier. Wenn das Volk kein Brot mehr hat, soll es Kuchen essen. Und wenn es an Klopapier und Nudeln fehlt, dann sollen sie mehr Puderzucker essen. Dann ist erstens für Kalorien zum Überleben gesorgt und zweitens muss man auf dem Klo nur abstauben.

Homeoffice. Immer mehr in meiner Umgebung machen Homeoffice. Eigentlich bin ich froh, dass ich nicht dazu verdonnert wurde. Auf 30 qm Wohnung auch noch ablenkungsfrei arbeiten können? Ein unkeuscher Gedanke stieg in mir auf: Was macht eigentlich eine Prostituierte, wenn ihr Homeoffice verordnet wird … ?

Das Corona-Tagebuch: Provinznotizen aus Deutschland Süd bei Südost (1): Gegenmaßnahmen

Ein neuer Tag. Die Baustelle vor meinem Fenster erwacht. Der Fluch der Corona ist dort noch nicht angekommen. Im Bad beurteile ich meine letzten beiden Toilettenpapierrollen. Es ist meine Schuld, dass ich nicht sofort auf den Toilettenpapierhype mit aufgesprungen war. Das habe ich jetzt davon.

Es ist, wie es ist. Die Arbeit geht weiter. Der Firmenbesitzer hat wohl seine Freitags-Verfügung umsetzen lassen. Aus seinem selbstgewählten Exil, weil er unbedingt noch Skiurlaub in Südtirol machen musste. Exil? Welch heroisches Wort. Nennen wir es doch so, wie es ist: selbstverordnete Firmenabstinenz eingekleidet in das schöne Wort “Home Office” (besser: “Selbstquarantäne”). Am Freitag gab es die Verkündung, dass Türklinken, Türknäufe und Türdrücker regelmäßig mehrmals am Tag mit Desinfektionsspray gereinigt werden sollten. Ihm muss wohl aufgegangen sein, dass bei den vielen Türen im Gebäudekomplex viel mit Spray und Lappen gearbeitet werden müsse. Und Arbeit ist der Quotient aus Geld pro Stunde. Oder umgekehrt: verdammt viel Geld für einen Tag und die Firma hat doch zu sparen. Also ließ er die Türgriffe mit Schaustoff umwickeln, mit zwei Kabelbinder fixieren und die werden jetzt regelmäßig eingesprüht. Die überstehenden Enden der Kabelbinder wurden freilich abgeschnitten. Die ersten hatten sich bereits an den scharfen Schnittkanten der Kabelbinder geschnitten. Aber kein Corona bekommen. Dafür suppen jetzt die Schaumstoffpuffer. Ob das medizinisch okay ist? Zumindest geht das Einsprayen jetzt schneller vonstatten. Es muss nicht mehr gewischt und poliert werden. Aber beim Händewaschen sollen wir zweimal “Happy Birthday” singen, bevor wir die Hände spülen.

Zwei OEMs (FCA + PSA) haben ihre Produktion runter gefahren. Das wird wie eine Schockwelle die Automobilindustrie treffen. 2008/2009 war dagegen ein Klacks. Denn es kommt bereits ein anderer wirtschaftlicher Tsunami auf die Automobilindustrie zu: Gaststättengewerbe, Reiseindustrie und Fluglinien haben massive Probleme. Lufthansa braucht bereits Geld, SAS hat den Flugbetrieb eingestellt und 10.000 Menschen entlassen. Und die Automobilindustrie ist aufgrund Diesel-Gate geschwächt. Der Tsunami, der da kommt wird brutaler als 2008/2009. Das kommt nicht von den Banken. Sondern von der Präsenz von 150 Nanometer. Wenn die Automobilindustrie Schnupfen hat, bekommt die deutsche Wirtschaft Grippe. Die deutsche Wirtschaft hat bereits die Grippe und die Automobilindustrie hat nicht nur einen Schnupfen. Das wird unlustig.

Bayern fährt runter. Nach dem 09/11 im Jahre 2001 wurde uns bereits erklärt, dass die Spaß-Gesellschafft passé wäre. Heute wird sie gesetzlich reglementiert. Der Virus ist kein Spaß. Aber das Ende der Leichtigkeit? Kein Licht mehr? Keine Weite mehr? Die Kommentare meiner Kollegen sind danach. Rational argumentiert keiner. Alle sehen freilich nur die offensichtlichen Einschränkungen und die damit verbundenen Nachteile. Es gibt keine win-win-Situtaion mehr. Am Samstag brummte neben mir wieder jemand: “Die wollen nur von den kriminellen Ausländern und Flüchtlingen ablenken!” Meine gedankliche Antwort ist nicht zitierbar.

Ein Lied geht mir nicht mehr aus den Kopf. “My Corona”.

Ooh, my little pretty one, my pretty one
When you gonna give me some time, …
Ooh, you make my motor run, my motor run
Got it coming off o‘ the line, …

Nein, der Titel des Lieds ist ein anderer. Es ist das Lied der Gruppe “The Knack” und heißt in Wahrheit “My Sharona”. Einmal etwas anzügliches ohne Bedrohung.

https://www.youtube.com/watch?v=BR2JtsVumFA

Ertrage die Clowns (12): Der Spaß beginnt …

    Im Jahr 1949 steckte sich der junge Joachim Fest einen Zettel ins Portemonnaie, den er bis zu seinem Tode mit sich führte. Auf dem Zettel stand der Satz:

    „Ertrage die Clowns!“

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  • “Haben Sie zuhause einen Desktop-PC?”, fragte die Chefin gestern ihren Mitarbeiter in der Firma, “Sollten Sie nämlich wegen dem Corona-Virus Home-Office machen müssen, dann können Sie von zu Hause aus arbeiten. Verstehen Sie? Oder wenn Sie am Corona-Virus erkrankt sein sollten, dann können Sie all ihre Arbeit von zu Hause aus erledigen, dann hat die Firma keinen Schaden.” Der Mitarbeiter nickte stumm. “Gut, also wenn es so kommt, arbeiten Sie von zu Hause.” Und die Chefin drehte ab. Ein anderer Mitarbeiter von ihr hatte eine Fußverletzung und wurde krank geschrieben. Sie hatte ihn immer wieder von zu Hause aus angerufen und ihn gedrängt, doch ein paar Aufgaben zu erledigen, denn obwohl er ja krank geschrieben wäre, so ihre Meinung, dann könne er trotzdem noch arbeiten. Wenn Deutschland etwas aus dem Flug “Germanwings Flug 9525” gelernt hat, dann das Arbeiten trotz medizinisch ausgestellten Krankenscheins. Als vor knapp 5 Jahren (am 24. März 2015) der Airbus A320-211 in die Hänge der Westalpen in Südfrankreich steuerte, starben beim Aufprall alle 150 Insassen. Später fand man heraus, dass der Selbstmordpilot eigentlich krank geschrieben war, aber trotzdem zur Arbeit ging. Dass niemand zu arbeiten habe, wenn so ein Mensch medizinisch krank geschrieben wurde, stand nie zur Debatte. Denn es hätte auf der damaligen Debatte dazu führen können, dass man Erkrankten sehr wohl eine Auszeit von der Arbeit zuzugestehen hat, damit sich der Körper desjenigen schneller und gründlich erholt. Tja, jetzt auch bei der Sache mit dem Corona-Virus. Die Chefin drehte sich nur kurz noch einmal um und bestärkte: “Auch wenn Sie an den Corona-Virus erkranken sollten, heißt das ja nicht, dass Sie nicht doch arbeiten könnten, nicht wahr. Und die Arbeit muss nun mal gemacht werden.” Sie schloss die Tür. Schlechter Rotwein hat im Gegensatz dazu noch immer den besseren Abgang.
  • Ein Arbeitskollege erkundigte sich telefonisch bei einer Apotheke, ob jene noch “Virulent” im Vorrat habe. Drei Packungen, war die Antwort. Er erwiderte, er würde um Viertel nach Neun dort vorbei kommen und alle drei kaufen. “Virulent”? Ich erinnerte mich, das in meinem Kühlschrank zu haben. Am Abend nach der Arbeit schaute ich nach. Stimmt. Da hinten, links hinten in der Ecke, da lag die Packung. Ich holte sie hervor. Ich hatte damals das Datum notiert, wann ich das homöopathische Mittel vom Arzt verschrieben bekam: Januar 2006. Verwendbar bis September 2019. Ich warte noch ein wenig. Auf dem Schwarzmarkt, dürfte die Packung bald Sammlerwert haben. Ach ja, obiger Kollege findet es asozial, dass manche mit gehorteten Atemmaske jetzt mit hohen Preisen fett Kasse machen. Das wäre unmoralisch. Bin ich froh, dass er an der Börse fett Kasse machen will.
  • Der Arbeitskollege stöhnte auf. Die USA hat die Einreise von Europäern verboten. Dabei wollte er übernächste Woche in den USA als Individualurlauber rumreisen. Den Flug – als Schnäppchen in einem Internetportal geschossen – kriegt er zu 100% ersetzt. Aber den Mietwagen? Die Hotels? Er ist sauer und überlegt zu klagen, wenn er nichts zurück erhält. Er ist rechtschutzversichert. Und dann las er die Nachricht, dass die Börse erneut mit über 10% eingebrochen ist. “Kein Problem”, meinte er lakonisch, “in zwei Wochen kaufe ich im großen Stil, wenn die Börse unten ist und dann mach ich fett Kasse.”
  • Ich erhielt auf meiner Arbeit die Anfrage eines Kollegen, ob ich nicht mit ihm den Urlaub tauschen möchte. Ich hatte meinen bereits für September gelegt, er auf April. Und er möchte Erholung mit seiner Familie im Süden. Den kann er im April wohl nicht wegen Corona realisieren. Also soll ich mit ihm tauschen, da ich ja keine Familie habe. Ich sagte ihm, ich sei bestechlich, und das ganz besonders in Zeiten von Corona und zu verlegenden Gardasee-Reisen. Er nannte mich ein kollegiales Arschloch, weil ich nicht im April Urlaub machen wollte.
  • Die Corona-Virus-Pandemie hat das Gebaren der ganzen Gangster-Rapper und Ghetto-Kids zu gesellschaftlich anerkannten Rang verholfen. Die “Ghetto-Faust” ist jetzt der Stil der Corona-Zeit. Die Gangster-Rapper und Ghetto-Kids werden sich neues zur Absonderung überlegen müssen. Vorschlag: Macht das, was die Bussi-Bussi-Gesellschaft Münchens damals immer machte, als jene Gesellschaft damals noch verächtlich auf euch nieder blickte. Sie wird neidisch werden.
  • Xavier Naidoo ist sauer. Warum ist ihm nur das Marketing von Tom Hanks eingefallen? Warum mögen ihn alle Menschen nicht? Nur weil er jetzt verdächtigt wird, doch Reichsbürger mit ausländerfeindlichen Ansichten zu sein? Man munkelt gerüchtemäßigerweis, dass er angeblich erbost aufgeschrien haben sollte, dass “die ganze Corona-Scheiße nur dazu dient, von den Scheiß-Wölfen unter den Flüchtlingen abzulenken”. Sein Pressesprecher hatte angeblich vor einer Stunde noch betont, dass Xavier Naidoo sich christlichen Idealen verpflichtet fühlt. Denen aus dem Mittelalter, müsste der dann wohl vergessen haben zu ergänzen.Denn für Xavier ist nach dem christlichen Kreuzzug wohl immer noch nur vor dem christlichen Kreuzzug. Und Corona wird dann wohl keine Strafe Gottes sein, sondern pures mediales Ablenkungsmanöver jenen Kreuzzug  in aller alternativer Wahrhaftigkeit für Deutschland zu starten.
  • Wer keine Ahnung hat, solle doch mal die Fresse halten. Ich habe keine Ahnung von Corona und sollte mich somit der einzigen Weisheit Dieter Nuhrs fügen. Nur habe ich auch keine Fresse. Aber eine Ladeluke, die sich erstaunt öffnet, wie sich manche an komplett belanglosen Twitter-Tweets von Dieter Nuhr abzuarbeiten. Mit den Gegen-Tweets scheint es, dass bestimmte Leute auf Angsterzeugung stehen. Und Dieter Nuhr ist dann nur ein zusätzliches wohlfeiles Mittel.
  • Panik? Panik ist immer eine Panik. Rückzuführen auf den griechischen Gott Pan, der auch gerne mal die Pan-Flöte spielte. Allerding sollte er auch in größter Mittagestille durch einen lauten Schrei auf einmal ganze Herden zu Massenflucht erregen zu können. Insbesondere zu einer plötzlichen und anscheinend sinnlosen Massenflucht. Panik. Panik? Panik ist intensive Angst. In Zeiten der Panik ist Angst immer ein meinungsbildender Faktor. Eine intensiver Faktor. Angst? Guggst du hier: ANGST!!!! (Autor des mp3-Datei: Voller-Worte-Blog)
  • Eine Firma schrieb in ihren Corona-Richtlinien, dass unnötige Dienstreisen jetzt in Gebiete mit Corona-Risiko nicht mehr genehmigt werden würden. Hm. Lasst uns auf die Post-Corona-Zeiten warten, dann sind unnötige Dienstreisen in ehemaligen Risiko-Gebieten wieder erlaubt. Und danach schauen wir uns gemeinsam die Maßnahmen zum Enger-Schnallen des Gürtels als Reisemitbringsel aus unnötig zu besuchenden Gegenden an …
  • Ein Fotograf besuchte die rote Zone rund um Fukushima und stellte aus seinem hermetisch abgedichteten Schutzanzug heraus fest, dass die Pflanzen so ganz ohne Menscheneinfluß richtig gut gedeihen. Das entspricht der Erfahrung von der roten Zone rund um Tschernobyl. Immer wenn ich Urlaub mache, sehe ich, wie mein Pflanzendschungel sprießt und gedeiht. Nur zwei Wochen nach dem Urlaub, sieht es anders aus. Na, hört mal, ihr Pflanzengesocks, was glaubt ihr eigentlich, wer eigentlich die Wasserrechnung hier bezahlt!?! Passt euch gefälligst an! Und seid glücklich, dass euch Corona und Radioaktivität nicht entscheidend beim Leben stört.
  • Im Traum erschien mir ein alternativer Fieslerstorch, bemerkte bei jeder Gelegenheit nachdrücklich fanatisch: “Fake-News!”, und versuchte nach Lesbos aufzubrechen, um als zukünftiges Vergewaltigungsopfer durch mindestens einen potentiellen Flüchtling, Schlagzeilen zu generieren. Sie wollte endlich, dass in ihren als “Fake-News-Verbreiterer” herabgewürdigte Fernsehsender wieder wichtige Dinge als Nachrichten auftauchen sollten. Sie durfte nicht ausreisen, weil sie kein Gesundheitszeugnis nachweisen konnte. Ihr Psychiater hatte beim Anruf der Grenzbehörden erklärt, derer Gruppengespräche in Berlin wären noch nicht abgeschlossen. Zieldatum dazu wäre wohl Oktober 2021. Demokraten vermuten jedoch, dass es über 2015 hinaus dauern könne, bis sie maximal situativ gesund erklärt werden könne. Ich beschloss, dass mir der Traum für das Happy-End entschieden zu lange dauern würde, und wachte auf.
  • Es wurde bereits nachgewiesen, dass unsere Bargeld-Scheine alle mit Kokain kontaminiert sind. Warnung an alle, die seit langem bereits versuchen mit vielen 5-Euro-Scheinen high zu werden: Ab sofort ist das 5-Euro-Scheinen-Lutschen mit dem gewissen Extra an Risiko versehen. Kauft von euren 5-Euro-Scheinen lieber den echten Stoff. Die Lunge wird es euch danken, was ihr euch zuvor durch die Nasenflügel pfeift.

Bösartige Umfrage

Eine kleine Forschungsgruppe der Elite-Universitäts LMTU München ging Ende Februar 2020 in die Innenstadt von München und konfrontierte Passanten, die eine Atemmaske trugen, mit der folgender Situation:

“Angenommen Sie müssten zwischen der Aufnahme eines Flüchtlings aus Syrien und der Corona-Virus-Erkrankung wählen, was wäre dann Ihre Wahl? a) vierzehn Tage Quarantäne und dann mit akuter Erkrankung knapp dem Tod entgehen? b) zusätzlich zu den Masernparties für die eigenen Kinder in den Kitas eine Immunisierungsparty mit CoVid-19-Erkrankten zur Eigen-Immunisierung durchführen? c) Flüchtling sofort zu Hause aufnehmen d) Flüchtlinge in CoVid-19-sichere Drittstaaten ausweisen e) eine CoVid-19-genehme Alternative für Deutschland wählen?”

Folgendes war der völlig überraschende Ausgang der Umfrage:

Tja, leider reichte das Budget der kleinen Forschergruppe nicht aus, die Zusammenfassung zu veröffentlichen …