Altersdemenz?

Habe doch letzten Monat in einem Forum bei einem Fotowettbewerb gewonnen und war damit verpflichtet, sowohl das nächste Thema als auch die nächste Auswertung zu fahren. Freilich habe ich die Auswertung gemacht. Und veröffentlicht und dem Sieger gratuliert.

… und dann festgestellt, dass ich selber nicht abgestimmt hatte.

Hört sich jetzt nicht wirklich tragisch an.
Aber ich hatte vor meine Punkte dem vorläufigen Ergebnis angepasst zu vergeben. Ja, mal so richtig manipulativ tätig zu werden und gegebenenfalls dem Forumsprimus einen potentielle Sieg zu versaubeuteln.

Und nu?

Vergessen.
Ich hab einfach vergessen abzustimmen.
Scheinen wohl die ersten Tiefausläufer meiner zukünftigen Altersdemenz zu sein.

Aber keine Angst.
Ich habe dagegen letztens Pillen gekauft.

Nur, wo hab ich die hingelegt?
Und vor allem, wie hießen die?

Fragen über Fragen …

Geliebte Blog-Leiche meiner Freundschaftsliste

gac-lemi (Letzte Aktivität: 428 Tagen seit)

Na. Das ist aber doch auch ein Untätigkeitsalter.
Richtig würdig zu fördern durch Nicht-Löschen, oder?
:>> :wave: :b :>>
By the way: Was’n das für n Beschreibungsdeutsch? Dachte, dass „seit“ immer voran gestellt wird.
Ist wahrscheinlich „Yoda“-Sprache.
Tja.
Junger Blogger noch viel lernen muss.
Möge sein mit mir die Grammatik sehr.
Amen.

Recherchen bei der Lufthansa

Hört sich verdammt interessant an. Aber das ist recht eintönig.
Ich such auf deren Seite nur einen Flug für Juli, für einen Termin, den ich noch nicht habe.
Das Ziel und den Zweck kenn‘ ich wohl, allein mir fehlt das exakte Datum.
Ein Flug gen Sonnenuntergang in den Winter.
Man gönnt sich ja sonst nichts.
Bei 24 °C im Schatten. Okay, das letztere ist gelogen, die Sonne ist schon untergegangen …

Musik für nen faulen Sonntag abend

Irgendwie bin ich bei dem Lesen zu Informationen zur Gruppe BAP über eine myspace-Seite gestolpert.

Sie gehört Klaus „Major“ Heuser.

„Major“ war bis 1999 Lead-Gitarrist bei der Gruppe BAP und war das prägende Bandmitglied einer Musikrichtung, unter die BAP bekannt wurde. Als er ausstieg, machte er diverse Projekte (u.a.a. mit der Gruppe BRINGS) und brachte erst 2006 eine neue CD raus.

Auf seiner Myspace-Seite finden sich vier Beispiele seiner einfühlsamen Gitarrenkunst.

Anhören und genießen.
Der passende Soundtrack für einen Sonntag abend …

Zur Myspace-Seite: Link

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Ein Lied für Europa

HURRA!

Platz 23!
Und das vor solchen unmusikalischen Ländern wie Polen und England!
12 Punkte aus Bulgarien und zwei aus der Schweiz!
Da habt ihr es, ihr dämlichen Österreicher! Ihr ward noch nicht mal letzter!
Die Alpen-Connection hat uns mal wieder – wie üblich – die verdienten 24 Punkte verweigert.
Nur, die Ost-Connection hat natürlich mal wieder unberechtigterweise die Russen auf Platz 1 gewählt.
Immer die Ost-Connection!
Immer!
Immer die!
Hm. Liebe EurovisionSongContest-Fans, dreht die Tabelle doch einfach um und feiert die ‚No Angels‘ als Drittplazierte.

Da werden die homosexuellen Männer und Frauen – Schwule und Lesben – nächstes Jahr in Moskau noch schwereren Stand beim EurovisionSongContest haben. Die Russen stehen auf Homosexualität noch weniger als die Belgrader. Die werden wohl schon mal deren Mob organisieren, um diese Homos in deren heterogene Sexualverhalten zu vergewaltigen.

Und ansonsten?
Wir rächen uns wie üblich. Beim Fußball. Diesmal bei der EM. Denn wer nicht singen kann, der muß ja nicht unbedingt den schweigsamsten 13ten Mann im Stadion haben …

Kneipengespräch: Wat für e‘ CD …

Seine Zigarettenschachtel rotierte zwischen seinen Fingern.

„Noch zwei Minuten.“

Sein Feuerzeug war schon griffbereit neben seiner Schachtel.

Neben mir machte sich Unruhe bereit. Der Wirt ging zu seinem weißen Sicherungskästchen rüber.
Ich blickte zur Decke. Die Klimaanlage surrte gleichmäßig. Der Wirt hatte vierzehn Tage seine Kneipe still gelegt und eine zweite Decke mit Lüftungssystem eingezogen. Statt der vier Meter hohen Decke war sie jetzt nur noch knappe drei Meter hoch und vermittelte jetzt der Kneipe einen angenehmen klaustrophoben Eindruck. Vorher erinnerte alles an Altbau, jetzt an die kleine gemütliche Kneipe an der Ecke.
Die Tür ging pausenlos auf uns zu. Leute strömten rein.
Ich kramte in meiner Tasche, um mein chinesisches Feuerzeug, meine Moods und die Clubkarte heraus zu fischen.

Er hatte seine bereits demonstrativ vor sich hingelegt. Rechte Hand „Marlboro Rot“, linke Hand ZIPPO-Feuerzeug. Und nicht nur er.

„Zehn. Neun. Acht.“

Sein Blick war auf die Funkuhr überm Tresen gerichtet. Leise zählte er den Countdown.

„Drei. Zwei. Eins.“

Der Wirt legte einen Schalter um, die Klimaanlage fuhr hörbar herunter. Die Gespräche verstummten. Still wurd es. Gespenstisch still. Ein vielfaches Klackern von Feuerzeugen ertönte, tiefe Lungenzüge und verlegendes Gekichern erfüllte die Luft. Dann fast ein chorales Ausatmen und … die Gespräche wurden fortgesetzt, als ob nichts wäre.
Eine Neonschrift leuchtete auf und verkündete „Raucherclub geöffnet“.

Jemand bewegte sich zum Tisch vor der Tür, holte Kladde, Kugelschreiber und Geldkassette hervor und baute sich vor der Tür auf. Es war der Kalle, ein Schrank von Mensch, einfach gestrickt, gutmütig aber auch von mancher brutaler Simplizität. Er hatte vor einer Woche einen Zivilkontrolleur unter Applaus der Anwesenden rausgeschmissen, der die Clubgebühren nicht zahlen wollte. Der hatte sich vorher rein geschlichen und als der Raucherclub eröffnete, war er ohne Clubkarte und stand zudem auch noch direkt neben Kalle. Er meinte, die 5 Euro Clubgebühr von Amtswegen nicht zahlen zu müssen. Er konnte danach Frischluft schnappen.

Der Wirt ging rum und scannte die Clubkarten mit seinem Handscanner ein. Jemand war ohne Clubkarte und wurde zu Kalle geschickt. Ich zündete mir meine MOODS an.
Eine Frau lächelte mich an. Mein Angebot lehnte sie ab. Sie sei Nichtraucherin, aber – wie entschuldigend fügte sie es hastig hinzu – Nicht-Raucherkneipen seien einfach langweilig.

„Kölsch?“

Er stellte mir ohne meine Antwort abzuwarten, eine Stange vor mich hin.

„Haste schon die neusten BAP-CDs?“

Ich schaute ihn an.

„Gibt’s wieder ne neue Best-of von BAP?“
„Nein, es gibt zwei neue.“
„Aha. Und?“
„Was und?“
„Hörbar?“
„Hörbar.“
„Gut hörbar?“
„Gut hörbar?“
„Doppel-CD?“
„Zwei einzelne CDs.“
„Doppelte Geld?“
„Doppeltes Geld.“
„Lohnenswert?“

„Hat wer mal Feuer?“
Sie mischte sich einfach so ein.
Einfach so, als es spannend wurde.
Ich reiche ihr meine MOODS. Sie nimmt sich sie und geht einfach weg. Ohne zu fragen.
Einfach so. So einfach.
Ich wollte mir sowieso ne neue anzünden.

„Und? Lohnenswert?“
„Nein. Die kenn ich. Noch nicht mal löhnenswert.“
„Nicht die Frau. Die CDs.“
„Die lässt an ihre Haut nur Wasser und CD.“
„Solange die nicht die Helen der Charlotte Roche ist.“

Er seufzte.

„Früher hat BAP noch ‚Südstadt, verzäll nix‘ gesungen. Heute singen sie ‚Wa’ss loss met dä Stadt ?‘ „.
„Tja, Köln hat ich geändert.“
„Niedecken singt über New York.“
„Nicht Kölner Südstadt?“
„Nein, da ist der kaum noch.“
„Jaja, der Jung wird älter. Da setzt die Kosmopolität ein.“
„Der Asphaltpirat singt auch von Uganda und dem Krieg auf den Ilhas Malvinas.“
„Fern ab vom Bahnhofskino, von Weidenpesch, der Ehrenstraße mit seiner Königin oder Städten im Niemandsland?“

Er hielt kurz inne.

„Kauf Sie dir. Sie werden dir gefallen.“

Der Wirt hat die CD gewechselt.
Kölsche Lieder.
Deutsch-rheinisches Heimatliedgut.
Kölsche Songs von BAP.
Nix fürs bayrisch-deutsche Hochdeutsch-Gemüt …

Songs sinn Dräume, manchmohl Dräume,
Déjà-vus vun jet, wat noch wohr weede soll.
Songs sinn Länder, fremde Länder,
wo mer immer schon hin wollt,
wo mer immer schon hin wollt…

Songs sind Träume, manchmal Träume,
Déjà-vus von jetzt, was noch wahr werden soll.
Songs sind Länder, fremde Länder,
wo man immer schon hin wollte,
wo man immer schon hin wollte….

Klimaversündiger "Dicke"

Na also! Jetzt ist es auch in der Presse! Dicke haben einen Anteil an der schlechten Klimabilanz:
Sie essen zuviel, sie schwitzen zuviel, sie furzen zuviel, sie verbrauchen zuviel Energie, sie sind schlichtweg einfach zuviel.
Das Weltklima kann sie als massive CO2-Produzenten nicht verkraften!
Und wo hab ich’s gelesen?
Na, hier! Bei der Netzeitung, die immer mehr gen Boulevard schlingert.

Wobei, mir fällt da eine Szene ein, die ich in Brasilien miterlebt hatte:
In der südbrasilianischen Küstenstadt Balneário Camboriú, ein Mekka der argentinischen Strandtouristen:
Ein Mercedes Straßenkreuzer kommt angerauscht und hält vor einem Restaurant, einer Churrascaria, einer Art „All-meat-you-can-eat“-Restaurant. Die Tür des Wagens öffnet sich und ein unheimlich fettleibiger Mensch quillt heraus. Ein Restaurant-Page übernimmt den dann lässig zugeworfenen Fahrzeugschlüssel und die Masse Mensch wogt gen Eingangstür. Und als der Mercedes mit dem Pagen weg fuhr, merkte ich, der Wagen war ja gar nicht tiefer gelegt.
„Das ist der Besitzer der Churrascaria“, raunte mir mein Begleiter zu.
Der Koloss verschwand ohne Probleme durch die Tür in sein Restaurant. Rechtzeitig zum Abendessen.
Ich wette, wenn jener Mensch flog, dann buchte der gleich immer drei Sitze nebeneinander …

Alles klar.
Dick-sein ist klimaschädigend. Bei der saumäßigen Umweltbilanz, die solche dickleibigen Menschen vorweisen können.

Aber es gibt ja auch den staatlich legitimierten Ablasshandel in Sachen Klima. Die einen Länder kaufen den anderen CO2-Emissionsscheine ab und dürfen dafür mehr CO2 rauspusten.

Und so machen wir es auch bei fettleibigkeit. Wenn wir hier zu dick werden, dann sterben halt woanders ein paar Menschen mehr an Hunger.
Somit passt’s schon wieder in der Öko-Bilanz.
Man sieht, Dicke können nun wirklich nicht für das schlechte Klima haftbar gemacht werden.

Selbst Caesar wollte schon als Staatsmann Dicke um sich haben. Sie kamen, die Dicken. Und wer starb dafür? Eben. Der Hungerhaken Caesar und danach auch er, sein nicht minder Magermodell Sohn Brutus. Die waren zu dünn. Das hatte die Natur passend nun mal so eingerichtet.

Da brauch also niemand über Dicke als „Klimaverschandler“ aufregen, solange wir hier nicht noch paar Verhungernde in der sogenannten Dritten Welt in petto haben.
Wir lassen uns doch unseren Hunger nicht vermiesen!
Auch nicht von der Netzeitung mit ihren Boulevard-Artikeln.

Mahlzeit.

Dumm und dümmer (Voll gegen die Wand … Teil 2)

Ich kam wieder zurück.
Der gleiche Weg.

Und da war er wieder.
Munter wie ein VARTA-Häschen. Kein bisschen abgekämpft.
Wieder stellte er sich mir in den Weg. Immer noch mit seiner selbst gewählten Mission gegen das Böse. In seiner Mission für das Gute. Gegen den Islam.
Penetrant wie ein Zeuge Yehovas.
Und wieder steppte er vor meiner Nase her.
Und wieder fing er an, mir seinen Sermon über die Gefahren des Islams vorzubeten.
Und wieder wedelte er mit seinen Papieren vor meinem Gesicht herum.
Und wieder verglich er Mohammed mit Hitler.

Wie es seiner Schulter gehen würde, unterbrach ich ihn schnell.

Überraschung in seinem Blick. Aber dann, ein Wiedererkennen leuchtete in seinem Gesicht auf.

Gut. Es habe nicht so weh getan und zudem würde er aber jetzt aufpassen.

Dabei tänzelte er wieder vor mir herum, meinen Weg blockierend.

– Vorsicht, hinter Ihnen hinten rechts, eine Laterne!

Wie instinktiv wich er nach links aus. Und donnerte erneut in eine Laterne.
Ich war verblüfft, dass es so einfach war. Fast so, wie in einem Bugs-Bunny-Zeichentrickfilm.
Durchdrungen von seiner Mission wollte der Knispel einfach nicht hinter sich schauen.

Bei manchen hilft der Satz „Lernen mit Schmerzen“, aber bei dem hier? Manche lernen halt nie. Da stand er nun erneut mit schmerzverzerrtem Gesicht und rieb sich seine Schulter.

Mein Weg war wieder befreit von diesem Überzeugungstäter. Einem nicht wirklich intelligenten.

Ich ging weiter.
Wie gut, dass es in der Innenstadt Straßenlaternen hat …