Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 5)

zu Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4

Dabei befinden sich Graffities wesentlich romantischer Art auf den Boden genagelt.
Ich konnte es nicht nachweisen, dass es sich hierbei um UFO-Kreise handelte.
Es muss sich wohl um etwas aus türkischen Kulturkreisen handeln …

Bild 25 Kornkreise - Heiratwahnsinn - Alles Happyness, oder was
Kornkreise? Heiratwahnsinn? Alles Happyness, oder was?

Letztendlich wird man auch in Berlin eine andere Form des „Graffitis“ finden:

Bild 26 Wer kann weiss, wohin einen der Smartphone-Barcode-Scanner hinbringt
Na? Wer kann weiss, wohin einen der Smartphone-Barcode-Scanner hinbringt?!? ;)

Dabei kann man auch vor und trotz Graffitis locker entspannen

Bild 27 Konzentriert gespielte Musik vor bunter Kulisse
Konzentriert gespielte Musik vor bunter Kulisse

Oder man schaut sich offizielle Skulpturen an

Bild 28 Umarmung über den Daechern Berlins
Umarmung über den Dächern Berlins

Dabei gibt es allerdings auch Skulturen, die manche säuerlich aufstossen lassen

Bild 29 Trage die Last der Welt auf deine Schultern
Trage die Last der Welt auf deine Schultern!

Da kommen dann Gedanken an die verachteten Autoren des näheren Rheinlands
und des ferneren Wo-weiß-ich hoch

Bild 30 Pat und Pattachon in der deutschen Ausgabe bevor es noch überhaupt den Stummfilm gab
Pat und Pattachon in der deutschen Ausgabe, bevor es noch überhaupt den Stummfilm gab

In Berlin gibt es eine Prachtstraße, die seltsam amnämisch wirkt.
Nein, nicht der blutleer werdende „Kuhrfürstener Damm“ oder
die wirklich unattraktive Strasse „Klowinkel“,
welche in keinen Karten dieser Welt verzeichnet ist, weil sie
verachtet wird. Nein, jene inzwischen nicht mehr so bedeutende
Prachtstraße ist die „Karl-Marx-Straße“ (ehemals „Stalin-Allee“),
in welcher die Trümmerfrauen nach den Berliner Aufräumarbeiten des
2. Weltkriegs für damalige Zeiten sehr geräumige Wohnungen in der
DDR erhielten.

Bild 31 Karl-Marx-Strasse in Berlin
Karl-Marx-Straße in Berlin (Gesamt)

Dass ich dann aber in dieser Strasse von Karl und Marx ein
rückwärtsgewendetes Verkehrschild wiederfinde, lässt mich nachdenken

Bild 32 Back to the future - oder was
„Back to the future“, oder was?

Meine Vermutung ist ganzn eindeutig und unwiderlegbar. Die dicke Kugel
am Himmel strahlt auf jedes Hirn. Noch immer.
Lasst uns endlich deren Sockel sprengen.

Bild 33 Geschenk am Himmel
Diese Kugel hat uns letztens Franz Beckenbauer geschenkt.
Als Andenken an die Fussball-WM 2006, bei der Deutschland ruhmreich den Platz unter den besten Drei belegte.
Ja.
Und der Franzl war es, der die Kugel eigenhändig dort in den Himmel geschwatzt hatte ….

So isses.

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 6)

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 4)

zu Teil 1, Teil 2, Teil 3

Dabei gibt es auch andere Graffitis. Wesentlich aggressiver sich über Häuserzeilen erstreckend

Bild 17 Lesbar sogar für E.T.s  wenn sie ihre Teleskope auf uns richten
Lesbar sogar für ETs, wenn sie ihre Teleskope auf uns richten

Größenwahnsinnig ist nicht jedermanns Sache. Es geht auch kleiner:

Bild 18 Alles Schuhwerbung oder was
Alles Schuhwerbung, oder was?

Brutaler werden dann die bodennahen Be-schriftungen/-schmierungen, die sich gegen
eine Verteuerung der eigenen Lebensumstände wehren. Ob gerechtfertigt oder nicht,
das muss sich jeder selber überlegen.

Bild 19 Der Kiez wehrt sich der finanziell erzeugbaren Marginalisierung im Kernbereich Berlins
Der Kiez „Kreuzberg“ wehrt sich der finanziell erzeugbaren Marginalisierung im Kernbereich Berlins

Und nicht wenige Male endet es in kernige Sätze gegenüber die Mächtigen

Bild 20 Aufforderung zu STRESS pur
Was?!? Jeden ficken? Ist das nicht STRESS pur?!?

Dabei ist philosophisches nicht weit weg von den Gehirnwindungen, die sofort anfangen
zu rotieren, lesen sie Sätze wie folgende:

Bild 21 Denk mal
Denk mal!

Das obige Foto wurde Nähe der Innenstadt aufgenommen, wo es das alternative Kulturzentrum „Tacheles“ gibt.
Bei meinem Besuch war es von der Polizei abgesperrt (belagert). Sowohl von vorne als auch von hinten.
Eine Ausschnittsvergrößerung (ist natürlich quatsch, ist freilich eine Ausschnittsfotografier) lässt mehr
zum Denken hochkommen:

Bild 22 Wanzen Wanzen Wanzen - Von Stalin lernen heisst siegen lernen
Wanzen, Wanzen, Wanzen. Von Stalin lernen, heisst, siegen lernen.

Dabei findet sich hinter dem Gebäude
(ACHTUNG! Warnung für Leute mit einer momentanen temporären EM-Allergie: FUßBALLBEZUG!)
ein geniales Graffiti:

Bild 23 Joga bonito
Joga bonito!

Dabei gibt es auch wesentlich harmloserer Gebäudebeschriftungen,
die manchen vor gerechtfertigten Schadensersatzforderungen bewahren:

Bild 24 Kopf einziehen ihr Basketballspieler
Kopf einziehen, ihr Basketballspieler!!!

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 5)

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 3)

zu Teil 1, Teil 2

Dabei sind die Gebäude in Berlin nicht das Beste.
Eher deren Projektionsfläche eigener Gedanken. So wie bei ihm hier:

Bild 12 Sprayer bei seiner Arbeit
Sprayer bei seiner Arbeit

Graffitis sind nicht gern gesehen. Sie versauen Oberflächen, so sagen die meisten.
Entstehen kann dann auch etwas gesellschaftskritisches.

Bild 13 Gefangener der Zeit Momo laesst gruessen
Gefangener der Zeit. Momo läßt grüßen.

Mal auch erheblich verzerrter:

Bild 14 Head over heals
Head over heals

Andere werden vorsätzlich bemalt:

Bild 15 Der Zug der Zeit auf dem Abstellgleis
Der Zug der Zeit auf dem Abstellgleis

In einer tiefen Kuhle finden sich aber auch hilfreiche Artefakte des modernen Lebens:
Stadtkarte und Couch

Bild 16 Praktisch - Erholung und Orientierung in den Tiefen Berlins
Praktisch. Erholung und Orientierung in den Tiefen Berlins

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 4)

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 2)

zu Teil 1

In Berlin gibt es aus dem obigen Motiven heraus gefolgert freilich auch noch andere.
Neugierige.
Touristen.
Einheimische.
Glotzer.
Spanner.
Leute mit 500-mm-Objektiven, die mittels einem Telekonverter und dem DSL-Crop-Faktor zu 1800-mm-Objektiv aufgepimmt werden.
Und gaaaaaaaaaanz wichtige Personen.
Zum Beispiel die Touristen in nem Ausflug-Hubschrabb-schrabb-schrabb …

Bild 6 Auch die Polizei hat ein Herz für Touristen aus eigenen Reihen ..
Auch die Polizei hat ein Herz für Touristen aus eigenen Reihen …

Verwunderlich ist das nicht. Letztendlich schaut jeder gerne:
Bild 7 Guck mal wer da arbeitet
Guck mal, wer da arbeitet.

oder auch hier

Bild 8 Guckst du
Guckst Du!

Selbst kleinste Gestalten ergötzen sich an Berlin

Bild 8 Klein aber oho
Klein aber oho …

Dabei gibt es einiges in Berlin zu gucken.
Architekturmäßig ist Berlin ein gelebtes Schisma. Da gibt es neu-modische Glasarchitektur:

Bild 9 BASF hat sich was gegoennt
BASF hat sich was gegönnt.

Oder alte Backsteingebäude

Bild 10 Keine Archektur-Hoch-Zeit aber trotzdem faszinierend
Keine Archektur-Hoch-Zeit aber trotzdem faszinierend

Nur vereint, da sieht es doch ein wenig aus wie …

Bild 11 Kombination aus alt und neu
Kombination aus alt und neu

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 3)

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 1)

Berlin?
Was’n das?

Vorweg, als Eye-catcher, gleich mal das erste Bild,
um die Götter der Schweiz mir milde zu stimmen.
Und überhaupt, Internationalität ist der Genuß
im Stile der Zeit dieser globalisierten Finanzwelt.

Bild 1 Meine Referenz ans Käse-Fondue-Land der Armbrustschiesser
Meine Referenz ans Käse-Fondue-Land der Armbrustschiesser

Das obige Foto ist freilich nicht irgendwoher,
sondern direkt aus dem Zentrum der Macht.
Direkt rechts davon, auf der einen Seite das
„Wir sind das Volk“ der Reichstagskuppelbesucher …

Bild 2 Jogging für Vorangemeldete, Spontan-Besucher muessen draussen bleiben
Jogging für Vorangemeldete. Spontan-Besucher müssen draußen bleiben!

… und links davon, die Spaziergänger vom Pseudo-Sanssouci, …

Bild 3 Irgend ein Promi aus dem Kanzleramt aber mit Sicherheit ein Promi doppelschwör
Irgend ein Promi aus dem Kanzleramt. Aber mit Sicherheit ein Promi. *doppelschwör*

… okay, gegenüber dem Kanzleramt beim
Schweizerischen Konsulat liegt eigentlich die
Plenarsäle, da wo die Schlipsträger arbeiten, …

Bild 4 Hier wird gearbeitet - Transparent für alle Leute ohne Arbeit oder so
Hier wird gearbeitet! Transparent für alle Leute ohne Arbeit oder so!

Nebenbei, im Kanzleramt gibt es eine Arche.
Wenn alles untergeht, die haben dort ein Modell
der Arche ausgestellt. Mit nem passenden
30-Euro-Objektiv kommt es deutlicher rüber

Bild 5 Es faehrt ein Schiff nach Nirgendwo ..
Es fährt ein Schiff nach Nirgendwo …

Es gibt aber erheblich mehr als nur das politische Berlin.

Berlin ist ein Freiplatz wert – Ein Platz an der Spree (Teil 2)

Wenn das Runde ins Eckige muss und der korrekt Rundliche auf seinem korrekteren Eckigen stehen will …

Es ist die Zeit, in der das Wünschen wieder Konjunktur hat. 423 Menschen in Polen und der Ukraine dürfen versuchen ihren Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen. Die einen wollen nur einmal ein Spiel gewinnen, die anderen die Vorrunde überstehen und noch andere wollen vielleicht auch einmal Fußball-Europameister werden.

Während der deutsche Bundestrainer weiter seine Stärken-Schwächen-Chancen-Bedrohungen-Analysen (Fachbegriff: SWOT-Analyse) fährt, jazzen die Medien die nominell schlechteste Mannschaft der EM-Gruppe B zum stärksten Gegner der deutschen Mannschaft hoch. Man wünscht sich einen unbedingten Sieg und selbst mit dem Preis, dass es dazu „Stahlhelme“ benötigen würde. Natürlich war die Erwähnung von „Stahlhelmen“ des Assistenten vom Bundestrainers Löw ein Versprecher. Denn eigentlich wollte der Assistent über „Papierhütchen, Wattebäuschchen und Wattestäbchen“ reden. So wie halt normal in der Sprache der Fußballer.

Über erheblich Wichtigeres grübelt derweil Joachim Löw nach. Ob das Bumsen mit einer Blondine der richtige moralische Umgang für seine Spieler ist? „Vögeln“ vor einem Turnier? Darf ein moralisch gefestigter, deutscher Fußballspieler in seinen jungen Jahren so etwas einfach tun? Jerome Boatengs Einsatz bestimmen also nicht seine fußballerischen Qualitäten sondern maximal die moralische Beurteilung von potentieller sexuellem Wohlverhalten. Ein Verhalten, worüber der Bundestrainer Joachim Löw wohl nur über seine morgentliche Frühstück-Bildung erfuhr.
Wie sangen schon „Die Ärzte“?

Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild.
Und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht,
aus: Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht!

Dem Löw kann bei seinen Aufstellungen nach moralischen Gesichtspunkten keiner so leicht reinreden. Dafür ist er inzwischen deutsche Leistungsinstanz. Leistungsinstanz, die darüber befindet, was das korrekte Wohlverhalten seiner Angestellten ist.

Und das wünscht sich wohl auch ein deutscher Innenminister: Die Umwandlung des „Sozialgesetzbuches“ in ein moralisches „Strafgesetzbuch“. Man solle doch denjenigen die Sozialleistungen kürzen, die Haßprediger seien. Dass das Sozialgesetzbuch, welches die Sozialleistungen nach Ansprüchen verwaltet, und das Strafgesetzbuch, welches Verstöße gegen geltende Gesetze sanktioniert, zwei völlig verschiedene paar Schuhe sind, dieses Wissen sollte zu der Kompetenz eines Innenministers gehören. Wer gegen Gesetze verstößt, kann bereits jetzt empfindlich bestraft werden. Wer aber die Umwandlung von „Sozialgesetzen“ in „Strafgesetzen“ fordert, der fordert implizit das Wohlverhalten der Bevölkerung der Politik gegenüber. Das Wohlverhalten als einzige gesetzeskonforme Äußerung der eigenen Meinungsfreiheit. Mit dieser Logik hat Rußland übrigens deren geltendes Demonstrationsstrafrecht verschärft und den Widerspruch der nicht-russischen Regierungen erhalten.

Nebenbei, Rußland, wenn ich gerade beim Thema „Rußland“ bin:
Als gestern Rußland gegen Tschechien spielte, drückte der Reporter Bewunderung für die Anreise der tschechischen Fans aus. Über die russischen Fans erklärte er, dass viele der Angereisten ihre Tickets von Putin erhalten haben sollten. Als Belohnung dafür, dass sie ihn gewählt hätten.

Ich hoffe, weder Frau Schröder noch Frau von der Leyen haben zugeschaut. Deren Ideen sind berühmt berüchtigt gefürchtet. Und eine Idee aus der Reporter-Bemerkung könnte ja in analoger Innenminister-Logik nun werden: Warum könnte man die vielen Schlecker-Frauen nicht als Jubelperser zu den Spielen unserer Nationalmannschaft schicken? Wenn wir denen zu den Arbeitslosengeldern und die dazu fälligen Aufstockungsgelder entsprechend dem Sozialgesetzbuch zahlen sollen, dann sollen die Frauen uns wenigstens jubelnd zur Europameisterschaft peitschen. Durch Jobcenter-eigene Beobachter auf 1-Euro-Basis könnten die Frauen dann beim Anfeuern unserer Elf beobachtet werden. In einem Dosier könnte dann notiert sein, wer pädagogisch richtig jubelt: fehlerfreies Mitsingen der Nationalhymne und keine Bengalos oder Besäufnisse mit alkoholfreiem Bier. Und den korrekten Schlecker-Frauen könnte man dann eine Fortbildung zur korrekten Kindererziehung geben.
Wie hatte bereits unsere Ministerin Schröder auf den Leyen-Vorschlag gejubelt? Es gäbe sicherlich zehntausende Schlecker-Frauen, die in ihrem Leben hinter der Schlecker-Kasse und als Schlecker-Regal-Einräumerin nur davon träumten, die Kinder ihrer Kunden zu betreuen. Warum sagt Frau Schröder nicht gleich, die Schlecker-Frauen hätten schon immer von der Arbeitslosigkeit als Fortbildungsmaßnahme geträumt?

Korrekterweise hat die Regierung unter der aktiven Beihilfe von Frau Schröder aber gleich den Träumen und Wünschen der Schlecker-Frauen als KITA-Erzieherin einen Riegel vorgeschoben: Betreuungsgeld für die, welche ihre Kinder nicht in die KITA geben. Schlecker-Frauen als Erzieherinnen? Zu leicht sollte man es den Schlecker-Frauen auch nicht machen, einfach so Sozialleistungen zu beziehen. Denn korrekte Leistung sollte sich wieder lohnen. Sagt ja schon immer die FDP. Und, die Frauen sollten mit ihren Wünschen auf dem Teppich bleiben, den andere vielleicht gar mit Kinderfingern knüpfen.

So wie beispielsweise unser leicht rundliche Entwicklungsminister Niebel. Der wollte auch auf seinem eckigen afghanischen Teppich bleiben. Seinen fliegenden Teppich, mit den er die FDP über die 5%-Hürde fliegen lassen wollte. Nur das wollten andere aber nicht …
Gut. Das ist jetzt platt opportunistisch von mir. Platt wie Niebels roter Teppich, auf dem jetzt alle dem Niebel herzlos herum trampeln. Dabei hat Merkel den Niebel doch bereits öffentlich gerügt. Über ihren Sprecher Steffen Seibert. Der sagte nämlich in der Pressekonferenz, ein anderes Vorgehen Niebels beim Importieren des Teppichs von Afghanistan nach Deutschland wäre „noch korrekter und deshalb vorzuzuziehen gewesen.“
Noch korrekter.
Es gibt also eine Steigerungsform von „korrekt“: korrekter. So wie der äußerste periphere Rand eines Striches, auf den durch kundige Politikermünder die deutsche Sprache geschickt wird. Korrekter Politikermund tut korrektere Weisheit kund. Niebels Verhalten war also schon zuvor eindeutig korrekt.
Wer regt sich über so etwas korrektes auf?
Richtig. „Spiegel Online“.
Immer die gleichen.
Wenn es wenigstens die beiden Preisträger des Henry-Nannen-Preises für investigativen Journalismus, die beiden Journalisten der BILD-Zeitung gewesen wäre. Aber SPON? Immer die gleichen. Immer.

Und dass der BND-Chef Gerhard Schindler nicht wusste, dass der korrekte Teppich-Transport ein korrekte Niebel’sche Privatsache war, das kann als Treppenwitz dieser Affäre gelten. Der Chef des deutschen Geheimdienstes „Wir wissen alles dank V-Leute und Trojaner“-Gesellschaft, jener BND-Chef gab sich komplett als unwissend.
Was bitte, Herr Schindler, war nochmals ihre Aufgabe? Verbrechensbekämpfung? Insbesondere nach dem Strafgesetzbuch, dem StGB §129?

(1) Wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Straftaten zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt, für sie um Mitglieder oder Unterstützer wirbt oder sie unterstützt, […]

NEIN! Herr Niebel hat sich „korrekt“ verhalten. Keine Straftat. Eindeutig ein Versehen. Ernsthaft korrekt. Auch wenn es noch „korrekter“ gegangen werde. Oder gar am korrektesten. Aber das verlangt ja auch niemand vom BND. Darum wusste Herr Schindler auch nichts und seine jetzige Empörung sollte auch keine andere Empörung auslösen. Auch wenn die Unwissenheit des BND-Chefs bei der Teppich-Geschichte jener BND-Unwissenheit bezüglich der NSU-Morde ähnelt.

Denn die alleinige Wahrheit ist: Herr Niebel ist Entwicklungsminister! Jawohl!

Und den Teppich hatte er aus Afghanistan nur als Benchmarking-Objekt mitgebracht. Sein Plan war, neue Arbeitsplätze in dem Entwicklungs- und europäischem Niedriglohnland Deutschland zu gründen. Eine Teppichknüpfer-Manufaktur als zukünftige Auffanggesellschaft für die Schlecker-Frauen. Von der Leyen hätte die schon zu Knüpferinnen fortgebildet und Schröder – begeistert wie Kermit, der Frosch – „Applaus, Applaus“ gejubelt. Auch wenn jetzt die Zeit des Wünschens ist, vergesst nie, Arbeitslosigkeit ist kein Wunschkonzert.

Tja, aber SPON hatte alles verdorben. Fiese Möp, die! Die sollten sich lieber mal wie die BILD-Zeitung über das sexuelle Balzverhalten von Fußballspielern berichten. Davon hängt die Fußball-Europameisterschaft ab. Wenn so etwas beim Lesen den Joachim Löw sexuell erregt und er deshalb bei der Aufstellung noch vor dem Sommeranfang keinen klaren Gedanken mehr fassen kann, dann ist das staatstragend. Dann kann fast schon das Licht beim deutschen Wunschkonzert dunkler werden:

„Und wenn sie Beleuchtung dimmen
Eine Nation im Stangerlfieber
Im Frühling ist´s besonders schlimm
Darum ist mir der Winter einfach lieber“
Die Ärzte in „M&F“

Also, konzentrieren wir uns bis zum 1. Juli auf das Wesentliche:
Das Runde muss in Eckige und der Rundliche darf dafür auf sein Eckiges.
Korrekt, korrekter, am korrektesten.
Verstanden?

Und dann nach dem finalen Fussballspiel in Kiew, dann werden Leute berichten, sie hätten gesehen, wie der Herr Niebel im ersten Stock seiner Privatwohnung den afghanischen Teppich ausschüttelte und ein Sicherheitsbeamter von unten provokant hochrief:
„Na? Spring er nicht an?“

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P.S.:
Gerade erhielt ich eine Meldung meines rechnerinternen Bundestrojaners von den Schlapphüten aus Pullach. Der klärte mich über einen entscheidenen Irrtum im obigen Text auf:
Es ist korrekter, dass, wer eine Vereinigung gründet, deren Zwecke oder deren Tätigkeit darauf gerichtet sind, Straftaten zu begehen, oder wer sich an einer solchen Vereinigung als Mitglied beteiligt, für sie um Mitglieder oder Unterstützer wirbt oder sie unterstützt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Aber für die FDP gilt das nicht, denn der StGB § 129 „Bildung krimineller Vereinigungen“ ist nicht anzuwenden, wenn die Vereinigung eine politische Partei ist, die das Bundesverfassungsgericht nicht für verfassungswidrig erklärt hat. …
Sollte der Eindruck entstanden sein, ich halte die FDP für eine kriminelle Vereinigung …

honi soit qui mal y pense!!!